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Rudolf Steiners Rassenlehre

steiner_rassenWie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht. Von unserem Gastautor Ansgar Martins.

Bild: Tafelzeichnung Rudolf Steiners 1923

„Ja, ich kann meinen Namen tanzen.“ Alles klar? Ich bin Waldorfschüler und habe inzwischen eine gewisse Routine entwickelt, die vielen bunten Fragen zur Waldorf-Folklore zu beantworten. „Töpfern, Schmieden, Stricken“ alles kein Problem. Ein anderer Typ Fragen bringt mich dagegen jedes Mal ernsthaft ins Schwitzen – und zwar Fragen wie: „Ja, schon interessant das alles, aber war da nicht was mit R A S S I S M U S an Waldorfschulen?“

Denn die Antwort enthält eine wirklich unschöne Geschichte:

Die erste Waldorfschule wurde 1919 von Rudolf Steiner (1861-1925) gegründet. Steiner hat in vielen Schriften und über 7000 mitstenographierten Vorträgen ein esoterisches Weltkonzept namens Anthroposophie („Weisheit vom Menschen“) entwickelt – die Steiner Gesamtausgabe („GA“) hat schlappe 354 Bände. Und vieles, was Steiner da so von sich gab, verschlägt einem heute schlicht die Sprache:

„Da werden wir begreifen, daß die indianische Bevölkerung Amerikas, die uns so rätselhaft erscheint mit ihren sozialen Gliederungen und ihren eigentümlichen Instinkten, ganz anders sein muß. Wieder anders ist die afrikanische, die äthiopische, die Negerrasse. Da sind Instinkte, welche sich an das niedere Menschliche anknüpfen. Und bei den Malayen finden wir ein gewisses traumhaftes Element. (...) die mongolische Rasse [wird] es immer ablehnen, eine pantheistische Anschauung anzunehmen. Ihre Religion ist ein Dämonenglaube, ein Totenkult. Die Bevölkerung, die man die kaukasische Rasse [d.h. „die Weisse Rasse“ – A.M.] nennt, stellt die eigentliche Kulturrasse dar, welche (...) nicht mehr die magischen Kräfte handhaben kann, sondern sich auf das Mechanische verlassen muß.“ [GA 54, 9.11.1905]

„äh ...?“

Solche und andere rassistische Phantasien glaubte Steiner durch die Lehre abzumildern, dass der Mensch als „Geistiges Wesen“ via Reinkarnation einmal alle Rassen live erleben müsse:

steiner_rassenWie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht. Von unserem Gastautor Ansgar Martins.

Bild: Tafelzeichnung Rudolf Steiners 1923

„Ja, ich kann meinen Namen tanzen.“ Alles klar? Ich bin Waldorfschüler und habe inzwischen eine gewisse Routine entwickelt, die vielen bunten Fragen zur Waldorf-Folklore zu beantworten. „Töpfern, Schmieden, Stricken“ alles kein Problem. Ein anderer Typ Fragen bringt mich dagegen jedes Mal ernsthaft ins Schwitzen – und zwar Fragen wie: „Ja, schon interessant das alles, aber war da nicht was mit R A S S I S M U S an Waldorfschulen?“

Denn die Antwort enthält eine wirklich unschöne Geschichte:

Die erste Waldorfschule wurde 1919 von Rudolf Steiner (1861-1925) gegründet. Steiner hat in vielen Schriften und über 7000 mitstenographierten Vorträgen ein esoterisches Weltkonzept namens Anthroposophie („Weisheit vom Menschen“) entwickelt – die Steiner Gesamtausgabe („GA“) hat schlappe 354 Bände. Und vieles, was Steiner da so von sich gab, verschlägt einem heute schlicht die Sprache:

„Da werden wir begreifen, daß die indianische Bevölkerung Amerikas, die uns so rätselhaft erscheint mit ihren sozialen Gliederungen und ihren eigentümlichen Instinkten, ganz anders sein muß. Wieder anders ist die afrikanische, die äthiopische, die Negerrasse. Da sind Instinkte, welche sich an das niedere Menschliche anknüpfen. Und bei den Malayen finden wir ein gewisses traumhaftes Element. (…) die mongolische Rasse [wird] es immer ablehnen, eine pantheistische Anschauung anzunehmen. Ihre Religion ist ein Dämonenglaube, ein Totenkult. Die Bevölkerung, die man die kaukasische Rasse [d.h. „die Weisse Rasse“ – A.M.] nennt, stellt die eigentliche Kulturrasse dar, welche (…) nicht mehr die magischen Kräfte handhaben kann, sondern sich auf das Mechanische verlassen muß.“ [GA 54, 9.11.1905]

„äh …?“

Solche und andere rassistische Phantasien glaubte Steiner durch die Lehre abzumildern, dass der Mensch als „Geistiges Wesen“ via Reinkarnation einmal alle Rassen live erleben müsse:

„Derjenige, der heute als Angehöriger der europäischen Menschenrasse erscheint, hat in früherer Zeit andere Menschenrassen durchlaufen und wird in späterer Zeit andere durchlaufen als unsere. Es erscheinen uns die Rassen wie Lehrstufen, und es kommen Zusammenhang und Zweck in diese Mannigfaltigkeit hinein.“ [GA 54, 9.11.1905]

Waldorfschüler, -eltern, und oft genug auch -lehrer, stehen vor diesem immer wieder durch die Medien gehenden Unfug „ihres“ Schulgründers genauso ratlos wie Nicht-Waldorfianer. Aufklärung würde man eigentlich von der Waldorf-Dachorganisation erwarten. In der Tat distanzierte sich der „Bund der Freien Waldorfschulen“ 2007 in seiner „Stuttgarter Erklärung“ formal von „jeglicher Form“ des Rassismus und Nationalismus und gab schon 2001/02 zwei Bände zum Thema „Anthroposophie und der Rassismusvorwurf“ heraus, Kurzfassungen stehen als Download im Internet bereit:

* „Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit

* „Rudolf Steiner als aktiver Gegner des Antisemitismus

Die Autoren von „Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit“, Lorenzo Ravagli, Redakteur der waldorfeigenen Zeitschrift „Erziehungskunst“, sowie Hans-Jürgen Bader und Manfred Leist, Justiziare des „Bundes“, weisen darauf hin, dass Steiner seine Anthroposophie als „internationalistisch“ verstand und eine „Weltkultur aus dem Geist der Freiheit“ forderte, die alle „Rassen“ und „Klassen“ überwinde. Statt solchen Ansichten allerdings eine historisch-kritische Distanzierung von Steiners Rassentheorien hinzuzufügen, wird mit abenteuerlichen Interpretationen versucht, diese Theorien als sachlich richtig und unproblematisch, mehr noch: als menschenfreundlich umzudeuten.

Wenn Steiner etwa von einer lemurischen, atlantischen und arischen „Wurzelrasse“ der „Menschheitsentwickelung“ spreche, sei das gar nicht weiter schlimm:

„Wer Begriffe wie den der „Wurzelrasse” verwendet, wie Steiner dies für kurze Zeit tat, muss deshalb noch kein Rassist sein. Denn er meinte damit in Abwandlung eines älteren Sprachgebrauches Entwicklungsepochen der Menschheit und nicht anthropologische Rassen.“ [Rassenideale, S. 1]

Steiner sagte aber:

„Schwarz sind die Überreste der lemurischen Rasse, gelb sind die Überreste der atlantischen Rasse, und weiß sind die Repräsentanten der 5. Wurzelrasse, der nachatlantischen oder arischen. Der Europäer Melchior [Steiner redet gerade über die Opfergaben der „Heiligen drei Könige“ – A.M.] bringt Gold, das Symbol der Weisheit, der Intelligenz.“ [Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe, hg. R. Steiner Verlag, Bd. 60, S. 4]

Davon völlig unbeeindruckt erklären die Autoren Bader/Ravagli weiter: Steiner habe mit „Rassencharakteren“ gar keine Charaktereigenschaften gemeint, denn er „betonte (…) ausdrücklich, dass er von körperlichen Eigenschaften rede und nicht von seelischen oder geistigen.“ [Rassenideale, S. 3].

Dafür gibt es Indizien, aber Steiner fabulierte eben auch:

“Sehen Sie, meine Herren, alles dasjenige, was ich jetzt [über Rassen – A.M.] geschildert habe, das sind ja Dinge, die im Leibe des Menschen vor sich gehen. Die Seele und der Geist sind mehr oder weniger unabhängig davon. Daher kann der Europäer, weil ihn Seele und Geist am meisten in Anspruch nimmt, Seele und Geist am meisten verarbeiten.” [GA 349, 3.3.1923]

In Bezugnahme auf obigen Vortrag heißt es bei Bader/Ravagli schließlich: Steiner betone, „der ‚Neger‘ könne aufgrund seiner andersgearteten Konstitution ‚seine Menschlichkeit‘ nicht verlieren, während dies bei den Weißen sehr wohl der Fall sein könne, weil sie zu einseitig auf die Sinne und den Intellekt hin organisiert seien.“ [Rassenideale, S. 3]

Diese Formulierung ist selber ein Musterstück rassentheoretischen Denkens: Hier wird von der „andersgearteten Konstitution“ der „Neger“ und über „auf den Intellekt organisiert[e]“ „Weiße“ gesprochen. Darüber hinaus sah Steiner den „Verlust der Menschlichkeit“ bei Europäern nur gegeben, da diese sich angeblich statt auf das „Verarbeiten“ des „Geistigen“ nur auf einen inhumanen „Materialismus“ konzentrierten, denn eigentlich sei die „weiße“ als „die zukünftige, die am Geist schaffende Rasse“ vorgesehen [GA 349].

Statt Aufarbeitung und sachlicher Distanzierung von Steiners rassistischem Unfug geht es den Autoren und dem Herausgeber „Bund der Freien Waldorfschulen“ nur um Abwehr und Apologie, sowie darum, Kritikern eine „unhistorische und selektive“ Arbeitsweise zu unterstellen [Rassenideale, S. 1]. Das kann höchstens dazu führen, Waldorfvertreter auf eine – sachlich falsche – ideologische Linie einzuschwören. Und natürlich dazu, dass die Debatte um Steiners Rassismen und die Waldorfschulen weiterhin explosiv bleibt. Auch manche Anthroposophen, denen diese Rassismen peinlich sind, fürchten daher inzwischen, Zitat Ralf Sonnenberg: „Das apologetische Unternehmen der Autoren Bader, Leist und Ravagli könnte sich somit auf lange Sicht hin noch als Bumerang erweisen.“

Zum Autor:

Ansgar Martins, Jahrgang 1991, besucht die Freie Waldorfschule Mainz und setzt sich auf seinem „Waldorf Blog“ konstruktiv-kritisch mit Anthroposophie und Waldorfpädagogik auseinander.

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176 Kommentare zu “Rudolf Steiners Rassenlehre

  • #1
    Calimero

    Sehr guter Artikel! Hoffentlich überdenkt der Bund der Freien Waldorfschulen endlich seine „Politik“: Die Lügen stinken ja sowas zum Himmel!

    Frage: Wäre der Artikel nicht mal ein Anlass, im Geschichts- oder Politikunterricht der Waldorfschule über Steiner zu reden? Und: was würde dann passieren?

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  • #3
    rumpel

    Bei Steiner wird Rasse oft mit Kultur gleichgesetzt, und körperlich mit physischen Lebensbedingungen. Ich gebe außerdem zu bedenken das der Herr vor Hundert Jahren lebte wo der Worte in einem anderen Kontext verstanden wurdend. Nach heutigem gebrauch kann man auch Schopenhauer und Kollegen Rassismus unterstellen. Leider zeugt das von mangelndem Verständniss des Autors.

  • #4
    Arnold Voß

    Ich habe nichts dagegen, wenn Steiner aus seiner Zeit intepretiert wird. Wie soll das anders gehen? Aber man sollte dabei nicht unterschlagen das es zu seiner Zeit auch Denker gab, die auch nach dem heutigen Wissen und seinen Begrifflichkeiten nicht als Rassisten gelten können, ja sich sogar als Antirassisten verstanden und geäußert haben.

  • #5
    Falafeljunkie

    Ich weiß ja nicht, in welcher Mission ihr unterwegs seid und nach welchen Kriterien ihr die veröffentlichten Beiträge auswählt, aber das Waldorf-bashing hier nimmt ja langsam manische Züge an…
    Schade, früher habe ich euch regelmäßig und gerne gelesen, aber mittlerweile langweilt es mich, wen außer den Anti-Waldorf-Eiferern interessiert das denn bitteschön?

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  • #7
    Andreas Lichte

    @ Arnold Voß

    Teil 2 deines Kommentars (4) stimme ich voll zu, Zitat: „… es zu Steiners Zeit auch Denker gab, die auch nach dem heutigen Wissen und seinen Begrifflichkeiten nicht als Rassisten gelten können, ja sich sogar als Antirassisten verstanden und geäußert haben.“

    Teil 1 stimme ich nur teilweise zu, Zitat: „Ich habe nichts dagegen, wenn Steiner aus seiner Zeit intepretiert wird. Wie soll das anders gehen?“

    Natürlich sind alle irgendwie „Kinder ihrer Zeit.“ Aber lies doch mal den Steiner-Vortrag (siehe unten), den auch Ansgar Martins ganz kurz in seinem Artikel zitiert, und den das Schaubild ganz oben („Hinterhirn, Mittelhirn, Vorderhirn – Schwarz, gelb, weiss“) illustriert:

    Ist das Zeitgeist? Ist das Stand der damaligen Wissenschaft? Oder ist es EXKLUSIV Steiner?

    …………………………………………….

    “Wenden wir das auf den Menschen selber im Weltenraum an. Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper durch, sondern hält sich an die Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz.

    So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich verarbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.

    (…) Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.”

    Rudolf Steiner, “Vom Lebens des Menschen und Erde – Über das Wesen des Christentums”, GA 349, S. 49ff

    Der gesamte Vortrag:

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3709:dritter-vortrag-dornach-3-maerz-1923&catid=247:ga-349-vom-lebens-des-menschen-und-erde-&Itemid=19

  • #8
    Theoreticus

    > Ich gebe außerdem zu bedenken das der Herr vor
    > Hundert Jahren lebte wo der Worte in einem
    > anderen Kontext verstanden wurdend.

    Ja? Da wurden im Gegenteil Rassentheorien noch weitenteils für seriös genommen. Das macht das Ganze aber nicht besser, wenn man es heute verteidigt.

    > Waldorf-bashing

    Hier wird doch garnix negatives über Waldorf gesagt, der Autor ist selbst Waldorfschüler und kritisiert die offenbar miese Politik des Waldorf-Bundes. Schüler, Eltern und sogar Lehrer werden vom „Rassismus“ ausdrücklich ausgenommen…

    Vielleicht sollten Sie die Beiträge inhaltlich bewerten und nicht auf komischen Schlagworten („Waldorf-bashing“) rumhacken?

    > Wäre der Artikel nicht mal ein Anlass,
    > im Geschichts- oder Politikunterricht der
    > Waldorfschule über Steiner zu reden? Und: was
    > würde dann passieren?

    Das gibts natürlich. Und dann redet mensch weiter über „Folkish Movement“, Haeckelianer in der Pädagogik und anderen postkolonialistischen Unfug im Europa nach dem 1. Weltkrieg – jedenfalls in den mir bekannten Fällen. Und was sollte passieren?

  • #9
    Jan Luiten

    @ Falafeljunkie
    Ist doch klar: Eine Verfolgung der Anthroposophen und der Anthroposophie wird eingeleitet. Hetze und Stimmungsmacherei.
    Schlussfolgerung einer Niederländischen Kommission, die alle Aussagen von Steiner ûber Rassen untersucht hat:
    Es gibt zwar Aussagen von Steiner die diskriminierend sind und einzige die sogar in unserer Zeit straffbar sind, es gibt aber keine anthroposophische Rassenlehre- wenn man Rassenlehre versteht als eine Lehre die die Superiorität einer Rasse lehrt.
    Ist dieses Gutachten immer noch nicht ûbersetzt worden?

    Und was versteht Ansgar Martin unter Rassismus?

    Ich verstehe die empfindlichkeit vermeinter Rassismus gegenûber.
    Man soll aber sehr aufpassen in dem Eifer Rassismus zu bekämpfen selber nicht die bedenkliche Methoden zu benützen wie Hetze und Stimmungsmacherei.

  • #10
    David Schraven

    @ Jan Luiten

    Haben Sie einen Link zu dem Gutachten? Ein wenig niederländisch kriege ich auch noch hin.

  • #11
    Ansgar Martins

    @ Jan Luiten

    > Ist doch klar: Eine Verfolgung der Anthroposophen
    > und der Anthroposophie wird eingeleitet. Hetze
    > und Stimmungsmacherei.

    Das ist so einfach nicht richtig. Ich weise in dem Artikel u.a. auf die Arbeiten von Ralf Sonnenberg (einem Anthroposophen) hin, der sich kritisch mit Steiners Rassentheorie befasst, und beschuldige auch nicht LehrerInnen, Eltern oder SchülerInnen von Waldorfschulen, „rassistisch“ zu sein (wär ja auch ziemlich doff, da ich selbst Waldorfschüler bin).

    ABER es gibt bei Steiner eben rassentheoretische Ausführungen, und von denen muss mensch sich distanzieren, oder Kritik ertragen. Der „Bund der Freien Waldorfschulen“ hat sich entschieden, zu versuchen, Steiners diesbezügliche Aussagen zu rehabilitieren, und das kritisiere ich in dem obigen Artikel, weil ich es für destruktiv und makaber halte!

    > Es gibt zwar Aussagen von Steiner die
    > diskriminierend sind und einzige die sogar in
    > unserer Zeit straffbar sind, es gibt aber
    > keine anthroposophische Rassenlehre- wenn
    > man Rassenlehre versteht als eine Lehre die
    > die Superiorität einer Rasse lehrt.

    Ja, aber es gibt bei Steiner „Lehren über Rassen“, d.h. Lehren oder Ausführungen darüber, wie sich vermeintliche „Rassen“ durch Mitwirkungen von Engelwesen, Dämonen wie „Ahriman“ etc in der Weltgschichte entwickelt haben sollen. Dabei bezieht Steiner sich z.B. auf ein von „atlantisches“ und lemurisches Zeitalter“ usw. (und die verbindet er mit verschiedenen „Rassen“, siehe den Artikel).

    Steiner verknüpft die rassistischen Aussagen also explizit mit seinem esoterischen Weltbild und begründet sie durch letzteres neu. Deswegen bin ich der Meinung, dass es nichts nützt, sich von einzelnen Stellen in Steiners Werk zu distanzieren, es braucht eine sehr viel grundsätzlichere Auseinandersetzung und Neuentwürfe (aber da kommt dann das Dogma ins Spiel, dass unter AnthroposophInnen bisher kaum jemand grundlegend an Steiners Kosmologie kratzen will).

    Unter Rassismus verstehe ich, frei nach Christian Delacampagne die „Abneigung gegen den anderen, weil er anders ist“, (schwarze, weil sie schwarz, Blondinen, weil sie blond oder AnthroposophInnen, weil sie anthroposophisch sind ;-)) d.h. wenn mensch Menschen aufgrund irgeneines singulären Merkmals in Gruppen einteilt (Hautfarbe, Glaubensrichtung etc) und bestimmte der Einteilungen negativ wertet (etwa das Muster „schwarze“ sind „schlechter“ als „Weiße“).

    Steiner beispielsweise spricht oft von „Ost“ und „West“ als zwei Gegensätzen mit tiefer irgendwie „spiritueller“ Kultur, behauptet aber, der „Osten“ verharre in „überholten“ Stadien oder Formen des Bewusstseins und der Westen habe mehr „Zukunftspotential“.

    > Man soll aber sehr aufpassen in dem Eifer Rassismus
    > zu bekämpfen selber nicht die bedenkliche Methoden
    > zu benützen wie Hetze und Stimmungsmacherei.

    Ja, aber mensch sollte auch Kritik äußern dürfen, ohne gleich und sofort in die „der will ja nur Hetze und Stimmungsmacherei betreiben“-Schublade gesteckt zu werden.

    @ David Schraven

    Das Gutachten gibt es in einer deutschen Übersetzung im Info3-Verlag, im Internet finden sich aber ein paar Zusammenfassungen. Selbst von anthroposophischer Seite gibt es aber weitaus bessere Auseinandersetzungen, und zwar vom schon öfter erwähnten Ralf Sonnenberg

    Etwa einen Aufsatz, den ich im Artikel zitiere, und der ebenfalls (und aus dezidiertanthroposophischer Sicht) die Publiktaion von Ravagli/Leist/Bader kritisiert

    http://www.egoisten.de/pixx/sonnenberg.pdf

    Und ich empfehle natürlich am meisten meinen eigenen ausführlicheren Artikel zu Steiners Rassentlehre =)

    http://waldorfblog.wordpress.com/2008/08/28/die-philosophie-der-un-freiheit-zu-rudolf-steiners-rassismus/

    Darunter sind noch weitere Links…

  • #12
    Jan Luiten

    @Ansgar
    Danke für ihre Antwort.
    Der Hetze-Vorwurf ist weniger an sie gerichtet, sondern an die Ruhrbarone.
    Es war ein Antwort auf das Kommentar von “Falafeljunkie”
    Ich wollte eigentlich gar nicht mehr reagieren weil ein Kommentar das ich geschrieben hatte, einfach gelöscht wurde. Das finde ich schlimm, nicht demokratisch und paternalistisch. Lass die Leser doch selbst urteilen.

    Persönlich glaube ich daß alle Meschen gleichwürdig sind. Alle sind gleichwürdig, ob sie hochintelligent, geistlich behindert, hervorragender Wissenschaftler, obdachlos, drogeabhängiger, super Fußbalspieler, aus Afrika, China oder sonstwo kommen, schwarz, gelb, rot oder braun sind, homo oder hetero-seksuell geartet, frau oder mann.
    Das muss auch die Mission der Anthroposophie sein. Stärker gesagt: es ist die MIssion der Anthroposophie. Sie kennen doch die soziale Dreigliederung?

    Der Rassismus Definition den Sie hantieren finde ich viel zu eng. Wenn man diese Definiton verwenden wúrde auf die Beiträge anlässlich die Berichte über Steiner hier auf der Ruhrbarone, wúrden viele Beitragenden Rassisten sein, weil sie Pauschalurteilen über Anthroposophen abgeben die abwertend sind. Natürlich sind s ie das nicht.

    Ich will sicher nicht alles gut reden was Steiner gesagt hat. Das er aber bestimmte Aussagen gemacht hat die nicht verteidigbar sind, macht ihn noch nicht zu Rassist.
    Ich propagiere daher die Definition von der Rassismus-Experten Prof. Memmi:

    (Aus dem Gesagten ergibt sich daß) der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.

    aus: Memmi: „Rassismus“, Hamburg 1992, S. 151
    Information: http://www.dir-info.de/dokumente/def_rass_memmi.html

    Steiner war nie darauf aus Schäden zu zufügen oder eine Agression zu rechtfertigen.
    Rssenlehre als Begriff beinhaltet (jedenfalls in NiederLändisch rassenleer) auch das eine “Rasse” als superieur dargestellt wird um dann auch andere “rassen” abzuwerten und Agression zu diese “rassen” gegenüber zu rechtfertigen. Das findet man so bei Steiner nicht.

  • #13
    schwarze narzisse

    @ Ansgar MArtins

    super artikel!

    @ jan luiten

    verabschieden sie sich endlich von der grusel-religion anthroposophie! Weisse-Rasse-Kacke ohne Ende, und „Juden“ noch mal was ganz spezieelles: “Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion alleine, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.” (Zitat von R. Steiner Eingefügt von Admin)

  • #14
    Jens Gerlach

    @ Jan Luiten

    „Ich will sicher nicht alles gut reden was Steiner gesagt hat.“

    Nein? Da wäre ich aber mal über ein kleines Beispiel gespannt!

    Ist es kein Rassismus von anderen als degenerierten und zum Absterben bestimmten Rassen zu faseln? Muss er tätlich eliminatorisch angelegt sein, der Völkermord tatkräftig mit eigener Hand vollzogen werden, damit Sie den Begriff – wenn überhaupt – für angebracht hielten?

    Aber wichtiger:

    Was von dem hier und in den verlinkten Artikeln von Ansgar Martins zu diesem Thema zitiertem von Rudolf Steiner würden Sie nicht rechtfertigen oder sogar ablehnen?
    Nehmen Sie einfach ein paar Beispiele, z.B. den „Neger“, der vom „Hinterhirn“ gesteuert ganz „triebhaft“ ist …

    Was halten Sie davon?

    Und dann kommen Sie noch mit:

    „Verfolgung der Anthroposophen und der Anthroposophie wird eingeleitet“

    Das wäre doch auch ganz nett, wenn Sie kurz begründen würden, wieso Kritik für Sie Verfolgung bedeutet?

    Im Internet fand ich zu Ihrem Namen:

    Themenbereiche: Dreigliederung (Einführung und Vertiefung), Internationale Politik. Anthroposophischer Sozialimpuls. Politologe, Lehrer.

    http://www.dreigliederung.de/netzwerk/referenten.php

    Lehrer? Das dürfte wohl ein Scherz sein. Gemeint ist sicher Waldorflehrer.

    J.G.

