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Medien interessieren sich für viel – nur leider nicht fürs Publikum?

Flugreisen gelten als igitt - die Menschen interessiert es nicht (Foto:Westerhoff)

Flugreisen gelten als igitt – die Menschen interessiert es nicht (Foto:Westerhoff)

Umwelt und soziale Gerechtigkeit sind die Themen der Stunde – jedenfalls bei Politik und Medien. In der Bevölkerung eher nicht. Aber wen interessiert in den Medien heutzutage noch das Publikum?

Kürzlich sollte ich in einer Radiosendung über die Reisetrends berichten. Und ich ahnte, was mir drohen würde: Eine Frage nach bösen CO2 erzeugendem Flugverkehr und noch viel böseren Kreuzfahrtschiffen, die dreckiges Heizöl verballern. Ja. Wenn es in Medien um Reise geht, dann dann kommt zwangsweise die Frage nach der Ökologie. Ich bin es inzwischen gewöhnt. Aber diesmal war doch alles anders. Ich habe diese miesepetrigen Fragen mal einem Check beim Deutschen Reiseverband unterzogen. Und siehe da: Noch nie sind so viele Menschen mit dem Flugzeug in den Urlaub geflogen, auch die Kreuzfahrten werden 2019 eine Rekord-Passagierzahl verzeichnen.

Medien verteufeln SUVs – Menschen kaufen sie trotzdem

Wir als Medien haben uns dieses Thema von Großstadt-Hipstern, Umweltverbänden und Öko-Politikern diktieren lassen. Und sind brav drauf eingestiegen. Wie das Publikum die Frage sieht, interessiert niemanden mehr. Hauptsache wir können mit erhobenem Zeigefinger die Menschen erziehen. Nur gelingt uns das immer weniger. Glücklicherweise. Weitere Beispiele gefällig? Diesel- und SUV-Bashing gehören heute auch zum Standard unserer Berichterstattung. Welche Konsequenzen ziehen die Menschen daraus? Offenbar nicht so wirklich welche. Im vergangenen Jahr waren 1/3 aller neu zugelassenen PKW weiterhin Diesel und SUVs jagen ohnehin von Rekord zu Rekord.

Wen interessieren schon E-Autos?

Bei Lesern, Hörern und Zuschauern könnte die Vorstellung neuer SUVs zum Beispiel jetzt auf dem Genfer Autosalon gut ankommen. Stattdessen stürzen sich alle auf E-Autos. Auch ein Thema, das von Verbänden und Regierung hoch gehalten wird, von den Verbrauchern aber eher nicht. Nur jedes 100. neu zugelassene Auto ist 2018 ein E-Auto gewesen! Ein kritische Auseinandersetzung mit E-Mobilität findet eher selten statt. Experten aus der Fahrzeugtechnik kommen noch seltener zu Wort. Die würden nämlich keine erwünschten Mainstream-Antworten geben. Bei vielen Maschinenbauern gelten weitere Reduzierung von Sprit und synthetische Kraftstoffe als Zukunftsthemen.

Medien machen Gratis-PR für die SPD

Das jünste Beispiel ist das von SPD-Minister Hubertus Heil initiierte Gerechtigkeits-Thema. Heil stellt eine Forderung auf und wir Medien hüpfen drauf. Altersarmut, Rentenlücke, Hartz IV, Mindestlohn. Egal, welches Stichwort die Berliner Politik nach außen brüllt, wir können sicher sein, dass die Talksshows drauf anspringen. Natürlich sendete Anne Will vergangenen Sonntag (03.03.19) zum Thema „Niedriger Lohn, magere Rente – was ist uns Arbeit wert“. Hubertus Heil wird’s freuen. Jede Menge Gratis-PR für ein Thema, das er erfunden hat, um die SPD aus der Krise zu führen.

Quotengrab Soziale Gerechtigkeit

Aber ist Soziale Gerechtigkeit tatsächlich ein Thema, das die Menschen bewegt? Zweifel dürften in einer Zeit mit nahezu Vollbeschäftigung, mit einer Rekordzahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Lohnabschlüssen von plus zehn Prozent angebracht sein. Und es gibt sogar harten Fakten, die meine These untermauern. Die SPD hat das bei den Bundestagswahlen 2018 das historisch schlechteste Wahlergebnis eingefahren. Womit? Mit dem zentralen Wahlkampfthema „Soziale Gerechtigkeit“. Zufall? Eher nicht. Das belegt eine zweite Zahl: Trotz guter Vorlage durch den Tatort hat Anne Will mit dem Thema eine hundsmiserable Quote eingefahren. Eine der schlechtesten der Sendungs-Geschichte.

Entfremdung Publikum – Medien

Nie war die Entfremdung von Publikum und Medien so groß wie im Moment. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da wurde in der morgendlichen Redaktionssitzung zuerst gefragt: „Worüber reden die Menschen heute?“. Heute lassen wir uns – insbesondere in elektronischen Medien – die Themen von der Politik, von Umweltverbänden oder von großstädtischen Hipstern, zu denen sich viele Medienvertreter selbst gern zählen, diktieren. Und dann wundern wir uns, wenn das Publikum scharenweise wegläuft?

Haltung statt Berichterstattung

Rechte Kreise haben aus dieser Entfremdung von Publikum und Medien das Schlagwort der „Lügenpresse“ entwickelt. Das ist natürlich Quatsch. Also mich hat Angela Merkel jedenfalls noch nie angerufen, weil sie gern was über Reisen in die Uckermark im Radio hören würde. Es geht darum, dass wir Journalisten in einer Blase leben und den Kontakt zu normalen Menschen verloren haben. Und dass es in unserer Zunft zu viele gibt, die die Welt verbessern/verändern wollen. Kollegen, tut das gern in einer Partei oder einem Verband! Aber beschränkt euch in den Medien auf Berichterstattung, nicht auf Bewertung und Haltung. Das Publikum ist nicht so doof wie ihr denkt. Die Menschen können sich aus Fakten eine Meinung bilden.

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104 Kommentare zu “Medien interessieren sich für viel – nur leider nicht fürs Publikum?

  • #1
    Thorsten Stumm

    Sehe ich ähnlich wie Sie. Dazu kommt noch ein weitere Komponente. JournalistInnen zerstören damit auch ihre eigen Existenzgrundlage. Ich habe neulich beim aufräumen einen 5 Jahre alten Stern und Spiegel gefunden. An jedem habe ich früher ein paar Stunden gelesen. Das waren ja mal richtig dicke Hefte….heute sind die erbärmlich dünne Hefte und man ist ruckzuck durch…ich frage mich dann immer, wovon wollen JournalistInnen den in Zukunft leben, wenn sie mit einer derart entschlossenen Haltung gegen die Menschen schreiben welche eigentlich Ihre LeserInnen sein sollen, man könnte auch KundenInen sagen, und Ihre Gehälter bezahlen. Können ja nicht alle auf eine Stelle bei der Zeit hoffen…..das wird noch richtig bitter für JournalistInnen….und wenn man ich die Onlinereichweiten von Medien, die man gemeinhin der "Neuen-Rechten" zuordnet anschaut…davon können viel Medienhäuser nur träumen……

  • #2
    Arnold Voss

    Es gibt viele Menschen in Deutschland die weder einen SUV besitzen, noch im Kreuzfahrtschiff oder mit dem Flieger in den Urlaub düsen. Sie können es sich schlicht nicht erlauben. Die interessiert dann schon soziale Gerechtigkeit. Aber für diese Menschen interessieren sich Medien nur sehr selten, weil sie nicht laut genug sind.

  • #3
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Gegenfrage, Arnold: Wann ist es zuletzt in einer Talkshow um Steuerbelastung und Entlastung normaler Arbeitnehmer gegangen? Es gibt vier Millionen Hartz IV – Empfänger in Deutschland, aber über 32 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 1,4 Millionen Freiberufler, knapp 2 Millionen Beamte und vier Millionen Selbständige. Also mehr als das Zehnfache von Hartz IV – Empfängern. Wir reden aber ständig nur über Menschen, denen Wohltaten bereitet werden sollen/müssen, aber nie über die, die es bezahlen müssen…

  • #4
    discipulussenecae

    "Haltung statt Berichterstattung" Das ist eine schöne und treffende Formulierung! Das klassische Beispiel ist Dunja Hayali. Ich zitiere Jan Fleischhauer von spiegel online:

    "Haltung zu zeigen ist unter Journalisten im Augenblick das große Ding. Toll schreiben können, Dinge sehen, die andere nicht sehen – alles gut und schön. Aber wer richtig berühmt und respektiert sein will, muss mehr zu bieten haben. Als Vorbild gelten Journalisten wie … Dunja Hayali, also Menschen, die Gesicht gezeigt haben, wie das in der Medienwelt heißt … Hayali hat gerade die "Goldene Kamera" gewonnen, weil sie unter anderem zu einer AfD-Demo nach Erfurt gefahren war, um die Teilnehmern nach ihren Beweggründen zu fragen … Früher musste man mit dem Vietcong auf Patrouille gehen, um für einen Fronteinsatz belohnt zu werden, heute reicht ein Einsatz im Umfeld von Pegida." (8.3.216)

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kampf-gegen-npd-afd-pegida-waer-mein-nachbar-doch-nazi-kolumne-a-1081157.html

  • #5
    Arnold Voss

    Lieber Michael, es ist nicht so, dass Arme keine Steuern zahlen. Ganz im Gegenteil. Relativ zu ihrem Einkommen zahlen sie sogar mehr als die Mittel- und Oberschicht. Insgesamt machen sie mittlerweile gut ein Drittel der Bevölkerung aus.

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/neue-studie-arme-und-reiche-tragen-aehnlich-hohe-steuerlast-14588157.html

  • #6
    Nina

    @#3: Was Sie "Wohltaten" nennen, nenne ich Grundsicherung. Ich denke wir sind uns einig, dass es in einer Gesellschaft immer Menschen geben wird, die nicht arbeiten können (Krankheit, Behinderung, …). Eine entwickelte Gesellschaft zieht die mit und das zeichnet sie aus. Da von "Wohltaten" zu sprechen, empfinde ich als Schlag ins Gesicht. Ich bin eine von den vier Millionen. Durch körperliche Erkrankungen vor Kurzem berufsunfähig (!) geworden, bekomme ich aktuell neben AlG 1 Hartz4, weil das Arbeistlosengeld nicht reicht (hatte eine Teilzeit-Stelle). Nun ja, Spaß ist etwas anderes, aber ich habe immerhin Perspektiven und meine Situation wird nicht von Dauer sein.
    Ich halte es für falsch, ein Thema (wie "Soziale Gerechtigkeit") gegen das andere (was bewegt die Mehrheit?) aufzuwiegen. Schön wäre es, da ein Gleichgewicht herzustellen.
    Ansonsten teile ich viele der Positionen im Beitrag. Wenn ich mich an meine Zeit als Selbstständige erinnere… was habe ich mich aufgeregt über Hürden in meiner Branche, Besteuerung, den Soli-Beitrag (wie lange noch zahlen?!), Sonderregelungen zum Nachteil…

  • #7
    Frank

    @ Michael Westerhoff, Zitat: "Aber beschränkt euch in den Medien auf Berichterstattung, nicht auf Bewertung und Haltung."

    Fang doch mal damit an … das ist falsch, Zitat Westerhoff: "… und noch viel böseren Kreuzfahrtschiffen, die dreckiges HEIZÖL verballern."

    "Schweröl" …:

    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-08/nabu-kreuzfahrt-ranking-2018-kraftstoff-umweltverschmutzung-nachhaltigkeit

  • #8
    Thorsten Stumm

    @Nina
    Sie unterliegen leider einem, wie ich finde, seltsamen Anspruch an Journalismus. Zum Thema Grundsicherung kann man unterschiedlichen Meinung sein. Auch mit Argumenten die Sie als Schlag ins Gesicht empfinden. Über diese "bösen Argumente" zu berichten ist völlig ok. Und ist auch völlig ok wenn Journalisten in ihren als Kommentar gekennzeichneten Beiträge diese vertreten. Es ist nicht die Aufgabe von Journalismus eine gewünschte Realität herbeizuschreiben. Die Diskussion über ein soziales oder sonstiges politisches Thema hat in Parteien und Parlamenten stattzufinden. Dort gehört sie hin. Und über diesen kontroversen Prozess, wie immer er ausgehen mag, ist zu berichten. Da nenne ich Journalismus…

  • #9
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    @Frank: Verstehe ich jetzt nicht. "Schweröl" und "schweres Heizöl" sind ein und dasselbe. Oder anders ausgedrückt: Schweröl ist eine spezielle Sorte des Heizöls. Und ich habe die offizielle Bezeichnung "Heizöl schwer" durch "Heizöl" verkürzt.

  • #10
    thomas weigle

    Ich lese Fleischhauer ganz gerne. Aber solange er noch nicht mittendrin von einer AfD, Pegida oder anderen Veranstaltung, in denen der Sprachschatz des Unmenschen die Debatte bestimmt, berichtet, sollte er den Mund halten. In dieser Causa jedenfalls.
    Ich bin kein großer Fan von Frau Hayali, aber diesen Kommentar aus dem schwarzen Kanal hat sie nicht verdient.
    Und natürlich war früher alles besser. Denn als ich vor 10-12 Jahren unsere gesammelten Spiegel entsorgte, beginnend mit solchen aus 65, dachte ich: "Gott, so viele Seiten für so wenig Geld." Tja…
    Was obig Wohltaten genannt wird, könnte man auch als Sicherung des sozialen Friedens bezeichnen. Und von der Mehrwertsteuer, die Arme und andere Geringverdiener/Rentner hart beutelt, spürt man als Besser- oder Gutverdienender eher weniger, dito Soli.

  • #11
    Nina

    @#8 Thorsten Stumm: Ich unterliege niemanden. Ich habe weder einen Anspruch an Journalismus gestellt noch behauptet, es sei nicht okay, andere Meinungen als meine zu vertreten. Da haben Sie mich gehörig missverstanden. Seis drum.
    Aber es scheint, als hätten Sie einen sehr eng gefassten Begriff von Journalismus. Politische Diskussionen gehören nicht nur in Parteien und Parlamente. Da darf jeder diskutieren, auch Journalisten meine ich. Oder sollen Journalisten Handlanger sein, Zuarbeiter und sonst am Rand vom Spielfeld stehen?

  • #12
    ke

    Ja, nein, ja, nein.
    Eher nein.
    SUVs braucht kaum ein Mensch, die neuen E-SUVs sind noch dümmer. 2 Tonnen Auto, um 100 kg zu bewegen. Ich dachte SUV sind eher out. Pickups sind in. Warum auch immer.
    Ja, Kreuzfahrtschiffe und andere Schiffe müssen umweltfreundlicher werden. Die Abgase erinnern an das Revier der 70er.

    Es ist also sinnvoll, Ökothemen, Klimawandel etc. zu beschreiben. Leider fehlt oft eine wirkliche Ökobilanz. Es wird zu sehr vereinfacht. Die arme Schildkröte im Plastik in der Südsee soll durch ein EU-Trinkhalmverbot gerettet werden, dabei schaffen wir es noch nicht einmal, die Autobahnausfahrten halbwegs müllfrei zu halten. Hier müssen Journalisten nicht nur ein Hype-Thema wählen, sondern es auch endlich mal differenzierter betrachten. Aber das ist offensichtlich zu anstrengend oder überfordert.

    Soziale Wohltaten? Es ist eine Frage der Gerechtigkeit und des Prinzips, dass Rentner, die ein Leben für wenig Geld gearbeitet haben, mehr Rente erhalten als Menschen, die nie arbeiten konnten/wollten. Dies gilt auch für eine Mutterrente, die einfach der Lebenswelt vergangener Jahre entsprach. Das sind keine Wohltaten, sondern es sind Fragen der Gerechtigkeit. Es ist gut, dass die Themen in die Medien kommen.
    Offen ist allerdings, warum das Rentensystem und insbesondere die Pension nie hinterfragt wird. Was ist mit angeblichen Heilverfahren, die nie wissenschaftlich überprüft wurden, was ist mit Krankenhauskeimen, …

    Ich merke eher, dass Journalisten ihren Beruf immer mehr verfehlen. Es werden häufig Argumentationen kritiklos verbreitet, ohne sie auf Plausibilität zu prüfen oder dumme Argumentationen kommen ohne Nachfrage durch. Statistiken werden gar nicht hinterfragt. Hauptsache irgendwie kommen viele Tote vor.

    Dann gibt es die komplexeren Themen. Hierzu zähle ich den Schutz der Privatsphäre, den Schutz von Whistleblowern, die Ausbreitung von Überwachung (Maut-Kameras, private Zensur im Internet) etc. Hierzu äußern sich die Medien kaum.

    Insbesondere die aktuelle Diffamierung von jungen Menschen als "Mob" durch die EU Kommission oder als Bots durch Politiker kommt auch kaum in die Mainstream Presse oder die Nachrichtensendung.
    Schöner als am Beispiel der Vorgänge um Artikel 13 kann man eigentlich gar nicht demonstrieren, warum die Menschen keine Lust mehr auf den Elfenbeinturm EU hat. Aktuell soll bspw. die Abstimmung schnell vorgezogen werden, damit sie vor geplanten Demos stattfindet.
    Schöner kann man nicht zeigen, dass Wähler nicht interessieren.
    Die Nachrichten interessiert dies kaum.

