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NRW: Kostet das Überleben der Grünen Hannelore Kraft das Amt?

Sylvia Löhrmann und Hannelore Kraft Foto/Lizenz: Bild
Copyright: Peter-Paul Weiler, berlin-event-foto.de

Die Wahl in Nordrhein-Westfalen am 14, Mai wird spannend: Nach einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap CDU und SPD trennen mit 31 und 32 Prozent nur ein Prozentpunkt und die Grünen konnten sich von sechs auf sieben Prozent verbessern. Die FDP kommt  auf 13, die AfD auf acht Prozent und die Linke muss bei fünf Prozent um den Einzug in den Landtag zittern.

Es ist also zur Zeit vollkommen offen, wer nach der Wahl die Regierung  führt: Hannelore Kraft (SPD) oder Armin Laschet (CDU). Eine große Koalition ist wahrscheinlich, Rot-Gelb möglich, wenn die Linken nicht reinkommen, da es wohl weder für Rot-Grün, Schwarz-Gelb oder Rot-Rot-Grün reichen wird und alle anderen Kombinationen mit FDP und Grünen an ihrer gegenseitigen Abneigung scheitern. Mit der AfD wird niemand reden. Sie wird im Landtag fünf Jahre Geld abziehen und pöbeln können.

Der Verfall der SPD und  der, über alle Umfragen der vergangenen Wochen gesehene, Aufstieg der CDU und die leichte Erholung der Grünen könnten einen fast ironischen Aspekt haben: Die Wähler der Grünen könnten mit ihren Stimmen dafür sorgen, das Armin Laschet Ministerpräsident wird. Die Rettung der Partei, der sich Hannelore Kraft in den sieben Jahren im Amt unterordnete, der sie es weitgehend überließ, die Inhalte ihrer Regierungszeit zu prägen, könnte sie am Ende wegen weniger Stimmen die der SPD fehlen, das Amt kosten. Es wäre vielleicht das größte Verdienst der Grünen seit vielen Jahren und eine kleine Entschädigung für ihre Arbeit in der Regierung.

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19 Kommentare zu “NRW: Kostet das Überleben der Grünen Hannelore Kraft das Amt?

  • #1
    andi

    Es sind wohl eher die populistischen Protestparteien AfD und FDP, die NRW eine handlungsfähige Koalition kosten werden.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @andi: Die FDP ist die einziger Partei, die nicht aus Staatsradikalen besteht. Und wenn es darum geht, aus Angst politischen Vorteil zu ziehen, macht ein Vergleich der Grünen mit der AfD mehr Sinn.

  • #3
    Dietmar Beckmann

    Wie Karl Kraus so schön sagte: "Der Liberalismus kredenzt ein Abspülwasser als Lebenstrank."
    Dabei kannte der die FDP noch gar nicht.

  • #4
    thomas weigle

    Henning Venske hatte auch mal ein hübsches Wort zur Hand, so zur damalig "geistig-moralischen" Wendezeit: Der Liberale sitzt zwischen allen Stühlen bequem in seinem Sofa."

  • #5
  • #6
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @EinLipper: Viele Mitarbeiter der Grünen Landtagsfraktion und der Abgeordneten schreiben seit Wochen Bewerbungen. Und viele mit Zeitverträgen in den Grünen-Ministerien suchen auch ganz eifrig nach neuen Jobs.

  • #7
    abraxasrgb

    Noch nie hatte das Adjektiv "kraftlos" so eine sympathische Bedeutung … wobei ich noch hadere, ob ich den GrünInnen die Daumen drücken soll … unter 5% fände ich schöner, aber leider unwahrscheinlich.

  • #8
    discipulussenecae

    Ich halte mich weder für besonders kleinkariert, noch bin ich Deutschlehrer, und ich sehe auch über so ziemlich jeden Tippfehler hinweg. Aber ich liebe meine Muttersprache.

    Es ist immer noch DAS Verdienst (=Leistung) und nicht der Verdienst (=Einkommen).

    Gute Argumente treffen korrekt formuliert noch besser!

  • #9
    thomas weigle

    #5 Nur nebenbei: Rotgrün: Pest, Schwarzgelb: Cholera. Oder umgekehrt!! Die PARTEI ist heuer bei mir erste Wahl.

  • #10
    Walter Stach

    Stefan Laurin,
    "nun lass ‚mal den Wähler machen".

    Wenn diverse Umfragen medial gebraucht werden, "irgendwie" die Wähler, soweit noch nicht entschieden, in die jeweils gewünschte Richtung zu manipulieren,, ist das politisch legitim, m.E. aber weitestgehend nutzlos.

    Ich habe hier schon mehrfach gesagt, daß ich mit jeder Koalition, an der die AFD nicht beteiligt ist, als Demokrat "gut leben kann", was nicht in Widerspruch steht zu meiner Hoffnung, daß "meine" SPD in NRW wieder "Regierungspartei" werden sollte -"stärkste"!!