  • #15
    Jan Luiten

    @Jens Gerlach, schwarze Narzisse.
    Nein ich bin kein Waldorflehrer. War in Amsterdam an einer Berufsschule tátig und habe vor allem mit Islamische Schüler gearbeitert. Später auch mit Asylanten.
    Die Leser können jetzt sehen wie überspannt reagiert wird auf ein normales Kommentar von mir. Das Schimpfen hat wieder angefangen.
    Mit keinem Wort wird eingegangen auf die Definition von Memmi. Ganz klar macht er in seinem Buch le racisme~( Le Racisme, éd. Gallimard, Paris, 1994) daß Unterscheidung und Bewertung alleine noch kein Rassismus macht.
    Dazu gehòrt schon daß man Unterschieden ausnutzt vor eigenem Vorteil, und um anderen zu benachteiligen. Albert Memmi wird international als eine Autorität auf dem Gebiete des Rassismus angesehen. Seine Definition ist aufgenommen in die Encyclopaedia Universalis, und wird als Richtunggebend angesehen. Mit dieser Definition in Händen ist Rudolf Steiner kein Rassist ob es Ihnen gefàllt oder nicht. ( Sie werden es natùrlich besser wissen als ein Mensch der Rassismus selber erlebt hat, viel darùber publiziert hat, preisgekrònte Bùcher
    Geschrieben hat, und an die Sorbonne gelehrt hat. )

    Natürlich darf man Kritik auf die Anthroposophie haben. Wenn man aber schaut wie diese Kritik manchmal ausseht ist die Redlichkeit weit zu suchen. Sehe die schimpfende schwarze narzisse. Ist die Kritik Jens Gerlachs redlich formuliert? Kaum . Wer hat hier Vorurteile Jens?

    Verfolgung: Wegen der Deutschen Vergangenheit ist man heute besonders empfindlich für vermeintlicher Rassismus. Das verstehe ich. In dem Krampf aber auf diesem Gebiete kein Fehler zu machen kommt jetzt daß unterdrückende von seite des sogenannten Antirassismus oder wie Dieter Brüll analysiert hat von den “neuen Reaktionären”. Wenn man die Agression sieht womit gegen Anthroposophen vorgegangen wird kann man sagen daß die Verfolgung schon begonnen hat. Wûrde man dann, vielleicht erst nach vielen Jahren wieder aufwachen und sagen, “was haben wir bloss gemacht”?

    Zitaten: Niemals hat Steiner aufgerufen ein Volk oder “Ras” zu benachteiligen und sicher nicht aus zu rotten. Nicht bei den Indianern auch nicht bei den Juden. Er hat bekanntlich den Antisemitismus bekàmpft. Überall aber wo Steiner in seinen Aussagen verletzend oder diskriminierend ist handelt er gegen die Anthroposophie. Steiner und die Anthroposophie sind nicht eins und dasselbe. Zwar hat Steiner die Anthroposohie gegründet, die Anthroposophie wird sich weiter entwickeln auch über Steiner hinaus. Ohne dieser Einsicht wird die Anthroposophie zu etwas todes. Manche Kritiker aber auch manche Anthroposoph leben ohne dieser Einsicht.

    Der impuls der Anthroposophie ist Gleichwürdigkeit, Geichberechtigung aber auch Respekt für die Wùrde des anderen. Das Zitat über das Judentum ist verletzend für die Menschenwürde der Juden. So wird es bestimmt noch andere Zitate geben. Die Niederlàndische Kommission hat 13 Zitate bei Steiner gefunden die in unserer Zeit möglicherweise straffbar sind.

    Die Anthroposophie ist keine Glaube und auch keine Geschlossene Lehre. Mittels der Anthroposophie muss man auch Steiner korrigieren können.
    Was ist die Anthroposophie dann schon? Sie ist im Kern, im Essenz eine Methode oder Methodologie
    Man kan auch sagen sie ist ein Weg. Mit hilfe dieser Methode kann man zu Erkenntnisse der geistige oder physische Wellt kommen. Eine Mehtode ist eigentlich wichtiger als die Ergebnisse. Hat man eine Mehtode, können immer wieder neue Ergebnisse generiert werden.
    :

  • #16
    Jens Gerlach

    @ Jan Luiten

    Mit dieser Definition in Händen ist Rudolf Steiner kein Rassist ob es Ihnen gefàllt oder nicht.

    Ne, Herr Luiten mit dem Missbrauch Albert Memmis versuchen die Apologeten und Verfechter des anthroposophischen Rassismus Rudolf Steiner reinzuwaschen. Natürlich trifft auch Memmis enge Definition des Rassismus sehr genau auf Steiner und seine Anhänger zu. Bei Steiner finden sich ganz deutlich 1. Die Betonung der Differenz, 2. Die Wertung, 3. Die Verallgemeinerung und auch 4. Die Funktion. Es ist eben auch nach dieser Definition falsch zu sagen, nur weil Steiner und seine Nachfolger nicht aktiv Völkermorde begingen, wäre ihre Weltsicht nicht rassistisch. Die Funktion des eigenen Vorteils und der Benachteiligung anderer ist für Memmi die Herrschaftssicherung. Und genau das vertrat auch Steiner mit seiner weißen „Rasse“ als der am „Geiste“ schaffenden im Unterschied zu den „degenerierten“ und „absterbenden“ Menschen anderer Hautfarbe. Die Herrschaft einer deutschen „Geistesaristokratie“ nannte er „Dreigliederung“ – dass, wofür Sie Herr Luiten sich so nachdrücklich öffentlich engagieren. Ihre Anthro-Propaganda-Prosa von den „Impulsen der Gleichwertigkeit“ und der „Anthroposophie“ als einer sich fortentwickelnden „Methode“ ist nichts anderes als leeres Gerede. Sich als verlogener Propagandist autoritärer Herrschaft und des missionarischen Rassismus hier als „Verfolgter“ zu echauffieren ist ekelhaft.

    J.G.

  • #17
    Jan Luiten

    @Jens Gerlach
    Bitte lese sie richtig, und bitte orientieren sie sich besser. Eine Deutsche Geistesaristokratie ist wirklich ein Witz. Schimpfen können sie aber gut. Die Dreigliederung ist einfach zu verstehen. Kriegen sie daß nicht hin?
    Schwierig heh, gleiche Rechte für ALLE.
    Einfach nach zu lesen ohne Propaganda.
    Es tut mir leid aber Memmi interpretieren sie bewusst falsch. Ich habe das Buch hier und also auch seine Erklärungen zur Definition. Die sind völlig klar. Es muss die Rede sein von Rechtfertigung der Benachteiligung einer „Rasse“(Opfer) von einer anderen „Rasse“. Ein Herrschaftsmechanismus. Das findet man bei Steiner nicht.
    Sie Hätten es gerne anders gehabt, es ist aber nicht der Fall. Sie gehen gar nicht darauf ein, daß ich sage daß Steiner zwar kein Rassist ist, daß aber bestimmte Aussagen sicher in unserer Zeit problematisch sind.
    Jens, der Rassismus fängt mit Vorurteilen an, ich möchte darauf hinweisen das sie die haben. Vorurteile Jens Gerlachs: Luiten ist WEaldorflehrer (bin ich nicht), Dreigliederung heisst Deutsche Geistesaristokratie (zum Lachen, haben sie ein Wort Dreigliederung gelesen?). Sc

    @ an alle Leser
    Bekanntlich ist einer der Helden des vorigen Jahrhunderts Mahatma Ghandi. Mit seinem gewaltlosen Kampf hat er das Indische Volk den Weg Gezeigt zur Befreiung von Englands Kolonialsherrschaft. Er hat Martin Luther King inspiriert, und so indirekt beigetragen an die Emanzipation der schwarzen Bevölkerung der USA. Auch Mandela (vor 20 Jahren frei gelassen aus dem Gefängnis auf Robbeneiland) sagt von ihm inspiriert zu sein.
    Mensch hat aber ëntdeckt daß Ghandi ein Rassist ist.
    www.ekosso.com/2008/02/of-idols-and-cl.html

    Verwenden wir diesen Begriff „Rassistisch“: nicht ein wenig zu schnell oder zu einfach?

  • #18
    Arnold Voss

    Jan Luiten, Menschen als minderwertig zu beschreiben erlaubt anderen sie auch als minderwertig zu behandeln, in dem man ihnen dafür die Rechtfertigung bietet. So einfach ist das!

    Was Mahatma Ghandi betrifft: Viele Freiheitskämpfer sind Rassisten gewesen. Pazifistsein schließt Rassistsein übrigens auch nicht aus. Es ist also unsinnig das eine gegen das andere auszuspielen.

    Hier geht es ausschließlich um den Rassimus des sogenannten „Erfinders“ der Antroposophie. Er war ein Art Schreibtischtäter des Rassismus. Nicht mehr und nicht weniger.

  • #19
    Jan Luiten

    @ A. Voss
    Ich bin mal gespannt zu hören was sie wirklich wissen von Steiner und die Anthroposophie.
    Sind ihre Quellen vielleicht nur die Zitate die Andreas Lichte bringt?
    Wissen sie etwas über die Soziale Dreigliederung? Was finden sie davon daß gleiche Rechte für alle gefordert werden. Warum können sie nicht zugeben daß Steiner mit der Dreigliederung also total nicht rassistisch war?
    Sie hegen und pflegen nur diese eine Gedanke: Steiner war ein Rassist. Sind sie offen für weitere Information? Sind sie bereit die Sache näher zu untersuchen ?
    Was halten Sie davon wenn ich sage die Anthroposophie ist ein Weg, eine Methode hat also keine feste unbewegliche Inhalt, ist aber ständig in Bewegung?
    Haben sie das Gutachten der Holländischen Kommission gelesen? Oder die Zusammenfassung?
    Oder brauchen sie das nicht weil ihr Urteil unveränderd bleibt?

  • #20
    Arnold Voss

    Jan Luiten sie selbst bzw. das was sie schreiben bestätigt mich in meiner Ansicht. Ich zitiere aus ihrem Comment 17.“Jens, der Rassismus fängt mit Vorurteilen an,….“ Hier sagen sie also selbst, dass schon die Beschreibung von Menschen als minderwertig Rassismus ist. Und genau das tut auch Herr Steiner. Also ist auch nach ihren eigenen Aussagen Herr Steiner ein Rassist.

  • #21
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    möchten Sie vielleicht mit einer Deutschen Bundesbehörde weiter diskutieren? Erklären Sie doch der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass sie einen Fehler gemacht hat. Dass die von der BPjM als rassistisch beanstandeten Aussagen Steiners Ausdruck seiner universellen Menschenliebe sind …

    Die Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zu Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“, Zitat:

    “Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.

    Der Inhalt des Buches [„Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“] ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

    Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

    Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die „Galle überläuft“, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. – So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

    Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

    Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (…) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

    Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

    Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (…) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

    Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! – In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

    Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)”

  • #22
    Jan Luiten

    @A.Voss
    Nein, Vorurteile machen noch kein Rassismus, können aber eine Vorstufe dazu sein. Das war gemeint mit: „Der Rassismus fängt mit Vorurteilen an“.
    Herr Voss, sie haben keine einzige Frage von mir beantwortet.
    Beantworte sie bitte diese Frage: Meinen sie wirklich Ghandi ist einer Rassist gewesen?
    Es mag klar sein daß ich das Beispiel von Ghandi bringe um die Absurdität eine zu enge/raume Rassismusdefinition zu zeigen.

    @Lichte
    Eine zu raume Definition hat auch die BPjM hantiert.
    Das haben sie mir mal erklärt.
    Gibt es bei der BPjM auch Rassismusexperten oder Wissenschaftler mit Spezialization Rassismus?

    Meine Behauptung ist daß Steiner kein Rassist gewesen ist.
    Ich behaupte nicht daß er keine Aussagen gemacht hat die diskriminierend oder verletzend sind oder als diskriminierend oder verletzend empfunden werden können.
    Sie wissen ich hantiere die Definition von Albert Memmi:

    „(Aus dem Gesagten ergibt sich daß) der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.“
    aus: Memmi: “Rassismus”, Hamburg 1992, S. 151
    Information: http://www.dir-info.de/dokumente/def_rass_memmi.html

    Ich selber benütze Memmis Buch „Le racisme“ in der Niederländischen Überzetzung: Racisme hoezo? ISBN 90 6703 002 3

  • #23
    Arnold Voss

    Jan Luiten, was für eine lächerliche Haarspalterei ist das jetzt wieder? Das ist die gleiche Nummer wie sie sie mit Steiners Verhältnis zur Antroposophie hier vorgeführt haben. Er ist einerseits ihr Erfinder und Lehrmeister und andererseits ist er es wieder nicht, wenn er ihrer Vorstellung von Antroposophie widerspricht.

    Der gleiche Taschenspielertrick bei Steiners Nichtrassismus, mit dem sie sich allerdings vorrangig selbst betrügen. Sie nehmen einfach die Definition von Rassismus die zu ihrem Weltbild passt, und die biegen sie dann noch so zurecht, dass sie Steiner entlasten. Irgendwann werden sie noch eine Definition finden die Steiner sogar zu einem Antirassisten machen.

    Ghandis große Leistungen für Indien und seine Methode des gewaltlosen Widerstandes werden übrigens nicht dadurch geschmälert oder obsolet, weil er aus heutiger Sicht ein Rassist war.

    Und noch was zum Begriff des Vorurteils, Jan Luiten. Ein Vorurteil ist im Gegensatz zu einer spontanen Meinungsäußerung verhaltensprägend. Ein rassistisches Vorurteil muss zwar nicht immer und nicht zwingend zu rassistischem Verhalten führen. Aber es gibt umgekehrt kein rassistisches Verhalten ohne ein rassistisches Vorurteil. Das rassistische Vorurteil ist also nicht die Vorstufe des Rassismus sondern sein Konstituens und damit wesentlicher Teil des Rassismus.

    Aber sie werden sicher einen neuen Taschespielertrick finden um auch diese Argumentation antroposophisch zurecht zu biegen. Das ist es auch was mich an den mir bekannten „Antros“ wirklich nervt. Sie verkleiden ihren schlichten Glauben als Wissen. Dass nenne ich strukturelle Verblödung. Da sind mir die richtigen Gläubigen dann noch lieber. Die wollen aus gutem Grunde nicht wissen.

  • #24
    Andreas Lichte

    @ Arnold Voss

    Danke für den sehr guten Kommentar 23 !

    Damit hier nicht der Eindruck entsteht, wir führten eine l’art pour l’art Diskussion mit gläubigen – also niemals mit Argumenten zu überzeugenden – Anthroposophen, gebe ich im nächsten Kommentar meine Erfahrung mit Rassismus im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wieder.

  • #25
    Andreas Lichte

    Tauchten während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ auch rassistische Inhalte auf? Ja …

    Ich möchte drei Ebenen unterscheiden:

    1. Betonung der Überlegenheit der Europäer (= Weißen) unter Ausklammerung der Unterlegenen, der Nicht-Europäer

    2. Beschreibung des Verhältnisses von Europäern zu Nicht-Europäern unter Verwendung rassistischer Stereotypen

    3. Beschreibung der Nicht-Europäer

    .

    Zu jeder Ebene hier ein Beispiel:

    1. Betonung der Überlegenheit der Europäer (= Weißen) unter Ausklammerung der Unterlegenen, der Nicht-Europäer:

    Im Fach „Kunstbetrachtung”, einer anthroposophischen Kunstgeschichte, erläutert der Gastdozent Dr. Thomas Krämer die Entwicklung der Steinerschen „Wesensglieder” anhand von dafür typischen Kunstwerken: Die alten Ägyper besaßen noch ein „magisches Bewußtsein”, eine unmittelbare Verbindung zur „geistigen Welt”; bei den Griechen bildete sich die „Verstandesseele” aus; und „um das Jahr 1413 herum begann mit der Entdeckung der Perspektive die Ausarbeitung der Bewußtseinsseele”. „Damit haben die Europäer eine Vorreiter-Rolle übernommen”, erklärt Dr. Krämer. Ich frage nach: „Und der Rest der Menschheit hinkt hinterher?!” Dr. Krämer: „Sie wollen mich wohl auf’s Glatteis führen!” Gefahr erkannt, leider aber nicht gebannt:

    Dr. Krämer ist durchaus bewußt, dass mit der von ihm – oder besser: von Steiner – festgestellten Überlegenheit der Europäer eine Unterlegenheit aller Nicht-Europäer einhergeht. Aber dazu steht er, betont an anderer Stelle, dass doch gar kein Zweifel daran bestünde, dass Schwarz-Afrikaner ganz anders als Weiße seien: „Das merke ich schon, wenn ich bei einem schwarzen Taxifahrer mitfahre …” Dr. Krämer muß es ja wissen, spricht er doch aus Erfahrung: Er hatte nach eigenem Bekunden jahrelang in Südafrika gelebt.

    Im Zusammenhang mit der Perspektive präsentiert Dr. Krämer noch ein überraschendes Detail: auf nicht nachvollziehbaren Umwegen verortet er den eigentlichen Verdienst an der kulturhistorischen Leistung „Perspektive” im germanischen Kulturkreis nördlich der Alpen: eben anthroposophische Kunstgeschichte …

    .

    2. Beschreibung des Verhältnisses von Europäern zu Nicht-Europäern unter Verwendung rassistischer Stereotypen:

    Im Fach „Erzählübungen”, angeleitet vom Leiter des Waldorfseminars, Lothar Steinmann, soll ein als vorbildlich geltender Text mit eigenen Worten wiedergegeben werden – dieser Text ist ausdrücklich als Material für den Waldorf-Schulunterricht vorgesehen. Worum geht es? Um Geographie. Geschildert wird die Begegnung von Stanley mit Livingstone irgendwo im finsteren Kontinent, Afrika. Stilistisch scheint es sich um einen Aufsatz des neunzehnten Jahrhunderts zu handeln, mit klarer Rollenverteilung: Der europäische Entdecker, Wissenschaftler, begegnet dem primitiven, naiven Schwarzen …

    Die vorgestellten Sterotypen sind so eindeutig diskriminiernd, dass es zu massiven Protesten der Waldorfseminaristen kommt, was aber für die Dozenten kein Anlaß zur Selbstkritik ist.

    .

    3. Beschreibung der Nicht-Europäer:

    In der Seminarveranstaltung zum Thema Geographie, die der Dozent Giselher Wulff vom 29.10. – 2.11.2001 durchführt, wird eine der nicht-europäischen Rassen mit Namen genannt: die „Indianer”.

    Im folgenden zitiere ich aus meinem Erlebnisbericht „Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”:

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

    »(…) „Wie unterrichte ich Geographie an der Waldorf-Schule?” ist das Thema des Dozenten Wulff. Sein Ziel ist es, „hinter den äußeren Eindrücken nach und nach den Schleier für eine höhere Ganzheit zu heben”.

    Eine Woche hat er dazu Zeit, und er nutzt sie, um zwei Kontinente vorzustellen: „Geographische Polaritäten. Zentral- und Ostasien im Vergleich mit Nordamerika.” Zunächst ist es nur mehr oder weniger eine Wiederholung des altbekannten Schulstoffes – Gelber Fluß und Colorado River werden gegenübergestellt. Dann widmet er sich seinem eigentlichen Thema: „Mensch und Landschaft.” Aus der asiatischen Architektur – der Pagode – folgert er, daß der Asiat sich dem Himmel – „Tien” – zuwendet.

    „Und was ist die typische Architekturform Nordamerikas?” fragt Herr Wulff und gibt alsbald die Antwort: „Es ist die Stufenpyramide. Sie steht für die Erdverbundenheit der präkolumbianischen Völker.” L. erlaubt sich die Frage: ”Und was ist mit den Indianern Nordamerikas – der Puebloarchitektur? Oder dem Zelt der Nomadenvölker der großen Prärien?” „Die haben im großen Überblick keine Bedeutung, die Indianer waren schon eine absterbende Rasse”, ist die Antwort des Dozenten. „Eine absterbende Rasse, was meinen Sie damit, daß die Indianer von den Weißen aus ihrem angestammten Lebensraum verdrängt wurden?” „Nein, die Indianer waren schon vorher eine absterbende Rasse, ihnen fehlten die Voraussetzungen für eine kulturelle Höherentwicklung.”

    Keiner der Seminaristen sagt etwas. In L. brodelt es, er erinnert sich an seine Reise in den amerikanischen Westen: „Finden Sie das nicht unfair, nach all dem Unrecht, was die Indianer erleiden mußten, ihnen auch noch die Schuld daran anzulasten?!” „Was regen Sie sich so auf, die Alten Agypter waren schließlich auch eine absterbende Rasse.”

    L. ringt um Worte: „Meinetwegen können Sie das über die Alten Ägypter sagen, aber ich habe keine Lust, einem Indianer, den ich als Anhalter im Auto mitnehme, zu erklären, daß er zu einer absterbenden Rasse gehört!” Herr Wulff ist ob soviel Respektlosigkeit erbost. „Lassen Sie uns im Unterricht fortfahren, diese Frage können wir hier und jetzt nicht hinreichend erörtern!” Ist damit für ihn die Sache erledigt?

    L. hört nie wieder etwas von ihm (…)« [Zitat-Ende]

    Was meint der Dozent Wulff, wenn er von den Indianern als „absterbender Rasse” spricht? Er faßt mit eigenen Worten eine „Erkenntnis” Rudolf Steiners zusammen, wie sie sich z.B. in ”Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie” findet:

    „Auf das Drüsen-System endlich – nur auf dem Umwege durch alle anderen Systeme – wirkt dasjenige, was wir bezeichnen können als die abnormen Geister der Form, die im Saturn ihren Mittelpunkt haben. Da haben wir in allem, was wir als Saturn-Rasse zu bezeichnen haben, in allem, dem wir den Saturn-Charakter beizumessen haben, etwas zu suchen, was sozusagen zusammenführt, zusammenschließt das, was wieder der Abenddämmerung zuführt, deren Entwicklung in gewisser Weise zum Abschluß bringt, und zwar zu einem wirklichen Abschluß, zu einem Hinsterben. Wie sich das Wirken auf das Drüsensystem ausdrückt, sehen wir an der indianischen Rasse. Darauf beruht die Sterblichkeit derselben, ihr Verschwinden. Der Saturn-Einfluß wirkt durch alle anderen Systeme zuletzt auf das Drüsensystem ein. Das sondert aus die härtesten Teile des Menschen, und man kann daher sagen, daß dieses Hinsterben in einer Art Verknöcherung besteht, wie dies im Äußeren doch deutlich sich offenbart. Sehen Sie sich doch die Bilder der alten Indianer an, und sie werden gleichsam mit Händen greifen können den geschilderten Vorgang, in dem Niedergang dieser Rasse.“ [Rudolf Steiner, „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie”, GA 121, Taschenbuchausgabe 613, 1994, S. 116f]

    Dieselbe „These” wiederholt Steiner auch in anderen Werken, in wechselnder Ausgestaltung, z.B. in „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis”, Seite 244:

    „Wir haben in der amerikanischen Rasse eine primitive Urbevölkerung vor uns, die weit, weit zurückgeblieben ist, auch in bezug auf religiöse Weltanschauung. (…) Aber die Europäer sind hinaufgestiegen zu einer höheren Kulturstufe, während die Indianer stehengeblieben und dadurch in Dekadenz gekommen sind. Diesen Entwickelungsvorgang muß man immer beachten. Er läßt sich darstellen wie folgt. Im Laufe der Jahrtausende verändert sich unser Planet, und diese Veränderung bedingt auch eine Entwickelung der Menschheit. Die Seitenzweige, die nicht mehr in die Verhältnisse hineinpassen, werden dekadent. Wir haben also einen geraden Entwickelungsstamm und abgehende Seitenzweige, die verfallen (siehe Zeichnung).”

  • #26
    Michael

    — 🙂

    hat mein Gebet für A. Lichte nichts genutzt. Schade

    Warum krieg ich, wenn ich J. Gerlach lese immer Ausschlag?
    Ziemlich faschistoid, wie ich finde!

    Wie dumm muss man sein?!

    Michael

  • #27
    Jens Gerlach

    @ Michael

    Warum krieg ich, wenn ich J. Gerlach lese immer Ausschlag?

    Das ist doch hinreichend bekannt: Wenn Angehörige einer Sekte auf Kritik und Ablehnung ihres Führers und ihres Wahns stoßen, werden sie wütend.

    @ Jan Luiten

    Ihr kleiner Albert-Memmi-Trick ist inzwischen jedem klar geworden. Zu ihrer sogenannten „Dreigliederung“ ein Zitat von Helmut Zander:

    „Steiner befand sich mit seinen demokratiekritischen und an der Autorität von Führungspersönlichkeiten orientierten Vorstellungen unter seinen Zeitgenossen nicht allein, wie man fairerweise festhalten muss, aber das ist allenfalls ein Teil des Problems. (…) Die Staatsstruktur und die gesellschaftliche Praxis waren kein Gegenstand der im Prinzip freien Vereinbarung zwischen Bürgern, sondern galten als ein Ergebnis von Einsichten aus einer geistigen Welt, die durch »Eingeweihte« wie Steiner erkannt und vermittelt werden sollten. Die demokratische Gestaltung wurde zu einem nachgeordneten und auf den Rechtsbereich eingeschränkten Regelungsbereich. Die politischen Schlüsselfunktionen sollten in den Händen einer Geistesaristokratie liegen, zu der die Bürger qua demokratischer Mehrheit keinen Zugang besitzen. Von diesem geistesaristokratischen Ansatz her zog Steiner seine demokratiekritischen Konsequenzen: Bürgerliche Mündigkeit war angesichts der geforderten esoterischen Kompetenz kein Kriterium, Parlamentarismus im von eingeweihter Sachkenntnis beherrschten »Geistesleben« keine Form politischer Gestaltung. (…) So erscheint die Dreigliederung als liberales und pluralismuskonformes Gesellschaftskonzept. Analysiert man jedoch ihre fundamentalen Strukturen, erweist sie sich als das genaue Gegenteil, als autoritär und antipluralistisch. (…) Diese geistesaristokratische Konstruktion liegt auch der Dreigliederung zugrunde. Deren Grundlagen werden deshalb nicht vertragstheoretisch oder naturrechtlich oder im offenen Rekurs auf weltanschauliche Annahmen begründet, sondern an die Einsicht einer elitären Minderheit in »höheres« Wissen gebunden. Diese Autoritätsbegründung hat Steiner allerdings in öffentlichen Vorträgen nur kaschiert geliefert, hingegen im geschützten Bereich der internen Vorträge offen ausgesprochen.“(Zander, Helmut: Anthroposophie in Deutschland. Theosophische Weltanschauung und gesellschaftliche Praxis 1884–1945, Göttingen 2007, S. 1320, 1350)Zitiert nach:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/12/anthroposophie-und-sektenbegriff_4138.html

    Dieses Prinzip wird in ihrer hierarchisch antidemokratischen Organisation ja auch angewendet.
    Sehr schön hierzu und zu der Verlogenheit der öffentlichen Präsentation auch:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/07/anthroposophische-fuhrerherrschaft.html

    Ihr Gezeter können Sie sich also sparen.