  • #13
    Frank

    @ Michael Westerhoff

    "Schweröl" ist der Rückstand bei der Raffinierung von Erdöl. Eigentlich "Sondermüll", aber es gibt ja die Schifffahrt (selber formuliert, sowas weiß man – sollte man wissen, wenn man darüber schreibt). Kannst Du eigentlich nicht selber recherchieren? Wikipedia ist nur einen Klick entfernt:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schweröl

    "Schweröl" (englisch "Heavy Fuel Oil", "HFO") ist ein Rückstandsöl aus der Destillation oder aus Crackanlagen der Erdölverarbeitung. Internationale Handelsbezeichnung eines solchen Öles ist: "Marine (Residual) Fuel Oil "("MFO"; deutsch "Marines Rückstandsöl"),[1] manchmal auch die US-Bezeichnung "Bunker C."

    Es dient (gemischt mit Dieselöl) als Kraftstoff für Großdieselmotoren, zum Beispiel für den Antrieb von Schiffen (siehe Schiffstreibstoff) …

  • #14
    ke

    Ein interessantes Video von Rechtsanwalt Solmecke u.a. über Berichte zum Artikel 13 etc. in den sog. Qualitätsmedien und über die aktuelle politische Kultur:
    https://www.youtube.com/watch?v=0fvMxP_qa_M

    Das ist alles sehr befremdend und passt zum Artikel.

  • #15
    paule t.

    Also der Anspruch ist es, die unreflektierten Meinungen, Vorlieben und Ressentiments, die "die Leute" eh schon haben, einfach genauso unreflektiert zu spiegeln und zu verstärken? Trends in größere Zusammenhänge stellen (wie eben Verkehr zu Umwelt), Hintergründe und Probleme aufzeigen, über Alternativen berichten – völlig überflüssig? Also wenn die Leute SUVs kaufen, berichten wir über tolle SUVs, die die Leute gerne kaufen wollen, und fertig?

    Kann man ja machen. Aber warum hat man dann den Anspruch, diese Tätigkeit ausgerechnet "Journalismus" zu nennen, statt einfach Werbung?

  • #16
    Stefan Laurin

    @paule t.: Wer Menschen erziehen will, sollte Pädagoge und nicht Journalist werden.

  • #17
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    @Frank… es ist und bleibt Heizöl. Das ist nun mal der Oberbegriff. Und Schweröl ist eine Untekategorie. So wie Säugetier ein Oberbegriff ist und eine Kuh eine Gattung davon.

    Sorry, diese Besserwisserei von Lesern, Hörern, Zuschauern geht mir zunehmend auf den Sack. Zumal es in dem Zusammenhang so gar keine Rolle spielt.

    Aber da du ja so gern Wikipedia liest, empfehle ich den Artikel über den Oberbegriff. Guckst Du Heizöl, findest da alle Sorten von leichtem bis schwerem Heizöl. In dem Abschnitt über Heizöl schwer findest Du dann auch einen Link den Artikel, den du zitiert hast

  • #18
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    @paule t. Ganz Stefans Meinung. Ich bin kein Erzieher. Medien, die Menschen erziehen wollen, zum Beispiel zum guten Sozialisten, hatten wir ausreichend in diesem Land.

    Und wenn ich es so recht überlege, bin ich eigentlich froh, dass die Deutschen offenbar schwer erziehbar sind, und den Meinungsjournalisten nicht folgen.

    Natürlich bin ich dafür, auch bei SUVs, Zusammenhänge aufzuzeigen. Der SUV ist hier nur ein Beispiel für die Entfremdung zwischen Medien und Publikum. Offenbar hört ja keiner auf die belehrenden Journalisten. Die Leute kaufen weiter SUVs.

  • #19
    Frank

    @ Michael Westerhoff

    "Heizöl" … meinst Du das eigentlich noch ernst?

    Westerhoff: "… WIR Journalisten …" Komm, hör auf, mich zu verarschen: Was machst du wirklich beruflich?

  • #20
    roetterer720

    Schon wieder eine Putzfrau als Testimonial neben Berufspolitikern und Verbandsvertetern? Lesen Sie doch mal die Kommentare zum taz-Artikel über die letzte Oxfam-Studie…da ist ein bisschen mehr Schmackes unterwegs.
    Dann klappt es auch mit der Quote wieder.😇

    https://www.taz.de/Oxfam-Studie-zur-Ungleichheit/!5563785/

  • #21
    thomas weigle

    Der Herr Westerhoff belehrt die, die seiner Meinung nach andere belehren. Kann man machen, intelligent aber geht anders.Um es mal auf die Spitze zu treiben. Ja nicht vor Rechten warnen, weil ist ja belehrend.
    Vor Umweltrisiken warnen, setzt der Herr Westerhoff mit der Erziehung zum "guten Sozialisten" in der DDR-Diktatur(#18) gleich. Auaahh!!!

  • #22
    Helmut Junge

    Schweröl ist die Oberkategorie und Heizöl ist eine Unterkategorie.
    Schweröl ist ein Rückstand, der zäh wie Honig sein kann. Heizöl muß immer flüssig sein, selbst "Heizöl schwer". Schweröl enthält sehr viel Schwefel, der zu Schwefeldioxid verbrannt wird. Heizöl muß Schwefelarm sein. Selbst wenn Heizöl schwer in Kraftwerken verdrannt wird, muß es schwefelarm sein. Diese Forderung ist aber bei Schiffen nicht gegeben. Schiffe verbrennen Schweröl, die mit zusätzlichem Ölen dünnflüssiger gemacht werden. Bei diesen Verbrennungsvorgängen entstehen Substanzen, die an Land bei keiner Maschine entstehen dürfen. Das ist der Grund, warum sie in der Diskussion sind. Würden Schiffen ähnlich wie Kraftwerke nur schwefelarmes schweres Heizöl verbrennen, stünden sie nicht in der Diskussion.

  • #23
    Nina

    @ke : Du fragst Dich, warum SUVs, Pick Ups etc.sich derart großer Beliebtheit erfreuen? Ganz einfach: Jungs mögen große Spielzeuge. xD

  • #24
    Gerd

    „Lügenpresse“ ist nur eine geringfügige Übertreibung. So plump wie Relotius sind die wenigsten, obwohl seitdem zwei, drei weitere Relotii ertappt wurden. Die Masse lügt durch den Einsatz von Halbwahrheiten. Narrative aus dem linksgrünen Lager werden gepuscht, andere so gut es geht schlecht gemacht oder ganz ignoriert. Das Resultat ist eine „Lückenpresse“, von der sich Konsumenten abwenden.

    Stichwort: Schweröl. 1. Ist das energetisches Recycling und 2. ist der Transport per Schiffe sehr effizient.

    https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/wie-energieeffizient-ist-ein-schiff

  • #25
    Frank

    @ Gerd

    besonders "effizient" ist der "Transport" bei einem Kreuzfahrtschiff …:

    ich sehe dich schon als Ko-Autor beim nächsten Artikel von Michael Westerhoff, du bekommst sicher auch ne dufte Werbung für SUVs hin, die dann endlich auch die wahren Interessen des großen Publikums berücksichtigt

  • #26
    walter stach

    ……nicht für das Publikum?

    Warum bezahlt denn " das Publikum" nach wie vor für seinen Medienkonsum, wenn diese Medien sich nicht für das Publikum interessieren? Warum wird viel Geld von Unternehmen pp. für die Werbung in den Medien ausgegeben, wenn diese sich nicht für das Publikum interessieren?

    "Auf einem anderen Blatt" steht die Frage, wie -nicht ob- die Medien Publikumsinteresse (vermeintliches) wahrzunehmen, auszumachen, zu erahnen versuchen und wie sie Publikumsinteressen wecken, befördern und möglichst lange Zeit befeuern können und "auf einem anderen Blatt!" steht die Frage für die Medien -für alle (!!)-, nicht ob, sondern in welchem Maße und mit welchen Mitteln und Methoden sie auf ihr Publikum meinungsmachend einwirken. Das ist doch nicht neu. Sind Mittel und die Methoden gezielter Meinungsmacher durch die Medien in den letzten Jahren quantitativ und qualitativ sosehr verändert(verschärf) worden, daß es dieserhalb eine neue mediale Situation gibt, die der Meinungsfreiheit, der Meinungsbildungsfreiheit, der Meinungsäußerungsfreiheit,, , der Meinungsverbreitungsfreiheit, der Pressefreiheit wegen mehr öffentliche Aufmerksamkeit und mehr öffentliche Kritik herausfordert?
    Darüber wäre zu streiten.

    Ich nehme allerdings nicht wahr, daß sich dieserhalb (meinungsmachende, meinungsmanipulierenden Medien) in den letzten Jahren ubstantiel etwas l geändert hat und was mich mehr als üblich zur Medienkritik herausfordern könnte.
    Noch ist medienvielfallt gegeben .Noch werden in den vielfältig verfügbaren Medien gravierend unterschiedliche gesellschaftspolitische Positionen vertreten. Für mich gibt es insofern keine Problematik, die nicht "seit alters her" der Welt der Medien immanent ist und die sich m.E. auch nicht in jüngster Zeit besorgniserregend verändert hat.

    Zusammengefaßt:

    DIE BILD -nebst BILD. online- geht auf die Interessen "ihres Publikums" ein und versucht "Meinung zu machen"….
    Die WELT geht…..
    Die FAZ geht…
    Die SZ geht…
    Die TAZ geht…
    Die ZEIT geht…
    Der Spiegel geht….

    und, und, und…..
    Die unterschiedlichsten Interesse des Publikums werden bedient. Unterschiedliche gesellschaftspolitische Meinungen werden "bedient" und dann und wann "befeuert".
    Insofern teile ich die hier geäußerte grundsätzliche Besorgnis nicht, was nicht bedeutet, über sie nicht nachzudenken.
    Mine Sorgen mit Blick auf die Medien sind andere:
    a.)
    Informationen, Berichte, Kommentare zum lokalen Geschehen -da, so scheint mir- gibt es eine zunehmende und m.E. durchaus problematische "Unterversorgung" !
    b,)
    Information, Informationsmanipulation, vorsätzliche Falschinformation, Kommentierungen jenseits aller Fakten, oftmals jenseits eines Mindestmaßes von Anstand und Respekt gegenüber Andersdenkennden in des sozialen Medien, die ich mittlerweile die "a sozialen" nenne.

    Zu a.) und zu b.) gibt es bekanntlich zahlreiche Informationen, zahlreiche Kommentierungen, zahlreiche wissenschaftliche Gutachten , einen regelmäßigen Meinungsaustausch auch hier bei den Ruhrbaronen, der bei mir u.a. das kritische Hinterfragen der "Anonymität" der Kommentierenden einschließt:

    "Die meinungsstarke Persönlichkeit" – um Meinungsbildung bemüht -, die sich versteckt, die jedoch zugleich den "offenen Diskurs" einfordert, die sich gelegentlich sogar darüber echauffiert, daß "die " Islamistin ihr Gesicht verdeckt und sich so vorgeblich einer offenen Kommunikation mit entzieht.
    An diesem Zustand in der medialen Welt der sog. sozialen Netzen kann ich nichts ändern.
    Nur, so scheint mir, gibt es "gute Gründe" sich mit ihm noch mehr als bisher kritisch zu befassen und weniger mit der Frage…sh.oben-., ob und wie die Medien den Interessen des Publikums….

  • #27
  • #28
    Helmut Junge

    Diese "soziale Gerechtigkeit" ist deswegen für "das" Publikum interessant, weil die SPD so lange benötigt hat, um auf diese Idee zu kommen. Ähnlich wieder Schulzhype dauert solche Aufregung nicht lange. Bis zur Europawahl ist sie sicher wieder verflogen. Die Medien beliefern nicht nur ein bestimmtes Klientel, sondern eigentlich alle, die es lesen oder sehen wollen. So viele Partei-Anhänger, daß ein Medium duerhaft darauf bauen könnte, gibt es gar nicht. Es muß einfach für ein gemischtes Publikum interessant sein.
    Wenn es aber nicht spannend ist, was die eine oder andere Partei gerade bringt, kommt von denen auch nicht viel über die Medien rüber. Das wurmt deren Parteigänger natürlich. Zur Zeit scheint das Nichtinteresse sowohl die FDP, als auch die Linke zu treffen. Auch wenn sich das später mal ändern wird, sind deren Anhänger wohl etwas enttäuscht. Tscha, so ist eben das politische Leben. Da müssen die politischen Anführer sich mal wieder was einfallen lassen, wenn sie wieder wahrgenommen werden wollen. Nur Minderheiten-oder nur Reichenpolitik reicht nicht mehr so recht. Zur Zeit wenigstens nicht.

  • #29
    Ke

    Meinungsmache?
    Bots aus USA?
    https://uebermedien.de/36090/haben-us-konzerne-mit-twitter-bots-die-eu-urheberrechtsdebatte-beeinflusst/

    Ein paar interessante Hintergrundinfos, wie man twitter Analysen hinterfragt.
    Hoffentlich haben die Abgeordneten das gelesen.

    Die Fake News zu Artikel 11 und 13 laufen weiter. Dabei ist es eigentlich zimlich eindeutig:
    Artikel 11 und 13 sind für die grossen Rechteinhaber. Sie werden das Fast-Monopol im Bereich der sozialen Netzwerke zementieren und deren Uploadfilter zum Zensur standard machen. Das wird in den Kurznachrichten auch meistens falsch dargestellt. Von der EU übrigens auch.
    https://www.watson.de/digital/eu/357407893-artikel-13-was-dachten-sich-die-eu-presseleute-bei-diesem-werbevideo

  • #30
    walter stach

    -27-
    Michael,
    meine Anmerkungen dienten nicht dem Ziel, das von Dir wahrgenommene und beschriebene Problem meinerseits als nicht existent zu erklären, sondern Faktoren, die mit Deiner Problematisierung zutun haben könnten, aufzuzeigen und sie in eine Diskussion einzubinden.

    Wenn ich abschließend andere mediale Probleme angesprochen haben -sh. b. und sh.c.- , dann deshalb, weil mich dieses ehe umtreiben als dias, was mit Deiner These formuliert ist.

    PS
    Michael,
    Leider, leider und erwartungsgemäß versuchen hier einschlägig bekannte Aktivisten ,Deine These für ihre Mär von der Lügenpresse zu mißbrauchen. Dazu gibt es von mir keinen Kommentar, weil meinerseits "in der Sache" nicht kommentierungsfähig -wohl polemisierungsgeeignet.

  • #31
    walter stach

    Ke
    zur Urheberrechtsreform und zur medialen Steuerung/Beeinflussung der einschlägigen Debatte und damit letztendlich der politischen Entscheidung:

    Sh.. Kolumne von Sascha Lobo bei SPIEGEL online:
    SPD und Urheberrechtsreform. Die Alles-Mit-.Machpartei.

    Leider, leider "muß" ich , da ich argumentativ nichts Gegenteiliges vorbringen kann, der Auffassung von Sascha Lobo und damit seiner "harschen Kritik" an der SPD -an einigen Akteuren an der Spitze der Partei- zustimmen.

    Michael,
    wenn ich an die "jungen Menschen" denke, jedenfalls an die wesentlich jüngeren als ich, und diese als Publikum definiere, dann kann die aus meiner Sicht relativ zurückhaltende Berichterstattung/Kommentierung der Problematik "Urheberrechtsgesetz" durch die Medien Deine These unterstützen, nach der die Interesse des Publikums -hier das der "jungen Menschen" nicht, nicht hinreichend medial bedacht bzw. beachtet wird.

    Michael,
    und wenn ich an meine SPD denke, dann scheint sie dieserhalb noch mehr als die Medien dieses Publikumsinteresse, besser wohl, dieses Wählerinteressen, nicht hinreichend zu beachten und zu bedenken.

    Michael,
    wenn ich in den letzten Tagen die mediale Aufmerksamkeit, ja das mediale Getöse um diverse Karnevalsreden zu registrieren hatte -und teilweise noch habe-, frage ich mich, ob die Medien damit einem Publikumsinteresse gerecht zu werden versuchen -versuchen müssen? Das gilt für das Ob und das Wie des "medialen Getöses". Dieses Beispiel könnte dazu beitragen, das sog. "Publikumsinteresse" -sein Zustandekommen, seine mediale Beförderung/Befeuerung- mehr als bisher geschehen -jedenfalls hier bei den Ruhrbarone- kritisch zu hinterfragen; keine diesbezügliche "Publikumsbeschimpfung"!!!!

  • #32
    Wolfram Obermanns

    Meine Wahrnehmung ist eine etwas andere.
    Die Blätter sehen sich eher und mehr und mehr als Livestyleprodukt und weniger als Nachrichtenquelle im Sinne der Übermittlung harter Fakten. Viele hier werden sich an die Eröffnungskampagne des Focus erinnern, der schon damals (1993) ein Publikum, daß diese Einschätzung teilte, werbemäßig abzuholen versuchte.
    Ein Style muß nicht konsequent sein, man kann hunderte Euro für einen abgefuckten Look ausgeben, für gute Luft sein und trotzdem Pickup fahren, für Inklusion sein und das eigene Kind zur Privatschule schicken, sich vor Datenkraken fürchten und dennoch Google-Chrome nutzen etc. pp.
    Der Lifestyle-Leser ist ein Konsument, der sich über seinen Konsum definiert, also für anzeigenfinanzierte Blätter ideal.
    Das hat was von David Mitchells vorletzter Episode, Sonmis Oratio, im "Cloud Atlas".

