Petra Pau: Vorgeführt bei Ulmen.tv

Es ist doch wunderbar, wenn man auf der Suche nach ein bisschen Zerstreuung im Netz neben ein bisschen Humor auch eine Hilfe zur Wahlentscheidung bekommt. Die Linke bzw. die dazugehörende Frau Pau hat sich in diesem kleinen Filmchen hier wunderbar von Uwe Wöllner bzw. Christian Ulmen bloßstellen lassen. Sagt sie doch sie habe zu DDR-Zeiten gedacht, die Stasi sei lediglich zur Landesverteidigung da gewesen, von Bespitzelung der eigenen Leute und dem durch die Stasi begangenen Unrecht will sie erst später erfahren haben:

Ab 0:23 sec. wird es interessant. Dann noch viel Glück, Frau Pau und danke, Uwe. Dank Dir ist die Auswahl nun ein bisschen kleiner geworden.

Dir gefällt vielleicht auch:

24 Kommentare

  1. #1 | J. S. sagt am 9. September 2009 um 13:07 Uhr

    Ja und? Die Leute haben während des Zweiten Weltkriegs auch nichts von den KZs in der Nachbarschaft gewusst bzw. sie wussten nicht, was dort passierte.
    Ist das jetzt so ungewöhnlich, dass diese Frau eine andere Auffassung von der Stasi hatte? Du Schlaumeier weißt natürlich Bescheid, weil man hinterher immer schlauer ist.
    Wenn man aber in einem solchen Regime lebt und mit Propaganda Hass gegen das Nachbarland geschürt und die SED gepriesen wird, dann wird man auch ein anderes Bild von der Stasi haben. Die Gestapo war gefürchtet und die Stasi war bekannt. Aber war sie wirklich für jeden DDR-Bürger so offensichtlich?

    Ich halte auch nichts davon eine Partei abzulehnen, bloß weil eine Person dieser Partei sich mal daneben benimmt oder Aussagen tätigt, die einem nicht passen. Es geht immer noch um das Programm der Partei, um die Ziele, etc. Es geht nicht um Personen.
    Deine Streichliste sieht anscheinend so aus:
    Linke geht nicht mehr, da Frau Pau die Stasi nicht richtig kannte.
    CDU geht nicht mehr, weil Herr X was Falsches gesagt hat.
    SPD geht nicht mehr, weil Frau Y für oder gegen Abtreibung ist.
    Die Grünen gehen nicht mehr, weil Herr XX einen dicken Benz fährt.
    FDP geht nicht mehr, weil Frau YY nicht die gleiche Ansichten wie du hat.
    Piratenpartei geht nicht, weil jemand mit Computer-Unwissen glänzt.
    usw.

    Das alles sagt aber nichts über die Ziele der einzelnen Parteien aus.

    Frau Paus Aussagen sind schon recht komisch. Aber ich sehe das nicht so eng wie manch andere.

  2. #3 | Jost sagt am 9. September 2009 um 13:52 Uhr

    @ J.S.

    ich habe tatsächlich bis 1984 in diesem Teil Deutschlands gelebt und obwohl ich erst 8 Jahre zum Zeitpunkt der „Republikflucht“ war, haben mir komischerweise meine Eltern ein scharfes Bewusstsein hinsichtlich der Stasi mitgegeben. Wenn es also ein Kind kapiert (und selbst erfährt – ich sage nur Beschlagnahme der Pässe, danach „staatenlos“), dann kann ich dieses „nicht gewusst“-Gelaber wirklich nicht akzeptieren. Auch in der DDR konnte man sich unabhängig informieren, wenn man nur wollte – und das ist der Knackpunkt.

    Und zum Thema NS-Zeit: wenn man sieht, wie weit die Wohnblocks vom KZ Dachau entfernt sind, wenn man mal verinnerlicht, wie viele Juden plötzlich „einfach weggezogen“ sind, nachdem sie von der Gestapo abgeholt wurden – sorry, so viel Blauäugikeit ist keine Entschuldigung, sondern besten Falls ein Indikator für die eigene Dummheit, Ignoranz und Obrigkeitshörigkeit.

