
Kein Land folgt der europäischen Klimapolitik. Jeden Monat verliert Deutschland Tausende gut bezahlter und tariflich bezahlter Arbeitsplätze in der Industrie. Seit 2019 ist die Wirtschaft nur noch um 0,3 Prozent gewachsen; die Postwachstumswirtschaft ist längst Realität.
Die politischen Folgen sind offensichtlich: Die Verteilungskämpfe nehmen zu, Systemsprenger-Parteien wie AfD und Linke gewinnen immer mehr an Zuspruch. Grüne, SPD und selbst die Industriegewerkschaften sind nach wie vor im Griff des grünen Denkens und nehmen ihren Niedergang in Kauf, weil sie weder willens noch in der Lage sind, ihre Positionen zu ändern.
Es sind zwei Sozialpolitiker der CDU aus Nordrhein-Westfalen, die zur Stimme der Vernunft geworden sind: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und der CDA-Vorsitzende Dennis Radtke. Beide gehören dem linken Flügel ihrer Partei an. Arbeiter kennen sie nicht nur aus Soziologieseminaren, Industriearbeitsplätze sind ihnen wichtig und kein Störfaktor auf dem Weg nach Bullerbü.
Laumann und Radtke sind meinungsstark, gehen Konflikten nicht aus dem Weg und sind keine glatten Teflon-Politiker. Beide stellen die bisherigen Klimaziele infrage, nach denen Deutschland bis 2045 klimaneutral werden soll. Da Deutschland aus der Kernkraft ausgestiegen ist, kann dieser Weg nur mit unsicherem Grünstrom beschritten werden, für den das gesamte Stromnetz umgebaut werden muss. Sie traten am Mittwoch auf einer parteiinternen Diskussion in Berlin dafür ein, den Weg des stumpfen Folgens grüner Ideologie, für den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stand und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) steht, endlich zu hinterfragen.

Die Welt zitiert Laumann: „Er habe manchmal den Eindruck, dass die anderen – Lehrer, Erzieher, andere Staatsdiener – vergessen haben, dass unsere industriellen Arbeitnehmer mit ihrem Lohn, mit ihrer Arbeit, mit der Sicherheit ihrer Familien in einem internationalen Wettbewerb stehen.“ In der „jetzt real existierenden Welt“ müsse also darüber gesprochen werden, ob die „klimapolitischen Ziele der Vergangenheit noch zur realen Welt passen“.
Radtke stellt fest: „Die SPD ist da an vielen Stellen leider einfach kein Partner mehr, weil sie an manchen Stellen den Anspruch hat, grüner als die Grünen zu sein.“
Es sind zwei mutige Christdemokraten aus NRW, die sich auf die Seite der Industriearbeiterschaft stellen, die wissen, dass die Industrie mit ihren Exporten für den Wohlstand in diesem Land sorgt und die einen klaren Blick für die Folgen des ideologischen Irrwegs haben, dem die Energiepolitik in Deutschland seit 20 Jahren folgt. Noch haben sie in ihrer eigenen Partei keine Mehrheit, aber sie kämpfen. Für die ihrem Untergang entgegen taumelnde SPD ist das beschämend.
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Zwei Stimmen der Vernunft. Doch es gibt auch eine Stimme der Unvernunft. Thomas Diener hat wenige Monate vor der Wahl die Landtagsfraktion (MV) die CDU verlassen. Nun berät die AfD, ob sie ihn aufnimmt.
Es ist schon interessant, was man so alles als Vernunft bezeichnet. Und was als Ideologie. Was, Herr Laurin, stellen sie sich eigentlich unter der „grünen Ideologie“ vor, der zuerst Merkel und dann von der Leyen „stumpf folgen“?
Diese Pläne werden zwar auch von den Grünen unterstützt, aber sie stammen nicht von ihnen. Diese Pläne wurden von Ökonomen auf der Basis der Vorhersagen gemacht, die die Klimawissenschaftler gemacht haben, also ein Konsortium aus Meteorologen, Physikern und Mathematikern, die gemeinsam an dem Werkzeug arbeiten, das wir brauchen, um die Entwicklung des Klimas in Abhängigkeit von unserem Handeln vorherzusagen. Das ist tatsächlich die theoretische und praktische Front der Wissenschaft weltweit, und weil soviel davon abhängt, überprüfen sie auch regelmäßig die Genauigkeit ihrer Modelle, und stellen dabei fest, dass sie immer genauer werden. Wenn die Klimawissenschaftler fertig sind, kommen die Biologen an die Reihe, um festzustellen, was die Verschiebung der Temperaturzonen auf dem Globus mit unserer heutigen Landschaft machen wird.
Um das noch einmal klarzustellen: Wir reden hier von Physik, die ist nicht verhandelbar.
