Karl-May-Experte: Winnetou-Buch unbedenklich

2008 die kleinsten Blutsbrüder Deutschlands: Vincent Beyer als Old Sahtterhand und William Hartmann als Winnetou Lizenz: Gemeinfrei


Kunstpädagogik-Professor Brenne kritisiert Ravensburger Verlag.

Der Karl-May-Experte Andreas Brenne kritisiert die Entscheidung des Ravensburger Verlages, das Kinderbuch zum Film „Der junge Winnetou“ vom Markt zu nehmen. „Ich halte es für nicht richtig, ein solches Buch nur aufgrund eines Shitstorms aus dem Verkehr zu ziehen“, sagte Brenne in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Der Verlag hätte sich vor diesem Schritt von Experten für das Werk Karl Mays und das Genre des Kinder- und Jugendbuches beraten lassen sollen. Der Ravensburger Verlag hatte das Buch nach massiver Kritik auf Instagram wegen angeblich falscher kultureller Aneignung aus dem Programm genommen.

Nach Brennes Worten ist das Buch unbedenklich, weil ja schon in einer Vorbemerkung klargestellt werde, dass das Buch als fiktive Geschichte und nicht als sachgerechte Darstellung des Lebens indigener Völker zu verstehen sei. „Hier hat wohl die Angst der Marketingabteilung des Verlages, das Haus könne in Verruf kommen, das Vorgehen diktiert“, analysierte Brenne, der als Professor für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik an der Universität Potsdam wirkt und in der Karl-May-Gesellschaft an Programmfragen mitarbeitet.

Andreas Brenne warnt davor, den Vorwurf der falschen kulturellen Aneignung unreflektiert zu generalisieren. „Schon das Verkleiden als Indianer gilt dann als rassistischer Akt“, kritisierte Brenne, der zugleich Karl May (1842-1912) selbst gegen den Vorwurf des Rassismus und Kolonialismus in Schutz nahm. Der Vorwurf gegen den Klassiker der Wildwestliteratur, er habe den Völkermord an den indigenen Völkern Nordamerikas ignoriert, sei falsch. In den 1893 publizierten Winnetou-Romanen werde das ja gerade geschildert. „Das ist ja gerade ein zentrales Motiv bei Karl May“, präzisierte Brenne, der im März 2023 an der Universität Potsdam eine Fachtagung zum Thema Karl May und kulturelle Aneignung ausrichtet.

Der Link zum Gespräch: https://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/karl-may-experte-brenne-findet-winnetou-buch-unbedenklich-42784230

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Aimee
Aimee
1 Jahr zuvor

„Der junge Winneto“ wird vom Markt genommen und die „documenta fifteen“ bleibt geöffnet.

Was stimmt mit DE nicht?

Felix Krupp Materna
Felix Krupp Materna
1 Jahr zuvor

Leider typisch für die linke Woke-Kultur. Bin kein Karl-May-Fan, aber selbst die amerikanischen Ureinwohner mögen viele Bücher.

Georg
Georg
1 Jahr zuvor

@ Felix Krupp Materna

„Bin kein Karl-May-Fan, aber selbst die amerikanischen Ureinwohner mögen viele Bücher.“

Haben Sie einen Beleg dafür, dass „die amerikanischen Ureinwohner“ Bücher von Karl May mögen?

Oder ist es „rechte Verpennt-Kultur“, die Sie das behaupten lässt?

Nansy
Nansy
1 Jahr zuvor

Das Einknicken vor der linken Woke-Kultur führt eben nicht zu mehr Ruhe im Verlagsgeschäft, sondern führt unweigerlichen zu immer neuen und noch absurderen Attacken gegen dies und das…

Sabine Michalsky
Sabine Michalsky
1 Jahr zuvor

Jede Form der kulturellen Aneignung *muss* sofort verboten werden.
KEINE AUSNAHMEN.

Und das muss sich dann auch bis zu der Bevölkerung durchsetzten.
Ich kann es nicht mehr ertragen wie z.B. nicht People of Color Dreadlocks tragen.
Auch sind solche Dreadlocks, die als Kostüme dienen, sofort aus dem Verkauf zu nehmen !