    Wenn Frau Pau das hier wirklich ernst meint, dann muss man ihr unterstellen, dass sie es einfach nicht wissen WOLLTE. Und das ist durchaus kritikfähig. Dass die Stasi die eigenen Bürger bespitzelt, war keine Mutmaßung, sondern eine Tatsache, die jeder wusste – ganz gleich ob regimetreu oder nicht. Ähnlich einem Blockwart gab es in der Zone den ABM, den so genannten Abschnittsbevollmächtigten und viele der Stasi-Spitzel haben sich so dämlich angestellt, dass man einfach blind, taub und dumm sein musste, um nicht zu kapieren, was da läuft.

  3. #4 | T.P. sagt am 9. September 2009 um 14:00 Uhr

    Also ich hatte Tanten, Onkel und Cousins in Dessau.
    Einfache Leute, Handwerker ohne politische Motivationen.
    Und diese Leute hatten immer ANGST vor Repressalien, davor in Anwesenheit und vor falschen Leuten mal was falsches zu sagen.
    Und das gilt für das gesamte Umfeld, das ich dort kennengelernt habe.

  4. #5 | Mx sagt am 9. September 2009 um 14:39 Uhr

    @Jost
    dann hat du wohl Glück mit deinen Eltern gehabt und Frau Pau eben nicht.
    Wenigstens räumt sie ihren Irrtum ein.

  5. #6 | Andreas Scholz sagt am 9. September 2009 um 14:57 Uhr

    Hat hier eigentlich jemand eine Vorstellung, wozu Verfassungsschutz und politische Polizei gut sind?
    Dabei ist es nicht das Wichtigste, dass ich diese Frage so stellen darf.

  6. #7 | Stefan Laurin sagt am 9. September 2009 um 15:07 Uhr

    @Andreas: Wikipedia: Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist ein deutscher Inlands-Nachrichtendienst, dessen wichtigste Aufgabe die Überwachung von Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ist. Er verfügt über keine polizeilichen Befugnisse.

  7. #8 | Andreas Scholz sagt am 9. September 2009 um 15:37 Uhr

    Danke schön Stefan,
    steht da auch etwas, wen der Inlandsgeheimdienst so alles beobachtet? Es könnte sogar interessant sein, wenn man wüßte, wen sie bei welchen Aktivitäten gerade nicht beobachten.
    Wissen wir aber nicht. Den Jahresbericht können wir allerdings lesen und darauf vertrauen, dass dort im Gegensatz zu eigentlich allen anderen Lebensbereichen, nur anständige und rechtstreue Mitarbeiter am Werke sind; oder wenigstens, dass die Kontrolle funktioniert.

  8. #9 | Malte sagt am 9. September 2009 um 16:27 Uhr

    Zitat:

    „Aber Du meintest doch immer , Du warst Glücklich…da…in der DDR… früher!

    „Tja, es ist vorbei“

    Ja, was soll man da auch sagen, außer: Tja, es ist vorbei!!!

    Gruß
    Malte!

  9. #10 | Arnold Voss sagt am 9. September 2009 um 16:54 Uhr

    @ J.S. (1)

    Wie lange muss ich mir eigentlich noch die große deutsche Geschichts- und Lebenslüge anhören die da lautet: Nix gewußt. Zumindest nicht so richtig.Sowohl unter dem Faschismus als auch in der DDR Diktatur war das Wissen die Regel und das Nichtwissen die Ausnahme.

  10. #11 | tschill sagt am 9. September 2009 um 17:51 Uhr

    Das ist doch mal ’ne fundierte Analyse. Zwei Minuten Verdrängungsleistung einer Einzelperson wiegen ein Parteiprogramm auf.
    Man kann aus etlichen Gründen nicht Die Linke wählen wollen. Dieser hier ist bisher einer der dümmsten. Weil man mit diesem Verfahren gar keine Wahlmöglichkeit mehr hat.