    Also…..
    abwarten, wählen, und eine Koalition bilden -ohne AFD.
    Insofern bin ich mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen -in Schl.H., in NRW auf Bundesebene- insgesamt relativ entspannt.
    Das gilt auch mit Blick auf die aktuellen Umfragewerte "meiner" SPD auf Bundesebene, die derzeit "nur noch" bei 29 % liegen.
    Weniger entspannt bin ich mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich; denn sollte dort Le Pen gewinnen, dann………
    Die diesbezüglichen aktuellen Umfragewerte deuten allerdings an, daß Le Pen mit ca. 2o % Punkten Abstand verlieren wird. Ich hoffe sehr, daß sie deutlich unter 4o % bleibt, z.B. mit "nur" 35 %.

  • #11
    Yilmaz

    Eine GroKo unter Führung von Kraft wäre doch garnicht so schlecht, hauptsache die Grünen fliegen aus dem Landtag.

    Es kann nur besser werden…

  • #12
    nussknacker56

    @Thomas Weigle #9

    Die PARTEI mit Martin Sonneborn?
    https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10212850655811633&id=1546310408

    Besser nicht.

  • #13
    EinLipper

    #9 so ’ne allgemeine Politikerschelte ist zu billig find‘ ich.
    Jeder in NRW merkt doch: Frau Kraft ist schwach, hat die Grünen ungestört machen lassen, die haben ihre (überzogenen) Ziele alle erreichen können (erst in den letzten Wochen haben Duin und Groschek mal den Mund aufzumachen gewagt), Laschet is ’n netter Kerl und wäre sicher besser als Kraft (wozu nicht viel gehört) und Lindner ist einfach der beste Mann im Parlament.
    Die NRW-SPD hat leider Frau Kraft zu lange rumwurschteln lassen, es fehlen ihr Leute von Format, ich sag‘ da nur: Norbert Römer und die SPD Fraktion, die sich bei den Landtagssitzungen immer wie schlecht erzogene Pennäler aufführen, da kommt eben irgendwann mal das dicke Ende!

  • #14
    Otto

    witzig……auch nach bald 40 Jahren Grün noch soviel Schaum vorm Mund, dass nur die Steuerberaterpartei helfen kann…..oder sind das die untoten 50erJahre-Werte ( auf der Welle surfen die AfD-Zombies ).

  • #15
    EinLipper

    #14 Schaum vorm Mund hat allenfalls der, der jeden, der den Grünen kritisch gegenübersteht, gleich in die rechte Ecke stellt, ich sagte ja schon, sehr dünnhäutig geworden.

  • #16
    thomas weigle

    @ Nußknacker 56 Es ist einfach so, dass ich bis vor kurzem wieder, mit der fest geballten Faust in der Tasche meine Kreuze bei der SPD gemacht hätte. Aber der Aufritt des "Schmirlappen Sigmar Gabriel"(DIE PARTEI) in Israel war der Tropfen, der das SPD-Fass bei mir zum Überlaufen brachte. Nachdem er bspw. im Iran und anderswo nicht mit "Vertretern der Zivilgesellschaft" sprach, dieses "Recht" aber ausgerechnet im Staat der Nachkommen der Holocaust-Überlebenden einzufordern…, ne, die heuer nicht. Da die anderen eh nicht in Frage kommen, bleibt halt nur die Partei der TITANIC.
    Wundert mich übrigens, dass zu diesem Auftritt gar nix hier zu lesen war.

  • #17
    thomas weigle

    #13 Dieser Ausdruck war schon in den 70ern bei linken Jusos, selbst bei Grünen in den Endachtzigern und Neunzigern öfters zu hören und drückt(e), zugegebenermaßen übertrieben, die auch in diesen Parteien tw. herrschende Unzufriedenheit mit der eigenen Partei und der Politik allgemein aus.

  • #18
    nussknacker56

    #16
    @ Thomas Weigle
    Ich werde wohl zum ersten Mal in meinem Leben nicht mehr wählen gehen. Die SPD kommt wg. den Gestalten Gabriel und Schulz nicht infrage. Hast du den Link mal angeschaut? Sonneborn vertritt in Sachen Gabriel nahtlos das gesunde Volksempfinden. Da vergeht einem das Lachen.

  • #19
    thomas weigle

    @ nussknacker56 Ich bin über den Link nicht auf die von Dir gemeinten Äußerung gestoßen, dafür auf viele andere. Ist halt Satire, v.a. wenn Sonneborn in einem TAZ-Interview drohend äußert, dass man gerne über DIE PARTEI lachen könne – bis zur Machtübernahme.
    Nichtwählengehen habe ich auch erstmalig kurz in Betracht gezogen, ne, ist nicht mein Ding.

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