    J.G.

  • #28
    Armin Köhler

    Hallo Ihr Streitteufel,

    es gibt sowohl auf Seiten der Anthroposophen als auch auf Seiten Ihrer Gegner Menschen mit Scheuklappen.

    »Sektierisches Verhalten« gibt es überall, Jens Gerlach. In den Zirkeln der Freudianer genauso wie unter den Anhängern eines naturalistischen philosophischen Menschenbildes oder eines neomarxistischen Materialismus oder den Verfechtern eines »religiösen Atheismus« wie Richard Dawkins. Einfach nur »gegen« Anthroposophen oder »Esoteriker« zu sein, macht noch keinen selbständigen aufgeklärten Freidenker aus. Ich denke nicht in diesen Schwarz-Weiß-Schablonen wie Sie, Herr Gerlach, habe als Waldorfvater einige hochfähige anthropsophische Gesprächspartner kennengelernt und lasse mich als Philosoph immer mal wieder von Steiners Ideen anregen, ohne dabei die Kritik etwa von Steiners rassistischen Äußerungen aus den Augen zu verlieren.
    Wirklich hervorragend finde ich übrigens den kritischen Artikel von dem anthroposophischen Historiker Ralf Sonnenberg zur Frage von Steiners Rassismen und Steiners Antijudaismus:

    http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner.htm

    Ich finde vor allem folgende Kritik Sonnenbergs an dem Indizierungsantrag zweier Schriften Steiners (2007) in der Argumentation treffsicher:

    »Die Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann-Kastein überspannte den Bogen ihrer berechtigten Kritik an den Rassentheorien Steiners auf medienwirksame Weise, indem sie für das Verfahren ein „Gutachten“ beisteuerte, das die Rechtmäßigkeit einer Indizierung nachweisen sollte. Die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ ließ sich allerdings nicht als Zugpferd einer politisch intendierten Kampagne zweier Steiner-Gegner missbrauchen und reagierte mit Besonnenheit: Dem vom Familienministerium auf Anregung der Initiatoren hin gestellten Antrag wurde nicht entsprochen, den Verantwortlichen des Rudolf Steiner Verlags allerdings geraten, künftige Ausgaben der beanstandeten Bände kritisch zu kommentieren. – Hätten sich die Initiatoren dieses Indizierungsantrags weniger von der Suche nach Schlagzeilen, die einem im Fall der „Anthroposophie-Kritik“ immer sicher sind, als vielmehr von aufrichtiger pädagogischer Sorge leiten lassen, dann müssten sie nolens volens auch Schriften Luthers, Herders, Kants, Fichtes, Hegels, Marxens, Max Webers oder Heinrich Manns, die antisemitische bzw. rassistische Passagen enthalten und keinesfalls durchweg den Ansprüchen historisch-kritischer Werkeditionen genügen, von heutigen Teenagern fernzuhalten suchen. Eine partielle Zensur, selbst wenn sie nur Jugendliche beträfe, verhinderte jedoch gerade die kritische Auseinandersetzung mit den in Rede stehenden Altlasten und nähme somit eine „Wiederkehr des Verdrängten“ billigend in Kauf. Nicht zuletzt der Umstand des „zweierlei Maßes“ zeigt die Unaufrichtigkeit des Ansinnens, sich des unbequemen historischen Erbes rassistischer Vorurteile mit den Mitteln der „Political Correctness“ zu erwehren. Ein Indizierungsgesuch, dessen Objektwahl Parteilichkeit verrät bzw. dessen Auswahlkriterien unklar bleiben, weil er aussschließlich Vorträgen des Esoterikers Steiner gilt, statt sich in gleicher Manier auch gegen renommierte Autoren der deutschsprachigen Literatur zu wenden, zeigt, dass die ihm zugrunde liegenden Motive keine wissenschaftlich-objektiven, sondern ideologische sind. Die Annahme überdies, theosophische Insider-Literatur aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gehöre zu den bevorzugten Freizeitlektüren heutiger Teenager, zielt, sofern sie überhaupt ernst gemeint ist, an der Lebensrealität von Jugendlichen vorbei.«

    http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/steiner-7.htm

  • #29
    Jan Luiten

    @ J.G.
    Da blamiert sich Zander historisch.
    Es sind aber nicht die einzige Fehler die er macht.

    J.G., können sie bitte mal einen Beitrag schreiben ohne zu schimpfen. Ich danke im voraus.

    Rudolf Steiner:
    „Unter den bedeutsamen Fragen, die in der Gegenwart aus der Weltkriegkatastrophe heraus, die Umwandlung in ganz neue Formen durchmachen, ist die der Demokratie. Daß Demokratie restlos das Völkerleben durchdringen muß, sollte eine selbstverstándliche Erkenntnis für alle sein, die einen offenen Sinn für das geschichtliche Gewordenen haben. Die Weltkriegskatastrophe hat die Unmöglichkeit einer Weiterentwickelung alles dessen erwiesen, was der Demokratie widerstrebt. Alles Anti-Demokratische hat sich selbst in die Vernichtung hineingeführt. Für diejenigen, welche in irgendeiner Form an Wiederaufrichtung eines solchen Ant-Demokratischen denken, wird es sich nur darum handeln können, daß ihrer Einsicht das als Beweis aufgeht, was die Wirklichkeit mit Strömen von Blut bewiesen hat.
    Aber die Frage, wie ist Demokratie zu verwirklichen, fordert gegenwärtig eine Stellungnahme heraus, die in verflossene Zeiten nicht in derselben Art da sein konnte. Bevor die soziale Bewegung in das geschichtliche Stadium eingetreten war, in dem sie heute ist, konnte man :über Demokratie anders denken, als man jatst muß. Die Frage wird immer drängender: Wie kann die soziale Bewegung dem demokratischen Leben einverleibt werden?“

    aus: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage, Dornach, 1961, S.101
    (Dieser Aufsatz ist früher auch erschienen im Zeitschrift „Soziale Zukunft“.)

    Und:
    „Und jeder erwachsene, mündig gewordene Mensch muß gleichen Anteil haben an dieser Regelung. Verwaltung und Volksvertretung müssen so gehalten sein, daß sich in ihnen auslebt, was aus dem Bewußtsein eines Menschen ergibt einfach dadurch, das er ein seelisch gesunder, mündiger Mensch ist.“

    aus: Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zur Zeitlage, Dornach, 1961, S.103

    Also: keine Vorrechte.

    Nein die mit den Gedanken von Memmi mache ich keinen Trick.
    Jede(r) kann nachvollziehen was ich mache, und wie ich argumentiere.

  • #30
    Andreas Lichte

    @ Armin Köhler

    Was der Anthroposoph Ralf Sonnenberg über das Indizierungsverfahren der „Bundesprüfstelle für jugendgefährende Medien“ (BPjM) schreibt, ist falsch.

    Die BPjM stellte fest, Zitat: „Der Inhalt des Buches [„Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ und „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“] ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.“

    Die Begründung der BPjM mit den beanstandeten Zitaten Rudolf Steiners finden Sie hier:

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/#comment-42026

    Die BPjM verzichtete lediglich aus formalen Gründen auf eine Indizierung, Zitat BPjM:

    „Das 12er-Gremium hat jedoch aufgrund der Erklärung des Verlages, zukünftig das benannte Buch nicht mehr in der vorliegenden Form zu veröffentlichen, gemäß § 18 Abs. 4 JuSchG, und damit wegen der Annahme eines Falls von geringer Bedeutung, von einer Listenaufnahme abgesehen. Die vorhandenen Restexemplare der gegenwärtig letzten Auflage erhalten nach Zusicherung des Verlages eine kritisch kommentierende Beilage.“

    Die Erklärung des Rudolf Steiner Verlages wurde NICHT eingehalten, siehe:

    „Bundesprüfstelle an der Nase herumgeführt“

    http://blog.thebrights.de/2008/11/24/bundesprufstelle-an-der-nase-herumgefuhrt/

  • #31
    Jan Luiten

    @ A.Voss
    Die Theorie von Memmi is eine sozial wissenschaftliche Theorie. Ich mache keine Tricks damit. Seimne Auffassungen werden mehr oder weniger auch von andern Wisssenschaftler geteilt.

    Es geht ein tiefes Mistrauen von ihnen aus mich gegenüber.
    Warum? Ich versuch ehrlich zu aregumentieren.
    Soll ich es noch klarer sagen wie ich das Verhältnis zu Steiner sehe ?
    Er hat eine Mehtode/Mehtodologie gebracht die den Kern der Anthroposophie bildet.
    Alle Kenntnisse die er gewonnen hat sind nicht zum GLAUBEN da. Da muß man als Anthroposoph seine Freiheit behalten.
    Man soll selber forschen/untersuchen. Dann kann es mal vorkommen daß man darauf sieht daß Steiner Dinge gesagt hat die kommentiert werden müssen, oder sogar korrigiert.
    Kann es sein daß sie, Herr Voss, selber zu viel denken in dem Authorität-Glaubiger Schema?
    Woran habe ich das Mißtrauen zu verdanken?
    Ich habe das Recht Steiner zu verteidigen, und mache das fair. Niemand hier will Rassismus – ich sicher nicht.
    Steiner hat Unterschiede gemacht gerade um den Rassismus zu überwinden. Niemals hat er gesagt diese oder jene Gruppe sollte weniger Rechte habe.

  • #32
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    Sie schreiben: „Steiner hat eine Methode/Methodologie gebracht, die den Kern der Anthroposophie bildet“

    Dann beschreiben Sie doch mal diese Methode.

    „Argumente“ haben wir von Ihnen noch nicht gehört, nur Behauptungen. Beschreiben Sie also Steiners „Methode“ und liefern Sie gleich noch einige allgemein gültige Argumente für deren Richtigkeit. Merci!

  • #33
    Jens Gerlach

    @ Jan Luiten

    Er hat eine Mehtode/Mehtodologie gebracht die den Kern der Anthroposophie bildet.

    Jo, die Methode der Indoktrination und Agitation, von Demokratie zu reden und Führerherrschaft zu meinen.

    Man soll selber forschen/untersuchen

    Klar. Vor allem in der „Akasha Chronik“.

    J.G.

  • #34
    Jan Luiten

    @JG
    Sie machen Fortschritte.
    Kein Geschimpf, sonder “nur” Zynismus”

    Sie können bestimmt Steiners Gedanken lesen!
    Ich bringe hier Texte von Steiner, aber s i e wissen was er wirklich gedacht hat.
    Ah, ich verstehe, sie schauen in die Akasha Kronik hinein, und schaue dort Seiners Gedanken!.

    @ AL
    Das können sie nicht meinen!
    Ich habe viele Argumente gebracht.
    Auch die Methode habe ich schon beschrieben, zwar nicht anlàßlich dieses Berichts, sondern anläßlich den beiden anderen Berichten den sie gut kennen.
    Wie kann es sein daß sie das vepasst haben? Nicht gut gelesen , keine Interesse?

    Meine Behauptung daß Steiner kein Rassist war, stùtzt auf einer sozialwissenschaftlichen Theorie, ist also nicht bloß eine Behauptung. ARGUMENT ist das man nur von Rassismus sprechen kann wenn
    es eine verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede gibt, zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.
    ARGUMENT: Man findet bei Steiner nicht daß er aufruft zur benachteiligung einer Gruppe oder Agression gegen eine Gruppe.
    ARGUMENT: Man findet bei Steiner schon daß er aufruft zur Gleichheit ins Rechstleben, also gleiche Rechte fùr alle. Freiheit in dem Geistesleben. Brüderlichkeit´/ Geschwisterlichkeit in dem Wirtschaftsleben
    ARGUMENT: Steiner ist Befùr worter der Demokratie fùr Staaten, aber auch für Betriebe.

  • #35
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    geben Sie mal die links zu Ihren Kommentaren an, in denen Sie Rudolf Steiners „Methode“ beschrieben haben wollen. Beschrieben, mit allgemein gültigen Argumenten für die Richtigkeit dieser Methode.

    Ausser Allgemeinplätzen habe ich von Ihnen noch nichts gehört.

    Auf Ansgar Martins Artikel sind Sie auch nicht eingegangen. Er argumentiert sehr überzeugend, dass Rudolf Steiner ein Rassist war, mehr noch: eine eigene Rassenlehre geschaffen hat. Kein Wort von Ihnen dazu. Stattdessen der wiederholte Missbrauch von Memmis Rassismus-Definition, um Steiner weiss zu waschen.

  • #36
    Armin Köhler

    @ Andreas Lichte

    Ihre Zitate bezüglich der Bundeszentrale für poltische Bildung und des Indizierungsverfahrens widersprechen doch dem Kommentar von Ralf Sonnenberg in keinster Weise.
    Sonnenbergs Kritik, so wie ich sie verstehe, richtet sich eben nicht gegen die Bundesprüfstelle, der er »Besonnenheit« attestiert, sondern gegen die Initiatoren einer Kampagne, die sich wahllos Rudolf Steiner als Buhmann rassistischer Aussagen erkoren hat, aber genauso gut gegen Marx (!), den frühen Heinrich Mann oder andere Autoren einschreiten müsste, deren Schriften von heutigen Jugendlichen viel häufiger gelesen werden dürften als zwei Vortragszyklen Steiners aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
    Sonnenberg kritisiert das zweierlei Maß-Anlegen, nicht aber den Vorwurf, Steiner hätte rassistische Aussagen getätigt. Auch kritisiert er nicht die Bundesprüfstelle in ihrer Entscheidung und Begründung.

    Im Übrigen, Herr Lichte, erscheinen Sie mir als vollkommen staats- und titelgläubig. Wenn eine Bundesbehörde irgendetwas beschließt, heißt das nicht viel mehr, als dass ein paar Personen, die dieser Behörde vorstehen und die mit staatlichen Weihen versehen sind, zu irgendeinem Urteil kommen. Dieses Urteil darf akzeptiert werden, wie es beispielsweise Sonnenberg tut, oder eben auch abgelehnt oder kritisiert werden, wie es andere tun. Eine Bundesbehörde ist keine von »oben«, von Gott, eingesetzte Behörde, deren Urteile per se unangefochten bleiben müssen.

    Die von Ihnen so favorisierte »Bundeszentrale für politsche Bidlung« war in ihrer Geschichte immer wieder in peinliche Indizierungsverfahren verwickelt: Etwa Ende der sechziger Jahre wegen der angeblich jugendgefährdenden Wirkung der Zeitschrift »Konkret«. Diese Zeit habe ich selbst als 68er miterlebt.
    Hingegen versagt diese Behörde in weiten Teilen, wo es um das Verbot von Killerspielen und Horrorfilmen bei Jugendlichen geht, die m.E. eine viel größere Gefahr darstellen als rassistische Äußerungen in Vortragszyklen Steiners, die von kaum einem heutigen Teenanger gelesen werden.
    Im Übrigen müsste man dann konsequenterweise auch Marxens Schrift »Zur Judenfrage«, seine Briefe über den »verniggerten Juden Lassalle«, Heinrich Manns antisemitischen Briefe, Fichtes »Beitrag zur Berichtigung des Urteils des Publikums über die Französische Revolution«, Herders »Philosophie der Geschichte« (in der Juden mit Parasiten gleichgesetzt werden), Hegels Rassentheorien über »Neger« und einen beträchtlichen Teil des literarischen Kulturerbes des 19. und frühen 20. Jahrunderts indizieren.
    Ich bin ein Anhänger der Aufklärung, nicht aber der Indizierung und habe auch kein Vertrauen in staatliche Behörden als Indikatoren der Wahrheitsfindung. Die Wahrheitsfindung überlasse ich da lieber dem offenen Wettstreit der Argumente. Überdies finde ich es wichtig, dass Jugendliche sich eine eigene Meinung über Schriften Marxens, Hegels oder auch Steiners bilden – und die Grundlagen einer solchen Meinungsbidlung nicht indiziert werden! Abgesehen davon nützt dies ohnedies überhaupt nichts, da all diese Texte auch im Internet – zumindest auszugsweise – erhältlich wären.

    Der Beitrag von Sonnenberg erscheint mir als das ausgewogenste, fairste und kritischste, was derzeit zum Thema »Rudolf Steiner und Rassismus-Vorwurf« vorliegt. Selbst die Artikel von Zander empfinde ich nicht als derart differenziert.
    Der Artikel widerlegt doch Ihren pauschalen Vorwurf, dass alle Anthroposophen »Sektierer« seien.
    Umgekehrt könnte man nämlich auch sagen, Sie geben mit Ihrem anti-anthroposophischen, völlig undifferenzierten Schwarz-Weiß-Denken das beste Beispiele für einen Sektierer ab.
    Ihre Argumentation folgt doch immer dem gleichen Muster:
    Zunächst entwerfen Sie ein Feindbild »die Anthroposophen«.
    In dem Feinbild sind selbstverständich alle Zwischentöne ausgeblendet, denn sonst wäre es ja kein Feinbild.
    Nach dem sie den Popanz aufgebaut haben, gerieren Sie sich als »Gegner«, der mutig auf den Popanz einschießt und einschlägt – und sich dabei auch einen gewissen Ruf erwirbt.
    Dieser Ruf ist zwar etwas peinlich, denn der Name »Andreas Lichte« wird selbst von ernstzunehmenden Anthroposophie-Kritikern eher mit Spott ausgesprochen: aber das ficht Sie ja nicht an, solange Sie in den »Schglagzeilen« der Bloggs und Internet-Foren Ihren Namen lesen können.
    Wären Sie nicht Anthroposophie-Gegner, wüsste keiner im Internet von Ihrer Existenz. Aus diesem Grund müssen Sie das Feinbild »Anthroposophie« aufrecht erhalten.
    Das Ganze ist simple Psychologie, und hat mit wirklich kritischem, ausgewogenen Denken nicht viel zu tun …

  • #37
    Armin Köhler

    @
    Andreas Lichte

    sorry, ich meine natürlich die »Bundeszentrale für JUGENDGEFÄHRDENDE SCHRIFTEN«, nicht die für »politische Bildung« ……..!! Das kommt davon, wenn man zwischen Schreibtisch und Telefon Kunden berät und auch noch Postings schreibt 🙂

  • #38
    Andreas Lichte

    @ Armin Köhler

    Das Indizierungsverfahren der BPjM gegen Rudolf Steiner hat dazu geführt, dass wir überhaupt „miteinander reden“ können, dass es überhaupt eine Diskussion über Rudolf Steiner gibt, siehe:

    http://www.stern.de/panorama/waldorf-paedagogik-kein-rassismus-im-werk-rudolf-steiners-602805-faq.html

    „Waldorfschulen-Gründer: „Der Neger hat ein starkes Triebleben“

    (…) Lichte sagt: „Der Indizierungsantrag ist für mich die ultima ratio, doch noch eine wirkliche Diskussion zur Anthroposophie und damit zur Waldorfpädagogik in Gang zu setzen.“

    Denn das Gespräch hatte er gesucht, auch bei Walter Hiller, seinerzeit Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen. Hiller antwortete auf Lichtes Bedenken. Er verteidigt Steiner und wirft Lichte mangelnde Einsicht in die Thematik vor:

    „Ich kann sehr gut verstehen, dass die spontane Begegnung mit Begriffen wie ‚absterbende Rasse‘, ‚dekadente Abzweigung‘ im Zusammenhang mit dem Schicksal der Indianer geradezu wie eine Rechtfertigung für den unmenschlichen Umgang mit den Einwohnern Amerikas wirken“, meint Hiller. „Dies ist sicher nicht der einzige ‚Kurz-Schluss‘, der sich beim Kennenlernen des Werkes Steiners zunächst ergeben kann, sicher aber der folgenreichste, weil die assoziierte Thematik mit ihrem Gewicht schon sehr viel gelassenes Erkenntnisstreben braucht, um den Gedanken von der ‚Entwicklung der Menschheit‘ nach-zu-denken, um seine aktuelle Relevanz zu prüfen.“ (…)“

    .

    Das BPjM-Verfahren hatte für mich auch die Funktion, Waldorfschüler dazu zu bringen, Steiner wirklich zu lesen: Nichts ist so attraktiv, wie das Verbotene …

    Vielleicht lesen Sie auch mal Steiner?

  • #39
    Jan Luiten

    @Armin Köhler
    Danke für die Kommentare sehr aufschlußreich.

    @Andreas Lichte
    Zum Bericht Ansgar Martin.
    Aussagen über „Rassen“ finde ich kein Problem solange sie kein Rassismus beinhalten.
    Ich weise zurück daß Steiner eine Rassenlehre entwickelt hat, weil diesr Begriff „Rassenlehre“ Rassismus beinhaltet.
    Klar hat er Aussagen über „Rassen“ gemacht aber nicht um einer davon zu unterdrücken oder zu benachteiligen, also bilden diese Aussagen keine Rassenlehre und sind kein Rassismus. Vereinzelt gibt es Aussagen Steiners die man in unserer Zeit kommentieren oder korrigieren muß.

    Für mich bilden Steiners Erkenntnistheoretischen Werke den Kern der Anthroposophie, und von diesen Werken ist die „Philophie der Freiheit“ das wichtigste Buch.
    Die Philosophie der Freiheit ist exoterisch geschrieben, also keine “übersinnliche” Begriffe. (Als Materialist kann man ruhig dieses Buch lesen.)
    Weil das Buch eine Mehtode dartstellt und also auch ein übungsbuch ist, hat es kein Zweck hier dieses Buch zusammen zu fassen.
    Das Buch ist total voraussetzungslos geschrieben worden:, Ohen Voraussetzungen wird ein Gedankengang entwickelt.
    Durch die Philosophie der Freiheit wird die Geisteswissenschaft philophisch- Erkenntnistheoretisch fundiert.

    Steiners Erkenntnistheoretische Schrifte:
    •Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung, mit besonderer Rücksicht auf Schiller (GA 2), 1886 (Internet)
    •Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel einer „Philosophie der Freiheit“ (GA 3), 1892 (Internet)
    •Die Philosophie der Freiheit. Grundzüge einer modernen Weltanschauung – Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode (GA 4), 1894 (Internet)
    •Goethes Weltanschauung (GA 6), 1897 (Internet)

    Ein Link: Steiners Erkenntnistheorie als Beitrag zur theoretischen Begründung des Goetheanismus
    http://www.klaus-frisch.de/html/body_erkenntheor.html

  • #40
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jan Luiten: Ich hab den Beitrag über Goetheanismus gelesen. Beim besten Willen: Das ist blanker Unsinn. Ich mag Goethe als Schriftsteller, als Naturforscher war er eine Null, allein schon wegen seiner Abneigung gegen die Mathematik. Das ist das Grundsätzliche Problem: Was sie Wissenschaft nennen ist schlicht keine sondern sich Wissenschaft nennende Esoterik.

  • #41
    Jens Gerlach

    @ Stefan Laurin

    Anthroposophen empfehlen immer die Texte, die Herr Luiten genannt hat für den „nichteingeweihten“ Leser. Die philosophisch vollkommen unbedeutende „Philosophie der Freiheit“ darf noch alleine gelesen werden. Die anderen Werke, die Herr Luiten wohlweißlich nicht nennt, und in denen der wirkliche, angebliche „Erkenntnisweg“ beschrieben wird, sollen nur unter „fachkundiger Anleitung“ studiert werden, weil es dabei um weit mehr geht als sich nur von kritischem Denken zu verabschieden.
    Was als Steiners „Erkenntnistheorie“ in der anthroposophischen Schulung schrittweise vollzogen wird, können Sie nachlesen in: „Wie erlangt man Erkenntnisse höherer Welten“ (GA 10)

    Im Internet:

    http://fvn-rs.net/PDF/GA010.pdf

    Der „Geistesschüler“ soll die Schriften der „Eingeweihten“ lesen und sich demütig ihrer Führerschaft unterstellen. Er muss dann verschiedene Proben bestehen. Als erstes gilt es zu beweisen, sich von etwaigen wissenschaftlichen oder sonstigen außeranthroposophischen Einflüssen losgesagt zu haben (Feuerprobe). Dann muss er Pflichten für die anthroposophische Mission übernehmen (Wasserprobe) und alles Denken und Handeln seines bisherigen Lebens über Bord werfen und in den Dienst der Sache stellen. (Luftprobe). In der vierten und fünften Erkenntnisstufe geht es dann in den Bereich der Meditation und Halluzination. Schließlich muss er noch an den „Hütern der Schwelle“ vorbei. Ist der „Geistesschüler“ 24 Stunden am Tag – auch im Schlaf! – nichts anderes als reiner „Anthroposoph“, ist das Ziel erreicht.

