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Neues Deutschland: Die Zonen-Gaby der Medien, der Terror und Israel

Das Verlagsgebäude des Neuen Deutschlands 2014 Buntfoto: Martin aka Maha Lizenz: CC BY 2.0


Auf mehrfachen Leserwunsch haben wir uns die Berichterstattung des Neuen Deutschlands, einer in Berlin erscheinenden Tageszeitung, in den vergangenen Wochen zu Israel angeschaut.

Das Neue Deutschland, die Zonen-Gaby unter den Medien der Republik, dürfte bald ihre letzte Banane essen: Die Leser sterben weg und die Linkspartei mag ihr ehemaliges Zentralorgan nicht mehr dauerhaft finanzieren. Ohnehin ist es ein Wunder, dass es diese Zeitung, die in der Regel so aufregend zu lesen ist wie die Bedienungsanleitung eines DDR-Brotrösters, über 30 Jahre nach dem Fall der Mauer noch gibt.

Doch nun, in der Endphase seines Bestehens, bäumt sich „ND-aktuell“, wie sich die einstige SED-Postille mittlerweile nennt, noch einmal auf und hisst das Banner des antiimperialistischen Kampfes: Seitdem Israel nach dem Terrorüberfall begonnen hat zurückzuschlagen und sich nicht wehrlos den palästinensischen Judenschlächtern hingibt, gewinnt man den Eindruck, das Neuen Deutschland will an die alten Zeiten des DDR-Antisemitismus anknüpfen, der sich „Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ nannte. Das Blatt wird zum Sprachrohr der Israelhasser.

Hebh Jamal gibt heute in der Zonenzombie-Postille die Jammer-Palästinenserin und stellt die Frage, ob Deutschland noch eine Demokratie sei, denn alles hier ist ganz schlimm: „In Deutschland werden Palästinenser massiv entmenschlicht, obwohl hier die größte palästinensische Diaspora außerhalb des Nahen Ostens und Südamerikas lebt. Wir dürfen nicht demonstrieren. Viele Medien weigern sich, ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen und die palästinensische Perspektive darzustellen, und Politiker setzen uns mit antisemitischen Terroristen gleich, die kein Mitgefühl verdienen.“ Mal davon ab dass die öffentlich-rechtlichen Sender in diesen Tagen häufig so wirken, also ob sie eine Partnerschaft mit der Pressestelle der Hamas eingegangen wären, finden ständig Demonstrationen von Palästinensern statt, in denen sie in aller Ruhe gegen Israel und Juden hetzen können. Viele fragen sich schon, ob eine kleinere „palästinensische Diaspora“ nicht das Leben der Juden in diesem Land sicherer machen würde. Und als der Terror gegen Israel am 7. Oktober begann war Jamal nicht gerade von Nächstenliebe erfüllt. Egal, das Neue Deutschland räumt ihr Platz ein:

Da beklagt sich der Anwalt Alexander Gorski darüber, dass es nach mehreren Hass-Demonstrationen in Neukölln, bei denen die Morde an Israelis mit dem Verteilen von Süßigkeiten gefeiert wurden, es Demonstrationsverbote gab:  „Die Bezugnahme auf Palästina ist nicht verboten oder strafbar. Aber aktuell werden alle Bezüge auf die palästinensische Befreiungsbewegung und das Trauern um Angehörige im palästinensischen Raum unmöglich gemacht.“ Die sogenannten „palästinensischen Befreiungsbewegungen“ bestehen allerdings zu einem großen Teil aus Terrorgruppen und ihren Unterstützern.

