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Polizeieinsatz in der Nordstadt: Linke Privilegienkids auf Urlaub in der Gosse

Fassade des Schüchtermannkarrees

Symbolbild: Nordstadt

Ich bin familiär in der Münsterstraße verwurzelt. Ich kenne die Ecke Mallinckrodtstraße/Münsterstraße, an der in der Nacht von Freitag auf Samstag ein großer Polizeieinsatz stattfand. Es gibt einen Pressebericht der Polizei, der den Einsatz aus Sicht der Polizei schildert. Und es gibt eine gemeinsame Stellungnahme einiger „Anwohner“. Beide sind bei den Ruhrbaronen im Wortlaut zu lesen. Der Vorwurf: Die Polizei habe rassistische Kontrollen durchgeführt und auf die Gegenrede der „Anwohner“ mit Gewalt reagiert. Dazu drei Kommentare von mir:

1. Der Polizeieinsatz geht auf eine Straftat in einer Unterkunft für Flüchtlinge zurück. Es ist deshalb naheliegend, dass die Polizei nach Tatverdächtigen mit nicht-deutschem Aussehen fahndete. Die Fahndung fand an der Ecke Münsterstraße/Mallinckrodtstraße statt. Hier hat sich seit ca. 2010 nicht nur eine Drogenszene mit entsprechenden Kollateralschäden etabliert, sondern auch der „Nordpol“, ein in der linken Szene beliebtes Zentrum eröffnet. Es ist oft gut besucht, die Menschen stehen draußen auf dem Gehweg und trinken Bier, ein paar Meter weiter verkaufen andere Menschen Drogen. In diesem Milieu wird sich die Fahndung der Polizei zugetragen haben. Die Menschen im Nordpol mögen die Polizei nicht. Hier wird jeder Polizeieinsatz als Provokation angesehen, vor allem dann, wenn er Menschen mit Migrationshintergrund trifft, was auf der Münsterstraße allerdings keine Besonderheit ist. Das Weißeste, was ihr auf der Münsterstraße finden werdet, sind eine Filiale von DM und der Nordpol. Erst Anfang des Jahres bedauerten die Betreiberinnen des Nordpol, „dass weniger Menschen aus der Nachbarschaft zu uns kommen.“ Es ist die Enklave der Lehrerkinder von der Antifa in der bösen, rauen Nordstadt. Dass die mehrheitlich armen Menschen in der Nordstadt Besseres zu tun haben, als Gender-Mainstreaming, und dass die Muslime in der Münsterstraße nicht gerne auf der Straße stehen und Hansa-Export für 50,- Cent saufen, finde ich wenig verwunderlich.

2. Es gibt auf der Münsterstraße keine intakte Zivilgesellschaft. Als Teile meiner Familie noch auf diesem Abschnitt der Straße wohnten, haben wir regelmäßig die Polizei gerufen, weil sich die Dealer mit Gegenständen wie Eisenstangen und Backsteinen die Köpfe zu Matsch schlugen. Das kam so häufig vor, dass sich die Anwohner mit der Situation abgefunden haben. Die Polizei kommt, nimmt die Verdächtigen fest und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los. Man ist als Spießer, der ich bin, ziemlich alleine auf der Münsterstraße. Die Meinung innerhalb der Migranten-Community zur Polizei ist allerdings nahezu unisono diese: Die deutschen Bullen sind zu weich. Wenn sich die Menschen in der Nordstadt etwas wünschen, dann ist es mehr Polizei. Nichts liegt den Menschen, die wirklich dort leben, ferner, als der Polizei mit Rassismus-Vorwürfen zu kommen. Im Gegenteil: Man ist froh, wenn die scheiß Dealer weg sind. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass echte Anwohner der Münsterstraße gemeinsam eine Stellungnahme in perfektem Deutsch veröffentlichen, um sich über Polizeigewalt zu beschweren. Denn die einzigen, die Probleme mit der Polizei haben, sind die Dealer, ihre Freunde und diejenigen, die aus politischen Gründen Anti-Polizei sind: Nämlich die Kids vom Nordpol.

3. Die Stellungnahme der „Anwohner“ ist dekadente Selbstjustiz, die vollkommen an den Bedürfnissen der echten Nordstadt-Bewohner vorbeigeht. Fest steht: Ein Mensch wurde mit einem Messer verletzt, noch dazu in einer Unterkunft für Flüchtlinge, in der Menschen eigentlich Schutz finden sollen. Die Polizei fahndet nach dem/den Tatverdächtigen, um sie aus dem Verkehr zu ziehen. Damit leistet sie einen Dienst an der Bevölkerung der Nordstadt, die die Schnauze voll hat von Gewalt. Der privilegierten, mehrheitlich weißen linken Jugend fällt nichts Besseres ein, als diese Fahndungsmaßnahmen zu kritisieren und zu behindern. Damit arbeitet sie gegen die eigentlichen Interessen des Viertels. Statt die Verletzung eines Menschen für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen, sollte sie sich überlegen, was für die Münsterstraße wirklich wichtig ist: Ungestört von der Polizei billiges Bier zwischen Dealern saufen zu können oder die Interessen der Menschen, die wirklich Anwohner sind zu wahren?

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49 Kommentare zu “Polizeieinsatz in der Nordstadt: Linke Privilegienkids auf Urlaub in der Gosse

  • #1
    ke

    In der Gosse? In einem anderen sozialen Umfeld wäre die Gegend eine attraktive Innenstadtlage.

    Verhaftung -> Nächsten Tag wieder da. Ist das ein Problem der Polizei? Wohl eher nicht:

    siehe Auszug aus http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4971/3610735

    "Ein Ladendieb (54 Jahre / ohne festen Wohnsitz in Deutschland) hatte gleich mehrfach Eigentumsdelikte begangen, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Teilweise wurde er zweimal am Tag wegen Ladendiebstahls aufgegriffen, bislang wurde er trotz nachweislicher 88 Delikte immer wieder frei gelassen.

    Der EK Nordstadt gelang es, gegen den 54-Jährigen einen Haftbefehl zu beantragen. Die 88 Delikte und der nicht vorhandene Wohnsitz langten nun, um Wiederholungs- und Fluchtgefahr zu begründen. "

    Diese paar Zeilen der Polizei zeigen ein Kernproblem des Staates im Bereich Strafverfolgung, und aus meiner Sicht liegt darin auch das Ansteigen der Stimmen für rechte Parteien begründet.

    Insgesamt sehe ich es positiv, wenn auch Menschen aus anderen Stadtteilen die Abende in der Nordstadt verbringen und ein paar Euros in den Geschäften lassen. Leider scheint der Kontakt dann doch nicht so weit zu gehen, dass man die Probleme der Menschen erkennt.
    Wenn man überzeugt ist, dass die Erde eine Scheibe ist, wird man auch dafür "Beweise" finden.

  • #2
    ke

    BTW: Der Artikel bringt aus meiner Sicht das Auseinanderdriften der Gesellschaft auch in unserem kleinen Dortmund mit der Nordstadt auf den Punkt.

  • #3
    Himynameis

    Sehr guter Kommentar; Menschen, für die sowieso "alle Bullen sind Schweine" gilt, können in diesem Fall keine glaubwürdigen Informationen liefern. Früher wären diese Stellungnahmen von "Anwohnern" bei indymedia versandet.

    ‚Es ist höchst unwahrscheinlich, dass echte Anwohner der Münsterstraße gemeinsam eine Stellungnahme in perfektem Deutsch veröffentlichen, um sich über Polizeigewalt zu beschweren.‘ – Passen Sie auf, demnächst bauen die noch "migrantische Fehler" ein.

  • #4
  • #5
    tobi

    "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass echte Anwohner der Münsterstraße gemeinsam eine Stellungnahme in perfektem Deutsch veröffentlichen, um sich über Polizeigewalt zu beschweren. "

    Allein dieser Satz zeigt, welcher Geist hier über den Blog weht. Davon auszugehen, dass die Anwohner_innen allesamt Migrant_innen und damit des perfekten Deutsch nicht mächtig sind, ist schlicht Rassismus. Vorm Autor allerdings auch nicht anders zu erwarten.