  • #33
    ke

    @31 W Stach:
    Die SPD hat einige Politiker, die leidenschaftlich gegen den Artikel 13 kämpfen. Leider trifft das nicht für alle Politiker der Partei zu. Insbesondere die Justiz-Ministerin zeigt sich hier unwählbar. Sie scheint ihr Haus nicht zu führen und agiert mit absurden Pizza-Vergleichen.
    Wie kann eine SPD-Justizministerin , die ein Veto Recht haben müsste, diesem schlechten Gesetz, das eine Zensur durch große internationale Privat-Unternehmen impliziert, zustimmen?
    Es gibt auch keine andere Gründe, die diesem massiven Eingriff rechtfertigen, und das Leistungsschutzrecht ist auch insbesondere für die kleinen Kreativen eine Katastrophe. Dann wird die junge Generation komplett ignoriert.
    Was wäre das für ein Thema, um eine moderne und soziale SPD zu präsentieren, die die Kreativ-/Digitalwirtschaft in der Breite und nicht bei den Großunternehmen unterstützt. Frau Barley fehlt es an vielen Dingen (siehe auch Whistleblower-Regelungen), und Nahles kann nur 50er Jahre Lagerwahlkampf. Wieder eine Chance nicht genutzt.

    Die CDU ist weitgehend komplett nur noch auf Machterhalt programmiert. Insbesondere junge Demonstranten werden als Bot bezeichnet. Die Ausführungen zeigen, dass ein Großteil der Parlamentarier keine Ahnung hat oder bewusst falsche Informationen liefert. Dank der gestrigen Proteste gab es eine Öffentlichkeit und zumindest Webers schäbige Taktik mit der vorgezogenen Abstimmung hat nicht gezündet.
    Wie soll so ein Politiker glaubhaft ein demokratisches Europa repräsentieren? Die Macht geht vom Volk aus und nicht vom CSU/CDU Elfenbeinturm mit Lobbyunterstützung.

    Aber auch FDP und Grüne haben es bisher nicht geschafft, ihre Parlamentarier komplett für die Freiheit und Wirtschaft einzunorden. Insbesondere Herr Lindner wird mal wieder nicht konkret.

    "Die Partei" und die Piraten haben hier ein Thema gefunden.

    Fazit:
    Was für eine Katastrophe für unsere Meinungsfreiheit und Digital-/Kreativ-Wirtschaft!
    Leider kann man aber keine Abgeordneten direkt wählen. Man muss nehmen, was die Kader-Schmieden erzeugt haben.
    Diese EU braucht keiner.

    Die SPD macht insgesamt noch einen besseren Eindruck als die meisten anderen Parteien, abgesehen vom Spitzenpersonal.
    Tiemo Wölken mit seiner emotionalen Rede in einem LEEREN Saal ist für mich das politische Hoffnungszeichen der letzten Zeit, auch wenn ich nicht alle Aussagen komplett so sehe wie er. Ich finde es noch schlimmer. Aber auch er kannte ja den finalen Text nicht. Was sind das nur für Zustände?

  • #34
    walter stach

    Wolfram Obermanns,
    Livestylprodukt….., weil das "das Publikum" so will? Dann wäre die These von Michael Westerhoff widerlegt oder?
    Mir scheint, dass Ihre Aussage nicht auf "das" Publikum allgemein bezogen werden kann.

    Damit wäre ein weitere Anlass, gegeben, dem vom Michael Westerhoff verwandten Begriff " das Publikum" kritisch zu hinterfragen.

    Helmut Junge,
    da die Interessen der Menschen in der Gesellschaft sich nach meiner Wahrnehmung nicht nur in zunehmenden und sich verschärfenden Gegensätzlichkeiten offenbaren,

    ja in zunehmenden verbalen Gehässigkeiten bis hin zur Gewaltanwendung gegen Personen und Sachen u.a. dann, wenn es um die Forderung nach staatlicher Hilfe für Menschen in den sog. sozial-schwachen und sog. bildungsfernen Schichten geht, wenn es um Steuerhöhungen/Steuersenkungen geht, wenn es um " Mehr- oder ein Weniger Europa " geht ,wenn es um Kriegswaffen-Exporte geht, wenn es um….

    sondern zugleich das zu verschwinden scheint, was jenseits aller unterschiedlichen Interessen die gemeinsame Basis gesellschaftlicher Gruppierungen/gesellschaftlicher Schichten war -die soziale Herkunft, die familiäre Bindung, der lebenslang gemeinsame Arbeitsplatz und dessen "Vererbung" an die Nachkommen, das Familienunternehmen, gewerkschaftliche Solidarität, die Zugehörigkeit zu einer kirchlichen Gemeinschaft, das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Nachbarn, im Verein, in…..

    sich also "das Ambivalente des Menschen als Individuum" sich mehr und mehr auch in seinem Zustand als "Gemeinschaftswesen" offenbart,

    ist es "nicht mehr so einfach",

    "das Publikumsinteresse" zu erkennen, zu definieren oder gar zu lenken/zu steuern -selbst nicht mehr das Interesse einer für die Medienmacher "relevanten Größe ";

    "das Wählerinteresse" zu erkennen, zu definieren, zu lenken/zu steuern -selbst nicht mehr das das Interesse einer für die Parteien "relevanten Größe";

    Helmut Junge,
    für meine Annahme spricht, daß a.) weltweit "die" Medienvielfalt gefährdet ist und b.) daß
    europaweit die sog. Parteienzersplitterung weit fortgeschritten ist und zugleich die Neubildung von Parteien und Bewegungen immer rascher vonstatten geht mit -zumindest kurzfristig- relativ hohen Zustimmungswerten für Neugründungen

    und das Alles, so scheint mir, macht es eben auch "meiner SPD" sehr, sehr schwer , "einen sozialdemokratischen Markenkern" zu finden, zu definieren und damit kompatibel konkrete politische Ziele festzulegen, die über einen längeren Zeitraum den Interessen eines relevanten Teils der Wählerschaft entsprechen könnten – dauerhaft von 2o% plus X der Wählerschaft?

    Helmut Junge,
    als "alter Sozialdemokrat", der in den 8o% Jahren maßgeblich mitgeholfen hat, daß u.a. in der "bürgerlich geprägten Stadt Waltrop" die SPD mehrfach die absolute Mehrheit bei den Wahlen des Rates gewinnen konnte, kann ich den jetzt vor Ort -und im Lande, im Bund- verantwortlichen Führungskräften keine "grundsätzlichen Fehleistungen" vorhalten, denn "zu meiner Zeit" ließen sich noch relativ leicht politische Interessen ausmachen und politische Ziele definieren, die nicht nur relativ einfach und überzeugend sozialdemokratisch genannt werden konnten, sondern mehrheitsfähig in der Bürgerschaft waren. Und das ließe sich mit und über die Medien relativ problemlos dem Bürgern (dem Publikum/dem Wähler) vermitteln.

    Wenn "die " Verhältnisse noch so einfach wären, wenn das Publikums-, das Wählerinteressen noch so einfach zu erkennen wäre, wenn die Medien noch relativ klar und eindeutig politisch positioniert wären, wenn…..
    dann…
    Aber "so einfach" ist es nicht mehr -weder bezüglich "der" Interessenslage des Individuums noch bezüglich "der" Interessenslage relativ großer und relativ stabiler Schichten der Bevölkerung noch mit der Übersichtlichkeit des "Großen und des Ganzen" in der Welt (hier die Guten (im sog. Westen), da die Bösen (in der UDSSR nebst Verbündeten), hier die wohlhabende "heimische Bevölkerung" in den westlichen Ländern , dort die "weitentfernten" Armen in der damals sog. 3.Welt.

    Also,
    Helmut Junge,
    Zustimmung :" Nur Minderheiten- oder nur Reichenpolitik reichen nicht mehr".
    .
    Welche Politik, die sozialdemokratisch genannt werden könnte, würde denn reichen für….?
    Z.B. reichen für eine Wählerzustimmung von 20 % plus X?

    Oder, um die Kommentarüberschrift von Michael Westerhoff als Frage und abgewandelt aufzugreifen:

    Interessiert sich die SPD derzeit für Vieles -nur leider nicht für ihre Wählerschaft?

    Ich habe versucht zu umschreiben, daß es nicht nur problematisch zu sein scheint, , d a s Interesse des Publikums bezogen auf die Medien so zu ermitteln, so herauszuarbeiten, so zu definieren, daß sich darauf gestützt die finanzielle Überlebensfähigkeit einer vielfältigen Medienlandschaft sichern ließe, sondern daß es eben auch problematisch und eben nicht einfach ist, das Interesse eines relevanten Teiles des Publikums, hier der Wählerschaft, zu erkennen, zu definieren und entsprechende politische Ziele so zu formulieren, daß so relativ langfristig und relativ konstant mit der Zustimmung von 2o % plus X durch die Wählerschaft zu Gunsten der SPD gerechnet werden könnte.

    Ich jedenfalls bin nicht in der Lage, über eine Medienkritik -sh. Interessen des Publikums- zugleich den Medienmachern gegenüber Ideen, Anregungen, Vorschläge zu machen, wie diese dauerhaft die m.E. noch existente vielfältige Medienlandschaft erhalten könnten (Anerkennung ihrer Gemeinnützigkeit, Ausbau ihres Digital-Geschäftes (sh.Erfolge der New-York-Times ??) noch bin ich in der Lage, "meiner SPD" zu sagen, wie es diese am besten, am ehesten schaffen könnte, wieder zu einer 20 % plus X Partei zu werden .

    Ich neige zu der Annahme, daß der Versuch der SPD, Hartz IV "zu beerdigen", eine Mindestgrundrente zu sichern, wenn…, den Mindestlohn zu erhöhen, konsequenter und massiver als derzeit den sog. sozialen Wohnungsbau zu fördern, die sog. Erbschaftssteuer die Einkommenssteuer für "Höchsteinkommen" anzuheben, die Vermögenssteuer wieder zu beleben, den kostenlosen Besuch der Kindergärten, der Schulen, der Hochschulen durchzusetzen dazu führen könnte, , daß damit aus der Sicht der Wählerschaft ( 2o % plus X ?) ihren Interessen gedient werden würde.

  • #35
    walter stach

    Ke
    Ja, ich verstehe die die die derzeitige politische Position der Bundesregierung, denn um die geht es letztendlich und , nicht nur um den Willen der SPD oder um den der Jusitzministerin. Gibt es denn "die" Position der Bundesregierung oder nur die einzelner Minister? Was ist mit der Richtlinienkompetenz der Kanzlerin in dieser offenkundig für "die Zukunft des Landes" belangreiche Frage?

    Ke
    Kann es sein, daß dieses mich irritierende Verhalten der Kanzlerin, der Bundesregierung, und selbstverständlich auch das meiner SPD damit zu tun hat, daß die Medien diese Thematik, diese Problematik noch nicht so vehement und vor allem so publikums-/wählerwirksam aufgegriffen und aufbereitet hat, daß sich "die" Politik so verhalten kann wie sich derzeit verhält?

  • #36
    Ke

    @35
    Ja, die Medien kommen erst langsam in Fahrt.
    Ard und wdr haben intensiv über die Demos berichtet.

    Herr Weber , Frau Barley etc kommen in den grossen Medien eher positiv rüber.
    Aber die grossen Verlage sind auch die Hauptlobbyisten. Sie wollen kleine Konkurrenz verschwinden lassen. Die Strategien sind offensicntlich.

    In twitter ist #luegenmanni weit vorne, andere engagierte Bürger haben im Internet hohe Aufrufzahlen.

    Die Strategien werden in den o.g. Links dargelegt.

    Das Thema ist techniklastig und hat keine Chance neben einer Schildkröte mit Plastiktüte.
    Aber so langsam wird das Thema sichtbar. Deshalb wollten die Konservativen die Abstimmung vor den Demos durchziehen. Diese Sachen klingen alle wenig demokratiefördernd.

    Die Live Übertraging eines Rechtsanwalts für Medienrecht hat 8000 Live Zuschauer. Da kommt so manches Fussballspiel nicht mit. Aktuell hat er 400.000 Abonnenten.

    Das ist eine andere Welt. Die traditionellen Medien verabschieden sich.

    https://youtu.be/1VxY2zm7dPs

  • #37
    Thorsten Stumm

    @Walter Stach
    Die eigentliche Position der SPD zu dem Uploadfiltern und dem eigentlichen Problem eines funktionierenden Urheberrechtes ist sozialdemokratisch im besten Sinne. Pragmatisch, ausgewogen und liberal. Warum sich die Führung der SPD so vorführen lässt, einen Bruch des Koalitionsvertrages unwidersprochen lässt und die Generation Facebook, Instagram obne Not so gegen sich aufbringt ist mit rätselhaft….

  • #38
    ke

    @35 W Stach
    Es gibt wohl im Hintergrund massiven Lobbyismus. Insbesondere die richte Berichterstattung in den Blättern und Sendungen ist natürlich für die Politiker sehr wichtig.

    Bei der Regierung und insbesondere bei vielen POlitikern ist es sicherlich auch die Arroganz der Macht.
    Das wird mit Aussagen wie "Bots", "Mob" bzgl. junger Demonstranten ziemlich deutlich.
    Der leere Saal während der Rede von Herrn Wölken zeigt auch Interesse am Thema und Herr Juncker hat sich ja auch schon mal mit "Das EU-Parlament ist lächerlich" geäußert.
    https://www.youtube.com/watch?v=Fi2mgWa__pU

    Dann haben sich sicherlich auch einige verrannt und das Thema nebenbei behandelt. Da ist eine Umkehr schwierig. Die EU-Parlamentsplätze in D gibt es dann nur über die Liste, d.h. man muss machen, was die Partei will und auch potenzielle Machtzentren bedingungslos unterstützen (z.B. Kommissionspräsident).

    Herr Schulz hat bspw. auch eine Historie bei den Lux-Leaks.

  • #39
    Helmut Junge

    Ich kenne einzelne Liberale. Oft, nicht immer habe ich von diesen persönlich eigentlich sehr netten Menschen, ihr politisches Denken kennenlernen dürfen. Den Autor Michael Westerhoff verorte ich auch in diese Welt.
    Mindestens geistige Nähe ist es aber auf jeden Fall. Auf FB sind wir zwar befreundet aber ich teile seine Meinung nicht.
    So wie ich ihn verstehe, ist er sauer darüber, daß eine Putzfrau zur Zeit medial besser rüber kommt, als der Parteivorsitzende der FDP. Darauf bezog sich mein Kommentar28.
    Mir selber hat diese Putzfrau insofern gut gefallen, weil sie etwas nachgerechnet hat, und bei ihrer Rechnung kam heraus, daß die Grundrente nur 40 Euro über den derzeitigen Hartz4-Satz liegt, und dann sagte sie, daß sie keinen "Respekt" wolle, sondern eine Rente, von der sie leben könne.
    Ja tatsächlich, dieser Gedanke hat mir gefallen. Denn das weiß ja niemand, daß diese erdachte Grundrente, so gründlich gar nicht ist. Wenn ich Michael Westerhoff folge, interessiert das lt. Einschaltquote kaum jemanden. Mich aber schon, und ich bin ja auch nicht ganz zufällig Ruhrbaroneleser, trotzdem sozial denkender, wenn auch parteiloser Linker, und ich antworte ihm unter meinem Blickwinkel. Damit muß er leben.

  • #40
    abraxasrgb

    #neuland
    Noch irgendwelche Fragen?

    Nachlallen(sic!) aus der Echokammer des Bionade-Biedermeiers? 😉

    Norbert Bolz schrieb schon vor Jahrzehnten vom Ende der Gutenberg Galaxis *schulterzuck*

  • #41
    paule t.

    @ #16 Stefan Laurin, Zitat:
    "@paule t.: Wer Menschen erziehen will, sollte Pädagoge und nicht Journalist werden."
    sowie
    @ #18, Autor:
    "@paule t. Ganz Stefans Meinung. Ich bin kein Erzieher. Medien, die Menschen erziehen wollen, zum Beispiel zum guten Sozialisten, hatten wir ausreichend in diesem Land. "

    Ist ja hochinteressant. Nur schrieb ich nicht von Erziehung, auch nicht etwas irgendwie dahin Intepretierbares der Art, Medien sollten bei ihren Konsumenten bestimmte Verhaltensänderungen erzielen o.dgl.

    Positiv schrieb ich dagegen einfach davon, "Trends in größere Zusammenhänge [zu] stellen (wie eben Verkehr zu Umwelt), Hintergründe und Probleme auf[zu]zeigen, über Alternativen [zu] berichten". Das ist gewiss keine "Erziehung", sondern normale journalistische Tätigkeit.

    Das grenzte ich negativ davon ab, lediglich "die unreflektierten Meinungen, Vorlieben und Ressentiments, die "die Leute" eh schon haben, einfach genauso unreflektiert zu spiegeln und zu verstärken". Gut, wenn es für Sie schon "Erziehung" ist, dem Publikum nicht einfach nach dem Mund zu reden, können Sie das natürlich so sehen. Halte ich aber für Quatsch, denn es handelt sich ja immer noch um erwachsene Menschen, die selbst entscheiden können, was sie mit den – möglicherweise zT unbequemen – Informationen dann machen.

    Ich selbst würde es ganz im Gegenteil für eine Infantilisierung des Publikums halten, ihm nur genau das zu geben, was es hören will, und unbequeme Zusammenhänge wegzulassen.

    ——————————————–

    nochmal @ #18, Autor:
    "Natürlich bin ich dafür, auch bei SUVs, Zusammenhänge aufzuzeigen. "

    Wenn das so ist, verstehe ich nicht, was das Problem sein soll, das Sie in ihrem Artikel schildern wollen.

    Ja, klar, die ach so schlimme "Erziehung". Ist nur, s.o., Quatsch. Sondern schlicht die Modebeschimpfung für alles, was irgendwie Richtung "Vielleicht sollte man auch über Ökologie nachdenken" geht und nicht auch in Werbebroschüren der jewiligen Witrtschaftszweige stehen könnte.