In einem Artikel von Nora Noll und Andreas Fritsche beschwert sich ein gewisser Bilal darüber, dass die die BDS-Kampagne, deren Ziel die Vernichtung Israels ist, in Deutschland so einen schlechten Ruf hat: „Ihm ist bewusst, dass der Boykottaufruf in der Bundesrepublik schlimme Erinnerungen an die historische Naziparole »Kauft nicht beim Juden« wachruft. Er nennt es aber »perfide«, diesen Vergleich zu ziehen. Nirgendwo heiße es in der BDS-Kampagne: »Kauft nicht beim Juden!«

Bilal, schreiben Noll und Fritsche, „engagiert sich bei »Palästina spricht«“ und vergessen ganz zu erwähnen, dass die Gruppe engagierter Judenhasser den Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober bejubelten:

Cyrus Salimi-Asl wiederum scheint Zeit seines Lebens den Kontakt mit Geschichtsbüchern gemieden zu haben: „Die israelische Regierung will jedes Mittel einsetzen, um die Terror-Miliz Hamas auszuschalten. Jetzt sollen die Bewohner von Gaza offenbar zermürbt werden. Verteidigungsminister Joaw Galant hat die Abriegelung des Gazastreifens verfügt: kein Essen, kein Wasser, keinen Strom. Das erinnert ans Mittelalter, als Heere feindliche Städte belagerten und auszuhungern versuchten.“  Es ist vollkommen normal, dass feindliche Städte nicht mit gut belegten Butterbroten und einer Auswahl schmackhafter Heißgetränke versorgt werden. Als die Rote Armee sich 1945 daran machte, Berlin zu erobern, schoss Marschall Schukows Artillerie nicht mit Schoko-Bons in die innerstädtischen Bezirke und auch die USA versorgten die Einwohner deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg Bewohner aus guten Gründen erst nach der Eroberung. Vor der Hershey-Schokolade stand die Kapitulation,  dies war auch das Prinzip von Dwight. D. Eisenhower, dem Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Nordwesteuropa. Israel geht in Gaza vollkommen normal vor, aber warum nicht mal versuchen, den Juden Heimtücke und Brutalität vorzuwerfen?

In einem Artikel vom 10. Oktober, in Israel wüteten noch die palästinensischen Mörderbanden, entdeckten Matthias Monroy und David Bieber auf den Tastaturen ihrer Elektronische Rechenanlagen das Doppelte Anführungszeichen: „Die 2011 gegründete Samidoun-Bewegung will die in Israel inhaftierten Anhänger der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) unterstützen. In der EU ist die PFLP als »terroristisch« eingestuft.“

Wie kam die EU nur darauf, die PFLP als terroristisch einzustufen? Ein kurzer Blick in Wikipedia mag da einige Gründe liefern:

Nachfolgend eine unvollständige Liste von Terroranschlägen unter Beteiligung von Mitgliedern der PFLP:

1968 – Flugzeugentführung, bei der drei Mitglieder der PFLP unter Führung von Wadi Haddad ein El-Al-Flugzeug nach Rom entführen und schließlich nach Algier umleiten.

1969 – Beim Attentat in Kloten am Flughafen Zürich beschießen vier Attentäter ein El-Al-Flugzeug, wobei der Copilot und ein Attentäter sterben.

1969 – Erste Flugzeugentführung der PFLP-Aktivistin Leila Chaled. Der Flug TWA 840 wird nach Damaskus entführt.

1970 – Die PFLP entführt in einer koordinierten Aktion vier Flugzeuge, eine fünfte Entführung scheitert.

1972 – Massaker am Flughafen Lod: Nach Beauftragung und Training durch die PFLP-EO ermorden drei Mitglieder der Japanischen Roten Armee am Flughafen Lod (Israel) 26 Menschen, überwiegend Mitglieder einer christlichen Pilgergruppe aus Puerto Rico.

1974 – Angehörige der PFLP-EO überfallen die japanische Botschaft in Kuwait. Gleichzeitig stürmen Mitglieder der Japanische Rote Armee eine Anlage des Shell-Konzerns auf einer Insel vor Singapur und nehmen fünf Geiseln.

1976 – Entführung eines aus Israel kommenden Air-France-Flugzeugs von Athen über Bengasi nach Entebbe durch die Haddad-Gruppe (PFLP-EO) unter Beteiligung von zwei deutschen Mitgliedern der Revolutionären Zellen.

