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NRW: Zahl der Nazi-Versammlungen fast verdoppelt

Nazis in Dortmund


Die Zahl der Versammlungen und Demonstrationen von Rechtsradikalen hat sich von 2017 zu 2018 in Nordrhein-Westfalen fast verdoppelt. Bei den Musikveranstaltungen gibt es hingegen einen leichten Rückgang.

Von 23 in 2017 auf 43 im Jahr 2918 hat sich die Zahl der von Neonazis organisierten Versammlungen und Demonstrationen in Nordrhein-Westfalen fast verdoppelt. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Verena Schäffer (Grüne) hervor. Schwerpunkt der Nazi-Aktivitäten sind demnach Dortmund und Hamm, dem Hauptaktionsgebiet der Nazi-Partei „Die Rechte„.

Leicht rückläufig ist hingegen die Zahl der Musikveranstaltungen: Sie sank von 34 (2017) auf 30 (2018).

Bundesweite Demonstrationen werden von Neonazis aus NRW nach Angaben der Landesregierung nicht nur besucht, sondern zum Teil von ihnen auch organisiert:

Die rechtsextremistische Kampfsportveranstaltung „Kampf der Ni-belungen“, die in den Jahren 2013 und 2014 in Vettelschoß (Rheinland-Pfalz), 2015 in Hamm (Nordrhein-Westfalen), 2016 in Gemünden (Hessen), 2017 in Kirchhundem (Nordrhein-Westfalen) und 2018 in Ostritz
(Sachsen) ausgetragen wurde, wird mindestens seit dem Jahr 2014 von Alexander D.
mitorganisiert, der eine Führungsperson der rechtsextremistischen Szene in Dortmund ist. In
2018 beteiligte sich auch Denis K., der in Nordrhein-Westfalen gemeldet ist, an der
Organisation.

In den Jahren 2014 und 2015 organisierten Akteure des Dortmunder Kreisverbandes „DIE
RECHTE“ jeweils ein Rechtsrockkonzert in Sachsen.

Sowohl die Rudolf-Hess-Gedenkdemonstrationen 2017 und 2018 in Berlin als auch der
revisionistische „Gedenkmarsch für die Toten in den alliierten Rheinwiesenlagern“ in Remagen
(Rheinland-Pfalz) werden von Christian M., einem langjährigen Aktivisten der neonazistischen
Szene in Nordrhein-Westfalen, angemeldet.

Einige in der Szene prominente Rechtsextremisten aus Nordrhein-Westfalen sind bundesweit
als Redner bei rechtsextremistischen Veranstaltungen aktiv. Dazu zählt beispielsweise Sven
S., der im Dezember 2018 zum Bundesvorsitzenden der Partei „DIE RECHTE“ gewählt wurde.
Rechtsextremistische Bands aus Nordrhein-Westfalen, wie zum Beispiel Oidoxie, Sleipnir,
Division Germania, Smart Violence und Sturmwehr, spielen bei zahlreichen
Szeneveranstaltungen außerhalb von Nordrhein-Westfalen.

 

Die Antwort auf die Kleine Anfrage mit allen Daten gibt es hier.

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