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Medien: Linke MdB Jelpke empfiehlt Genossen zu schweigen

Die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke weiß wo der Feind der Linkpartei sitzt: In den Redaktionen von WAZ, Spiegel und Focus.

Presseopfer Lafontaine

Ulla Jelpke hat Probleme mit der Pressefreiheit. Die führt ihrer Ansicht nach dazu, dass viele Journalisten mit der Linkspartei so rüde umgehen. Es läuft aber auch alles schief, wenn die Medien nicht mehr dem Staat gehören. Jelpke: "Zeitungen und Zeitschriften gehören in der Regel entweder zu Konzernen oder Verlegerfamilien - allesamt kapitalistische Unternehmen."

Und da der Kapitalistenknecht heimtückisch ist, macht er Propaganda gegen die Linkspartei, erklärt Jelpke auf der Internetseite der Linkspartei-Ströumg Antikapitalistische Linke. Die Journalisten (Jelpke : "Journaille") erwähnen die Partei entweder überhaupt nicht oder geben alles falsch wieder: "Nachdem die NRW-Linke am 8. Oktober ihren Entwurf für ein Wahlprogramm vorgestellt hatte, wußte Bild.de schon, daß es »selbst eigenen Genossen zu radikal« ist. Als Kronzeuge dafür wurde der Linke-Politiker Bodo Ramelow angeführt, der aber lediglich kritisiert hatte, daß die Genossinnen und Genossen an Rhein und Ruhr den Religionsunterricht durch das Fach Ethik ersetzen wollten. Das der WAZ-Gruppe gehörende Online-Portal »Der Westen« hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen veritablen »Richtungsstreit« ausgemacht: »Linkspartei entsetzt über Programm der NRW-Kollegen«. In der Berliner Parteizentrale gingen bei Wortmeldungen des NRW-Landesverbandes manche Funktionäre »instinktiv in Deckung«, hieß es, hinter vorgehaltener Hand werde vieles als »wortradikaler Mist« bezeichnet. Wer war die Quelle? Ein Parteivorstandsmitglied, ein Sachbearbeiter oder eine Sekretärin? Der Verdacht liegt vielmehr nahe, daß diese Zitate frei erfunden sind."

Besonders übel spielen die bürgerlichen Medien dem ehemaligen Bild-Autor Oskar Lafontaine mit: "Regelmäßig wird ihm angebliche Unberechenbarkeit aufgrund seines konsequenten Rücktritts von der neoliberalen Schröder-Regierung 1999 und »Populismus« unterstellt. Als Kronzeugen werden dann gerne Politiker des Reformerflügels der Linkspartei mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten herangezogen." Schon in seiner Zeit als saarländischer Ministerpräsident war der ja schon ein Opfer der Medienhetze - wusste sich aber mit einem zünftigen Presserecht zu wehren, dass erst nach seinem Abgang wieder normalisiert wurde.

Aber Jelpke hat bis zur Überführung der Medien in die starken Hände der Arbeiterklasse eine Empfehlung an alle Genossen - vor allem wenn es um parteiinterne Diskussionen geht - Klappe halten: "Für Mitglieder der Linkspartei aber sollte die Springer Presse ebenso wie die »Nachrichtenmagazine« Spiegel und Focus für den parteiinternen Diskurs absolut tabu sein."

 

 

Die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke weiß wo der Feind der Linkpartei sitzt: In den Redaktionen von WAZ, Spiegel und Focus.

Presseopfer Lafontaine

Ulla Jelpke hat Probleme mit der Pressefreiheit. Die führt ihrer Ansicht nach dazu, dass viele Journalisten mit der Linkspartei so rüde umgehen. Es läuft aber auch alles schief, wenn die Medien nicht mehr dem Staat gehören. Jelpke: "Zeitungen und Zeitschriften gehören in der Regel entweder zu Konzernen oder Verlegerfamilien – allesamt kapitalistische Unternehmen."