  • #6
    Celo

    Welchen "Dienst an der Bevölkerung der Nordstadt" die Polizei Dortmund leistet, lässt sich auch gut erkennen an der erniedrigenden Umgangsweise der Beamten mit Menschen im Viertel. Da landet man nämlich aufgrund seiner Hautfarbe/Herkunft schnell in einer Kontrolle wo man ohne erkennbaren Grund als "scheiß Kanacke, Wichser, etc." beleidigt wird, und im schlimmsten Fall in einer der widerlichen Zellen auf der Wache Nord verbringen muss. Wenn kritische Intenvention von Anwohnern dann anscheinend von aufgepumpten gewaltaffinen Zivilbeamten, die von ihrem Charakter auch der rechten Hooligangruppe Riot 0231 angehören könnten, niedergeschlagen wird, fällt einen spießbürgerlichen Autor nichts besseres ein als nach "mehr Polizei" zu schreinen. Mehr Polizei hat allerdings noch nirgendwo soziale Probleme gelöst.

    Da die Beamten und Beamtinnen der Wache Nord nicht umsonst bei zahlreichen Anwohnern unbeliebt sind (und nein nicht jeder ist ein "scheiß Dealer") liegt sicherlich nicht an der antistaatlichen Einstellung einiger linker Bewohner des Viertels, sondern eher am Verhalten der Beamten, die seit Jahren schon immer wieder ein absolut menschenunwürdiges und respektloses Benehmen an den Tag liegen und sich selbst jeder Form von Kritik verweigern. Gerade in kriminalitäsbelasteten Orten darf man von der Polizei ein professionelles Vorgehen erwarten und kein rambohaftes Rumknüppeln.

  • #7
    Sascha Reinhardt

    Sehr geehrter Herr Karim Dabbouz,

    Auch wenn es vielleicht aufgrund dem Zuvor-Geschehenen in diesem Fall verständlich sein mag, dass "die Polizei nach Tatverdächtigen mit nicht-deutschem Aussehen fahndete" stellt es sich so dar, dass die Dortmunder Polizei vor allem die Zivilfahnder Menschen mit bestimmter Hautfarbe schickanieren. Ob nun Drogendealer oder nicht. Der einzige Anhaltspunkt für Schikanen und Kontrollen der Menschen ist ihre Hautfarbe. Halten sie alle Menschen die eine schwarze Hautfarbe haben und sich auf der Münsterstraße aufhalten für Kriminelle ? Ich wurde als Mensch mit weißer Hautfarbe bisher kein einziges Mal von der Polizei kontrolliert, ich bin mir sicher, wenn ich rein zufällig eine andere Hautfarbe hätte, sehe das anders aus. Racing Profiling ist und bleibt verboten. Daran hat sich vor allem die deutsche Polizei zu halten.
    Sicherlich gibt es Drogenhandel in der Nordstadt und sicherlich gibt es auch Streitigkeiten unter den Menschen. Aber haben Sie sich jemals gefragt, warum die Menschen Drogen verkaufen ? Haben Sie sich jemals in die Lage eines solchen Menschen hineinversetzt ? Oftmals ohne gültige Papiere, von ihren Familien getrennt, hinter sich eine lebensgefährliche Flucht, die kein Mensch auf sich nimmt, wenn er nicht existenzielle Not leidet. Mir fehlt es an Empathie, wenn über "die Drogendealer" der Nordstadt geredet wird. Für mich sind es Menschen wie Du und Ich, die die selben Ängste und Nöte haben.
    Weiterhin frage ich mich, woher Sie wissen möchten, dass die Besucher_Innen des Nordpols die Polizei generell nicht mögen. Das "jeder Polizeieinsatz als Provokation angesehen, vor allem dann, wenn er Menschen mit Migrationshintergrund trifft" hat mit dem obigen Verhalten der Polizei zu tun und erscheint mir von daher nicht ganz unbegründet.
    Inwieweit die Betreiberinnen des Nordpol, es bedauern „dass weniger Menschen aus der Nachbarschaft zu uns kommen“, entzieht sich meiner Kenntnis, was ich aber weiß, ist das eine Vielzahl von Migrant_Innen die verschiedensten Angebote des Nordpols nutzen.
    Auch Ihrem BIld der " Enklave der Lehrerkinder von der Antifa in der bösen, rauen Nordstadt." muss ich Ihnen widersprechen. Hier treffen sich Menschen jeglichen Alters aus jeglichem Milieu, zumindest soviel ich weiß. Soweit zum ersten Punkt.

    Zum zweiten Punkt: Hier möchte ich Sie einfach bitten maldarüber nachzudenken, ob es nicht bessere Wege gibt, die Polizei zu rufen, haben Sie sich überhaupt schonmal mit einem der Menschen unterhalten, die Sie als "Drogendealer" bezeichnen. Welchen Beitrag leisten Sie für eine intakte Zivilgesellschaft. Die Menschen im Nordpol leisten ihn sehr wohl, auch wenn ihnen dabei "Fehler" unterlaufen mögen, ist ihnen dies nicht abzusprechen.

    Zum dritten Punkt ist glaube ich schon alles gesagt, bis auf die Frage, ob Sie für sich allein sprechen oder auch für andere ?

  • #8
    ke

    @6:
    Sozial schwache Menschen benötigen eine durch den Staat sichergestellte Sicherheit. Sie können sich keine Security, Schlösser etc. leisten.

    Ebenso ist es für die Jugend deutlich besser zu erleben, dass man durch Arbeit/Lernen sein Leben verbessern kann als durch "Geschäfte".

    Manchmal kommt man mit der "Stillen Treppe" nicht weiter. Insbesondere nicht, wenn Menschen nur in einem Gewaltmilieu aufgewachsen sind, in dem das Recht des Gewaltbereiteren zählte.

  • #9
    Arnold Voss

    @ Tobi

    "Vom Autor allerdings auch nicht anders zu erwarten" . Aha !! Tobi, der einzige Rassist hier bist du selbst. Und das auch noch ganz mies und feige ohne Klarnamen.

  • #10
  • #11
    Sascha Reinhardt

    @Ke: Es gibt Menschen, denen es leider nicht "vergönnt" ist, in Deutschland zu arbeiten oder zu lernen, weil es Ihnen schlichtweg nicht erlaubt ist hier (würdig) zu leben.

  • #12
    Arnold Voss

    @ Sascha Reinhard # 7

    Der Drogendealer ist also Jemand, den man verstehen muss? Dessen schwere Geschichte man kennen sollte? Wie wäre es mit etwas von der von Ihnen so beschworenen "Empathie" für seine Opfer und deren Geschichte? Oder für die der Flüchtlinge, die trotz ihrer Nöte keine Drogen verkaufen? Sich keine Schlägereien liefern? Keine Messer bei sich führen? Das ist nämlich die Mehrzahl.

    Versuchen Sie es mal. Es könnte sie auf andere Gedanken bringen. 🙂

  • #13
    ke

    @7:
    Ich wurde in der Nordstadt schon vor Jahren kontrolliert. Ich habe eine mitteleuropäische Hautfarbe.
    Mir wurden Sachen von vermutlich Drogenkonsumenten gestohlen. Ich mag die Dealer nicht. Ich habe kein Verständnis, wie man sie unterstützen kann. Ich habe aber auch schon offensichtlich Süchtigen Geld gespendet, da sie es offensichtlich brauchten.

    Afrikaner nehmen den Weg nach Europa mit allen Risiken auf. Ist es Druck der Familien? Ist es das Streben nach Glück? Ist es Not? Hier wird es viele Varianten geben.
    Warum haben sie keine Papiere? Dafür wird es Gründe geben.
    Warum brauchen sie viel Geld? Es gibt in einigen Fällen einfach Reiseorganisatoren die bezahlt werden müssen und Familien, die unterstützt werden müssen. Außerdem hilft Geld bei einem besseren Lebensstil. Ich möchte auch gerne viel Geld haben.

    Es gibt aber keinen Grund, in einem Land, das ein hervorragendes Sozialsystem hat, kriminelle Handlungen zu begehen und die Drogensucht zu fördern. Hierfür fehlt mir jedes Verständnis, und ich glaube ich zeige damit mehr Empathie als die "Allesversteher". Das Geld für die Drogen müssen die Süchtigen nämlich beschaffen.

    Afrika ist ein riesiger Kontinent mit vielen Möglichkeiten. Hier muss die Jugend diese Möglichkeiten suchen und für eigenen Wohlstand sorgen. Das klappt in anderen Kontinenten und in einigen Ländern Afrikas auch.
    Es hilft manchmal auch legale Chancen in der globalisierten Welt zu zeigen, statt immer nur auf die Armen, denen doch geholfen werden muss, hinzuweisen.

