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Massenfestnahme nach Kessel

Über 150 Schüler und Studenten kesselte die Essener Polizei heute ein - darunter 35 Kinder.

Mit einer Massenfestnahme von 158 Studenten und Schüler löste die Essener Polizei gegen 14.30 Uhr den Polizeikessel am City-Center auf auf. Die Studenten wurden mit Linienbussen in die Polizeischule in die Norberstraße in Essen Bredeney gebracht. Eine weitere Gruppe von 50 Studenten war parallel zur Demo in der Innenstadt zur Zentrale der CDU Essen gezogen - dort kam es nicht zu Festnahmen, gegen einen Studierenden soll die Polizei allerdings ermitteln. Von den 158 Studenten in der Poilizeischule nahm die Polizei die Personalien auf. Gegen sie werden nach Angaben der Polizei  Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gestellt. In dem Polizeikessel befanden sich nach Angaben der Polizei auch 35 Kinder, die allerdings nicht festgenommen wurden, sondern nach Festellung ihrer Personalien freigelassen oder ihren Eltern übergeben wurden.

Eine Redakteurin der Ruhrbarone wurde trotz Presseauasweis festgenommen, ist mittlerweile aber auch wieder frei.

Die Polizei begründete den Studenten- und Kinder-Kessel vor allem durch Eingriffe der Demonstranten in den Straßenverkehr: "Nach offizieller Beendigung durch den Veranstalter und die Polizei liefen mehrere hundert Demonstranten durch die Innenstadt. Es kam zu spontanen Straßenblockaden und Durchbrechungen von Polizeiabsperrungen, wodurch es zu gefährlichen Situationen für Autofahrer und den Demonstranten kam." Ganz Wagemutige könnten ja nun auf die Idee kommen, dass es die Aufgabe der Polizei gewesen wäre, den Verkehr so zu regeln, das die Schüler- und Studenten ihr Demonstrationsrecht hätten wahrnehmen können. Wolfgang Beus, Sprecher des Inneministeriums, das für die Polizei in NRW zuständig ist, wollte den Einsatz auf Anfrage nicht kommentieren: "Das entscheiden die Kollegen vor Ort." Er würde die Einzelheiten nicht kennen und könnte nicht beurteilen, ob das Verhalten der Beamten gerechtfertigt war oder nicht.

Die Proteste sind zur Zeit abgeflaut.

 

Über 150 Schüler und Studenten kesselte die Essener Polizei heute ein – darunter 35 Kinder.

Mit einer Massenfestnahme von 150 Studenten und Schüler löste die Essener Polizei gegen 14.30 Uhr den Polizeikessel am City-Center auf. Die Studenten wurden mit Linienbussen in die Polizeischule in die Norbertstraße in Essen Bredeney gebracht. Eine weitere Gruppe von 50 Studenten war parallel zur Demo in der Innenstadt zur Zentrale der CDU Essen gezogen – dort kam es nicht zu Festnahmen, gegen einen Studierenden soll die Polizei allerdings ermitteln. Von den 150 Studenten in der Poilizeischule nahm die Polizei die Personalien auf. Gegen sie werden nach Angaben der Polizei  Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gestellt. In dem Polizeikessel befanden sich nach Angaben der Polizei auch 35 Kinder, die allerdings nicht festgenommen wurden, sondern nach Festellung ihrer Personalien freigelassen oder ihren Eltern übergeben wurden.

Eine Redakteurin der Ruhrbarone wurde trotz Presseauasweis festgenommen, ist mittlerweile aber auch wieder frei.

Die Polizei begründete den Studenten- und Kinder-Kessel vor allem durch Eingriffe der Demonstranten in den Straßenverkehr: "Nach offizieller Beendigung durch den Veranstalter und die Polizei liefen mehrere hundert Demonstranten durch die Innenstadt. Es kam zu spontanen Straßenblockaden und Durchbrechungen von Polizeiabsperrungen, wodurch es zu gefährlichen Situationen für Autofahrer und den Demonstranten kam." Ganz Wagemutige könnten ja nun auf die Idee kommen, dass es die Aufgabe der Polizei gewesen wäre, den Verkehr so zu regeln, das die Schüler- und Studenten ihr Demonstrationsrecht hätten wahrnehmen können. Wolfgang Beus, Sprecher des Inneministeriums, das für die Polizei in NRW zuständig ist, wollte den Einsatz auf Anfrage nicht kommentieren: "Das entscheiden die Kollegen vor Ort." Er würde die Einzelheiten nicht kennen und könnte nicht beurteilen, ob das Verhalten der Beamten gerechtfertigt war oder nicht.