    Eine Überschrift lautet: „Die Spaltung der Persönlichkeit während der Geistesschulung“ Steiners „Erkenntnisweg“ lässt sich auch als Weg in die komplette Schizophrenie bezeichnen. Was Steiner in den genannten Bänden ausführt ist keineswegs bloße „Theorie“, resp. ein schlechter Witz, sondern die Praxis innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft. „Anthroposophie“ ist die Zerstörung der eigenen Persönlichkeit, der fundamentalistische und totale Ausstieg aus der Realität hinein in Rudolf Steiners „Geisterland“.

    Um sich ein Bild davon zu machen, was Steiner sonst noch so alles predigte, sehr empfehlenswert: „Das esoterische Christentum und die geistige Führung der Menschheit“ (GA 130) und „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis“ (GA 100)

    Im Internet:

    http://fvn-rs.net/PDF/GA130.pdf

    http://fvn-rs.net/PDF/GA100.pdf

    Zu dem, was Herr Luiten und Herr Köhler hier vorführen, kann ich den Lesern nur sagen: Lasst euch nicht verarschen.

    J.G.

  • #42
    Ansgar Martins

    @ Jens Gerlach. Das klingt interessant.^^ Glauben Sie, es gibt meditative bzw. Konzentrations-Praktiken, die die Psyche aus sich heraus zur Schizophrenie führen? Oder war das eher rhetorisch gemeint? Lustigerweise sind Steiners „Übungen“ nicht einmal Praxis bei vielen AnthroposophInnen. Da hat mensch teilweise zu viel Angst vor „Luzifer“ und hoft, durch reine Lektüre der Steinerschen Vorträge zum „reinen Denken“ vorzustoßen.

    @ Jan Luiten. Es gibt zwar Kontinuitäten zwischen der Philosophie der Freiheit und „Wie erlangt man“, z.B. im absoluten „Ich“ bzw. dem Postulat grenzenloser Erkenntnis, aber das theosophische Menschenbild ist von dem des „philosophischen Individualisten“ vor 1900 doch recht grundlegend verschieden.

    Zum Absoluten ICH bzw. den dualistischen Implikationen vgl.

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/09/22/die-machte-des-lichts-symptome-steinerschen-geisterkenntnis-eine-philosophische-stellungnahme/

    Zudem kommt die Frage auf, warum es denn überhaupt in „geistigen“ Angelegenheiten um „Wissenschaft“ gehen soll. Warum dürfen Symbole nicht Symbole, Mythen Mythen bleiben?

    Durch deren Vermengung mit sog. Wissenschaft à la Haeckel kommt dann auch eine Evolutionstheorie mit „Buddha auf dem Mars“ und Atlantis zustande. Und Steiner hat, wie der obige Artikel belegt – TROTZ seiner Wertschätzung des „Ich“ -, der „kaukasischen“ Rasse die Aufgabe zugeschrieben, das „logische Denken“ auszuüben, während er „Neger“, „Malayen“ etc bestenfalls diffus-„traumhafte“, archaischere Bewusstseinsformen unterstellt. Also korrespondiert sein Evolutionsbild, das ebenfalls aus „dumpf-traumhaften“ Daseinsformen zum „logischen Denken“ führt, mit den Vorstellungen über „Rassen“.

    Auch der Anthroposoph Ralf Sonnenberg schildert das (zur Quelle siehe den Link oben, S. 2):

    „…als rassistisch muss aus heutiger Sicht Steiners sporadisches Bemühen gewertet werden, biologische »Rassen« mit dem Grad der mentalen »Entwicklungsreife« ihrer Angehörigen zu korrelieren und somit eine Hierarchisierung von Menschengruppen spirituell zu begründen, deren unterste Sprossen den – aufgrund ihrer physischen »Degeneration« zum Aussterben verurteilten – Indianern sowie den von »Trieben« und »Witterungen« dominierten »Negern« vorbehalten bleiben.

    Die Tatsache, dass Steiner bisweilen auch anerkennende Worte über den Animismus der Indianer, die »Naturgeistigkeit« der Afrikaner oder die »Tao-Religion« der Chinesen verlor, (…) markiert eine entscheidene Schwachstelle der sich geschichtsevolutionären Denkmustern verpflichtet fühlenden Anthroposophie: Folgt deren historisches Verständnis doch einer zutiefst eurozentrischen Binnenlogik, derzufolge außereuropäische Kulturen, selbst wenn sie über spirituelle Ressourcen beträchtlichen Umfangs verfügen, fast grundsätzlich »atavistisch« seien und sogar noch unter der materialistisch geprägten Zivilisation des modernen Europa rangierten, die immerhin eine Vorbereitungs- und Durchgangsstufe zur Entwicklung der »Bewusstseinsseele « darstelle. Die »arische« oder europäische hielt Steiner, der hieraus allerdings keine imperialen oder kolonialistischen Zielsetzungen ableitete, denn auch für die »zukünftige, da am Geiste schaffende Rasse«. Sie repräsentiert innerhalb seines Weltanschauungskosmos die »fünfte nachatlantische Kulturepoche«, deren Anfang er auf den Beginn der frühen Neuzeit datierte.“

    Ich empfehle dazu GA 174b, 1. Vortrag.

  • #43
    Jan Luiten

    @Herr Laurin, schön wieder von Ihnen zu vernehmen.
    Man hat mich gefragt um Beweise, und ich liefere auf Bestellung !
    Nur soll man dann auch wirklich die Philosophie der Freiheit lesen !!. Erst wenn man sieht daß ein erkenntnistheoretisch Fundament da ist um geistiges zu erfahren, kann man offen sein für Wahrnehmungen in die Geistigen Welt.
    Sie haben natürlich die Freiheit das nicht zu wollen.

    @JG
    Sie haben recht wenn sie sagen daß auch in „Wie erlangt man Erkenntnisse höheren Welten“ eine Methode vorliegt.
    Diese Methode „würde ich aber nicht als „erkenntnistheoretisch“ bezeigen, und ist darum nicht grundlegend.
    „verarschen“ finde ich jetzt wieder ein Zurückfall.

    @AM
    Es ist für mich kein Problem aber für alle Klarheit:
    Wenn sie daran zweifle das man auf dem geistigen Gebiet Wissenschaft treiben kann sind sie natürlich kein Anthroposoph. Ich schreine das jetzt hier weil ich anfänflich dachte sie wäre einer.
    Für die Sache macht es aber nichts aus.
    Ich bin nicht mit Sonnenberg einverstanden.
    Man muß bestimmte Dinge dagen können ohne unmittelbar Rassist zu sein. Da soll jede Aussage für sich beurteilt werden müssen, so wie die holländische Kommission gemacht hat.

  • #44
  • #45
    Ansgar

    @ Jan luiten

    Die Holländische Kommission ist diesbezüglich irrelevant. Es ging darum, nach niederländischem Recht strafbare Äußerungen zu finden. Das sagt aber nichts darüber, was Steiner über Rassen lehrte – und das hängt mit der Evolutionstheorie zusammen. Bei der bloßen Analyse von einzelnen Formulierungen wird die ausgeblendet.

  • #46
    Jan Luiten

    @Ansgar
    Da machen sie einen Fehler.
    Ich habe das Gutachten hier vor mir. Das Original hat 720 Seiten. Ich gehe davon aus daß sie eine Deutsche Übersetzung gelesen haben (?).
    Drei Fragen hat die Kommission zu beantworten gehabt: (die Übersetzung ist von mir jl)
    1.Beinhaltet die Anthroposophie eine Rassenlehre ?
    2.Gibt es in dem Werk Rudolf Steiners Aussagen die darauf hinweisen daß die Rede sein könnte von Diskriminierung nach Rasse ?
    3.Gibt es in dem Werk prominenter Niederländischen Anthroposophen Elementen die weisen auf Diskriminierung nach Rasse ?
    Die Untersuchung ist also viel breiter angestellt worden als nur juristisch.

    Noch ein Paar Definitionen: von Rassismus:
    the use of race to establish and justify a social hierarchy and system of power that privileges, preferences or advances certain individuals or groups of people usually at the expense of others. Racism is perpetuated through both interpersonal and institutional practices.
    www.understandingrace.org/resources/glossary.html

    Any attitude, action or institutional structure which systematically treats an individual or group of individuals differently because of their race. www.translationdirectory.com/glossaries/glossary007_r.htm

    a social system in which a minority is privileged at the expense of others, always based on the fictitious idea that human beings are naturally divided into „races“ with innate differences of ability and intelligence. …
    www.bijac.org/index.php

    any action, practice, or belief that reflects the racial worldview—the ideology that humans are divided into separate and exclusive biological entities called „races,“ that there is a causal link between inherited physical traits and traits of personality, intellect, morality, and other cultural behavioral features, and that some races are innately superior to others.
    http://www.britannica.com/EBchecked/topic/488187/racism

    The belief that some races are inherently superior (physically, intellectually, or culturally) to others and therefore have a right to dominate them.
    The American Heritage® New Dictionary of Cultural Literacy, Third Edition

    the use of race to establish and justify a social hierarchy and system of power that privileges, preferences or advances certain individuals or groups of people usually at the expense of others. Racism is perpetuated through both interpersonal and institutional practices.
    www.understandingrace.org/resources/glossary.html

    Die Aussagen Steiners in Ihrem Bericht sind nach diesen Definitionen und nach Memmi”s Theorie nicht Rassistisch.
    Rassismus beïnhaltet daß eine Gruppe mehr Rechte (Privilegen) hat als eine andere Gruppe, und daß dieser Unterschied in Rechtsposition legitimiert wird dadurch daß die eine Gruppe (“Rasse”)angeblich Superiotität hat.
    Niemals hat Steiner gesagt diese oder jene Gruppe oder “Rasse” soll weniger Rechte haben als eine andere.

  • #47
    Jens Gerlach

    Zu Herrn Luitens glorreicher „Kommission“:

    http://www.akdh.ch/ps/ps_73-Speit.html

    J.G.

  • #48
    Arnold Voß

    Jan Luiten, sie sind der größte „Copy an Paste“ Kommentator den ich in diesem Blog kenne. Das führt zu einer äußerst redundanten Diskussion, denn ihre Mitdiskutanten werden dadurch ebenfalls zur Wiederholung gezwungen.Sie tun ihrer Sache damit keine guten Dienst und mich öden sie damit einfach nur noch an.

  • #49
    Jan Luiten

    @Arnold Voß
    sie sind die schlechteste Wahrnehmer den ich kenne in diesem Blog. Lichte, Gerlach und Martin hat mehr kopieert und gepastet als ich. Der Tekst von Steiner über Demokratie habe ich aus dem Buch übergetippt. Im Gegensatz zu was sie meinen habe ich damit die Sache eine gute Dienst getan: Ein Beweis dafür geliefert daß Steiner demokratisch dachte.
    Ob ich die Sache weiterhin eine gute Dienst beweise ist nicht ihr Problem. Lass die Leser darüber urteilen. Sie, Herr Voss, brauchen doch wirklich meine Kommentare nicht zu lesen wenn sie sie anöden.

  • #50
    Arnold Voß

    Jan Luiten,sie schreiben und zitieren immer dasselbe und lassen sich auf kein Argument ein. Das ist Mission und nicht Dialog. Aber sie haben recht, ich muss ihre Kommentare nicht lesen und ich werde es auch nicht mehr tun.

  • #51
    Ansgar

    @ Arnold Voß: „redundant“ klingt nicht nur dezent, sondern trifft es auch ziemlich genau^^

    Herr Luiten: „any action, practice, or belief that reflects the racial worldview—the ideology that humans are divided into separate and exclusive biological entities called “races,” that there is a causal link between inherited physical traits and traits of personality, intellect, morality, and other cultural behavioral features, and that some races are innately superior to others.“

    Das trifft aber genau auf Steiner zu! Schauen Sie auch mal bei Wikipedia, da gibt es nicht nur ebenfalls eine sehr gute Definition, sondern auch Links zu einigen anderen.

  • #52
    Andreas Lichte

    @ Arnold Voß

    Du schreibst: „Jan Luiten, sie schreiben und zitieren immer dasselbe und lassen sich auf kein Argument ein. Das ist Mission und nicht Dialog.“

    Könntest du nicht dasselbe über Valentin Hacken, Vorstand der WaldorfSV, sagen?

    Siehe seinen Artikel:

    „Waldorf-Kritik: Wenn das Licht ausgeht“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorf-kritik-wenn-das-licht-ausgeht/

    Da findet sich doch genau dasselbe, was Luiten sagt, Zitat Hacken:

    „(…) beauftragte die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden eine Kommission unter Leitung des international renommierten Menschenrechtsanwalts Th. A. van Baarda mit der Prüfung der Rassismusvorwürfe. Quantitativ handelt es sich in über 89.000 Seiten um 67 nach Bewertung der Kommission diskriminierende Aussagen. In der Analyse des Gesamtwerkes kam die Kommission zu der Ansicht, dass Rudolf Steiner definitiv keine rassistischen Ansichten vertrat; entsprechende Äußerungen Steiners gibt es zur genüge.“

    Wir sollten Hacken und Luiten dankbar sein, dass sie hier exemplarisch vorführen, was eine fundamentalistische religiöse Bewegung ist.

  • #53
    Arnold Voss

    Ja, das gilt für beide. Ich finde aber, die beiden haben das jetzt lange genug vorgeführt. Zumindest für mich. Mit solchen Leuten ist eine Auseinandersetzung reine Zeitverschwendung.

  • #54
    Andreas Lichte

    @ Arnold Voß

    Du schreibst: „Mit solchen Leuten [wie Valentin Hacken und Jan Luiten] ist eine Auseinandersetzung reine Zeitverschwendung.“

    Stimmt. Eine Auseinandersetzung mit Anthroposophen ist reine Zeitverschwendung. Der Unterschied von Hacken und Luiten zu anderen Anthroposophen ist nur, dass die sich erst gar nicht zu Wort melden. Die sitzen Steiner einfach aus.

    Jens Gerlach hat in Kommentar 47 einen link gepostet, der das „anthroposophische Aussitzen“ gut zusammenfasst:

    http://www.akdh.ch/ps/ps_73-Speit.html

    „Reflexion ohne Kontext – Steinersche Rassismen und anthroposophische Reaktionen

    (…) Seit Anfang der 90er Jahre steht der Begründer der Anthroposophie (1861 – 1925) wegen seiner esoterisch legitimierten Rassismen in der Kritik. Nur die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (Sitz in Dornach/ Schweiz) und die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland finden nicht den Weg zu dieser Weisheit.

    (…) Weder die Studie der Niederländischen Vereinigung, noch die Positionen der Deutschen Gesellschaft der Anthroposophen geben eine Antwort auf die Frage, inwieweit die Rassismen Steiners programmatisch für die Anthroposophie sind, da sie dies nicht konsequent reflektieren. Die Frage nach einem strukturellen Rassismus in Steiners Geisteswelt stellt sich auch nicht der Vorstand der Dachorganisation, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft im Goetheanum. Ebenso wenig hinterfragen sie, ob nicht Steiners immanente Determinismen und Klassifikationen, esoterisch legitimiert, charakteristisch für die Anthroposophie sind. Bis dato praktiziert die Anthroposophische Gemeinde eine Reflexion ohne Kontext. Vielleicht weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Also resümieren sie: Steiner war und ist kein Rassist und die Rassismen sind nicht charakteristisch. Die Wege der Anthroposophie sind unergründlich.“

  • #55
    Jan Luiten

    In dem von Lichte und Gerlach erwähnten Artikel von Andreas Pelt hat er (Pelt) die Frage nach das programmatische innerhalb der Anthroposophie bezüglich die “Rassen” gestellt. Das gibt es nicht, es gibt sozial-poltisch die “Dreigliederung des sozialen Organismus” die absolute GLEICHBERECHTIGUNG fordert. Die Kritiker wissen leider nichts über die Dreigliederung.
    Steiners Buch die “Kernpunkte der sozialen Frage” ist auch ein Buch das exoterisch- das heisst ohne Hinweisungen auf eine geistige Welt- geschrieben worden ist. In diesem Buch legt Steiner die Dreigliederung da. Ich finde daß dieses Buch alleine schon eine Wiederlegung der Rassismuskritik darstellt. Darum war ich anfänglich auch gegen die genannte Kommission.

    Voß und Lichte, sie sind beide nicht auf die Dreigliederung eingegangen. Das ist für mich dann doch auch Zeitverschwendung! Der Eindruck entsteht: Wenn ihnen nicht recht gegeben wird finden sie es Zeitverschwendung. Kindisch. Sie wollen nur hören ja, sicher, Steiner war ein Rassist.
    Es gibt Definitionen angesehener Wissenschaftler die das nicht bestätigen. Darum ist Begriffsklärung notwendig (hat auch Andreas Pelt nicht gemacht). War in ihrem Standpunkt irgendeine Bewegung wahrzunehmen? Nein. In ihren Wörtern: fundamentalistisch. Inwieweit haben sie selber den Dialog gesucht? Nicht. Ich sollte nur zugeben.

    Ansgar Martin, ist doch klar, es gibt verschiedene Definitionen, warum soll mann dann immer so definieren daß Steiner Rassist wird? Ein neuer Diskurs über den Rassismusbegriff ist erforderlich.

  • #56
    NWA

    „Die Kritiker wissen leider nichts über die Dreigliederung.“

    Doch, die wissen, was Anthroposophen als „Demokratie“ ausgeben:

    Anthroposophie und Sektenbegriff
    Zweckmäßigkeit und Bedeutung einer Vokabel

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/12/anthroposophie-und-sektenbegriff_4138.html

    Anthroposophische Führerherrschaft
    Geschichtsklitterung, antidemokratische Programmatik und schulische Vermittlung

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/07/anthroposophische-fuhrerherrschaft.html

    Ich bin kein Anthroposoph!
    Interview mit Daniel Schily

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/06/ich-bin-kein-anthroposoph.html

  • #57
    Jan Luiten

    @ NWA
    Ach NWA, , dieser Blog wonach die Links verweisen kenne ich.
    Man sollte eigentlich in einer Demokratie nicht akzeptieren daß so ein Blog existiert.
    In einer Demokratie soll natürlich Meinungsfreiheit sein, aber es soll klar sein WER für eine Bestimmte Meinung verantwortlich ist. Das ist bei diesem Blog nicht der Fall.
    Darum kann ich was man dort publiziert nicht seriös nehmen.
    Angeblich wissen sie was Demokratie heisst. Dann können sie nur mit mir einverstanden sein.
    Lesen sie bitte auch mein Kommentar nr. 29

  • #58
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    Haben Sie mal überlegt, warum jemand, der die Anthroposophie kritisiert, auf ein Impressum verzichtet?

    Vielleicht, weil er endlose und kostspielige juristische Auseinandersetzungen mit den Rechtsanwälten der Anthroposophie vermeiden will?

    Ich lasse meine Artikel inzwischen vor der Veröffentlichung von einem Rechtsanwalt Korrektur lesen. Deshalb:

    http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    „NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II

    NPD-BLOG.INFO hatte am 08. März 2009 einen Gastbeitrag von Andreas Lichte veröffentlicht. Darin ging es um die Arbeit des rechtsextremen Funktionärs Andreas Molau als Waldorflehrer sowie dessen Buchprojekt mit Lorenzo Ravagli, einem Vordenker der Waldorf-Pädagogik. Dieses Projekt hatte Ravagli kurz vor der Buchveröffentlichung im Jahr 2007 gestoppt – und es ist dem Anthroposophen offenbar noch immer unangenehm. So ging Ravagli wegen des Beitrags auf NPD-BLOG.INFO rechtlich gegen Andreas Molau vor, weil er in dem Interview Sätze aus dem Buch zitiert hatte. Und auch Autor Andreas Lichte sowie NPD-BLOG.INFO erhielten Post von Ravaglis Anwälten. Daher steht der Artikel “Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte” jetzt nur noch ohne die Zitate aus dem nicht veröffentlichten Buch von Andreas Molau sowie dem Anthroposophen Lorenzo Ravagli zur Verfügung. Hier der Artikel, die Zitate sind durch ein XXX gekennzeichnet: (…)“

    Lorenzo Ravagli … genau um den geht es im Artikel von Ansgar Martins. Ein Steiner-Weiss-Wäscher wie Sie. Nur in einer offiziellen Position: Ravagli ist der Chefideologe der Anthroposophie.

  • #59
    Jens Gerlach

    „Man sollte eigentlich in einer Demokratie nicht akzeptieren daß so ein Blog existiert.“

    Sie verwenden das Wort „Demokratie“ als Synonym von Diktatur, das hat inzwischen jeder verstanden.

    Dass Sie dieses Blog sofort verbieten würden, wenn Sie könnten, ist klar. Ein Verbot ist das einzige „Argument“, das Anthroposophen in solchen Fällen bleibt. (Es wäre generell sehr viel mehr verboten als erlaubt, wenn Anthroposophen das entscheiden könnten.) Da das aber nicht geht, greifen Sie zu Gerichtsklagen, persönlichen Diffamierungen und sonstigen Nachstellungen aller Art. Zu ärgerlich, wenn sich dem jemand entzieht, indem er den freundlichen Damen und Herren nicht sagt, wer er ist.

    Wie Anthros mit Journalisten umgehen, u.a. hier:

    http://www.akdh.ch/ps/ps_report11-07-00.htm#weinschuechterung

  • #60
    Jan Luiten

    @JG
    Ich frage sie jetzt ganz konkret: heissen sie es gut daß es ein Blog gibt ohne das bekannt ist wer verantwortlich dafür ist?
    Die Meinungen die geaußert werden auf diesem Blog will ich gar nicht verbieten. Die Debatte ist mir wichtig.
    Ich will aber schon wissen wer für die Meinungen verantwortlich ist.

  • #61
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jan Luiten: Verantwortlich im Sinne des Presserechtes bin ich. Wenn sie die Ruhrbarone verbieten lassen wollen, werden Sie wahrscheinlich enttäuscht feststellen, dass das nicht möglich ist: In Deutschland gibt es Pressefreiheit. Wir halten viel von der Diskussionskultur, die sich auf den Ruhrbaronen etabliert hat. Unsere Regeln haben sich bewährt, wir werden sie nicht ändern. Und wenn es Ihnen nicht gefällt wie hier diskutiert wird: Niemand zwingt Sie die Ruhrbarone zu besuchen.

  • #62
    Jan Luiten

    @Abdreas Lichte
    Die BRD is doch ein Rechtsstaat?
    Sie benützen doch auch die Mitteln die der Reschtstaat Ihnen bietet?
    Grundsetzlich aber: Eine wirkliche Debatte soll natürlich nicht mit juristischen Mitteln geführt werden.
    Wo liegt die Grenze der Meinungsfreiheit, wo fängt die Beleidigung an ?
    Bei uns (Niederlande) lauft Momentan ein Gerichtsverfahren gegen einen Abgeordneter einer wichtigen rechten politischen Partei: Geert Wilders. Er hat ohne weiteres Moslime beleidigt. Er hat u.a. der Koran gleich gesetzt mit „mein Kampf“. Er beruft sich auf der Meinungsfreiheit. Er wird aber angeklagt wegen Diskriminierung und Anstiftung zum Haß. Welches Grundrecht hat Priorität?
    Die Meinungen sind geteilt.

  • #63
    Jan Luiten

    @Stefan Laurin
    Das ist eben ein Mißverständnis.
    Ich liebe die Ruhrbarone
    Ich meinte den Blog „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ schade daß das Ihnen nicht klar war.
    Ich war gerade dabei den Hetzevorwurf fallen zu lassen weil sie Valentin Hacken das Wort gegeben habe. Kompliment!

  • #64
    NWA

    Die Gesinnungsgenossen von Herrn Luiten haben mehrfach versucht, den „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ mit juristischen Mitteln den Garaus zu machen. Sie sind damit jedoch gescheitert. Ihr einziges Interesse ist es, Autorennamen zu erfahren, um dann gegen diese vorzugehen. Anthroposophen versuchen jeden kritischen Journalisten nach allen Regeln der Kunst zum Schweigen zu bringen. Wie Scientology zwingen sie Kritiker zur Anonymität und machen ihnen das auch noch zum Vorwurf, genauso wie es Herr Luiten hier vorführt.

  • #65
    Jan Luiten

    @NWA
    Wie habe ich das dann gemacht?
    Ich habe Argumenten gegeben warum ich so ein Blog nicht akzeptieren kann. In einer demokratischen Kultur macht man so was nicht.
    In der offenen Debatte soll die Auseinandersetzung statt finden. Das (Straf)recht soll ein letztes Mittel sein.
    Ich habe schon mal gesagt ich bin Mitglied einer demokratischen sozialistischen Partei. Die demokratische Sache ist mir wichtig. Warum die böse Vorurteilen mich gegenüber?

  • #66
    Andreas Lichte

    @ Jan Luiten

    Sie schreiben: „ich bin Mitglied einer demokratischen sozialistischen Partei“

    Na, was sagen Sie denn dann zur Zusammenarbeit von Lorenzo Ravagli, Bund der Freien Waldorfschulen, mit Andreas Molau, Ex-NPD, jetzt DVU? (2 Parteien der extremen Rechten)

    Und vergessen Sie nicht: Ravagli hat mit rechtlichen Mitteln verhindert, dass bekannt wurde, was er in seinem Buch „Falsche Propheten“ sagt … ich darf leider nicht daraus zitieren, würde ich gerne. Dass Ravagli noch eine Funktion hat, sagt doch alles über die Anthroposophie: In jeder demokratischen Organisation hätte er gehen müssen.

