Radikales Rauchverbot in der Gastronomie… und wie geht es weiter?

Grüne Volkserzieherin Barbara Steffens

Die wenigsten Bürger sind sich bewusst, dass die Pläne der rot-grünen Landesregierung, ein radikales Rauchverbot in der Gastronomie einzuführen wahrscheinlich nicht das Ende der Verbotsforderungen sind. Eine Rückschau auf die Entwicklung der Rauchverbote und auf ausländische Erfahrungen lässt vielmehr erwarten, dass die Verbotsdebatte und die Ausgrenzungen der Raucher nach kurzer Pause weitergehen werden. Von unserem Gastautor Nansy.

Auf der dritten „Weltkonferenz Rauchen und Gesundheit“ 1975 1)unter der Leitung des britischen Mediziners George Godber hat man bereits die Strategien entwickelt, mit denen unsere Gesellschaft heute auseinanderdividiert wird (Nichtraucher gegen Raucher). Eingeleitet wurde dort eine Erziehungsdiktatur, die Raucher zunehmend ins Abseits der Gesellschaft verbannt. Die Taktik, Tabakrauch als Gefährdung für die Gesundheit und das Leben der Nichtraucher darzustellen, wurde auf dieser Konferenz weiter entwickelt . Als weitere Ziele wurden u.a. genannt:

–        Ein soziales Umfeld sollte geschaffen werden, in dem Rauchen nicht akzeptiert wird (Create  a social environment in which smoking is unacceptable),

–       Rauchen sollte in der Öffentlichkeit immer mehr erschwert werden (..we can and should make it more and more difficult for the individual to smoke cigarettes in public),

–         Das Personal im Erziehungs- und Gesundheitswesen sollte einer Gehirnwäsche gegen das Rauchen unterzogen werden (Those in education and public health will be the first to be brainwashed into antismoking)

–       Die Tabakindustrie sollte verteufelt werden (Demonize the tobacco industry)

–     Sogar die Frauenemanzipationsbewegung sollte für die Zwecke der Antiraucherbewegung eingespannt werden (The utilization of the women’s liberation movement to encourage rebellion against the old social systems by the act of not smoking ).

Die Auswirkungen dieser Strategie sind heute schon in den USA und anderen Ländern zu erkennen. New York hat das Rauchen in allen öffentlichen Parks, auf Plätzen und an Stränden verboten. Einige Bundesstaaten in den USA und Australien haben mittlerweile auch das Rauchen in privaten Fahrzeugen verboten. EU-Gesundheitskommissar John Dalli gab schon im Jahr 2010 einen Überblick über seine Vorstellungen von einem rauchfreien Europa: Aschenbecherverbot, Geldstrafen, Raucher-Jäger und öffentliche Prozesse gegen Prominente 2) Die Presse berichtete zu diesem Zeitpunkt bereits von den Vorstellungen der WHO, sogar gezielten Telefonterror erfahrener Fachleute gegen Raucher anwenden zu wollen. Sie sollen versuchen, die Uneinsichtigen zu bekehren. Bis auf einen Kommentar in der „Bild“ 3) sind Artikel mit dieser Aussage (z. B. in der Märkischen Allgemeinen) inzwischen nicht mehr abrufbar. Einen Eindruck von den Zielen vieler Gesundheitsfanatiker erhält man auch in den Leserkommentaren, wo jetzt schon Rauchverbote in den Außenbereichen der Gastronomie gefordert werden. Somit erweist sich die Behauptung, Rauchverbote in der Öffentlichkeit dienten dem Schutz der Nichtraucher vor sogenanntem Passivrauch, als Lüge zur Erreichung eines Etappenziels.

Die weltweite Umsetzung des Zieles einer „tabakfreien Welt“ hat sich die Tabakkontrolle der Weltgesundheitsorganisation WHO auf die Fahnen geschrieben. 1998 hat sie eine offizielle „Tobacco Free Initiative“ eingerichtet. Die Paraphierung des Rahmenübereinkommens der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (Framework Convention on Tobacco Control, FCTC) aus dem Jahr 2003 durch die deutsche Regierung -wie durch 168 anderen Staaten auch- erlaubt es der WHO ständigen Druck auf die Regierungen auszuüben. In diesem Übereinkommen heißt es ausdrücklich: „Die Vertragsparteien erkennen an, dass wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig bewiesen haben, dass Passivrauchen Tod, Krankheit und Invalidität verursacht.“ Eine äußerst befremdliche Methode, ein bestimmtes Ergebnis bisher nicht einheitlicher Studien jetzt und in alle Zukunft als unumstößliche Wahrheit festschreiben zu wollen (man könnte es auch Glaubensbekenntnis nennen).

Für die Umsetzung dieser Ziele in Deutschland ist auch Frau Dr. Martina Pötschke-Langer, ihres Zeichens Chefin der „Stabsstelle Krebsprävention“ des „Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle der WHO im DKFZ“, tätig. Ihre Beiträge zu Passivrauch, E-Zigaretten etc. werden in der Presse meistens unkommentiert und ungeprüft übernommen, wobei sie in Zeitungsartikeln nur als Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im DKFZ in Erscheinung tritt. Ihre Arbeit für das „Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle“ als Lobby-Organisation der WHO bleibt meistens unerwähnt. Bekannt geworden ist das „DKFZ“ mit der Behauptung, in Deutschland würden jedes Jahr 3301 Menschen am Passivrauch sterben. Ganz abgesehen davon, dass es sich bei der zugrunde gelegten Studie um ein statistisches Konstrukt handelt und nicht um reale Tote (es wurde ja schon viel darüber diskutiert), fällt an dieser Behauptung auf, dass hier eine genaue Anzahl von Passivrauchtoten in die Welt gesetzt wird, nämlich exakt 3301 (nicht 3300 oder 3302)! Das hat einen einfachen Grund: man will hier den Eindruck wissenschaftlicher Genauigkeit vermitteln, wo es gerade keine wissenschaftlich nachvollziehbaren Ergebnisse gibt.

Der Durchbruch in der Debatte um Rauchverbote kam mit der Verbreitung des Passivrauches (Second-Hand-Smoke) als Argument. Danach „entdeckte“ man den Third-Hand-Smoke (Kleidung, Tapeten und Teppiche in Wohnungen) um nun auch auf den geschützten privaten Bereich der Wohnungen Zugriff zu bekommen. Nun hat man, kaum zu glauben aber wahr, den Fourth-Hand-Smoke 4) entdeckt, um die Ausgrenzung von Rauchern weiter voranzutreiben. Und das geht so: in Haaren und Kleidung von Personen, die mit Rauchern in Kontakt kommen, haben sich angeblich viele Giftstoffe festgesetzt. Kinder sollen also gefährdet sein, wenn sie mit Nichtrauchern in Kontakt kommen, die selber mit Rauchern Kontakt hatten. Man versucht also jetzt, nach der Verdrängung der Raucher aus der Öffentlichkeit, nach der Angstmacherei vor giftigen Rückständen in Wohnungen, den Nichtraucher Angst vor gesellschaftlichen Kontakten mit Rauchern zu machen. Soweit der Stand der Dinge in den USA.

Inzwischen wird aber auch bei uns den Rauchern immer mehr das Recht auf selbstbestimmte Lebensführung vorenthalten. Wer gerne raucht, sucht oft vergeblich nach einem Arbeitsplatz, kann kein Restaurant besuchen, findet kaum noch ein Raucherzimmer im Hotel, muss sich überlegen, ob er noch Bahn fahren oder das Flugzeug benutzen will, und bei Klinik- oder Sanatoriumsaufenthalt droht ihm ein Zwangsentzug. Wer sich gegen diese Art der Zwangsbeglückung wehrt, wird gerne mit dem Vorwurf des Lobbyismus für die Tabakindustrie mundtot gemacht. Gerade die Tabaklobby galt und gilt immer noch vielen bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein als Inbegriff einer anonymen Macht (wir erinnern uns: „demonize the tobacco industry“) die im Hintergrund die Fäden zieht.

Dabei wir völlig außer Acht gelassen, dass es noch eine andere Lobbygruppe gibt, die ein starkes wirtschaftliches Interesse an Rauchverboten hat – die Pharmaindustrie mit ihren Nikotinersatz- und Entwöhnungsprodukten! Zum Beispiel die Robert-Wood-Johnson-Stiftung, die zu 100% dem Pharmakonzern Johnson & Johnson gehört, gibt Spenden an Universitäten, Wissenschaftler und die nationalen Gesundheitsorgane 5) . Was der Robert-Wood-Johnson-Stiftung nutzt, nutzt auch der Firma Johnson & Johnson. Glaxo und auch Pfizer sind voll zahlende Mitglieder der WHO- „Tobacco Free Initiative“. Und was könnte für einen Anbieter von Nikotinersatzprodukten besser sein als Rauchverbote, die Dämonisierung der Tabakindustrie und höhere Zigarettenpreise? Das geht sogar soweit, dass die US-Pharmafirma MSD es geschafft hat, eine von ihr bezahlte Mitarbeiterin im Anti-Raucherprogramm der WHO unterzubringen 6) .