Und da der Kapitalistenknecht heimtückisch ist, macht er Propaganda gegen die Linkspartei, erklärt Jelpke auf der Internetseite der Linkspartei-Ströumg Antikapitalistische Linke. Die Journalisten (Jelpke : "Journaille") erwähnen die Partei entweder überhaupt nicht oder geben alles falsch wieder: "Nachdem die NRW-Linke am 8. Oktober ihren Entwurf für ein Wahlprogramm vorgestellt hatte, wußte Bild.de schon, daß es »selbst eigenen Genossen zu radikal« ist. Als Kronzeuge dafür wurde der Linke-Politiker Bodo Ramelow angeführt, der aber lediglich kritisiert hatte, daß die Genossinnen und Genossen an Rhein und Ruhr den Religionsunterricht durch das Fach Ethik ersetzen wollten. Das der WAZ-Gruppe gehörende Online-Portal »Der Westen« hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen veritablen »Richtungsstreit« ausgemacht: »Linkspartei entsetzt über Programm der NRW-Kollegen«. In der Berliner Parteizentrale gingen bei Wortmeldungen des NRW-Landesverbandes manche Funktionäre »instinktiv in Deckung«, hieß es, hinter vorgehaltener Hand werde vieles als »wortradikaler Mist« bezeichnet. Wer war die Quelle? Ein Parteivorstandsmitglied, ein Sachbearbeiter oder eine Sekretärin? Der Verdacht liegt vielmehr nahe, daß diese Zitate frei erfunden sind."

Besonders übel spielen die bürgerlichen Medien dem ehemaligen Bild-Autor Oskar Lafontaine mit: "Regelmäßig wird ihm angebliche Unberechenbarkeit aufgrund seines konsequenten Rücktritts von der neoliberalen Schröder-Regierung 1999 und »Populismus« unterstellt. Als Kronzeugen werden dann gerne Politiker des Reformerflügels der Linkspartei mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten herangezogen." Schon in seiner Zeit als saarländischer Ministerpräsident war der ja schon ein Opfer der Medienhetze – wusste sich aber mit einem zünftigen Presserecht zu wehren, dass erst nach seinem Abgang wieder normalisiert wurde.

Aber Jelpke hat bis zur Überführung der Medien in die starken Hände der Arbeiterklasse eine Empfehlung an alle Genossen – vor allem wenn es um parteiinterne Diskussionen geht – Klappe halten: "Für Mitglieder der Linkspartei aber sollte die Springer Presse ebenso wie die »Nachrichtenmagazine« Spiegel und Focus für den parteiinternen Diskurs absolut tabu sein."

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31 Kommentare zu “Medien: Linke MdB Jelpke empfiehlt Genossen zu schweigen

  • #1
    Christian S.

    Reine Polemik gegen die Linkspartei. Wie es bei den “Ruhrbaronen” mittlerweile üblich ist. Kann man machen, klar – “neutral” geht aber anders.

  • #2
    Detlef Obens

    So und nicht anders ist das: an allem schuld ist die böse, neoliberale und
    unfaire Presse in NRW. Sie, die Presse, versteht das NRW-Wahlprogramm
    der Linkspartei nicht, sie hat es teilweise auch gar nicht richtig gelesen!

    Und schuld sind auch die kritischen Stichwortgeber “aus den eigenen Reihen”,
    die die bitter-böse Presse dazu noch zusätzlich mit Schmähschriften versorgen.
    Ulla Jelpkes Welt und Ansicht der Presse ist schnell erklärt. Wenn es denn so
    einfach wäre, liebe Ulla Jelpke!

    Sicher, es stimmt, die teilweise Berichterstattung über Oskar Lafontaine ist
    sicher nicht jedermanns Geschmack gewesen und war oftmals unsachlich und
    unpolitisch. Aber ist nicht gerade Lafontaine ein alter, gewiefter Pressefuchs, der weiss,
    wie man mit der Jounaille umzugehen hat und sie auch gern benutzt für seine
    eigenen Ziele? Benötigt er Frau Jelpkes Rückendeckung? Müsste es ihn eigentlich
    nicht eher sorgen, das ihn die AKL, die kommunistische linke Plattform, unterstützt?