  • #42
    puck

    Dass das Thema soziale Gerechtigkeit für weite Kreise der Bevölkerung nicht interessant ist, kann man nicht sagen, falls nicht alle regelmäßig durchgeführten Umfragen darüber, was die Menschen in D so umtreibt, gefälscht sind, interessiert sich eine Mehrheit durchaus dafür, ob sie z. B. später mit ihrer Rente auskommen werden und ob das evtl. etwas mit der Lohnentwicklung zu tun hat (Jedenfalls mehr als die „Migrationsfrage“, die von den Medien in den letzten 2 Jahren überaus ausführlich behandelt wurde. Insofern liegt der Artikel nicht ganz daneben).
    Es mag ja sein, dass es derzeit so viele versicherungspflichtig Beschäftigte gibt wie nie zuvor, allerdings viele davon zu einem erst kürzlich eingeführten Mindestlohn, der nicht wirklich zum Leben reicht, wenn er denn überhaupt tatsächlich überall gezahlt wird, was noch nicht so ganz raus ist.
    Der Topos „rumjammern über nix“, der in dem Artikel zumindest zwischen den Zeilen anklingt, ist also nicht so ganz stimmig.
    Dass die Zuschauerquote für die letzte Talkshow von Anne Will nicht so richtig aus dem Quark gekommen ist könnte vor allem daran liegen, dass sich die Zuschauer allmählich daran gewöhnt haben, dass das Thema soziale Gerechtigkeit in den Medien seit Jahren so verhandelt wird wie das Thema Farbe bei Blinden, was vermutlich daran liegt, dass kaum einer der Medienschaffenden selbst aus sogenannten „prekären Verhältnissen“ stammt. Dadurch bedingt wurde das „Prekariat“ vorwiegend als Restmasse wahrgenommen, von der man sich erstens absetzen muss, um sich nicht der Angst stellen zu müssen, womöglich selbst mal dazu zu gehören, seit Einführung von Hartz IV geht das ja ruckzuck, und die zweitens dringend belehrt !!! werden muss. So kam es auch in den Programmen der Öffentlich Rechtlichen zu unsäglichen Formaten, in denen unter dem Label „Schuldnerberatung“ vorgeführt wurde, wofür die „dumme, ungebildete Plebs“ so ihr Geld zum Fenster rauswirft, und unter „Ernährungsberatung“ wie sie ihre Gesundheit gefährdet (und womöglich unser aller Portemonnaie durch Belastung der Krankenkasse!).
    Der Vorwurf, die Medien würden das Geschäft der SPD betreiben, ist insofern richtig, schließlich war es doch die SPD, die die Agenda 2010 erfunden hat und damit die Spaltung der Gesellschaft in einem Maß voran getrieben hat, die noch nicht einmal 16 Jahre „geistig-moralische-Wende“ vermocht hatten.
    Sollte tatsächlich jetzt ein Umschwung stattgefunden haben – was ich stark bezweifle – wurde es mal langsam Zeit.
    Die kommerziellen Medien bedienen nämlich längst den Zuschauergeschmack bis zum Erbrechen und die Öffentlich Rechtlichen, deren Auftrag eben nicht Bedienung des Zuschauergelüsts sondern Information ist, sind inzwischen nicht allzu weit davon entfernt.

    Und nur nebenbei: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war der Star der letzten Talkshow von Anne Will nicht ein Hipster aus Berlin-Mitte sondern eine Putzfrau, die tapfer ein bisschen Erdhaftung in die üblicherweise etwas wolkige Diskussion gebracht hat.

    Das ist natürlich ein bisschen peinlich für jemanden, der am Thema soziale Gerechtigkeit nicht so richtig interessiert ist aber zu feige für ehrlichen Snobismus und deshalb den Publikumsgeschmack vorschiebt – was immer das sein mag.

  • #43
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    @paule t, @puck

    Hier liegt ein Missverständnis vor: Ich bin weder gegen kritische Berichterstattung über SUVs noch gegen Talkshows über Soziale Gerechtigkeit. Da geht nur um die Gewichtung und darum, dass Journalismus mehr den Herrschenden als dem Publikum nachläuft.

    Zu SUVs: Meine These ist: Wenn es um SUVs in Massenmedien geht, wird das Thema zwangsläufig mit Umwelt verknüpft. Ein Service-Journalismus, der Modell vorstellt und natürlich kritisch betrachtet und vergleicht, existiert faktisch nur in Autozeitungen.

    Zur sozialen Gerechtigkeit: Wir spielen das Spiel der Politik mit, uns dieses Thema von ihr aufs Auge drücken zu lassen. Und zwar in der Art und Weise wie Politik es diskutiert. Mit staatlichen Eingriffen. Dabei gäbe es auch eine andere Möglichkeit, dass Menschen am Ende des Monats mehr Geld haben und vielleicht sogar fürs Alter vorsorgen könnten: Steuern runter! Der Staat hat letztendlich zwei Optionen. Die für die Politik gemütliche: Umverteilung oder die ungemütliche: Geld nicht aus dem Fenster werfen, sondern den Bürgern zurück geben.

    Und da würde ich vom Journalismus verlangen, dass er mal eigene Themen setzt statt der Politik hinterherzulaufen. Warum gab es keine Sendung mit dem Titel: „Mehr Wohlstand für alle! Steuern runter?“

    Deutschland hat im europäischen Vergleich hohen Einkommenssteuer. Und wenn heute über Vermögens- oder Erbschaftsteuer diskutiert wird, wird immer angeführt, dass die in anderen Ländern viel höher ist. Stimmt. Aber die Einkommensteuer ist in den Ländern niedriger. Wir lassen uns die Vermögenssteuer-Diskussion von der Politik gern aufdrängen, ohne aber die Unterschiede bei der Einkommenssteuer aufzuzeigen.

  • #44
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Und noch kurz zu den Uploadfiltern: Gibt es da wirklich einen breiten Widerstand der Kreativwirtschaft? Also ich kenne nur Kreative, die sehr dankbar sind, wenn ihre Werke besser geschützt sind.

  • #45
    Thorsten Stumm

    @Michael Westerhoff
    Interessante Analyse die ich mit Deiner zurecht deckt…auch wenn die Lilalaunebären das hier anders sehen…
    https://meedia.de/2019/03/07/zeitungen-in-der-krise-verlage-in-not-ralf-dieter-brunowsky-ueber-die-hausgemachte-pressedaemmerung/

  • #46
    ke

    @44 M Westerhoff:
    Kreativwirtschaft? Das sind natürlich viele Akteure aus den unterschiedlichsten Märkten mit sehr unterschiedlichen Interessen, je nach Position in der Wertschöpfungskette.

    Ich gehe davon aus, dass die großen bekannten Marken profitieren könnten, die kleinere würden im Netz verschwinden.

    Wie soll denn das besser aussehen? Und durch welche Regelung bzw. durch welches Szenario sollten insbesondere die Ersteller des Contents besser gestellt werden.

    Wenn ich Content Ersteller aus einer Nische ärgern will, brauche ich nur das Thema Verwertungsgesellschaft erwähnen :-).
    Sie werden also in den wahrscheinlich kommenden Szenarien nicht die Profiteure sein.

  • #47
    ke

    Hier ist eine Aussage zu dem Thema, das die mir bekannten Szenarien unterstützt, die eher die großen Verlage etc. als Profiteure sehen.

    https://youtu.be/Ay-DFGcPgNk?t=115

  • #48
    puck

    @Michael Westerhoff ‚#44
    Für mehr soziale Gerechtigkeit Steuern runter? Soll das ein Witz sein?

  • #49
    Wolfram Obermanns

    Walter Stach
    "Livestylprodukt….., weil das "das Publikum" so will? Dann wäre die These von Michael Westerhoff widerlegt oder?
    Mir scheint, dass Ihre Aussage nicht auf "das" Publikum allgemein bezogen werden kann.

    Damit wäre ein weitere Anlass, gegeben, dem vom Michael Westerhoff verwandten Begriff " das Publikum" kritisch zu hinterfragen."

    Kritischer sehe ich die Behauptung zu "den Medien". Was ein gebührenfinanziertes Medium, "das einfach da ist" (Netflix über den ÖR), oder ein werbefinanziertes, oder ein von Abonnements lebendes Medium publiziert, dürfte von der generierten Höhe der Einkünfte und der angenommen Erwartungshaltung der Zahlenden abhängen, insbesondere dann, wenn die Zahlmeister Alternativen haben.
    Die Gleichförmigkeit unserer Medien kann dann nicht überraschen. Eine Regierung, die es für ihre vornehmste Aufgabe hält, der Industrie die Auftragsbücher zu füllen und Zeitungen und Sender, die teure Reklame verkaufen wollen, konkurrieren um die selbe Kundschaft. Da kann dann auch unwidersprochen die Verschrottung neuer Autos gefordert werden, weil sich die Standards alle zwei Jahre ändern. Das erwünschte Wellnessfeeling wird in diesem Beispiel durch die widersinnige Behauptung, das ganze wäre auch noch irgendwie ökologisch und gegen die Industrie, als Konsument wäre man also umweltbewußt, kritisch und modisch immer up to date, gestillt.

    Unsere Ära wird (nicht nur) in Sachen Umweltschutz noch einmal als politisch grenzdebil und konsumfixiert rezipiert werden.

  • #50
    paule t.

    @#43 Autor, Zitat: "Meine These ist: Wenn es um SUVs in Massenmedien geht, wird das Thema zwangsläufig mit Umwelt verknüpft. Ein Service-Journalismus, der Modell vorstellt und natürlich kritisch betrachtet und vergleicht, existiert faktisch nur in Autozeitungen."

    Dass das zwangsläufig so ist, würde ich ohne eine genauere Betrachtung erst mal anzweifeln. Dass es sehr häufig so ist, mag sein – und wissen Sie was? Das ist gut und richtig so. Denn Treibstoffverbrauch und damit das Thema CO2-Ausstoß und folgend Klimawandel, ferner Ausstoß von Schadstoffen wie Feinstaub etc., Flächenverbrauch usw., also gleich mehrere wichtige Umweltthemen, sind nunmal Zusammenhänge, die das Thema Verkehr objektiv einfach hat. Und bei dessen problematischen Aspekten steht nun mal der motorisierte Individualverkehr obenan, und innerhalb dessen wiederum die SUVs. Über solche objektiv bestehenden Zusammenhänge auch regelmäßig zu berichten, ist kein Fehler, sondern Aufgabe von Journalismus.

    Dass Texte, die solche Zusammenhänge ausblenden, hauptsächlich in dem bedruckten Papier erscheinen, deren Geschäftsmodell genau das ist, finde ich dann recht logisch.

  • #51
    paule t.

    #48 puck, Zitat:
    "@Michael Westerhoff ‚#44
    Für mehr soziale Gerechtigkeit Steuern runter? Soll das ein Witz sein?"

    Ja wieso?
    Ein fiskalisch Begünstigter, der sowieso praktisch keine Steuern zahlt (also zB so ein Staatsfinanzierungsverweigerer und Minderleister mit einem Niedriglohn-Teilzeitjob), wird bei einer Steuersenkung natürlich nicht entlastet.
    Dagegen so eine von den Lasten des Staates zu Boden gedrückte arme Sau, deren hart erarbeitetes Einkommen durch den höchsten überhaupt vorgesehenen Steuersatz quasi aufgefressen wird, bekommt dann natürlich eine höhere Entlastung.

    Das ist doch gerecht! Oder leuchtet Ihnen das nicht ein?

  • #52
    Frank

    @ paule t.

    jetzt aber nicht ungerecht werden: irgendwer muss doch den SUV kaufen können, den Westerhoff bewerben will. Und das ist nunmal nicht der Hartz IV-Empfänger …

  • #53
    puck

    @ Paule T. # 48

    Ja… jetzt wo Sie es so auf den Punkt bringen, kapier ich das auch.

    Da muss man dann aber auch konsequent sein und nach der Sendung "Wohlstand für alle! Steuern runter?" im Anschluss noch ein Format "Aktien für alle, der Ratgeber für Supermarktkassiererinnen und Paketzusteller" hinterherschieben.
    Nicht dass der ganze plötzliche Geldsegen für ’ne Kinokarte ausgegeben wird.

  • #54
    Stefan Müller

    Was hat eine Faktennennung zu SUV mit Basching zu tun?
    SUV haben einen bequemeren Einstieg als andere PKW
    SUV bieten mehr Insassenschutz gegenüber kleineren Fahrzeugen (Knautschzonenparasit), den gleichen oder weniger Schutz bei gleichen Gegnern.
    SUV sind bei gleichen Nutzraum größer und schwerer als vergleichbare Fahrzeuge und verbrauchen mehr Kraftstoff bei schlechteren Fahrleistungen.
    SUV haben aufgrund des hohen Gewichts und der großen Räder lautere Abrollgeräusche.
    SUV haben aufgrund des hohen Gewichts einen längeren Bremsweg.
    SUV haben ein große Stirnfläche und eine hohe Motorhaube, die Kinder bei einem Aufprall nicht über diese abrollen lässt, sondern ein Front, die den Kinderkopf mit voller Wucht trifft, mehr schwere und tödliche Verletzungen.
    4 WD SUV könnten theoretisch auf Wegen fahren, die zu 99% für Privatfahrer gesperrt sind. Auf dem Rest der Straßen teilen Sie sich den Verkehrsraum mit 2WD Fahrzeugen.
    Einige SUV haben mehr Anhängelast als vergleichbare Limousinen. Kein SUV hat mehr Anhängelast als ein vergleichbarer Transporter, Pickup oder Geländewagen.
    Wenige SUV bieten auf Standardparkplätzen von 2,30 m x 5,00 m einen guten Komfort zum Einsteigen.
    Die meisten großen SUV sind breiter als 2,10 und dürfen damit in Autobahnbaustellen nur rechts fahren.

    Für den begrenzten Verkehrsraum und die damit verbundenen Eigenschaften in Bezug auf Ökonomie, Fußgängerschutz gibt es möglichweise Nachteile für die SUV.

  • #55
    abraxasrgb

    Klar Leute … wer damit glücklich wird bis zum 18. Juli des Jahres statistisch für Steuern aufzukommen (tax payer Day), also mehr als die Hälfte seiner Arbeitszeit (wenn man sein Einkommen auf Stundenlohnbasis berechnen möchte und nicht auf Wertschöpfung) für andere arbeitet und das gerecht und gut findet, mag weiter über Steuern schwafeln … Nettoprofiteure und Bruttozahler?

    Wie viele Linke zahlen eigentlich als Selbstständige / Freiberufler den Spitzensteuersatz? Ich habe keine Ahnung, aber ich vermute mal, die Minderheit 😉

    Schaffen wir doch mal die GEZ-Gebühren ab … als erste Maßnahme 😉 Ich kann gut & gerne darauf verzichten, etwas zwangsweise zu finanzieren, was ich nicht einmal freiwillig sehe, lese und höre … und das seit mehr als 20 Jahren!

  • #56
    Helmut Junge

    @abraxasrgb
    "Wie viele Linke zahlen eigentlich als Selbstständige / Freiberufler den Spitzensteuersatz? Ich habe keine Ahnung, aber ich vermute mal, die Minderheit "

    Die Frage hast du aber eindeutig falsch gestellt, und zwar voll an der Lebenswirklichkeit vorbei.
    Denn wer den Spitzensteuersatz zahlt, entscheidet sich praktisch nie dazu Linker zu werden. Warum auch?
    Das Gegenteil ist doch der Fall. Wer als Linker so weit gekommen ist, hat doch täglich mehr Angst davor, daß ihm die anderen Linken seinen schönen Reichtum übel, und evtl. sogar wegnehmen wollen. Und wieso soll der sich dauernd H4-Diskussionen anhören? Es sei denn er wäre Politiker und die Politik wäre seine Einkunftsquelle, also die Quelle seines Reichtums.
    Eine bessere Frage wäre, welcher Spitzensteuerzahler hat mal als Linker angefangen, oder war in jungen Jahren Linker.

  • #57
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Weil es in der Zusammenhang passt. Das Schlusswort hat Sigmar Gabriel in der Welt von heute:

    Der Streit über Kramp-Karrenbauers Bemerkung sei eine typische elitäre Debatte zwischen Politik und Medien, die weit entfernt von der Lebenswirklichkeit der normalen Menschen sei und damit zur Entfremdung zwischen Parteien und Wählern beitrage, sagte der Ex-Außenminister. „Wir müssen ein superglückliches Land sein, dass wir uns über so etwas aufregen.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article189966361/Sigmar-Gabriel-ueber-AKK-Frage-mich-ob-wir-vergessen-haben-was-Narrenfreiheit-heisst.html

  • #58
    walter stach

    "Dem Vernehmen nach "gibt es Einkommensmillionäre (ja sogar Milliardäre), die für Anhebung des Spitzensteuersatzes plädieren, zumindest für eine Anhebung auf des Spitzensteuersatz der Ära Kohl.
    (Auch SPD-Mitglieder? Weiß ich nicht.)

    "Dem Vernehmen nach" gibt es unterhalb dieser Einkommensbezieher zahlreiche Bürger, die im Verhältnis zum "Durchchnittsverdiener zwar deutliche höhere Einkommens-Steuern bezahlen, dies aber akzeptieren, ja sogar für "gerecht" halten.

    (Auch SPD-Mitglieder? Ja, zahlreiche.)

    Und" dem Vernehmen" nach soll zudem noch Menschen mit einem Durchschnittseinkommen geben, -auch in Deutschlandkommen – immer noch auch in Deutschland- für die es eine selbstverständliche staatsbürgerliche Pflicht ist, Steuern zu bezahlen. Dass gerade diese Menschen wütend sind, wenn ‚mal wieder einer der sog. . "Einkommensmiillionäre" bei einer Steuerhinterziehung erwischt wird, liegt nahe. Deshalb halte ich es nicht nur für eine Nebensächlichkeit, sondern für ein weiteres bedeutsames Vorhaben der SPD -hier seitens der Bundesjustizministerin angekündigt- die Fahndung nach Steuerhinterziehern organisatorisch neuzugestalten -effektiver, effizienter mit dem Ziel, noch mehr als bisher dieser Straftäter habhaft zu werden; endlich, sage ich,

    Bin ich konservativ, wenn ich (als Verfassungspatriot) das Zahlen von Steuern für eine selbstverständliche staatsbürgerliche Pflicht halte und das Hinterziehen von Steuern für ein schwerwiegendes Verbrechen?
    Wenn ja, dann bin ich insofern ein "überzeugter" Konservativer.