Begründet werden die Rauchverbote und die damit verbundenen Eingriffe in die persönliche Lebensführung immer noch mit dem Argument des Nichtraucherschutzes. Das mag zu Anfang noch eine gewisse Logik gehabt haben, inzwischen wird aber immer deutlicher, dass es hier nur noch um Ausgrenzung und die Verbannung von Rauchern aus dem öffentlichen Leben geht. Wer die Pläne für ein radikales Rauchverbot in der Gastronomie in NRW nur unter dem Gesichtspunkt des Nichtraucherschutzes sieht, erkennt nicht die wirklichen Absichten der Gesundheitsapostel. Nach einer kurzen „Ruhepause“ wird es weitergehen mit der Volkserziehung im Namen der WHO.  Sei es das Rauchverbot, sei es das Trinkverbot oder sei es der Versuch eines Salzverbots für Speisen in New Yorker Restaurants 7) – selbst Essverbote für dickleibige Menschen werden bereits diskutiert: Alles läuft darauf hinaus, einen gewissen Teil der Mitbürger zunehmend wegen ihrer selbst gewählten Lebensgewohnheiten zu diskriminieren. Wir müssen uns darüber klar werden, ob wir in einer solchen Welt leben wollen, oder ob wir uns nicht endlich gegen diese Art der Gesundheitsdiktatur wehren wollen.

1)  http://www.rampant-antismoking.com/

2)  http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Mit-voller-Kraft-gegen-die-Raucher/story/14188586

3)  http://www.bild.de/politik/kolumnen/peter-hahne/es-ist-so-weit-ich-muss-die-raucher-schuetzen-22074876.bild.html

4)       http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2010/11/article-warns-of-dangers-of-fourth-hand.html

5)        http://www.data-yard.net/infocoalition/detail_index2a.htm

6)       http://www.bukopharma.de/uploads/file/Pharma-Brief/Phbf1999_04.htm

7)       http://www.medienkultur.at/index.php?article_id=725

 

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Fritz Wepper
Fritz Wepper
11 Jahre zuvor

Wir werden die „fat tax“ und die Softdrink-Größenbegrenzung auch bei uns noch erleben. Ich sag mal, in zehn bis 15 Jahren. Immerhin geht’s dann auch denen mit an den Kragen, die jetzt so schön laut jubeln.

Fourth hand smoke. Nee, is klar. Dann müssten wir ja auch Dieselfahrzeuge verbieten – ach Moment, da war doch auch schon was…

TuxDerPinguin
TuxDerPinguin
11 Jahre zuvor

Finde den Artikel nicht überzeugend.
Zwar gut recherchiert, die Fakten.

Der zweite Teil wird dann gleich eingeleitet mit:
„Begründet werden die Rauchverbote und die damit verbundenen Eingriffe in die persönliche Lebensführung immer noch mit dem Argument des Nichtraucherschutzes. Das mag zu Anfang noch eine gewisse Logik gehabt haben, inzwischen wird aber immer deutlicher, dass es hier nur noch um Ausgrenzung und die Verbannung von Rauchern aus dem öffentlichen Leben geht.“
ohne Begründung. Und ohne Begründung kann ich die Gedankengänge nicht nachvollziehen.
Denn es ist natürlich eine Übertreibung mit der „Verbannung… aus dem öffentlichen Leben“. Oder ich habe es noch nicht mitbekommen… hier in Deutschland.

abstrus find ich dann die Aufzählung, was es an Verbote geben könnte – die alle derzeit nicht diskutiert werden – um gegen diese Gesundheitsdiktatur aufzurufen…
würden diese Themen diskutiert, könnt ich den Aufruf verstehen und würd ihn unterstützen. Aber so find ich das ziemlich konstruiert, um gleich mit „Gesundheitsdiktatur“ auffahren zu können gegen das eigentliche Thema Rauchverbot/Nichtraucherschutz.

Wenn diese Diskussionen hingegen wirklich ernsthaft in Deutschland geführt werden, hätte ich gerne Links dazu.

Ich glaube den letzten Absatz hätte man sich sparen sollen. Dann wärs ein runder, einseitiger Rückblick gewesen, der gut zu lesen ist.

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

Werter Tux
Die „Verbannung aus dem öffentlichen Leben“ ist bedauerlicherweise keine Übertreibung, sondern – wie gleich zu Anfang des Artikels aufgeführt – ein Fernziel der Anti-Raucher-Bewegung: „Ein soziales Umfeld sollte geschaffen werden, in dem Rauchen nicht akzeptiert wird“.
Also ich finde schon, daß so etwas nach Verbannung aus dem öffentlichen Leben klingt, eigentlich kann man es kaum unverhohlener formulieren, oder?
Und ich empfinde sehr wohl das Aufkeimen einer Gesundheits-Diktatur, mindestens aber einer „gelenkten Demokratie“.
Kaum ein Tag vergeht, in dem wir in Fernsehsendungen nicht belehrt werden, wie und was wir essen sollen, wie wir es zu lagern und zuzubereiten haben, wie sportlich und energiebewußt wir zu leben haben. Klingt ja auch alles vernünftig und nachvollziehbar, sofern man so simple menschliche Neigungen wie Genuß oder Bequemlichkeit negiert. Eine konsequent puritanische Lebensführung mal außer acht gelassen dürfte aber jeder von uns sich mindestens eine „unvernünftige“ Schwäche leisten.
Huch: schon nach zehn! Jetzt noch schnell eine schöne Tasse Brenneseltee, anschließend eine kalte Dusche mit selbstgeschöpften Brunnenwasser aus dem Garten und dann huschhusch auf den Rückenstärkenden Futon – schließlich muß ich morgen fit sein für meinen 10-Kilometer-Frühlauf.

Schinken
Schinken
11 Jahre zuvor

Armer Gastautor!

Wie sehr bist Du doch zu bedauern! Von allen Seiten angegriffen, von miesen Weltverschwörern ins Visier genommen, von Gesundheitsaposteln kujoniert, von militanten Nichtrauchern gedemütigt, von Lobbyisten fast zu Tode gehetzt und dann auch noch von Nichtraucherindoktrinierten Kindern beim Zigarettenanzünden böse angeguckt!
Ich weiss, wie Du dich fühlen musst- war selber bis September ´97 Kettenraucher und hab dann aufgehört. Mein Leben ist seitdem ich der Anti Nikotin Mafia auf den Leim gegangen bin in allen Belangen besser geworden. Mein Verständniss für diejenigen, die meinen eine Droge nehmen zu müssen, die keinen erkennbaren Rausch auslöst, dafür aber den Geldbeutel empfindlich schmälert und das Leben um Jahre verkürzt ist seither ziemlich gesunken. Das Beharren dieser tollen Raucher, auch das Leben anderer Personen verkürzen zu dürfen und für dieses angebliche Menschenrecht auch noch die passende Verschwörungstheorie zu entwickeln ist lächerlich.Wenn Dir, lieber Gastautor , der Nichtraucherschutz nicht passt hast Du genau zwei möglichkeiten: Aufhören (und das geht auch ohne Pharmaprodukte ganz leicht, wenn man nur will) oder auswandern (hab ich inzwischen übrigens auch gemacht). Für dich würde als Fluchtpunkt z.B. China in Frage kommen, wo noch nach herzenslust gequarzt werden darf. Die haben nämlich eh zuviele Menschen im Land und gelbe Zähne zu gelber Haut passt ja auch irgenwie. Wenn zu soviel gelb noch die schwarze Lunge dazukommt jubelt dann auch das teerverstopfte Borussenherz….

