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ProNRW: Beisicht fordert in Köln Bundesverdienstkreuz für radikale Rechte

Pro NRW: Rechter Belgier mit Lappen um die Hüften

Gut 200 Anhänger der radikalen Rechten Partei Pro NRW demonstrierten heute in Köln. Weniger als angekündigt und später als geplant. Denn die Kölner stellten sich den Rechten in den Weg. Journalist wurde bedrängt.

Blockierte Gleise, zahlreiche Gegendemonstrationen und eine Mahnwache: Die Kölner zeigten auch dieses Mal, dass sie  Markus Beisicht und seine Partei Pro NRW in ihrer Stadt nicht sehen wollen. Nach einem kurzen “Marsch für die Freiheit” erreichten die gut 200 Pro NRW Anhänger, angekündigt waren 1000,  den Heumarkt. Dort fand bis  16.00 Uhr dann eine Kundgebung statt. 200 Anhänger – für Pro NRW nicht schlecht. Auf die Zahl kam die Versagertruppe um den lispelden Rechtsanwalt aus Leverkusen jedoch nur, weil rechtsradikale Belgier und Rechte aus Berlin nach Köln

geschleppt wurden. Das Beisichts Truppe nicht so bieder und harmlos ist, wie sie gerne tut konnte jeder sehen: Auch ein paar Stiefelnazis waren bei der Kundgebung dabei. Ein Journalist wurde bedrängt.

In seiner Rede redete sich Beisicht dann in Rage: Die 200 Gestalten auf dem Heumarkt seien die mächtigste “freiheitliche Demonstration” seit Jahren. Und wohl die einzige, auf der sich jemals ein lispelnder Redner als Volkstribun aufspielen durfte. Beisicht war so begeistert von sich und seinen Kumpanen, dass er meinte, jeder der rechten Demonstranten hätte ein Bundesverdienstkreuz für Zivilcourage verdient. Viele der rechten Demonstranten wären wahrscheinlich schon mit einem weniger lächerlichen Führer zufrieden.

Insgesamt war es ein friedlicher Tag. Im Moment lungern komplett besoffene belgische Rechtsradiale am Bahnhof Deutz herum. Einige sollen orientierungslos sein.

 

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16 Kommentare zu “ProNRW: Beisicht fordert in Köln Bundesverdienstkreuz für radikale Rechte

  • #1
    mehrdad

    ich finde es schade und scheinheilig, dass in köln bei pro-köln demos auf einmal alle aufstehen und sich quer stellen, aber bei judenhass von links oder islamische ecke niemand sich dem arbeitslosen antisemiten auf der domplatte oder den islamisten der IGMG&co. entgegenstellt.

    hat das vieleicht etwas damit zutun, was broder “gratismut” nennt?

  • #2
    Stefan Laurin

    @Mehrdad: Es gab heute gute Gründe zu demonstrieren – in Wuppertal wie in Köln. Und in beiden Städten wurde demonstriert. Da gibt es nichts gegeneinander auszuspielen.

  • #3
    mehrdad

    hallo stefan,

    das ist wahrlich ncht meine absicht.

    meine frage ist nur:

    könnte es sein, dass die leute lieber gegen ein paar dumme pro-köln anhänger widerstand leisten, weil sie genau wissen, dass ihnen keinerlei gefahr droht, sondern dass die konsequenzen fast nur positiv sind.

    gleichzeitig lassen dieselben leute islamistische faschisten (graue wölfe oder die IGMG islamisten) in ruhe, weil sich, wegen den drohenden konsequenzen für die gesundheit und privatleben, niemand mit den “antifa” schlägern und gläubige muslime anlegen will?

    nur deswegen ist es meiner meinung nach zu erklären, warum die “kölner klagemauer” oder “die linke” keine grossflächige entrüstung auslösen, oder islamisten bei antisemitische demos hamas flaggen zeigen und “tod den juden” schreien und im duisburger megamoschee veranstaltungen der graüen wölfe abhalten, ohne konsequenzen zu befürchten.

    dass mir als iranischstämmiger pro-köln auf die nerven geht, muss ich wohl icht betonen. ich halte die paar wirrköpfe von rechts aber für harmloser für deutschland, als die neuen faschisten, die politisch und gesellschaftlich legitimiert sind.

  • #4
    Bert

    “könnte es sein, dass die leute lieber gegen ein paar dumme pro-köln anhänger widerstand leisten, weil sie genau wissen, dass ihnen keinerlei gefahr droht, sondern dass die konsequenzen fast nur positiv sind.”

    Das kommt mir leider auch so vor…

    Es gibt auch seltsamerweise keine Antifa-Demos gegen die türkischen Nazis / Graue Wölfe.

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

  • #5
    Stefan Laurin

    @Bert: Das ist so nicht richtig. In Bochum gibt es gerade massiven Protest gegen die Grauen Wölfe. Ein Problem beim Umgang mit rechtsradikalen Migrantengruppen ist allerdings, dass man häufig noch nicht einmal ihre Texte lesen kann. Und dass sie in einem Umfeld agieren, dass von dem der meisten Deutschen getrennt ist. Die Konflikte, die diese Gruppen auslösen, werden nicht als “unsere” Konflikte wahr genommen sondern als interne Auseinandersetzungen innerhalb von Migrantengruppen. Man merkt das auch an der geringen öffentlichen Unterstützung für die arabischen Freiheitsbewegungen. Dazu kommt dann noch eine falsche Toleranz und verschiedene Maßstäbe, die angelegt werden. Letzteres ist eine subtile Form des Rassismus, denn er zeigt, dass man die Migranten nicht für voll nimmt. Das ändert jedoch nichts daran, dass es wichtig ist gegen Pro NRW und die Versagertruppe von Beisicht zu protestieren.