    P.S.: @3&4 Richtig. Auch ich habe schon als Kind von den Bespitzelungsaktionen gehört. Aber es gab eben auch Mitschüler, die dies aufgrund der Erziehung zu Hause nicht wahrhaben wollten. Ist es mein Verdienst, habe ich mir meine Familie ausgesucht?

  11. #12 | Arnold Voß sagt am 9. September 2009 um 18:47 Uhr

    @ tschill

    Wenn es denn eine Verdrängungsleistung wäre, gäbe ich ihnen recht. Frau Pau ist mittlerweile aber Profipolitikerin, und nicht mal die schlechteste. Verdrängungsleistungen gibt es da nicht mehr sondern gezielte Beschönigungen und Ausreden. Und „nichts so richtig gewußt“ kommt in Deutschland immer noch gut an. Das Land der Nicht-Wissen-Wollenden reicht sich da quer zu allen politischen Fronten bis heute immer wieder die versöhnende Hand.

  12. #13 | Christoph sagt am 9. September 2009 um 18:54 Uhr

    Dass sie nichts geahnt hat, kann ich mir auch kaum vorstellen. Dass sie aber persönlich glücklich gewesen sein kann, würde ich nicht abstreiten wollen. Auch in einer repressiven Gesellschaft kann es Nischen geben in denen man glücklich sein kann, insofern man sich damit zufrieden gibt und nicht aus ihnen auszubrechen versucht…

    Positiv finde ich, dass sie sagt, sie habe daraus etwas gelernt. Kann man doch nur hoffen, dass es korrekt ist 😉

  13. #14 | Franz Kollege sagt am 9. September 2009 um 19:16 Uhr

    Die Pau macht das clever. Als Profipolitikerin weiß sie genau, dass sie die Stasi öffentlich nicht verharmlosen darf, nach dem Motto „die waren gar nicht so schlimm“.

    Also sagt sie es indirekt: „ich habe nichts mitbekommen“, das heisst übersetzt „damit können die gar nicht so schlimm gewesen sein“.

  14. #15 | Stefan Laurin sagt am 9. September 2009 um 19:20 Uhr

    @Franz: Für Leute wie Pau war die Stasi auch nicht schlimm. Die Angepassten konnten doch gut mit der Stasi leben. Alle die eigene Gedanken hatten und eine eigene Meinung, die hatten Probleme mit der Stasi.

  15. #16 | Franz Kollege sagt am 9. September 2009 um 19:22 Uhr

    Sie entlarvt sich ja selber: „dass den Bürgern der DDR von außen nichts schlechtes widerfährt“.

    Das war die DDR-Propaganda: Der böse kapitalistische Westen will den lieben DDR-Bürgern was schlechtes antun. Die Propaganda abzunehmen, ist schon ein anderes Kaliber, als nun von Gefangenenmisshandlungen etc zu wissen oder nicht.

  16. #17 | Andreas Scholz sagt am 10. September 2009 um 09:21 Uhr

    @Stefan,
    was glauben Sie, was für die Angepassten heute nicht schlimm ist, während die von den entsprechenden „Leistungen“ betroffenen das ganz anders erleben?
    Gibt es vielleicht gar nicht?

  17. #18 | tschill sagt am 10. September 2009 um 11:32 Uhr

    Franz Kollege

    Aha. Und wieviele Menschen glauben heutzutage die Ideologie, der Kapitalismus sei eine Leistungsgesellschaft? Könnten sich schließlich auch informieren jenseits der Medien, die ihnen das tagtäglich eintrichtern.

    Arnold Voß

    „Das Land der Nicht-Wissen-Wollenden reicht sich da quer zu allen politischen Fronten bis heute immer wieder die versöhnende Hand.“

    So hundertprozentig stimmt das ja nicht. Die Rote-Socken-Kampagne hat gezielt verschwiegen, daß die Blockparteien in CDU und FDP aufgegangen sind. Da gab es schon eine klare Abgrenzung.