Lisa H.
Lisa H.
11 Jahre zuvor

Hallo zusammen, ich lese diesen Quatsch des DKFZ usw. gar nicht mehr. Es ist die reinste Angstmache für die Nichtdenkenden. Schaut Euch mal die Studien an …

insbesondere das Buch: „https://www.grieshabers-passivrauchen.de/“

Es überzeugt! Es klärt auch über die Machenschaften der Tabakkontrolle! Lest es! Wehrt Euch! Schreibt an die Medien! Danke“

der, der auszog
der, der auszog
11 Jahre zuvor

Beim Namen Steffens greife ich mittlerweile schon reflexartig und völlig verschreckt nach meinen Kippen, um zu schauen, ob sie noch da sind. Auf diesen kurzfristigen Adrenalinschub rauch ich mir dann erstmal eine…

Falkin
Falkin
11 Jahre zuvor

Ich denke nicht, dass Gastautor paranoid ist. Siehe die Debatten bspw. in NYC. Das wird selbst mir Nichtraucherin langsam unheimlich.
Denn ich esse gerne Schokolade. Und damit gefährde ich mich ja potentiell selbst und werde womöglich dickleibig. Aber ich kann beruhigt sein. Nach den Rauchern kommt man den Naschkatzen mit einer Fettsteuer o.ä bei…

Freidenker
Freidenker
11 Jahre zuvor

Ich wiederhole mich gern: Politik hetzt Menschengruppen gegeneinander. Hass ist die logische Folge (wie man sehr schön am Kommentar von „Schinken“ #4 sehen kann). Alte gegen Junge im Eintopf-Rentensystem. Männer gegen Frauen durch Diskriminierungsgesetze. Raucher gegen Nichtraucher mittels Gesundheitsfaschismus. Erfolgreiche gegen Systemgünstlinge in einem Sozialstaat, der den einen nimmt und den anderen sowie vor allem der Bürokratie gibt. Es wird immer nach einer Menschengruppe gesucht, denen man eine Opferrolle überträgt, um dann den anderen (die natürlich dann irgenwo auch Täter sein müssen) mit geeigneten Zwangsmaßnahmen zu beglücken. Das Ergebnis soll dann iregndwie gerecht sein, dabei gehts viel mehr um Gleichheit und um Gesellschaftklempnerei im Allgemeinen. Dabei gibts immer neue Ideen, die von der Notwendigkeit einer gewaltigen und sich ausdehnenden Klasse von Erlösungspolitikern und Bürokraten ausgehen, welche die Menschen vor einem Schicksal retten sollen, das ohne diese Erlöser elend aussehen würde.

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

@4 Werter Schinken
Eigentlich würde ich eher dazu tendieren, Dich zu bemitleiden, wo Du ja offenbar regelmäßig gezwungen wirst, Dich in Raucherlokale zu begeben und Dein Leben brutal verkürzen zu lassen, aber dieses bemitleiden wäre ja wohl reines Passiv-bedauern. Immerhin konntest Du dieser Scientology-ähnlichen Sekte, den „tollen Rauchern“ entkommen, mußt Dich nicht mehr selbst mit dieser rausch- und wahrscheinlich genußlosen Droge quälen, sondern durftest frei, gesund und unbeschwert auswandern. Vermutlich auf Wunsch Deiner Mitmenschen, oder?

dman
11 Jahre zuvor

Danke für den Artikel. Dank an alle, die sich gegen den Verbotswahn auflehnen. Die Gesundheitsindustrie wird uns krank machen.

Done
Done
11 Jahre zuvor

Das ist wieder das typische Dammbruchargument und die böse Pharmaindustrie, die anscheinend dahinter stecken.
Ich möchte mal beleuchten, warum ich diese Argumente schlecht und teilweise auch unlogisch finde.
1) die Pharmaindustrie möchte ein Rauchverbot, damit sie mehr ihrer Nikotinersatz- und Rauchentwöhnungsmedikamenten vertreiben können.
Mit diesem Argument geht man davon aus, dass ein großer Teil der Raucher bei einem Rauchverbot in der Gastronomie die Zigarette an den Nagel hängt und stattdessen auf Ersatzprodukte zurückgreifen.
Gerade mal 8% greifen zur Rauchentwöhnung auf Medikamente zurück, wobei sich der Preis einer Packung Nicorette bei ungefähr 40€ einpendelt und ein vier Wochen Vorrat an Champix ca. 103€ kostet.
Dem gegenüber steht, dass eine Abnahme an Aktivrauchern natürlich auch zu einer Abnahme von Rauchkrankheit führt. Und genau hier ist die angebliche so einige Pharmalobby plötzlich gespalten und nicht mehr so einig.
Denn im Vergleich zu den geringen Einnahmen durch Rauchentwöhnungsmedikamemte stehen die gigantischen einnahmen durch die Krankheiten wie COPD oder kleinzelligem Lungenkrebs. So kostet eine (1!) Tablette Eposid von Hexal zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs über 400€.
Geld macht man in der Pharmaindustrie nicht mit rezeptfreien Medikamenten sondern mit rezeptpflichtigen Medikamenten in der Onkologie.
So steht Pfizer gegen Branchenriesen der onkologie wie johnson&johnson, galaxosmithkline, Roche, Bayer und auch gegen genericahersteller wie Hexal.
Das was Pfizer mehr verdient, verlieren die Onkologiemedikamentenhersteller um das hundertfache.
Da von „der“ Pharmaindustrie reden, die daran ein Interesse habe, ist schon arg lächerlich.

2) das Dammbruchargument
Wenn wir jetzt das Rauchen in der Gastronomie durchwinken, kommt danach das Salz/Fett/Zucker-Verbot.
Mit dem Dammbruchargument kann man jede Regulierung, jedes Verbot – egal wie sinnvoll es ist. Gleichzeitig gibt man zu, dass einem die Argumente gegen ein Rauchverbot ausgehen. Denn Argumente gegen ein Fettverbot findet man viele. Aber so ein Verbot wird ja an keiner Ecke diskutiert. Genausowenig ist es ein automatismus, dass das eine das andere bedingt.
Ebensowenig würde ein geplantes Fettverbot daran scheitern, dass es kein Rauchverbot gibt.
Dieses Argument ist doch reine Panikmache. Man schafft eine Paranoia gegen ein Rauchverbot und suggeriert bei einer Verhinderung, dass man vor unsinnigen Verboten geschützt wäre.

Ruhrarbeiter
Ruhrarbeiter
11 Jahre zuvor

Es ist bezeichnend, dass rechts neben diesem Artikel wechselnde Werbung zur Raucherentwöhnung steht („Nicorette“, „Ex Raucher sind nicht aufzuhalten“).
Auf diese vermeintlichen „Mitverschwörer“ und Gewinner schimpfen, aber das Geld der Werbung dieser Institutionen gerne mitnehmen; dass lässt diesen Artikel nicht glaubwürdig erscheinen.
Bitte jetzt nicht die alte Rechtfertigung, dass Redaktion und „Werbeabteilung“ getrennt voneinander arbeiten und der Schreiber darauf keinen Einfluss hat.

Oder ist hier ein ganz anderer Gedanke die Basis und der Artikel ist eine gezielte Provokation, um später mit Hilfe der zu erwartenden (und auch eingetroffenen) (hoch-) emotionalen Kommentaren eine neue Geschichte zu machen?

Stefan Laurin
Admin
11 Jahre zuvor
Reply to  Ruhrarbeiter

@Ruhrarbeiter; Die Werbung wird von Google automatisch eingespielt. Wir kümmern uns darum nicht. Glaubs oder glaubs nicht.

Walter Stach
Walter Stach
11 Jahre zuvor

Prophetisches, hier in Sachen Zukunft des Rauchens und Zukunft anderer Sucht-/Bedürfnisbefriedigungen?
Mich stört stets die Selbstgewißheit all dieser Propheten/Prophetinnen, so auch hier.
„Seltsam ist Propheten Lied, doppelt seltsam, was geschieht“.
-Goehte, Wassagen des Bakis, Vorspruch-.

