Nazi-Hools: Jäger will mehr Forschung

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Drei Tage nach den Kölner-Krawallen sprach sich NRW-Innenminister dafür aus, die Szene, die in Köln randalierte mit Mittel der Sozialforschung genau zu analysieren: „Nur zehn Prozent der Teilnehmer an der Demonstration in Köln waren in rechtsradikalen Parteien organisiert. Neben den Hooligans waren viele gekommen, die ausländerfeindlich, gewaltbereit und islamfeindlich waren. Das muss nun genau untersucht werden.“ Viel dieser Demonstrationsteilnehmer seien zwar rechts und rechtsradikal,  aber noch nicht organisiert.
Jäger hat die Sorge, dass sich dieses gewaltbereite, rechte Milieu den rechtsradikalen Parteien anschließen könnte und will dieses Prozess schon   im Frühstadion verhindern.

Im Hinblick auf die angekündigten Demonstrationen aus dem Spektrum rechter Hooligans und Neonazis in Hamburg und Berlin sprach sich Jäger erneut für Verbote aus, auch wenn diese weg juristisch kompliziert sei: „Der Rechtsstaat muss alle Mittel nutzen, die ihm zur Verfügung stehen.“ Auch den Einsatz der Kölner Polizei am Sonntag verteidigte der Innenminister. Die Beamten hätten schlimmeres verhindert. Die Polizeiketten hätten gehalten, Angriffe in die Wohnviertel abseits der Demonstrationsroute und dem Kundgebungsplatz seien so verhindert worden.

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10 Kommentare

  1. #1 | Wolfgang Wendland sagt am 29. Oktober 2014 um 14:50 Uhr

    Am besten die mit der Forschung beauftragen 😉
    http://www.uni-bielefeld.de/ikg/projekte/GMF/

  2. #2 | Stefan Walfort sagt am 29. Oktober 2014 um 16:16 Uhr

    Ist das ominöse „Frühstadion“ so etwas wie eine spezielle kölner Variante des Stadions? Eine, in der ausschließlich Früh-Kölsch ausgeschenkt wird? Machte ja Sinn, dort die Entwicklung von Hools zu organisierten Rechtsextremen zu bekämpfen. Wo auch sonst? Im Pflegeheim treffen die sich ja meist eher selten. Kleverer Schachzug, kann ich da nur konstatieren.

  3. #3 | Keineeigenverantwortung sagt am 29. Oktober 2014 um 21:34 Uhr

    Und schon gibt es ein Geschäftsmodell!
    Warum soll man auch einfach den Menschenverstand einschalten? So kann man das Analysieren und die Verantwortung auslagern. Wahrscheinlich gibt es dann wieder Koordinierungsstellen, Sozialarbeiter …
    Je mehr Leute daran verdienen, umso mehr potenzielle Kandidaten wird es geben. Dann braucht man Geschäftsführer… Natürlich mit Parteibuch

    Warum ist unser Land nur pleite?
    Wichtig ist auch, dass Die Justiz an das Gute im Menschen auch nach der nten Körperverletzung… Glaubt

  4. #4 | der, der auszog sagt am 29. Oktober 2014 um 22:01 Uhr

    Wer jetzt als Innenminister meint, irgendwelche wissenschaftlichen Sozialstudien in Auftrag geben zu müssen statt sich konkret mit den Ereignissen in Köln zu beschäftigen, um erst einmal den Widerspruch aufzulösen, der in der offizellen Beurteilung (Innenministerium und Polizeiführung) und der öffentlichen Wahrnehmung (Medien, beteiligten Polizisten, diversen Politiker) besteht, der sollte seinen Job als Innenminister an den Nagel hängen und sein Studium der Pädagogik wieder aufnehmen. Als Diplompädagoge kann man mit der Forderung nach solchen Studien, sicherlich noch was reissen.

  5. #5 | Helmut Junge sagt am 30. Oktober 2014 um 09:01 Uhr

    Es gibt bereits etliche wissenschaftliche Studien über Hooligans und über Nazis sowieso.
    Es gibt auch bereits Gesetze. Was fehlt, sind Maßnahmen der Exekutive und der Judikative.
    Zumindest für die Exekutive ist der jeweilige Innenminister verantwortlich.
    Und in NRW heißt der nun mal Jäger. Der aber verhält sich wie ein profesioneller Jäger auf seinem Hochstand, der mit viel Geduld darauf wartet, daß aus den Jungtieren später mal kapitale 18-Ender werden.
    Nebenbei, bis die von Jäger geforderten soziologischen Studien beendet sind, und in lesbarer Form vorliegen, haben sich die zur Zeit diskutierten Probleme vermutlich so verändert und vervielfacht, daß Jäger eine neue wissenschaftliche Studie beauftragen müßte, um da durchzublicken. Wenn ihm das überhaupt jemals gelingen sollte.
    Darum erlaube ich mir, ihn darauf aufmerksam zu machen, daß es sich bei den Hooligans um Menschen handelt, die sich gerne kloppen. Das ist bei den Nazis offenbar auch der Fall, und so finden diese Leute rein zwangsläufig zusammen. Und weil nicht jeder von ihnen an Fußball interessiert ist, gehen sie gar nicht mehr zum Platz, sondern treffen sich am Bahnhof, wo sie sich nach dem Spiel so oder so getroffen hätten. Dort können sie dann auf die Polizisten eindreschen, die Jäger nicht mehr in die Stadien schicken will und demzufolge dort bald nicht mehr zu finden sein werden. Was das mit den Salafisten zu tun haben soll, weiß ich allerdings nicht. Nur findet man die eher an Bahnhöfen, als auf dem Platz. Auch die wollen ja verreisen.