  • #67
    Jens Gerlach

    @ Andreas Lichte

    Ja, in einer einfachen demokratischen Organisation schon. Aber Herr Luiten meint ja die „wahre Demokratie“:

    „In unserer okkulten Bruderschaft ist, wie in allen, eine Hierarchie statt der Demokratie, da nicht eine Volksabstimmung entscheiden kann, was Wahrheit ist, sondern hierüber nur solche befinden können, denen durch spirituelle Mächte die einzig richtige Erkenntnis geschenkt ist.“ (Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule, GA 265, S. 148)

    Wenn Luiten schreibt, er sei „Mitglied einer demokratischen sozialistischen Partei“, dann können Sie davon ausgehen, dass er sich das entweder gerade ausgedacht hat oder, dass sie im konventionellen Sprachgebrauch das Wort „demokratischen“ durch „national“ ersetzen müssten.

    J.G.

  • #68
    Ansgar

    @ Jan Luiten

    > Steiners Buch die “Kernpunkte der sozialen Frage” ist
    > auch ein Buch das exoterisch- das heisst ohne
    > Hinweisungen auf eine geistige Welt- geschrieben worden
    > ist. In diesem Buch legt Steiner die Dreigliederung da.
    > Ich finde daß dieses Buch alleine schon eine
    > Wiederlegung der Rassismuskritik darstellt. Darum war
    > ich anfänglich auch gegen die genannte Kommission.

    Da das Buch sich nicht mit Rassismus beschäftigt, kann es schonmal keine Widerlegung einer Rassismuskritik sein. Auch Kant, Aristoteles oder Friedrich Ebert haben bei all ihren menschlichen oder politischen Idealen teilweise Sachen von sich gegeben, die definitiv rassistisch sind. Dass jemand nichtrassistische politische Praxis propagierte, heißt nicht, dass er/sie nicht trotzdem auch rassistische Vorbehalte hatte.

    Das erwähnte Buch halte ich zwar nicht für derart beeindruckend, wie Sie, sehe aber darin erstmal auch kein autoritäres Regime vorbestimmt. In der Tat haben auch AnthroposophInnen sich in den letzten Jahrzehnten für „direkte Demokratie“, Plebiszite u.ä. engagiert. „…dieses Engagement von ‚Dreigliederern‘ dokumentiert, daß man Steiner selektiv so lesen kann, daß seine autoritären Führungsansprüche im Halbdunkel verschwinden.“ (Zander: Anthroposophie…, s.o., S. 1712) Aber das sind auch nur die einen. Die autoritären Führungsansprüche gibt es bei Steiner, nicht in seinen Veröffentlichungen, aber v.a. in internen Vorträgen, und zwar wiederholt und ziemlich unmissverständlich.

    > Ansgar Martin, ist doch klar, es gibt verschiedene
    > Definitionen, warum soll mann dann immer so definieren
    > daß Steiner Rassist wird? Ein neuer Diskurs über den
    > Rassismusbegriff ist erforderlich.

    Umgekehrt: Warum sollte mensch so definieren, dass Steiner entlastet wird? Immerhin hat er sich despektierlich über „Mulattenkinder“ geäußert, behauptet, dass BuddhistInnen den Anschluss an die Evolution verloren hätten oder „Neger zumindest dem “Rassencharakter” nach hauptsächlich “auf Rennen und äußere Bewegung aus“ sind.

    Auch nach Albert Memmi stimmt das mindestens mit 2 Kriterien für Rassismus überein. Der meinte: „Noch weiter zusammengefasst besteht der Rassismus aus drei wesentlichen Elementen: 1. dem Bestehen auf einem Unterschied, 2. dessen Benutzung als Mythos und 3. der Bequemlichkeit dieser Benutzung.“ (Albert Memmi, Rassismus, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1992, S. 224).

    Welchen dieser Punkte sehen Sie bei Steiner nicht?

  • #69
    Jan Luiten

    @Jens Gerlach
    Ich stelle, mit allen Lesern, fest daß sie eine einfache konkrete Frage von mir nicht beantworte.

    MIt ihrer Bemerkung das „demokratischen“ muß man ersetzen durch „national“ gehen sie zu weit. Darum werde ich sie ab jetzt ignorieren.

  • #70
    Andreas Lichte

    @ Luiten

    a.p.p. „Fragen beantworten“, noch mal: Was halten Sie von der RECHTEN Anthroposophie?

    Konkret (siehe die Frage in Kommentar 66):

    Was sagen Sie zur Zusammenarbeit von Lorenzo Ravagli, Bund der Freien Waldorfschulen, mit Andreas Molau, Ex-NPD, jetzt DVU? (2 Parteien der extremen Rechten)

    Hintergrund: http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

  • #71
    Jan Luiten

    @Ansgar
    Sie schreiben
    “Da das Buch sich nicht mit Rassismus beschäftigt, kann es schonmal keine Widerlegung einer Rassismuskritik sein. Auch Kant, Aristoteles oder Friedrich Ebert haben bei all ihren menschlichen oder politischen Idealen teilweise Sachen von sich gegeben, die definitiv rassistisch sind. Dass jemand nichtrassistische politische Praxis propagierte, heißt nicht, dass er/sie nicht trotzdem auch rassistische Vorbehalte hatte”.

    In der wissenschaftlichen Literatur findet man heufig daß gerade die Praxis –eine heutige, zukunftige oder vergangene- wichtig ist um fest zu stellen eine Lehre sei rassistisach.
    Es ist gerade die Praxis die legitimiert werden soll durch eine Rassenlehre. Mit der Dreigliederung propagiert Steiner eine ganz andere Praxis und darum ist das Buch “Die Kernpunkte
    der sozialen Frage in der Widerlegung der Rassismuskritik wichtig. Er propagiert nähmlich eine Gesellschaft in der jeder Mensch einfach dadurch daß er /sie Mensch ist- die gleiche Rechte hat wie jede andere.
    Sie schreiben weiter
    “Das erwähnte Buch halte ich zwar nicht für derart beeindruckend, wie Sie, sehe aber darin erstmal auch kein autoritäres Regime vorbestimmt. In der Tat haben auch AnthroposophInnen sich in den letzten Jahrzehnten für “direkte Demokratie”, Plebiszite u.ä. engagiert. “…dieses Engagement von ‘Dreigliederern’ dokumentiert, daß man Steiner selektiv so lesen kann, daß seine autoritären Führungsansprüche im Halbdunkel verschwinden.” (Zander: Anthroposophie…, s.o., S. 1712) Aber das sind auch nur die einen. Die autoritären Führungsansprüche gibt es bei Steiner, nicht in seinen Veröffentlichungen, aber v.a. in internen Vorträgen, und zwar wiederholt und ziemlich unmissverständlich”.
    Es tut mit leid aber das finde ich von Zander gerade sehr billig so zu argementieren. Die Kernpunkte und auch alle Zyklen über die Dreigliederung sind sehr eindeutig: Demokratie und gleiche Rechte. Da kann man fast nicht selektiv lesen
    Ich habe hier schon ein Zitat gegeben . Ich möchte aber gerne wissen was gemeint wird mit “Herrschaftsansprüche” wo mann die dann findet bei Steiner.

    Ich habe schon eingeräumt: In bestimmten vereinzelten Zitaten Steiners kann man Diskriminierung finden. Das macht Steiner noch nicht zum Rassist.

    Es ist gut daß sie auf Memmi eingehen, weil im Grunde schlägt Memmi zum größten Teil das Fundament weg unter der Rassismuskritik auf Steiner.
    Über die drei Punkte bei Memmi die sie Erwähnen:
    Diese drei Punkte die sie nennen stehen nicht im Haupttekst des Buches, sondern in der zweiten Anlage und als Fußnote.
    Erst bringt er Seine Definition mit den vier Elelementen:
    Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“
    Dann setzt er die vier Elementen unter einander, und bringt bei dem vierten Punkt ( also
    die Rechtfertigung Prvilegien oder Agressionen) die drei Puinkte die sie nennen als Fußnote.
    Die Niederländische Übsetzung hat ein leichtes Unterschied mit der Deutschen.
    1.Die Betonung eines Unterschieds.
    2.Die Mythische Benützung dieses Unterschieds
    3.Die Handlichkeit dieser Benützung.
    In 2 Punken geht es also um “Benützung” . Wozu? Genau um Privilegien oder Agrtessionen, also Herrschaft, zu rechtfertigen. Das will Steiner eben nicht, sehe Dreigliederung.

    @Andreas Lichte
    Ich habe zum größten Teile ihre Fragen beantwortet in früheren Kommentaren.
    Aber zusammengefaßt: Lieber Debatte als ein Gerichtsverfahren. Wenn das aber nicht mehr geht, das Stadium der Debatte vorüber ist, kann in vorkommenden Fällen nur den Gang nach den Richter übrig bleiben.
    In Sache Molau: NPD und DVU gehen nicht zusammen mit der Anthoposophie/Soziale Dreigliederung. Das es trotzdem passiert bei bestimmten Leuten ist ein Schlag für die Anthroposophie.
    Die Motive Ravagli um mit Molau zusammen zu arbeiten kenne ich nicht. Er hat aber diese Zusammenarbeit offenbar gestoppt. Ravagli selber ist kein NPD-er oder DVU-er !!.
    Dann für sie auch noch zwei Fragen, Herr Lichte.
    1.Heissen sie es gut daß in einer Demokratie ein Blog existiert „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ das nicht veröffentlicht WER für dieses Blog verantwortlich ist?
    2.Sind sie auch der Meinug –wie Herr Gerlach- das in meinem Kommentar nr.65 „demokratichen“ ersetzt werden soll durch „national“?

  • #72
    Andreas Lichte

    @ Luiten

    Ihre Fragen:

    1. Ich finde es gut, dass es die „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“ gibt. Wer veröffentlicht sonst solch einen Artikel:

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinder_17.html

    „Seelenpflege-bedürftige Kinder
    Menschen mit Behinderungen in Rudolf Steiners Anthroposophie – Süße Reklame und bittere Realität“

    was sagen Sie dazu?

    2. das Zitat, das Jens Gerlach in Kommentar 67 gebracht hat, ist doch schon eine Antwort:

    “In unserer okkulten Bruderschaft ist, wie in allen, eine Hierarchie statt der Demokratie, da nicht eine Volksabstimmung entscheiden kann, was Wahrheit ist, sondern hierüber nur solche befinden können, denen durch spirituelle Mächte die einzig richtige Erkenntnis geschenkt ist.” (Steiner: Zur Geschichte und aus den Inhalten der erkenntniskultischen Abteilung der Esoterischen Schule, GA 265, S. 148)

  • #73
    Ansgar

    Rein methodisch:

    Das letzte Zitat stammt offenbar aus der Zeit, als es die Esoterische Schule noch gab und wurde, wenn es GA 256 war, sogar im Rahmen der dortigen Unterweisungen ausgesprochen. d.h. es war auf jeden Fall über ein Jahrzehnt vor der Dreigliederung und innerhalb einer pseudomaurerischen „Einweihungs“praxis gehalten. die „Hierarchie“ könnte sich auch auf die beziehen. Um zu zeigen, dass die Dreigliederung als hierarchische Diktatur o.ä konzipiert war, müsste ein zeitnahes und v.a. eines über Politik und Dreigliederung her (ich mach mich mal auf die Suche).

    Und: „Demokratisch“ durch „national“ zu ersetzen macht bei Steiner natürlich keinen Sinn. Das ist Demagogie.

    Trotzdem gibt es bei Steiner Äußerungen wie die, dass seine Zeit „demokratienärrisch“ sei, er äußert sich auch völkerpsychologisch und nationalistisch („Im Deutschen Geiste ruht Eurpoas Ich. Das ist eine objektive Tatsache…“ GA 174b)

    @ Jan Luiten

    Theoretischer Rassismus hat in der Geschichte IMMER Wechselwirkungen mit praktischem eingegangen. Auch AnthroposophInnen haben die Ideologie der ital. Faschisten mitgeformt, waren in Evolas „Ur“-Kreis aktiv und brachten diesem die Kulturepochenlehre nah. Harald Grävell und Wilhelm Landig übernahmen Teile der anthrop. Symbolik und Vokabeln usw.

    Rassismus wäre, nach den von mir vertretenen Definitionen, tatsächlich ein fast „alltägliches“ Phänomen: Abneigung, Stereotype und Hassgefühle auf und gegen Menschen aufgrund ihrer angeblichen oder tatsächlichen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppierung (egal, ob existierend oder vom entsprechenden Rassisten erfunden). Aber genau diesen alltäglichen Rassismen entspringen die „harten“ Rassismen doch erst.

  • #74
    Jens Gerlach

    Rein methodisch:…

    Rein methodisch, Herr Martins, wird in dem Satz ein Grundprinzip der Esoterik, der Theosophie und der Anthroposophie ausgesprochen. Und dem ist das Gerede von der Dreigliederung auch unterworfen. Quellen wurden bereits genannt.

    “Demokratisch” durch “national” zu ersetzen macht bei Steiner natürlich keinen Sinn. Das ist Demagogie.

    Im Unterschied zu Ihnen, haben Herr Luiten und Herr Lichte verstanden, wie diese Bemerkung gemeint war.

    Demagogie ist es vielmehr, wenn jemand versucht, über den kompletten Wahnsinn Steiners andauernd hinwegzutäuschen, indem er ihn behandelt wie jemanden, der zwar rassistische Vorurteile hatte, aber ansonsten ernst genommen werden müsste, ja, sogar wichtiges geleistet hätte.

    Bitte teilen Sie doch einmal irgendetwas mit von diesem Herren, dass nicht mindestens vollkommen hirnrissig wäre. Einfach mal ein Satz, ein Inhalt, irgendwas. Das müsste doch möglich sein, bei jemandem, dessen hellsichtige Auffassungen von Schule und Erziehung Sie so vortrefflich finden. Welche Erkenntnis verdanken wir Rudolf Steiner? Notfalls nur bezüglich Waldorfschule, aber bitte konkret, so, wie Sie es in Sachen Rassismus handhaben.

    J.G.

  • #75
    Andreas Lichte

    Rudolf Steiner ist nicht der einzige anthroposophische Rassist. Der bekannteste Italienische Anthroposoph, Massimo Scaligero, der auch ins Deutsche übersetzt wurde, war im italienischen Faschismus aktiv.

    Massimo Scaligero wird nach wie vor von Anthroposophen als spirituelle Autorität verehrt, so von Michael Eggert, Betreiber des anthroposophischen blogs “Egoisten” in seinem Artikel “Die Kraft des Lebens”, siehe:

    http://www.egoisten.de/files/kraft_des_lebens.html

    Michael Eggert ist seit langen bekannt, dass Massimo Scaligero Faschist, Antisemit und Rassist war, spätestens seitdem ich meine von der Italienischen Botschaft durchgesehene Scaligero-Übersetzung auf seinem blog postete:

    Massimo Scaligero, „Coscienza del sangue“ in „La Difesa della Razza“, August 20, 1942, 4:

    „Se esiste una finalità essenziale della dottrina razzista, questa necessariamente consiste in una prassi etico-scientifica che rettifichi i valori della razza, secondo un modello che non occorre inventare ma che già esiste. Ciò può essere realizzato non soltanto attraverso una serie di norme eugeniche e sanitarie, ma anche destando una sensibilità e una coscienza razzista, così che il popolo non accolga passivamente i risultati di un’azione razzista, ma divenga esso stesso consapevole cooperatore di tale azione.“

    Massimo Scaligero, „Bewusstsein des Blutes“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. August 1942, S. 4:

    „Wenn eine essentielle Zielsetzung der rassistischen Doktrin [i.e: der Rassen-Lehre] existiert, dann besteht diese notwendigerweise in einer ethisch-wissenschaftlichen Praxis, die die Werte der Rasse richtigstellt, gemäss eines Modells, das nicht erfunden werden muss, sondern das bereits existiert. Dies kann nicht nur durch eine Reihe von Normen der Eugenik und der Gesundheit erreicht werden, sondern auch indem eine rassistische Sensibilität und ein rassistisches Bewusstsein [i.e.: ein Rasse-Bewusstsein] erweckt wird, so dass das Volk nicht passiv die Resultate einer rassistischen Aktion aufnimmt, sondern selbst bewusster Mitwirkender dieser Aktion wird.“

    ……………………………………..

    Massimo Scaligero, „Fronte unico ario“ in „La Difesa della Razza“, February 20, 1941, 22:

    „Il movimento anti-ebraico giustamente oggi deve acquisire un’ampiezza supernazionalistica sino a divenire un’intesa di tutti i paesi. Proprio perchè si è mossi da un ideale di universalità che non abolisce ma mantiene e armonizza la differenziazione gerarchica, non si può ammettere l’azione di un gruppo etnico culturale a carattere internazionalistico, quale quello ebraico; tale inamissibilità per i popoli acquista vivente significato sopratutto allorchè alla concezione di una nuova universalità ariana corrisponde il risveglio di quell’elemento etnico-spirituale che inizialmente dette impulso a questo ideale di umanità. Ora, un fronte unico si rende necessario per dare all’universalità dell’ideale ariano uno strumento positivo sul piano dell’azione, in quanto non si tratta di combattere contro una nazione, ma contro una ‘internazionalità’ che è nazione nelle nazioni e si presenta non soltanto sotto l’aspetto di razza, ma sotto quello di religione, di cultura, di modo di pensare, di conoscere, di agire.“

    Massimo Scaligero, „Arische Einheitsfront“ in „Die Verteidigung der Rasse“, 20. Februar 1941, S. 22:

    „Die anti-jüdische Bewegung muss heute richtigerweise eine übernationale Größe erlangen, bis sie zu einem Übereinkommen aller Länder wird. Gerade weil man von einem Ideal der Universalität bewegt [i.e.: angetrieben] ist, das die hierarchischen Differenzierungen nicht abschafft, sondern beibehält und harmonisiert, kann man die Aktion einer ethnisch-kulturellen Gruppe mit internationalistischem Charakter, wie die der jüdischen, nicht zulassen; diese Unzulässigkeit für die Völker erlangt lebende [auch: lebendige] Bedeutung vor allem sobald mit der Konzeption einer neuen arischen Universalität das Erwachen [auch: Wiederaufleben] jenes ethnisch-spirituellen Elementes übereinstimmt, das ursprünglich diesem Ideal der Humanität den Impuls gab. Jetzt ist eine Einheitsfront unentbehrlich, um der Universalität des arischen Ideals ein positives Instrument auf der Ebene des Handelns zu geben, insofern es nicht darum geht, gegen eine Nation zu kämpfen, sondern gegen eine ‘Internationalität’, die Nation in den Nationen ist, und sich nicht nur unter dem Aspekt der Rasse präsentiert, sondern auch unter dem Aspekt der Religion, Kultur, der Denkweise, des Erkennens, des Handelns.“

    ……………………………………..

    Dies sind nur 2 Beispiele von Scaligeros zahlreichen faschistischen Texten. Ansgar Martins bekam von mir eine umfangreiche Literaturliste und meinen Original-e-mail-Austausch mit der Italienischen Botschaft.

  • #76
    Ansgar

    @ Jens Gerlach

    Zeigen Sie doch zunächst mal, wo Steiner sich um eine Gleichsetzung von Nation und Demokratie bemüht. Und wenn es derartig offensichtlich ist, dann zitieren Sie doch dezidiert antidemokratische Äußerungen Steiners INNERHALB von Darlegungen zur Dreigliederung (Nur, um zu zeigen, dass sich Ihre Darstellungen zur Dreigliederung auch auf Sachkenntnis gründen – Ich habe schon welche gefunden ;-)).

    > Demagogie ist es vielmehr, wenn jemand versucht, über
    > den kompletten Wahnsinn Steiners andauernd
    > hinwegzutäuschen, indem er ihn behandelt wie jemanden,
    > der zwar rassistische Vorurteile hatte, aber ansonsten
    > ernst genommen werden müsste, ja, sogar wichtiges
    > geleistet hätte.

    Meinen Sie damit mich? Dann würde ich mich über ein paar Belege dieser angeblichen Ansichten in meinen Artikeln/ Kommentaren etc. wirklich freuen. Das einzige, was ich Ihnen gegenüber verteidigt habe, ist die Praxis an mir bekannten Waldorfschulen. Ich bin mal gespannt, was Sie so auftreiben…

    Mit einer Ausnahme: Ich bin tatsächlich der Meinung, dass mensch Esoterik jeglicher Art nicht unterschätzen darf. Und auch ihren Einfluss in der Geschichte ernstnehmen muss. Newton, Freud, Heisenberg haben sich zB alle mit esoterischen Themen beschäftigt und ihnen in vielen Punkten angehangen, und wir wollen doch auch die Einflüsse von Okkultisten auf die Naziideologie nicht vergessen. Auch der von Ihnen zitierte Helmut Zander ist ein Musterbeispiel dafür, dass jemand Esoterik, in diesem Fall Anthroposophie, sehr ernst nimmt. Und dass Sie jede positive Nachwirkung einfach für Inexistent halten (auch wenn die mit Steiners Phantasien kaum zu tun haben), ist nach dessen Darstellungen grob fahrlässig.

    „Dabei gäbe es lohnende Gegenstände: die anthroposophischen
    Banken, die Plebiszitbewegung oder die dm-Drogerie-Märkte. Gerade bei der von Werner Götz organisierten Unternehmenskette, in den einzelne Läden beträchtliche Entscheidungsspielräume besitzen, in der höhere Löhne als im Branchendurchschnitt gezahlt werden oder wo Hierarchien zwischen der Unternehmensleitung und den Filialen vor Ort abgebaut wurden, werden die möglichen positiven Wirkungen von Steiners Denken sichtbar. Während man in der
    historischen Analyse auf die autoritären Strukturen in Steiners gesellschaftspolitischem Denken stößt, sieht es bei manchen aktuellen gesellschaftlichen Engagements von Anthroposophen so aus, als würde sich eine liberale Beanspruchung von Steiners Denken durchsetzen. (…) Um keine falschen Assoziationen aufkommen zu lassen: Daß es in diesem Bereich hochautoritäre Strukturen gibt, die sich auch in der anthroposophischen Programmatik immer wieder finden, steht nicht zur Diskussion. Aber die Folgen sind nicht immer in der erwarteten Weise zwingend konservativ, die anthroposophischen Wirkungen auf die Ökologie- oder Plebiszitbewegung oder die Grünen stehen exemplarisch dafür. Die politische Esoterik und auch die Anthroposophie
    sind weder finstere Agenten der Gegenaufklärung noch die Lichtgestalten der »Moderne«, sondern politisch uneindeutige Phänomene. Dies genauer zu untersuchen,
    ist eine Aufgabe künftiger Forschung.“ (Zander, s.o., S. 1355f.)

    @ Andreas

    Verwirrung. Hattest du MICH nicht in ebendieser Mail darum gebeten, NICHTS von der Sache mit der italienischen Botschaft zu schreiben, weil es eben doch nichts Offizielles sei? Aber gut…

    Scagliero ist ein Beispiel (wobei ich bei dem nicht weiß, ob er Evola oder Evola ihn geprägt hat – kannst du mir dazu mehr sagen?). Ich habe Giovanni Colazza und Giovanni Colonna di Cesarò gemeint, die den „Ur“-Kreis um Reghini und Evola anthroposophisch beeinflussten. In den esofaschistischen Zeitschriften „Ignis“ und „Atanòr“ war Rudolf Steiner ein gern behandeltes Thema – auch schon VOR dessen Tod (vgl. Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne, Wiesbaden 2009, S. 120)

  • #77
    Jens Gerlach

    Zeigen Sie doch zunächst mal, wo Steiner sich um eine Gleichsetzung von Nation und Demokratie bemüht.

    Das zeige ich nicht, weil das Unsinn ist. Wie gesagt, Herr Luiten und er Lichte hatten den Inhalt verstanden, die meisten anderen wohl auch, nur …

    Und dass Sie jede positive Nachwirkung einfach für Inexistent halten

    Wenn Sie die

    die Einflüsse von Okkultisten auf die Naziideologie

    als „positive Nachwirkung“ klassifizieren, dann haben Sie sicher Recht.

    Dann kommen Sie mit einem Zitat von Helmut Zander über viefältige und angeblich widersprüchliche Aktivitäten von Anthroposophen.

    Ich fragte aber:

    Welche Erkenntnis verdanken wir Rudolf Steiner? Notfalls nur bezüglich Waldorfschule, aber bitte konkret, so, wie Sie es in Sachen Rassismus handhaben.

    So absurd wird doch wohl niemand sein, dass er sagt, ich lege mich für etwas ins Zeug, das vollkommen irre und unmenschlich ist, in der Hoffnung, dass dessen überzeugte Anhänger in der Praxis etwas ganz anderes, ja gegensätzliches daraus machen, oder ?

    Also bitte, nun mal los. Antworten Sie darauf doch ganz einfach mit zwei, drei Beispielen und Zitaten nebst Quellenangaben und machen so Ihren Standpunkt deutlich. Was in Rudolf Steiners Werk verdient die Beachtung, Verteidigung und Förderung, für die Sie eintreten. ?

    J.G.

