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Merkel in der ARD: “Es ist nichts schief gelaufen”

Screenshot Youtube

Wer das gerade in der ARD gelaufene Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesehen und gehört hat, kann seinen eigenen Ohren nicht trauen: Da sagt Merkel doch allen Ernstes: „Es ist nichts schiefgelaufen.“ Die Frage lautete, was denn die EU und die deutsche Regierung falsch gemacht hätten bei der Impfstoffbeschaffung. Man bleibt einfach mit offenem Mund sprachlos stehen angesichts dieser Antwort.

Was muss denn eigentlich noch passieren, dass ein verantwortlicher Politiker eingesteht, Fehler gemacht zu haben? Reicht das Impfdebakel nicht, reichen die vielen Menschen, die wegen zu spät gelieferten Impfstoffs in den nächsten Wochen und Monaten ihr Leben verlieren werden, nicht? Reichen die Leiden der Kranken auf den Intensivstationen nicht? Reichen die massiven volkswirtschaftlichen Kosten des verlängerten Lockdowns nicht? Reichen die menschlichen Kosten an psychischen Belastungen von Kindern, Eltern und Großeltern nicht? Reichen die Ängste ums nackte Überleben derjenigen nicht, die am Broterwerb gehindert werden? Reichen die Ängste um Arbeitsplätze nicht? Reichen die Hilferufe von Einzelhändlern, Selbständigen und Künstlern nicht?

Was muss denn noch passieren, dass Politiker einfach sagen, sorry, wir haben das Beste gewollt, aber wir haben es verbockt?
Eines ist klar: Dieses Interview hat die inzwischen massive Missstimmung in weiten Teilen der Bevölkerung sicherlich nicht beruhigt – eher im Gegenteil.

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9 Kommentare zu “Merkel in der ARD: “Es ist nichts schief gelaufen”

  • #1
    ccarlton

    Warum sollte Frau Merkel einen Fehler eingestehen? Sie hat die Medien* fest an ihrer Seite. Kritik richtet die Presse eher an Frau von der Leyen, obwohl die als Eurokratin den deutschen Bürgern nicht länger Rechenschaft schuldig ist. Ob das ein Ablenkungsmanöver ist, um Frau Merkel aus der Schusslinie zu halten?

    *Das eine oder andere plötzlich kritische Blog kann man mangels Reichweite vernachlässigen.

  • #2
    Emscher-Lippizianer

    In der letzten Zeit habe ich (und meine Mediengeräte) meine Impulskontrolle schätzen gelernt. Zuerst taucht der Andreas Scheuer des Gesundheitswesens (Spahn) mit einem vorausgezeichneten Videoclip auf dem CDU-Parteitag auf und erzählt "er habe keine Frage, sondern eine Antwort" um das Loblied für den kleinen Nachfahren von Karl dem Großen anzustimmen, das nächste Mal erscheint dieser Nachfahre und erzählt etwas von einem gelungenen Impfstart in NRW, daß mittlerweile der Landrat von Heinsberg sich kritisch zu Wort meldet.

    https://www.n-tv.de/politik/Das-ist-ein-reines-Ablenkungsmanoever-article22324765.html

    Und nun diese Peinlichkeit von Honeckers Rache. Das erscheint mir langsam wie Endsiegparolen vor dem Zusammenbruch. "Unser Impfprogramm kann der Virus brechen, unsere Realitatsflucht nicht".

  • #3
    Emscher-Lippizianer

    @ccarlton #1

    Zu der Frage "Ob das ein Ablenkungsmanöver ist, um Frau Merkel aus der Schusslinie zu halten?" muß ich die Gegenfrage stellen: Wenn Honeckers Rache unbedingt die Impfstoffversorgung durch Pfuschi-Uschi gewährleistet haben wollte: Warum fragt sie nicht nach, warum lässt sie sich nicht die Lage bei der Beschaffung berichten? Das Versagen von Pfuschi-Uschi hat Honeckers Rache doch am eigenen Leib mitbekommen: Immer mit zwei Fliegern zum Staatsbuch starten und hoffen, daß der erste erst so spät ausfällt, daß der zweite dann noch durchhält. Diese Versagerin macht man dann zur Vorbeterin einer Organisation, die nicht einmal die Sommerzeit angeschafft bekommt. Und da hätte für Honeckers Rache keine Notwendigkeit bestanden, sich über den Stand der Impfstoffversorgung berichten zu lassen? Das wahrscheinlich wichtigste organisatorische Programm seit dem zwoten Weltkrieg? Nee… Mädchen, da kommst Du nicht heraus…

  • #4
    fgnfg

    Und nächste Woche erklärt uns Frau Merkel, warum das Internet noch immer Neuland ist…..