    Ulla Jelpkes pressemässiger Rundumschlag ist beachtenswert. Sie klagt an, das
    fast jedes NRW-Presseorgan und darüber hinaus, die Linke nicht versteht und
    bekämpft und ignoriert. Das die sogenannte Bürgerpresse (mal zwischendurch
    gefragt: schreibt Presse nicht für Bürger, Frau Jelpke?) schlecht recherchiert und
    den tiefen Sinn des linken Wahlprogramms nicht versteht. Ist es nicht vielmehr so,
    das die Linkspartei kaum noch über adäquate Presse verfügt?

    Die Partei die alles, aber auch wirklich alles und jeden verdammt, der es nur ansatzweise wagt, die Linke zu kritisieren!

    Liebe Frau Jelpke, liebe Linkspartei! Wir leben im demokratischen Deutschland
    des Jahres 2009. Wir leben mit einer freien und unabhängigen Presse. Nicht alles,
    was die Presse schreibt und berichtet, muss den Beifall der Massen erhalten. Aber,
    und das ist entscheidend, Sie, Frau Jelpke und Ihr von der Linkspartei, dürft dies
    sofort und offen anprangern. Sie aber gehen noch weiter: sie verbieten Ihren Mitgliedern
    die Lektüre des Spiegels und des Focus und wie aus dem Text zu entnehmen,
    die Tageszeitung “derwesten” und die Westfälischen Nachrichten.

    Vielleicht werden Sie ja im Jahre 2010 so stark, das sie diese alle verbieten lassen
    können. Oder aber Sie geben nur noch ein Blatt heraus, das für alle spricht!

    Ich hoffe, alles bleibt beim alten und die Linke so stark wie sie ist!

  • #3
    David Schraven

    @ Christian S.

    Ist dein Linken-freundlicher Diskurs-Ansatz schon Parteilinie, oder noch privat?

    Bis vor kurzem wäre der oben zitierte Jelpke-Ausfall jedernfalls noch von der SPD kritisiert worden als Beispiel für die Nichtregierungsfähigkeit der Linken.

    Hast Du das verlinkte Original von Jelpke mal gelesen? Mein Gott was für ein Sermon.

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  • #5
    Ingo Engbert

    Die Meinungs- oder auch Presse-Freiheit passen nicht zum Gedankengut einer LINKEN Idee. Bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit wird die berühmte Solidarität eingefordert. Als Gegenleistung: Nichts !!!
    Politik ist immer ein Geben und ein Nehmen! Gäbe es die so genannte LINKEN feindliche Presse, würde dort tagtäglich über einen neuen Skandal berichtet. Ich alleine könnte genug Material zur Verfügung stellen.
    Noch vor gut einem halben Jahr wurde mir vom Landesgeschäftsführer Günter Blocks per Mail mitgeteilt dass für LINKE nur ?Das Neue Deutschland? oder die ?Junge Welt? lesbar wären. Die TAZ wurde als FDP nahe Zeitung gewertet. Ein Richter Thomé gab mir innerhalb einer Sitzung der Bundesschiedskommission zu verstehen meine Satiren im Cicero zu veröffentlichen. Da ich diese aber auf einer Privaten, Freien von mir mit unterhaltenen Website veröffentlicht habe und das auch weiter so mache, wurde ich der Partei verwiesen. So sieht dann die viel gerühmte Solidarität und der Pluralismus aus.

    Satire : http://www.hlsa.de/DLWAF/wordpress/?cat=11

  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Detlef Obens: Wann wurden denn Journalisten von Michalowsky auf einem Parteitag rausgeworfen? Thomas Meiser (Ruhrbarone) konnte ohne Probleme berichten. Und an dem hat die Linkspartei nun wirklich keine Freude.

  • #7
    UP.

    @ Stefan Laurin – zwischen den Zeilen musst du lesen…zwischen den Zeilen. Erinnere dich: Thomas Meiser und Detlef Obens arbeiteten neulich zusammen. Und an D.O. hat die Partei DIE LINKE auch nicht unbedingt Freude. Und an mir manchmal auch nicht.
    Ich hab’ nur wenig Zeit im Moment, und Michalosky ist ein Fall für sich – sowieso!

