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Motte und Bailey: Der wichtigste Debattentrick der Wokies

Motte und Bailey – Burg und Vorhof Foto: Barbara Brunner Lizenz: CC BY-SA 3.0

Debatten mit Wokies sind oft wenig ergiebig. Das liegt an einem Trick: Motte und Bailey. Das Kollektiv Diskursbeobachter hat ihn  beschrieben und uns gestattet, ihn auch in diesem Blog zu veröffentlichen.

Wir haben an einigen Stellen frei und nicht wörtlich einen Thread des Twitter Accounts „Wokal Distance“ übersetzt. Der Thread erklärt sehr anschaulich mit der Metapher „Motte und Bailey“ warum Wokeness eine spezielle Weltanschauung ist. Wokeies, die „unabhängige Rassismus-Studien“ bei der Polizei einfordern, müssen verstehen, welche Weltsicht von diesen „Experten“ geteilt wird und wie sie (unwissentlich) Islamisten in die Hände spielen, die erfolgreich auf den identitätspolitischen Zug aufspringen. Zuletzt hat der Bundestag beschlossen, neun Millionen Euro für Rassismus-Forschung an das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) unter der Leitung von Naika Foroutan und Yasemin Shooman, bereitzustellen (Link: https://bit.ly/33VZFHl). Das Ergebnis dieser Studien kann vorweggenommen werden, wenn man die Sprach-Codes der Wokeness verstanden hat. Besonders pikant wird es, wenn „Experten“ aus neu dem gegründeten Arbeitskreis Muslimfeindlichkeit, u.a. besetzt mit Akteuren aus dem personellen und ideologischen Geflecht der Muslimbruderschaft damit beauftragt werden eine solche Studie zu erstellen.

Hier geht’s zum Thread: CHECK YOUR WHITE PRIVILEGE!

https://twitter.com/wokal…/status/1309478917657341952…

Seit 2013 hat sich die Idee des “White Privilege” wie ein Lauffeuer in der Gesellschaft verbreitet. Das Grundkonzept des “White Privilege” besteht nicht darin, dass “weiße Menschen weniger Rassismus ausgesetzt sind als schwarze Menschen”.

Die Wokeies spielen ein Spiel mit dem “White Privilege”, bei dem sie zwischen zwei Positionen wechseln: Einer extremen Position, an die sie wirklich glauben und über die sie offen sprechen, wenn sie nicht angegriffen werden, und einer weit bescheideneren Position, auf die sie sich zurückziehen und die sie verteidigen, wenn sie jemand in Frage stellt.

Diese Taktik wird als Trugschluss von „Motte und Bailey“ bezeichnet. (https://newdiscourses.com/…/stealing-motte-critical…/). Diese Taktik ist bezeichnet nach einer Burg mit einer Motte (einer kleinen, aber leicht zu verteidigenden Festung, in der man sich bei einem Angriff verstecken kann) und einem Bailey/Vorburg (einem großen Tal mit vielen Ressourcen und Schätzen, in dem der ganze Spaß stattfindet).

Im Falle des „White Privileges“ ist der Burgturm (Motte) die Idee, dass Schwarze dem Rassismus ausgesetzt sind, dem Weiße nicht ausgesetzt sind, und der Vorhof (Bailey) mit dem geselligen Burgleben ist die Idee, dass alle Weißen rassistisch sind und ein ungerechtes System der Rassenhierarchie verewigen, ohne es zu wissen:

Es ist leicht zu erkennen, wie diese Idee an Boden gewinnt und wie nützlich sie für die Wokeies ist. Sie ziehen eine einfache Idee heran, die Ihnen richtig erscheint, und wenn alle diese Idee akzeptieren, wechseln sie in eine Extremposition.

Werfen wir also einen Blick auf den Vorhof (“Bailey”) des „White Privilege“ und schauen uns an, was tatsächlich vor sich geht. Die „Woke Society“ wird durch die Brille von „Dominanz/Vorherrschaft“ und „Unterdrückung“ betrachtet. Sie sind das Yin und Yang der Wokeness.