Die Proteste sind zur Zeit abgeflaut.

 

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46 Kommentare zu “Massenfestnahme nach Kessel

  • #1
    Thorsten

    Mein Gott sind die dünnhäutig. Polizeikessel und Massenfestnahmen gegen Schüler und Studenten sind maßlos überzogen. So etwas kennt man ja sonst nur von Antifademos. Ich hoffe, es gibt genug Betroffene mit einer Rechtsschutzversicherung. So etwas darf man sich nicht gefallen lassen.

  • #2
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  • #5
    Manfred Michael Schwirske

    Proteste abgeflaut? Sieht ganz nach erfolgreichem Abwürgen aus. So entgleist Demokratie.

  • #6
    revolverman

    tja liebe leute, das wird noch viel schlimmer werden wartet ma das kommende jahr ab.

    daran merkt ma wieder wie die heutigen machthaber mit meinungen der bürger umspringen.
    so etwas ist unter aller sau!
    vor allem unterstelle ich dem heutigen polizeiaufgebot kurzsichtigkeit oder sogar absicht.
    diese ganze situation hätte nie aufkommen müssen aber es ist ja viel pressewirksammer bürger mit abweichender meinung durch solche aktionen ins negative licht zu rücken anstat sich mit den menschen zu befassen.

    mfg

  • #7
    Helmut

    Das kann doch nicht sein, daß „Das entscheiden die Kollegen vor Ort“ wahr ist! Das führt ja dann dazu, daß jeder Polizist darüber entscheiden kann, was Gesetz ist. Hier werden mal ganz kurz 158 Studenten festgenommen und bei anderer Gelegenheit hilft die Polizei militanten Demonstranten eine missliebige Flagge aus einem Wohnungsfenster zu entfernen, wie in diesem Jahr
    in Duisburg geschehen! Ich dachte immer, daß es hier in Deutschland für jedes Stühlerücken und jeden Furz eine Verordnung gäbe. Also muß es auch für solche Fälle allgemeingültige Regeln geben.

  • #8
    Peter Koch

    @Thorsten: Irgendwie muss die Polizei ja in Übung bleiben. Keine Antifademos in Sicht demnächst, die Nazis dürfen nun nicht mehr: http://tinyurl.com/yg5bqkt

  • #9
  • #10
  • #11
    alter hase

    Ach würde da von unserer freien Presse wieder geklagt werden, wäre dies Minsk oder Teheran, oder Ost-Berlin vor 20+ Jahren. Aber es ist bundesdeutscher Alltag. Bei uns „herrscht“ Meinungs- und Demonstrationsfreiheit – zumindest solange man nicht die Frechheit besitzt, sie in Anspruch zu nehmen.

  • #12
    Alles ist OK

    Es wird in Zukunft noch schlimmer werden…

    Um dagegen anzugehen, sollte man im Internet eine Seite einrichten. Gegliedert in: Polizei, BGS, BKA, Ordnungsamt , Andere Schnüffelämter; dann unterteilt in welchem Land/Bundesland und die Kategorie mit welchen Taten Er/Sie sich hervorgetan haben, gut wäre noch eine Spalte Wohnort.

    Dann könnte man doch kleine Besuche zum „Kaffee + Kuchen“ veranstalten…

    Offensichtich haben „sehr viele“ dieser Staatsangestellten vergessen das sie „für das Volk“ da sind!!!

    Sollte man Ihnen doch mal wieder „vor Augen“ führen.

    Nur in der „Masse“ fühlen Sie sich Sicher…

    Wacht auf und handelt….