    Und die Journalisten mögen mir bitte erklären, warum Helmut Kohl Leute wie Heiner Geißler, Richard von Weizsäcker oder Rita Süssmuth aufbauen konnte, wogegen Frau Merkel lieber als "schwarze Witwe" agiert.

  • #5
    Helmut Junge

    Wenn Merkel über die Corona Pandemie spricht, redet sie über einen akuten, dramatischen Notfall, der leider drastische Maßnahmen erfordert. Der Lockdown kann ihr gar nicht streng genug sein. Geschäfte geschlossen, nicht einmal Enkelbesuche durch Opa und Oma gleichzeitig sind erlaubt. Das beschließt sie auf der Basis des Gefahrenabwehrrechts, wonach sie nich einmal das Parlament befragen muß.
    Aber bei der Bestellung und Zulassung von Impfstoffen, gilt dieser Notfall plötzlich nicht mehr. Es gab keine Notfallzulassung von Impfstoffen, und sollte lt. Kanzlerin auch keine geben, obwohl das Gesetz solch eine Notfallzulassung vorsieht.
    Da mußte alles seinen normalen Gang gehen, denn für die EU gilt eine Haftung, die es in anderen Ländern angeblich nicht gibt. Ja so was! Für die vielen 10-tausend Toten ist niemand haftbar, aber für Impfschäden schon? Merkel (würdig.)

  • #6
    Angelika, die usw.

    #fgnfg
    Frau Süssmuth sprach sich für Herrn Laschet als neuen CDU-Vorsitzenden aus, er schrieb vor langer Zeit mal ihre Reden (steht bei wikipedia etc.). Da kann sie ja nun zufrieden sein.

    Und Herr Laschet ist mit dem Impfstart (in NRW) zufrieden.

    Und Frau Merkel ist auch zufrieden (nichts schiefgelaufen).

    Aber seltsam, die Bürger scheinen unzufrieden zu sein, jedenfalls viele und manche sehr. Und die Bürger sind Wähler.

  • #7
    Yilmaz

    Es ist ein totales Versagen der Verantwortlichen in Berlin. Der Sommer wurde ohne Vorbereitung vertan.

    1. Kein Konzept für die Schulen
    2. Kein Konzept für Kitas
    3. Kein Konzept für Alten- und Pflegeeinrichtungen
    4. Kein Konzept für eine zügige und treffende finanzielle Entschädigung von Lock-Down geschädigten
    5. Die Verantwortung für Beschaffung des Lebensnotwendigen Impfstoffes wurde fahrlässig aus der Hand gegeben.
    6. Keine rechtzeitige Bestellung und in ausreichenden Mengen von Impfstoff.
    7. Kein Konzept für die Vergabe von Impfterminen
    8. Keine Datenerfassung bei Infizierten die Hinweise z.B. auf Infektionsorte geben könnten (z.B. beruflich. Tätigkeit)
    9. Aus 7. folgt, dass wir immer noch nicht wissen an welchen Orten sich Menschen infizieren
    10. Aus 7. u.8. folgt, keine zielgerichteter Lock-Down, es wird alles dichtgemacht, Gieskannenprinzip

    Merkel sagt: Ich kann keine Fehler erkennen, was schlimm genug ist bei dem Totalversagen, und der Wähler lässt sich einlullen und glaubt es auch noch.

  • #8
    Ali Mente

    Die Partei, die Partei, die hat immer recht …

    Es ist alles gut und alle sind hoch zufrieden. Genauso wie wie zum Ende der DDR.

  • #9
    Enno

    Nicht Merkel, sondern der Medienkomplex ist das Problem. Das war und ist so. Eine funktionierende vierte Macht und innerhalb von Wochen wäre Schluss mit dem Theater. Geht aber nicht, da dieses Medienkonglomerat in Print und Funk den Kern dieser Aufführung bildet.

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