    Wer Zeit hat, kann Deutsch als ersten Schritt lernen und sprechen. In den Supermärkten der Nordstadt hört man immer seltener Deutsch. Der Spracherwerb ist heute dank Online Kurse etc. auch im Vorfeld einer Einreise möglich, und es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man lange in einem Land leben kann, ohne sich fließend mit den Bewohner verständigen zu können.
    Glücklicherweise gibt es genügend Menschen, die unsere Sprache auch nach kurzer Zeit sprechen und damit den ersten Schritt in eine einfachere Zukunft machen.

    Ich kenne den Nordpol nicht. Was wird dort gemacht?

  • #14
    ke

    @11: Ich darf auch nicht überall leben/arbeiten. Ich sehe es aber gesamtgesellschaftlich als sinnvoll an, dass wir uns an die Gesetze halten und insbesondere keine illegalen Drogen fördern.

    Wenn ich woanders leben/arbeiten möchte, muss ich schauen, wie das geht. D.h. ich erwerbe Qualifikationen, bewerbe mich etc.

    Für viele Menschen der Welt ist es bspw. ein großes Privileg, nach viel Aufwand die Möglichkeit zu erhalten in die USA einzureisen und dort zu arbeiten.

  • #15
    Jens

    Haha, so nordstadtkundig ist der Autor dann doch nicht. Der DM hat schon seit nem Jahr geschlossen. Bei der hohen Fluktuation in der Münsterstraße zählt der Nordpol neben der Apotheke, Lidl, dem Lampenladen am Kirchplatz und Fahrrad Noll mittlerweile "alteingesessen" – wer ist also "echt" dort 😛

  • #16
  • #17
    Yasemin

    Ich werte diesen "Kommentar" des Ruhrbarone Autoren mal als Beitrag einer längst überfälligen Debatte zur Ordnungspolitik in der Nordstadt, Racial Profiling und was sonst noch von Leuten hinzugebracht werden wird.
    Ich stimme in einigen Punkte mit dem Artikel über ein. Da wäre die Tatsache das sicherlich viele Menschen absolut keinen Bock haben auf das dealen und den damit einhergehenden Stress. Zum anderen das es auf der Münsterstrasse keine aktive Zivilgesellschaft gibt. Das zeigt sich vor allem an dem jämmerlichen, einmal im Jahr stattfindenden „Münsterstrassenfest“ was aus reiner Folklore und Fressen besteht. Und wahrscheinlich haben Sie auch recht wenn sie vermuten das viele Anwohner des Viertels andere Probleme haben als sich über typische „linke“ Gesellschaftsfragen einen Kopf zu machen. Sollte ich nichts vergessen haben war es das aber auch schon.
    Aus den drei Kommentaren stellen sich mir aber auch noch folgende Fragen…

    … wissen Sie das es sich bei dem Publikum bzw. Betreibern des Nordpols, welcher ja auch eine Stellungsnahme veröffentlicht hat!?, um weisse Lehrerkinder handelt? Oder ist das eine von Ihnen aufgestellte, in meinen Augen eher dumme, These um diesen Leuten ihre Mündigkeit abzusprechen? (diesen Anschein erweckt es bei mir)

    … woher nehmen Sie sich das Recht für die „migrantischen Communitys“ zu sprechen? Mich haben Sie jedenfalls nicht gefragt und ich habe eine differenzierte Meinung zu der deutschen Polizei. Ich bin froh das es diese gibt, bin immer aber auch absolut im klaren darüber das diese Stellenweise absolut über Ihre Ziele hinaus stößt. Sei es durch Gewalt, Rassismus oder Koorpsgeist. Ich denke, auch das vielen Migranten einfach der Mut und die Stimme fehlt um diese Probleme anzusprechen, dass schliesst nicht aus das diese Menschen nicht froh sind das die Polizei im Ernstfall hilft!

    … warum sollten sich Anwohner nicht zusammenschließen und Missstände benenn?
    Zuletzt geschehen in Dorsfeld im Falle Hannibal oder in sämtlichen anderen Städten und „deutschen“ Dörfer durch sogenannte „besorgte Anwohner“.

    Was mir aber am meisten auf der Seele brennt ist die Frage was sind „echte Nordstadtbewohner“? Wie kann man das werden? Was muss man dafür tun? Bin ich es wenn ich seit 26 Jahren am Borsigplatz lebe und zwei Sprachen spreche, von dennen deutsch „nur“ die Zweitsprache ist?

    Alles in allem denke ich, auf Grund dieses Artikels, dass sie ein Vorbild für gelungene„Integration“ sind. Sie schreiben perfekt deutsch, würden scheinbar nie staatliche Organe anzweifeln, finden „linke“ betreiben eh nur „Ghettosafarie“ und haben es scheinbar noch dazu aus dem Ghetto geschafft! Schade um die, die es nicht schaffen und erst recht um die welche dort freiwillig hinziehen und sich dort engagieren.

    PS. ich hoffe ich habe genug Rechtschreibfehler gemacht damit Sie mir meinen türkischen Migrationshintergrund abnehmen. (Das schreibe ich jetzt extra, da ich weiss das sonst noch Fragen kommen).

    PPS. Wann waren Sie eigentlich das letzte Mal auf der Münsterstrasse? Einen DM gibt es dort schon länger nicht mehr…

  • #18
    RobinS

    @ Tobi und
    Ich finde es hervorragend, dass Deutschland viele Menschen aufnimmt, die aus den verschiedensten Gründen -politische, sexuelle oder religiöse Verfolgung oder Bürgerkrieg- hierher kommen.

    Ich finde auch hervorragend, dass Geflüchtete Zuflucht, materielle und medizinische Versorgung, Zugang zum Bildungssystem und weitere vielfältige Unterstützungsangebote erhalten. Ich bin mir bewusst, dass Integration von Geflüchteten ein – oft über zwei oder drei Generationen währender Prozess und auch abhängig vom Qualifikationsniveau der betreffenden Menschen ist Gut qualifizierte Menschen schaffen es meistens schneller, bei anderen dauert es länger.

    Mein Mitleid mit den afrikanischstämmigen Drogendealern – und von denen ist hier die Rede- jedoch hält sich in Grenzen. Selbst die afrikanischen Communties in Dortmund –
    und es haben sich verschiedene Organisationen bis hin zu afrikanischstämmigen Kommunalpolitikern in Dortmund mit der Problematik befasst – sind von diesen jungen Männern nur noch übelst genervt, weil diese dazu beitragen, dass Image von Geflüchteten und anderen Zuwanderern vom afrikanischen Kontinent hierzulande in der Öffentlichkeit zu beschädigen.

    Ihre und die Argumentation ihrer Mitstreiter, dass man Verständnis aufbringen müsse, weil diese jungen Männer harte Schicksale hinter sich haben-
    woher wollen Sie das eigentlich wissen, es gibt manche gerade dieser jungen drogenhandelnden Männer, die ziehen seit Jahren aus Furcht vor den jeweiligen Strafverfolgungsbehörden von einem EU-Land ins andere,. von Italien nach Frankreich nach Holland usw.- ?- ist Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen, die der Bevölkerung erzählen, dass Geflüchtete kriminell sind/werden und eine Bedrohung für das Land darstellen.

    Immerhin haben 13 % der Bevölkerung gerade erst eine Partei gewöhlt, die besonders mit diesem Thema auf erfolgreichen Stimmenfang ging.

    Nein, auch Geflüchtete müssen nicht mit Drogen handeln.Und bloß, weil einige sehr,.sehr wenige dies tun, tut das die überwältigende Mehrheit, deren Schiksale nicht minder dramatisch waren, nicht.

    Sie konstruieren in ihrer Naivität eine Kausalität, die es nicht gibt.

    Aber- vielleicht finden Sie es auch besser und risikofreier, wenn so ein junger namenloser Afrikaner wegen Drogenhandels in den Knast geht als wenn’s der eigene biodeutsche Kumpel ist.

    Im übrigen- die Polizei in der Nordstadt hat so viel zu tun, dass sie es sich zeitlich gar nicht leisten kann, aus Spaß Menschen zu drangsalieren- auch das ist Unfug.

    Und wenn dann manche meinen, feiernd angetrunken nachts um 01.30 Uhr Beamte bei der Verrichtung ihrer Aufgaben- die würden dann auch lieber zu Hause sitzen und feiern oder einfach nur pennen und bei Ihrer Familie sein- anzupöbeln, kann man verstehen, dass die dann auch genervt sind.

    Auch ist der Ruf der Polizei in der Nordstadt nicht schlecht, vielmehr ist der Ruf nach noch mehr Polizei sehr laut.

