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Olympia-Aus: Spätere Blamage verhindert

Stadion in Herne Foto: KV 28 Lizenz: Gemeinfrei

Die 2032 Olympischen Spiele 2032 werden im australischen Brisbane stattfinden. Eine schöne Stadt und wenn bei uns Sommer ist, ist dort Winter mit angenehmen Temperaturen über 20 Grad. Es ist die Heimat der ganz ausgezeichneten Band Go Betweens, aber das tut hier nichts zur Sache. Nicht stattfinden werden die Spiele damit in NRW. Ausserhalb NRWs hat sich nie jemand dafür interessiert, auch der Olympische Sportbund (DOSB)  nicht. Die Rhein-Ruhr-Bewerbung ist damit schon gescheitert, bevor sie richtig los ging. Die Landesregierung und die Landtag haben ein paar Millionen in den Sand gesetzt, aber das war es dann schon.

Ich war nicht dagegen, die Olympischen Spiele nach NRW zu holen, obwohl ich die Idee, so einen Event auf einer Fläche zwischen Aachen und Dortmund stattfinden zu lassen immer für den reinen Schwachsinn hielt. Und klar: Am Ruhrgebiet wäre die Nummer eh weitgehend vorbei gegangen. Köln und Düsseldorf wären die Zentren gewesen. Luftpistole  auf dem Rücken liegend schießen in Oer-Erkenschwick hätte wenige Menschen interessiert.

Für mich war aber auch klar, dass die Spiele hier nie hätten bewältigt werden können. Jahrelang hätten Aktivisten genervt,  jede Baustelle wäre beklagt und jede Hundewiese zum schützenswerte Biotop hochgejazzt worden. Solche Großprojekte sind in weiten Teilen Deutschlands nicht mehr umzusetzen – Tesla in Brandenburg ist eine Ausnahme, dort haben sie die Berufsbetroffenen halbwegs im Griff. In NRW wäre so etwas undenkbar. Egal wie Gutachten ausgefallen wären oder ob eine Mehrheit die Spiele gewollt hätte oder nicht. Das frühe Aus hat NRW also vor einer späten Blamage bewahrt. Das ist nicht das Schlechteste, was an einem 24. Februar passieren konnte.

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3 Kommentare zu “Olympia-Aus: Spätere Blamage verhindert

  • #1
  • #2
    Philipp

    Für mich wären die Olympischen Spiele nur interessant gewesen, wenn damit massive Investitionen in den ÖPNV verbunden gewesen wären – inklusive einer Neuordnung bzw. Neuschaffung eines einheitlichen Nahverkehrsunternehmens/ einer Genossenschaft für den Pott.

    Ansonsten lässt mich die Debatte um Olympia etwas ratlos zurück. Gigantomanie und Millarden für Stadien bauen, die nachher keiner mehr braucht – dieser Ansatz zieht nicht mehr bei der Bevölkerung, einfach weil er nicht nachhaltig ist.

    Aber ist Gigantomanie nicht auch das was Olympia ausmacht? Ein gigantischer Völkerwettstreit, der seinesgleichen sucht? Ein Wahnsinnsfest als gäbe es kein Morgen?

    Vielleicht ist diese Sicht wirklich etwas archaisch. Aber wenn Olympia einfach nur ein nettes Sommerfest ohne strahlenden Mythos ist – dann kann man sich immer fragen, was soll das Ganze, was soll der Bohei.

    Denn ohne Mythen entsteht nichts Neues – ein laues Sommerfest ist nett, aber ein kulturelles Reizthema, das Klima für Innovationen und Strukturveränderungen schafft, kann es niemals sein.

    Glück Auf.

  • #3
    Guenter Rense

    Laschet will jetzt ganz NRW befragen, ob der Bürger die Spiele will. Es werden also weitere Milliönchen in den Sand gesetzt, obwohl das Thema durch ist. Und mit Verlaub: für die Tesla-Fabrik hat kein Bundesland so ca. 10-15 Milliarden aus dem Fenster schmeißen müssen, sowas bürdet das IOC nur Olympia-Austragungsorten – wie jetzt 2020 in Tokio – auf.

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