Aimee
Aimee
1 Jahr zuvor

#5

Das ist wohl Ironie?

Im umgekehrten Fall bedeutet dies dann, dass Menschen, die z.B. nach DE bzw. Europa kommen weiterhin FGM betreiben sollen?

Walter Stach
Walter Stach
1 Jahr zuvor

Wenn Bücher vom Markt genommen werden -durch einen staatliche Maßnahme oder durch den betr. Verlag oder durch….?- dann sollte das in jedem Falle a priori kritisches Nachdenken befördern. Wenn das jetzt und hier geschieht, ist das m.E. eine Selbstverständlich-jedenfalls hierzulande-

Ob das kritische Nachdenken zu einer „Schlammschlacht“ wird, bleibt der Ratio oder ehe wohl der Emotion der sich öffentlich Äußernden überlassen , und diese setze ich nicht gleich mit „den Nachdenken“.

Persönliches von mir „zur Sache“:

Fritz Steubens Lederstrumpf gehörte zur Kinderzeit zu meiner Lieblingslektüre , die ich den einschlägigen „Indianer-Büchern“ Karl Mays vorgezogen habe.
Diese und andere einschlägige Bücher haben mein Interesse an den indigenen Völkern vor allem in Nordamerika nicht nur geweckt und befördert -bis auf den heutigen Tag-, sondern durchweg auch meine Sympathien für „die Indianer“.

Viele Filme mit /über „Indianer“, die ich gesehen habe, waren lange Zeit sehr einseitig geprägt vom Bild „des guten weißen Mannes“ und der „bösen Rothaut“. Das trifft u.a. für alle einschlägigen Filme mit John Wayne in der Hauptrolle zu, der bekanntlich auch im wirklichen Leben ein rassistischer Nationalist war. All diese Filme werden auch heute noch „unbedenklich“ auch hierzulande weiterhin gezeigt.
Erfeulich aus meiner Sicht , daß sich dieserhalb Grundlegendes auf Seiten der Filmemacher geändert hat; mit positiven Auswirkungen vor allem auf junge Menschen und deren Verständnis für „die Indianer Nordamerikas“, für ihre Geschichte und für ihre heutigen Lebensumstände, als Mitglieder nach wie vor diskriminierter indigener Völker auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Sollte die jetzt laufende Diskussion dazu beitragen, daß „man“ sich hierzulande mehr als bisher für das Schicksal der indigenen Völker in Nordamerikas interessiert -für ihre Geschichte, für ihre derzeitige Situation- wäre das ein für mich begrüßenswerter Effekt,

PS
Ich habe vor „einiger Zeit“ hier bei den Ruhrbaronen im Zusammenhang mit der Verwendung des Begriffes Völkermord bezogen auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erlaubt zu fragen, warum bis auf den heutigen Tag niemand (!!) in der sog. westlichen Welt, namentlich vor allem in den USA, die Vernichtung der indigenen Völker Nordamerikas durch „die Weißen“ Völkermord nennt. Eine Antwort darauf gab es und gibt es nicht.

Robert Müser
Robert Müser
1 Jahr zuvor

Es ist schon interessant, wie eine kleine Truppe von Aktionisten (50/100/150 Personen?) es schafft, aus einer Internetblase der Mehrheitsgesellschaft ihre Stand der Dinge zu oktruieren.

Auch muss man es auch traurig nennen, dass die Marketingabteilung des Ravensberger Verlages im Angst vor dem Shitstorm dieser radikalen Minderheit keinerlei Rückgrat mehr zeigt.

nussknacker56
nussknacker56
1 Jahr zuvor

Neulich wurde ich Zuhörer einer kleinen Auseinandersetzung. Es ging um die Frage, ob „Schwarze“ eine Krawatte tragen dürfen. Hier handle sich ja eindeutig um ein europäisches (französisches) Kleidungsteil und dies sei eine „kulturelle Aneignung“. Weiter ging es mit der Frage, wie zu verfahren sei, wenn der Betreffende sich weigere, das „angeeignete“ Teil freiwillig abzulegen. Ich stand vor Verblüffung mit offenem Mund daneben und dachte: Wach ich oder träum ich?