Eva
Eva
11 Jahre zuvor

Werter Nansy, in Ihrer Streitschrift gegen den Nichtraucherschutz steckt ein grundsätzlicher Denkfehler. Sie glauben, dass das geplante Gesetz sich vor allem an Raucher wendet. Das, pardon, ist ziemlich narzisstisch, denn es geht nicht um Raucher, sondern um Nichtraucher, um zwar um deren Schutz vor Passivrauchen. Um diesen Schutz zu gewährleisten, müssen Raucher in Freiheiten, die ihnen bisher gewährt wurden, eingeschränkt werden, doch das ist nicht das Ziel des Gesetzes, sondern sozusagen nur ein Kollateralschaden. Anders lässt sich der Schutz vor dem Passivrauchen in Räumen, die von Rauchern und Nichtrauchern gleichermaßen genutzt werden, nun mal nicht erreichen.
Aus diesem Grund heraus denkt auch niemand daran (anders, als Sie glauben), in der Gastronomie zum Beispiel den Konsum von Alkohol und fettreichen oder zuckerreichen Speisen zu verbieten. Wenn jemand solche Dinge zu sich nehmen möchte, dann kann er dies auch in der Öffentlichkeit tun, ohne dass andere mitkonsumieren müssen. Anders als beim Rauchen, das alle Umstehenden mitmachen müssen.
Und wenn Sie fordern, dass Raucher nicht aus der Öffentlichkeit verbannt werden sollten, dann empfehlen Sie bitte auch nicht, dass Nichtraucher, die nicht passivrauchen möchten, ihre Abende statt in Bars oder Kneipen zu Hause vor dem Fernseher verbringen sollten. Wenn schon Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum, dann doch bitte für alle und nicht nur für Raucher.

rtq
rtq
11 Jahre zuvor

@Eva
„…denn es geht nicht um Raucher, sondern um Nichtraucher, um zwar um deren Schutz vor Passivrauchen.“
Dann erklären Sie mir doch mal bitte, warum auch abgetrennte Raucherräume in der Gastronomie und Raucherclubs verboten werden. Es geht eben nicht um den Schutz von Nichtraucher vor „Passivrauch“, sondern Menschen den eigenen, vermeintlich gesünderen, Lebensstil aufzudrücken. Dazu passt auch die Aussage von Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO, auf dem Welttabakkongress im März in Singapur: „Wenn wir Schulter an Schulter stehen, kann keine Tabakindustrie überleben.“

„Aus diesem Grund heraus denkt auch niemand daran (anders, als Sie glauben), in der Gastronomie zum Beispiel den Konsum von Alkohol und fettreichen oder zuckerreichen Speisen zu verbieten.“
(Hier) Noch nicht. In Dänemark wurde im Oktober letzten Jahres schon mal eine Fettsteuer eingeführt, ein erster Schritt. So fing das mit dem Rauchen auch an.

In New York steht ein Gesetz kurz vor der Verabschiedung, welches es Köchen in Restaurants untersagt Speisen mit Salz zu würzen. Weil, zuviel Salz ist ja sooo ungesund. Daß zuwenig Salz gefährlich bis hin zum Schlaganfall ist, wird geflissentlich unterschlagen. Ebenfalls in New York soll jetzt ein Verkaufsverbot für zuckerhaltige Softdrinks eingeführt werden. Dies beträfe zwar nur Verkaufgrößen über 16 fl oz, aber hieße „Adieu, ½ l. Becher Cola“. Das können Sie z.B. hier nachlesen: https://healthland.time.com/2012/05/31/bloombergs-soda-ban-and-other-sweeping-health-measures-in-new-york-city/

In Kalifornien wird jetzt zum 1. Juli ein Verkaufsverbot für Folie gras (mhhh, lecker) wirksam. https://www.digitaljournal.com/article/327468
Überraschenderweise nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern auf das Betreiben militanter Tierschützer und aus allgemeiner „political correctness“.

Das alles hat, für mich, schon faschistoide Züge.

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

@16
Werte Eva
Wo, bitte schön, fordert Nansy, „dass Nichtraucher, die nicht passivrauchen möchten, ihre Abende statt in Bars oder Kneipen zu Hause vor dem Fernseher verbringen sollten“? Das finde ich irgendwie nicht wieder.
Und mir hat immer noch niemand schlüssig erklärt, weshalb das Vorhandensein von Raucherkneipen irgendwen zum Passivrauchen zwingt oder sonstwie in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, wenn es für solche Menschen doch reichlich rauchfreie Alternativen gibt. Vielleicht versuchst Du es doch bitte einmal.

Gogan
Gogan
11 Jahre zuvor

Werter „Done“,
die „Gesundheitsindustrie“ lacht sich doch kaputt über die von Ihnen so schön dargelegten Umsätze an „Nikotinersatzprodukten“. Da haben sie völlig recht. Was Sie allerdings nicht beleuchten oder auch nicht diskutieren wollen, ist die Tatsache, dass man, wenn den man den Menschen die Freude am Leben, was für den Einen die Zigarette und für den Anderen vielleicht das Bier oder das Stück Schokolade ist, nimmt bzw. diskreditiert, diese „Lebensfreude“ durch den Vertrieb von Antidepressiva und Stmmungsaufhellern wieder herstellen kann. Hier werden die eigentlichen Umsätze gemacht.

Schinken
Schinken
11 Jahre zuvor

Werter Peter,
wenn Sie schon mutmassen wollen kann ich doch gleich für Aufklärung sorgen:Ich bin keiner Scientology mässigen Sekte entronnen, sondern habe schlicht mit dem Rauchen aufgehört. Auslöser waren nicht irgendwelche Verbote sondern das qualvolle Verrecken meines jahrzehnte lang nikotinabhängigen Vaters an einem durch Tabak verursachten Krebsleiden. Nein, ich bin auch kein sauertöpfischer militanter Ex Raucher, der dem Rest der Welt sein Vergnügen nicht gönnt und bei den Mitmenschen dementsprechend unbeliebt ist. Ausgewandert bin ich aus persönlichen Gründen. In meiner neuen mittelamerikanischen Heimat wird geraucht, allerdings nicht in öffentlichen Gebäuden, Restaurants etc. Komischerweise halten sich die Raucher hier ohne dummes Rumgemecker an die Regeln, die dazu da sind, die Nichtraucher zu schützen. Darüber hinaus geht mir wie jedem vernünftigen Menschen der Regulierungs- und Bevormundungswahn der Politik auf den Senkel. Aber beim Nichtraucherschutz geht es um was ganz anderes, nämlich darum, das nicht irgendwelche unschuldigen Menschen wegen der dummen Angewohnheit einer Nikotinabhängigen Minderheit, die es als Menschenrecht empfindet , andere durch ihr rücksichtsloses Verhalten zu gefährden, den gleichen grausamen Leidensweg beschreiten müssen wie mein nikotinabhängiger Vater. Geht das ins Köpfchen rein??? Wenn nicht rate ich Ihnen dazu, konsequent für Alkohol am Steuer einzutreten. Macht doch jede Menge Spass mit besoffenem Kopp durch die Stadt oder übers grüne Land zu brettern!! Und wenn ein paar Unbeteiligte dabei dazu gezwungen werden die Stossstange bei hoher Geschwindigkeit zu berühren und daran sterben? Tja das sind halt Kollateralschädeb, die in einer Spassgesellschaft halt vorkommen…..

Eva
Eva
11 Jahre zuvor

@ 17: Die Raucherräume sollen nicht mehr zugelassen sein, um Gastronomen, die nicht die Möglichkeit haben, ein Zimmer hierfür abzutrennen, nicht zu benachteiligen. Ansonsten wäre das eine Wettbewerbsverzerrung.
@ 18, lieber Peter: Der Ratschlag an Nichtraucher, einfach die Orte zu meiden, in denen geraucht wird, wird hier immer wieder kund getan. Dumm nur, dass es in NRW kaum Bars und Kneipen gibt, in denen nicht geraucht wird (Bars und Kneipen, wohlgemerkt, nicht Restaurants). Und Du willst mich doch bitte schön nicht ins familienfreundliche Restaurant mit Kinder- und Seniorenteller schicken, in dem dann tatsächlich nicht geraucht werden darf. Wenn man nicht passiv rauchen will, bleibt wirklich oft nur, zu Hause zu bleiben.
Raucher werden im übrigen keineswegs aus dem öffentlichen Raum vertrieben, wenn das Rauchverbot kommt. Genau wie jeder andere können sie jederzeit alle Angebote der Gastronomie nutzen, sie dürfen dort nur nicht mehr rauchen. Vielleicht versuchst Du es doch bitte einmal. 😉

rtq
rtq
11 Jahre zuvor

@21 Eva
„Ansonsten wäre das eine Wettbewerbsverzerrung.“ Wenn der Staat gegen jegliche Wettbewerbsverzerrung mit Gesetzen vorgehen möchte, hat er aber viel zu tun. Beispielsweise Tankstellen. Bisher gab es einen Wettbewerb zwischen Raucher- und Nichtrauchergaststätten, der Gast konnte entscheiden. Jetzt wird der Wettbewerb behördlicherseits abgeschafft.
Schade, daß Sie nichts zu dem Rest sagen, den ich geschrieben habe.

„Dumm nur, dass es in NRW kaum Bars und Kneipen gibt, in denen nicht geraucht wird (Bars und Kneipen, wohlgemerkt, nicht Restaurants).“
Das ist schlichtweg gelogen.