    Ich habe schon viele Familienväter – gleich welcher Herkunft- über die Situation in der Nordstadt aus Sorge um ihre Kinder weinen sehen.

    Dass Sie und Ihre Mitstreiter hiervor die Augen verschließen, ist nur noch peinlich und unangemessen.

    Zum Glück gibt es in der Nordstadt viele Einzelpersonen und Organisationen, die konstruktiv mit der Situation umgehen.

    Mit der Pulle Bier und der Fluppe in der Hand angesäuselt vor der Kneipe stehen und " Bullen" bei dwren Arbeit nachts um 01.30 Uhr anpöbeln, scheint mir allerdings wenig Fortschritt zu bringen.

  • #19
    Arnold Voss

    @ Yasemin # 17
    Yasemin, sie scheinen selbst das zu sein, was sie dem Autor bescheinigen, und sie nehmen das offensichtlich in angenehmer Weise locker und selbstironisch. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund sich keineswegs so gut ausrücken und schreiben können, wie sie beide. Daraus eine begründete Vermutung anzustellen, hat für mich deswegen nichts mit Rassismus, sondern viel mehr mit Realismus zu tun.

    Sie sollten Karim deswegen nicht, wie andere hier, einen Strick daraus drehen, den er nicht verdient hat. Ich sehe, wie sie, seinen Beitrag vorrangig als Anregung zu einer dringend notwendigen Diskussion, die durch Sie, Yasmin, trotz der bei diesem Thema unausweichlichen Polemik, ein Stück mehr an Sachlichkeit gewonnen hat. Viele können nicht über ihren Schatten aus erfahrenen Ressentiments und Vorurteilen springen. Sie können das anscheinend. Danke dafür.

  • #20
    Kim

    Schonmal überlegt, dass die Dealer vielleicht deswegen seit Jahren in der Münsterstraße fest verwurzelt sind, weil die Polizei und die Stadt es zulassen (abgesehn davon, dass auch die wenigsten davon das n geiles Leben finden)? Besser die dealen in der eh schon siffigen Nordstadt als das sie dahin gehen wo die Käufer herkommen. Dann müssten sich die Arztkinder im Kreuzviertel plötzlich das Elend ansehen das ihr Reichtum mitproduziert und das sie sonst nur sehen wenn sie alle zwei Wochen mal zum "shoppen" in die Ubahn nach Norden steigen. Außer natürlich sie übertreibens und werden Junkies vor dem Bachelor, dann bleiben ziehen sie vom Süden dauerhaft in die Nordstadt.
    Die Drogenszene löst man nicht nur mehr Polizeikontrollen auf. Die gibts offensichtlich nur damit die Streifenbullen ab und zu mal n bisschen Dampf ablassen können, weil die Strategie an der sie sonst Arbeiten scheiße ist.
    Aber immer geht die Politik auf. Statt die Problem der Nordstadt gemeinsam zu besprechen gibts Grabenkämpfe darum wer "echter Nordstadt" ist.

  • #21
    Arnold Voss

    @ Jens # 15 und Acki # 16

    Jetzt wissen wir alle, dass es den DM an der Münsterstraße wegen der hohen Fluktation nicht mehr gibt. Gibts dazu auch noch ein Argument, oder war es das?

  • #22
    Achim

    Der Autor präsentiert uns ein paar Vorurteile von der "Achse des Guten".

    Aber die Realität ist anders.

    1.)Das Bier vom Kurdenkiosk neben an mag 50 Cent kosten.
    Im Nordpol kostet die Flasche Hansa Pilz/Export 1.50 € und
    die anderen Biersorten 2.00 €.

    2.) Die "Achse des Guten" ist auch im Nordpol präsent. Familienmitglieder
    bei der Zahal gibt es dort häufiger als bei der "Borussenfront".

    3.)Im Nordpol gibt es nicht nur Lehrerkinder. Der Besitz eines
    nicht "pisageschädigten" Vollabiturs erfreut sich einer grossen Beliebtheit.
    Soziale oder technische Studiengänge erfreuen sich einer grossen Beliebtheit. Jurastudenten und Wirtschaftsstudenten machen sich rar.

    4.)An der Ecke gibt es einen gewissen "Handel". Die Händler sind so gut organisiert, dass sie sich "Nein Danke" merken können. Sie mischen sich nicht unter die Raucher.

    Achim

  • #23
    ke

    @20:
    Ja, ich gehe auch davon aus, dass Verdrängung in der Nordstadt kaum stattfindet. Dort beschweren sich die wenigsten.

    "Dann müssten sich die Arztkinder im Kreuzviertel plötzlich das Elend ansehen das ihr Reichtum mitproduziert "
    Was ist denn das für eine Logik? Welches Elend produziert der Reichtum?

  • #24
    Walter Stach

    Mir scheint, daß es mehr denn je -auch bezogen auf DO- naheliegend ist, die staatliche Handlungsmaxime "Null Toleranz" gegenüber jeder (!!) Rechtsverletzung "anzumahnen".
    Es gibt für mich prinzipiell nichts, was eine vorsätzliche Rechtsverletzung rechtfertigen könnte ,und es gibt für mich prinzipiell nichts, was den Staat davon befreien könnte, seiner Pflicht (!!) nachzukommen, die Einhaltung der von ihm gesetzten Rechtsnormen durchzusetzen. Das sollte für jedermann zweifelsfrei sein!

    Auf dieser Grundlage frage ich mich, ob und inwieweit diese Selbstverständlichkeit als solche für die polizeiliche Arbeit in DO und für jeden dort lebenden Bürger, hier konkret in der Nordstadt, zweifelsfrei gilt, völlig unabhängig von Herkunft, Rasse, Religion, sozialem Status, von der Staatsangehörigkeit pp.

    "Auf einem anderen Blatt steht" die Frage, wer und was für die "sozialen Verwerfungen", für die "sozialen/kulturellen Probleme" -hier konkret in der Nordstadt DO- , für Not und Elend einzelner Bewohner verantwortlich gemacht werden kann und ob und ggfls. wie Problemlösungen aussehen könnte. (Letzteres war mehrfach Thema hier bei den Ruhrbaronen.)

    PS
    Wie beinahe immer bei solchen "Vorfällen" leidet die Diskussion darunter, daß der Sachverhalt in Gänze nicht klar zu sein scheint mit der Folge, daß man a.) aneinander vorbeiredet und b.) deshalb gar nicht oder nur mit großen Bedenken in der Lage sein kann, die einschlägige Tatbestandsregelung zu bestimmen, um hier zu einer vertretbaren Rechtsfolge kommen zu können.

  • #25
    Klaus Lohmann

    Sind das eigentlich die Überbleibsel der ganzen, mit viel Förderkohle gescheiterten Sozial-, Integrations- und Quartiersprojekte der Nordstadt, die jetzt nur noch im "Nordpol" abhängen? Würde so Manches an absurden Kommentaren erklären.

  • #26
    Edgar

    Was für ein schlechter, egalitärer Kommentar. Scheinbar darf der Auto entscheiden, wer "echter" Anwohner ist und wessen meine Meinung nicht zählt. Ich hab viel schlechte Erfahrung mit der Nordstadt Polizei gemacht (relativ gesehen auf jeden Fall deutlich mehr als in anderen Stadtteilen Dortmunds), auch wenn ich deren Job nicht machen möchte. Besonders die Zivilpolizisten der Drogenfahndung lassen gerne mal ihren Frust an den schwarzen Kleindealern aus (Wer sind da eigentlich genau die Opfer beim Grasverkauf?). Ich war nicht dabei, du sicherlich auch nicht. Wir wissen beide nicht, wie die Polizei agiert hat, es würde mich nicht wundern, wenn da einiges an Respekt gefehlt hat. Aber zählt alles nicht, bin wahlweise Krimineller oder Lehrerkind, wohne zwar in der Nordstadt, gehöre aber nicht zu den echten Anwohner, die irgendwas zu sagen haben.

  • #27
    Jens

    Ich find "Law and Order" und "Null Toleranz" ne ziemlich dumme "Handlungsmaxime". Der "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" ist irgendwie näher an der Realität.. dann wäre z.B. niemand wegen nem Hundebiss im Krankenhaus gelandet.

    Und hier die Witzerklärung für #21: Der Autor wirft den "nicht echte Nordstädtern" vor für andere zu sprechen und tut so als würde er sie repräsentieren. Der faktische Fehler ist dann ein ironischer Witz, weil er offenbart, dass er auch nur für andere spricht.