Ich kenne mich da nicht aus, aber vielleicht kann mir jemand von den Spezialisten hier helfen diese komplizierte Frage zumindest im Nachhinein zu klären.
Danke.

(Bei der Gelegenheit: Und was ist, wenn es ein „Indianer“ ist?
Danke nochmals.)

Helmut Junge
1 Jahr zuvor

@Sabine Michalsky , ich würde da sogar noch weiter gehen. Sogar die Benutzung des Wortes „Dreadlocks“ ist kulturelle Aneignung.
Woher haben Sie überhaupt das Wort?

@Walter Stach, sehe ich sehr ähnlich. und ich weiß nicht, warum niemand das Wort Völkermord , den speziell die anglophonen Weißen begangen haben, so nenennt. Denn im Gegensatz zu den Franzosen, den Spaniern und den Russen, gibt es bei den englischsprachlichen Kolonialisten bis heute kaum noch genetische Spuren der Urbevölkerungen. Fast alle ausgerottet und später in den Indianerfilmen schlechtgemacht. Die Besonderheit, dass Deutsche und Franzosen trotz allem Kolonialismus den sie weltweit betrieben haben, ein positives Bild von den indigenen Völkern Nordamerikas hatten und haben, ist den Kritikern von z.B. Karl May nicht bekannt.Sie haben nichts glesen und vermuten nur, daß auch im Bezug zum §Indianer§, die Deutschen und Franzosen mit den englischstämmigen Weißen gleichzusetzen sein müssen. Aber auch in diesem Fall gilt<<<<<. Lesen bildet.

Robin Patzwaldt
Editor
1 Jahr zuvor

In der Tagesschau meinte ein betroffener Indigener gerade, er lehne das alles ab, weil er nicht aussehe wie Pierre Brice und deshalb Probleme habe. Ganz ehrlich, das kann man dann als Argument so auch nicht direkt nachvollziehen 😉

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

Ja, wenn der Ravensburger Verlag bloß Experten für das Genre des Kinder- und Jugendbuches gefragt hätte! Zu blöd, wenn man das ganze geschäft des Kinder- und Jugendbücherherausgebens völlig ohne solche Expertise bewältigen muss.
Oder hat etwa der Karl-May-Experte hier den Mund zu voll genommen? Bestimmt nicht. Wer von Literatur so viel Ahnung hat, dass er meint, ein Hinweis auf Fiktionalitätb würde ein Buch jeder Kritik entheben, der hat einfach mit allem recht.

Was von einem Karl-May-Experten vom Karl-May-Fanclub, sorry der Karl-May-Gesellschaft zu halten ist, der meint, Karl May „gegen den Vorwurf des Rassismus“ „in Schutz nehmen zu können“, weil er den Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern nicht ignoriert hat … ja, stimmt schon, das hat May nicht getan. Und ja, in seinem Spätwerk hat er sich tatsächlich für Frieden und Völkerverständigung eingesetzt. Und sicher gab es noch weitaus schlimmere Darstellungen als die in seinen Büchern. Das alles ändert aber überhaupt nichts daran, dass es in seinem Werk, und zwar gerade bei den besonders bekannten Stoffen, von nicht nur extrem klischeehaften, sondern auch ganz eindeutig rassistischen (und btw auch antisemitischen) Darstellungen nur so wimmelt. Das ist wahrscheinlich zum allergrößten Teil zeitbedingt, aber trotzdem muss man das doch nicht wegreden und erst recht nicht heute reproduzieren.

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

@ #7 | Walter Stach, Zitat:
„[… ] warum bis auf den heutigen Tag niemand (!!) in der sog. westlichen Welt, namentlich vor allem in den USA, die Vernichtung der indigenen Völker Nordamerikas durch „die Weißen“ Völkermord nennt.

