Ruhrgebiet statt München?

Typische ‚Bude‘ im Ruhrgebiet. Quelle: Wikipedia, Foto: Hans-Jürgen Wiese, Lizenz: CC BY 3.0

Für Studenten und junge Hochqualifizierte – sogenannte „High Potentials“ – sind vor allem „unfertige“ Regionen attraktiv, die sich noch grundlegend wandeln können. Das zeigt eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Regionalverbandes Ruhr (RVR), für die bundesweit über 500 Personen im Alter von 18 bis 29 Jahren befragt wurden. Darin bescheinigen die meisten der Befragten dem Ruhrgebiet dasselbe Dynamikpotenzial wie Berlin in den 2000er Jahren. Nirgendwo sonst sind die jungen Menschen so überzeugt von der Potenzialen des Ruhrgebiets wie im Revier: Wer hier lebt, beurteilt die Wandlungsfähigkeit und Zukunftsaussichten der Region noch positiver.

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Brasilien: Inflation wird über Bolsonaros Schicksal entscheiden

Während sich der Wahlkampf für die brasilianischen Präsidentschaftswahlen intensiviert, scheint eine Niederlage des Amtsinhabers Jair Bolsonaro plötzlich nicht mehr so sicher zu sein.

Bolsonaro und sein Hauptherausforderer, Luiz Inacio Lula da Silva, haben Anfang der Woche, weniger als sechs Wochen vor der wichtigsten Wahl Lateinamerikas, in getrennten Medienauftritten ihre Positionen dargelegt. Lula, der linke ehemalige Präsident, der in allen Umfragen weit vorne liegt, sprach über den Handel und die Rolle der Industrie in der brasilianischen Wirtschaft und unterstützte freie Wahlen im benachbarten Venezuela, wobei er die traditionelle Unterstützung seiner Partei für das sozialistische Regime abschwächte.

Doch es war Bolsonaro, der mit seiner mäßigenden Haltung überraschte. Bolsonaro, der Wolfim Schafspelz?

In einem seiner seltenen Interview mit der meistgesehenen Fernsehsendung des Landes – wie sein US-amerikanischer Seelenverwandter Donald Trump zieht er es vor, über soziale Medien zu kommunizieren – versuchte der kämpferische rechte Präsident auf die Brasilianer zuzugehen, versprach, das Wahlergebnis zu akzeptieren und spielte die Auseinandersetzungen mit dem Obersten Gerichtshof herunter.

Die Tatsache, dass die Aussichten für die größte Volkswirtschaft der Region etwas weniger düster sind, stärkt Bolsonaro und untergräbt Lulas Attraktivität. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit sieben Jahren nicht mehr, und die Nachfrage wurde durch ein milliardenschweres Hilfsprogramm der Regierung angekurbelt.

Dieses Geld, das seit diesem Monat an die Wähler fließt, könnte Wirkung zeigen: Eine Umfrage vergangene Woche zeigte, dass Bolsonaro den Abstand zu Lula von 26 Punkten im Dezember auf 15 Prozentpunkte verringert hat.

Nur wenige würden auf einen Sieg Bolsonaros inmitten der weit verbreiteten Armut wetten, die durch die galoppierende Inflation angeheizt wird. Dennoch haben Steuersenkungen dazu beigetragen, die Kosten für Benzin und Kochgas zu senken, auch wenn die Preise für einige Grundnahrungsmittel wie Milch immer noch stark ansteigen.

Die Frage ist, ob die Maßnahmen der Regierung die Wähler bis zur erwarteten Stichwahl am 30. Oktober beeinflussen können.

So oder so scheint die Inflation und nicht sein desaströser Umgang mit der Corona-Pandemie der Schlüssel zu Bolsonaros Schicksal zu sein.

Obst und Gemüse: Getir plant Ausbau von Frischesortiment

Gemüse Foto: Euro Slice Lizenz: CC BY 2.0


Die „Lebensmittelzeitung“ hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem Schnell-Lieferdienst Getir beschäftigt. „Wir  glauben an Frische, Frische ist die Zukunft“, erklärt Getirs Einkaufschef Ben Hulme.

Ben Hulme, 34, verfügt über viel Erfahrung in der Branche, für ihn steht fest: „Der Kunde, der Obst und Gemüse kauft, hat die größten Warenkörbe.“ Daher soll das Frischesortiment deutlich ausgebaut werden. Laut „Lebensmittelzeitung“ dürfe ein Warenkorb allerdings nicht schwerer als 25 Kilogramm werden, das sei die Zuladungsgrenze der E-Mopeds. Wer mehr aus dem über 2000 Produkte umfassenden Angebot bestellt, wird von mehreren so genannten „Ridern“ beliefert. Bei seiner Expansion in Deutschland profitiert Getir von seiner Erfahrung im Heimatmarkt Türkei; dort ist das Unternehmen in allen 81 Provinzen präsent.