Im Sinne der Wokeness-Doktrin benutzt eine Gruppe Macht und ihre Vorherrschaft, um an die Spitze der sozialen Pyramide zu gelangen. Sie nutzt dann diese Position aus, um noch mehr Macht zu gewinnen und um ihre Position an der Spitze der sozialen Hierarchie zu halten. In der Sprache der Wokeness geht es bei „Vorherrschaft/Dominanz“ immer darum, soziale Macht zu ergreifen, auszuüben und zu horten.

Die soziale Macht, die die dominante Gruppe übernommen hat, wird dann von der ihr dazu benutzt, die Gesellschaft zu ihren Gunsten zu manipulieren und andere Gruppen in der Gesellschaft zu unterdrücken. Mit anderen Worten: Die Mächtigen zwingen ihre Ideen und Interessen allen auf. Sie tun dies, indem sie sicherstellen, dass alles in der Gesellschaft so aufgebaut ist, dass sie als dominante Gruppe in jeder Situation den größtmöglichen Nutzen auf Kosten aller anderen erhält. Dies geschieht, indem sie sicherstellen, dass alles, was in der Gesellschaft existiert, so konstruiert ist, dass die Ideologie der dominanten Gruppe in buchstäblich allem verankert ist.

Das bedeutet, dass die Art und Weise, wie wir über Kunst, Recht, Wissenschaft, Mathematik, Sport, Religion, Architektur und alles andere in der Gesellschaft denken und diskutieren, in die Ideologie der dominanten Gruppe eingebettet ist. Das Ergebnis davon ist, dass die „Diskurse“ in der Gesellschaft oder die Art und Weise, wie wir über die Dinge sprechen und kommunizieren, alle die Ideologie der dominanten Gruppe als selbstverständlich voraussetzen und annehmen und deshalb die Ideologie der dominanten Gruppe predigen, lehren und verewigen, selbst wenn die Menschen, die die Ideen diskutieren, sie nicht kennen.

Die Wokeies denken, die dominante Gruppe kontrolliere auf subtile Weise, wie jeder redet, denkt und kommuniziert. Das „sozialisiert“ die Menschen zu Verhaltensweisen und Ideen, die der dominanten Gruppe zugutekommen. Mit anderen Worten, die Menschen werden darin geschult, so zu denken und zu handeln, wie es den Menschen an der Spitze nützt.

Die Wokies denken, dass die dominante Gruppe – alte, weiße Männern – Kontrolle darüber ausübt, wie die Gesellschaft kommuniziert und denkt, und damit anderen Gruppen die Hände bindet. Das Ergebnis ist, dass jeder, der kein weißer Mann ist, durch die von weißen Männern geschaffenen Machtsysteme „unterdrückt“ wird.

Unterdrückung wird demzufolge nur von Minderheitsgruppen in der Gesellschaft erfahren, nicht von weißen Männern. Weiße Männer können Schwierigkeiten oder Benachteiligungen erfahren, aber keine Unterdrückung. Dies deshalb, weil Unterdrückung von der systemischen Macht weißer Männer verdrängt wird, wenn der Unterdrückte ein weißer Mann ist. (*) Lesen Sie das noch einmal.

Der Wokeness-Doktrin zufolge werden weiße Männer niemals von der Gesellschaft behindert, DAFÜR DASS SIE WEISSE MÄNNER SIND. Sie mögen Vorurteilen ausgesetzt sein, aber dieses Vorurteil ist niemals SYSTEMISCH. Das heißt, weiße Männer können immer nur Opfer vereinzelter Fälle von Diskriminierung sein, niemals Opfer von Unterdrückung (und Rassismus), denn selbst wenn ein weißer Mann z.B. von einer farbigen Frau diskriminiert wird, wird er im Kontext einer ganzen Gesellschaft, die zu seinem Nutzen aufgebaut wurde, immer noch nur diskriminiert. Selbst wenn ein weißer Mann also mit Vorurteilen konfrontiert ist, hat er im größeren Zusammenhang immer noch die Oberhand.

Ein gutes Beispiel dafür, wie das „White Privilege“ und die Unterdrückung des Wokies ist ein Videospiel, bei dem weiße Männer das Spiel im leichten Modus, Frauen im mittleren Schwierigkeitsgrad und schwarze behinderte Transsexuelle im schwierigsten Schwierigkeitsgrad spielen.

Das ist die Weltsicht der Wokeness.