Das bedeutet in der Praxis, dass eine bestimmte Erhöhung der Temperatur mit der Schmelze des Eises zu einer bestimmten Erhöhung des Meeresspiegels und damit zu dem Verlust von Land führen wird – zu Landverlusten in unseren am stärksten besiedelten Gebieten. Behalten wir einfach im Kopf, dass das weltweit zu sehr starken Wanderbewegungen führen wird. Gleichzeitig wird das auch zu Biotop-Verschiebungen und auch -Verlusten führen. Wobei Biotop keine romantische Verklärung irgendeines naturnahen Zustandes ist, den keiner braucht. Biotop ist ein Begriff aus der Ökologie und bezeichnet den Lebensraum einer bestimmten Lebensgemeinschaft: auch unserer Lebensmittelerzeugung in der Landwirtschaft braucht genau die Biotope, in denen diese Landwirtschaft funktioniert.
Und auf der Basis berechnen dann die Ökonomen, was es kosten wird, die Weltwirtschaft so umzustellen, dass wir trotzdem überleben – Die Klimaerwärmung hat eben erheblich weitreichendere Folgen, als dass es für die Menschen etwas wärmer wird.
Was bedeutet denn vernünftig für Sie, Herr Laurin? Eine Untätigkeit in der Klimapolitik gibt es nicht. Untätig sein, hieße, so weiter zu machen wie bisher, wenn wir nicht gleich von der Blödheit ausgehen, wieder echte Rückschritte zu machen. Schon alleine so weiter zu machen wie bisher, anstatt die Anstrengungen zu forcieren, wie es in den internationalen Verträgen / Empfehlungen vorgesehen ist, hätte als Effekt, dass wir uns weiter vom angepeilten Ziel entfernen – das wäre nicht nur ungemütlicher für unsere Nachfahren, es hätte auch zur Folge, dass sie das was wir heute einsparen in x-facher Höhe zu bezahlen haben, die Folgekosten fürs Nichtstun steigen bei diesem Thema exponentiell.
Das wäre allerdings die selbe „vernünftige“ Politik, die wir schon seit Jahrzehnten betreiben, indem wir die nötigen Investitionen in die Zukunft verschieben, um sie nicht im eigenen Haushalt auftauchen zu lassen. Der Investitionsstau, den die „Ampel“ auf diese Art übernommen hatte, betrug nach vorsichtigen Schätzungen ca 800 Milliarden. Daraus hat allerdings unsere momentane Regierung nichts gelernt, auch sie verschiebt die Ausgaben wieder in die Zukunft und nennt das sparen, anstatt aus der Vergangenheit zu lernen, dass das Steueraufkommen auch ohne die besonderen Probleme des Klimaschutzes und eines kriegerischen Nachbarn nicht reichte, um die Aufgaben des Staates zu erfüllen. Aber man hat keine Lust, die Vorgaben des Grundgesetzes dahingehen umzusetzen, dass die Steuerprogression auch noch bei den wirklich hohen Einkommen weitergeht – bei den wirklich hohen Einkommen ist der Anteil der praktisch bezahlten Steuern im Gegenteil rückläufig. Ist das vernünftig?
Oder ist es vernünftig, wenn sie sehr meinungsstark zu Themen schreiben, bei denen sie es wohlweislich versäumen, sich vorher kundig zu machen, wie Sie es in Ihrem Beitrag „Den Zeugen Gretas ist die Wissenschaft egal“ gezeigt haben – ich danke paule t. für die detaillierte Aufarbeitung des Themas, zu der ich zu faul war. Sie betreiben hier das Geschäft der Desinformationsgruppe „EIKE“.
Dazu noch ein kleiner Hinweis zum Atomstrom, für den sie auch so gerne werben:
Die reinen Erzeugungskosten pro kWH liegen
bei Photovoltaik und Wind zwischen 4 und 11ct,
bei fossilen Brennstoffen zwischen 11 und 29 ct,
bei neuen Atomkraftwerken um die 50 ct.
Da sind bei der Atomkraftwerk noch nicht die Entsorgungskosten enthalten, die im Gegensatz zu den anderen Energiearten nicht vernachlässigbar sind, und auch nicht die Versicherungen gegen Unfälle, deren Prämien so hoch sind, dass kein privater Betreiber sie bezahlen will. Das ist in ganz kurzer Darstellung der Hintergrund, vor dem die Manager unserer EVUs bei dem Thema nur abwinken. Wer soll diese Kosten eigentlich bezahlen?
<sarc>
Physik als unverhandelbar behandeln –> schlimme Ideologe
Reichstumverteilung als unverhandelbar behandeln –> Vernunft
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@ Frank Wohlgemuth
Ich darf ihren Artikel, der mir gut gefallen hat, v.a. die Zahlen, durch zwei kleine Begebenheiten von heute ergänzen. Im WDR war heute die Rede von zwei Seniorenheimen, die von der Feuerwehr evakuiert werden mussten, weil die Klimaanlagen ausgefallen waren. Leider vermeldete der WDR nicht, wie viele Seniorenheime und Krankenhäuser hätten evakuiert werden müssen, weil sie über keine Klimaanlagen verfügen.
Im größten Supermarkt im ostwestfälischen Halle standen heute tw. Kühltruhen und Kühlregale leer, weil es auf Grund der Hitze Probleme mit der Kühlung gab.