  • #28
    Flo

    WIe toll die Dortmunder Polizei ist sieht man hier:

    Eine offensichtliche Verhinderung von Dokumentation eines Einsatzes, die sich jeglicher rechtlichen Grundlage entzieht (nebenbeibemerkt, ist für Polizisten "verpiss dich" eine adäquate Art und Weise der Ansprache ) ?

  • #29
    Migranten Community ?

    Der Achgut-Autor Karim Dabbouz darf bei den Ruhrbaronen seine ideologiegeschwängerte Botschaft über linke Protestkultur zum Besten geben. So tief muss man auch erstmal sinken.

    Ob "seine" Migranten-Community wirklich so begeistert von härteren Bullen wäre? Fragen wir doch mal bei den Bewohnern von Marxloh nach, die ja erst kürzlich wegen eines Parkvergehens und mangelndem Beamtengehorsam wie Schwerverbrecher behandelt wurden. Aber zu DIESER Migranten-Community gehört Dabbouz ja nicht.

    Dabbouz gehört zu gar keiner Migranten-Community… er instrumentalisiert sie lediglich. Davon ab kann er maximal von einer türkisch-arabischen Community sprechen, denn "die anderen" Ausländer (wie ich) haben von dieser Community schon lange die Schnauze voll. Wir (Italiener, Spanier, Polen, Kroaten, etc.) gehören zu keiner Community. Wir gehören zu unseren Familien und zu unseren Freunden. Und da spielt die Nationalität schon lange keine Rolle mehr, zumal wie auch kreuz und quer durch die Etnien heiraten.

    Die einzigen Lehren dieses Vorfalls sind:
    – In Flüchtlingsheimen herrscht keine Sicherheit. Es sind offensichtlich nur Silos, in denen wir temporär Menschen und ihre Probleme entsorgen.
    – Die Polizei hat keine Netzwerke mehr, keine Strategie, kein Plan, kein gar nichts. In Mannschaftsstärke in ein Bienen-Nest einmarschieren und zu glauben, die würden alle still halten, ist schlichtweg unprofessionell.

  • #30
    ke

    @29:
    "– In Flüchtlingsheimen herrscht keine Sicherheit. Es sind offensichtlich nur Silos, in denen wir temporär Menschen und ihre Probleme entsorgen."

    Jeder Mensch hat Probleme und jeder muss lernen, mit diesen Problemen fertig zu werden. Ein Staat hat auch Grenzen in seiner Leistungsfähigkeit, sich um alle Bürger zu kümmern. Hier sind dann Freunde, Bekannte etc. gefragt.

    Deutschland investiert gewaltige Summen, um Menschen, die hier in das Land einreisen, ein gesichertes Leben zu ermöglichen. Da die Kapazität begrenzt ist (siehe Wohnungsmarkt, Qualität der Bildung, Jobangebote, …) gibt es Gesetze, die den Aufenthalt auch begrenzen.

    Dies ist logisch und Grundvoraussetzung für einen funktionierenden Staat. Neben dem allgemeinen Grundkonsens in einer Gesellschaft können private Menschen natürlich zusätzlich nach eigenen Prioritäten aktiv werden. Aber natürlich dann auch auf eigene Kosten.
    Ich unterstütze bspw. Projekte im In- und Ausland.


    WEnn in DU die Polizei kein Parkticket mehr ausstellen kann, um bspw. für Rettungswege etc. zu sorgen, ohne angepöbelt zu werden, ist dies eine Situation, die nicht zu akzeptieren ist. Hier muss der Staat notfalls auch mit seinem Gewaltmonopol eingreifen.

  • #31
    Walter Stach

    Jens
    Staatliche "Null-Toleranz" gegenüber jeglichem Rechtsverstoß entspricht meinem Verständnis von den Pflichten eines Rechtstaates und diesem Verständnis immanent ist -selbstverständlich- die Beachtung des Prinzipes der "Verhältnismäßigkeit" der Mittel.

    Im Streitfall bezüglich der Verhältnismäßigkeit der z.B. durch die Polizei eingesetzten Mittel entscheidet darüber die Verwaltungsgerichtsbarkeit und sonst niemand! Letzteres , so scheint mir, wird nicht mehr von jedermann akzeptiert.

  • #32
    Sascha Reinhardt

    Dann fangen wir mal an, einige der hier geäußerten Kommentare zu kommentieren.

    @Arnold Voss

    Sie fragten: "Der Drogendealer ist also Jemand, den man verstehen muss?
    Antwort: Nein nicht muss, sondern man sollte sich darum bemühen, Verständnis für jeden Menschen aufzubringen, verhält er sich auch noch so kacke.
    Sie fragten weiter: Dessen schwere Geschichte man kennen sollte?
    Antwort: Ja, wenn Sie über einen Menschen urteilen oder ihn gar verurteilten, sollten Sie sich zumindest vorher die mühe gemacht haben, sich mit diesen Menschen auseinander gesetzt zu haben.
    Sie fragten: Wie wäre es mit etwas von der von Ihnen so beschworenen "Empathie" für seine Opfer und deren Geschichte?
    Antwort: Sie Antort auf Ihre erste Frage.
    Sie fragten: Oder für die der Flüchtlinge, die trotz ihrer Nöte keine Drogen verkaufen? Sich keine Schlägereien liefern? Keine Messer bei sich führen?
    Antwort: 1. Siehe Antwort auf Ihre erste Frage. 2. Impliziert für mich die Aneinaderkettung der Fragen nach Drogen, Schlägereien und Messer, dass sie all die Attribute auf "den afrikanischen Drogendealer" beziehen. Punkt 1: Nicht jeder Drogendealer liefert sich Schlägereien, Punkt 2: Nicht jeder Drogendealer der sich Schlägereien liefert, führt ein Messer mit sich. Punkt 4: Es gibt auch Deutsche in der Nordstadt die Drogendealen, sich Schlägereien liefern und Messer mit sich führen.