Ich halte Ihre Voraussetzung, dass „niemand“ das so nennen würde, einfach für falsch. Vgl. diesen Wikipedia-Artikel:

https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide_of_indigenous_peoples

SvG
SvG
1 Jahr zuvor

@ 9: Die Krawatte war ursprünglich ein Tuch, das kroatische Söldner in gleicher Weise umbanden, um nicht in einer Schlacht versehentlich gegeneinander zu kämpfen. Die Franzosen haben in einem unerhörten Akt der kulturellen Aneignung daraus die Krawatte gemacht, was, wie Sie ja bewiesen haben, bis heute nachwirkt. Und weil sie das Wort Kroate nicht aussprechen konnten…

Ihr mögt mich eh nicht
Ihr mögt mich eh nicht
1 Jahr zuvor

Was außer Verherrlichung von Karl May kann man von einem Karl-May-Fanboy wohl erwarten?

Das nun Bücher zurückgezogen werden, die falsche Stereotype verfestigen können, ist doch nichts Schlechtes. Gerade da Kinder so viel und so schnell lernen und diese Bücher eben nicht nur als reine Fiktion begreifen.
Das es auch viel besser geht at die Firma Microsoft beim Remake des Spiels „Age of Empires 3“ gezeigt, dort wurden Indigene konsultiert um Fehler und Stereotype zu entfernen.

Das einzufordern ist doch gut, oder hätte hier jemand Lust darauf, dass die Welt denkt, die kitschige Version von Bayern wäre repräsentativ für Deutschland?

Helmut Junge
1 Jahr zuvor

@paule t., und @ Ihr mögt mich eh nicht , der shitstorm im Netz wird fast ausschließlich anonym durchgeführt,und davor knickt der Verlag ein. Wenn dann eine Person mit ehrlichem Namen , der zudem noch eine Professur für Kunstpädagogik innehat, den Verlag wegen dieses Einknickens kritisiert, weil das Buch seiner Meinung nach in Bezug auf die anonymen Vorwürfe durchaus sauber ist, tauchen wieder anonyme Kommentatoren auf, wie ihr zwei, um diesen Professor zum Karl May Fan zu degradieren. (@ Ihr mögt mich eh nicht), oder als „Karl-May-Experten vom Karl-May-Fanclub“ wie @paule t. Was ist das denn für ein Niveau? Könnt ihr das nicht erklären, was ihr für richtig haltet? Es fällt uch zumindest so schwer, daß ihr auf solche Ebene abrutscht. Zumindst paulet., den den anderen kenne ich noch nicht, und wiß nicht, ob das abgerutscht, odr Normalniveau ist.
Aber anonym knickt villeicht so in Verlag ein, weil der auch anders Gschäfte machen möchte, doch ich frage mich, was ihr dabei gewonnen haben mögt.

Marcello
Marcello
1 Jahr zuvor

Soweit ich weiß, sind die allermeisten Karl-May-Werke gemeinfrei. Jede Person kann sich eine Kopie im Copy-Shop nebenan erstellen lassen oder gar eine eigene Edition herausgeben. Wo ist denn jetzt das Problem?

TutnichtszurSache
TutnichtszurSache
1 Jahr zuvor

Ah, ein persönlich nicht betroffener „Experte“ hat sich gemeldet und gesagt, alles sei in Ordnung. Ja, so sollten wir das immer bei Problemen machen. Menschen die selber nicht betroffen fragen und schon ist das Problem gelöst.

Stefan Laurin
Admin
1 Jahr zuvor

@TutnichtszurSache: Berufsbetroffene gibt es ja genug.

Aimee
Aimee
1 Jahr zuvor

@ #11 Robin Patzwaldt 

„..In der Tagesschau meinte ein betroffener Indigener gerade,…“

War es ein WIRKLICHER Indigener?
Man erinnert sich an Elizabeth Warren, die behauptete „teils Cherokee und teils Delaware sei“. Selbst ein DNA-Test hat ergeben, dass sie weniger indianischen Erbgut hat als der weiße Durchschnitts-Amerikaner.

Wie viele betroffene Indigene gibt es eigentlich in DE?

Den einzigen „Indianer“, den ich je kennengelernt habe, war in einem Kibbuz und der war zum Judentum konvertiert! 😋

Sofa Hunne
Sofa Hunne
1 Jahr zuvor

Uns Hunnen hängt seit 1600 Jahren ein Name an, den wir uns nicht selber gegeben haben. Auc h unser Volk ist von den Weißen vernichtet worden.Und kräht da ein Hahn nach? Ist nicht so populär sich für Hunnen einzusetzen, hää?
Ihr Betroffenen seid doch toal verlogen.

