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Mit der Wahl Janine Wisslers zur Vorsitzenden ist die Linkspartei endgültig im Westen angekommen

Janine Wissler im Hessischen Landtages Foto: Olaf Kosinsky Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow wurden heute zu den neuen Vorsitzeden der Linkspartei gewählt. Vor allem die Wahl Wisslers ist bemerkenswert und belegt, dass die Linkspartei endgültig im Westen angekommen ist. Wisslers politische Heimat ist die trotzkistische Sekte Marx21 auch wenn Wisslers Mitgliedschaft zurzeit ruht.

Marx21, die Gruppe hat übrigens wie andere linksradikale Splittergruppen keine Berührungsängste, wenn es um Islamisten und den Antisemitismus nicht fern stehenden Organisationen geht, ist ein Phänomen der westlichen, autoritären Linken. Mit der Kümmererpartei des Ostens, zu der sich die Linke nach dem Ende der DDR entwickelte, hat das alles nichts zu tun. Marx21, MLPD, die diversen KPDs, die SAV, früher auch der KBW und die KPD/ML   – all diese antiimperialistischen Zwerge sind oder waren streng dogmatisch, zum Teil offen menschenverachtend, politikunfähig und erfolglos. In der DDR wurden all diese Gruppen bekämpft, vor allem die Trotzkisten galten als Erzfeind der regierenden Stalinisten. Seit den 20er Jahren herrschte Krieg zwischen den beiden Gruppen, in dem die Stalinisten allerdings überlegen waren. Gegenseitig meist spinnefeind, eint diesen roten Reigen die Ablehnung von Demokratie und westlicher Gesellschaft – zu der sie allerdings als Randphänomen gehören.

Dass jemand wie Wissler aus diesem Milieu nun an der Spitze der Linkspartei steht zeigt, dass die Politik der roten Sekten in der gesamten Linkspartei mehrheitsfähig geworden ist. Bislang war das vor allem im Westen so.   Ein  langjähriges Mitglied eines trotzkistischen Grüppchens  könnte die alte SED zerstören – manchmal hat die Geschichte Humor.

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6 Kommentare zu “Mit der Wahl Janine Wisslers zur Vorsitzenden ist die Linkspartei endgültig im Westen angekommen

  • #1
    Jo

    Stefan Laurin schreibt auch für Axel Springer SE – genauso liest sich sein Pamphlet:

    BILD 2.0

  • #2
    Philipp

    Und gleichzeitig hört Fabio de Masi auf.

    Gibt es noch irgendeinen Zweifel an Schwarz-Grün?

  • #3
  • #4
  • #5
    paule t.

    Wenn Wissler so schlimm ist, kann man ihr bestimmt mehr vorwerfen als die ruhende Mitgliedschaft bei Marx21 und die daraus folgenden Assoziationen des Autors? So Sachen, die sie selbst gesagt und getan hat, zb?

  • #6
    Helmut Junge

    "man" kann es glaub ich nicht @Paule. Zumindest nicht von außerhalb. Mir bedeutet das auch nicht viel. Meist ist durch so eine Mitgliedschaft aber das Denken stärker eingeschränkt, als man sich selber eingestehen möchte. Das wird sich zeigen. ch werde das Experiment mit ihr gut beobachten. So vorurteilsfrei, wie ich kann.
    Aber sobald sie antisemitische Gedankengänge äußert, ist sie bei mir durch.

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