  • #78
    Andreas Lichte

    @ Ansgar

    Du schreibst: „Verwirrung. Hattest du MICH nicht in ebendieser Mail darum gebeten, NICHTS von der Sache mit der italienischen Botschaft zu schreiben, weil es eben doch nichts Offizielles sei? Aber gut…“

    Ich hatte dich gebeten, nicht aus diesen e-mails zu zitieren. Dass es diesen e-mail Austausch gab, steht in einem meiner Kommentare auf deinen blog:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/11/26/und-sie-bewegt-sich-doch-die-anthroposophie-und-das-judentum/

    Du schreibst: „Scagliero ist ein Beispiel (wobei ich bei dem nicht weiß, ob er Evola oder Evola ihn geprägt hat – kannst du mir dazu mehr sagen?)“

    Der Italienische Anthroposoph, Faschist, Rassist und Antisemit Massimo Scaligero ist von Rudolf Steiner geprägt.

  • #79
    Ansgar

    @ Gerlach

    Sie unterstellen mir also auch noch, ich wäre ein Nazi (weil ich sage, dass mensch Esoterik in ihren gesellschaftlichen Wirkungen nicht unterschätzen darf – wieso auch immer Sie das für nazistisch halten^^), sind dabei nicht bereit oder wahrscheinlicher nicht in der Lage, Quellen oder Belege für konkrete Antworten auf meine Fragen zu erbringen, obwohl Sie sie scheinbar für so simpel halten. Antworten Sie doch einfach konkret auf die Fragen in meinem letzten Post – am besten, wie gesagt, mit Zitaten oder Belegen – das kann doch nicht so schwer sein.

    Zusätzlich unterstellen Sie mir zu Unrecht, ich wolle Steinerapologie betreiben und verlangen auch noch, dass ich diese von Ihnen nur unterstellte Position durch Zitate von Steiner untermauere. Das ist, mit Verlaub, einfältig. Warum sollte ich „Erkenntnisse“ von ihm anschleppen oder am Ende noch verteidigen, die ich bei ihm überhaupt nicht sehe?^^

    Das Zitat von Zander sollte natürlich keine Antwort auf Ihre unsinnige Frage sein, sondern zeigen, dass Ihre intellektuell übersichtliche Pauschalargumentation zur Esoterik schlicht zu kurz greift – egal, wie Sie Esoterik an sich beurteilen.

    @ Andreas

    Die Rassismen Scaglieros sind, wenn du sie richtig übersetzt hast, viel schärfer als Steiners. War das sein Produkt, das er in okkultfaschistische Kreise reintrug oder wurde er von diesen Kreisen angeregt, seine Rassentheorie härter zu formulieren als im anthroposophischen Kontext üblich?

  • #80
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Das einzige, was ich Ihnen gegenüber verteidigt habe, ist die Praxis an mir bekannten Waldorfschulen.

    Was heißt verteidigt? Sie haben behauptet, dort gäbe es ganz kritische Waldorflehrer, dort würde keiner Anthroposophie vermitteln wollen und eine unabhängige Schülervertretung mit festgeschriebenen Rechten gäbe es auch. Und Sie ergänzten, so sei es auch an allen anderen Ihnen bekannten Waldorfschulen.

    Ansgar Martins kleine Märchenstunde.

    Haben Sie den neuen Text bei den Ruhbaronen schon gelesen?

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

    Sie unterstellen mir also auch noch, ich wäre ein Nazi

    Sie halluzinieren. Ich habe versucht, Sie auf Ihren sprachlichen Aberwitz bei ihrem letzten Eiertanz aufmerksam zu machen. Das steht oben Herr Martins. Jeder kann das nachlesen. Ist Ihnen das nicht klar? Wenn Sie nicht weiter wissen, schreiben Sie einfach irgendetwas und hoffen, dass es keiner merkt.

    Zusätzlich unterstellen Sie mir zu Unrecht, ich wolle Steinerapologie betreiben und verlangen auch noch, dass ich diese von Ihnen nur unterstellte Position durch Zitate von Steiner untermauere.

    Ich habe mich zwar anders ausgedrückt, aber bitte, dann nochmal anders herum:

    Wollen Sie also jetzt klipp und klar sagen, an Steiner gibt es nichts zu retten?

    Ich hatte bisher nicht den Eindruck und habe deshalb um eine Erläuterung gebeten, nämlich:

    „Welche Erkenntnis verdanken wir Rudolf Steiner? Notfalls nur bezüglich Waldorfschule, aber bitte konkret, so, wie Sie es in Sachen Rassismus handhaben.“

    Also was jetzt?

    Unmittelbar nachdem Sie suggerierten, Steiner überhaupt nichts positives abgewonnen zu haben, betonen Sie dann wieder, dass Esoterik keinesfalls pauschal verurteilt werden dürfte.

    Gilt das nun auch für Steiner, oder nicht? Dann sagen Sie doch bitte, was ich daran Ihrer Meinung „intellektuell“ vernachlässige und was die Vorzüge der „Anthroposophie“ sind.

    Bisher ist offensichtlich, dass Sie auf ganz klare Fragen zur Begründung ihres Standpunkts nur mit Ausweichmanövern und Beleidigungen reagieren, in Gestalt der waldorftypischen Kombination aus argumentativer Hilflosigkeit, plumpen Wortverdrehungen, wütender Empörung und substanzlos arrogantem Getöse.

    J.G.

  • #81
    Ansgar

    > Bisher ist offensichtlich, dass Sie auf ganz klare
    > Fragen zur Begründung ihres Standpunkts nur mit
    > Ausweichmanövern und Beleidigungen reagieren, in Gestalt
    > der waldorftypischen Kombination aus argumentativer
    > Hilflosigkeit, plumpen Wortverdrehungen, wütender
    > Empörung und substanzlos arrogantem Getöse.

    Das schreiben Sie, ohne Ihrerseits eine einzige Frage zu beantworten. Notfalls ist natürlich alles „waldorftypisch“. Tolles Argument!

    > Unmittelbar nachdem Sie suggerierten, Steiner überhaupt
    > nichts positives abgewonnen zu haben, betonen Sie dann
    > wieder, dass Esoterik keinesfalls pauschal verurteilt
    > werden dürfte.

    Aus Steiners kruder Theorie ist nicht automatisch auf eine 100 Jahre spätere Praxis zu schließen. Und wenn das getan wird, scheint es nicht sonderlich erfolgreich zu sein. Und auch in Klaus Pranges Text kann ich keine Refernzen zum aktuellen Schulalltag, sondern lediglich eine methodische Analyse der Erziehungsvorstellungen Steiners erkennen – wenn auch eine sehr hübsch präsentierte.

    Um ein nicht ganz passendes Beispiel zu nehem: Angenommen, ich könnte Josef Ratzinger überhaupt nichts abgewinnen. Muss ich dann jede von der katholischen Kirche getragene Schule, jede Stiftung, jedes Obdachlosenheim oder Krankenhaus für Brutstätten katholischen Fundamentalismus halten? Ich meine, dass das sehr wohl vorkommt, aber heute eben lange nicht bei der Mehrzahl dieser Einrichtungen.

  • #82
    NWA

    Herr Martins,

    „Und auch in Klaus Pranges Text kann ich keine Refernzen zum aktuellen Schulalltag, sondern lediglich eine methodische Analyse der Erziehungsvorstellungen Steiners erkennen …“

    Weil Sie nur bereit sind das zu sehen, was Sie sehen wollen.

    Wollen Sie ernstlich sagen, Waldorfschulen verfolgen und realisieren dieselben Bildungsziele wie öffentliche Schulen?

    Ist Ihre Auffassung tatsächlich: Rudolf Steiner ist tot, es lebe die Anthroposophie?

    Subjektive Wahrnehmungen und Befindlichkeiten, ausweichend unsinnige Vergleiche und tumbe Beschimpfungen ersetzen kein Argument und sind der Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft wenig zuträglich.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie.

  • #83
    Jens Gerlach

    Das schreiben Sie, ohne Ihrerseits eine einzige Frage zu beantworten.

    Welche Frage soll ich beantworten? Die nach Ihrer Haltung zu Rudolf Steiner? Danach frage ich Sie andauernd, aber Sie können scheinbar Ihre Meinung einfach nicht äußern. Das dafür aber sehr lauthals.

    Nochmal:

    Hat Steiner Ihrer Meinung nach irgendetwas Sinnvolles von sich gegeben oder nicht? Wenn ja, z.B. hinsichtlich seines Schulkonzeptes, das Sie ja ganz hervorragend finden, was bitte?

    Oder finden Sie eine Pädagogik toll, die auf Irrsinn beruht?

    Wenn Sie nun immer noch nicht darauf antworten können, sollten Sie nicht erwarten ernst genommen werden zu können.

    J.G.

  • #84
    Ansgar

    @ Jens Gerlach. Ich habe darauf mehrfach geantwortet. Es handelt sich um ebendas, was Sie als „Märchenstunde“ bezeichnen. Aber dann sage ich es nochmal:

    – Ich kann mit Steiners Lehren herzlich wenig anfangen.

    – Ich bin überzeugt, dass der Erfolg von Waldorf oder demeter daher kommt, dass Steiner mit seinem verquasten Weltbild Schlagworte und „Allgemeinpositionen“ (das Wort an dieser Stelle verdanke ich Andreas) damaliger Reformideen überformte – und letztere sind das „Lebenselixier“. Was die Institutionen am Leben hält, Eltern oder nach „Alternativen“ suchende Lehrer anzieht, sind diese Allgemeinpositionen oder Schlagworte, von der Ideologie wissen auch die allerwenigsten Genaues, weshalb sie sie auch nicht vermitteln und den bekannten Schönrednereien Glauben schenken.

    – Insofern: Ja, zumindest die meisten LehrerInnen wollen dasselbe wie an öffentlichen Schulen, nur denken sie (auch erstmal zurecht) in einer Schule ohne Versetzungsdruck, mit „schönen“ Kunsteinlagen etc ginge das humaner.

    – Deswegen wird Anthroposophie wohl auch kaum von LehrerInnen heimlich „eingeflößt“ (Berechtigterweise können Sie mir natürlich trotzdem selbst religiöses Interesse „vorwerfen“, wenn Sie das für generell Despektierlich halten. Und ich gebe Ihnen einen heißen Tipp: Chinesische Philosophie – v.a. Dschuang Dsi und Laotse – sowie Jean Gebser.)

    – Wegen dem vorletzten Punkt haben Waldorfschulen auch deutliche Annehmlichkeiten und starke Seiten (weil mensch nicht die Ideologie, sondern die „Allgemeinplätze“ vertritt) – selbstverständlich auch ebensolche Schwächen, z.B. überalterte „heile Welt“-Vorstellungen oder Dogmen wie „Kochlöffel“-Schnitzen und Pentatonik.

    – Dass es auch heute noch echte Sektierer sowie von solchen dominierte Schulen (und Kindergärten) gibt, und dass mensch dagegen vorgehen muss, bezweifle ich trotzdem nicht.

    – Ich denke, dass kann mensch aber hauptsächlich dadurch tun, dass mensch LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen an Waldorfschulen die problematischen Grundlagen aufzeigt – ohne sie für „sektiererische“ Dinge zu beschuldigen, von denen sie wie gesagt keine Ahnung haben. Und das versuche ich u.a. auf meinem Blog. Tatsächlich mein „Wunschtraum“ wäre es, dass mensch den kruden Okkultismus und die Betonfraktion irgendwann über Bord wirft und sich mit liberalerem, reformpädagogischen Profil neu orientiert.

    – Ich habe mir das Beschriebene nicht ausgedacht, sondern suche auch Austausch mit möglichst vielen und unterschiedlichen WaldorfschülerInnen und Eltern, die mir merkwürdigerweise aber zu 90% meine Eindrücke bestätigen.

    Alles auch ausführlich nachzulesen auf meinem Blog, das ich auch aus diesem Grund erstellt habe.

    Nun nochmal meine Fragen:

    – Bringen Sie antidemokratische Zitate Steiners, die nicht aus anderen Zusammenhängen, sondern der Dreiglierderungstheorie selbst stammen. Das Argument Esoterik = Antidemokratisch halte ich nicht für so sonderlich überzeugend.

    Aber vor allem: Wo habe ich Apologie bzgl. Steiners Person betrieben oder „sein Schulkonzept“ in der von ihm vorgelegten Konzeption als „ganz toll“ bezeichnet? Am Besten ebenfalls mit Belegen.

    @ NWA:

    Meinen Sie wirklich, 7000 WaldorflehrerInnen machen Ihren Job, weil sie karmagläubig sind und sich dadurch ein besseres Leben verdienen wollen???

  • #85
    Andreas Lichte

    @ Ansgar

    Du schreibst: „»Allgemeinpositionen« (das Wort an dieser Stelle verdanke ich Andreas)“

    Ich habe »Allgemeinplatz« geschrieben und das nicht irgendwie, sondern so NEGATIV wertend, wie es nur geht. Dass du dich hier auf mich berufst, ist voll daneben.

    Unabhängig davon machst du den grösstmöglichen Denkfehler: Warum bin ich denn nicht Waldorflehrer geworden, wenn die Waldorfschule eine ganz normale Schule ist?

    Ich wusste genau: „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“

    Und Steiner werde ich NIE singen. Es gibt Grenzen. Auch für dich?

  • #86
    Ansgar

    @ Andreas. Jetzt halt mal die Luft an. Ich habe lediglich den Ausdruck von dir übernommen – dass deine Haltung gegenüber Waldorfschulen eine zur Gänze andere ist, lässt sich ja in jeder beliebigen Internetdiskussion (und meinem Mailposteingang) beliebig oft lesen.

  • #87
    Andreas Lichte

    @ Ansgar Martins

    ……………………………………………….

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 4. Februar 2010 10:58:02 MEZ
    An: Ansgar Martins
    Betreff: Re: „Und was sollte passieren?“

    Hallo Ansgar,

    (…)

    Dann gibt’s ja noch die everlasting-question: was hat Steiner an POSITIVEM zu bieten?

    .

    Es funktioniert doch immer nach dem Schema (hier an Ravagli erläutert):

    – Allgemeinplatz, oft auch eine freie Inhaltsangabe [Steiners] („Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit“)

    – du liest 3 Zeilen im Original-Text [Steiners] weiter, und Ahriman taucht das erste Mal auf

    – 2 Seiten später, denkt man, man ist in einem wahnsinnigen Traum

    – und am Ende bekommen die Weissen in Amerika längere Arme, als Verindianisierung (meine Wortschöpfung)

    .

    Alles, was an „Positivem“ bleibt, ist der Allgemeinplatz … super!

    ……………………………………………….

    Man könnte Ravaglis „Allgemeinplatz“ auch zu Recht als Lüge bezeichnen, weil er den Sinn des Steiner-Vortrages ins Gegenteil verkehrt.

    So wie es der Bund der Freien Waldorfschulen ganz allgemein mit seiner „Auslegung“ Steiners tut.

  • #88
    Ansgar

    Genau. Deswegen bemühen wir uns doch alle um diese Aufklärungen.

    Was aber Menschen an die Schulen zieht, sind nicht die vertuschten, sondern die gezeigten Positionen, und die, nicht die vertuschten, werden auch von den meisten LehrerInnen vertreten.

  • #89
    Andreas Lichte

    @ Ansgar

    „die gezeigten Positionen“ SIND die „Allgemeinplätze“, oder „Lügen“.

    Nimm deine EIGENEN Artikel ernst, mehr hab ich dazu nicht mehr zu sagen.

  • #90
    Jens Gerlach

    „Ich habe mir das Beschriebene nicht ausgedacht, sondern suche auch Austausch mit möglichst vielen und unterschiedlichen WaldorfschülerInnen und Eltern, die mir merkwürdigerweise aber zu 90% meine Eindrücke bestätigen.“

    😀 – Es ist nicht zu fassen.

    J.G.

  • #91
    Andreas Lichte

    Fortsetzung hier …:

    „Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange.

    (…) Als Beleg und zur Illustration nur dieses Beispiel: Warum sind einige Menschen nicht “weiß”, wie die meisten Europäer, sondern dunkel bis schwarz? Die wissenschaftliche Antwort wird üblicherweise in der Physischen Anthropologie gesucht. Dr. Steiner jedoch weiß es besser und tiefer. Dass jemand dunkel auf die Welt kommt, liegt daran, dass er in seinem vorherigen Leben ein “dunkles”, verderbliches Leben geführt hat. (14) Mehr noch: Er könne jetzt schon bei einigen Zeitgenossen voraussagen, dass sie in der nächstfälligen Inkarnation als Schwarze auf die Welt kämen, zur Strafe für ihre Schandtaten. Das ist die feine anthroposophische Art des Rassismus. Ebenso werden Krankheiten, Missbildungen, Geistesstörungen als Ergebnis früherer moralischer Verfehlungen gedeutet. (…)

    Zum Autor: Prof. em. Dr. Klaus Prange, Jahrgang 1939, Emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Pädagogische Anthropologie als Anthropologie des Lernens und die Pädagogische Ethik.“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

  • Pingback: “Der Europäer” – Anthroposophie für Fortgeschrittene oder: Der Angriff der Antideutschen « Waldorf Blog

  • Pingback: „Kreative Fundgrube“? – Der „neue“ Steiner und die Kunst « Waldorf Blog

  • #94
    Andreas Lichte

    „3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

    Vor drei Jahren, am 6. September 2007, entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Die Bücher waren nur knapp der Indizierung durch die BPjM entgangen, weil der Verlag zusicherte, alsbald kommentierte Neuauflagen herauszubringen und bis dahin die Bücher nur mit einer Beilage auszuliefern. Doch nach drei Jahren ist noch immer nichts geschehen. Unser Gastautor Andreas Lichte erstellte für die BPjM ein Gutachten zur Praxisrelevanz von Steiners Rassismus, in dem er auch die Vermittlung von Rudolf Steiner im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ darstellte. Hier ein Auszug, Zitat: (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/

  • Pingback: „Eine kritische Diskussion“ – Stephan Geuenich und sein neues Buch zur Waldorfpädagogik « Waldorf Blog

  • Pingback: Waldorf Schools: Rudolf Steiner’s books are “an incitement to racial hatred”, says BPjM | Ruhrbarone

  • #97
    Andreas Lichte

    Andreas Hirstein, NZZ, „Rassistische und antisemitische Tendenzen“, Zitat:

    “Will man das [anthroposophische] Rassendenken loswerden, droht das gesamte [anthroposophische] Gedankengebäude zusammenzubrechen.”

    Tom Mellett zum anthroposophischen Rassismus, Zitat:

    “Take away the racism, and you have no anthroposophy left.”

    ……………………………………………………………………………….

    http://www.dcscience.net/?p=3853#comment-8979

    Hollywood Tomfortas // Jan 4, 2011 at 23:10

    (…) I fully acknowledge the charge that Rudolf Steiner was a racist and taught racist doctrine.

    He is guilty as charged. In fact, not only do I acknowledge all the particulars of the racism charges, I even go farther and admit that I — as an anthroposophist for the last 34 years — can categorically state that racism in anthroposophy is not just INCIDENTAL to the doctrine; it is actually FUNDAMENTAL to the doctrine. Take away the racism, and you have no anthroposophy left. (…)

    Tom Mellett
    Los Angeles, CA”

  • #98
    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    Am 27. Februar 2011 feiert Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfschulen, seinen 150 Geburtstag. Doch nicht überall huldigt man dem „Universalgenie Steiner“. In der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ, erschien eine Artikelserie, die es Steiner- und Waldorf-Anhängern unmöglich macht, weiter zu behaupten: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“ Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Endlich! Endlich schreibt auch eine „normale“ Tageszeitung Klartext über Rudolf Steiner. Andreas Hirstein, Ressortleiter Wissen der NZZ, legt eindrucksvoll dar, was bereits auch bei den Ruhrbaronen zu erfahren war: Dass Steiner ein selbsternannter Hellseher und notorischer Rassist ist.

    Andreas Hirstein, NZZ, über den Hellseher Rudolf Steiner, „Ein Jesus aus Nazareth und einer aus Bethlehem“:

    „(…) Wirkliche Erkenntnis sei immer übersinnlich [Zitat Steiner]: «Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst», sagt er. Oder: «Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens». Steiner formuliert offen einen hellseherischen Anspruch, eine Quelle des Wissens, die nur Initiierten wie ihm offensteht und die ihn zu ganz neuen Erkenntnissen (…) führt. (…)“ Sein „Wissen will Steiner dem geistigen Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, entnommen haben. (…)“

    Andreas Hirstein, NZZ, über den Rassisten Rudolf Steiner, „Rassistische und antisemitische Tendenzen“:

    „(…) Problematisch bei Steiner ist aber, dass sein Rassismus aus den von ihm postulierten Evolutionsstufen der Menschheit folgt. Will man das Rassendenken loswerden, droht das gesamte Gedankengebäude zusammenzubrechen.

    (…) Die weisse «Rasse» ist in Steinerscher Terminologie die am «Geiste schaffende Rasse» – die Avantgarde der Menschheit also: «Die Menschen würden ja, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden, wenn sie nicht zu einer Art Gescheitheit kommen würden, die unabhängig ist von der Blondheit. Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit.» Die übrigen «Rassen» sind in diesem Sinne nur überflüssige Abfallprodukte der Evolution. Indianer sieht er als «degenerierte Menschenrasse», schwarze Afrikaner seien eine zurückgebliebene Rasse. (…)“

    „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“

    „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“ sagt Harry Rowohlt über Rudolf Steiner. Was hat der, Zitat wikipedia, „Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler“ mit Steiner zu tun? Harry Rowohlt hat eine Erfahrung gemacht, und beschreibt sie hier, Seite 2

    Ist Rudolf Steiner psychisch krank? Wenn ja, wie lässt sich das feststellen? Wie wäre es damit, Steiner zu lesen? Unten ein link zu einem Vortrag Steiners, der unzweifelhaft rassistisch ist. Aber spannender als diese Feststellung ist die Frage, wie Steiner sein Programm „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ begründet:

    Warum ist das so, Zitat Steiner: „Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus.“

    Besuchen Sie Steiner in seiner „Gummizelle“, seien Sie Zeuge von Steiners „Kampf zwischen Vorderhirn und Hinterhirn im Kopf“. Und sagen Sie bitte nicht mehr: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    link zu: Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

    ………………………………………………

    Der Original-Artikel der Ruhrbarone – mit allen links – hier:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/

  • #99
    zeylman

    Malaus anderer Perspektive:

    „Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart“
    werden das Kunstmuseum Wolfsburg und das
    Kunstmuseum Stuttgart die Verbindungen
    und Resonanzen sichtbar machen, die im Werk
    zeitgenössischer Künstler zur Gedankenwelt
    Rudolf Steiners bestehen. In ausgewählten
    Werkpräsentationen und eigens konzipierten
    Installationen nähern sich Künstler wie Meris
    Angioletti, Joseph Beuys, Tony Cragg, Olafur
    Eliasson, Helmut Federle, Katharina Grosse,
    Anish Kapoor und Giuseppe Penone der äs-
    thetischen und philosophischen Weltsicht
    Steiners an. Überraschende Verbindungen und
    unerwartete Perspektiven werden offengelegt,
    die die Ästhetik Steiners in einem neuen, ak-
    tuellen Licht erscheinen lassen. Dabei interes-
    siert an Steiner nicht dessen Kunstlehre oder
    seine Position innerhalb der anthroposophi-
    schen Bewegung, sondern sein ganzheitliches,
    kreatives Denken, das der Realität des Geistes
    und der Präsenz des Unsichtbaren Form und
    Ausdruck gegeben hat.“
    „… Bedeutende Künstler, angefangen von
    Wassily Kandinsky über Piet Mondrian bis zu
    Joseph Beuys, haben sich immer wieder mit
    der universellen Ideenwelt von Rudolf Steiner
    beschäftigt und daraus wertvolle Impulse für
    ihre Arbeit bezogen. Mit Beginn des 21. Jahr-
    hunderts erhält diese Verbindung durch das
    steigende Interesse von Gegenwartskünstlern
    an Steiner eine neue Brisanz. Gleichzeitig
    erlebt das ganzheitliche Weltbild wie das
    von Steiner vor dem Hintergrund lebhafter
    Debatten über ökologische Verantwortung, re-
    ligiöse Sinnsuche und über ein aus den Fugen
    geratenes Wirtschaftssystem wieder stärkere
    Beachtung. In einem ersten Teil behandelt die
    vom Vitra Design Museum zusammengestellte
    Ausstellung „Die Alchemie des Alltags“ das
    Wirken dieses bedeutenden Reformers im 20.
    Jahrhundert in Architektur, Design, Kunst und
    Gesellschaft. Sie ist die weltweit erste umfas-
    sende Retrospektive Steiners außerhalb eines
    anthroposophischen Kontextes.“)
    Das war für mich wie: Vorhang auf – und
    dann begann ein neuer Akt und eine
    längst überfällige Debatte zum Thema!
    Bis dahin war mir nicht bewusst, dass so
    viele international renommierte Künstler
    und Kuratoren sich so eingehend mit
    Rudolf Steiner beschäftigen, und zwar
    in einer autonomen Art. Ich fand dort
    Werke Steiners in der Kontrastierung
    mit zeitgenössischen Künstlern sehr
    überzeugend und inspirierend präsen-
    tiert. Im Museum stand ich auf einmal
    vor Stühlen, auf denen ich als Kind viel
    gesessen und die ich als Schreiner be-
    reits repariert hatte – ein abgefahrenes
    Erlebnis! Für mich war etliches dort ein
    Eye-opener, z. B. der Ausspruch von
    Tony Cragg „Denke an ein zwanzigstes
    Jahrhundert ohne Rudolf Steiner- das
    wäre eine Katastrophe“. Das sagt ein
    international arbeitender Künstler über
    Rudolf Steiner!

