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NRW: Mehrheit für Schwarz-Gelb – Rekordtief für die SPD

Das mag jeder Politiker: Armin Laschet nimmt ein Bad in der Menge (Foto: Roland W. Waniek)

Armin Laschet Foto: Roland W. Waniek

Die Zufriedenheit mit der Landesregierung hat im Kontext der Corona-Krise auch in Nordrhein-Westfalen deutlich zugenommen. Aktuell stellen 70 Prozent der Wahlberechtigten ein positives Zeugnis aus. Das ist ein Plus von 26 Prozentpunkten im Vergleich zum November 2019 und zugleich der bislang höchste Zufriedenheitswert für eine Landesregierung im seit dem Jahr 2000 erhobenen NRW-Trend, den Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins Westpol diesmal vom 14. bis 16. April erstellt hat.

Deutlich gestiegene Sympathiewerte für Armin Laschet

Das gewachsene Vertrauen in die Landesregierung spiegelt sich in den ebenfalls deutlich gestiegenen Sympathiewerten des Ministerpräsidenten. 65 Prozent (+11 im Vergleich zu November 2019) der Befragten sind mit der politischen Arbeit von Armin Laschet, CDU, zufrieden. Das ist der beste Wert seiner Amtszeit. Zum Vergleich: Der Topwert seiner Vorgängerin Hannelore Kraft von der SPD lag im Mai 2012 bei 76 Prozent.

Auch andere Kabinettsmitglieder, die in der Corona-Krise besonders im Blickpunkt stehen, können bei den Sympathiewerten zulegen. Mit der Arbeit von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, CDU, sind 39 Prozent der Befragten zufrieden (+8 im Vergleich zu Mai 2018). Schulministerin Yvonne Gebauer, FDP, kommt auf 33 Prozent (+12 im Vergleich zu November 2019). Mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Familienminister Joachim Stamp, FDP, ist mit 24 Prozent (+7 im Vergleich zu November 2019) allerdings nur knapp jeder Vierte Wahlberechtigte zufrieden. Stamp ist mehr als der Hälfte der Befragten (53 Prozent) unbekannt.

Sonntagsfrage: Mehrheit für Schwarz-Gelb – Rekordtief für die SPD

Würde an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt, käme die CDU auf 40 Prozent. Damit legt sie im Vergleich zum November 2019 um 8 Prozentpunkte zu und erreicht ihren besten Wert im NRW-Trend seit März 2009 Ihr Koalitionspartner FDP kommt dagegen nur noch auf 7 Prozent (-1). Weil auch alle anderen Parteien an Zustimmung einbüßen, hätte die schwarz-gelbe Landesregierung trotzdem erstmals seit der Landtagswahl 2017 wieder eine Mehrheit im Düsseldorfer Landtag.

Die SPD kommt nur noch auf 19 Prozent (-1) und fällt damit auf ihren historischen Tiefstand. Die Grünen bleiben trotz deutlicher Verluste (-3) mit 20 Prozent zweitstärkste Kraft. Bei der AfD setzt sich der Abwärtstrend fort. Sie kommt jetzt nur noch auf 6 Prozent (-1), ihr niedrigster Wert seit Dezember 2015. Die Linke verliert 2 Prozentpunkte und würde mit nur noch 4 Prozent den Einzug in den Düsseldorfer Landtag verpassen.

Corona-Pandemie: Mehrheit für Maskenpflicht und freiwillige Smartphone-App

Die Einführung einer allgemeinen Pflicht zum Tagen von Schutzmasken als Maßnahme zur schrittweisen Rückkehr zur Normalität in der Corona-Pandemie wird von 60 Prozent der Befragten befürwortet. Eine freiwillige Nutzung von Smartphone-Apps zur Verfolgung von Infektionsketten finden 63 Prozent der Befragten gut. Etwa ebensoviele (62 Prozent) befürworten längerfristige Besuchsverbote für Alten- und Pflegeheime. Die besonderen Hygienevorschriften für wieder öffnende Geschäfte und Restaurants werden nahezu einhellig befürwortet (94 Prozent).

Sorge um Wirtschaft und Freiheitsrechte größer als Sorge vor Ansteckung

Mit 37 Prozent macht sich mehr als jeder Dritte in Nordrhein-Westfalen große oder sehr große Sorgen, dass Freiheitsrechte längerfristig eingeschränkt sind, 62 Prozent besorgt das weniger oder kaum.

Damit ist diese Sorge sogar etwas größer als die Sorge, dass sich Familienmitglieder oder man selber sich mit dem Corona-Virus anstecken könnte: 36 Prozent macht das große oder sehr große Sorgen, 64 Prozent weniger große oder kleine Sorgen. Dass nicht jeder Erkrankte wegen des Corona-Ausbruchs angemessen medizinisch versorgt werden könnte, macht 27 Prozent der Befragten große oder sehr große Sorgen, 72 Prozent besorgt das weniger oder nicht.