 

Bereits im Herbst will das Start-up den ersten Franchise-Store in Berlin eröffnen. Karthik Harith, General Manager von Getir, erklärte zu den Plänen des Unternehmens: „Wir denken Nahversorgung neu. Der Laden um die Ecke wird bei der Versorgung der Bevölkerung in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle spielen. Genau das werden unsere Franchisestores bieten: attraktive Produkte, eine exzellente App, kurze Lieferzeiten, und am Counter steht der Eigentümer des Ladens, der selbst im Viertel wohnt.“

Getir gilt als das wertvollste Start-up der Türkei. Im Juli 2021 expandierte das Unternehmen nach Hamburg und Berlin. Heute bietet es seinen Service auch in Dortmund, Düsseldorf, Köln, München und Nürnberg an, weitere Standorte sollen folgen. Zum Führungsteam von Getir Deutschland gehören laut dem Handelsregistereintrag am Amtsgericht Charlottenburg Karthikeyan Srinivasan Harith, Turancan Salur sowie Alexander Steinbrecher; Head of Govermental Relations sowie Head of Communications ist Sven-Joachim Irmer.

Getir ist nach eigenen Angaben in erster Linie ein Technologieunternehmen, das in den Bereichen Einzelhandel und Logistik tätig ist. Es wurde 2015 von Nazim Salur (Gründer von BiTaksi, der führenden Taxi-App der Türkei), Serkan Borancili (Gründer von GittiGidiyor, das 2011 von eBay übernommen wurde) und Tuncay Tutek (Ex-PepsiCo- und P&G-Führungskraft in Europa und dem Nahen Osten) gegründet.

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Das weite Land: Seelen undsoweiter

Das weite Land Foto: Matthias Horn/Ruhrtriennale Lizenz: Copyright


Barbara Frey inszeniert bei der Ruhrtriennale Arthur Schnitzlers Tragikomödie „Das weite Land“.

Wie übersättigt muss eine Gesellschaft sein, um einen Krieg als „reinigendes Gewitter“ willkommen zu heißen? In Zeitlupe scheinen die Walzer-Seligen der Fin de siècle-Bälle zu erstarren, aber unterschwellig gärt die Lebens- und Liebesgier der gnädigen Herrschaften und findet in Amouren und Affären ihren Ausdruck. Dieses Szenarium beäugte Arthur Schnitzler in Wien aus nächster Nähe und seziert in seiner 1910 uraufgeführten Tragikomödie „Das weite Land“ lebende Seelen. Er hält der Gesellschaft seiner Zeit einen Spiegel vor und gleichzeitig stellt er Sinnfragen in den Raum, die auch heute wieder ihre Berechtigung haben.

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Grüne wollen noch einmal über „Selbstbestimmungsgesetz“ diskutieren

Hier findet der nächste Parteitag der Grünen statt:
World Conference Center Foto: Wolkenkratzer Lizenz: CC BY-SA 3.0

Geht es nach der Ampel, kann bald jeder einmal im Jahr seine Geschlechtsidentität wechseln. Dafür sind dann nach der Verabschiedung des „Selbstbestimmungsgesetzes“ kein ärztliches Attest oder ein Beratungsgespräch vorgeschrieben. Grüne und FDP scheiterten mit einem solchen Gesetzesvorhaben in der vergangenen Legislaturperiode im Bundestag an den Stimmen von CDU und SPD. Jetzt ist die Mehrheit sicher. Nun wollen zahlreiche Mitglieder der Grünen über den Plan noch einmal diskutieren. In einem Antrag heißt es:

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Karl-May-Experte: Winnetou-Buch unbedenklich

2008 die kleinsten Blutsbrüder Deutschlands: Vincent Beyer als Old Sahtterhand und William Hartmann als Winnetou Lizenz: Gemeinfrei


Kunstpädagogik-Professor Brenne kritisiert Ravensburger Verlag.

Der Karl-May-Experte Andreas Brenne kritisiert die Entscheidung des Ravensburger Verlages, das Kinderbuch zum Film „Der junge Winnetou“ vom Markt zu nehmen. „Ich halte es für nicht richtig, ein solches Buch nur aufgrund eines Shitstorms aus dem Verkehr zu ziehen“, sagte Brenne in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der Verlag hätte sich vor diesem Schritt von Experten für das Werk Karl Mays und das Genre des Kinder- und Jugendbuches beraten lassen sollen. Der Ravensburger Verlag hatte das Buch nach massiver Kritik auf Instagram wegen angeblich falscher kultureller Aneignung aus dem Programm genommen.

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Was ich mir für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wünsche

Lady Gaga Foto: proacguy1 Lizenz: CC BY-SA 2.0

8,4 Milliarden Euro erhalten die öffentlich-rechtlichen Sender aus den Gebühren der Bürger. Ich finde, mit dem Geld sollten sie es so richtig krachen lassen: Tom Buhrow kostet Beitragszahler knapp unter 750.000 Euro im Jahr. Das ist viel zu wenig. Die Gehälter der Intendanten sowie aller anderen aus der Führungsebene sollten deutlich steigen. Teure Bauprojekte wie das Filmhaus des WDR oder das Medienhaus des RBB zeigen, wohin der Weg gehen

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