„German Angst“ heisst es, die Deutschen reagieren mal wieder über. Erst recht, seitdem jetzt auch noch Plutonium in Fukushima nachgewiesen wurde. André Goerres, einer der Autoren des hervorragenden „physikBlog“-Artikels „Eine Zusammenfassung der Probleme bei Fukushima I“, hat mir zu Plutonium eine Frage beantwortet. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.
Plutonium sei nicht nur radioaktiv, sondern als Schwermetall auch extrem giftig. Als der ARD-Experte Ranga Yogeshwar das sagt, habe ich zum ersten Mal ernsthafte Zweifel an seiner Kompetenz. Denn schon lange bevor Plutonium zum grossen Thema wurde, habe ich den Wikipedia-Artikel gelesen:
„Plutonium ist wie andere Schwermetalle giftig und schädigt besonders die Nieren. Es bindet ebenfalls an Proteine im Blutplasma und lagert sich unter anderem in den Knochen und der Leber ab. Die für einen Menschen tödliche Dosis liegt wahrscheinlich im zweistelligen Milligrammbereich, für Hunde beträgt die LD50-Dosis 0,32 mg/kg Körpergewicht. Die chemische Giftigkeit von Plutonium wird jedoch von vielen anderen Stoffen übertroffen.
Viel gefährlicher als die chemische Wirkung ist seine Radioaktivität, die Krebs verursachen kann. Bereits die Inhalation von 40 Nanogramm 239Pu reicht aus, um den Grenzwert der Jahres-Aktivitätszufuhr für Inhalation bei Arbeitern zu erreichen. Diese Menge ist so winzig, dass die Giftigkeit von Plutonium noch gar nicht zum Tragen kommen kann. Zur sicheren Entstehung von Krebs reicht vermutlich eine Menge von einigen Mikrogramm aus. Die von Plutonium 239Pu ausgesendete α-Strahlung wird durch die oberste Hautschicht aus abgestorbenen Zellen abgeschirmt. Diesen Schutz gibt es nicht bei Inkorporation, beispielsweise Inhalation von Plutonium enthaltendem Staub, oder durch verunreinigte Nahrung. Diese unterschiedliche Wirkung kommt aufgrund der geringen Reichweite der mit dem umgebenden Material stark wechselwirkenden α-Strahlung zustande …“






