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Mit Bachblüten gegen Kindesmisshandlung

bachblueten_missbrauch

Die Esoterikszene ist nicht für ihre Skrupel bekannt: Ob Homöopathie, Bachblüten oder angeblich heilende Steine. Den Betrügern und Scharlatanen ist es ziemlich egal, mit welchen falschen Hoffnungen sie ihren oft verzweifelten Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Aber dann und wann stößt man auf etwas (Danke an Heike für den Tip), was einen wirklich wütend macht: Die Bachblütenmischung Nr. 79 zum Beispiel, die im Internet als Mittel gegen die Folgen von Kindesmissbrauch verlauft wird. Bachblüten wirken nicht – das ist wissenschaftlich festgestellt. Es gibt nur eine Placebo-Effekt. Das hindert aber skrupellose Eso-Händler nicht, mit dem Elend von Missbrauchsopfern Geld zu machen: Zum Beispiel das Unternehmen Bachblüteninformation aus der Schweiz. 49 Franken kosten dort ein paar Tropfen der wirkungslosen Tinktur, bei Amazon ist das Zeug vergriffen.

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7 Kommentare zu “Mit Bachblüten gegen Kindesmisshandlung

  • #1
    Thomas Nueckel

    Da bleibt sogar mir die Spucke im Hals stecken. Esoterik scheint mir immer mehr ein Phänomen „domestizierenden Affentums“ auf allen Ebenen zu sein; siehe unsere NRW-Gesundheitsministerin. Ole‘

  • #2
    Mirco Veers

    Aber auch ein Placebo – Effekt ist ein Effekt. Wenn ich einen Placebo nehme und denke, es seine Tablette zum Blutdrucksenken und mein Blutdruck sinkt tatsächlich, ist der Effekt doch dergleiche wie bei einer „richtigen“ Tablette.

  • #3
    Hurz

    Schön rebloggt, auch der kinderdok nimmt sich des Themas an: http://kinderdoc.wordpress.com/2013/11/15/schwachbluten/

  • #4
    Avatar

    @Mirco

    Nein. Ist es nicht. Bei einfachen Leiden, die keiner medikamentösen Behandlung bedarfen, kann es von Vorteil sein ein Placebo zu verabreichen (die in der Regel VIEL billiger sind als jegliches pseudomedizinisches Produkt), welches damit die gleiche Scheinwirkung erzielt, wie das Scharlataneriezeug.

    Bei komplexen psychischen Traumata wie einer Kindesmisshandlung ist dies aber gefährlich. Eltern könnten dies als Ersatz zu einer psychologischen Therapie sehen. Den Kindern geht es kurzfristig besser durch den Placeboeffekt, aber das Trauma wird nicht verarbeitet. Und bei einer psychologischen Betreuung erhalte ich die gleichen Effekte in gleicher Stärke durch den Psychologen selbst. Dann noch einen Riesenschaffel Geld ausgeben, wenn ich einfach Leitungswasser in ein Fläschchen geben kann und es meinem Kind als Heilmittel begleitend zur Therapie verabreichen kann, ist unsinnig und – einfach gesagt – dumm.

  • #5
    Tom

    Liebe Leute, ich bedauere diese negativen Reaktionen. Das war nicht meine Absicht. Ich habe die Bachblüten-Mischung Nr. 79 von meiner Website genommen. Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link: https://www.facebook.com/Bachblueteninformation/posts/562705757143299. Mit freundlichen Grüßen, Tom

  • #6
    der, der auszog

    @Tom

    So wie sie versuchen mit dem Missbrauch von Kindern Geld zu verdienen, sind sie ein ganz schön abgezockter Zeitgenosse und man kann nur hoffen, dass sich die Scharlatanerei herumspricht, mit der sie versuchen, hilf- und ahnungslosen Menschen, die sich vermutlich an jeden Grashalm klammern, der ihnen Hoffnung geben könnte, die Fränkli und Euros aus der Tasche ziehen.

    Für mich gehören nicht nur ihre Produkte aus dem Verkehr gezogen, sondern sie auch eindeutig auf die Couch mein lieber Tom. Ich meine jetzt keine Bachblütencouch, sondern die einer psychiatrischen Anstalt zur Behandlung ihrer offen zu Tage tretenden psychischen Störungen.

  • #7
    Micha

    @Tom
    Sie wollen Psychologe sein? Da würde mich ja interessieren welchen Abschluss sie wann und wo gemacht haben. Dass sie ihre 50 Euro Jahresbeitrag an eine belgische Psychologenvereinigung überwiesen haben ist mir dabei übrigens völlig schnurz!

    Und ihr Bachblütenzertifikat ist auch herzallerliebst. Dafür mussten Sie zwei zweitägige und einen dreieinhalbtägigen Workshop mitmachen und danach noch ein wenig schreiben … … fragen sie mal ihren Arzt oder einen richtigten Psychotherapeuten, wie lange deren Ausbildung gedauert hat …

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