Otto Normalverbraucher
Otto Normalverbraucher
11 Jahre zuvor

Toller Artikel und auf den Punkt getroffen.
Ich bin gelegentlich Zigarrenraucher, und werde mit Sicherheit auch unter der Verschärfung des Rauchverbotes zu leiden haben.
Kippen finde ich eigentlich blöde, überlege mir aber momentan mit den Dingern anzufangen, um mich mit den Rauchern sichtbar solidarisch zu erklären.
Auf der Arbeit, stehe ich eh oft in der Raucherecke, weil da immer was los ist, und man immer Neuigkeiten zur Arbeit erfährt!
Warum also nicht aktiv „mitrauchen“. Man muss ja nicht inhalieren.

Im übrigen gehe ich davon aus, dass nach dem abgehakten Rauchverbot, die Einschränkung von Fleischwaren kommen wird.
Dieses Thema lässt sich bestens mit TIERSCHUTZ und KLIMASCHUTZ transportieren.
Und wer ist schon gegen Tier-, und/oder Klimaschutz!

Das ist der selbe bewährte Mechanismus wie beim Rauchverbot. Da werden die schützenwerten Nichtraucher, die Wettbewerbsgleichheit und wie bei fast allem (aktuell Tempo 30 Innerorts) DIE KINDER vorgeschoben!
Und für Kinder machen wir doch wirklich wirklich alles!!!

Schön zu sehen, das einfachste Manipulationen, die schon im Dritten Reich funktioniert haben, heute noch genauso funktionieren!

Peter Kneter
Peter Kneter
11 Jahre zuvor

Ich bin recht Stolz neulich zwei Raucher aus dem öffentlichen (Nichtraucher) Raum erfolgreich vertrieben zu haben! Leider fallen mir Raucher hauptsächlich negativ auf. Äußert sich konkret in auf dem Boden liegenden Kippen, aus Autofenstern fliegenden Zigarettenschachteln und teilen davon oder eben nicht in den vorgesehenen Raucherräumen, sondern in den Nichtraucher räumen (ohne Aschenbecher) zu Rauchen! Mal ganz abgesehen von den schon auf den letzten metern im innern des Einkaufszentrums angezündeten Zigaretten weil die Sucht, entschuldigung, „Angewohnheit“ so sehr drückt! Würde da ein ganzes end weniger Überheblichkeit von den Rauchern ausgehen könnte man da vielleicht über einiges hinwegsehen, aber so provozieren sie Abneigung gegen alle Raucher! Auch gegen diejenigen die rücksichtsvoller sind.

Dieter
Dieter
11 Jahre zuvor

Heute morgen auf WDR2 hat es ein Kommentator recht klar benannt. Es soll sich doch niemand über irgendwelche minimalen Rückstände von Schadstoffen in Lebensmitteln aufregen, solange es erlaubt ist, andere Leute mit Zigarettenrauch vollzuqualmen. Und vor einigen Jahren meinte ein Wissenschaftler, daß jeder Arbeitsplatz in der Industrie, der eine mit Zigarettenrauch vergleichbare Schadstoffbelastung hätte, sofort geschlossen werden würde.

Ich halte die Belege für die Schädlichkeit des Passivrauchens für vollkommen ausreichend belegt. Wenn hier Ängste geschürt werden, was für weitere Maßnahmen von der Regierung oder sonst wem geplant werden könnten, der sollte sich auch damit auseinandersetzen, wie heftig sich die Zigarettenindustrie jahrzehntelang mit allen Mitteln gegen Erkenntnisse der Schädlichkeit des Rauchens gewehrt hat.

Es wäre interessant, noch einmal nachzulesen, was in den 80er Jahren bei der Abschaffung des verbleiten Benzins alles in Aussicht gestellt wurde. Ich könnte mir vorstellen, daß dort auch große Probleme in Aussicht gestellt wurden. Bei der Durchsetzung der Energiesparlampen hat die Obrigkeit sich aber auch keinen Gefallen getan, was die Akzeptanz von Gefahrstoffen angeht. Das muß auch gesagt werden.

Was fehlt, ist eine eindeutige Positionierung der Landesregierung, daß man bereit ist, die Umsatz- und Arbeitsplatzverluste in der Gastronomie hinzunehmen. Denn die sind wohl klar zu spüren, sagt mein Schwager, der seit dem Rauchverbot in seiner Kneipe einen benennbaren Umsatzrückgang hat. So viel Ehrlichkeit sollte sein.

Gogan
Gogan
11 Jahre zuvor

Es geht darum, dass konsequent und kompromisslos einer „Minderheit“ ihre selbstgewählte Lebensgestaltung madig gemacht wird. Es war auch vor den Zeiten des Rauchverbots nie verboten Nichtrauchergaststätten zu betreiben und es ist nicht geschehen. Da darf man schon mal fragen, warum ? Wir Raucher möchten garnicht von Nichtrauchern „belästigt“ werden – wir sind uns selbst genug. Wir fordern lediglich unsere eigenen Freiräume, keine staatliche Bevormundung und die Entscheidungsfreiheit der Gastronomen über ihr gastronomisches Konzept bzw. ihr Eigentum. Wir wollen und brauchen Euch Nichtraucher nicht, aber offensichtlich könnt Ihr nicht ohne uns Raucher leben und wollt uns Eure Ansichten staatlich verordnen lassen.
Was momentan geschieht ist sowohl eine staatliche Bevormundung aller beteiligten Gruppen, die der Nichtraucher, welche nicht fähig sind ihre Wünsche und Bedürfnisse gegen den „freien Markt“ durchzusetzen bzw. zu verwirklichen und deshalb nach Regelungen von „Mami“-Staat rufen, und die der Raucher, welchen ihr Lebensentwurf vorgehalten wird und die staatlich verordnet zu einem „gesunden“ Leben umerzogen werden sollen/müssen. Das ist kein demokratisches Denken, wenn 30 % der Bevölkerung sich der „Mehrheit“ beugen soll. Demokratie bedeutet Wahlfreiheit für Gäste und Wirte nach den Regel des Freien Marktes und nicht nach einer Minderheit von angeblich politisch korrekten und sich selbst moralisch überhöhenden Volkserziehern. Demokratie bedeutet Kompromisse zu finden und allen Beteiligten die größtmögliche Freiheit zu garantieren. Die augenblicklich praktizierte Verteufelung des Rauchens und der Raucher hat mit Nichtraucherschutz absolut garnichts mehr zu tun.

Puck
Puck
11 Jahre zuvor

@Eva

Hier soll nicht das Rauchen verboten werden in Räumen, die sich „Raucher mit Nichtrauchern teilen“. Kein Nichtraucher wird gezwungen, einen Raucherclub zu betreten oder in eine Eckkneipe zu gehen, rsp. in den Raucherraum einer Kneipe /Restaurant.

Außerdem geht es schon heute nicht mehr nur um „Räume“, die sich Raucher mit Nichtrauern teilen. Ansonsten ist nicht verständlich, warum sich Raucher auf dem zugigen Bahnsteig ans hinterste Ende begeben müssen – in den gelb umrandeten Bereich! – um den Schutz von Nichtrauchern kann es da nicht gehen…
Es ist genau so unverständlich, warum man nicht mehr im Außenbereich einer Kneipe/REstaurant rauchen dürfen soll.
Es sei denn, man interpretiert „Raum“ als „Lebensraum“ im weitesten Sinne, was Sie sicher nicht im Sinn hatten.
Ihnen geht es ja nur um den Schutz der eigenen Person vor Tod und Verderbnis.

Daß Sie sich allerdings von RAuchern dermaßen umzingelt fühlen, daß Sie nur noch zu Hause bleiben können, ist, mit Verlaub, ein wenig larmoyant und zeigt genau die Realitätsverschiebung, die der Artikel meint.