  • Pingback: Essen 17.11. Bildungsstreik 2009 | lerex

  • #14
    Mit-Leser

    Der heutige Einsatz der Polizei geht eindeutig zu weit, Grenzen (des guten Geschmacks) wurden überschritten. Mein Verdacht: Studentenfeindlichkeit. Bei der Polizei gibt es einige handfeste Jungs, die ihren Sozialneid auf die künftigen „Eierköppe“ hinter geltende Prinzipien gestellt haben. 😉

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  • #17
    Student_an_der_UDE

    einige meiner Vorkommentatoren machen mir Angst, wenn sie wirklich daran glauben, was sie geschrieben haben…

    Ich war selber schon Versammlungsleitung bei Demos.
    Sobald ich die Versammlung auflöse, genießt die Demo keinen rechtlichen Schutz mehr, wenn nicht einer spontan noch bei der Polizei noch ne Versammlung.
    Ob Verhaftung jetzt die normale Strafe dafür ist den Verkehr zu behindern durch Sitzblockaden, weiß ich nicht.

    Ich gehe aber davon aus, dass der letzte Bildungsstreik in Essen den Polizisten noch im Gedächtnis war (wo sie angegeriffen wurden), sodass sie ziemlich kleinkariert vorgegangen sind. Das dürfte auch viele Studenten verschreckt haben.
    Könnte auch die sehr geringe Studenten-Beteiligung erklären.
    (Wir sind hier. Wir sind laut. Weil man uns die Bildungs klaut.“ ist übrigens ein dämmlicher Demonstrationsspruch…)

    Der Versammlungsleiter hätte es jedenfalls verhindern können, indem er nicht ungeschickterweise die Demo verfrüht aufgelöst hatte. Wenn sich die Demonstranten dann den Anordnungen der Polizei widersetzen, dann werden die geschehnisse wohl sehr wahrscheinlich alle rechtlich nicht anfechtbar gewesen sein. Alles halt unglücklich gelaufen.

  • #18
    Malte

    „einige meiner Vorkommentatoren machen mir Angst, wenn sie wirklich daran glauben, was sie geschrieben haben?“

    Wer schon öfters mal auf einer „Demo“ war, kennt das doch, Du also auch? Am 28.11. in Recklinghausen „darf“ die Polizei dann wieder Nazis schützen, das machen sie besonders gerne! Wie nennt man das – „Training-Day“?

  • #19
    Michael Kolb

    Ich finde den post des Studenten der UDE über mir beachtlich, denn er ist realitätsnah! Möglicherweise wird er als „agent provocatuer“ diffamiert werden, aber er liegt richtig, so doof wie es sein mag, das Demonstrationsrecht unserer Verfassung unterliegt ein paar Regeln und wenn die „gebrochen“ werden, dann wird aus rechtmäßigen Demonstranten eben eine „Horde“ von Menschen, die die StVo stören… kann passieren… doof, aber ist so!
    Von diesem Standpunkt aus kann ich eine pauschale Dämonisierung der Polizei auch nicht gutheißen. Sicherlich, ich kann mir auch ein Szenario vorstellen, in dem die Polizei dem Veranstalter der Demo „droht“, daß alles was „nun passieren wird“, in seine Verantwortung fällt, worauf der lieber einen Schritt zurückmacht… da würde ich wohl nur kaum zögern und die Veranstaltung auflösen. Wer will das schon auf seine Schultern laden? Ich könnte mir allerdings auch sehr gut vorstellen, daß die Veranstalter einer Demo länger standhalten und den Schutz des Grundgesetzes über die Demonstranten länger aufrecht erhalten… wie der Kommentator über mir schon so richtig bemerkt hat, ist das alles mal wieder ziemlich doof gelaufen!

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  • #22
    christel

    Liebe Demonstranten,
    setzt Eure Rechte durch, Ihr seid die Zukunft des Landes.
    Ich wünsche Euch viel Glück und begleite Eure Anstrengungen mit Daumendrücken.

    Gruss
    Christel

  • #23
    bernd pieron

    tja,- selbst schuld!- wers noch immer nicht begriffen hat wie das hier läuft soll sich doch von der polizei die jacke vollkloppen lassen!—so etwas muß anders organisiert werden:—Ghandi—passiver Widerstand!/ ziviler Ungehorsam!—alle zu hause bleiben—-ausgestorbene straßen- unis und schulen leer!—-nur das allernötigste konsumieren!—-GEISTERSTÄDTE!—-nicht nur für ein paar tage!!….zusätzlich- müll aus dem fenster entsorgen!—mal sehen wies dann weitergeht..ob das merkel dann wieder im tv schlaue texte ablässt???

  • #24
    Lenny

    Das ist doch normale Vorgehensweise und auch so gewollt.