    Ich hoffe, damit konnte ich Sie auf andere Gedanken bringen 🙂

    @ke

    Sie sagten: Ich wurde in der Nordstadt schon vor Jahren kontrolliert. Ich habe eine mitteleuropäische Hautfarbe.
    Ich frage: WIe oft ?
    Ich füge hinzu: Es gibt Menschen, die mehrmals wöchentlich oder gar täglich aufgrund ihrer Hautfarbe kontrolliert werden. In vielen Fällen gibt es für die Polizei kein anderen Grund für den sog. "Anfangsverdacht" als die Hautfarbe. Dieses wird "Racing Profiling" genannt und kritisiere ich auf’s Schärfste, genauso wie als Zivilfahnder "vermutliche Drogendealer" als "Scheiß Kanacke" oder "WIchser" zu bezeichnen (siehe Kommentar von Celo).
    Weiterhin sagten Sie: Mir wurden Sachen von vermutlich Drogenkonsumenten gestohlen. Ich mag die Dealer nicht.
    Ich frage: "Was spielt es für eine Rolle von wem Sie die Sachen gestohlen bekommen haben? Sie sind sich in Ihrer "Einordnung" des Menschen ja noch nicht mal sicher. Was hat Ihre Unsympathie gegenüber Drogendealer (die Ihre Privatsache ist) mit dem Umstand zu tun, dass Ihnen von vermutlichen Drogenkonsumenten Sachen gestohlen wurden ?
    Sie sagten: Ich habe kein Verständnis, wie man sie unterstützen kann.
    Ich sage: Jeder Mensch verdient Unterstützung, das heißt nicht, dass man ihn nicht in seinem Verhalten kritiseren darf oder nicht sollte.
    Sie sagten: Ich habe aber auch schon offensichtlich Süchtigen Geld gespendet, da sie es offensichtlich brauchten.
    Ich sage: Das ehrt Sie.
    Sie fragen: Afrikaner nehmen den Weg nach Europa mit allen Risiken auf. Ist es Druck der Familien? Ist es das Streben nach Glück? Ist es Not? Hier wird es viele Varianten geben.
    Ich fantworte: Ja, für Fluchtursachen gibt es die die verschiedensten Gründe. Sie gestehen ja selbst ein, dass der Weg nach Europa mit allen Risiken verbunden sei. Alle Risiken schließt auch das Risiko des Verlust des eigenen Lebens ein. Auch wenn es einige Menschen geben mag, die aufgund des Strebens nach "Glück- oder Gewinnmaximierung" ihr Leben riskieren, ist es für mich plausibel, dass nur sehr wenige Menschen so wahnsinnig sind. Plausibel erscheint mir hingegen, dass in den meisten Fällen existenzielle Nöte (egal auf welcher Ebene, auch der Druck der eigenen Familie gehört für mich dazu) die Gründe für diese Risikoaufnahme sind.
    Sie fragen: Warum haben sie keine Papiere? Dafür wird es Gründe geben.
    Ich antworte: Dafür gibt es Gründe. Diese Gründe heißen Gesetze die es bestimmten Menschen verbieten, da zu leben wo Sie wollen. Diese Gesetze sind für mich Unrecht. Und ich kritisiere solche Gesetze gleich in welchem Land Sie verabschiedet und ausgeführt werden. Einen Menschen, der aus einem Ort kommt, an dem er für sich und seine Familie keine Perspektive sieht würdig zu leben, möchte ich es freistellen, diese Perspektive womöglich woanders finden zu können, frei jeglicher Beschränkung.
    Sie fragen: Warum brauchen sie viel Geld?
    Ich frage zurück: WOher wissen Sie, dass sie (für sich selbst ) viel Geld brauchen ?
    Sie sagen: Es gibt in einigen Fällen einfach Reiseorganisatoren die bezahlt werden müssen und Familien, die unterstützt werden müssen.
    Ich antworte: Vollkommen richtig, dies hat in den meissten Fällen mit existenziellen Nöten zu tun, ie weiter oben ausgeführt.
    Sie sagen: Außerdem hilft Geld bei einem besseren Lebensstil
    Ich frage: Einen besseren Lebenstil in Vergleich zu wlechem Lebensstil. Wenn Sie davon ausgehen, dass die Menschen, die auf der Münsterstraße Drogen verkaufen und insbesondere die afrikanisch-stämmigen von Ihnen ein würdiges Leben führen, was für mich der MInimalstandard ist, dann komme ich nicht umhin, Ihnen entweder Naivität zu unterstellen oder gar Gehässigkeit.
    Sie sagen: Ich möchte auch gerne viel Geld haben
    Ich antworte: Ich möchte zunächst einmal, daß alle Menschen dieser Welt soviel Geld haben, dass sie ein eigenes Dach über den Kopf haben und ausreichend gesunde Nahrung haben, um nicht zu verhungern. Darüber hinaus ist mehr Geld natürlich schön und für mich nicht besonders verwerflich.
    Sie sagen: Es gibt aber keinen Grund, in einem Land, das ein hervorragendes Sozialsystem hat, kriminelle Handlungen zu begehen und die Drogensucht zu fördern.
    Ich antworte: Es gibt Gründe, weil Menschen Gründe für ihr Berhalten Gründe vorbringen können. Ob die Gründe berechtigt sind ist eine andere Frage. Für viele der Menschen, von denen hier hauptsächlich die Rede ist, ist UNSER "hervorragendes Sozialsystem" nicht existent, weil sie wie oben festgestellt, aufgrund für mich unrechtmäßigen Gesetzen an diesem Sozialsystem nicht partizipieren können. Sie sind aufgrund der gesetze ausgeschlossen. Ob unser Sozialsystem hervorragend ist, ist eine andere Frage. Sicherlich ragt es im Vergleich zu den meisten anderen hervor, jedoch stellt sich mir die Frage, ob es wirklich das bestmöglichste ist, aufgrund einiger Punkte die hier schon skizziert wurden.
    Sie sagen: Hierfür fehlt mir jedes Verständnis, und ich glaube ich zeige damit mehr Empathie als die "Allesversteher". Das Geld für die Drogen müssen die Süchtigen nämlich beschaffen.
    Ich antworte: Sie scheinen sehr von Sich überzeugt zu sein in Ihrer Empathie. Ich rufe nicht dazu auf alles verstehen zu können, noch behaupte ich, alles zu verstehen, jedoch bemühe ich darum so viel wwie möglich verstehen zu können.
    Sie sagen: Afrika ist ein riesiger Kontinent mit vielen Möglichkeiten.
    Ich antworte: Das ist nun wirklicher Zynismus.
    Sie sagen: Hier muss die Jugend diese Möglichkeiten suchen und für eigenen Wohlstand sorgen. Das klappt in anderen Kontinenten und in einigen Ländern Afrikas auch.
    Ich antwote: Es geht zunächst einmal nicht um Wohlstand, sondern um Befriedigung existenzieller Bedürfnisse. Auch wenn es für eigene Jugendliche in Afrika möglich ist, für sich und ihre Familien Perspektiven zu schaffen, heißt dass nicht, dass dies für jeden afrikanischen Jugendlichen in Afrika möglich ist. Dies hat strukturelle Gründe, an denen wir aufgrund unseres Konsumverhaltens (hier shcließe ich mich tatsächlich nicht aus) und unserer Subventionspolitik z.B. der heimischen MIlchbauern oder Exportpolitik z.B heimische Geflügelproduzenten teil haben.
    Es hilft manchmal auch legale Chancen in der globalisierten Welt zu zeigen, statt immer nur auf die Armen, denen doch geholfen werden muss, hinzuweisen.
    Sie fragen: Ich kenne den Nordpol nicht. Was wird dort gemacht?
    Ich frage: Warum lernen Sie Ihnen dann nicht kennen. Angebote sind unter anderem ein Umsonstladen wie kostenlose Hausaufgabenbetreeung für MIgrant_Innen (egal ob Schüler_In oder Deutschsprachkursteilnehmer_In)
    Sie sagen: Für viele Menschen der Welt ist es bspw. ein großes Privileg, nach viel Aufwand die Möglichkeit zu erhalten in die USA einzureisen und dort zu arbeiten.
    Ich antworte: Ich kritisiere geredazu diese "Priviligierten-Gesellschaft.

    Damit ende ich Ihnen gegenüber erstmal.

    @Yasemin
    Da wäre die Tatsache das sicherlich viele Menschen absolut keinen Bock haben auf das dealen und den damit einhergehenden Stress

    @Robin S
    Sie sagen: Ihre und die Argumentation ihrer Mitstreiter, dass man Verständnis aufbringen müsse, weil diese jungen Männer harte Schicksale hinter sich haben-
    woher wollen Sie das eigentlich wissen, es gibt manche gerade dieser jungen drogenhandelnden Männer, die ziehen seit Jahren aus Furcht vor den jeweiligen Strafverfolgungsbehörden von einem EU-Land ins andere,. von Italien nach Frankreich nach Holland usw.- ?- ist Wasser auf die Mühlen der Rechtsradikalen, die der Bevölkerung erzählen, dass Geflüchtete kriminell sind/werden und eine Bedrohung für das Land darstellen.
    Ich antworte: Die wesentlichen Punkten hierzu habe ich schon gegenüber Ke ausgeführt. Das Rechtsradikale die Möglichkeiten haben, die Geschichte vom per se kriminellen Geflüchteten erzählen können, liegt auch daran, dass bestimmte Handlungen kriminalisiert werden, wie z.B. "illegale Einwanderung".

    Sie sagen: Nein, auch Geflüchtete müssen nicht mit Drogen handeln. Und bloß, weil einige sehr,.sehr wenige dies tun, tut das die überwältigende Mehrheit, deren Schiksale nicht minder dramatisch
    waren, nicht.
    Ich sage: Hier stimme ich Ihnen nicht zu, nichtsdestotrotz kann ich verstehen, dass Menschen angesichts existenzielle Nöte auf die Idee kommen dies zu tun.

  • #33
    Sascha Reinhardt

    P.S. Das Video wleches Flo gepostet hat, bzw. das darauf zu sehende Verhalten der Polizisten geht für mich gar nicht und isst dem hier viel gelobten Rechtsstaat echt nicht würdig …

  • #34
    ke

    #33:
    Die Kamera geht auf eine Person zu, die auf dem Boden liegt.
    Wie sieht es mit den Persönlichkeitsrechten aus?

  • #35
    ke

    @32:
    "Sie sagen: Afrika ist ein riesiger Kontinent mit vielen Möglichkeiten.
    Ich antworte: Das ist nun wirklicher Zynismus."

    Nö, das ist es nicht.
    Haben Sie sich schon einmal die Größe Afrikas, insbesondere in anderen Projektionen der Welt angeschaut. Auf unseren Karten wird Afrika meistens kleiner dargestellt als es ist. Dort gibt es Möglichkeiten ohne Ende! Ebenso eine jugendliche Bevölkerung mit Ideen etc.
    Hier muss das Potenzial ausgeschöpft werden.

    Aber ein "Der Nordern ist schuld, weil Afrika sich nicht entwickelt" oder aber der Kolonialismus sind natürlich einfache Erklärungen.