Die Mutmaßungen zukünftiger Maßnahmen sind völlig aus der Luft gegriffen?
Es wird allen Ernstes diskutiert, ob das Rauchen im eigenen Wagen verboten werden soll, weil das angeblich vom Fahren ablenkt. Wenn alles gut geht werden bald tapfere Nichtraucher sofort – und vor allem völlig unabgelenkt! – zum Handy greifen und die Polizei rufen, wenn sie auf der Autobahn durchs Seitenfenster einen dieser verantwortungslos rauchenden Verkehrsrowdies sehen…
Im Immobilienteil der Zeitung tauchen Anzeigen auf, in denen Mietwohnungen ausschließlich für Nichtraucher angeboten werden!
Es wird vom Arbeitgeberverband auf den Cent genau ausgerechnet, welchen Schaden die Wirtschaft nimmt, wenn Raucher vor die Tür gehen, um sich eine anzustecken. Und alle Nichtraucher jubeln: Genau! Da müssen dann 5 Minuten lang die Nichtraucher – die natürlich nie Pause machen – die Arbeit der Raucher mit erledigen, und auch die GEwerkschaft tutet ins gleiche Horn, anstatt mal fix auszurechnen, welcher gesellschaftliche Schaden z. B. durch Mobbing entsteht.
Die Beobachtung, daß sich vor allem jene Nichtraucher über Raucher aufregen, die auch sonst gerne auf die Uhr schauen, also keinesfalls früher kommen oder länger bleiben, oder etwa die Mittagspause um eine Minute verschieben, nur weil gerade der Baum brennt, ist natürlich rein subjektiv.
Aber Obacht, liebe nickende Nichtraucher: Da die Milchmädchenrechnung vom Arbeitgeberverband kommt, ist die Vermutung, daß es sich tatsächlich nur um einen Testballon handelt, zumindest objektiv begründet. Da könnte schon bald ausgerechnet werden, welcher Schaden der Wirtschaft durch – sagen wir mal – Kaffeekochen entsteht…
Das dürfte dann die Freude übers „Rechthaben“ ziemlich eintrüben.

Denn darum geht’s, wie mir scheint, in der ganzen Disskussion vor allem: Ums Rechthaben.
Nicht um Rechtssicherheit, wie ganz nebenbei auch behauptet wird, weil sich das immer gut anhört.
Über Rechtssicherheit können sich nämlich jetzt all die Gastronomen den Kopf zerbrechen, die teils unter erheblichem baulichen Aufwand abgetrennte Raucherbereiche geschaffen haben, um dem Gesetz von neulich zu genügen.

Bleibt noch die Frage der auch von Ihnen so leidenschaftlich angemahnten Wettbewerbsgleichheit.
Man kann es mal mit Logik versuchen. Die Nie-und-nirgendwo-Rauchen-erlauben-Verfechter behaupten einerseits, daß die Mehrheit nach rauchfreien Kneipen verlangt, reklamieren aber andererseits, daß Raucher-Kneipen einen Vorteil hätten. Fällt Ihnen auf, daß sich das widerspricht?
Mal abgesehen davon, daß es jetzt sowieso nur noch um Raucherclubs und „Eckkneipen“ geht.

ABer zu den Nie-und-nirgendwo-Rauchen-Verfechtern gehören Sie ja nicht. Nein, Sie sind echt tolerant. Sie erlauben den RAuchern auch zukünftig das Rauchen, wenns nicht gerade im Raucherclub, in der Eckkneipe, im abgetrennten Raucherbereich, auf dem Bahnsteig, an den Tischen draußen statt findet…oder wo Sie sich sonst noch rechtschaffen darüber echauffieren könnten…

themroc
themroc
11 Jahre zuvor

@21: In Münster sind der größte Teil der Kneipen rauchfrei oder verfügen über getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche. Niemand, der Rauch nicht ertragen kann, ist gezwungen in die letzten paar Einraumkneipen zu gehen, in denen noch geraucht werden darf. Es gibt genug Alternativen. Mir kommt das vor wie ein Klassikfan, der ein Hardrock-Konzert besucht, nur um über die Musik herzuziehen.
Das Argument der Wettbewerbsverzerrung kann ich auch nicht nachvollziehen. Benachteiligt sind doch eher die Raucherkneipen, in denen keine Speisen angeboten werden dürfen. Und wenn rauchfreie Kneipen doch so erstrebenswert sind, dann müssten sie doch zuhauf von gesundheitsbewussten Menschen frequentiert werden. Oder finden diese Ihre eigene Gesellschaft eventuell zu langweilig ?

themroc
themroc
11 Jahre zuvor

@21: In Münster ist der größte Teil der Kneipen entweder komplett rauchfrei oder verfügt über getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche. Niemand, der Rauch nicht ertragen kann, braucht eine der letzten Einraumkneipen aufzusuchen, in denen geraucht wird. Es gibt genug Alternativen. Mir kommt das vor, wie ein Klassikfan der ein Hardrock Konzert besucht, um sich dort über die Musik zu beschweren.
Ich verstehe auch das Argument der Wettbewerbsverzerrung nicht. Benachteiligt sind doch eher die Raucherkneipen, die keine Speisen anbieten dürfen. Und wenn rauchfreie Kneipen so erstrebenswert sind, sollten diese doch zuhauf von gesundheitsbewussten Menschen frequentiert werden. Oder finden diese eventuell ihre eigene Gesellschaft langweilig ?

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

Der Ansatz, die Gesundheitsindustrie lache sich kaputt über die Umsätze an “Nikotinersatzprodukten”, hört sich erst einmal plausibel an, wird aber von Pharmaindustrie offenbar ganz anders gesehen:
Einem Marktbericht für den Bereich der Raucherentwöhnungsprodukte zufolge sind z.B. 2008 die Gesamtverkäufe verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Raucherentwöhnungsprodukte weltweit auf über drei Milliarden US Dollar angewachsen.
„Clive Addison, Vizepräsident für Raucherentwöhnungsprodukte, sagte in einem Interview, man beabsichtige, die Produkte seines Hauses innerhalb der nächsten Jahre für 85 Prozent der Raucher (derzeit: 20%) weltweit erhältlich zu machen. Wie er sagte, umfaßt der globale Markt für für die Sparte „Raucherentwöhnungs-Kaugummis und – Pflaster“ derzeit rund zwei Milliarden US Dollar. Weiter sagte er, daß Glaxo davon derzeit rund ein Drittel umsetzte, wobei man beabsichtige, diesen Anteil innerhalb der nächsten Jahre auf 42 Prozent zu steigern.“
Pfizer hat alleine im Jahre 2007 mit Champix oder Chantix, wie es in anglikanischen Ländern genannt wird, einen Erlös von 883 Millionen Dollar gemacht – und dies, obwohl das Medikament keinen größeren Erfolg als andere Rauchentwöhnungmittel aufweist.
Man ist also an diesem Geschäft stark interessiert.

Davon abgesehen möge man mir doch einemal erklären, warum Pharmafirmen wie Johnson & Johnson beträchtliche Spenden an Universitäten, Wissenschaftler und die nationalen Gesundheitsorgane geben? Wahrscheinlich aus reiner Menschlichkeit, oder? Und es ist jetzt sicher zu böse von mir gedacht, wenn man die vielen Studien zu Passivrauch und andere Studien zu den Auswirkungen des Rauchens auf andere mit diesen Spenden in Zusammenhang bringt, oder?
Hier noch mal der Link: https://www.data-yard.net/infocoalition/detail_index2a.htm

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

Werte Eva
Nicht nur bist Du mir leider die Antwort schuldig geblieben, wie Nichtraucher durch Raucherkneipen belästigt werden könnten, sondern Du offenbarst hier – und dafür vielen Dank – mustergültig den totalitären Rechtsanspruch, um den es den Volkserziehern hier geht. Da wir beide in derselben Stadt wohnen solltest, mußt und vor allem: WIRST Du wissen, daß es hier haufenweise Bars und Kneipen gibt, die rauchfrei sind. Mehr noch: die meisten. Dein Problem ist nur: die gefallen Dir nicht. Aber brave Kinder sollten ihre persönlichen Vorlieben nicht in Gesetze gießen wollen.
Und Dein Kommentar zu #17 ist ähnlich dünn: wettbewerbsverzerrend! Quatsch! Dann müssen wir bitte auch das Tanzen in Kneipen verbieten, denn sonst werden ja alle Kneipen benachteiligt, die nicht die Möglichkeit haben, eine Tanzfläche anzubieten.
Und nochmal: wodurch werden Nichtraucher gestört, wenn es Raucherkneipen gibt?

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

Werter Schinken
Sie sind kein „sauertöpfischer militanter Ex Raucher“ und Ihnen geht „der Regulierungs- und Bevormundungswahn der Politik auf den Senkel“? Gut, daß Sie das dazugeschrieben haben, sonst wäre mir das nämlich nicht aufgefallen. Aber auch Sie dürfen mir mal bitte erklären, wie der Raucher in der Raucherkneipen seine Mitmenschen in den Nichtraucherkneipen gefährdet. Ach ja: ich bin natürlich nicht für Alkohol am Steuer, würde aber deswegen nicht gruundsätzlich den öffentlichen Ausschank desselben verbieten wollen. Und das, obwohl MEIN Vater durch Alkohol zu Tode gekommen ist. Und dabei war unser Verhältnis offenbar besser, denn ich würde nicht auf die Idee kommen, vor aller Welt meinen „alkoholabhängigen Vater“ zu beklagen.