    Da bin ich ja mal gespannt, ob das wieder zensiert wird 🙂

  • #100
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Zeylman: Wenn ein Haufen Künstler einen rassistischen Spinner schätzen ist er eben ein rassistischer Spinner, den ein Haufen Künstler schätzen. ich will nur nicht, dass so ein Unfug die Basis von Schulunterricht ist. Ansonsten soll jeder Buchstaben tanzen wie es ihm Spaß macht.

  • #101
    zeylmann

    Herr Laurin zensiert mal wieder.
    Versucht auszuteilen, kann anscheinend so gar nicht einstecken. Muss er aber trotzdem 🙂

    „Rassistischer Spinner“. Das sehen doch die Kollegen von der Zeit etwas anders:

    http://www.zeit.de/2011/08/C-Waldorfschule-Steiner

    Ob Sie den Praxistest bestehen, mein lieber Herr Laurin, wage ich zu bezweifeln. 🙂

  • #102
    Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und im Kunstmuseum Stuttgart

    (…) Vom 5. Februar 2011 – 22. Mai 2011 werden beide Ausstellungen nochmals gemeinsam unter dem Titel „Kosmos Rudolf Steiner“ im Kunstmuseum Stuttgart präsentiert.

    Wie ist es möglich, dass der künstlerisch völlig untalentierte Rudolf Steiner, Begründer der esoterischen Heilslehre „Anthroposophie“, gleich in zwei renommierten deutschen Kunstmuseen gezeigt wird?

    Haben hier anthroposophische „Beziehungskünstler“ den größten PR-Coup in der Geschichte der Anthroposophie gelandet? Wurde dem Rassisten und selbsternannten Hellseher Rudolf Steiner in den Mantel der Seriosität geholfen?

    (…) weiter: http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiner-im-kunstmuseum-wolfsburg-und-im-kunstmuseum-stuttgart/

  • #103
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Zeylmann: Den Artikel kenn ich. Peinliche Nummer. Historisch betrachtet gehört er zu den ganzen Durchgeschepperten, die es im frühen 20. Jahrhundert so gab. Er ist ja ein Blavatsky-Zögling. Wurzelrassen, Atlantis, der ganze Unfug. :-). Ein paar waren übler als er (Lanz von der Liebenfels) ein paar netter (Die Jungs vom Monte-Veritas) aber in Kern sind sie alle nur hilflose Reaktionen auf die Explosion der Wissenschaft dieser Zeit. Mehr nicht.

    PS: Ich zensiere nicht. Ich lass mir nur nicht von jedem Buchstabentänzer alles sagen. Schicken Sie doch ein Tanzvideo 🙂

  • #104
    Rudolf Steiner ist DER Geisteskranke

    @ Stefan Laurin

    „Steiner gehört zu den ganz Durchgeschepperten“

    Rudolf Steiner ist DER Geisteskranke– lies das wirklich mal– oder sag zumindest, bis wohin du es noch geschafft hast– :

    http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3709:dritter-vortrag-dornach-3-maerz-1923&catid=247:ga-349-vom-lebens-des-menschen-und-erde-&Itemid=19

    link zu: Rudolf Steiner, „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923

  • #105
    Andreas Lichte

    @ Stefan Laurin #103

    sogar ein leibhaftiger Professor der Philosophie, Peter Strasser, http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Strasser_(Philosoph) , hat sich durch den Rudolf-Steiner-Wahn gekämpft, zitiert aus „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“:

    ………………………………………….

    „Die aussterbenden Teile sind die Braunen und Kupferroten

    PETER STRASSER (Die Presse)

    Die Knochen werden furchtbar stark, aber so stark, dass der ganze Mensch an seinen Knochen zugrunde geht.

    Die vorletzten Dinge

    Auf vielfachen Wunsch, und als krönender Abschluss unserer Jubiläumsreihe „Rudolf Steiner zum 150.Geburtstag“, die Beantwortung der aktuellen Frage, ob die Gelben überleben können: Ja, solange sie nicht braun oder – was sie sowieso nicht können – kupferrot werden. Hier der Meister im Wortlaut (stenografische Mitschrift des Dritten Vortrags für Arbeiter, Dornach, am 3. März 1923): (…)“

    zum Artikel: http://diepresse.com/home/meinung/feuilleton/strasserdievorletztendinge/643900/Die-aussterbenden-Teile-sind-die-Braunen-und-Kupferroten

    ………………………………………….

    Vielleicht wäre das mal eine alternative Lektüre für die „info 3“ Leserin, Waldorfmutter, und DIE ZEIT-Autorin Iris Radisch?

  • #106
    zeylmann

    An Stefan Laurin

    Da gehört schon eine gewisse Portion dreister Borniertheit dazu, Steiner mit Libenfels vergleichen zu wollen.

    Mein lieber Herr Laurien, dadurch dass Sie die positiven Auswirkungen der Anthroposophiebis in die Gegenwart hinein einfach leugnen, verschwinden diese nicht. Ich könnte Ihnen hier mal jeden Tag ein Kleines Beispiel für zeitgemäße Initiativen schicken!
    Ich hatte es ihnen bereits an anderer Stelle erst angedeutet: Sie sind lediglich ein Journalist, der die Auswirkungen der Anthroposophie leugnet. Nada mas = nicht mehr!
    Und wenn dann ein Kollege oder eine Kollegin von der Zeit etwas schreibt, was dann nicht so in das eigene Weltbild passt, dann ist das peinlich….

    Ich finde Ihre Reaktion eher durchschaubar und vorhersehbar und der Leser wird sich sein eigenes Bild machen.

    Sie sagen, sie würden nicht zensieren.
    Das ist ja wohl eine ziemlich unverfrorene Lüge. Sie haben einen ganzen Beitrag von mir nicht veröffentlicht, obwohl ich Ihnen doch mehrere Tanzvideos geschickt hatte; aber das waren wahrscheinlich Perlen vor die Säue.
    🙂
    Aber was soll man von einem erwarten, der noch nicht einmal das kleine Einmaleins der Eurythmie beherrscht und nicht seinen Namen tanzen kann? 🙂
    Oder haben sie bereits nach Nachhilfe erhalten?

  • #107
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Zeylamm: Nein, ich sehe tatsächlich eine Menge positive Auswirkungen der Antroposophie: Schreiner müssen nicht an Sägen stehen sondern dürfen Lehrer spielen, Menschen sticken Wollpullover und können in dieser Zeit keine Gewalttaten vollbringen und ein paar Verleger finden ein Auskommen, weil sie Trotteln Bücher über Atlantis, Steiner und anderen Quark verkaufen können. Besser, als wenn sie dem Steuerzahler auf der Tasche liegen. Zensur ist es übrigens nicht, wenn ich etwas von Ihnen lösche. Zensieren kann nur der Staat. Sie sind hier auf Privatgelände. Wenn ich finde sie nerven, sind die draussen. Und dann können sie ein Waldi-Blog machen und all ihren Unfug veröffentlichen. Nur nicht bei uns 🙂 Und jetzt ab in die Tanzstunde – Verben üben.

  • #108
    Gefälligkeits-Journalismus der ZEIT

    @ zeylmann und Laurin

    „Und wenn dann ein Kollege oder eine Kollegin von der Zeit etwas schreibt, was dann nicht so in das eigene Weltbild passt, dann ist das peinlich….“

    Peinlich ist, daß die ZEIT die Waldorfmutter Iris Radisch eine Lobesarie über Rudolf Steiner und seine Waldorfschule schreiben läßt: kann jemand noch befangener sein als Iris Radisch?

    Nicht zum ersten Mal, daß die ZEIT beweist, daß sie Gefälligkeits-Journalismus betreibt, indem sie ihrer Klientel deren bevorzugte Schulwahl bestätigt – Privatschule für Besserverdienende, sprich Waldorfschule …

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/09/augen-zu-und-drucken.html

    Augen zu und drucken

    Die Wochenzeitung „Die Zeit“ als Medium der organisierten Anthroposophie – Dorion Weickmanns Besprechung des angekündigten „Schwarzbuch Waldorf“

    (…) Dorion Weickmann betont gerne, dass Sie lediglich selber eine Waldorfschule besucht hätte und Ihre Kinder nun ebenfalls von Anthroposophen unterrichten lasse. Eine Funktionärin der anthroposophischen „Bewegung“ zu sein, weist Sie von sich.

    Nun bekleidet Frau Weickmann zwar kein Amt in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) oder dem Bund der Freien Waldorfschulen, aber Sie veröffentlicht sehr zu deren Freude Buchbesprechungen in der Wochenzeitung „Die Zeit“, die gleichlautend sind mit den Stellungnahmen dieser Verbände (…)

  • #109
    zeylman

    Mein lieber herr laurin,

    jetzt bin ZuHause und mir steht nun überhaupt nicht drgon naturally und teesaurus…zur verfügung. Ich hoffe, dass fellt herrn laurin nicht auf. :-))

    Muss iche noch mali die nachhilfe.

    Na klar: Stephan laurin erklärt mich die Welt!! 🙂

    Mensch Stefan, immer schön geschmeidig bleiben: Auch du kannst noch lernen, deine Namen zu tanzen.
    Ich werde dich da abholen, wo du auch gerade S T E H S T.

    🙂
    nur mal so nebenbei:mir machts Spaß!

    „Nur der sittlich Unfreie, der dem Naturtrieb oder einem angenommenen Pflichtgebot folgt, stößt den Nebenmenschen zurück, wenn er nicht dem gleichen Instinkt und dem gleichen Gebot folgt. Leben in der Liebe zum Handeln und Lebenlassen im Verständnisse des fremden Wollens ist die Grundmaxime der freien Menschen.“

    Das war jetzt bestimmt nicht der Königsberger! 🙂

  • #110
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Zeylmann: Natürlich war es nicht der Königsberger. Der konnte sich ja vernünftig ausdrücken 🙂
    Witziger find ich ja das:

    „Im reinen Gedanken findest du
    Das Selbst, das sich halten kann.
    Wandelst zum Bilde du den Gedanken,
    Erlebst du die schaffende Weisheit.
    Verdichtest du das Gefühl zum Licht,
    Offenbarst du die formende Kraft.
    Verdinglichst du den Willen zum Wesen,
    So schaffst du im Weltensein.“

    Helau!

  • #111
    zeylmann

    An Stefan Laurin:

    Na, geht doch! … und jetzt noch dazu tanzen 🙂

    Ach, der Königsberger:
    „Menschen, die sich nicht gewisse Regeln vorgesetzt haben, sind unzuverlässig. Man weiß sich oft nicht in sie zu finden, und man kann nie recht wissen, wie man mit ihnen dran ist.“

    formuliert so präzise und frei. 😉
    Es ist ja die(meine) Frage. Wer hat diese Regeln aufgestellt. Sind es meine eigenen, damit kommen wir meines Erachtens einer relativen Freiheit schrittweise näher; sind das fremde Regeln sind wir nicht automatisch weiter von einer relativen Wahrheit entfernt, wenn wir mit dieselben Regeln übereinstimmen können (das würde auch noch mal ein anderes Licht auf das Thema Plagiat werfen).

    Der Österreicher dazu:

    „Frei ist nur der Mensch, insofern er in jedem Augenblicke seines Lebens sich selbst zu folgen in der Lage ist. Eine sittliche Tat ist nur meine Tat, wenn sie in dieser Auffassung eine freie genannt werden kann. Hier ist zunächst die Rede davon, unter welchen Voraussetzungen eine gewollte Handlung als eine freie empfunden wird; wie diese rein ethisch gefaßte Freiheitsidee in der menschlichen Wesenheit sich verwirklicht, soll im folgenden sich zeigen.
    Die Handlung aus Freiheit schließt die sittlichen Gesetze nicht etwa aus, sondern ein; sie erweist sich nur als höherstehend gegenüber derjenigen, die nur von diesen Gesetzen diktiert ist. Warum sollte meine Handlung denn weniger dem Gesamtwohle dienen, wenn ich sie aus Liebe getan habe, als dann, wenn ich sie nur aus dem Grunde vollbracht habe, weil dem Gesamtwohle zu dienen ich als Pflicht empfinde? Der bloße Pflichtbegriff schließt die Freiheit aus, weil er das Individuelle nicht anerkennen will, sondern Unterwerfung des letztem unter eine allgemeine Norm fordert. Die Freiheit des Handelns ist nur denkbar vom Standpunkte des ethischen Individualismus aus.“

    Der Königsberger war meines Wissens eher ein Fan der „Pflicht“:

    „Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.“
    Da klingt doch schon einiges zwischen den Zeilen mit.

    und last not least Philpsophie für den einfachen Mann: :-))

    „Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das L a c h e n.“

    In diesem Sinne zum Geschmeidigbleiben:

    http://www.youtube.com/watch?v=9JeDxTesto4

    Keine Angst, das ist kein kinderfressender Anthrpoposoph 🙂

    Guts Nächtle

  • #112
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @zeylmann: Der Königsberger war ein Mann der Freiheit: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Verstand – das Wort kann man bestimmt auch tanzen.

  • #113
    zeylman

    Jawoll Herr Baron Laurin und stillgestanden! 🙂

    Klar kann man das tanzen, die ersten Schritte haben Sie doch bereits gemacht. Gar nicht bemerkt?

    Die preußische Maxime:
    „Handle so, daß die Maxime deines Willens
    zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung dienen kann.“

    Sorry, Steiners ist mir näher! ( Zeitalter der Individualisierung wird wahrgenommen)
    „Wie ist aber ein Zusammenleben der Menschen möglich, wenn jeder nur bestrebt ist, seine Individualität zur Geltung zu bringen? Damit ist ein Einwand des falsch verstandenen Moralismus gekennzeichnet. Dieser glaubt, eine Gemeinschaft von Menschen sei nur möglich, wenn sie alle vereinigt sind durch eine gemeinsam festgelegte sittliche Ordnung. Dieser Moralismus versteht eben die Einigkeit der Ideenwelt nicht. Er begreift nicht, daß die Ideenwelt, die in mir tätig ist, keine andere ist, als die in meinem Mitmenschen. Diese Einheit ist allerdings bloß ein Ergebnis der Welterfahrung. Allein sie muß ein solches sein. Denn wäre sie durch irgend etwas anderes als durch Beobachtung zu erkennen, so wäre in ihrem Bereich nicht individuelles Erleben, sondern allgemeine Norm geltend. Individualität ist nur möglich, wenn jedes individuelle Wesen vom andern nur durch individuelle Beobachtung weiß. Der Unterschied zwischen mir und meinem Mitmenschen liegt durchaus nicht darin, daß wir in zwei ganz verschiedenen Geisteswelten leben, sondern daß er aus der uns gemeinsamen Ideenwelt andere Intuitionen empfängt als ich. Er will seine Intuitionen ausleben, ich die meinigen. Wenn wir beide wirklich aus der Idee schöpfen und keinen äußeren (physischen oder geistigen) Antrieben folgen, so können wir uns nur in dem gleichen Streben, in denselben Intentionen begegnen. Ein sittliches Mißverstehen, ein Aufeinanderprallen ist bei sittlich freien Menschen ausgeschlossen. Nur der sittlich Unfreie, der dem Naturtrieb oder einem angenommenen Pflichtgebot folgt, stößt den Nebenmenschen zurück, wenn er nicht dem gleichen Instinkt und dem gleichen Gebot folgt.“

    Ferner der Köngsberger:

    „Ich habe in meinem Leben viele gute und kluge Bücher gelesen. Aber ich habe in ihnen allen nicht gefunden, was mein Herz so still und froh gemacht hätte wie die vier Worte aus dem 23. Psalm: „Du bist bei mir.“ “

    Da wird es dann interessant: Psalm23 hätte man da ja zunächst nicht erwartet vom Königsberger……
    …. wird ja geradezu gefährlich religiös und spirituell 🙂

  • #114
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @zeymann: „Er begreift nicht, daß die Ideenwelt, die in mir tätig ist, keine andere ist, als die in meinem Mitmenschen.“ Das erklären Sie mir doch jetzt mal bitte. Was ist die Ideenwelt? Woher kommt Sie? Und wieso ist sie bei uns allen die gleiche? Was ist er Unterschied zwischen „Naturtrieb“ und Intuition? Aus was speist sich die Ideenwelt? Wenn es geht in Ihren eigenen Worten und nicht in der Schwurbelsprache des Spinners. Und damit Sie die kleine Aufage ernst nehmen: Zitate werde ich nicht freischalten. Denken Sie mal nach – macht Spaß. (Bin ich ein Waldorflehrer wenn ich Waldörflern was lehre? Frage über Fragen 🙂

  • #115
    zeylman

    an Stefan Laurin,
    Sie schrieben: „Der Königsberger war ein Mann der Freiheit: “Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!”

    Na dann bedienen Sie sich mal Ihres Verstandes. Unter Philosophen werden solche Texte mühsam durchgearbeitet und ich soll Ihnen das mal so eben erklären:

    Ein kurzer Versuch:

    Mit der gemeinsamen Ideenwelt ist meines Erachtens der viel zitierte Prolog des Johannes Evangeliums gemeint:
    Am Anfang war das Wort
    und das Wort war bei Gott
    und ein göttliches Wesen war das Wort
    dieses war im Urbeginne bei Gott.
    Durch es sind alle Dinge geworden
    und nichts von allem Entstandenen ist anders als durch das Wort geworden
    ……
    dieses“Wort“ verbindet alle Menschen ( gemeinsame Ideenwelt)

    Tja mein lieber Stefan, was könnte jetzt wohl Intuition bedeuten???

    Vielleicht ein „Schöpfen“ aus dieser gemeinsamen Ideenwelt???

    Der Unterschied zwischen dem Königsberger und dem Österreicher ist, dass der Östereicher erkannt hat, dass der „Herr (das Wort) bei a l l e n Menschen bereits i s t“ ( gemeinsame Ideenwelt) – Der Königsberger aber über ein “ Der Herr ist bei
    m i r damals nicht hinausgekommen ist 😉
    Da liegen Welten zwischen 🙂

    So und jetzt möchte ich mal einige eigen gedachte Antworten von Ihnen hören und keine faulen Ausreden und Gegenforderungen 🙂
    ….und bitte nicht in ihrer nebulösen Schwurbelsprache….

    Hasta denn

  • #116
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @zeylmann: Das Wort war aber nicht am „Anfang“ – es kam – und damit alle Ideen – erst nach einer langen Phase der Evolution. Ohne Sprache keine Ideen – ohne Ideen keine Ideenwelt. Intuition ist für mich einfach: Das Ergebnis eines Musterabgleichs. Das geht ohne Sprache – basiert aber auch nicht auf einer gesetzten Ideenwelt, sondern auf gesammelter Erfahrung. Ohne Erfahrung keine Intuition – ohne Worte keine Ideenwelt. Durch das Wort oder die Ideen ist auch nichts verbunden. Auch bevor es Menschen oder Sprache gab (von mir aus auch ganz anders als Kommunikation unter Tieren) gab es die „Dinge“. „Verbunden“ sind sie nicht durch Ideen. Sie sind determiniert durch Naturgesetze. Und auch deren Existenz hat mit Menschen und Ideen nichts zu tun. Vielen Dank für ihre Mühe – aber das ganze ist für mich nicht nachvollziehbar. Es ist unlogisch und leugnet die simpelsten wissenschaftlichen Grundlagen. Da hat sich jemand irgendwas ausgedacht – mag ja für ein paar Leute nett klingen, aber mehr ist es nicht.

  • #117
    Andreas Lichte

    Eine Idealismus-Mystizismus-Kritik Bertrand Russells, die 100% auf Steiner zutrifft, auch wenn Russell natürlich nicht über Steiner schreibt („Wer ist Steiner?“).

    Bertrand Russell, „Probleme der Philosophie“, edition suhrkamp, S. 82:

    „So kommt Platon zu einer übersinnlichen Welt, die wirklicher ist als die gemeine Welt der Sinne, und die allein der Welt der Sinne jenen schwachen Abglanz von Realität verleiht, den man in ihr finden mag. Die wahrhaft wirkliche Welt ist für Platon die Welt der Ideen; denn was auch immer wir auch über die Dinge der Sinnenwelt zu sagen versuchen, es gelingen uns immer nur Aussagen darüber, an welchen Ideen sie teilhaben; und diese Ideen machen ihr Wesen aus.

    [und hier kommt die Kritik an „Steiner“s Ideenwelt]

    Von hier aus noch ein Schritt und wir sind im Mystizismus: dann hoffen wir vielleicht, daß wir die Ideen in mystischer Erleuchtung SEHEN können, so wir wir jetzt die Sinnendinge sehen; und vielleicht bilden wir uns auch ein, dass die Ideen im Himmel existieren. Eine solche mystische Ausartung dieses Gedankens liegt sehr nahe; doch sein Fundament bildet die Logik, und von diesem Fundament aus wollen wir ihn betrachten.“

    .

    Russell hat nur Verachtung für jene „Philosophen“ übrig, die sich ZWANGHAFT als solche betätigen, auch hier lese ich unwillkürlich „Steiner“.

    „Probleme der Philosophie“, S. 140:

    „Wenn der Selbstbehauptungswille in die philosophische Spekulation eindringt, betrachtet er dort wie anderswo die Welt als Mittel zu seinen Zwecken; er macht sie deshalb zu etwas, das geringer sein soll als er selbst, das heißt: er legt unsere Würde in Ketten. In der Kontemplation dagegen gehen wir vom Anderen aus, und durch seine Größe werden wir selber zu etwas Größerem gemacht. Der betrachtende Geist gewinnt einen Anteil an der Unendlichkeit der von ihm betrachteten Welt.

    Deshalb sind jene Philosophen, die die Welt dem Menschen angleichen, der Seelengröße nicht eben förderlich. Die Erkenntnis ist eine Vereinigung des Selbst mit dem Anderen; und wie alle Vereinigungen leidet sie unter Herrschsucht, also auch unter dem Versuch, die Welt zur Konformität mit dem zu zwingen, was wir in uns selber finden.

    Es gibt eine weitverbreitete philosophische Neigung zu der Ansicht, daß der Mensch das Maß aller Dinge sei, daß die Wahrheit von Menschen gemacht, daß Raum, Zeit und die Welt der Universalien eigentlich Besitztümer des menschlichen Geistes seien und daß, wenn es etwas gebe, das nicht vom menschlichen Geist erschaffen sei, es für uns unerkennbar und belanglos sein müsse.“

  • #118
    Andreas Lichte

    Am eindrucksvollsten immer noch, wenn Gläubige wie „zeylman“ ihr Universal-Genie Rudolf Steiner anbeten: „Johannes Evangelium“ nichts dagegen.

    Kurt Tucholsky, http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

    „Rudolf Steiner in Paris

    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten. (…)

    Immer, wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit –! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine »Réunion« gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger –! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit –! (…)“

  • #119
    Helmut Junge

    Die Zeugen Steiners sind eben genau so religiös, wie die Zeugen Jehovas, und daß sie gebildeter als diese sind, ändert an ihrer Sturheit zu erkennen, daß Steiner nicht im Einklang mit den Naturwissenschaften steht, gar nichts.
    Ich glaube, daß religiöse „Fans“ prinzipiell so sind.
    Darum kümmere ich mich auch nicht mehr um solche Diskussionen.

  • #120
    zeylmann

    an Stefan Laurin,

    Wahrscheinlich hätte man jetzt auf Schalke gesagt. „Wat für ’ne gegnerische Steilvorlage“, aber irgendwie kann ich mich nicht so richtig darüber freuen.

    Ich erkenne einfach, dass Sie sich mit ihrer Aussage nur widersprechen können:
    Natürlich war am Anfang das Wort! Und alles worüber wir uns unterhalten können läuft über das Wort. Das beginnt mit „am Anfang war das Wort“ (A wie Alpha). Was eventuell vorher gewesen ist oder nachher gewesen ist, ist reine Spekulation von Ihnen.
    Und falls sie darüber tatsächlich was wüssten, könnten sie es nur über das Wort vermitteln und könnten es auch nur über das Wort für sich selbst in einen sinnvollen Zusammenhang bringen.
    Das sind ja keine Spinner oder religiösen Fanatiker gewesen, die solche Texte geschrieben haben sondern brillante Denker, die aber durchaus einen Zugang zu Spiritualität hatten. Man beachte noch einmal die Aussage vom Königsberger und dem Psalm 23, irgend etwas hat ihn da doch berührt.

    Keiner kommt an der Kernaussage dieses Prologs vorbei. In dem Moment, indem er den Mund aufmacht und behauptete, er komme daran vorbei, hat er sich bereits widersprochen. Das ist ja auch nicht schlimm- wir widersprechen uns alle wiederholt und aufs neue. Bloß „sollte“ man sich ab und zu darüber bewusst sein. Das nennt sich auch Introspektionsfähigkeit.

    Das Fass dichtmachen könnte ich dann mit Wittgensteins berühmten Schlussatz aus Tractatus Logico-Philosophicus: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen.“

    Aber ich will mich an dieser Stelle nicht als Wissender darstellen aber durchaus als interessierter und suchender Mensch.

    Wenn ich die Kommunikationsstrukturen von Andreas Lichte Überfliege, habe ich sofort deutlichste Merkmale einer gestörten Kommunikation vorliegen. Ich kann dann nur Konfliktmanagement nach Glasel empfehlen oder Transaktions- Analyse nach Harris oder (gerade sehr modern) gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.