Knapp Drei von Vier (74 Prozent) Nordrhein-Westfalen haben große bis sehr große Sorgen, dass sich wegen Corona die wirtschaftliche Lage in NRW verschlechtert. Um die eigene Lebenssituation macht sich die Mehrheit allerdings keine ernsthaften Sorgen: 22 Prozent sorgen sich um die persönliche wirtschaftliche Lage und 15 Prozent der Erwerbstätige um den eigenen Arbeitsplatz.

Kanzlerkandidat der Union: Laschet und Söder Kopf an Kopf – Merz fällt zurück

Auch mit Blick auf den nächsten Kanzlerkandidaten der Union kann Armin Laschet in NRW Boden gut machen. 45 Prozent der Befragten halten ihn für einen guten Kandidaten. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im November 2019. Auf ähnlich große Zustimmung stößt bei den Nordrhein-Westfalen der bayerische Regierungschef Markus Söder. Ihn halten 43 Prozent der Befragten für einen guten Kanzlerkandidaten. Schaut man allein auf die CDU-Anhänger in NRW, dann ist der Heimvorteil für Armin Laschet ausgeprägter: 60 Prozent von ihnen bezeichnen Laschet und 50 Prozent Söder als gute Besetzung für den Bundestagswahlkampf 2021.

Der bisherige Favorit der Nordrhein-Westfalen, Friedrich Merz, kommt dagegen bei allen Befragten nur noch auf 34 Prozent (-8) und liegt damit knapp vor Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit 29 Prozent (+3). Norbert Röttgen landet mit 17 Prozent deutlich dahinter. Bei den CDU-Anhängern in NRW halten 43 Prozent Merz für einen guten Kandidaten, Spahn kommt hier auf 30 Prozent und Röttgen auf 14 Prozent.

Für den NRW-Trend hat Infratest dimap vom 14.04. bis 16.04.2020 1.003 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen telefonisch befragt. Ihre Antworten sind repräsentativ für alle Wahlberechtigten.

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4 Kommentare zu “NRW: Mehrheit für Schwarz-Gelb – Rekordtief für die SPD

  • #1
    Robert Müser

    Vorsichtig formuliert ist dieses Umfrageergebnis schon überraschend, wenn ich mir die aktuelle holprige und in Teilen unlogische Politik der Landesregierung in Sachen Lockerung der Corona anschaue.

  • #2
    Karl Arnold

    Die Erfolgsbilanz von Herrn Laschet läßt sich ja auch sehen. Mindestens 30.000 Infizierte und morgen oder Übermorgen 1.000 Tote.

    Im Vergleich zu Shanghai, wo in der Kernstad auf engsten Raum in etwa genauso viele Menshen leben wie in NRW allerdings auf nur einem 13. der Fläche, gab es bisher lediglich 635 Infizierte und 7 Tote. Da sind die Schulen schon seit Anfang Februar geschlossen und wurden bisher noch nicht wieder geöffnet.

    In Hong Kong wo etwa 7,7 Millionen Menschen auf ähnlich kleinem Raum leben, wie in Shanghai hat man bisher nur ca. 1.000 Infizierte und lediglich 4 Tote. Das ging sogar ohne großen Lockdown. Der Unterschied ist allerdings der, dass in Hong Kong anfangs ca. 60 Prozent der Bevölkerung Mund-Nasen-Schutz-Masken getragen hat und mittlerweile 91 Prozent. Ausserdem sind da auch seit langem die Schulen geschlossen.

    Aber in NRW hat man so gute Erfahrungen gemacht, dass man hier bevor die Menschen gelernt haben, regelmäßig im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen, glaubt, die Schutzmaßnahmen zu lockern und die Schulen wieder zu öffnen. Aber was soll man auch machen, wenn in einem Pilotversuch nachgewiesen wurde, dass der NRW-ler zu dumm ist, eine Maske richtig anzuziehen:

    https://youtu.be/erdePIwHdgM

  • #3
    Gerd

    Wo keine kritische Berichterstattung, da keine öffentliche Ablehnung, wie man hier sieht:

    https://www.ruhrbarone.de/homoeopathie-und-corona-umfrage-zeigt-dass-die-grosse-mehrheit-der-deutschen-strunzdumm-ist/183369

    Die RB sind bei Homöopathie die Ausnahme von der Regel, bei Corona weniger.

  • #4
    Angelika

    Abwarten.

    Der Wind könnte sich schnell drehen (in diesem Land der Küchenbauer …).

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