    Bin ich ein Sozialist, wenn ich
    angesichts der nachwievor existierende Chancenungleichheit in der Bildung , wenn ich angesichts der Zahl der im Niedriglohnsektor Beschäftigten ( unter den europäischen Ländern nehmen wir insofern einen "Spitzenplatz " ein, wenn ich angesichts der Minimalrenten vieler alleinstehender Frauen, wenn ich mit Blick auf zukünftiger Rentner, die trotz 35 jähriger beruflicher Tätigkeit keine Rente erwarten können, die zum Lebensunterhalt reicht, wenn ich mich
    ua. für eine Anhebung des Spitzensteuersatzes einsetze, wenn ich für die "Wiederbelebung" der Vermögenssteuer bin, wenn ich für eine Anpassung der Erbschaftssteuer an das Erbschaftssteuerrecht der USA plädiere?
    Wenn Ja, dann bin ich insofern ein überzeugter "Sozialist",

    Und wie bin ich gesellschaftspolitisch zu katalogisieren , wenn ich zudem für "Mehr-Steuern" plädiere, weil z.B. in vielen Kommunen in Deutschland die sog. Infrastruktur in einem "erbärmlichen Zustand" ist – die Kindergärten, die Schulen, die Hochschulen, die Straßen, die Brücken und dem nur abgeholfen werden kann, durch ein "Mehr" an Steuern und nicht durch ein "Weniger"?

    Für mich ist der "Aufschrei" in CDU/CSU/FDP gegen all das, was die SPD sich steuer-/sozialpolitisch vorgenommen hat nebst der medialen Begleitmusik in BILD/WET(FAZ- ein Anzeichen dafür, daß die SPD -endlich- wieder zu sich selbst zu finden scheint : "Sozial und demokratisch".

    Ob "der" Wähler das honorieren wird….mehr als 2o% Zustimmung auf Bundesebene?
    Weiß ich nicht.
    Ob "diese" SPD-Poltik, ob diese konkreten sozialdemokratischen Ziele "irgend wann "(?) realisiert werden könnten in einer GRÜN/RO/ROT -Koalition auf Bundesebene?
    Weiß ich nicht: Ich hoffe darauf.

    Michael Westerhoff,
    es war Karneval.
    Dass Kramp-Karrenbauer sich karnevalistisch betätigt hat, ist ihre Sache, Dass "man" sich danach politisch-medial mit Passagen aus ihrer sog. Büttenrede befaßt hat -positiv/negativ-, liegt angesichts ihrer politischen Position und vor allem angesichts ihrer politischen Ambitionen nahe.

    Bekanntlich gibt es nach jedem Karneval solche "Aufreger" -über Büttenreden, über "Darstellungen" auf diversen Wagen bei Karnevalsumzügen.

    Kommt "man" zu der Erkenntnis, daß das diesbezügliche "nachkarnevalistische Getöse" in diesem Jahr ungewöhnlich/ungewöhnlich laut und lang andauernd war , könnte man sich nach den Gründen dafür fragen. Könnte das "mediale Getöse" damit zu tun haben, daß " Medienmacher" meinten, so am besten das Publikumsinteresse befriedigen zu können , Könnte das "politische Getöse" damit zu tun haben, daß "Politik-Macher" meinten, so am besten öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen und möglicherweise ihr potentielle Klientel am besten befriedigen zu können?

    Und wenn Gabriel dazu in einem Artikel in der WELT seine Meinung äußern darf, dann ist das exakt die Bestätigung dafür, wie Politiker "jeden Sch…" aufgreifen, um an ihre "politische Existenz" zu erinnern und um zu versuchen, sich als "meinungstark", ja "meinungsbildend" zu präsentieren. Wenn ich mich recht erinnere, hat Herr Bosbach von der CDU sich vor einigen Tagen ähnlich geäußert wie Gabriel.
    Gabriel war und ist für mich jemand, der jede Gelegenheit nutzt, auch die billigsten Karnevalsscherze bzw. das entsprechende mediale Getöse darüber, um sich stets und überall öffentlich zu präsentieren – hier mit Verweis auf insofern "Seinesgleichen" -Narren unter sich-.

  • #59
    ke

    #58 W Stach:
    Natürlich ist Steuerzahlen eine Pflicht. Ich führe keinerlei Anstrengungen durch, meine Steuern zu senken. Investiert wird nach Sinn und nicht nach einem Abschreibungsmodell.

    Die Steuern sind hoch. Der Soli muss weg. Was soll der Quatsch.

    Neuer Steuersatz = Alter STeuersatz + Soli

    Dann müssen die Steuersätze der Inflation angepasst werden.
    Mehr Steuern? Nein. Wir geben genügend Geld für Gedöns aus. Wenn Erzieher Zeit für Indianer-Kostüme haben und Dortmunder Stadtangestellte sich mit der Sprache beschäftigen, zeigt das doch klar, dass Kapazitäten für Gedöns und Quatsch frei sind.

    Mütterrente für eine ältere Generation, die es nicht anders kannte, und eine Rente, die das lange Einzahlen bei Vollzeitarbeit anerkennt. Na klar. Dafür muss eine Gesellschaft Geld haben.

    Pensionen. Ja, die können in ein Standardrentensystem eingeführt werden.

    Ein paar manipulationssichere Kassen mit Onlineanschluss würden sicherlich auch bei vielen Bar-Geschäften helfen, Steuergerechtigkeit sicherzustellen.
    Dass die großen Internet-Konzerne kaum Steuern zahlen, ist natürlich überhaupt nicht nachvollziehbar.

    Wer mehr für die Allgemeinheit zahlen will, kann zielgenau spenden.

  • #60
    ke

    @57 M Westerhoff:
    Die wichtigen aktuellen Probleme sprechen doch die Jusos aus Osnabrück mit ihrem Tweet zu Indianer-Kostümen an:

    https://twitter.com/jusos_os/status/1104020703337160711

  • #61
    walter stach

    Ke
    Immer, wenn "allgemein "über die Höhe der Steuern" oder über die sog. Steuerquote oder über die "Anhebung/Senkung" eines bestimmten Steuersatzes diskutiert wird, muß sich "der" Staat -selbstverständlich – u.a. durch die Steuerzahler fragen lassen, a:) ob "seine Steuereinnahmen" durch ihn für "das Richtigel verwandt werden , b.) ob er immer "richtig" abwägt zwischen dem, was zwingend geboten ist und dem was weniger wichtiger sein könnte und der Staat muß sich c.) stets prüfen lassen, ob er die Steuermittel "effektiv und effizient" einsetzt, eingesetzt hat.

    Und bekanntlich gibt es stets unterschiedliche Meinungen über "das jeweils Richtige" oder darüber, ob im "Zweifelsfalle" der Abwägungsprozess zu einem akzeptablen Ergebnisse geführt hat-"Ausgaben für Gedöns? Finanzierung von Mehrausgaben "hier und heute" für den Militärhaushalt oder im sog. Sozialetat.
    Ke
    Darüber wird durch das Parlament entschieden ,und dessen Entscheidungen werden letztendlich durch "uns" Wähler sanktioniert oder eben nicht sanktioniert. Das ist zu akzeptieren, jedenfalls durch alle, die kein anderes System als das den demokratischen Rechtstaates und das System der repräsentativen (Parteien-) Demokratie wollen.
    Ke
    und wir beide sind so frei, dieserhalb unterschiedliche Meinungen haben,vertreten und für sie streiten zu können, um uns letztendlich bei der Wahl für die u. a. in diesen Fragen uns am ehesten überzeugende Partei zu entscheiden. "Gut so", was einschließt, die Meinung des Gegenüber zu respektieren.

    PS
    1,
    Der Inhalt des letzten Satzes Ihres Beitrages wäre einer besonderen Diskussion wert, die ich erweitern würde um "stiften", also…."spenden und stiften".
    Der "Vater" einer nicht unbedeutenden deutschen Stiftung -Mohn /Bertelsmann- hat mir ‚mal im Gespräch gesagt:

    " Statt "übermäßig Steuern zu bezahlen, stecke lieber "meine Millionen" in eine Stiftung, um so zur Lösung gesellschaftlich relevanter Probleme beizutragen, denn dann entscheide ich selbst und keine staatliche Behörde über das was relevant ist , über die jeweilige Höhe des Förderbeitrages ,über die Organisation der Projektgestaltung, dessen Abwicklung und kann zudem jederzeit eigenständig kontrollieren, ob das Wirkungsziel erreicht werden kann oder letztendlich – politikunabhängig- feststellen, ob das Wirkungsziel erreicht oder verfehlt wurde und warum das so ist. "

    Diese Auffassung , die sich ja ähnlich Ihrer Aussage im letzten Satz unter- 59- entnehmen läßt, hat es " in sich", wenn über sie unter demokratiespezifischen Aspekten nachgedacht wird.

    2.
    Aber……
    hier geht es ja "eigentlich" nicht um Finanz-/Steuerpolitik, auch nicht um ein Pro-/Contra gesellschaftlich relevanter Stiftungen, auch nicht um Karnevalistisches, sondern darum, ob und inwieweit "die " Medien…….
    3.
    Denkbar, daß es dieser Diskussion hätte dienlich sein können, wenn von Anfang an festgestellt und mehr als geschehen betont worden wäre, daß es " d i e " Medien nicht gibt, sondern ……mit der Folge , daß……..

    4.
    Gabriel und Frau Krampf-Karrenbauer ( Namensgebung in der heutigen TAZ.):
    "ein Traumpaar" -im Karneval und darüber hinaus!!!

  • #62
    ke

    #61.1 W Stach
    Ja, der Satz hat es in sich.
    Wenn ständig Steuern optimiert und im Extremfall sogar hinterzogen werden, ist es für mich ein Skandal, dass sich solche Menschen noch als Wohltäter für die Öffentlichkeit feiern lassen.
    Es ist Aufgabe des Staates und der gewählten Vertreter zu bestimmen, wie er sich finanziert und welche Prioritäten er setzt. Ein Steuerhinterzieher und Vermeider setzt sich über dieses Grundprinzip hinweg.

    Irgenwie fällt mir jetzt ein Fußballpräsident ein. Ebenso muss ich an die großen Internet Milliardäre denken. Aber vermutlich fängt es beim lokalen Unternehmer mit Bargeschäften an, der dann den lokalen Sportverein etc. unterstützt.

  • #63
    Helmut Junge

    @ke (60), an diesem Beispiel mit den Juso Osnabrück läßt sich gut erkennen, worum es geht.
    1. Diese Jusos kennen einen Indianer, der sich mit Foto vorstellt. Und diese Einzelperson hat etwas dagegen, wenn Europäer sich als Indianer verkleiden. Einer spricht für alle. Keine Abstimmung, keine Umfrage, kein demokratisches Element. Von 500 Nationen einer.
    Und dann kommt der eigentliche Hammer. Der Jusovorstand Osnabrück entscheidet dann, daß er, wenn er diesen Einen kennt tatsächlich auch Alle kennt, und wir Europäer allesamt Rassisten sind, wenn wir nicht so handeln, wie es der Große Weiße Bruder in seinem weisen Kopf beschlossen hat
    Übrigens ist auch hier kein demokratisches Element zu sehen.
    Daß weiße Europäer sich anmaßen verbindlich für alle Indianervölker zu entscheiden hat bekanntlich eine unselige Tradition. Und ohne es auch nur andeutungsweise zu spüren, beschreiten diese Jusos diesen furchtbaren traditionellen Weg der Unterdrücker. Um so zu denken, daß es erlaubt sei, sich zum Fürsprecher zu erklären, benötigt es eine Form von Arroganz, die durch kein einschneidendes Ereignis jemals erschüttert wurde. Nichts hat sich geändert in den letzten 150 Jahren. Der Große Weiße Bruder ist immer noch da.

  • #64
    ke

    @63 H Junge
    Das eigentlich schlimme ist, dass sie nicht merken wie absurd ihr Text ist. Aber der krasseste Gedanke scheint insbesondere bei den Jugendorganisationen und Außen-Parteien zu gewinnen.

    Zumindest sind sie jetzt in der Presse.

    Natürlich haben auch andere eine Deutungshoheit auf jede Art von Geschichte.
    Deutsche Geschichte kann und muss auch von anderen betrachtet und bewertet werden.

  • #65
    walter stach

    Ke
    "Freut mich", daß Ihre obige Krtiik sich nicht "einseitig" an die JUSOS in Osnabrück wendet, sondern generell an die "Jugendorganisationen" von Parteien!

    Zur Sache selbst:
    Je mehr es "den" Frauen gelungen ist, das Thema "gendergerechte Sprache" als ein Aspekt ihres Kampfes um Gleichberechtigung mit den Männern in allen Bereichen Gesellschaft mehr und mehr in den Mittelpunkt der öffentliche Debatte zu rücken, umso mehr denke ich darüber nach, wie "wir" Männer -trotz Aufklärung- bis auf den heutigen Tagen es für selbstverständlich halten, daß zum Beispiel in der Sprache die "männliche Form" zu gelten hat oder daß es immer noch aus "unserer " Sicht etwas Außergewöhnliches/Ungewöhnliches/besonders Begründenswertes ist, wenn Frauen z.B. in einem Aufsichtsrat unter 1o jetzt mit 3 Personen vertreten sind.
    Als Mann frage ich mich, warum es nicht selbstverständlich sein kann -sein wird ( irgend wann) in unserer Sprache nur noch "die weibliche Form" zu verwenden Undenkbar für "uns Männer"? Wenn ja, dann macht das die Problematik deutlich, die letztendlich der Diskussion um eine " genderrechten Sprache zugrunde liegt. Und wenn Männern wie mir diese Problematik in der laufenden Diskussion ist, erfüllt diese Diskussion ihren wesentlichen Zweck -jenseits aller Hysterien und jenseits aller Schwierigkeiten, die auch ich habe, wenn ich wider meine Gewohnheiten bemüht bin, "gendergerecht" zu reden, zu schreiben.

    Was hat das zu tun mit den karnevalistischen Aufregungen wegen der Wortwahl in Büttenreden oder mit der regelmäßigen Diskussion darüber, ob "man" in der Sprache – hier aktutell in seiner Karnevals Kostümierung- darauf achten sollte, Rassistisches, Fremdenfeindliches zu vermeiden. Das gilt auch für diskriminierend wirkende "Sprüche" über Schwule, Lesben pp.

    Ich finde es zugegeben oftmals irritierend , häufig gemessen an den Fakten maßlose übertrieben, wenn öffentlich protestiert wird gegen…….z.B. gegen die Wortwahl von Kramp-Karrenbauer in ihrer "Büttenreden", z.B. gegen die Karnevalskostümierung als Indianer, gegen den Auftritt eines "schwarz angemalten" Knecht Rupprecht und, und, und…
    Wenn ich mich allerdings in die Lage eines Schwulen, einer Lesben, eines Indianers, eines dunkelhäutigen Menschen zu versetzen versuche, kann ich nicht ausschließen, daß diese sich nach entsprechende Bemerkungen in einer Büttenrede oder wegen der Kostümierung im Karneval oder wegen …….fragen werden, woher ""man" die Legitimation nimmt, das was zu ihrem Menschsein gehört mehr oder weniger deutlich zu negieren, darüber zu spotten, das als nicht der Norm gemäß zu karrikieren.
    Wenn das u.a. die JUSOS in Osnabrück erreichen sollten, dann halte ich das für durchaus sinnvoll. Ich sehe darin nicht einen Versuch der Bevormundung oder gar der Anmaßung des "weißen Mannes" repräsentierrt durch die JUSOS in Osnabrück gegenüber "den " Indianern in Amerika, sondern lediglich den Versuch, darauf hinzuwirken, daß "wir" über unser Verhalten -u.a. in der Karnevalskostümierung- selbstkritisch nachzudenken.

    "Schädlich" für unsere Gesellschaft, schädlich für das stete Bemühen um ein menschliches Miteinander jenseits aller menschlichen Eigenarten/Eigenschaften -Aussehen, Geschlecht sexuelle Neigungen, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit??

    "Man" mag – bezogen auf die hier angesprochene Thematik/Problematik- die Heftigkeit der Debatte, "man" mag die mediale Hysterie für befremdlich und für "maßlos" übertrieben halten ("es gibt Wichtigeres ") und kann sehr wohl durch die öffentliche Diskussion und aufgrund der auf "allen Seiten" gepflegte Polemik dazu veranlaßt werden, selbstkritisch sein persönliches Verhalten zu bedenken -wenn es um die Gleichberechtigung der Frauen geht, wenn es um Karnevalscherze über über Schwulen, Lesben, über Juden, über Muslime geht oder um "den schwarzen Mann" -den Mohren- im Karneval oder eben um den als Indianer kostümierten.
    Ich denke, die Indianer u.a. die in den USA, werden vermutlich nichts über den Karneval in Deutschland wissen und über entsprechende Kostümierungen "der" Deutschen als Indianer, so wie sich die Deutschen traditionell vorzustellen pflegen. Was könnten sie, wenn sie es wüßten, empfinden? Weiß ich nicht.