    Demonstrationen kann man nicht so einfach verbieten, schließlich muß Deutschland (noch) ein wenig Rücksicht auf das Ausland und die eigene Öffentlichkeit nehmen.

    Also erzeugt man auf Demonstrationen Angst und das mit Kalkül. So will man erreichen, dass die Menschen ihr Grundrecht nicht wahrehmen, was ja auch funktioniert.

    Zudem erreicht man einen Gewöhnungseffekt, so schlimm sich das auch anhört. Wenn man auf der einen Demonstration die Leute niederknüppelt, ist eine Einkesselung auf der nächsten Demonstration doch nicht so mehr soooo schlimm, oder? So werden Grundrechtsverletzungen zur Gewohnheit und aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit rausgehalten, da keiner mehr über sowas „alltägliches“ berichten möchte.

  • #25
    V

    Ist doch eindeutig, dass ihr Studenten die initiale Zündung sein könnt für eine viel größere kommende Bewegung. Das muss sofort und mit psychologischer Machtdemonstration des Staates eingedämmt werden. Und? Hat es bei euch funktioniert?
    V

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  • #27
    Martin

    Hallo,

    diese ganze Prozedur sieht mir ganz nach DDR-Manier aus.
    Aber so ist dieses BRD-System eben, auf andere mit dem Finger zeigen und den eigenen Balken im Auge nicht sehen wollen.
    Ich bin auch der Meinung, dass es noch schlimmer wird. Es herrscht auf allen Gebieten eine Entgleisung in diesem Staat, die einfach nicht mehr hinnehmbar ist.
    Pfui Teufel!

  • #28
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Martin: Wir sollten alle mal auf dem Teppich bleiben. Der Vergleich mit einer Diktatur ist absurd. Über den Vorfall konnte frei und kritisch berichtet werden, ob aus den Anzeigen ein Urteil wird weiß niemand und auch wenn wird kein Student deswegen von der Uni fliegen. Und der Polizeieinsatz wird von der Politik kritisch diskutiert. Ich glaube auch dass das was passiert ist nicht OK ist – aber das hat eher mit einer schlechten Polizeiführung als mit didaktorischen Tendenzen zu tun.

  • #29
    Ayndn Galayxn

    Ich dachte immer, das Einkesseln von Demonstranten wäre eine bayerische Spezialität. Zumindest hat Max Steibl 1992 schon das harte Durchgreifen als „bayerische Art“ bezeichnet (http://www.sub-bavaria.de/wiki/M%C3%BCnchner_Kessel). Es wurde später von Gerichten für rechtswidrig erklärt, was sich aber anscheinend noch nicht weiter herumgesprochen hat.

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  • #31
    Michael Böse

    Vergleiche sind mit den Methoden der Volkspolizei der DDR selbstverständlich erlaubt. Wer sowas als absurd bezeichnet, versucht denkverbote durchzusetzen. Wann immer in anderen Ländern die Polizei gegen FRIEDLICHE DEMONSTRANTEN vorgehen und unsere Medien mit dem demokratistischen Zeigefinger winken, muss ich daran denken, was die Deutsche Polizei macht, wenn sich Demonstranten nicht an die jeweiligen Verordnungen und Polizeigesetze der Länder hält. Wer sich nicht angemeldet wie Schlachtvieh durch die Straßen führen läßt, wer passiven Widerstand leistet oder gar die Dienstnummer eines Polizisten verlangt, muss damit rechnen mit dem Knüppel eine auf die Fresse zu bekommen und mit Kabelbinder in die „Grüne Mina“ verfrachtet zu werden. Unsere Demokratie wurde dem Täterstaat BRD von den Siegermächten übergestülpt, bei jeden Behördengang, jedem zusammentreffen mit der Staatsgewalt schimmert die alte obrigkeitsstaatliche Tradition der BRD durch. Ich wünsche den Studenten viel erfolg bei ihren berechtigten Protesten, hoffentlich reihen sich in den nächsten Jahren die Renter, die Arbeiter und Angestellten mit in die Demos ein!

    Denkt an den TON STEINE SCHRERBEN SONG: „ALLEIN MACHEN SIE DICH EIN“:

    >>Allein machen sie dich ein,
    schmeissen sie dich raus, lachen sie dich aus,
    und wenn du was dagegen machst,
    sperr’n se dich in den nächsten Knast.