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

Werter Schinken
Nachtrag: in „grundsätzlich“ war ein „U“ zuviel. Wäre nicht weiter schlimm, aber es ist leider das „U“, welches ich in „raUchen“ brauche, also wären Sie bitte so freundlich, mir das überzählige „U“ einzupacken und zuzuschicken? Vielen Dank.

Alfred Nonymous
Alfred Nonymous
11 Jahre zuvor

Hallo,
nur mal nebenbei: Ich bin fett und würde Essverbote / Fat Tax sehr begrüßen. Ich sehe ein, dass meine Essucht ein Problem ist. Es fehlt aber der soziale Druck, mich endgültig von dieser Sucht zu befreien.
Vielleicht kann der Eine oder Andere Raucher ja auch etwas positives daran erkennen, wenn sein schleichender Suizid ihm durch ständige Gängelung aberzogen wird.

Süchte unterliegen eben nicht der Ratio und sind – entgegen der lapidaren Behauptung im Artikel – nicht selbst gewählt. Darum sehe ich keinen sanfteren Weg, als die Ausführung des Suchtverhaltens mit maximalen Schikanen zu belegen.

Bitte schikaniert mich beim Essen. Ich möchte das!

Stefan Laurin
Admin
11 Jahre zuvor

@Alfred: Jede Domina wird Dir gerne ein entsprechendes Angebot machen.

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@Alfred:
Ich finde das ist eine erfrischende Antwort. Du kannst deine Essucht nicht in den Griff kriegen (worüber ich mich nicht lustig machen will!) und forderst deshalb Zwangsmaßnahmen auch für alle anderen, die mit ihrem Übergewicht überhaupt kein Problem haben. So ähnlich werden auch die Forderungen nach Alkoholverboten von den Prohibitionisten begründet: weil ein Minderheit Probleme beim Konsumieren von Alkohol hat, soll die Mehrheit der Menschen, die mit Alkohol vernünftig umgehen können, eingeschränkt werden. Verbote für alle Menschen als Lebenshilfe für wenige….

68er
68er
11 Jahre zuvor

@ Nansy

Sie schreiben, 2008 seien weltweit Tabakentwöhnprodukte im Wert von ca. 3 Milliarden US-Dollar verkauft worden. Das sind „Peanuts“, denn die Tabakindustrie hat im Jahr 2005 in den USA schätzungsweise 13 Milliarden US-Dollar für Werbung ausgegeben:

https://www.forum-rauchfrei.de/files/Marketingstrategien_der_Tabakkonzerne_2.3.10.pdf

Das Pathos, mit dem sich hier die Raucher als „verfolgte Minderheit“ in Szene setzen, wird langsam peinlich.

Wenn man es mal mit dem Humor betrachtet, den Stefan Laurin unter #35 angeschlagen hat, könnte man sagen, die Gesellschaft bringt mit dem radikalen Rauchverbot ein großes Opfer, da sie auf lange Sicht wohl auf erhebliche Einnahmen aus der Tabaksteuer verzichten und wenn es gut (oder je nach Standpunkt schlecht) läuft, unzähligen entwöhnten Rauchern viele Jahre länger Rente zahlen muss.

Wie viel Milliarden das kosten wird, will ich mir gar nicht ausrechnen. 😉

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

@24
Werter Peter Kneter
Der von Ihnen verfasste Beitrag ist ja nun deutlich moderat gehalten, dennoch kann man hier Ansätze erkennen, die mir bei vielen Kommentaren in zahlreichen Foren weitaus bedenklicher auffallen, nämlich die von Ihnen formulierte generelle „Abneigung gegen alle Raucher! Auch gegen diejenigen die rücksichtsvoller sind.“
Ganz ausdrücklich nicht bei Ihnen, aber bei den meisten anderen Verfechtern des Nichtraucherschutzes scheint es mir eben, jetzt quasi aus Gehässigkeit den Rauchern eine reinwürgen zu wollen. Denn alle von Ihnen beklagten Mißstände bleiben ja von dem in Rede stehenden Gesetzesvorhaben unberührt. Na klar gibt es unter Rauchern rücksichtslose Arschlöcher, aber die werden erstens durch ein generelles Rauchverbot nicht zu besseren Menschen und zweitens möchte ich bitte nicht für deren Verhalten in Sippenhaft genommen werden. Ich habe ja auch nicht grundsätzlich was gegen Autofahrer, nur weil einige von denen wie die besengten Säue durch Spielstraßen rasen oder besoffen Menschen totfahren.

@25 Dieter
Ihre lustige Formulierung „Ich halte die Belege … für vollkommen ausreichend belegt.“ belegt ihrerseits etwas ganz anderes, nämlich die übergroße Bereitschaft, vorgelegte Behauptungen kritiklos anzunehmen und für einen Beweis ihrer selbst zu halten. Andernfalls hätten Sie uns ja sicherlich den Quell ihrer Erkenntnis aufgetan, oder nicht?
Nebenhin bemerkt: werfen Sie doch bitte mal einen wachen Blick in das große, dicke Buch der Berufskrankheiten und lesen mal nach, welchen Schädigungen und Gefährdungen sich Angestellte anerkanntermaßen so aussetzen müssen. Interessanterweise, so umfassend die Liste der Berufskrankheiten auch ist: der durch Passivrauch geschädigte Kellner findet sich hier nicht.
Und was die vermeintliche Erlaubnis „andere Leute mit Zigarettenrauch vollzuqualmen“ angeht, so sind auch Sie herzlich eingeladen, mir zu erklären, inwiefern die bloße Existenz von Raucherkneipe den auf seine Gesundheit und Unversehrtheit bedachten Nichtraucher zwingt, sich vollqualmen zu lassen?

68er
68er
11 Jahre zuvor

Nansy #36 hat recht!

Mein Sohn trinkt freiwillig kein Alkohol, daher schafft das lächerliche Verkaufsverbot für Alkohol an Jugendliche endlich ab!

Christoph Daum und Konstantin Wecker waren mit Kokain viel besser als ohne und da die meisten meiner Mitbürger Kokain niemals freiwillig konsumieren würden, fordere ich: Weg mit den Verboten!

Das gleiche sollte auch für Heroin gelten, das neben der berauschenden Wirkung auch starke Schmerzen lindern kann.

Bayer kann endlich wieder seine Marke nutzen

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und wird nach der verlorenen WM Hauptsponsor der dann von Christoph Daum trainierten Fussballnationalmannschaft.

Das wäre dann auch das Ende des lächerlichen Anti-Doping-Zirkus.

Es lebe die Freiheit!

Stefan Laurin
Admin
11 Jahre zuvor
Reply to  68er

@68er: Freiheit ist ja auch bei anderen Diskussionen nicht ihr Thema.

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

@37 68er
Wenn eine Minderheit in Ausübung genau dessen, was Sie als Gruppe definiert, eingeschränkt werden soll, dann, finde ich, darf sie sich sehr wohl verfolgt oder doch mindestens gegängelt fühlen. Es tut mir natürlich leid, daß wir Ihnen keine willkürlichen Verhaftungen und Nichtraucher-Todesschwadronen bieten können, aber Unterdrückung fängt eben nicht erst bei Folterkellern an.

Otto Normalverbraucher
Otto Normalverbraucher
11 Jahre zuvor

@25 Dieter:
Welche wissenschaftlich haltbaren Belege gibt es denn?
Doch wohl nicht die interessanterweise Jahr für Jahr genannten „über 3000 Tote durch Passivrauch“ die seit 2006, obwohl mittlerweile in vielen Bereichen ein Rauchverbot erlassen wurde, nicht weniger werden.
Die Zahl wurde Gestern sogar in einem Kommentar auf WDR5 von Stefan Lauscher gebracht.
Fand ich sehr befremdlich, da ich bisher davon ausgegangen bin, das man auch in Kommentaren nicht lügen sollte!

In der Zeit gibt es einen tollen Artikel dazu.
https://www.zeit.de/online/2005/51/passivrauchen/komplettansicht

Ich habe mich schon damals gewundert, wie das denn festgestellt wurde.
Wie stellt man genau fest das jemand im alter von x Jahren am Passivrauch gestorben ist?
Da kannte ich den Artikel aus der Zeit nicht. Das willfährige Nachplappern von Zahlen die mir Politiker nennen und Bauchschmerzen verursachen, war noch nie mein Fall.
Ich versuche dann dem ganzen mit meinen bescheidenen Mitteln auf den Grund zu gehen.
Dabei erlebe ich oft Überraschungen. Nicht nur was die Rauchverbotsdiskussion angeht.
Entweder recherchieren diverse Politiker schlampig, oder es werden vorsätzlich und wider besseren Wissens falsche Zahlen lanciert.
Beides will ich nicht haben!