    Mir scheint, daß in der gesamten hier kurz skizzierten öffentlichen Debatte so oder so das menschliche Maß auf der Strecke bleibt, an dem sich jeder selbst und an dem jeder auch jeden anderen Menschen messen sollte : in seiner Ambivalenz, mit allen seinen Fehlern und Unzulänglichkeiten und mit seiner Fähigkeit, alltäglich Anderes zu tun als es seinen Vorstellungen von Anstand und Respekt , ja sogar seinen "Wertvorstellungen" gemäß wäre.

    "Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches, glaube ich, ist mir fremd"
    (-von ……?? Fällt mir im Moment nicht ein).
    Das zu bedenken -auch meinerseits-, könnte helfen im Miteinander und im Gegeneinander, u.a. dann, wenn es um Einschätzungen, Wertungen von Büttenreden, von karnevalistischen Kostümierungen und auch dann, wenn es im Alltag um die "genderechte" Sprache geht.

  • #66
    abraxasrgb

    Zum letzten Absatz "Haltung statt Berichterstattung" : 2014 war das "Unwort" Lügenpresse und CNN hat Claas Relotius zum Journalist of the Year ernannt.
    Ironie des Schicksals 😉

  • #67
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Warum sollen Geringverdiener nicht von Steuersenkungen profitieren? Kommt doch auf die Steuer an. Die Chinesen haben beispielsweise gerade die Senkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Das wäre eine Option. Auch andere Vernrauchssteuern könnten ein Ansatz sein: Z.B. Mineralölsteuer

    Das würde auch die SUV-Fahrer freuen (Achtunf! Gag! Ironie muss man in diesem Land neuerdings erklären, weil sonst alle wieder steil gehen)

  • #68
    walter stach

    Michael,
    nur noch ein Gedanke zu "Großverdienern" hier und z.B. "Niedriglohnverdienern" dort.

    Mir scheint, daß der Niedriglohn-Verdiener nebst Familie nicht nur wütend ist -sein muß?-, wenn er sich diesbezüglich "seine Gedanken macht", einschließlich seines Hinterfragens über eine aus seiner Sicht angemessene Besteuerung der Höchsteinkommen/der Höchstvermögen/der Höchsterbschaften.
    Mir scheint, daß der Niedriglohnverdiener, daß der Hartz IV Bezieher, daß die Rentnerin mit ihrer Minirente (nebst ihrer Familien) noch mehr zu leiden haben unter den alltäglichen Demütigungen durch "die" Reichen.

    Wenn morgensfrüh auf dem Schulhof das Kind aus einer "sozialschwachen Familie" dem Kind aus einer "reichen Familie" begegnet und von diesem vorgeführt bekommt -so von dessen Eltern gewollt-, was "man" sich an teuren Klamotten leisten kann -oder eben nicht.
    Wenn die Lehrerin dann auffällig oft, das Kind aus der "reichen" Familie bevorzugt.
    Wenn auf dem Schulhof in den Pausen die Kinder aus den "reichen Familien" demonstrativ Abstand von den anderen Kindern halten. Wenn nach Schulschluß die Kinder aus den "reichen Familien" demonstrativ am Schultor mittels SUV abgeholt, die anderen Kinder zu Fuß oder mit dem Bus nach Hause müssen.
    Wenn den Frauen und Männern aus "sozialschwachen Familien" z.B. beim Einkauf vorgeführt wird, was "man" sich als "Wohlhabender" leisten kann -die "Anderen" eben nicht.
    Und, und, und…….

    Ich frage mich, ob solche und ähnliche Demütigungen derjenigen, die aus welchen Gründen auch immer den sozial schwachen (und/oder bildungsfernen)Schichten zuzurechnen sind, intensiver und nachhaltiger die Spaltung der Gesellschaft ,die immer größer werden gravierenden Widersprüche in der Gesellschaft und die "der da Unten" auf "die da Oben" befördern als die Erkenntnis "der da Unten", daß Gesellschaft und Staat nicht willens zu sein scheinen, eklatante soziale Ungerechtigkeiten – Höhe der "Reichenbesteuerung hier und Minirente dort; Höhe der Dividende hier und Mindestlohn dort…….-zumindest zu relativieren.

    Gedanken, die in der Welt "der Wohlhabenden" vermutlich verpönt sind und "bestenfalls in diesen Kreisen einer Neiddebatte zu geordnet werden dürften.
    "Man" könnte, wenn denn sozialstaatliches Bewußtsein in diesen Kreisen nicht existent ist, wenn erstrecht die sog, christliche Nächstenliebe oder die "aufklärerische Idee" der Brüderlichkeit als "religilöse Spinnerei", als Produkt emotionaler Befindlichkeiten abgetan werden, zumindest erwägen, ob nicht dauerhaft die eigene "wohlhabende Existenz" gefährdet werden könnte;auch mittels Gewalt durch die l extrem Benachteiligten und alltäglich Gedemütigten.

    Quatsch?
    Ja, das mag so sein.

    Nur befasse ich mich mehr und mehr -auch in meinem Alltag- mit der Frage, ob ich nicht durch mein verbales und nonverbales Verhalten zur Demütigung von Menschen beitrage könnte , was zur Frage nach dem Warum, was zur Frage nach denkbaren Folgen führt und dazu mich zu fragen, ob ich neben meinem Engagement für "mehr soziale Gerechtigkeit" nicht dann und wann mehr als gemeinhin üblich tun muß, um Gesten/Akte zu vermeiden, die durch Menschen aus Menschen aus sozial schwächeren und/oder aus bildungsferneren Schichten als demütigend empfunden werden könnten. Quatsch? Oder Selbstverständlichkeiten für jemanden, der sowohl bekennender Sozialdemokrat als auch bekennender kath. Christ ist? Ja, meine ich. Gedanken, die allerdings nicht "medientauglich" sind, weil für das Publikum belanglos.

  • #69
    paule t.

    @#67, Autor:

    Ja, MWSt wäre etwas anderes. Nur ist in aller Regel diese nicht gemeint, wenn in der öffentlichen Diskussion von Steuersenkungen die Rede ist, sondern die Einkommenssteuer. Deshalb hatte ich das auch in diesem Fall nicht vermutet.

    Aber in der Tat: Dagegen, die Umverteilung von unten nach oben in den letzten Jahrzehnten – durch Senkung der Einkommens- bei Erhöhung der Mehrwertsteuer – rückgängig zu machen, hätte ich wenig einzuwenden.

  • #70
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Walter, bei den Schulthemen/Kindern bin ich sofort bei dir. Das Thema gab es schon vor 35 Jahren in meiner Schulzeit. Dabei wäre das nun wirklich einfach zu lösen. Mit Schuluniformen.

    Zu Teil 2 schreib ich gleich was. Muss ein Flugzeug kriegen

  • #71
    paule t.

    Und in den Taschen der Schuluniformen stecken dann ein besseres Handy, neues Spielzeug, ein guter Computer, ein eigenes Kinderzimmer, ein Auto für die Eltern, Nachhilfe und ’ne Urlaubsreise? Cool.

  • #72
    walter stach

    Michael,
    leider, leider für mich und erfreulich für Dich:
    Ich sehe nicht, daß es im Bundestag eine Mehrheit geben könnte, die in Sachen deutliche Anhebung des Mindestlohnes, Sicherung einer "ausreichenden" Grundrente auch für….., die in Sachen …,und die bereit wäre, deshalb "Steuerhöhungen" zu beschließen, z.B. mittels einer Anhebung des sog. Spitzensteuersatze -derzeit nicht und "mit Sicherheit" und auch nicht im nächsten.

    PS

    Als Steuerzahler ist das für mich von Vorteil. ("Ich sollte FDP wählen"!!)

    Als "Staatsbürger", der -im eigenen Interesse- daran interessiert ist-, daß die wirtschaftliche, soziale, kulturelle Spaltung der Gesellschaft nicht weiter fortschreitet mit katastrophalen Folgen (für Freiheit und Pluralismus, für Demokratie und Rechtstaat) bin ich dieserhalb sehr besorgt.

  • #73
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Walter, nun der zweite Teil: Ich verstehe nicht, warum Besser- oder Normalverdiener ein schlechtes Gewissen haben sollten. Wenn ich mir meine Steuererklärung anschaue (Steuerklasse 1, keine Kinder) tue ich sehr viel für die Umverteilung. Ich profitiere sehr wenig von diesem Staat, gebe aber viel.

    Vielleicht sollten wir diese Umverteilung mal deutlicher machen. Wenn wir über Hartz IV, staatliche Unterstützung etc. reden, sollten wir vielleicht deutlich machen, dass dieses Geld nicht irgendwo vom Himmel fällt. Nicht der Staat zahlt Sozialleistungen, sondern jeder einzelne Mensch, der arbeitet.

    In diesen Diskussionen werden immer die Superreichen herangezogen, die ihre Milliarden vermehren. Das sind doch Einzelfälle. Das Gros sind die Menschen, die tagtäglich für einen mal besseren, mal schlechteren Lohn arbeiten gehen, und damit unser Umverteilungssystem aufrecht halten. Und über genau diese Gruppe wird viel zu wenig gesprochen.

    Wenn die eine Steuerentlastung bekämen, könnte sie zum Beispiel tatsächlich wie von der Politik gewünscht privat vorsorgen. Auch eine Maßnahme gegen Altersarmut

  • #74
    Frank

    @ Michael Westerhoff, Zitat: "Wenn die eine Steuerentlastung bekämen, könnte sie zum Beispiel tatsächlich wie von der Politik gewünscht privat vorsorgen."

    Michael Westerhoff, mit freundlicher Unterstützung der Versicherungswirtschaft?

  • #75
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Frank, wie immer sie mögen. Unterm Kopfkissen, mit Fonds und eher nicht mit Versicherung. Verlass du dich gern auf die staatliche Rentenkasse (bei der man auch freiwillig zuzahlen kann). Oder versauf es vorher und klag dann hier in Kommentaren über Altersarmut

  • #76
    Frank

    @ Michael Westerhoff

    wenn ich einen Finanzberater brauche, wähle ich ganz sicher nicht dich. Und "Saufen" kannst du auch alleine.

  • #77
    wallrafspatz

    Wären die Unternehmenssteuern bei den gleichen Sätzen wie unter Helmut Kohl und könnten die internationalen Großkonzerne nicht Gewinne über Lizenzen hin-und her verschieben kämen europaweit jährlich über 250 Mrd. EUR zusammen. Nimmt man die Dauer einer Legislaturperiode des Europäischen Parlaments, dann wären nach fünf Jahren die Bankenkrise beendet und abbezahlt.

    Wie ich sehe, hat Herr Westerhoff nicht VWL sog. studiert, wie es früher die Mitglieder der Kölner Journalistenschule machten.

  • #78
    ke

    Wir haben extrem viel Geld im Sozialhaushalt. Offensichtlich reicht das Geld nicht aus? Ist es zu wenig zielgerichtet? Statt immer mehr Geld zu fordern, muss doch zuerst geprüft werden, ob Geld sinnvoll ausgegeben wird.

    Wenn von Altersarmut gesprochen wird, muss doch auch endlich das Thema Altersversorgungssysteme mit Pensionen, Renten, Privatvorsorge angesprochen werden.
    Die Haushalte haben doch aktuell explodierende Pensionsausgaben.

    Wo bleiben die Steuern für Internet-Giganten?
    Warum zieht es so viele KOnzernzentrale ins europäische Ausland?
    Warum muss bei den globalen Riesen bspw. das Thema Lizenzkosten herhalten, um Gesellschaften künstlich arm zu rechnen?
    ….

    Geld kann global schnell verschoben werden. Bis in das letzte Dorf am Ende der Welt. Die Überweisungsdienste und Internet-Dienste zeigen dies.

    BTW: Für einen Tipp für die Altersvorsorge wäre ich auch dankbar.
    Wer soll die Renten zahlen?
    Welche Kaufkraft hat der EUR in ein paar Jahren, wenn weiter "gedruckt" und verschuldet wird?

    Aktien?
    Immobilien? Wenn ja wo? Wir schrumpfen ja angeblich, aber brauchen immer größere Wohnungen.

  • #79
    paule t.

    @#73 Michael Westerhoff Beitragsautor
    "Walter, nun der zweite Teil: Ich verstehe nicht, warum Besser- oder Normalverdiener ein schlechtes Gewissen haben sollten. "

    Ich mag mich irren, aber ich glaube, von einem schlechten Gewissen hat bisher auch niemand gesprochen. Einen Strohmann nennt man so etwas, glaube ich.
    Es reicht völlig aus, wenn die, denen es in und dank unserer Gesellschaft gut geht, ihren angemessenen Beitrag leisten – und dabei möglichst nicht rumjammern. Leute, die mit einem mutmaßlich okayen Einkommen nur sich selbst versorgen müssen, sollten sich bitte einfach nicht beklagen, wenn sie denn auch mehr Steuern zahlen als Leute mit weniger Einkommen und/oder mehr zu versorgenden Personen.

    Und meine Güte, die neoliberale Leier von der ach so tollen privaten Vorsorge gibt’s immer noch … ich dachte, die wäre mit der letzten Finanzmarktkrise ihren verdienten Tod gestorben. Nein, eine auf den privaten Markt gebaute Altersvorsorge, jedenfalls als die Grundvorsorge, mit der man so mehr oder weniger in seinem Lebensumfeld bleiben kann, brauchen wir wirklich nicht. Blüms "Die Rente ist sicher" mag bei den demographischen Veränderungen zu optimistisch gewesen sein – aber sicherer als die von den Unwägbarkeiten des Finanzmarktes abhängigen und dessen Profite finanzierenden privaten Vorsorgemöglichkeiten ist die gesetzliche Rentenverischerung allemal.

  • #80
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Walter, was ist daran neoliberal, wenn man was für schlechtere Zeiten spart?

    Wallrafspatz. Ne, kein VWL, sondern Wirtschaftswissenschaften. Wollen wir eine Diskussion über Keynes und Monetarismus führen?

    Und auf sozialistische Wirtschaftsthesen reagiere ich etwas allergisch angesichts der grandiosen wirtschaftlichen Erfolge sozialisitischer Ansätze. Von DDR bis Venezuela. Hat noch nie funktioniert, wird nie funktionieren

    Und alle, die sich auf Keynes berufen: Wo seid ihr in den letzten Jahren der staatlichen Überschüsse gewesen? Ihr hättet laut schreien müssen, dass der Staat endlich seine Schulden abbaut. Das ist das Prinzip des Deficit Spending. Das besteht eben nicht nur daraus, dass der Staat Geld rauswirft, sondern auch dass er im Boom dieses Geld wieder zurückzahlt. Das vergessen leider immer alle, die sich angeblich auf Keynes berufen

    Ja? Jemand eine wirtschaftswissenschaftliche Diskussion? Gern.

    Und ja: Ich glaube daran, dass Steuersenkungen das Wachstum befördern. Darüber können wir gern streiten. Aber bitte auf einem ordentlichen Niveau und nicht mit billigen Parolen, indem man das böse Wort „Neoliberalismus“ irgendwo unterbringt. Eine Bankenrettung ist alles andere als Neoliberalismus.

    Noch kleine Anekdote: Ich war mal als Journalist auf einer Veranstaltung der Linken, auf der das böse Wort auch X Mal gefallen ist. Da hab ich mir mal den Spaß erlaubt zu fragen, was denn eigentlich Neoliberalismus sei. Das Podium konnte nichts fundiertes dazu sagen.

  • #81
    Frank

    @ Michael Westerhoff, Zitat: "Das Podium konnte nichts fundiertes dazu sagen."

    du bist so toll !!!!!

    so toll, dass du "Walter" mit "paule t." verwechselst.

    Vielleicht suchst dir einfach ein anderes Publikum, dass dich dann auch ganz toll findet, hier wird das ja nichts mehr …

  • #82
    wallrafspatz

    Die DDR hatte eine geringere Schuldenquote als manches heutige EU-Mitglied. Wettrüsten und Afghanistankrieg haben den Ostblock auch unter Bedrängnis gebracht. Das soll nicht heißen, dass ich Stasi und Kommunismus zurück wünsche, aber es lag nun mal nicht am Wirtschaftssystem allein. Die Gründung der polnischen Solidarnosc kann man auch als Folge einer Kriegswirtschaft sehen, weil Mittel abgezogen wurden.

    Den Keynes finden Sie im Grundgesetz: Schuldenbremse. An der Stelle überlasse ich die Debatte über den Fortbestand dieser Regelung den Spezialisten, weil die wirklich Ahnung haben.

    Wie man so hört, soll es vor der Schuldenkrise 2008 Finanzprodukte in den USA gegeben haben, welche unter Glücksspielregelungen fielen, nicht in jedem US-Bundestaat erlaubt waren und bevorzugt Ausländern angeboten wurden?

    In der Kurzbio von Herrn Westerhoff fand ich zwar den Wirtschaftsjournalist, aber das Studium der Medienwissenschaft. Aber bisher habe ich mich noch nie über Sie geärgert und WDR 2 gerne gehört. Sabine Heinrich ist genauso charmant und genial wie früher Christine Westermann.

  • #83
    Arnold Voss

    Altersarmut ist Folgearmut. Es gäbe sie nicht, wenn im Arbeitsleben alle genug verdienen würden um staatlich-gesetzlich und/oder privat vorzusorgen. Die Tatsache, dass es sogenannte Geringverdiener gibt, die trotz Vollzeit Arbeit keine ausreichende Altersvorsorge leisten können, ist das gesellschaftliche Problem. Eine Steigerung des Einkommens der sogenannten Geringverdiener ist deswegen der Königsweg gegen die Altersarmut.