    Refrain:
    Und alles, was du da noch sagen kannst,
    ist: „Das ist ’n ganz schöner Hammer, ey Mann!“

    Zu zweit, zu dritt, zu viern,
    wird auch nix and’res passiern.
    Sie werden ihre Knüppel hol’n
    und uns ganz schön das Kreuz versohlen.

    Refrain…

    Zu hundert oder tausend kriegen sie langsam Ohrensausen.
    Sie werden zwar sagen, das ist nicht viel,
    aber tausend sind auch kein Pappenstiel.
    Und was nicht ist, das kann noch werden.
    Wir können uns ganz schnell vermehren.
    In dem Land, in dem wir wohnen,
    sind aber ’n paar Millionen.
    Wenn wir uns erstmal einig sind,
    weht, glaub ich, ’n ganz anderer Wind.
    Dann werden se nicht mehr lachen,
    sondern sich auf die Socken machen.
    Auf die Bahamas oder ins Tessin,
    der Teufel weiß am besten, wohin.
    7x Und du weißt, das wird passieren,
    wenn wir uns organisieren

  • #32
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael Böse: Huhu, aufwachen. Da demonstrieren Studenten für bessere Studienbedingungen und nicht um die Verwirklichung der feuchten Revolutionsträume ihrer mit guten Pensionen ausgestatteten Großeltern.

  • #33
    Wingolf

    Seitdem es das Konkurrenzsystem DDR nicht mehr gibt, zeigt der während des kalten Krieges von den Medien so hoch gelobte „freiheitlich-demokratische Kapitalismus“ von Jahr zu Jahr immer mehr seine wahre „Fratze“.
    Gruß aus Sachsen-Anhalt

  • #34
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Wingolf und ein paar andere der Feierabendrevolutionäre: Das Thema hier sind Studentenproteste. Wer einfach etwas schwadronieren möchte kann sich ja auf derwesten.de austoben.

  • #35
    Michael Böse

    Lieber Stefan Laurin,

    ja was hat den das mit Revolutionsromanik zu tun was ich geschrieben habe? Ist es ihnen denn lieber, die Leute wurschteln ein jeder für ihre Eigeninteressen vor sich hin, anstatt zu begreifen das man durchaus die gleichen Interessen hat, statt sich durch neoliberale Hetzer gegeneinander ausspielen zu lassen? Sind Massenproteste nur im Iran etwas großartiges, hier aber sieht man nur den böse Mob, dem man mit Wasserwerfern, Eisenwurz und Gummigeschoss, oder halt einem Kessel paroli geben darf, satt die Bürger zu sehen, die von ihrem Demonstrationsrecht gebrauch machen?
    Nun, nehmen sie es einfach hin, dass man eine andere Meinung vertritt. Ich war 1989 im November in Berlin, ich habe in diesen Tagen erlebt, dass die Gewissheiten der Mehrheit, deren Mangel an Fantasie, der in die Köpfe eingehämmerte Glaube an die Unveränderbarkeit der Verhältinisse nichts als irgnorante Angst vor den Fährnissen des Lebens sind. Nichts als Glaube zu wissen was vor sich geht, ohne die Verhältnisse wirklich zu begreifen.
    Übrigens muss man nicht „68sechziger“ sein um die SCHERBEN zu mögen, wenn man allerdings bei der JUNGEN UNION mitmischt, denn JUSOS oder sonst einem Verein der Jungen mit Greisenköpfen…..Tja!

  • #36
    Peter

    Ich kenne zwar die Anliegen nicht, für die hier demonstriert wird, gehe aber mal davon aus, dass sie wohl grundsätzlich berechtigt sein werden. Es ist sicher auch berechtigt, für seine Anliegen zu demonstrieren. Aber dafür gibt es nun mal Regeln, Genehmigungspflichten und Auflagen. Solange diese eingehalten wurden, hat es ja wohl auch keine Probleme mit der Polizei gegeben. Erst nach Auflösung der Demonstration durch Veranstalter und Polizei kam es zu (offenbar nicht genehmigten) weiteren Kundgebungen, die nicht mehr von der Genehmigung umfasst waren und eine Beinträchtigung Unbeteiligter darstellten. Was sollte denn die Polizei da anderes machen? Ich finde ihr Vorgehen (soweit ich das dem Artikel entnehmen kann) durchaus verhältnismäßig. Schließlich kam es ja nicht zu Prügelorgien und Mißhandlungen. Schließlich haben unbeteiligte, z. B. Verkehrsteilnehmer doch einen Anspruch darauf, nicht unverhältnismäßig behindert zu werden (und dadurch z. B. einen Termin, Fluzeug, Zug… zu verpassen). Oder?