Peter Podewitz
Peter Podewitz
11 Jahre zuvor

@68er
Vielen Dank für die Offenheit unter #39: „Mein Sohn trinkt freiwillig kein Alkohol, daher schafft das lächerliche Verkaufsverbot für Alkohol an Jugendliche endlich ab!“ Das Verkaufsverbot von Alkohol an Jugendliche begründet sich ja in deren Unmündigkeit. Schön, daß Sie zugeben, auch ihren erwachsenen Mitbürgern die Mündigkeit abzusprechen.

Alfred Nonymous
Alfred Nonymous
11 Jahre zuvor

Nansy,

es ist nicht meine Intention, für andere zu fordern, was ich selber möchte. Und wenn es um Missionierungen geht, bin ich sehr empfindlich. Leuten gehört nicht ein Willen aufgezwungen – eine Religion oder eine Lebensweise bspw.

Es gibt aber solche althergebrachte Zustände und Gepflogenheiten, die einfach objektiv und nachweislich schädlich für das Individuum und das Kollektiv. Die Implikationen „Rauchen -> erhöhtes Lungenkrebsrisiko“ oder „Fettleibigkeit -> vaskuläre Rohrverstopfung“ sind ja nun wirklich vorhanden.

Ein Gebot der Vernunft wäre doch jetzt, den Blödsinn mal sein zu lassen. Nur leider sind die Verhaltensweisen tief in der Gesellschaft drinnen. Darum bin ich hier der Ansicht, dass ein Zweng hin zu Vernunft ausnahmsweise gerechtfertigt ist.

Dass die Mittel – Salamitaktik unter vorspiegelung falscher Zeile (bspw. Nichtraucherschutz) – unlauter sind, sehe und beklage ich auch. Bleibt halt die Frage, ob von Beginn an die Ansagen
„Fluppe aus. Für Alle und für immer.“ oder auch
„Individualkraftverkehr ist leider aus.“ oder
„Vermehren oder Fleisch fressen, sucht euch EINS aus.“
sein sollten. Richtig im Sinne der Vernunft sind sie ja, aber sie verderben einem so das Feierabendbier mit Currywurst im Raucherzimmer an der Tanke. 😉

Nansy
Nansy
11 Jahre zuvor

@68er:

Was haben die von Werbeausgaben der Tabakindustrie mit den Verkaufserwartungen der Pharmalobby zu Rauchentwöhnungsprodukten weltweit zu tun?
Sie können mir offenbar immer noch nicht erklären, warum die Pharmalobby beträchtliche Spenden an Universitäten, Wissenschaftler und die nationalen Gesundheitsorganisationen zahlt? Warum sie sich die Mühe machen soll, eine von ihr bezahlte Mitarbeiterin im Anti-Raucherprogramm der WHO unterzubringen, wenn sie sich davon keinen wirtschaftlichen Nutzen verspricht? Ihr Einwand ist nicht schlüssig!

ironisches Zitat: „…schafft das lächerliche Verkaufsverbot für Alkohol an Jugendliche endlich ab“
Knapp vorbei ist auch daneben! Der Einstieg in Verbote und Zwangsbeglückungen findet fast immer über Kinder und Jugendliche statt. Auch wenn man Probleme bei einer Minderheit von Jugendlichen mit Alkohol gar nicht abstreiten kann und will, Organisationen wie die WHO sehen das nur als glaubwürdigen Einstieg in die Reglementierung des Lebens aller Menschen an. Denn wer wollte schon etwas gegen Gesundheits“fürsorge” für Kinder und Jugendliche sagen?
In den Basispapieren der WHO zur Alkohol-Politik taucht neu der Begriff des Passiv-Trinkens auf. Sally Casswell von der Massey University in Auckland, New Zealand, die bei der Ausarbeitung des WHO Papiers zur Alkoholprävention geholfen hat, hat sich folgendermaßen dazu geäußert: die Konzentration auf das Passiv-Trinken sei der Schlüssel für die Akzeptanz der Öffentlichkeit bezüglich eines strengen Alkoholgesetzes. Und in den WHO Papieren sind schon die Forderungen nach Preiserhöhungen, Werbebeschränkungen und Warnhinweisen auf Flaschen zu lesen. Vom Verkaufsverbot über Internet bis hin zur Abgabe von Alkohol nur über staatliche Stellen ist alles dabei.
Wer genau hinhört, weiß also wohin die Reise gehen soll.

rtq
rtq
11 Jahre zuvor

@25 Dieter
„Es soll sich doch niemand über irgendwelche minimalen Rückstände von Schadstoffen in Lebensmitteln aufregen, solange es erlaubt ist, andere Leute mit Zigarettenrauch vollzuqualmen.“
Joh, interessante Argumentation. Dann soll sich doch bitte auch niemand über ein bißchen Zigarettenrauch echauffieren, solange Industrie, Autoverkehr und Schiffahrt die Menschen ungestraft vergiften dürfen.

Und was die Abschaffung verbleiten Benzins anging, nein, da hat sich niemand aufgeregt. Betroffen waren nur Motoren mit ungehärteten Ventilsitzringen oder einem Graugusskopf, die damals schon selten waren. Da hat man ein Bleiadditiv – kann man bis heute kaufen – in den Tank gekippt und gut war’s. Etwas später konnte man dann auch SuperPlus tanken, da ist ein Bleiersatzstoff drin.

Schinken
Schinken
11 Jahre zuvor

Werte Raucher,werter Peter!

Der Argumente wurden allem Abschein nach genug gewechselt, die Fronten sind doch sehr verhärtet und ein weitere Austausch scheint wenig bis überhaupt keinen Sinn zu machen. An eines sei aber doch noch mal erinnert: Bevor es überhaupt zum Nichtraucherschutz via Verbot kommen konnte – war da nicht diese Initiative mit der Freiwilligkeit? War da nicht die Hoffnung darauf, das Raucher zur Rücksichtnahme fähig seien? Das alles waren aber nur Träumereien von Idealisten, die an Werte wie Empathie , Toleranz und Verantwortungsgefühl glaubten. In der Realität konnte selbst die Anwesenheit von unter Asthma leidenden Kleinkindern die Raucher nicht dazu bewegen, ihr Verhalten irgendwie in Frage zu stellen. Die tiefe Überzeugung nichts schlechtes zu tuen, selbst wenn das eigene Verhalten in manchen verstörenden Situationen nur mit Worten wie „rücksichtslos“ oder „asozial“ zu umschreiben ist, hat zu der Situation geführt, in der wir uns jetzt befinden. Liebe Raucher, lieber Peter!! Ihr hattet es in der Hand und habt versagt. Ihr habt es selbst verbockt. Das Rauchverbot geht auf Eure Kappe.

Stefan Laurin
Admin
11 Jahre zuvor
Reply to  Schinken

@Schinken: 82 Prozent aller Kneipen in NRW sind bereits heute Nichtraucherlokale. Es geht um Volkserziehung und um nichts anderes.

Schinken
Schinken
11 Jahre zuvor

Lieber Stefan,
danke für die Information- wo doch gerade das Spiel noch läuft. Im Gegensatz zur Live Übertragung erreichen mich solche Infos in meiner neuen Heimat nicht.

rtq
rtq
11 Jahre zuvor

@47 Schinken
„In der Realität konnte selbst die Anwesenheit von unter Asthma leidenden Kleinkindern die Raucher nicht dazu bewegen, ihr Verhalten irgendwie in Frage zu stellen.“
Oooch, Schinken, das wundert mich jetzt gar nicht mehr. Jetzt kommen Sie mit: Denkt denn keiner an die Kinder? Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter und bringen a s t h m a k r a n k e Kinder. Ist Ihnen das nicht selbst peinlich? Wie, bitteschön, war denn die Situation, als angeblich pöse, asoziale und verantwortungslose Raucher asthmakranke Kinder zugequarzt haben? Wo waren die Eltern, warum haben diese ihre Kinder in eine solche Situation gebracht, statt sie zu schützen? Ich vermute mal eine solche Situation gab es gar nicht, zumindest haben Sie sie nie erlebt. Aber es ist doch immer wieder schön, als Totschlagargument, Kinder vor sich herzuschieben.

Wenn Sie wüßten, wie mich das anwidert. Asozial und perfide ist es, sich an Kindern als Argumentationskrücke zu bedienen.

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