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

@ #16 | Helmut Junge

Zunächst mal weiß ich immer noch nicht, welches Problem Sie immer mit anonymen Kommentaren haben. Kommentarbereiche wie hier sind für mich quasi Stammtische – man diskutiert, mehr oder weniger heftig, mit den Argumenten, die man zur Hand hat, erhebt aber keinen besonderen Anspruch. Da zählen für mich die vorgebrachten Argumente, aber kein Name oder Status.

Brenne dagegen wirft seinen Namen und Professorentitel als Gewicht in die Waagschale. Dadurch hat er die Möglichkeit, seine Meinung mit weit größerer Reichweite zu verbreiten. Das ist auch OK, macht aber seine Argumente nicht automatisch besser, genauso wie die Argumente anonymer Kommentatoren nicht automatisch schlecht sind.

Es kommt also auf die Qualität der Argumente an. Und dazu – vielleicht haben Sie’s überlesen – habe ich mich geäußert.

Ein Argument: Es stehe ja vorne im Buch, dass es ein fiktives Werk sei. Sorry, aber das ist ein ganz, ganz schwaches Argument. Allein durch das Wissen, dass eine Geschichte fiktiv ist, wird nicht jede beliebige Darstellung einer bestimmten Gruppe, die es in der Realität auch gibt, OK. Wenn ich heute einen Roman schreiben würde, in dem – wie bei Karl May – alle Schwarzen durchgehend sprachbehinderte, eitle, prahlerische Idioten wären oder alle Juden typische antisemitische Klischees wiederspiegeln würden, wäre das nicht auf einmal auf wundersame Weise OK, wenn ich vorne reinschriebe: „Ist alles nur ausgedacht!“ Und die Klischeehaftigekeit, die dem aktuellen Buch und Film vorgeworfen wird, ist zwar hoffentlich nicht von diesem Kapitel, wird aber auch nicht durch einen simplen Disclaimer als Problem weggezaubert.

Jemanden mit Argumenten wie diesem kann ich einfach nicht besonders ernst nehmen, Professor hin oder her.

Helmut Junge
1 Jahr zuvor

Ob Sie ihn ernst nehmen, ist mir eigentlich egal. Was ich kritisiere, ist etwas anderes. Sie werten ihn als „Karl-May-Experten vom Karl-May-Fanclub“ab. Und das wissen Sie gar nicht, ob der überhaupt Interesse an solchen Erzählungen hat.
Nach meinem Eindruck hat kaum jemand diese Bücher gelesen, der jünger als 60 ist. Meine Kinder und deren Freunde haben kein einziges Buch von Karl May gelesen. Ich war als Kind fasziniert, aber wenn ich heute ein paar Seiten lese, bin ich unterfordert und gelangweilt. Das ist nicht die heutige Zeit.
Mit dn viele Ave Marias viel zu religös. So wie damals die Menschen halt waren. Also, dieser Herr Brenne wird vermutlich kaum vom Fan-Club sein. Sie haben jedoch sehr großes Interesse daran, diese toten Geschichten endgültig zu begraben. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Ja, anonyme Kommentatoren, die ich nicht persönlich kenne, beobachte ich mißtrauisch. Was dagegen?

Stefan Laurin
Admin
1 Jahr zuvor
Reply to  Helmut Junge

@Helmut Junge: Es sind reine Machtkämpfe und die wollen die Wokeies gewinnen, koste es was es wolle. Dass sie von nichts eine Ahnung haben, sich aufblasen und alle anderen abwerten, gehört zum Geschäftsprinzip. Warten wir einfach den Backlsash ab 🙂

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

@ #24 | Hemut Junge, Zitat: „Sie werten ihn als „Karl-May-Experten vom Karl-May-Fanclub“ab.“

Ja, wenn jemand dumme Argumente bringt (begründung dieser Wertung s. meine vorherigen Beiträge), nehme ich seinen Expertenstatus nicht mehr ernst und werte ihn somit ab. Aus der Tatsache, dass er das Buch mit einem dummen Argument verteidigt, schließe ich ferner, dass er in der Karl-May-Gesellschaft eher weniger aufgrund des Willens zu einer kritisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk ist, sondern wegen einer eher unkritischen Vorliebe für das Werk. Deswegen meine Verunglimpfung seiner Mitgliedschaft in der Karl-May-Geselschaft als Mitgliedschaft in einem Fanclun.
Diese Bewertung müssen sie ja nicht teilen, aber wenn Sie was dagegen einwenden wollen, wäre es fruchtbarer, wenn Sie sich mit den Argumenten auseinandersetzen.