  • #8
    Wähler

    Das vom Online-Portal “DerWesten” kräftig parteilich zensiert wird, kann jeder aber auch jeden Tag nachlesen!
    Gruss

  • #9
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Wähler: Der Westen ist wie auch die Ruhrbarone Privatbesitz. Zensieren tut de Staat. Ihnen und allen anderen steht es frei ein eigenes Medium zu gründen – gerne auch unter dem eigenen Namen. Aber Sie haben natürlich nicht das Recht alles auf den Seite anderer Leute zu veröffentlichen. Und Der Westen lässt verdammt viel Unfug zu…

  • #10
    Thomas Rodenbücher

    Und ich wurde von Hermann Dierkes aufgefordert die Redaktion des Duisburger Linkenblättchens “Standpunkt” zu verlassen, weil ich mit Thomas Meiser öfters ein Bierchen trinken gehe und mit Dr. Werner Jurga bei xtranews.de zusammenarbeite. Da ich aber nun in dem Alter bin, wo ich mir meinen Umgang selber aussuchen kann, habe ich nicht nur die Readaktion, sondern auch die Partei verlassen

    Gruß Thomas

  • #11
    Wähler

    Hallo Stefan Laurin,
    ich zitiere sie mal:

    “@Wähler: Der Westen ist wie auch die Ruhrbarone Privatbesitz. Zensieren tut de Staat”

    Zensieren tut immer DerJenige der ungeliebte Meinungen nicht lesen will, bzw. ungern verbreitet sieht und sie unterdrückt. Aber Ok. ich verstehe das sie das nicht gerne in ihrem privaten Besitz lesen wollen (Ihre Worte). Ich habe aber mal eine Frage: sind sie finanziell abhängig von der WAZ-Mediengruppe? Ich würde mich sogar sehr freuen wenn wir zwei beide uns mal auf ein Kaffee oder Tee treffen könnten.
    Gruss

  • #12
    Detlef Obens

    @Stefan Laurin: in T. Meisers Bericht vom Parteitag der Linken von November schreibt er u.a. :…..” So hat der Pressesprecher der NRW-Linkspartei, der Gladbecker Volkshochschullehrer Ralf Michalowsky, der übrigens mit seiner Medienexpertise für einen aussichtsreichen Listenplatz kandidiert, sich zunächst geweigert, mich für die Veranstaltung an diesem Wochenende zu akkreditieren. “Diese Ablehnung ist nicht gegen die Ruhrbarone gerichtet, sondern ausschließlich gegen Sie.”…. Etwas überspitzt kann so etwas schon als “Rauswurf” bezeichnet werden. Weitere Beispiele scheint es ja zu geben (siehe Kommentar #10).Anders geschrieben: eine vorherige Selektierung der Akkredetierten der Presse findet definitiv statt.Quasi Par Ordre De Mufti!Ansonsten sagt der Text, oder der “Sermon”, wie Schraven schreibt, der Ulla Jelpke, so ziemlich alles vom Umgang der NRW-Linken zur heimischen Presse. Ach ja, bevor ich es vergesse: zu meiner täglichen Lektüre gehören neben SPIEGEL, DERWESTEN, Westfälische Nachrichten auch und vor allem, die RUHRBARONE. Nun werd ich vermutlich nie wieder einen Fuss in eine linke Versammlung bekommen! Aber wenigstens darf ich alle Presse-Websites anklicken, die ich will, ist ja auch was!

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Detlef Obens: Ich hab noch nie einen Cent von der WAZ bekommen. Selbst mein Praktikum haben ich 1989 bei den Ruhr Nachrichten gemacht. Ich finde nur, dass die Kommentare das Schlimmste an Der Westen sind und die Site wirklich runterziehen.