    Ob das durch Steuerentlastung oder durch Lohn- und Gehaltssteigerung geschieht ist dabei erst einmal egal. Der Schlüssel ist also einerseits die Negativsteuer und andererseits die Steigerung des Mindestlohns. Alles andere ist Augenwischerei. Die Medien lenken leider häufig von dieser Tatsache ab, bzw. wird die Altersamut von ihren eigentlichen Ursachen getrennt betrachtet. Stattdessen werden dann Lebensarbeitszeitverlängerungen oder staatliche Transferleistungen in Form der Mindestrente vorgeschlagen.

  • #84
    Thomas Weigle

    @Walraffspatz Die 1989 aktuelle Schuldenquote der DDR wäre nicht das Problem gewesen, hätte es eine effiziente Volkswirtschaft gegeben. Beispiel ist der von Honecker stolz präsentierte Mikrochip. Der kostete die DDR pro Stück über 500 DDR-Mark, Auf dem Weltmarkt war das Ding 10-20 Dollar wert.
    Subventionierte Preise beim ÖPNV, bei Lebensmitteln und Mieten verschärften die Lage der Volkswirtschaft massiv. Der "antifaschistische Schutzwall band nicht nur Menschen, die eigentlich woanders gebraucht wurden, er kostete Unsummen. So konnte in den 80ern ein mit den Franzosen beschlossenes Automobilwerk nicht gebaut werden, weil die dazu benötigten 4000 Arbeiter für die Produktion nicht aufzutreiben waren.
    Die kollektivierte Landwirtschaft war volkswirtschaftlich gesehen ein Flop, die rigorose Umwandlung von kleineren Privatbetrieben in "Volkseigentum" 1972 brachte es auch nicht, weil diese in die großen Industriekombinate eingegliedert wurden. Somit konnten sie nicht mehr aktuell auf Kundenwünsche reagieren, sondern mussten oft am Markt vorbeiproduzieren bzw für die Kombinate zuliefern.
    Da hat der Bürger privat Gänse gemästet, diese an die HO verkauft für einen Preis X und konnte dann in der HO diese für einen Preis XY zurückkaufen, der deutlicher niedriger war als der Preis X.
    Brot war so billig, dass die Bürger damit ihre privat gehaltenen Tiere fütterten.
    Es war nicht die Hochrüstung, die den Ostblock (der Westen hat ja auch auf Teufel komm raus gerüstet) zum Kollabieren gebracht hat, es war die Planwirtschaft, die mehr schlecht als recht funktionierte. In Verbindung mit massiver politischer Unterdrückung, der Mangelwirtschaft und der daraus resultierenden Fluchtbewegung aus der DDR bspw konnte es nur dieses Ergebnis haben:game over.

  • #85
    ke

    Was soll die Diskussion über die DDR?
    Mir reichten damals die Geschäfte, Stadtbilder und die Autos. Damit hatte sich die Diskussion über das leistungsfähigere System erledigt.

    Aktuelles Einkommen und Altersversorgung würde ich entkoppeln. Da sind zu viele Unsicherheiten, um direkt vom aktuellen Einkommen auf die Altersversorgung zu schließen.

    Diese Risiken sollten überwiegend staatlich geregelt werden. Auch über ein generelles System für ALLE.

  • #86
    walter stach

    Für mich selbstverständlich sind Meinungsverschiedenheiten darüber,
    ob
    a.)
    in der gelenkten/gesteuerten Verkehrswirtschaft generell oder in einer konkreten Situation mehr oder weniger staatliche Lenkung sinnvoll oder gar "zwingend geboten ist" -und dabei kann sich jeder auf diverse sich widersprechende Wirtschaftstheorien stützen und sich auf Erfahrungen berufen, die seine Meinung zu belegen scheinen und
    c.)
    darüber, welches Ziel, welche Ziele mit staatlicher Lenkung zu verfolgen sind -"staatliche Lenkung", um Monopole, Kartelle, um unlauteren Wettbewerb zu verhindern – in der Binnenwirtschaft, in der Außenwirtschaft und/oder staatliche Lenkung, um zu verhindern, daß Menschen durch andere Menschen ausgebeutet werden können, um zu verhindern, daß die "Schwachen" in der Gesellschaft zu einem menschenunwürdigen Leben genötigt werden, um zu verhindern….

    sowie
    c.)
    darüber, welche Mittel der die Wirtschaft " lenkende/steuernde Staat" einsetzen sollte, um "seine wirtschaftspolitischen/seine sozialpolitischen Ziele" erreichen zu können, und damit wären "wir"
    c. 1 bei der Steuerpoltik
    und
    c.2
    bei der Frage, nach der am sinnvollsten erscheinenden Verwendung von Steuermitteln ( mehr oder weniger staatliche Ausgaben im Bereich "Soziales", statt mehr oder weniger Ausgaben im Bereich "Militär", mehr oder weniger Ausgaben im Bereich "Soziales" , Staat mehr oder weniger Subventionen im Bereich "Landwirtschaft"…….).

    Mir erscheint es naheliegt, an das dieserhalb Selbstverständliche diverser Meinungsverschiedenheiten zu erinnern. Es geht nicht um "richtig oder falsch", sondern darum , was "man" auf der Grundlage seiner ganz persönlichen Vorstellungen von einer " (sozial) gerechten Gesellschaft und von einem (sozial-)gerechten Staat von diesem als "lenkende Instanz" des gesamten Wirtschaftsgeschehens erwartet. Es geht insofern nicht um fundamentale, um prinzipiell unterschiedliche Positionen oder gar um gänzlich unvereinbare Weltanschauungen.
    Also -um es zu vereinfachen-:
    Ein Sozi wie ich und ein FDPler wie….haben zum zum Tun/zum Lassen, zu den Zielen des die Wirtschaft "lenkenden/steuernden Staates und zu seine Mitteln und Methoden gegensätzliche Meinungen -u.a. in der o.a. Diskussion erkennbar-, vertreten aber regelmäßig nicht sich prinzipiell ganz und gar widersprechende Positionen.

    Letzteres wäre der Fall, wenn gefordert würde, die von mir sog. "lenkende/steuernde Verkehrswirtschaft -ich nenne sie jetzt und hier ‚mal "soziale Marktwirtschaft"- durch eine prinzipiell andere Wirtschaftsordnung -und damit durch eine prinzipiell andere Gesellschafts-/Staatsordnung zu ersetzen -durch eine zentralistische staatliche Planwirtschaft wie vormals z.B. in der DDR praktiziert oder durch eine von jeder staatlichen Lenkung/Steuerung total freien Wirtschaft ("ungebremster Kapitalismus…?). Solchen Forderungen bin ich in der o.a. Diskussion allerdings nicht begegnet und muß mich folglich jetzt und hier auch nicht damit auseinandersetzen.

    Kann der Diskussion zwischen Sozis hier und Wirtschaftsliberalen dort, zwischen dem Arbeitnehmerflügel hier und der sog. Wirtschaftsunion dort innerhalb in der CDU, zwischen denjenigen, die "höhere Steuern" für geboten halten, um zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu kommen und denjenigen, die Gegenteiliges wollen, möglicherweise das Nachdenken über "Solidarität" dienlich sein, so wie es von Heinz Bude mit seinem neuesten Buch
    "Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee" x 1) angeregt wird?
    Mir hat jedenfalls das in der SZ x 2) mit Bude darüber geführte Gespräch zu dieser Nachdenklichkeit veranlasst.

    x1)
    Erschienen mit Carl Hanser Verlag. 176 Seiten , 19 €
    x2)
    Süddeutsche Zeitung Nr. 59, Montag , 11. März 2o19 , FEUILLETON, S 9.

    PS
    Arnold -83-
    Königsweg……..?
    Zumindest, so meine ich, ist Dauer-beschäftigung für alle zu einem Mindestlohn von zur Zeit mindestens 12 € ein für die Betroffenen und ein für die gesamte Gesellschaft sinnvoller Weg, um die bedrohlich anwachsende Kluft zwischen den sog wohlhabenden und den extrem schwachen Schichten der Bevölkerung zumindest zu verringern , eben auch, wie von Dir erwähnt, mit Blick auf die Altersarmut. Das allein würde, wenn es denn so kommen würde, allerdings nach meiner Meinung nicht dagegen sprechen, zusätzlich über die Notwendigkeit einer garantierten Mindestrente von….für…nachzudenken, so wie jetzt von Arbeitsminister Heil angeregt.

  • #87
    walter stach

    Für mich selbstverständlich sind Meinungsverschiedenheiten darüber,
    ob
    a.)
    in der gelenkten/gesteuerten Verkehrswirtschaft generell oder in einer konkreten Situation mehr oder weniger staatliche Lenkung sinnvoll oder gar "zwingend geboten ist" -und dabei kann sich jeder auf diverse sich widersprechende Wirtschaftstheorien stützen und sich auf Erfahrungen berufen, die seine Meinung zu belegen scheinen und
    c.)
    darüber, welches Ziel, welche Ziele mit staatlicher Lenkung zu verfolgen sind -"staatliche Lenkung", um Monopole, Kartelle, um unlauteren Wettbewerb zu verhindern – in der Binnenwirtschaft, in der Außenwirtschaft und/oder staatliche Lenkung, um zu verhindern, daß Menschen durch andere Menschen ausgebeutet werden können, um zu verhindern, daß die "Schwachen" in der Gesellschaft zu einem menschenunwürdigen Leben genötigt werden, um zu verhindern….

    sowie
    c.)
    darüber, welche Mittel der die Wirtschaft " lenkende/steuernde Staat" einsetzen sollte, um "seine wirtschaftspolitischen/seine sozialpolitischen Ziele" erreichen zu können, und damit wären "wir"
    c. 1 bei der Steuerpoltik
    und
    c.2
    bei der Frage, nach der am sinnvollsten erscheinenden Verwendung von Steuermitteln ( mehr oder weniger staatliche Ausgaben im Bereich "Soziales", statt mehr oder weniger Ausgaben im Bereich "Militär", mehr oder weniger Ausgaben im Bereich "Soziales" , Staat mehr oder weniger Subventionen im Bereich "Landwirtschaft"…….).

    Mir erscheint es naheliegt, an das dieserhalb Selbstverständliche diverser Meinungsverschiedenheiten zu erinnern. Es geht nicht um "richtig oder falsch", sondern darum , was "man" auf der Grundlage seiner ganz persönlichen Vorstellungen von einer " (sozial) gerechten Gesellschaft und von einem (sozial-)gerechten Staat von diesem als "lenkende Instanz" des gesamten Wirtschaftsgeschehens erwartet. Es geht insofern nicht um fundamentale, um prinzipiell unterschiedliche Positionen oder gar um gänzlich unvereinbare Weltanschauungen.
    Also -um es zu vereinfachen-:
    Ein Sozi wie ich und ein FDPler wie….haben zum zum Tun/zum Lassen, zu den Zielen des die Wirtschaft "lenkenden/steuernden Staates und zu seine Mitteln und Methoden gegensätzliche Meinungen -u.a. in der o.a. Diskussion erkennbar-, vertreten aber regelmäßig nicht sich prinzipiell ganz und gar widersprechende Positionen.

    Letzteres wäre der Fall, wenn gefordert würde, die von mir sog. "lenkende/steuernde Verkehrswirtschaft -ich nenne sie jetzt und hier ‚mal "soziale Marktwirtschaft"- durch eine prinzipiell andere Wirtschaftsordnung -und damit durch eine prinzipiell andere Gesellschafts-/Staatsordnung zu ersetzen -durch eine zentralistische staatliche Planwirtschaft wie vormals z.B. in der DDR praktiziert oder durch eine von jeder staatlichen Lenkung/Steuerung total freien Wirtschaft ("ungebremster Kapitalismus…?). Solchen Forderungen bin ich in der o.a. Diskussion allerdings nicht begegnet und muß mich folglich jetzt und hier auch nicht damit auseinandersetzen.

    Kann der Diskussion zwischen Sozis hier und Wirtschaftsliberalen dort, zwischen dem Arbeitnehmerflügel hier und der sog. Wirtschaftsunion dort innerhalb in der CDU, zwischen denjenigen, die "höhere Steuern" für geboten halten, um zu mehr sozialer Gerechtigkeit zu kommen und denjenigen, die Gegenteiliges wollen, möglicherweise das Nachdenken über "Solidarität" dienlich sein, so wie es von Heinz Bude mit seinem neuesten Buch
    "Solidarität. Die Zukunft einer großen Idee" x 1) angeregt wird?
    Mir hat jedenfalls das in der SZ x 2) mit Bude darüber geführte Gespräch zu dieser Nachdenklichkeit veranlasst.

    x1)
    Erschienen imt Carl Hanser Verlag. 176 Seiten , 19 €
    x2)
    Süddeutsche Zeitung Nr. 59, Montag , 11. März 2o19 , FEUILLETON, S 9.

    PS
    Arnold -83-
    Königsweg……..?
    Zumindest, so meine ich, ist Dauer-beschäftigung für alle zu einem Mindestlohn von zur Zeit mindestens 12 € ein für die Betroffenen und ein für die gesamte Gesellschaft sinnvoller Weg, um die bedrohlich anwachsende Kluft zwischen den sog wohlhabenden und den extrem schwachen Schichten der Bevölkerung zumindest zu verringern , eben auch, wie von Dir erwähnt, mit Blick auf die Altersarmut. Das allein würde, wenn es denn so kommen würde, allerdings nach meiner Meinung nicht dagegen sprechen, zusätzlich über die Notwendigkeit einer garantierten Mindestrente von….für…nachzudenken, so wie jetzt von Arbeitsminister Heil angeregt.

  • #88
    abraxasrgb

    @ 86 / 87 Neben der üblichen Redundanz fehlt ein "b)" …

    Das schlechteste Monopol ist ein staatliches, die Servicequalität der Dienstleistung sinkt und Preise steigen. Manches Staatsverständnis ist eben nicht kompatibel und es gibt sehr wohl klare Unterscheidungen in "wahr" und "falsch" bzw. "klug" und "dumm", insbesondere in Sachen Wirtschaftspolitik. Sowjetunion bis Venezuela / Nord Korea 😉
    Der Staat ist ein Dienstleister, kein Erzieher oder Bevormunder.

    Zum Thema des Artikels passend, wäre die Frage nach dem tatsächlichen Marktanteil der öffentlich rechtlichen Medien, wenn diese sich dem Wettbewerb durch freiwillige Bezahlung nach Bewertung der Qualität durch den Kunden stellen müssten 😉
    Zum Glück kann man sich, trotz Zwangsabgabe, der Gehirnwäsche entziehen, indem man das Angebot einfach nicht annimmt. Was ein zunehmender Teil der mündigen und sich nicht bevormunden lassenden Bevölkerung auch macht. Dass dies auch die politiksystemnahen traditionellen Medien trifft, ist nur die durch den freien Markt sichtbare gemachte Tendenz. Insofern ist Markt ein willkommener Mechanismus der Transparenz der Meinungen.

    Wenn die Klimareligion argumentativ zwischen Maskottchen und Kinderkreuzzug changiert, dann erwärmt das die vor sozialer Kälte frierenden Herzchen und schaudert es die normal funktionierenden Gehirne 😉
    Die Schnittmenge derer, die über 0,0004 % menschlichen Anteils an Emissionen hyperventilieren (und dabei vermehrt CO2 abgeben) und bei zweistelligen prozentualen Zuwächsen aus anderen Ländern und Kulturen gelassen bzw. sediert reagieren, ist nahezu 99%. Dabei ist der Wandel des politischen Klimas deutlicher zu bemerken, als der des physikalischen.

    Es gibt zwei Armutsprobleme: Materielle und Mentale. Ersteres ist durch volkswirtschaftliche Produktivitätssteigerung zu lindern, Zweiteres durch mehr Eigenverantwortung.
    YMMV

  • #89
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Angesichts der aktuellen Sonntagsfrage will ich nochmal zum Kern meines Themas zurückkehren. Nämlich dass du mit dem Thema soziale Gerechtigkeit keine Wahlen gewinnen kannst (und dass Medien das Thema überschätzen)

    Danach kommen die Parteien, die für dieses Thema stehen auf (SPD und Linke) auf 24%, das Lager der Arbeitnehmer/Normalverdiener (wie auch immer ihr das nennen wollt) aus CDU, Grünen und FDP auf 58%. Wenn wir eine Hälfte der AfD-Stimmen noch dazu schlagen, sind wir bei einer 2/3-Mehrheit für bürgerliche Positionen.

    Ich bleibe dabei, die SPD verrennt sich mit dem Thema und sollte sich besser um die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung kümmern

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article190149153/Insa-Umfrage-SPD-liegt-wieder-hinter-den-Gruenen.html

  • #90
    Arnold Voss

    Michael, so weit so gut. Das entspricht auch genau dem Drittel der Unterschicht in Deutschland die ich oben (5) erwähnt habe. Daraus aber zu schlussfolgern, dass die Probleme des unteren Drittels der Bevölkerung weder für die Medien noch für die SPD ein Thema sein sollte, ist eine sehr verwegene Reaktion. Es gibt nämlich noch bürgerliche Wähler denen dieser Teil der Gesellschaft keineswegs egal ist, weil sein materielles und soziales Empfinden sehr wohl eine Wirkung auf den Rest der Bevölkerung hat. Vom Wahlverhalten, wenn er denn wählt, ganz zu schweigen. Die Grünen haben das übrigens schon lange begriffen und programmatisch aufgenommen. Auch der CSU drückt z.B, das Thema Altersarmut sehr auf dem politischen Schuh.

  • #91
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Arnold, natürlich sind das alles wichtige Themen, zu denen die Parteien Konzepte entwickeln müssen. Nur: Grüne und CSU reduzieren sich nicht auf den Punkt. Die SPD hat ja zusätzlich das Problem, dass sie die Linke in dem Bereich als Konkurrenz hat, die immer noch einen draufsetzten kann. Also 15 statt 12 Euro Mindestlohn, stärkere Erhöhung der Hartz-Sätze, mehr Grundrente etc.