Die Wokeies denken, dass das „Privileg der Weißen“ drückst sich gesellschaftlich dadurch aus, dass Weiße das Spiel auf einem leichteren Niveau spielen als Schwarze, Eingeborene und Braune.

Darum geht es, wenn Wokies vom „White Privilege“ sprechen.

Ich möchte, dass Sie zur Kenntnis nehmen, wie viel intellektuelle Arbeit darin steckt, das “White Privilege” richtig erklären zu können. Der Grund, warum ich das niederschrieb, ist, dass Wokeness nicht nur eine Reihe von Ideen ist, sondern eine vollständige „Weltanschauung“, die als Religion fungiert.

Das “White Privilege”, das überall im Munde ist, behauptet, dass das Weißsein eine einzige und nicht hinterfragte und unverdiente Reihe von Vorteilen, Ansprüchen, Vergünstigungen und Freiheiten gewährt, nur weil jemand weiß ist. Das bedeutet, dass die Wokeies denken, dass jede Situation, in der sich ein Weißer befindet, egal wie schwierig, hart oder schmerzhaft diese ist, für Schwarze, Indigene oder Braune noch schwieriger, härter und schmerzhafter wäre. Es spielt nicht einmal eine Rolle, wie die Situation ist, die Wokeies denken, dass es für Weiße einfacher ist.

Wenn also das nächste Mal Wokies anfangen, Ihnen die Idee aufzudrängen, dass Sie „weiße Privilegien” haben, sollte es Ihr Ziel sein, diesen Menschen die „Weltanschauung“ hinter Wokeness zu zeigen. Lassen Sie sie nicht damit durchkommen, dass sie sagen: „Das Privileg der Weißen ist nur, dass Weiße nicht mit dem Rassismus konfrontiert werden, den andere haben“.

Zwingen Sie sie dazu, ihre gesamte Weltanschauung zu verteidigen, damit die Menschen die Möglichkeit haben, den postmoderne intellektuelle Hefepilz zu sehen, den die Wokies benutzen, um ihre Weltanschauung zu backen.

Lassen Sie die Wokies nicht ihr Motte- und Bailey-Spiel spielen: Zwingen Sie sie, sich darüber klar zu werden, worüber sie sich genau streiten.

Helfen Sie diesen Menschen, Wokeness mit Nachdruck abzulehnen, wenn Sie ihnen dabei helfen zu verstehen, wie falsch es ist und warum genau es so gefährlich ist.

Tun Sie das, so gewinnen wir.

Dies ist ein hervorragendes Essay über die „Motte und Bailey“ Metapher der sozialen Gerechtigkeit/Wokeness von James Lindsay: https://newdiscourses.com/…/stealing-motte-critical…/

(*) frei übersetzt, weil der Originalsatz nicht ganz verständlich ist. Originalsatz: „Because oppression is to be disadvantaged by the systemic power of white men BECAUSE ONE IS NOT A WHITE MALE.“

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6 Kommentare zu “Motte und Bailey: Der wichtigste Debattentrick der Wokies

  • #1
    Angelika, die usw.

    "Scheinargumente
    Bei diesen Argumenten solltest du in Diskussionen aufpassen
    Manchmal kommen in Diskussionen Argumente auf, die eigentlich keinen Sinn ergeben. Wie du Scheinargumente erkennst und darauf reagieren kannst."

    Von hingeworfenen Heringen u.a. …

    https://www.quarks.de/gesellschaft/scheinargumente-hier-solltest-du-in-diskussionen-aufpassen/

  • #2
  • #3
  • #4
    Stefan Laurin

    @…Angelika, die usw.: Danke, jetzt wissen wir, wie es die inoffizielle Pressestelle der Grünen sieht.

  • #5
  • #6
    ein Westphale

    Wer zur Hölle sind eigentlich genau diese Wokies?
    Ich werde das Gefühl nicht los dieser gesamte Wokeness-Cancel-Culture-Mob über den ellenlang geredet und geschrieben wird, besteht zu 95% als Projektionsfläche seitens seiner Gegner und real nur aus ein paar hundert versprengten Beknackten auf Twitter, welche etwa so ernstzunehmend sind wie die vielen maoistischen Politsekten der 70er.

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