    Hier ist bspw. ein Podcast über Unternehmer in Afrika:
    http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-das-feature/audio-afrikanische-rueckkehrer-bauen-ihr-land-auf-100.html

    Dass China massiv in Afrika investiert ist ein anderes Thema.
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/china-handel-investition-entwicklungshilfe

  • #36
    Ricardo

    Sorry, Karim, du hast keine Ahnung vom Nordpol und offensichtlich nicht mit den Betreibern geredet. Es gibt eine 4-jährige Geschichte und einen mehr oder weniger aktiven Umgang mit den Dealern vor der Tür. Der ist nicht immer schön und schon gar nicht widerspruchsfrei. Dazu gehört aber eben auch, dass man sich bei racial profiling verhält. Wenn du schon die Abwesenheit einer "Zivilgesellschaft" bemängelst, ist wohl der Nordpol die falscheste Stelle.

    In der Nordstadt gibt es wenige Läden (außer manchem Supermarkt und dem Arbeitsamt), wo sich Milleus mischen. Der Nordpol gehört zu den wenigen Läden, wo das überhaupt angestrebt wird. Zuweilen gelingt das auch: einen Abend mit 1/3 Szene, 1/3 Laufkundschaft und 1/3 Refugees wirst du wohl sonst nirdgends im Norden erleben können. Die Selbstkritik der Betreiber macht dabei vergessen, dass sich der Nordpol relativ gut schlägt.

    Eine Stellungnahme als "dekadente Selbstjustiz(!)" einzuordnen wirft die Frage auf, was eigentlich Dein Problem ist? Du klingst so, wie es Vielen geht, die die Nordstadt verlassen: man macht den Dagebliebenen das eigene Scheitern an den Verhältnissen zum Vorwurf. Die Polizei sind die letzten Aufrechten im Krisengebiet? Lassen sich die dekadenten, weißen, linken Jugendlichen aus reinem Spaß vom Polizeihündchen Tina beißen? Sind linke Anwohner keine Anwohner, die "eigentliche Interessen" haben?

  • #37
    RobinS

    @Sascha Reinhardt
    "Punkt 1: Nicht jeder Drogendealer liefert sich Schlägereien,"
    So lange der Kunde brav bezahlt und nicht über Menge und Qualität meckert, stimme ich Ihnen zu. Andernfalls kann es sehr ungemütlich werden.

    "Punkt 2: Nicht jeder Drogendealer der sich Schlägereien liefert, führt ein Messer mit sich"
    Stimmt- beliebt sind auch Gaspistolen und Schlagwaffen. Aber natürlich werden diese nicht "mitgeführt", sondern im nahegelegenen Gebüsch oder in einer nahe gelegrnrn Kneipe deponiert, falls der Kunde nicht bezahlt oder über -s.o- über Qualität und Menge zu meckern gedenkt.

    Dann ist es auch sehr schnell mit der (geschäftsmäßigen) Freundlichkeit vorbei..
    "Punkt 4: Es gibt auch Deutsche in der Nordstadt die Drogendealen, sich Schlägereien liefern und Messer mit sich führen."
    Stimmt, wobei diese überwiegend in Privstwohnungen und nicht auf der Straße handeln- was natürlich auch nicht besser i
    , aber der Marktaufteilung geschuldet ist .

    Richtig ist, dass diejenigen, die direkt auf der Straße an den Endverbraucher verkaufen, tatsächlich arme Schlucker sind, die etheblich unter Druck szehen- von den Strafverfolgungsbehörden auf der einen, vom "mittleren Management der Distributionsorganisation " auf der anderen Seite.

    Wer sein Grass oder sein Koks dort kauft, unterstützt ausbeuterische Gewaltverhältnisse und stabilisiert dieses System organisierter Kriminalität, das sein Geschäft auch durch die Ausbeutung und Abhängigkeit schaffende Gewaltstrukturen gegenüber minderjährigen Geflüchteten macht. Wer dort kauft, stabilisiert dieses Gewaltsystem und sorgt dafür, dass es sich für die Hintermänner lohnt, junge Minderjährige mit Versprechungen auf die Straße zu zwingen.

    Mit dem in verschiedensten Kreisen gerne propsgierten "fairem Handel" hat das Kaufen bei diesen Jungs nichts zu tun.
    Das Gefühl, dass sich wohl bei manchem wegen des schlechten Gewissens gerne einstellt, dem armen jungen Dealer aus dem fernen Afriks einen Gefallen getan zu haben, wenn man ihm für ein bischen Grass oder einen Bubble Koks ein paar Euro gegeben hat, ist verlogen.
    Im Gegenteil- es sind ausbeuterische Verhältnisse, die kein Mensch mit Gewissen und Anstand auch nur in Geringsten unterstützen ksnn.

    Aber- es ist natürlich weniger risikoreich, sein Dope bei "seinem" nett lächelnden Afrikaner zu kaufen als selbst nach Holland zu fahren.
    Sorry.aber ich finde dieses ganze Verständnisgelabere in diesem Zusammenhang verlogen, naiv und eigennützig.
    Ich weiß schon, dass die Endverkäufer oft arm und auch kaputt sind und auch auf der Straße nicht reich werden und oft vor allem ihre Schulden bei den Höherrangigen abarbeiten- indem man dieses Sysem aber rechtfertig und verteidigt., verfestigt man es.

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  • #39
    Sascha Reinhardt

    @Ke

    Die reine territoriale Größe eines Landes oder Kontinents oder eines Raumes sagt nichts über die wirtschaftlichen Möglichkeiten aus. WIrtschaftliche Möglichkeiten sind hauptsächlich von monetären Gegebenheiten abhängig. Wenn man schon Geld hat, ist es viel einfacher durch Kapitalanlagen und ähnliche Mechanismen noch mehr Geld zu bekommen. Wenn man gar kein Geld hat, ist es je nach dem wo man lebt kaum möglich überhaupt zu uberleben. Sofern nutzen die besten Ideen nichts, deren Entstehen sowohl ein Zugang zur Bildung erfordert, wie auch es deren Umsetzung erfordert, das genügend Geld vorhanden ist.

    Zum Video: Ihrem Kommentar entnehme ich, das Sie davon ausgehen, dass die Person die gefilmt hat, ein Schaulustiger sei. Kann es aber nicht so sein, dass die filmende Person einfach ein Fehlverhalten von Polizisten dokumentieren wollte ? Was die Persönlichkeitsrechte der auf dem Boden liegende Person angeht, sie ist offensichtlich verpixelt und nicht zu erkennen. Damit sind meinem Kenntnisstand nach die Persönlichkeitsrechte der Person nach der Sie fragen gewahrt.

  • #40
    Sascha Reinhardt

    P.S.Haben Sie schon die Geschichte mit dem Journalisten mitbekommen ? Halten Sie es für richtig, das Journalisten von der Polizei mit Schlagstöcken ausgestattet wird ? Dies ist erst durch dieses Video an die Öffentlichkeit gelangt. Im übrigen kritisert ja auch Gregor LAnge seine eigenen Kollegen zumindest indirekt. In der Pressemitteillung der Polizei ist zu lesen, dass in diesem Fall ermittelt wird. Das heißt für mich auch, dass zumindest gegen einzelne Polizisten ermittelt werden muss, die diesen Journalisten mit zu einem Einsatz genommen und ihm mit einer polizeidienstüblichen Waffe ausgestattet haben.

  • #41
    abraxasrgb

    #40 @Sascha Reinhardt … wo steht, dass die Polizei ihn "ausgestattet" hat? *Beleg*?
    Steile Behauptung!
    Kann er sich den MES (falls es einer ist) auch einfach genommen haben, um sich selbst in einer "subjektiven" Bedrohungssituation zu verteidigen? Was ich, ebenso subjektiv, sehr gut nachvollziehen kann.

    Das dies in einer konkreten Konfrontation durchaus zu seinem eigenen Nachteil wird, wenn er nicht im Umgang damit geschult ist bzw. dieser ihm mangels Training entwendet und gegen ihn verwandt wird, ist dabei sekundär 😉

  • #42
    ke

    #39:
    Die Welt schwimmt im Geld und findet keine Anlagen.
    Geld für Investitionen ist damit nicht das Problem. Es ist eher Sicherheit etc. Wer investiert, wenn das Vermögen durch fehlende Strukturen nicht gesichert ist.
    Manche Geber-Länder haben Macht und eine starke Armee im Hintergrund, die Auslands-Investitionen absichern kann.
    => Geld, das investiert werden will, fehlt nicht.