Zitat: „Sie haben jedoch sehr großes Interesse daran, diese toten Geschichten endgültig zu begraben. Das ist jedenfalls mein Eindruck.“

Es geht in der aktuellen Diskussion weniger um die alten Geschichten, sondern darum, welche Geschichten heute erzählt werden. Diesbezüglich habe ich in der Tat ein Interesse, nämlich dass heute erzählte Geschichten nicht so klischeehaft sein sollten wie die Karl-Mays. Dabei ist es mir eigentlich egal, ob die heutigen Geschichten ganz neue Stoffe kreieren oder alte Stoffe variieren, wie es der jetzt diskutierte Film und das Buch dazu tun.
Das Problem ist nur: Neue Stoffe würde hoffentlich sowieso keiner derart klischeehaft erzählen, wie Karl May es nun mal tat. Wenn man Karl-May-Stoffe aufgreift, müsste man sich dagegen von der Klischeehaftigkeit Mays bewusst absetzen, was natürlich viel schwieriger ist und wohl auch nicht geschehen ist.

Zitat: „Ja, anonyme Kommentatoren, die ich nicht persönlich kenne, beobachte ich mißtrauisch. Was dagegen?“

Ja, dagegen habe ich was. Weil Sie damit immer wieder Äußerlichkeiten der Diskussion (wie den verwendeten Usernamen) thematisieren, die mit den vorgebrachten Argumenten nichts zu tun haben, und dadurch von der inhaltlichen Diskussion ablenken. Ich finde das für eine Diskussion störend.

———————————————-

#25 | Stefan Laurin, Zitat: „… reine Machtkämpfe und die wollen die Wokeies gewinnen, koste es was es wolle. Dass sie von nichts eine Ahnung haben, sich aufblasen und alle anderen abwerten, gehört zum Geschäftsprinzip. Warten wir einfach den Backlsash ab“

Vielleicht bin ich ja zu doof, aber irgendwie habe ich in diesem Beitrag keine inhaltlichen Argumente zum Thema gefunden, sondern _ausschließlich_ Abwertungen der anderen Meinung. Das gibt Ihren Vorwürfen von wegen „reine Machgkämpfe, von nichts eine Ahnung, sich aufblasen, alle anderen abwerten“ eine gewisse ungewollte Ironie.

Helmut Junge
1 Jahr zuvor

@paule t., aber Sie nehmen die Produzenten des shitstorms ernst, obwohl von denen kein einziger Name bekannt ist?
Fällt Ihnen dazu was ein? Bestimmt!
Wissen Sie, was mir zu unserem Diskurs einfällt? Eine Lebenserfahrung. Nämlich daß sich manche Personen wie Pudding verhalten, den man quetscht. Er weicht jedem Druck aus und quillt zwischen den wieder raus. Und das Neue an dieser alteen Lebenserfahrung für mich ist, daß das sowohl für anonyme shitstormer gilt, aber auch für alte Geschichten. Die weichen beide jedem Druck aus. Es kann also sein, daß Sie und die anonymen shitstormer diese alten Geschichten sogar zu neuem Leben erwecken.
Ich werde das aufmerksam verfolgen.

Walter Stach
Walter Stach
1 Jahr zuvor

Helmut Junge,
dieser hier laufenden Streit ist für mich – ähnlich wie z.B. die Streitigkeiten über das Gendern in der Sprache, über die Ideologie der sog. Identitären,, über die Frage, wer Jude ist und wer nicht- anregend , nachzudenken über das, was „man“ zu wissen meinte, über was „man“ bis dato für bar jeden Zweifels hielt, was man als selbstverständlich und problemfrei hingenommen hat und zugleich über das, was einem an Neuen widerfährt oder als neu erscheint.

