Metropole Ruhr? Lächerlich

Gestern hat das Deutschlandradio über Ruhr2010, die Hausbesetzung in Essen und Kreativwirtschaft berichtet.

Dabei bekam ich in einem kurzen Interview die Gelegenheit verschiedenen Kritikpunkte an der Arbeit der Ruhr2010 GmbH und dem PR-Getrommel darzulegen. Zum Beispiel dass es eine Sauerei von Gorny und Co. war, noch nicht einmal mit den jungen Künstlern zu reden, die das DGB-Haus in Essen besetzt haben. Dass das Gerede von der Metropole Ruhr ebenso peinlich wie unzutreffend ist und das die viel gepriesene „Nachhaltigkeit“ (Das Wort schon – grauenhaft) vor allem daraus besteht, das Dieter Gorny und seine Kumpels in Zukunft beim European Centre for Creative Economy (ECCE)  untergommen sind. Wenn ihr wollt könnt ihr ja mal reinhören…Klack

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10 Kommentare

  1. #1 | Claudio sagt am 24. Juli 2010 um 10:47 Uhr

    Seit Januar 2010 habe ich versucht eines der subventionierren Künstlerquartiere (Essen oder Oberhausen) zu bekommen. Alles nur heiße Luft! In Essen gibt es keine Quartiere die beziehbar sind, in Oberhausen (bei der WFO) ebenfalls nicht.

    Schlussendlich wurde ich nach einer Odysee des Suchens an die E-C-C-E verwiesen, wo mir ein Mitarbeiter mit einem laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangen Titel auf seiner Visitenkarte (Artist Round Table Point Management-Irgendwas) das Angebot machte, mit mir zusammen die Zeitungen nach Leerständen zu durchforsten…

    Hallo Ruhr 2010? Geht’s noch?

    Diese kreativen Quartiere – die von Gorny und Rüttgers so großmundig angepriesen wurden – gibt es nicht!!!

  2. #2 | Martin sagt am 24. Juli 2010 um 11:24 Uhr

    Gutes Interview!

    Zitat: „Der Gewinner dieses Abwicklungsprozesses ist Dieter Gorny …“

  3. #3 | Marc L. sagt am 24. Juli 2010 um 16:25 Uhr

    Ich stimme mal ein. Schönes Interview!

  4. #4 | Eva sagt am 24. Juli 2010 um 16:33 Uhr

    Super Interview, Stefan. Da hast Du unser aller Unbehagen mit der Ruhr.2010 auf den Punkt gebracht. Das zauberhafte Volksfest auf der A40 kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Gelder für die Kulturhauptstadt dadurch, dass heimische Künstler und Kreative übergangen wurden, aus dem Ruhrgebiet rausgeflossen sind. Deine Worte waren klar und hart – hart sind jedoch auch diese skandalösen Vorgänge, daher hast Du genau den richtigen Ton getroffen.

  5. #5 | Frank sagt am 24. Juli 2010 um 21:48 Uhr

    Sehr gut! – Mit jungen Kuenstlern ist es wie mit jungen Unternehmen. Sie brauchen Vorschuss, gute Leute und man kann vorher nicht wissen, wer Erfolg haben wird. Was beide in der Tat nicht brauchen sind Etablierte, die es sich auf Kosten des Nachwuchses gut gehen lassen wollen. Gorny weiss nichts von der Kunst und ihrem Gang. Das habe ich schon seinem Kommenta uebet Lena entnommen..

  6. #6 | Ex-Linker sagt am 25. Juli 2010 um 10:11 Uhr

    Sehr gutes Gespräch, mit Fakten gut belegt.

    So wurde deutlich, warum die „Ruhr 2010“ ein Fall für den gastroentrologen ist und mit Kultur für das Revier nichts gemein hat. Pleitgen und Scheytt verbrennen nur Steuergelder in Millionenhöhe. Am Ende dieses „Kulturhauptstadtjahres“ wird es im Revier weniger „Kultur“ geben als vorher. Aber einige Kulturbürokraten, die sich selbst gut weiter versorgt haben.

    Übrigens: Ich finde es unmöglich, dass Kulturdirektorin Sevindim nach wie vor die Aktuelle Stunde moderiert. Gerade weil sie eine gute Moderatorin ist, hätte sie erkennen müssen, dass dies so nicht sein sollte. Ohnehin sollte der WDR nicht offizieller Partner der Gsellschaft mit beschränkter Haftung sein, sondern kritischer journalistischer Begleiter.

  7. #7 | Anton Priestermann sagt am 25. Juli 2010 um 11:36 Uhr

    Gut gemacht, Stefan!

  8. #8 | a.j.nevs sagt am 27. Juli 2010 um 21:30 Uhr

    zum audiokommentar: als ob der begriff metropole ruhr auf herrn langemeyer zurückzuführen sei.. haah! guck mal in die nationalen raumordnungsprozesse.. und ob du es ruhrstadt oder metropole oder ruhrgebiet nennst, das ist ein aktionsraum, den man auch so denken, verwalten und vermarkten muss, denn leben tut man ihn so!

  9. #9 | Stefan Laurin sagt am 27. Juli 2010 um 21:34 Uhr

    @Nevs: Ja, die Metropolregionen der EU – aber da waren auch noch Düsseldorf und Köln dabei. Langemeyer wollte den Begriff Metropole Ruhr als Label und nicht mehr das Wort Ruhrgebiet. Natürlich muss man die Region gemeinsam verwalten und denken – aber man muss eine Region, die keinerlei zentrale Funktionen hat nicht als Metropole lächerlich machen. Man sollte sich vielmehr Mühe geben, dass sie endlich zentrale Funktionen erhält und eine funktionierende Struktur gleich mit dazu.

  10. #10 | Die Erfindung der ‚Metropole Ruhr’ und ihre tödlichen Folgen. Plädoyer für einen Paradigmenwechsel im Ruhrgebiet nach der Katastrophe von Duisburg | Kulturpro sagt am 11. April 2011 um 17:50 Uhr

    […] Erläuterungen zu Alternativen im 2. Teil). Auch kritische Journalisten und Aktivisten wie die Ruhrbarone, die Herausgeber der Pop-Protokolle aus dem Ruhrgebiet oder die AG Kritische Kulturhauptstadt haben […]

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