  6. #6 | Klaus Lohmann sagt am 30. Oktober 2014 um 11:06 Uhr

    Die einzige „Studie“, die für Jägers Bude einen echten Nutzwert hätte, wäre ein Untersuchungsausschuss zur Frage, warum man auf die Unterwanderung der Hool- und Ultraszene durch Nazis und auf die vielen, relevanten Hinweise aus Fankreisen überhaupt nicht reagiert und sich stattdessen von den Liga-Vereinen, den Fan-Verbänden, DFL und DFB Honig ums Maul hat schmieren lassen.
    http://www.spiegel.de/sport/fussball/hooligan-krawalle-in-koeln-antifaschistische-fangruppen-hatten-gewarnt-a-1000008.html

  7. #7 | Hank sagt am 30. Oktober 2014 um 12:34 Uhr

    Die Polizeioberen, wie auch der Innenminister haben in NRW etwas von Chief Wiggum(„Ok, Ich lasse euch frei wenn ihr mir versprecht keine Verbrechen zu begehen“-„Nein“-„Ich nehme das mal als ein ja“)
    Wenn das alles nicht so traurig wäre könnte man fast lachen.

  8. #8 | Thomas Weigle sagt am 30. Oktober 2014 um 13:20 Uhr

    Angesichts der Geschichte der letzten 100 Jahre ist das Verhalten der SPD-Granden in NRW gegenüber Nazis und Hools schlicht unverständlich. Nazis honorieren kein Entgegenkommen. Damals nicht, heute nicht und in Zukunft nicht. Schon aus wohlverstandenem Eigeninteresse sollte, nein, muss die SPD hart durchgreifen.

  9. #9 | bob hope sagt am 30. Oktober 2014 um 14:45 Uhr

    Laut Jahresbericht 2013/14 der im LKA-NRW ansässigen Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) gibt es in den ersten drei Ligen etwa 13 600 „Gewalttäter Sport“. Ich frage mich, was nützt dieser Datenbestand, wenn man nicht in der Lage ist, ihn für die Praxis zu nutzen und derartige Aufmärsche wie in Köln verhindern zu können oder zumindest darauf vorbereitet zu sein. Aus Gründen des Datenschutzes ist die Datei eh schon fragwürdig, aus politischer Sicht ein absoluter Witz. Letztendlich dient die Datei doch eh nur dazu, unfähigen Leuten wie Jäger oder dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, eine vermeintliche Rechtfertigung für ihr Handeln zu liefern.

  10. #10 | WALTER Stach sagt am 30. Oktober 2014 um 19:18 Uhr

    Thomas Weigle
    Ich habe den Eindruck, nicht erst jetzt, daß es hier kein spezifisches Problem der SPD NRW gibt, wenn es um das Tun/Unterlassen der Exekutive, konkret der Polizeibehörden, in Sachen Gewalt/Gewaltandrohung/Gewaltanwenung durch Hooligans/Nazis geht.

    Ich habe vielmehr den Eindruck, daß es hier um ein Führungsproblem geht.

    Werr ist die letztverantworltiche Führungsperson für die Polizei in NRW? Wie wird von dieser Person operativ/strategisch geführt? Gibt es Anlaß darüber nachzudenken, ob es an elementaren Voraussetzungen für die Führung eines so bedeutsamen Ministeriums, wie es das Innenministerin ist, fehlt? Das ist zu fragen, egal, welcher Partei der jeweilige bzw. der aktuelle Innenminister angehört.

    Aber…..
    Die vorstehende Frage stellt sich bekanntlich nicht nur bezogen auf das Innenministerium -sie gilt übergreifend für alle Mnisterien im Bund/in den Ländern.
    Die vorstehende Frage stellt sich zudem bekanntlich nicht nur bezogen aujf eine Partei, hier bezogen auf die SPD.
    Wer zählt die Fälle, wer nennt die Namen, auf die bezogen die Öffentlichkeit sich dieses Fragen schon gestellt hat?

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