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Nazi-Partei „Die Rechte“ sieht Proteste gegen Corona-Maßnahmen als Chance

Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Memmingen Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 4.0


Neonazis, Hippies, Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, AfD-Anhänger und Schwachköpfe – es ist eine bunte Mischung, die in den vergangenen Wochen mit größer werdendem Zulauf gegen die Corona-Maßnahmen des Bundes, der Länder und der Städte auf die Straße geht. Die Nazi-Partei „Die Rechte“ will diese Chance nicht ungenutzt lassen.

Am vergangenen Wochenenden  lief es  in Hildesheim gut für die Nazi-Partei Die Rechte: Auf einer von der stellvertretenden FDP-Kreisvorsitzenden  Jens Stenzen organisierten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen stellte man nicht nur die Lautsprecheranlage. Auch der Nazi Johannes Welge durfte reden. Die Rechte, sonst gerade einmal mit anderen Nazi-Organisationen vernetzt, wittert ihre Chance. In einem „Aufruf an alle Nationalisten“ schreibt der Bundesvorstand der Partei, man habe erst einmal abgewartet „wie sich die ganze Angelegenheit entwickeln würde. Mittlerweile konnten nicht nur namhafte Experten wie Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Dr. Wolfgang Wodarg und Dr. Claus Köhnlein (um nur die derzeit bekanntesten zu nennen) die angebliche Gefährlichkeit des Virus stark relativieren, auch die vollkommen normalen Krankheits- und Todeszahlen in der Bevölkerung zeigen, dass wir es hier mitnichten mit einem „Killervirus“ zu tun haben. Stattdessen missbrauchen die derzeitigen Machthaber die Pandemie dazu, immer weitere Grundrechte auszuhebeln und praktisch das komplette Alltagsleben der Bürger zu bestimmen.“

Hildesheim gilt als Erfolg, an den man nun anknüpfen möchte: “ Wenn wir die Gelegenheit haben, selbst zum Mikro zu greifen, sollten wir bedenken, dass wir uns nicht auf einer Demonstration des Nationalen Widerstandes befinden, aber trotzdem unsere Positionen zielgruppengerecht vertreten.“

In den kommenden Wochen gelte es, den über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg entstandenen“ Volksprotest gegen den Corona-Wahn zu begleiten, zu unterstützen und dabei eigene politische Akzente zu setzen.“ Deshalb werde man sich „unter’s Volk mischen und zum weiteren Anwachsen der breit aufgestellten Protestbewegung beitragen.“

Von einer Unterwanderung zu sprechen, wäre trotzdem nicht richtig. Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen beruhen auf einem Weltbild, das dem der Nazis entspricht: Sie stehen gegen die Aufklärung, sind voller Aversionen  gegen die moderne Medizin und die Wissenschaft und bedienen Verschwörungstheorien, die, mal latent, mal offen, antisemitisch sind. Die Nazis passen da gut hinein. Ideengeschichtlich teilen sie mit den meisten Demonstranten die selben Wurzeln.

 

 

 

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