  • #14
    Wähler

    @13 Stefan,
    ok. ich denke das ich gemeint bin.
    Das die Kommentare teilweise den “DerWesten” herunterziehen ist doch unabstreitbar. Aber das mittlerweile nur noch nach Nahmen und nicht nach Inhalt gelöscht wird, das können auch sie nicht abstreiten. Aber lassen wir das. sie haben schon Recht das man das hier nicht austragen sollte. Ich wünsche den Ruhrbaronen weiterhin viel Glück und werde auch gerne hier lesen ;~)
    Gruss

  • #15
    Detlef Obens

    @Stefan Laurin: da stimme ich mit Dir voll überein. Besonders schlimm sind die Kommentare, und der darin enthaltene geworfene Dreck, wenn es um die Linken geht. Ich möchte auch ganz eindeutig hier vermerken: mir geht es in erster Linie bei den Linken um die “Führungsetagen” und “Mandatsaspiranten”. Die normalen-kleinen Mitglieder sind sicher nicht das Ziel meiner Kritik an dieser Landesparteiführung der LINKEN. Vielleicht, mal so am Rande, ergeben sich ja für Meiser oder andere berufliche neue Ziele? Im Mai will Michalowsky in den Landtag. Dann würde das Amt des linken PR-Sprechers frei…!

  • #16
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Wähler: Auch ich lösche hier zum Teil nach Namen. Man kennt seine “Pappenheimer”. Bei einigen Leuten wollen wir gar nicht mehr, dass sie hier kommentieren, weil sie sich sehr oft im Ton vergriffen haben. Grob gesagt: Wir wünschen uns das unsere Leser im Kommentarbereich miteinander diskutieren und streiten. Es kann auch mal lauter werden. Aber wer auf andere losgeht fliegt raus. Und dann sind wir natürlich nicht bereit gewissen Leuten eine Plattform zu bieten. Ein Blog besteht aus den Texten der Autoren und der Kommentatoren – beides muss zusammen passen. Ich denke wir machen das ganz gut – und wir werden unseren Kurs in dieser Frage auch nicht ändern.

  • #17
    Burkard Schulte-Vogelheim

    Ruhig Blut, Stiefgenossin Jelpe und daran denken, “wenn mich die Feinde loben, dann habe ich zuverlässig etwas falsch gemacht” (August Bebel). Im Umkehrschluß also, es wäre höchst verdächtig, würde auch nur ansatzweise positiv oder auch nur neutral berichtet – das nicht nur von den Schmuddel-Medien. Geschenkt, daß Lafontaine BILD-Autor war, wenn’s denn nur was brachte. Geschenkt vor allem, nimmt man so manche BILD-Autoren zur Kenntnis, die Jahre zuvor den Aufruf “Wir schreiben nicht für BILD” unterschrieben und die Gründe aufführten. Die Gründe sind geblieben, die Autoren dort angekommen, wo sie hingehören, darunter ein gewisser Gerhard Schröder.

    Die LINKE wird gewählt, nicht von zu Leistungsträgern beförderten Kleinen Leuten, nicht von Menschen, die einen Arbeiterführer erwarten und erst Recht nicht von denen, die dem Mief des Antikommunismus erliegen. Sie wird gewählt von Menschen, die die Entsolidarisierung des Landes, die Demütigungen, Denunziationen und Schikanen gegen die Schwächsten, sowie die Lügenstatistiken nicht hinnehmen wollen, das allerdings ist (noch) nicht mehrheitsfähig. Und sie wird gewählt, das sei nicht verschwiegen, trotz mancher Finsterlinge aus der Fraktion der Hardcore-Marxisten. Mehr ist nicht drin und bis die Schäden der Schröder-SPD beseitigt sind, bis es überhaupt zu Bündnissen beider sozialdemokratischen Parteien, von den Grünen ganz zu schweigen, kommen kann, werden, so fürchte ich, Jahrzehnte vergehen. Gelassenheit ist angesagt, auch was die Berichterstattung anbelangt. Und so hoffe ich, daß hier, in NRW, auch weiterhin ein “Arbeiterführer” für eine gewisse Unterhaltung sorgt, alldieweil Frau Kraft noch längst nicht gewillt zur Kraftilanti ist.

