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Nazis: Schüsse auf Café in Dortmund?

Im Café Aufbruch im Dortmunder Stadtteil Hörde treffen sich Studenten und die örtliche Geschichtswerkstatt. Nun wurden auf das Café zwei Schüsse abgegeben. Ein weiterer Nazianschlag im Vorfeld des Aufmarsches am kommenden Samstag?

Nur wenige Tage vor dem fünfjährigen Bestehen des Café Aufbruch in Dortmund Hörde kam es in der Nacht von Sonntag auf Montag zu einem Anschlag auf das Café: Zwei Schüsse beschädigten die Schaufensterscheibe des Cafés. Es war der zweite Anschlag in diesem Jahr: Bereits im April waren die Scheibe und die Fassade des Cafés mit Nazisprüchen besprüht worden.

Die Polizei gab sich nach einer Pressemitteilung des Cafés betont lässig:

Die Polizei geht davon aus, dass für Gäste des Café Aufbruch keine Gefahr besteht. Die zerschosssene Scheibe reihe sich in die üblichen Sachbeschädigungen ein, die vor den Naziaufmärschen am ersten Septemberwochenende in Dortmund verstärkt zu verzeichnen sind.

Wir wünschen uns, dass die Polizei die Menschen in Dortmund vor Gewalttaten schützt, anstatt am nächsten Wochenende gegen den Protest der Bevölkerung den Aufmarsch der Nazis zum wiederholten Male durchzusetzen.

Aber man muss der Polizei natürlich recht geben: Solche Anschläge sind in Dortmund mittlerweile üblich.Der Anschlag ist nur einer von vielen in den vergangenen Wochen. Zur Zeit vergeht kaum ein Tag an dem die Nazis nicht in Dortmund und Umgebung zuschlagen.

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5 Kommentare zu “Nazis: Schüsse auf Café in Dortmund?

  • #1
    DOMIZ

    Ja, das ist ein Skandal. Scheinbar hat der braune Pöbel die Hoheit in unseren Straßen übernommen. Unser Polizeipräsident scheint jedenfalls keine Konzepte oder Strategien gegen die rechte Gewalt zu haben. Der kann nur harmlose Nutten in der Nordstadt jagen. Man möge sich erinnern: 100 Polizeibeamte und 45 Kräfte des Ordnungsamtes sorgen für die Durchsetzung des Prostitutionsverbotes. Dazu wurde eine eigene Task Force gebildet! Derweil kann der rechte Mob marodierend durch unsere Stadt ziehen und beinahe täglich neue Anschläge verüben. Ich warte seit Tagen auf eine Erklärung des Polizeipräsidenten, was er dagegen unternimmt. Beim Straßenstrich hat er den Huren und Freiern fast täglich in der Presse eine Kampfansage gemacht und den Hurenschreck gegeben. Und jetzt? Nichts!
    Und der Oberbürgermeister? Während der seine Pressekonferenz zu den bevorstehenden Demonstrationen am Wochenende abhält, verhöhnen ihn die Neonazis durch eine Flugblatt-Aktion direkt vor seinem eigenen Rathaus. Besser hätte das braune Gesindel nicht deutlicher machen können, wer Herr des Geschehens ist.

    Vor den Huren die Staatsmacht demonstrieren, aber vor den Braunen die Segel streichen. Das sind Helden! Da muss erst wieder die beherzte Frau Dr. Hetmeier mit ihrer Blaskapelle ran. Motto diesmal: „Wir blasen ohne Angriff!“

  • #2
    Bert

    „Ich warte seit Tagen auf eine Erklärung des Polizeipräsidenten, was er dagegen unternimmt. “

    Sie wissen aber schon, dass Polizisten zunächst in Ruhe ermitteln ?

    Ergebnisse müssen halt nicht im 5-Minuten Takt getwittert werden, Sorgfalt macht da mehr Sinn, wenn am Ende auch etwas dabei herauskommen soll.

    Was unternehmen Sie denn persönlich gegen das Nazi-Problem in Dortmund ?

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  • #4
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Bert: Nur die Polizei macht ihren Job in Dortmund offenbar nicht – zur Freude der Nazis:
    Aus SPON: Der WDR nannte die Stadt bereits eine „Neonazi-Hochburg“. Ein Aussteiger sagte dem Sender: „Gerade in Dortmund haben wir uns oft gewundert, wie es sein kann, dass wir solche Dinge tun, wie körperliche Angriffe auf Antifaschisten, ohne dass es Konsequenzen gegeben hat. Dass wir entweder gar nicht festgenommen wurden, es gar nicht zur Anzeige kam oder dass die Anzeige eingestellt wurde.“

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