    Auch in Afrika gibt es Geld, d.h. superreiche Menschen.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/afrika-im-umbruch/milliardaere-in-afrika-der-club-der-superreichen-14595187.html

    Es ist also an der Zeit, dass die Jugend ihr Schicksal in die Hand nimmt. Die globalisierte und vernetzte Welt bietet hier sehr niedrige Einstiegshürden.

    Die Probleme Afrikas werden wir hier nicht lösen können. Hier muss die Bevölkerung selber ran. Wieso kann bspw. Mali trotz vieler junger Männer seine Sicherheit nicht garantieren. Es sind Europäer für absurde Kosten dort. Dieselbe Sicherheitsleistung könnte deutlich günstiger erbracht werden. Das schwere Gerät hält sich auch in Grenzen.

  • #43
    Louisa

    Ricardo hat vieles gesagt, was es zu diesem Artikel zu sagen gibt. Dekadent ist deine Haltung, Karim, der sich als den Sprecher der "echten" Nordstadt-BewohnerInnen ausmacht. Wer echt ist und wer nicht, entscheidest scheinbar du.
    In seinem Statement zum 3-Jährigen Bestehen des Nordpol hat sich das Kollektiv selbstkritisch mit sich und dem Laden auseinandergesetzt – du pickst dir einen Satz aus dem Text heraus, der dir in den Kram passt. Mehr nicht. Die Selbstkritik der BetreiberInnen macht auch nicht vergessen, dass sich der Laden ganz gut schlägt, in einem harten Umfeld, was die Nordstadt natürlich ist. Die Angebote vom Umsonstladen und das Café Welcome sind genannt als Beispiele, wo mal nicht nur die "Antifa-Lehrerkinder" sitzen. Ganz zu schweigen, das diese Sichtweise Bullshit ist und lediglich diffamierend gemeint und zu keiner Diskussion beiträgt.

  • #44
    Helmut Junge

    Wenn ich aus diesem Wust an Kommentaren zu rekonstruiere, was eigentlich passiert ist, komme ich zu folgenden Zusammenhang.
    Es gab in einer Unterkunft für Flüchtlinge eine schwere Straftat. Zwei Polizeibeamte haben die Straftat vor Oet protokolliert und haben anschließend nach dem Tatverdächtigen, der ebenfalls aus dieser Unterkunft kam, gesucht. Eine, oder mehrere Straßen weiter entdeckten sie eine Gruppe von 40 Personen, unter denen einige Personen zu der Täterbeschreibung hätten passen können.
    Von denen ließen sie sich die Personalien zeigen.
    Weil ihre Befragung nur solche Personen betraf, die Ähnlichkeiten zum Tatverdächtigen hatten, wurden sie von einigen anderen der 40 Anwesenden des Rassismus beschuldigt. Daraufhin fühlten sich diese zwei Beamten bedrängt und sie riefen um Vertärkung.
    Offenbar sind sie aber nicht verletzt worden?
    Als die Verstärkung (4 weitere Beamte und ein Hund) ankamen, waren es 6 Beamte und ein Hund, die einer Gruppe von 40 z.T. alkoholisierten Personen gegenüberstanden. Danach wider sprechen sich die Angaben aller Zeugen.
    Ehrlich gesagt, finde ich den Einsatz dieser 2 ersten Polizisten schon mutig, und ich bin froh, daß ich nie in diesem Beruf habe arbeiten müssen.
    Die Aktion fand in tiefster Nacht statt.
    Ich frage mich aber, wie diese Beamten ihren Job machen können, wenn sie während der ersten Aktion, nämlich die Personalien potenzieller Tatverdächtiger zu ermitteln, bereits Schwierigkeiten bekommen?
    Wären sie auf der Suche nach Rothaarigen gewesen, hätte es diese Probleme nicht gegeben.
    Aber sie haben gegen Vorurteile und Filterblasen der Wahrnehmung einer Personen verstoßen.
    Weil das so war, bin ich auch nicht mehr bereit, den weiteren Verlauf dieser Aktion aus den Kommentaren dieser vielen Zeugen zu rekonstruieren. Die meisten von ihnen sind sowieso "Knallzeugen", die erst nach dem Vorfall aufgetaucht sind, und selber nichts gesehen, aber viel gehört haben.

  • #45
    Yasemin

    @ Arnold Voss:

    Mit Verlaub, aber wo werfe ich dem Autoren Rassismus vor? Alles was ich im vorwerfe ist für eine Communiyt zu sprechen, für die Er nicht in der Lage ist zu sprechen, ebendso wie ich. Jedoch habe ich versucht dies in meinem Kommentar kenntlich zu machen! Mit derartiger Kritik muss der Autor und auch die Leserschaft mmn. umgehen können.

    Und natürlich steckt ein gewisser Sarkasmus/Zynimus in meinem Kommentar, der Grund dafür liegt auf der Hand, der Autor hat mich mit seinem Artikel etwas erzürnt, normaler Weise bin ich auch kein Mensch der lange Texte in Kommentarspalten schreibt. Jedoch bietet sich das hier an, da es mwn. keine andere Plattform aktuell gibt, sich über das aktuelle Geschehen auszutauschen.
    Das ich selber Deutsche mit Migrationshintergrund bin, geschenkt. Das viele, gerade ältere Menschen mit Migrationshintergrund schlecht Reden und noch schlechter die deutsche Sprache schreiben können ist auch bekannt, bei meinen Eltern bspw. ist das Problem das sie mehr Zeit auf Arbeit verbracht haben und bestimmte Angebote wie sie heute bestehen damals nicht gegenwärtig waren, dazu kam eine Stimmung die ihre Generation eher hat sich zurückziegen lassen (90er Jahre).
    Gerade deshablb bin ich auch davon ausgegangen das der Autor, welcher ja allen anschein selber einen Migrationshintergrund hat, dies wissen sollte/könnte. Ich weiss natürlich nicht wie es in seiner Familie gelaufen ist.
    Aber auch generell muss man nur mal Mittags U-Bahn fahren um auch viele "Bio" Deutsche Jugendliche ziemlich schlechtes "deutsch" sprechen zu hören und diese kommen gerade aus der Schule. Aber das würde vllt das Thema zu sehr verschieben.

  • #46
    Arnold Voss

    Der Mensch sieht was er sehen will, Helmut. Es gibt dazu ein treffendes russisches Sprichwort: Er lügt wie ein Augenzeuge. Am besten sind dabei die Augenzeugen, die garnicht dabei waren.

    Und die Empathie für Täter mit welchem Migrationshintergrund auch immer ist tief in die Psyche des Linken Besserwissertums eingegraben. Da ähneln sie den Rechten sehr, die Deutschsein mit Bessersein verwechseln. Kann man kaum was gegen machen.

  • #47
    Arnold Voss

    @ Yasemin

    Ich stimme ihnen zu, dass die Sprachfähigkeit im allgemeinen abgenommen hat. Dabei ist so so wichtig gerade im Konflikte in einer multikulturellen Gesellschaft bewältigen zu können. Hier wäre eine grosse Aufgabe für die Schulen gestellt.

    Aber das entsprechende Geld zu investieren scheint Niemand wirklich zu wollen. Es bleibt leider der Motivation jedes einzelnen überlassen und dabei sind dann genau die benachteiligt die in schwierige Verhältnisse hinein geboren werden aus denen man es nur mit größter eigener Kraft und Disziplin heraus schaffen kann.

  • #48
    ke

    @47:
    Sprache in der Schule zu lernen, ist etwas spät.
    Hier müssen die Grundlagen einfach im Elternhaus gelegt werden.

    Zu meiner Zeit hatte ich Englisch am Weltempfänger gelernt. Heute habe ich mit dem Internet Sprachkurse und Medienangebote für nahezu allen Sprachen verfügbar. Das ganze bei geringen Kosten. D.h. die Voraussetzungen sind da, Sprachen auch eigenständig zu lernen.
    Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie Menschen so lange im Land leben, ohne die Sprache aktiv zu erlernen. Dabei geht es nicht um 100 Fehlerfreiheit. Es geht darum sich zu verständigen.

    Mir ist es zu einfach, immer nur auf den Staat zu verweisen. Wer hier seinen Lebensmittelpunkt sieht, muss einfach selber aktiv werden.

  • #49
    Erwin Schabrunski

    Mimimi, wie sie nur so kotzen die wohlstandsgelangweilte Lehrerkinder.

    Love the smell of liberal snowflake tears in the morning

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