  • #92
    Helmut Junge

    Was ist soziale Gerechtigkeit eigentlich konkret?
    Aus meiner Sicht handelt es sich einfach um ein Schlagwort ohne Inhalt. Als die SPD damit herauskam, ging ihre Wahlprognose um knapp 4% nach oben. Ein kleiner Verwandter des Schulzhypes gewissermaßen. Diese Gerchtigkeitshype ist aber schnell wieder verflogen, weil mögliche Wähler keine Reden hören wollen, sondern "machen" denken. Dann kam nichts und auch darin ähnelt es dem Schulzhype vor 2 Jahren. Der ging von Januar bis Mai. Also "machen", dann werden wir sehen, wen das interessiert. Aber diese SPD ist seit 1998 bis jetzt insgesamt 17 Jahre Regierungspartei, nur 4 Jahre nicht. Wenn dann prominente SPD-Genossen händeringend fragen:
    @34 "Welche Politik, die sozialdemokratisch genannt werden könnte, würde denn reichen für….?
    Z.B. reichen für eine Wählerzustimmung von 20 % plus X?"
    zeigt das doch, daß es in der Parteiführung keinerlei Kenntnisse über die Sorgen, bzw. Gedanken ihrer potentiellen Wähler gibt. Man versucht mal dies, mal das. Man hampelt rum. Kontakt zur Bodenstation verloren? Ja! Weitermachen!

  • #93
    ke

    "Soziale Gerechtigkeit" ist schon ein Thema. Nur wenn es konkret wird, wird es gefährlich, da es zu viele versch. Meinungen im Detail gibt.

    Was bspw. an H4 ungerecht sein soll, kann ich bis heute nicht begreifen. Dabei habe ich ein enormes Abstiegspotenzial.
    Dann wird soziale Gerechtigkeit immer gleich mit dem Ausgleich mit dt. Mitteln für Probleme der ganzen Welt von den Parteispitzen gefordert. Das sind natürlich Meinungen, die nur eine kleine Minderheit vertritt.
    ….

    Insgesamt kann ich bei SPD keine konsistente Politik erkennen.
    Der Eiertanz und das Ablehnen von Meinungsfreiheit bzw. Whistleblowerschutz ist für mich gar nicht nachvollziehbar.
    Ebenso die fehlende Effizienz beim Steuereintreiben wenn es um die Internet-Giganten geht. Aktuell setzen sich kleinere Länder, die teilweise kurz vor der Pleite standen mit ihrer Steuergestaltung durch. Auch ein Griechenland mit linker Regierung vermeidet immer wieder Vermögende massiv zu besteuern.
    Wer soll das verstehen? Das ist eben keine soziale Gerechtigkeit.
    Warum sollen wir für Italien ins Risiko gehen, wenn die eigene Bevölkerung, die nicht besonders verschuldet ist, ihrem Staat nichts leiht?`
    ….

  • #94
    Michael Westerhoff Beitragsautor

    Ke, ich stimme dir bis auf zwei Punkte zu. Deshalb greife ich nur die beiden raus:

    1. Upload-Filter: Die Diskussion begreife ich nicht. Diese Filter gibt es doch längst. Wenn du bei YouTube ein Video hochlädst, gehen die doch längst durch einen Filter. Auch ohne Gesetz. Das Gesetz schützt Verlage, aber eben auch Kreative. Deswegen sind ja auch Komponisten oder auch der Deutsche Journalistenverband dafür. Also ich bin froh, wenn meine Werke gegen Diebe geschützt sind. Habe genug Ärger mit Leuten, die bei mir Videos oder Fotoe klauen.

    2. Steuer für Google und Co. Warum die SPD das ablehnt? Weil es unsere gesamte Wirtschaftsordnung auf den Kopf stellt. Als Exportland können wir daran kein Interesse haben. Unsere Autohersteller, jeder Maschinenbauer etc. versteuert in Deutschland. Sollen die jetzt auch in den USA Steuern zahlen? Das Thema ist nicht so einfach wie es uns Links-Populisten gern weismachen wollen

  • #95
    ke

    @94 M Westerhoff:
    1) Ja, Google hat für ca. 100 Mio einen Filter entwickelt, um hauptsächlich Musik, die geschützt ist, auf seiner Plattform zu erkennen. Es hat auch einen Vertrag mit der GEMA.
    Wenn zukünftig nahezu jede Plattform, die User generated content erlaubt (Forum, Videos, Bilder, Musik), für Rechteverstöße der Uploader haftet, wird sie sich davor schützen müssen, da das Risiko verklagt zu werden hoch ist. Nur wie soll sie das machen? Welche Bilder, Texte, Videos etc. sind geschützt? Wer hat die Rechte?
    Wird es pauschale Lizenzmodelle geben, die dann von Plattformen bei den Verwertungsgesellschaften gekauft werden müssen? Was ist mit den eigentlichen Urhebern und ihren Rechten?

    Bei vielen Beiträgen geht das Prüfen nur mit Filtern, die dann wieder nur von wenigen privaten Unternehmen entwickelt werden können und auch sehr fehleranfällig sind.

    => Entweder stellen kleine Plattformen ein, oder sie prüfen manuell oder sie nutzen einen Filter der Internet Riesen gegen Geld oder für lau. Damit haben wir wenige Stellen im Netz über die nahezu der gesamte Internet-Content geprüft würde.
    Was für eine Chance, Meinungen zu filtern bzw. andere Plattformen aus dem Markt zu drängen.
    Damit wird das Internet vermutlich nicht mehr so sein, wie wir es kennen.

    Wenn die Uploadfilter mit der Urheberrechtsreform nicht kommen, will die EU sie mit den Terrorfiltern einführen. Welche kleine Plattform kann sicherstellen, dass sie einen Beitrag in 1 Stunde entfernt hat, wenn ein Löschen ohne richterliche Prüfung angeordnet wird?
    Es muss schließlich sichergestellt werden, dass keine bösen Inhalte verbreitet werden. Was böse ist, entscheiden dann Behörden oder die wenigen Filter der privaten Anbieter.

    Ich halte diese Szenarien, die massiv das freie Internetangebot einschränken/erschweren würden für sehr wahrscheinlich. Ebenso wird so eine wunderbare Infrastruktur für Zensurmechanismen geschaffen.

    Es lohnt sich, sich mit dem Thema näher zu beschäftigen.

    Hier ist eine Zusammenfassung, die sich insbesondere an Autoren richtet, deren Interessen natürlich durch die Verwertungsgesellschaften bestens in Brüssel vertreten wurden :-).

    https://www.literaturcafe.de/artikel-13-warum-autoren-die-urheberrechtsreform-bekaempfen-statt-bejubeln-sollten/

    Es hat einen Grund, dass dieses Thema von den Lobbyisten und insbesondere CDU/CSU Politikern durchgedrückt werden soll. Es sind nicht nur NGOs im Bereich Internet/Bürgerrechte die sich engagieren. Auch so ziemlich alle Personen mit Rang und Namen im Internet-Bereich haben sich gegen die Filter ausgesprochen. Der Landtag in Schleswig-Holstein hat sich gegen das Gesetz ausgesprochen und auf China/Russland verwiesen. …..

    Wikipedia stellt sein Angebot aus Protest für einen Tag ein, andere freie Angebote werden vermutlich auch den Betrieb einstellen, da das Risiko für viele Plattformen und privat engagierte zu groß wird. Etwas Werbung haben die meisten Anbieter, damit ist man schnell kommerziell.

  • #96
    walter stach

    Ke
    -93-

    1.
    sh. Satz 1 :.
    "Soziale Gerechtigkeit" ist……….
    Einverstanden.
    Abgesehen von der Schwierigkeit, für diesen diesen Begriff eine Definition zu finden und dann noch eine, die "weitestgehend" Zustimmung finden könnte , ist es m.E. selbstverständlich -sh. dazu sinngemäß Anmerkungen in meinem Beitrag -87-, daß z.B. ein Sozialist zur Lösung konkreter Problemen unter dem Aspekt sozialer Gerechtigkeit andere Ideen, andere Vorschläge machen wird als ein sog. "Wirtschaftsliberaler". Und in einer Demokratie hat dann die Volksvertretung und somit letztendlich das Volk………….."und das ist doch gut so oder"?

    2.
    sh. 3.Absatz, erster Satz

    "Insgesamt kann ich bei der SPD keine konsistente Politik erkennen".

    Eine Wahrnehmung, die ich als "Sozi" nachvollziehen kann weil….
    Ein denkbarer Grund für diese Wahrnehmung könnte im der permanenten Plicht der SPD bestehen, in der GroKO immer wieder Kompromisse machen zu müssen, die ……
    Sh. jetzt der "Eiertanz" in Sachen Urheberrechtsreform.

  • #97
    Helmut Junge

    Alle Parteien, die koalieren müssen Kompromisse machen, und tun das auch.
    Die CDU, die Grünen, die FDP, die Linke. Einige Parteien profilieren sich trotzdem und legen zu, wie die CDU, die Grünen, andere halten ihren Stimmanteil. Eine Partei ist im Sinkflug. Das ist die SPD.
    Das liegt aber ganz sicher nicht daran, daß sie Kompromisse macht, sondern daran, welche Kompromisse sie macht.
    Ihrer Führung scheint das Gefühl zu fehlen, welche Kompromisse ihr selber als Partei wehtun werden.
    Oder noch schlimmer, und das ist meine persönliche Vermutung, daß sie möglicherweise gar keine Kompromisse macht, sondern die Politik, die sie für richtig hält. Darum sage ich auch, immer weiter so. Denn wenn jemand seinen Weg geht, ist er meist so oder so nicht aufzuhalten.
    Pieter Bruegel der Ältere hat ein schönes Bild dazu gemalt

    Bruegelhttps://de.wikipedia.org/wiki/Der_Blindensturz

  • #98
    abraxasrgb

    #97 @Helmut
    Passendes Bild! Aber dabei sind SPDler solidarisch miteinander:
    https://www.youtube.com/watch?v=LKdbvmW_eC4
    #scnr

  • #99
    ke

    Im Bereich der Whistleblower-Regelungen ist Frau Barley mit ihrem Ministerium auch wieder nur von Geisterfahrern umgeben.

    https://correctiv.org/aktuelles/auskunftsrechte/2019/03/12/barley-auf-der-zielgeraden-ausgebremst

    Was ist da los? Ist die Ministerin nur noch auf Werbetour? Sie ist auch für Verbraucherschutz zuständig, nur hört man davon nichts. Hauptsache der Small Talk stimmt und die seichten Blätter und Parteiveranstaltungen vermitteln ein positives Bild.
    Mir bleibt es ein Rätsel, dass sie immer noch relativ positiv bewertet wird.
    Für was? Wieso?

    Das sind so die Bausteine, die Begeisterung für die SPD mit ihrem aktuellen Spitzenpersonal erzeugen.

  • #100
    walter stach

    Ke
    In Sachen "Steuern" -Höhere, gerechtere, evtl. auch gänzlich neue?" – verdeutlich Sascha Lobo in seiner Kolumne bei SPIEGEL-online (Digitalsteuer: Wie Deutschland es wieder einmal verhorstet hat" :
    a.)
    daß es nach wie vor internationalen Großkonzernen möglich ist, Miiliarden-Gewinne aus Deutschland/aus Europa unversteuert bzw. nur mit einer Minimalsteuer belastet ab- und damit dem Staat/den Staaten zu entziehen -was mich wegen der angeblich staatlicherseits gewollten sog. Steuergerechtigkeit und was mich wegen der vorgeblich fehlenden Mittel des Staates u.a. im Soziaösbereich ärgert- und
    b.)
    macht Sascha Lobo deutlich, wie "andere Interessen" z.B. die der USA, z.B. die der deutschen Autoindustrie- der Einführung der Digitalsteuer entgegenstehen, jedenfalls dann, wenn diese Interessen regierungs-/parlamentsseitig als vorrangig eingestuft werden.

    PS
    Auf das Kommentar-Thema bezogen:
    Ob das Publikum sich dafür -für das Thema Digitalsteuer, für die Problematik milliardenschwerer Steuer"umgehungen" weltweit agierender US-Konzerne pp. interessiert? Vermutlich sind "die Medienmacher" – außer SPIEGEL-online- der Meinung, daß die Thematik das Publikum nicht bzw. nicht sonderlich interessiert. Oder könnte es der "gesellschaftspolitischen Ausrichtung" von BILD, WELT, FAZ pp.. geschuldet sein, sollten diese ein Desinteresse ihres Publikums unterstellen?

  • #101
    ke

    #100 W Stach
    Steuergesetze im internationalen Rahmen sind natürlich sensibel. Dennoch ist es einfach nicht vermittelbar, dass die Internet-Giganten nahezu nirgendwo Steuern zahlen. Das ist natürlich auch in den USA ein Problem. Trump und Amazon sind bspw. ein Thema für sich.

    https://www.stern.de/wirtschaft/news/amazon-zahlt-keine-steuern-auf-rekordgewinn—donald-trump-sei-dank-8585462.html

    Die Finanzwelt, Digitalwirtschaft etc. müssen natürlich ihren Beitrag leisten. Ebenso ist es auch eine Sache der Wettbewerbsfähigkeit von eher kleinen und lokalen Unternehmen, die bspw. nicht von Anleihenaufkäufen und Kosten-/Gewinn-Konstruktionen, die auf Steuermeidung zielen, zurückgreifen können.

    Österreich mit Kurz vermarktet den Kampf für mehr Steuerbeiträge der internationalen Giganten ganz gut. Frankreich will auch handeln. Was ist mit der SPD und der Laissez-faire Regierung Merkel?

    Die Themen sind schon in den Medien, nur zeigen sich die aktuellen Mainstream Parteien in Verantwortung eher handlungsscheu. Die Außen-Parteien haben solche Themen natürlich auf dem Schirm, aber will man diese Ankündigungen und spätere Lieferung wirklich jeden Tag in der Zeitung lesen?

    BTW: Auch im Lobo-Artikel wird wieder auf Spotify verwiesen. Die Künstler sprechen auch immer davon, dass sie vom Streaming zu wenig Geld erhalten.
    Spannend ist nur, dass lt. Handelsblatt Spotify 2018 erstmals in einem Quartal dank eines Sondereffekts Gewinn gemacht hat. So viel zum Thema Nutzniesser der Premium-Ware Audio-Content, an der angeblich alle massenhaft verdienen, nur die Autoren nicht.

    https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/musik-streaming-spotify-macht-erstmals-gewinn-dank-eines-sondereffekts/23256276.html

  • #102
    walter stach

    -99-
    Ke
    Ich habe Ihren Beitrag erst gelesen, nachdem ich meinen Beitrag -100- bereits versandt hatte.
    Leider, leider bestätigt Ihr Hinweis auf die Justizministerin meine "Annahme", daß die Kompromissbereitschaft der SPD in der GroKo ein Grund sein könnte für den von Ihnen festgestellten Mangel an Konsistenz in der Politik der SPD -93-..

    "Das (die Kompromisspflicht der SPD in der GroKO ) könnte (!!) e i n (! denkbarer (!) Grund sein, für.." hatte ich unter -96 Ziffer 2- als Antwort auf Ihren vorangegangen Beitrag formuliert. Über denkbar andere Gründe haben "wir" auch hier bei den Ruhrbaronen X-mal spekuliert und diskutiert ( z.B. bezogen auf das Führungspersonal, z.B: bezogen auf die Frage, warum es der SPD nicht, nicht hinreichend zu gelingen scheint, Wählerinnen und Wähler im Alter zwischen 18 und 25 zu gewinnen und, und, und……! Es bringt nichts, wenn z.B. wir Beide uns bei jeder Gelegenheit immer wieder darüber unterhalten ,ohne zu neuen Erkenntnissen zu kommen, kommen zu können.
    Im Gegensatz zu den vielen hier aktiven notorischen SPD-Gegnern (SPD-Hassern ?) bin ich jedenfalls überfordert, "den" Grund für den derzeitigen Zustand der SPD zu benennen bzw. "die gewichtigsten" Gründen, geschweige denn , " das Patenrezept" anbieten zu können, dessen Beachtung zwangsläufig der SPD aus ihrem Schlamassel befreien würde.

    Ke
    Gründe für den Zustand der SPD und für den Zustand vieler sog. Volksparteien in Europa?
    Wer darüber nachzudenken bereit ist, empfehle ich die Lektüre des neuesten Essayband "Zeiten des Umbruches? Analysen zur Politik" -Ibidem Verlag Stuttgart 2018m 27o Seiten, 18,80 € – von Franz Walter. Eine Nachdenklichkeit, nicht primär der SPD wegen, sondern der fortdauernden Existenz der parlamentarischen Demokratie, der repräsentativen "Parteien-Demokratie" wegen

  • #103
    Helmut Junge

    Wenn die SPD-Führung so weiter macht, finde ich es gut. Ich sage: "Bravo, weiter so SPD".
    Bin ich nun ein SPD-Fan, oder ein SPD-Hasser? Oder ist beides sogar dasselbe, denken also Fans und Gegner in gleicher Richtung?
    Wüßte ich den richtigen Weg und würde ihn sagen, gäbe es in der Führung der SPD
    jemanden, der meinem Ratschlag folgen wollte?

  • #104
    ke

    Heute gab es auch eine sehr verwirrende Nachrichtenpriorisierung.

    Um 7:30 Uhr waren in den Radio Nachrichten die Klima-Demos an Position 1 und erst danach wurde über den Terror in Neuseeland berichtet. Bereits deutlich vor 7:30 wurde berichtet, dass es viele Opfer gegeben hatte und dass an 2 Orten gemordet wurde.

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