    PS: “Ein Angriff auf die Pressefreiheit” liegt nicht vor, das ist dummes Zeug. Es ist legitim aber nicht unbedingt klug, sich bestimmte Leute vom Hals zu halten. Legitim, wie ’78 die Drucker bei Springer, die sich im Arbeitskampf weigerten, die Fälschungen betr. ihrer Löhne zu drucken.

  • #18
  • #19
  • #20
    Christian S.

    Bis vor kurzem wäre der oben zitierte Jelpke-Ausfall jedernfalls noch von der SPD kritisiert worden als Beispiel für die Nichtregierungsfähigkeit der Linken.

    Hast Du das verlinkte Original von Jelpke mal gelesen? Mein Gott was für ein Sermon.

    Klar habe ich das Original gelesen. Ich schreibe anders, und lese auch andere Dinge. Ein “Angriff auf die Pressefreiheit” ist es aber nicht, mit gewissen Medien nicht mehr zu reden. Ich würde der “Jungen Freiheit” auch kein Interview geben.

  • #21
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Christian: Das war übelstes Journalistenbashing. Und zu fordern mit Spiegel, WAZ und Co nicht mehr zu reden zeugt von einem merkwürdigen Verhältnis von Pressefreiheit. Wenn man die Dinge wie Du allerdings nur nach möglichen Machtoptionen beurteilt kommt man vielleicht zu einem anderen Schluss.

  • #22
    Thomas

    Zum Presse- und Meinungsfreiheitsverständnis der NRW-Linkspartei, deren Dortmunder Abgeordnete die Kollegin Jelpke ist

    – ich darf Kollegin sagen, auch weil ich mal für die junge Welt tätig war, wie es Ulla heute noch ist –

    ergänzend noch dies:

    Die Landesschiedskommision der NRW-Linken beschied den Ausschluß eines Mitgliedes wg parteischädigenden Verhaltens, weil dies eine Onlinezetung herausgab, welche die Linkspartei zu kritisieren wagte.

    http://shorl.com/lopryrehumofra

    http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=7980&tx_ttnews[backPid]=91&cHash=9ef1a6b9fa

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  • #24
  • #25
    Burkard Schulte-Vogelheim

    Recht hat sie nicht, so nachvollziehbar es ist. Nachvollziehbar, daß man in Permanenz dem Antikommunismus Adenauerscher Prägung ausgesetzt ist. Nachvollziehbar auch, der dadurch bedingten Verwirrungen in den eigenen Reihen. Und, daraus folgernd, dem Helfersyndrom mancher (Stief)Genossen, die noch nicht die Erfahrung machten, daß nichts härter ist als eine Parteifreundschat. Das hat man zu wissen, dem hat man nicht nachzugeben.

    Der Rest ist ohne Belang. Wer die Linke, in Ermangelung einer Alternative, beauftragt, für ihn die Stimme für eine solidarische Gesellschfaft in den Parlamenten zu erheben, dem ist es gleichgültig, wie nun die Schmuddel- und auch die seriöse Presse berichtet. Denn das Problem des “Parasiten”, des “Vaterlandslosen Gesellen” wird z.Z. nicht von den “seriösen” Medien beim Wort genannt. Und ertragen muß und kann man die Berichterstattung einer “Lumpenjournaille”, die manchmal so falsch nicht liegt, so schwer es auch fällt. Den Rest kann man sich schenken. Sich schenken die Typen, die jeder Gewerkschafter, jeder Christ oder Demokrat in seinem jeweiligen Verein bis zu Erbrechen kennt. Die Erfahrung mit den “ewigen Klassensprechen”, das sind innerhalb der Arbeiterbewegung die sogenannten Parteisoldaten, oder treffend von einer Kollegin aus der Diakonie benannt, der Mafia.