1977 – Entführung des Flugzeugs „Landshut“: Entführung einer in Palma de Mallorca gestarteten Lufthansa-Maschine durch Mitglieder der PFLP-EO über mehrere Stationen nach Mogadischu und Ermordung des Piloten. Die Aktion erfolgt zur Unterstützung der Roten Armee Fraktion im Rahmen des „Deutschen Herbstes“.

Am 18. November 2014 drangen zwei PFLP-Aktivisten während des morgendlichen Schabattgottesdienstes in die Kehilat-Bnei-Torah-Synagoge im jüdisch-orthodoxen Jerusalemer Stadtteil Har Nof ein und ermordeten dort mit Äxten, Messern und Pistolen vier Rabbiner und einen Polizisten.

2017 – Zwei palästinensische PFLP-Mitglieder und ein Hamas-Mitglied verletzen in Jerusalem eine Polizistin tödlich.

Nach Informationen der Global Terrorism Database forderten die Terroranschläge der PFLP (auch in Zusammenarbeit mit anderen Gruppierungen) seit 1970 insgesamt 193 Todesopfer.

Pauline Jäckels versucht sich in Täter-Opferumkehrung: „Wer sich hinter die palästinensische Sache stellt, dem droht mindestens ein Antisemitismusvorwurf, in vielen Fällen auch Diffamierungskampagnen und womöglich der Jobverlust. So erging es jüngst dem Journalisten Malcolm Ohanwe, der aufgrund eines X-Posts mehrere Engagements bei öffentlich-rechtlichen Sendern verlor. Für Politiker gilt umso mehr: Bloß nicht über Palästina sprechen, denn das könnte das Mandat kosten.“

Der Skandal bei Malcolm Ohanwe ist nicht, dass er seine Engagements bei den Anstalten verlor, sondern dass er dort so lange dilettieren konnte.  „Malcolm Ohanwe,“ schrieb Vojin Saša Vukadinović im Januar 2021 in der Welt, „unter anderem für den Bayerischen Rundfunk (BR) tätiger Popularisierer pseudowissenschaftlicher Begriffe und Konzepte, twitterte im Dezember mehrere Bilder von Idi Amin. Darunter fand sich eine Aufnahme, die den Antisemiten und Unterstützer des deutsch-arabischen Terrorkommandos von Entebbe 1976 in einer von weißen Männern getragenen Sänfte zeigte. „Mein feuchter Traum“, kommentierte Ohanwe, was durchaus Rückschlüsse über die politische Vision hinter dieser Formulierung gestattet.“ Sein nach den Pogromen an Juden versandter Tweet in dem er schrieb „Wenn die Zunge der Palästinenser systematisch abgeschnitten wird, wie sollen sie sich mit Worten wehren? Wenn das Wahlrecht der Palästinenser unterbunden wird, wie sollen sie sich mit Kreuzen wehren? Wenn ihre Bewegung eingeschränkt wird, wie sollen sie sich mit Demos wehren? Was erwarten Leute?“ Ja was erwartet man? Vielleicht, dass keine Juden im Stil der Einsatzgruppen massakriert werden?

Auch Jäckels Klage, dass wer sich hinter die Sache der Palästinenser stellt, Probleme bekäme, ist so abgeschmackt wie ein kalter Goldbroiler: Den sich von Steuergeldern nährenden Kulturfunktionären, die sich mit der Initiative GG 5.3 Weltoffenheit dafür einsetzten, dass Unterstützer der antisemitischen BDS-Kampagne gegen den Willen des Bundestags auch weiter Staatsknete bekommen sollten, ist jedenfalls nichts geschehen.

Es ist nicht anzunehmen, dass der Raum, den das Neue Deutschland der Hetze gegen Israel einräumt, das Blatt rettet. Die nationalbolschewistische Junge Welt hat darin mehr Routine. Aber vielleicht ist es ja der Wunsch des Neuen Deutschlands als Neues Doitschland abzutreten.

 

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