  • #37
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael Böse: Nein, ich finde es gut wenn sich Menschen auch für die Belange anderer einsetzen, demonstrieren und ihre Meinung kund tun. Aber mit Revolution hat das alles nichts zu tun. Die Studemten wollen wieder Magister und Diplom statt Master und Bachelor, mehr Bafög und keine Studiengebühren. Ich sehe da nichts Revolutionäres und man sollte die Proteste auch nicht künstlich überfrachten. Bei der Frage von BA/Ma oder Diplom sind die Studis wieder einmal in die Falle der Profs gelaufen: Die wahren zu blöd, faul oder unwillig die neuen Studienordnungen vernünftig zu gestalten – und die Studenten gehen jetzt gegen nur die Politik auf die Straße und nicht auch gegen ihre Profs. Eine Internationalisierung des Studiums und der Abschlüsse finde ich prinzipiell gut – wenn sie gut gemacht ist. Das lag aber auch sehr stark im Ermessen der Hochschulen. Wir haben hier also keine revolutionäre Situation sondern ein Beispiel für die Bräsigkleit von Beamten.

  • #38
    Helmut

    @Stefan Laurin, stimme voll zu (38). Dazu kommt, daß die, übrigens hervorragend ausgebildeten Bachelors, in den mir bekannten Fällen, nur selten einen Job kriegen, und deshalb zwangsläufig bis zum Master weiter studieren. Der Bachelor ist praktisch nur eine Zwischenetappe. Er verliert dadurch, im wahren Leben, den Charakter eines Abschlusses, setzt aber viele zusätzliche Klausuren voraus.
    So ist das zwar nicht gedacht, aber da muß ja zwangläufig mal drüber nachgedacht werden. Das die Studenten dafür erst auf die Straße müssen, ist schon schlimm.

  • #39
    Tom59

    Ich dachte, hier ging es um einen völlig überzogenen Einsatz einer Hundertschaft, die sich gegenüber einer kleinen Gruppe Jugendlicher aufgeführt hat, als wenn der Staat in Gefahr gewesen wäre. Bei manchen scheint aber das Thema verfehlt zu sein. Hier ging es nicht um Studiengänge, sondern um eine Einkesselung im City-Center. Drei Polizisten vor dem Rathaus hätten genügt. So aber rennt eine Hundertschaft mit Knüppeln hinter Schülern her. Tolle Leistung. Leider war ich zufällig Augenzeuge. Das war keine Ruhmesblatt für die Damen und Herren in Grün.

  • Pingback: Augenzeugen berichten über Vorgehen der Polizei (Teil 1) » ruhrbarone

  • #41
    kaktus45

    „Liebe Freunde, Familie und Bekannte,

    um unserem Anliegen, dem Bildungsstreik, größeres Gehör zu
    verschaffen und außerdem eine polizeiliche Räumung der besetzten Hörsäle in
    Köln zu verhindern, bitten wir Euch um Unterstützung.

    Leitet bitte folgenden Text an unten stehende E-mail
    Adressen (Rektorat Uni-Köln, Landesregierung NRW, verschiedenste Medien)
    weiter.

    Auch um Weiterleitung der gesamten Mail an weitere Freunde,
    Verwandte und Bekannte wird gebeten.

    VIELEN DANK aus der besetzten Aula 1!!!!!!!

    Text:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir haben von der Besetzung in der Universität zu Köln im
    Rahmen des Bildungsstreikes erfahren.

    Seitens des Rektorats wurde bereits die Möglichkeit der
    polizeilichen Räumung angedroht. Hiermit fordern wir die Verantwortlichen auf
    jeglicher Intervention an den Universitäten entschieden entgegenzutreten.
    Stattdessen sollte auf die Streikenden eingegangen werden, um mittels deren
    Forderungen endlich konstruktiv über den wahren Auftrag von Bildung und die
    momentanen Missstände des Bildungssystems zu diskutieren.

  • #42
  • Pingback: Polizeistaat Hessen? « N.I.C.H.T.

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