    Die LINKE wird gewählt, gewählt auch von mir allen Bedenken, die in diesem Fall uninteressant sind, zum Trotz. Sie wird gewählt, weil die, von Sozialdemokraten und Grünen seinerzeit Helmut Kohl unterstellte 2/3-Gesellschaft Wirklichkeit wurde und das untere Drittel weder dem Antikommunismus noch dem Lumpenjournalismus folgen will. Die Zunkunftsfragen der Gesellschaft kann keiner ehrlich beantworten. Kein Arbeiterführer, keine Kraft und auch keine LINKE. Eine Antwort allerdings, wie mit den Überflüssigen umgegangen wird, das kann man.

  • #26
    Detlef Obens

    Ich bin mir nicht sicher, ob der Ausdruck “Lumpenjournaille” angebracht ist. Wo fängt ein Lump an, und wo endet er? Oder ist der schon ein Lump, der schreibt, was ich niemals denken und sagen würde? Wir sollten uns nicht all zu sehr der Jelpkenschen Semantik annähern. Sie schreibt schliesslich nur in und für die eigene politische Strömung. Fakt für mich ist: Presseschelte eines oder einer aktiven Politikers(-in) ist meisstens schlecht und politisch dumm. Die vielen empfindsamen “Linken” haben ihre Lumpen alle bereits ausgemacht. Ob das die Presse beeindrucken wird? Ich denke, nein! Und ob die Ulla Jelpke recht hat oder nicht, wer weiss das schon? Letzten Endes wird der/die WählerIn mit seinen/ihren Stimmen die konkurrierenden Parteien beglücken–oder auch nicht!Und selbst dann gilt: die Presse schreibt weiter! Und das ist auch gut so!

  • #27
    Ingo Engbert

    Die Frage ob Jelpke recht hat oder nicht, stellt sich für mich nicht. Die Frage müsste lauten was will Jelpke (DIE LINKEN) ? Möchte(n) sie an erster Stelle Geld und Sicherheit (Mandate) für sich selber, oder möchte(n) sie innerhalb der Gesellschaft etwas erreichen ? Wenn sie, denn eine Gesellschaft verändern möchte(n), egal in welche Richtung, bleibt es nicht aus als erstes die Menschen von der Politik zu überzeugen. Das dieses in der heutigen Zeit nicht ohne die Medien möglich ist, sollte auch bei den LINKEN schon angekommen sein. Da kann es dann nur einen Weg innerhalb eines demokratischen Staates geben, ich muss mich auf die Medien zu bewegen. Das es dann auch einmal Blessuren geben kann, ist normal. Möchte ich das nicht ? Sollte ich mich auf die Suche nach Maurern machen.

    http://www.hlsa.de/DLWAF/wordpress/?

  • #28
    Ingo Engbert

    Die Frage ob Jelpke recht hat oder nicht, stellt sich für mich nicht. Die Frage müsste lauten was will Jelpke (DIE LINKEN) ? Möchte(n) sie an erster Stelle Geld und Sicherheit (Mandate) für sich selber, oder möchte(n) sie innerhalb der Gesellschaft etwas erreichen ? Wenn sie, denn eine Gesellschaft verändern möchte(n), egal in welche Richtung, bleibt es nicht aus als erstes die Menschen von der Politik zu überzeugen. Das dieses in der heutigen Zeit nicht ohne die Medien möglich ist, sollte auch bei den LINKEN schon angekommen sein. Da kann es dann nur einen Weg innerhalb eines demokratischen Staates geben, ich muss mich auf die Medien zu bewegen. Das es dann auch einmal Blessuren geben kann, ist normal. Möchte ich das nicht ? Sollte ich mich auf die Suche nach Maurern machen.

  • #29
    Burkard Schulte-Vogelheim

    Die LINKE hat überhaupt nichts zu verändern, wo kommen wir denn da hin? Sie hat zu handeln im Sinne derer, die sie wählen und der manifestierten Entsolidarisierung der Gesellschaft sich widersetzen. Mehr ist nicht drin. Daß es intern zugeht nicht anders als in den Parteien der Mitte, daß wie in der Mitte manch’ Finsterling dort sein Unwesen treibt, das ist sowas von gleichgültig, geht mir dermaßen am Arsch vorbei…

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