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  • #8
    ch_we

    @mehrdad @bert

    Das ist Unsinn. Es gab in Köln rechtliche Schritte gegen die ‘Klagemauer’, die aber von der Staatsanwaltschaft abgelehnt wurden. Diese Ablehnung wurde von der Kölner Presse sehr kritisch kommentiert.

    Die Grauen Wölfe werden seit Ewigkeiten vom Verfassungsschutz beobachtet, und auch im Antifa-Umfeld findet genügend Aufklärung über deren Nationalismus statt und zwar auch schon seit den späten Neunzigern. Die Kritik an der Hamas und das gesteigerte Bewusstsein für Antisemitismus entwickelte sich ebenfalls in Antifa-Kreisen zuerst. Während der Walser/Bubis-Debatte hat die Mehrheit der Deutschen zu Walser gehalten, während gerade auf der Linken (und damit meine ich nicht irgendwelche Parteien) die neue Salonfähigkeit des Antisemitismus kritisiert wurde.

    Das Problem ist schlicht, dass man es sich zu leicht macht, wenn man nur Migranten als Träger von Antisemitismus, Homophobie etc. identifiziert, während der ‘Volksdeutsche’ als aufgeklärt, liberal etc. erscheint. Aus fast allen relevanten Untersuchungen geht eben das nicht hervor, sondern es werden eine Reihe von Ursachen für antisemitische und homophobe Einstellungen identifiziert, die nicht auf einen bestimmten ‘Kulturkreis’ (was immer man auch damit meint) zurückgeführt werden können.

  • #9
    ede zimmermann

    @Alle, wenn man anfängt mit Leute wie Mehrdad zu sprechen/schreiben lockt man diese PI-Trolle nur an.
    Meist beginnt es mit einem einzelenen, sobald dieser bemerkt, dass er Reaktionen erzeugt kommen mehr, vermutlich auch Sockenpuppen da so das erreichen einer kritischen Masse einfacher wird. Wie und wo sie sich organisieren kann nur vermutet werden (PI!?!), genauso wie hoch der Anteil der Sockenpuppen ist.
    Das geht so eine weile und dann wirds eine Trollwiese, zu beobachten war das sehr ausführlich in den Telepolis-Foren vor einigen Jahren.
    Bisher wurde nicht/wenig auf Mehrdad reagiert, das ist gut, sonst kann das sehr schnell gehen und sämtliche Diskussionskultur ended.

    Meine einzige Hoffnung ist hier der starke Wille zur Nicht-Akzeptanz von Kommentaren durch die Ruhrbarone.

  • #10
    Stefan Laurin

    @ede: Volle Zustimmung. Und wir werden uns natürlich, wie seit Jahren, auch künftig mit Pro NRW und der Versagertruppe des Lisplers beschäftigen.

  • #11
  • #12
    Freidenker

    Herr Laurin, von Ihnen habe ich wesentlich geistreicheres gelesen. Zum Thema empfehle ich diese Beitrag, mehr ist zum Demokratieverständnis in unserer Republik nicht zu schreiben…

    http://ef-magazin.de/2011/05/05/2983-joachim-bruecher-marcus-wegerhoff-und-lenz-jacobsen-die-nazis-von-koelle

  • #13
    Stefan Laurin

    @Freidenker: Der Artikel ignoriert die rechtsradikalen Verbindungen von PRo NRW vollkommen, die es zigfach gibt. Das ist keine “kleine Gruppe” die Angst vor Islamismus hat, sondern da versuchen Beisicht und Co aus der Angst vor dem Islamismus eine Partei als Geschäftsmodell zu etablieren. Mit fröhlichem Griff in die Stadt- und Staatskassen. Der ef-Artikel ist naiv und ohne nähere Kenntnisse über Pro NRW, seine Protagonisten und ihr Gebaren geschrieben. Er verfährt nach dem Motto: “Der Feind meines Feindes ist mein Freund.” Wenn der “Feind meines Feindes” aber ein braunes Arschloch ist, ist er auch mein Feind. Dann hat man nun einmal nicht viele Freunde. Braucht man auch nicht. Ein paar Gute reichen.

  • #14
    Bert

    “Das ist keine “kleine Gruppe” die Angst vor Islamismus hat”

    300 Männekes , nicht viel mehr.

    Glaubst du, die werden bald das 4.Reich ausrufen ?

  • #15
    Stefan Laurin

    @Bert: Nein, das glaube ich nicht. Aber trotzdem ist der Artikel in ef schlecht, weil PK zwar eine kleine Gruppe ist, aber eine in der viele “ehemaligen” Neonazis sind, die jetzt versuchen mit dem Geschäftsmodell Partei und der Angst anderer Menschen Kohle zu machen. Das werde ich weiterhin kritisieren.

  • #16
    Freidenker

    Das dürfen Sie selbstverständlich weiterhin kritisieren, Herr Laurin. Darum gehts mir auch nicht. Man muss diese Truppe auch nicht gut heißen. Aber die Grundrechte gelten auch für Personen und Personengruppen, deren Inhalte die Mehrheit nicht teilt. Auch das Demonstrieren für irgendeinen inhaltlich noch so bekloppten Ansatz muss eine offene Gesellschaft ertragen können. In Köln allerdings wird nicht nur mit Argumenten gegen die Pro-Bewegung gearbeitet, die Methoden einiger ProKöln-Gegner sind eines Rechtsstaates nicht würdig. Das gefällt mir an der Sache absolut nicht und genau das wird hier völlig ignoriert! Ich hatte Sie bisher als Freund der offenen Gesellschaft eingestuft!

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