Und wenn so zum Nachdenken angeregt wird -offenkundig oftmals unbewußt, ja das Gegenteil bewirken wollend -sh. u.a. so mancher der o.a. Beiträge- , dann läßt sich m.E selbst „oberflächliches Gequatsche“ oder stetes besserwisserisches Getue ertragen: auch wenn das manchmal schwer fällt, was mir die eigenen Erfahrungen u.a. hier bei den Ruhrbaronen mehrfach bewiesen habe.

Helmut Junge,
Gelassenheit könnte angesagt sein, meine ich, ohne jeden Anflug , „belehrend“ sein zu wollen.

Helmut Junge
1 Jahr zuvor

#28 | Walter Stach, ich tausche mich aus. Wenn du, 10 Jahre älter als ich oder paulet., vermutlich 40 bis 45 Jahre jünger als ich, sich über Fragen streiten, dann haben die Ansichten, die aufeinander prallen mit unserer unterschiedlichen Sozialisierung zu tun. Das ist mir klar. Ich werde noch in diesem August 75. Aber Altersweisheit ist mir noch nicht gegeben. Also bleibe ich kämpferisch.In jungen Jahren bin ich von Partei zu Partei gewandert, und bin mangels demokratischer Meinungsbildungsprozessen mehr oder weniger schnell wieder raus. Hier bei den Ruhrbaronen bin ich bald länger als in allen Parteien zusammen, weil ich hier trotz Einschränkungen, freie Meinungsäußerung hab. Es gibt für mich nur zwei Einschränkungen, die mich aber nicht nicht stören. Ich kann da die Nachteile gegen die Vorteile abwägen.
Aber ich kann meine Meinung kundtun. Wo mir der Besitzer dieser Seite auf den Keks geht, sag ich es manchmal auch. Ich müßte es aber häufiger sagen.
Darüber denke ich häufig nach.

paule t.
paule t.
1 Jahr zuvor

@ #27 | Helmut Junge , Zitat: „@paule t., aber Sie nehmen die Produzenten des shitstorms ernst, obwohl von denen kein einziger Name bekannt ist?“

Lieber Herr Junge, wie ernst ich Aussagen nehme, hängt von den Argumenten ab, nicht von den Namen. So, wie Sie das mit den Namen immer wieder vorbringen, erwecken Sie allmählich den Eindruck, als wäre dieses Konzept Ihnen gänzlich ungreifbar.

Da die „Produzenten des Shitstorms“ (ist jede Meinungskundgabe über Twitter automatisch ein „Shitstorm“, oder hängt das vielleicht auch davon ab, was man wie schreibt?) eine Vielzahl mit einer Vielzahl von Aussagen sein dürften, werde ich sie sicher nicht in Gesamtheit ernstnehmen oder nicht ernstnehmnen. Es st hochwahrscheinlich, dass auch von denen einige dummes Zeug schreiben.

Aber mindestens einige von den Argumenten, die in den Berichten zum Thema vorkommen, scheinen mir plausibel und ernst zu nehmen, nämlich dass verletzende, verzerrende Klischees vorkämen, die rassistisch wirken, Kolomialismus verharmlosen u.Ä. Diese Argumente zu diskutieren, ist mMn lohnend. Mir ist das ja egal, aber weil das für Sie anscheinend wichtig ist: Auch auf der Seite derjenigen, die das Zurückziehen des Buches begrüßen, gibt es eine Menge Leute, die nicht anonym kommentieren und sogar auch einen Professorentitel haben.

https://www.br.de/nachrichten/kultur/experte-ueber-winnetou-streit-hitler-war-nicht-zufaellig-fan,TFQklqB

Leider scheint mir auf der anderen Seite die Debatte weitestgehend von einem argumentfreien Trotzstolz geprägt zu sein, der sich die nostalgische Erinnerung an die eigene Kindheit nicht von kritischer Diskussion kaputtmachen lassen will, nach dem Motto: „Was damals schön war, kann heute nicht unschön sein!“

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