
Wären die Kassierer eine Kölner Band, der WDR würde den Film „Punk im Alter“ von Olaf Ballnus in seinen Kanälen rauf und runter spielen. Aber die Kassierer kommen aus Bochum-Wattenscheid und sind damit für den WDR uninteressant. Der Film erzählt die Geschichte der Band „Die Kassierer“ von den Anfängen in Bochum-Gerthe, wo man für das Tragen einer Halskette, auf der „Love“ stand, schon mal auf die Nase bekam, bis in die Gegenwart. Den Abschluss bildet die gemeinsame Arbeit der Band mit dem Schauspielhaus Dortmund.
Man sieht dem Film an, dass Ballnus eigentlich Fotograf ist: In vielen Bildern ist eine große Liebe zum Detail zu erkennen. Ihm ist mit „Punk im Alter“ ganz einfach eine herausragende Dokumentation gelungen. Die Nähe Ballnus’ zur Band hat die Arbeit sicher erleichtert. Er ist mit Kassierer-Sänger Wolfgang Wendland seit Jugendtagen befreundet. Dessen kreative Anfänge hat er selbst miterlebt.
Die Kassierer selbst kommen ausführlich zu Wort, glänzen mit einer Mischung aus Ironie und Altersweisheit, und Wolfgang Wendland nutzt aus, dass er seiner Ansicht nach die Definitionshoheit bei der Frage hat, was Punk im Alter bedeutet: „Eine Eigentumswohnung kaufen“. Zu sehen ist Ballnus’ Film am 11. März 2026 ab 19.00 Uhr im Kunstmuseum Bochum. Der Eintritt beträgt zehn gut angelegte Euro, denn nach dem 52-minütigen Film schließt sich ein Gespräch mit Gästen an. Der Sänger der Band, Wolfgang Wendland, und Bassist Mitch Maestro sind zu Gast im Museum. Der den Lesern dieses Blog bekannte Journalist Stefan Laurin moderiert den Abend.