  18. #19 | Heiko Frömter sagt am 11. September 2009 um 01:40 Uhr

    Der Versuch, eine Partei anhand einer Person bzw. deren Aussagen als unwählbar darzustellen, wurde hier schon beim Fall Thiesen/Piratenpartei unternommen.

    Da dieser Blog hier sehr grünen-nah ist, ordne ich das Ganze einfach (kopfschüttelnd) als „Wahlkampf-Kommentar“ ein.

  19. #20 | Elmar sagt am 11. September 2009 um 09:31 Uhr

    @ Heiko Frömter @J S : Nein, ich schreibe niemandem vor, wegen der Aussagen einer Person, die von der Linken übrigens ins Amt der Vize-Bundestagspräsidentin gehievt wurde, eine Partei nicht zu wählen. Jeder soll wählen wie er mag. Auch ich übrigens. Und wenn ich der Meinung bin, dass ich aufgrund einiger Aussagen dieser Person die ganze Partei nicht wählen kann, so what?
    Sollte das die Linke momentan jucken? Nein. Sollte sie sich mal vorsehen, was sie zur DDR-Vergangenheit alles noch so ungeschickt von sich gibt? JA!
    Grüße, Elmar

  20. #21 | Arnold Voß sagt am 11. September 2009 um 13:33 Uhr

    Dieser Blog ist weder sonderlich grünennah noch linken Gedanken und Ideen grundsätzlich feindlich gesonnen. Er gibt nur die Meinung seiner sehr unterschiedlich die Welt interpretierenden Autoren wieder und jedem Leser ist es freigestellt seinen „Senf“ dazu zu geben. Egal ob gerade Wahlkampf ist oder nicht. Hier bekommt – wie es im Volksmund so schön heißt – jeder sein Fett weg.

  21. #22 | Dirk E. Haas sagt am 11. September 2009 um 14:50 Uhr

    Mag sein, Arnold, dass es so gedacht war. Der Gesamteindruck jedoch (A- plus B-Note) bewegt sich zwischen Deppendorf, Fleischhauer und Porchardt (ok, mit ein bisschen Spirit of Entebbe). Das ist auch eine Art Bermudadreieck.

  22. #23 | Jens Kobler sagt am 11. September 2009 um 16:06 Uhr

    @DEH: Interessant. Ich habe quasi gerade bewusst auf einen Bericht über eine X-berg/F-hain Wahlkampfveranstaltung (der taz) verzichtet (es waren nur rot-rot-grün da), eben weil ich meinte, zuviel Details aus diesem Spektrum seien nicht sinnvoll. Das ist meine Entscheidung, gut. Andererseits ist es nun einmal da am interessantesten (und berichtenswertesten) wo etwas passiert, und wenn auch nur in den Köpfen (erstmal). Inwiefern und in welcher Form diese „Detailberichterstattung“ dann auf so einem haha fast volksparteilich populären Blog zu suchen hat, das bleibt immer wieder abzuwägen finde ich. Dass hier jemand stumpf Werbung macht hab ich hier auf jeden Fall noch nicht gesehen, dass es im Geiste oft mehr um Emanzipatorisches/Libertäres denn um Etatismus geht… Gestern forderte Björn Böhning – ich hätte jetzt echt fast „Hartung“ geschrieben – so etwas wie „Arbeitsmöglichkeiten statt Grundeinkommen“. ich mein, hallo?! – Im Grunde lese ich den Kommentar aber tatsächlich eher als Lob. Da grenzt man sich doch gern von ab, auf passablem Niveau. 🙂

  23. #24 | Jens Kobler sagt am 11. September 2009 um 21:25 Uhr

    P.S.: Sorry, ich lenke hier von Pau ab anscheinend, aber ein mäßig geschnittenes Video zur in 23 angesprochenen Veranstaltung ist jetzt online. Der Passus zum Grundeinkommen so ab 7:00. https://www.youtube.com/watch?v=J3iTCo_3ijw

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.