    PS.
    Die Anmerkung von Herrn Junge ist ein sehr schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn der Denker den Denker übersieht. 🙂
    Mit seiner Aussage kann er sich nur widersprechen:
    „Die Zeugen Steiners sind eben genau so religiös, wie die Zeugen Jehovas, und daß sie gebildeter als diese sind, ändert an ihrer Sturheit zu erkennen, daß Steiner nicht im Einklang mit den Naturwissenschaften steht, gar nichts.
    Ich glaube, daß religiöse “Fans” prinzipiell so sind.
    Darum kümmere ich mich auch nicht mehr um solche Diskussionen.“

    Kaum hat er den Mund aufgemacht, hat er schon sein Statements abgegeben und sich natürlich damit um die Diskussion gekümmert respektive sie bewertet!

    Mag er es erkennen und auch nicht.

    So, und jetzt noch einmal abschließend, um den Schaden in Grenzen zu halten (ich habe als Selbstständiger auch noch meine Brötchen zu verdienen).

    Ich werde auch in Zukunft hier ab und zu vorbeischauen und mich aufs Schärfste dagegen verwehren, Anhänger eines Rassisten zu sein.

    Denn hier ist es wirklich in der Tat so: dafür weiß ich zu viel von der „Szene“ und kenne sie zu gut. Ich werde auch zukünftig deutlich machen, dass es sich hierbei um übelste Verleumdungen handelt. Es tut mir leid, wenn Herr Lichte so tief gekränkt worden ist, dass er jetzt meint, Amok laufen zu müssen. Auch falls es so gewesen sein sollte, rechtfertigt das noch lange nicht, polemisch Zigtausende von Menschen und deren Arbeit in verschiedensten sozialen, politischen, wirtschaftlichen, pädagogischen, heilpädagogischen… Initiativen und bereichern zu verunglimpfen. Ich bezweifle allerdings, dass diese Schilderungen sehr objektiv sind und nehme an, dass sie zutiefst subjektiv geprägt sind. Mit Sicherheit hätte man seitens der Ausbilder ein klärendes Gespräch führen müssen und die Kommunikation nicht so eskalieren lassen dürfen! (zu viel Konjunktiv; shit happens).

    Es würde Sie ja in der Tat ehren, wenn Sie aktiv gegen wirkliche Faschisten, Diskriminierende, Kriminelle und was weiß ich für Menschen vorgehen würden.

    Aber leider tun sie dieses nicht ….. jedenfalls kann ich hier nichts dergleichen sehen.

  • #121
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @zeylmann: Welches Wort war denn vor dem Urknall? Welches vor der Bildung des Sonnensystems? Welches vor dem Beginn der Evolution? Ich empfehle Ihnen die Lektüre ein klassischen Naturkundebuchs. Und Artikel gegen Nazis finden sie hier viele. Einfach mal lesen. Kleiner Tipp: Das Schwarze sind die Buchstaben. Und bevor sie nicht das naturwissenschaftliche eines Mittelstufenschülers haben, werde ich mit Ihnen hier nicht weiterplaudern.

  • #122
    Andreas Lichte

    @ zeylmann

    „Ich werde auch in Zukunft hier ab und zu vorbeischauen und mich aufs Schärfste dagegen verwehren, Anhänger eines Rassisten zu sein.“

    Gut für Sie, dass Sie ein Pseudonym benutzen. Sonst wüsste jeder, WER der Anhänger des Rassisten Rudolf Steiner ist:

    ………………………………………………

    „Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“

    (…) am 6. September 2007, entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Die Bücher waren nur knapp der Indizierung durch die BPjM entgangen, weil der Verlag zusicherte, alsbald kommentierte Neuauflagen herauszubringen und bis dahin die Bücher nur mit einer Beilage auszuliefern. Doch nach drei Jahren ist noch immer nichts geschehen.

    (…) Anhang: Aus der „Entscheidung Nr. 5506 vom 6.9.2007“ der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ von Rudolf Steiner, vertrieben vom Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz, Zitat Seite 6f.:

    (…) Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    (…)“

    link zum vollständigen Artikel:

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-„zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen“/

  • #123
    Kontrovers

    @ Lichte
    Tucholsky und das Judentum
    Kontrovers wird auch Tucholskys Einstellung zum Judentum gewertet. Der jüdische Wissenschaftler Gershom Scholem bezeichnete ihn als einen der „begabtesten und widerwärtigsten jüdischen Antisemiten“[8]. Ursache für dieses Urteil waren unter anderem die „Wendriner“-Geschichten, die nach Ansicht Scholems die jüdische Bourgeoisie in „erbarmungslosesten Nacktaufnahmen“ darstellten. ….

  • #124
    Andreas Lichte

    @ Kontrovers

    Ich möchte Sie bitten, vollständig zu zitieren, und nicht Gerüchte zu kolportieren. Wikipedia, vollständig:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Tucholsky#Tucholsky_und_das_Judentum

    »Tucholsky und das Judentum

    Kontrovers wird auch Tucholskys Einstellung zum Judentum gewertet. Der jüdische Wissenschaftler Gershom Scholem bezeichnete ihn als einen der „begabtesten und widerwärtigsten jüdischen Antisemiten“[8].

    Ursache für dieses Urteil waren unter anderem die „Wendriner“-Geschichten, die nach Ansicht Scholems die jüdische Bourgeoisie in „erbarmungslosesten Nacktaufnahmen“ darstellten.

    Dagegen wurde vorgebracht, dass Tucholsky in der Figur des „Herrn Wendriner“ nicht den Juden bloßstelle, sondern den Bourgeois. Ihm ging es darum, die gesinnungslose Mentalität eines Teils des konservativen jüdischen Bürgertums anzuprangern, der seiner Meinung nach selbst die größten Demütigungen durch eine nationalistische Umwelt hinnehme, so lange er seinen Geschäften nachgehen könne.

    .

    Scholems Kritik ist umso bemerkenswerter, da Tucholsky selbst aus Sicht der Konservativen und Rechtsextremen – auch der deutschnationalen Juden – geradezu das perfekte Feindbild vom „zersetzenden, jüdischen Literaten“ abgab.

    Dass Tucholsky aus dem Judentum ausgetreten war und sich protestantisch hatte taufen lassen, spielte für diese Kritiker keine Rolle. Auch das heute noch gegen Juden vorgebrachte Argument, dass sie mit ihren Äußerungen selbst den Antisemitismus provozierten, wurde schon gegen Tucholsky ins Feld geführt.

    In seiner Literaturgeschichte des deutschen Volkes brachte Josef Nadler 1941 den Hass der Nationalsozialisten gegen den bereits Verstorbenen aufs Deutlichste zum Ausdruck: „Kein Volk dieser Erde ist jemals in seiner eigenen Sprache so geschmäht worden wie das deutsche durch Tucholsky.“

    Seinen letzten langen Brief vor seinem Tod widmete Tucholsky erstaunlicherweise vollständig der Situation des deutschen Judentums. An den nach Palästina emigrierten Arnold Zweig schrieb er: „Es ist nicht wahr, daß die Deutschen verjudet sind. Die deutschen Juden sind verbocht.“«

    .

    Auch für mich stellt Tucholsky in der Figur des „Herrn Wendriner“ den Bourgeois bloss, und nicht „den Juden“:

    http://www.textlog.de/tucholsky-herr-telefoniert.html

    „Herr Wendriner telefoniert“

  • #125
    Andreas Lichte

    Kurt Tucholsky, http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

    “Rudolf Steiner in Paris

    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten. (…)

    Immer, wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit –! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine »Réunion« gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger –! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit –! (…)”

  • #126
    Kontrovers

    @ Lichte
    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35
    Jahre schlecht machen. (Kurt Tucholsky)

    Etwas über Tucholskys Einstellung zum Judentum, ziemlich kontrovers:

    „Besonders bemerkenswert ist ein Text, den er sechs Tage vor seinem Suizid an Arnold Zweig schrieb und der einmal wieder gelesen werden sollte. Deshalb –
    Zürich, 15.12.35

    Lieber Arnold Zweig, ich danke Ihnen herzlichst für Ihren Brief vom 13.11. Dank für alle freundlichen Worte – und wenn Sie mir neben ‘Verdun’ auch die ‘Bilanz der Judenheit’ schicken lassen wollten, so wäre ich Ihnen sehr dankbar. Daß ich erst heute antworte, liegt an meinem Gesundheitszustand: es geht mir nicht gut.

    Ja, da wäre also einiges zu sagen.

    Sie sind, lieber Zweig, einer der so seltenen Schriftsteller, die eine Kritik (damals über Grischan) so aufgenommen haben, wie sie gemeint gewesen ist: nämlich freundschaftlich. Das habe ich Ihnen nicht vergessen. Deshalb möchte ich Ihnen etwas schreiben, das wenig mit Ihrem Werk, viel mit Ihrer Anschauung zu tun hat – es richtet sich gar nicht an Sie, aber ich spreche zu Ihnen.

    Ich bin im Jahre 1911 “aus dem Judentum ausgetreten”, und ich weiß, daß man das gar nicht kann. Die Formel vor dem Amtsgericht lautete so. Sie wissen, daß damit keine Konjunkturriecherei verbunden gewesen ist, ein Jude hatte es im Kaiserreich erträglich, ein Konfessionsloser nicht. (Militär, vadächtiger Hund, vadächtiga.) Warum also tat ich das -? Ich habe es getan, weil ich noch aus der frühsten Jugendzeit her einen unauslöschlichen Abscheu vor dem gesalbten Rabbiner hatte – weil ich die Feigheit dieser Gesellschaft mehr fühlte als begriff … Wendriner war damals noch nicht geboren. Doch – aber er hatte noch keinen Namen. Also heraus.

    Antisemitismus habe ich nur in den Zeitungen zu spüren bekommen, im Leben nie. Mit dem feinen Instinkt der die Boches auszeichnet, haben mich viele Leute nicht für einen Juden gehalten, was ich nicht geschmeichelt anmerke, sondern belustigt. In dreieinhalb Jahren Militär: nichts. Zuletzt war ich Polizeikommissar – auch nicht die Spur eines Hauches einer Idee. Ich habe mit den Kerlen im Kasino gesoffen, was mir eine gute Kenntnis des Milieus für später ermöglicht hat – nichts war zu spüren. Ich spreche also nicht aus Ressentiment.

    Auch gehöre ich nicht zu den bekannten jüdischen Antisemiten.

    Über Palästina erlaube ich mir keinerlei Bemerkung –: ich kenne die Verhältnisse nicht. Zweierlei fällt mir auf:

    Das ist kein jüdischer Staat, sondern eine englische Kolonie, in der die Juden – wie unter Pontius Pilatus – eine Rolle spielen, die mir nicht schmeckt und wohl manchen Juden dort unten auch nicht. Zweitens: die deutschen Juden, die Geld hatten, durften nur heraus, wenn sie statt ihres Geldes eine Abmachung mit herausnahmen, bei der Palästina mit deutschen Waren überschwemmt wird.

    Doch ist das Sache der Zionisten, und da ich nicht mittue, nehme ich mir wenig Recht, zu kritisieren. Wohl aber darf ich Ihnen sagen:

    Was sind Sie -? Angehöriger eines geschlagenen, aber nicht besiegten Heeres? Nein, Arnold Zweig, das ist nicht wahr. Das Judentum ist besiegt, so besiegt, wie es das verdient – und es ist auch nicht wahr, daß es seit Jahrtausenden kämpft. Es kämpft eben nicht.

    Die Emanzipation der Juden ist nicht das Werk von Juden. Diese Befreiung ist den Juden durch die Französische Revolution, also von Nicht-Juden, geschenkt worden – sie haben nicht dafür gekämpft. Das hat sich gerächt.

    Sie sagen: Ja, es gibt Wendriners, ich nehme sie aus, sie sind mir fatal – aber … Ich sage: Es gibt auch anständige Juden, ein paar, wie die Emigrationsziffer zeigt, noch nicht 10% – ich nehme sie aus – ich habe die größte Achtung vor ihnen, vor ihrem stillen Leiden – aber … Aber -? Der Rest taugt nichts.

    Es ist nicht wahr, daß die Deutschen verjudet sind. Die deutschen Juden sind verbocht.

    Mir hat schon diese faule und flaue Erklärung nie gefallen, mit der man mir erzählt hat: Die Gettojuden im 16. Jahrhundert konnten nicht anders, sie waren bedrückt, man ließ sie ja nichts andres tun als schachern. Nein, lieben Freunde. Getto ist keine Folge – Getto ist Schicksal. Eine Herrenrasse wäre zerbrochen – diese da “müssen doch leben”. Nein, so muß man nicht leben, so nicht.

    Aber lassen wir die mittelalterlichen Juden – nehmen wir die von heute, die von Deutschland. Da sehen Sie, daß dieselben Leute, die auf vielen Gebieten die erste Geige gespielt haben, das Getto akzeptieren – die Idee des Gettos und ihre Ausführung. Ich sehe diese Schweinekerle bis hierher – ohne mich um sie zu kümmern, ich lese keine deutschen Zeitungen und so gut wie gar keine Emigrationslitertur – ich sehe sie. Man sperrt sie ein; man pfercht sie in Judentheater mit vier gelben Flecken vorn und hinten, und sie haben (wie ich das höre!) nur einen Ehrgeiz: “Nun werden wir ihnen mal zeigen, daß wir das bessere Theater haben!” – Pfui Deibel. Und sie spüren es nicht. Sie sehen es nicht. Sie merken es nicht.

    Ich füge Ihnen einen Ausschnitt aus einem londoner Brief bei, der nur in halb spaßiger Form das Äußerliche und doch auch das Innerliche gibt. Es ist noch viel schlimmer – das ist nur eine Illustration. Es ist so:

    Der Jude ist feige. Er ist selig, wenn ein Fußtritt nicht kommt – ihn so als primär annehmend, als das, was ihm zukommt. Er duckt sich. “Nur Geschäfte!” – aber das ist es nicht allein. Es ist noch ganz etwas andres – es ist das absolute Unvermögen, zu begreifen, was Heroismus überhaupt ist. Ich kenne die Einwände alle, ich kann sie im Schlaf – nur im Schlaf – aufzählen: “Was haben Sie denn für heroische Taten vollbracht – haben Sie vielleicht … ” Das ist der Refrain, den ich heute zu hören bekäme, wäre ich schamlos genug, vor einem Parterre voll Dreck aufzutreten – so wie ich früher zu hören bekommen habe: “Was haben Sie davon? Haben Sie das nötig?”

    Aber der große Moment fand ein kleines Geschlecht.

    Wie! Nicht zu begreifen, daß im März 33 der Augenblick gekommen war, in umgekehrter Proportion auszuziehen – also nicht wie heute einer auf zehn, sondern einer hätte da bleiben müssen, und neun hätten gehen müssen, sollen, müssen. Hat sich auch nur ein Rabbiner gefunden, der der Führer seines Volkes gewesen ist? Auch nur ein Mann? Keiner. In Nürnberg wohnte eine so reiche und einflußreiche Judengemeinde – dort ist der Herr Streicher groß geworden. “Lassen Sie doch den Mann! Nur ka Risches!” Und habe ich nicht mit eigenen Augen gelesen, daß die Gemeinde in Frankfurt, als die ersten Pogrome, ich glaube 1931, einsetzten, den Gläubigen empfahl, nach dem Gottesdienst gleich nach Hause zu gehn und Ansammlungen auf der Straße – auf ihrer Straße – lieber Zweig – zu vermeiden? So war es.

    Wohin unsere Warnungen gefallen sind, wissen Sie. Und dann war es zu spät – es war vielleicht noch eine Sekunde Zeit – und was war dann?

    Dann taten die Leute etwas, das mir immer das Wort Beer-Hofmanns, das er einmal zu mir gesagt hat, ins Gedächtnis zurückruft: “Der Jude ist gar nicht klug. Die andern sind, in manchen Gegenden, nur dümmer.” So ist es.“

  • #127
    Andreas Lichte

    @ Kontrovers

    warum wollen Sie eigentlich mit mir über Kurt Tucholsky diskutieren?

    Das Thema des Artikels von Ansgar Martins ist: „Rudolf Steiners Rassenlehre“

    Rudolf Steiner. Kennen Sie Rudolf Steiner?

  • #128
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Andreas: Das ist doch auch bei den Nazis eine beliebte Technik um den eigenen Antisemitismus herunterzuspielen. Und so schlau wie die sind die meisten Waldis dann doch.

  • #129
    Kontrovers

    @ Lichte und Laurin

    Was interpretieren Sie da alles rein?
    Wer wollte diskutieren und wer will runterspielen?
    Die Aussagen Tucholskys sind einfach nur interessant!?

    Macht nicht aus jeder Meinung gleich eine Religion. Ich habe ein Bild vor Augen: Wenn Gott die Arme ausbreitet, dann sind dagegen all unsere Meinungen, Pläne, Ansichten ganz winzig kleine Scherze.

    Autor : Hanns Dieter Hüsch (Alle Zitate von Hanns Dieter Hüsch)

  • #130
    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes

    “Rudolf Steiner in Paris

    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat hier einen Vortrag gehalten. (…)

    Immer, wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit –! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler, der sommerabends zu Warnemünde, wenns regnet, im Kurhaus eine »Réunion« gibt, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger –! Wie groß muß die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit –! (…)”

    Kurt Tucholsky, “Rudolf Steiner in Paris“: http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html

  • #131
    reflexion

    @ Ansgar Martins

    Ravagli, Lorenzo Ravagli, mit der Lizenz zum Lügen, hält einen Vortrag:

    „Lorenzo Ravagli: Polemischer Diskurs. Die Anthroposophie und ihre Kritiker“

    am 14.4.2011, in der Reihe „Zukunftsbildung“, der anthroposophischen Universität Witten Herdecke.

    Frage an Ansgar Martins:

    Du hast Lorenzo Ravagli in deinem Artikel kritisiert. War alles umsonst? Wenn Leute wie Ravagli weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit der Waldorfschulen und Anthroposophie bestimmen, als was ist dann diese Bewegung zu bezeichnen?

    Ist „Reaktionär“ nicht zu schwach? Mit der NPD hat Ravagli schon zusammen gearbeitet, http://www.stern.de/politik/deutschland/waldorf-paedagogik-auf-tuchfuehlung-mit-dem-rechten-rand-602719.html

    Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand

    Die Waldorf-Bewegung in Deutschland muss sich derzeit des Vorwurfs erwehren, sie grenze sich zu wenig ab vom rassistischen Gedankengut ihres Gründers Rudolf Steiner. Jetzt hat einer ihrer führenden Denker auch noch ein Buchmanuskript mit einem NPD-Funktionär geschrieben …

  • #132
    “Rudolf Steiner in Berlin"

    “Rudolf Steiner in Berlin

    Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Berlin und hält hier Vorträge.

    Das „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ hat ihm dazu die Räume und die Stimmen gegeben: Mit tausend Zungen verkünden die Dozenten des Waldorf-Seminars die Botschaften ihres „Menschheitsführers“, die sie aus der geistigen Welt empfangen, bzw. aus der 370-bändigen Steiner-Gesamtausgabe.

    Das Publikum besteht aus angehenden Waldorf-Lehrern, in der Hauptsache verbogenen Menschen, die ihr Manko auf Steiner abgewälzt haben: Wenn aber eine den geliebten Arbeitsplatz nicht bekommen kann, Hartz-IV-Empfängerin ist, einer überhaupt unbefriedigt ist, so ist das noch kein Grund, in der Pädagogik herumzuschludern.

    Wir haben so etwas von unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer der Vorträge hindurch geht uns das nicht aus dem Kopf: Aber die glauben ja kein Wort von dem, was sie da sprechen! (Und da tun sie auch recht daran.)

    Wenn’s mulmig wird, retten sich die Dozenten in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das „Seelisch-Geistige“, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und die Dozenten hantieren mit Riesenbegriffen.

    Immer, wenn die Dozenten Steiners Botschaften aus der geistigen Welt übersetzen, denken wir über diese Menschen nach: Was für eine Zeit! Kerle, etwa wie arme Schauspieler, die sommerabends zu Dornach, wenn’s regnet, im „Goetheanum“ eine „Konferenz“ geben, alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … und das hat Anhänger! Wie groß muss die Sehnsucht in den Massen sein, die verlorengegangene Religion zu ersetzen! Welche Zeit!

    Das sagen wir, ehemalige Seminaristen des „Seminars für Waldorfpädagogik Berlin“, die wir Augen- und Ohrenzeugen dieses Menschheitsspektakels geworden sind. Und das sagt Kurt Tucholsky, aus dessen Bericht „Rudolf Steiner in Paris“ die einleitenden Absätze fast wörtlich übernommen sind. Der einzig wirkliche Unterschied: Im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ maßen sich die Dozenten Steiners Rolle an.

    Wir berichteten der Berliner Schulaufsicht über die dortige Steiner-Heiligenverehrung, über die dort vorgenommene ideologische Schulung, über eine durch und durch esoterische „Ausbildung“, die dem Berliner Schulgesetz Hohn spricht, Zitat: „§ 98 Genehmigung [von Privatschulen]:

    (3) Die Genehmigung ist … zu erteilen, wenn … 2. die Lehrkräfte eine wissenschaftliche Ausbildung und Prüfung nachweisen, die hinter der Ausbildung der Lehrkräfte an öffentlichen Schulen nicht zurücksteht, oder die wissenschaftliche Eignung der Lehrkräfte durch gleichwertige freie Leistungen nachgewiesen werden kann.“

    Wir teilten der Berliner Schulaufsicht übereinstimmend mit, dass am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ eine „wissenschaftliche Ausbildung“, wie sie das Gesetz fordert, nicht stattfindet.

    Die Antwort des Leiters der Berliner Schulaufsicht, Landesschulrat Hans-Jürgen Pokall: „Wie Sie wissen, ist die Bundesrepublik Deutschland an Schulen in freier Trägerschaft sehr interessiert, nicht nur wegen des Artikels 7 Grundgesetz, sondern vor allem, weil unsere Gesellschaft davon lebt, dass möglichst viele sich auch und gerade im Bildungsbereich mit eigenen Ideen und Initiativen beteiligen … Es ergibt sich aus unserer Sicht keine Notwendigkeit einer besonderen staatlichen Aufsichtspflicht.”

    An derzeit 206 deutschen Waldorfschulen kann also mit staatlichem Gütesiegel unterrichtet werden, was Kurt Tucholsky schon 1924 als Scharlatanerie entlarvte.

    Ein Vergleich mit dem Originaltext („Rudolf Steiner in Paris“, in: Deutsches Tempo, rororo, 1990, Seite 360ff.) sei dem Leser wärmstens empfohlen, auch weil Tucholsky noch weit mehr zu berichten hat, getreu dem Motto „zu wahr, um schön zu sein“.”

    Markus Beauchamp, Nicole Glocke, Andreas Lichte, “Rudolf Steiner in Berlin”, Novo-Magazin, Mai/Juni 2007, http://www.novo-magazin.de/88/novo8856.htm

  • #133
    „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    „Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #134
    Andreas Lichte

    Laut Ansgar Martins, „waldorfblog“, diffamiert der Anthroposoph Lorenzo Ravagli Kritiker wie Helmut Zander auch unter dem Pseudonym “Georg Wahrmund”, siehe:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2011/04/13/wahrmund/

    “Georg Wahrmunds Vorzeit-Früchte

    (…) Auf der letzten Seite [der „ErziehungsKUNST“, dem Verbandsmagazin des „Bundes der Freien Waldorfschulen“] findet sich ein Beitrag aus der Feder eines ominösen „Georg Wahrmund“, der ohne Namensnennung den Religionswissenschaftler Helmut Zander (Autor diverser anthroposophiekritischer Schriften) aufs Korn nimmt und – passend zum Titelthema – als Zwerg beschreibt:

    „Diese Autoren [Wahrmund glaubt möglicherweise an eine ganze Zander-Population oder sieht doppelt – d. Verf.] erinnern mich an den Autor mit dem Blechschaden im Ätherleib [!]. … Es gibt ganz drollige Zwerge in den Wissenschaften: kauzige, putzige Kerlchen, manche mit Schnauzer, manche mit Glatze. Manche kennen sich anscheinend in Steiners Gesamtausgabe so gut aus, wie nicht einmal Steiner … Mancher Hochstapler fällt da wegen seines roten Tarnkäppchens gar nicht auf. Es ist wirklich lustig: Mein Zwerg flüstert mir ins linke Ohr, das sei eben heute so – in einer Zeit, wo sich der menschliche Verstand verselbstständigt hat …, da kann man nicht erwarten, dass das, was die Leute sagen und schreiben, noch Ausdruck ihrer Urteilskraft ist. Die Urteile bilden sich heute quasi von selbst, so als würden die Zwergenfingerchen von selbst schreiben und ihre Mündchen von selbst plappern.“ („Georg Wahrmund“: Ich glaub mich juckt ein Zwerg, Glossalie, ErziehungsKUNST 04/2011, S. 90).

    (…) Irritierenderweise steckt hinter dem „Wahrmund“ aus der „ErziehungsKunst“ kein geringerer als der erwähnte anthroposophische Publizist Lorenzo Ravagli – was die „ErziehungsKunst“-Redaktion scheinbar nicht gut genug für sich behielt. (…)”

  • #135
    Andreas Lichte

    Als Beispiel dafür, wie Anthroposophen Rudolf Steiners Rassismus leugnen, hier ein Kommentar aus einer längeren, aufschlussreichen Diskussion:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/comment-page-4/#comment-84610

    #171 | Andreas Lichte sagt am 30. April 2011 um 18:05

    @ Hans-Florian Hoyer

    Sie schreiben: “Aus dem Vortrag ist für mich weder Rassismus noch psychische Erkrankung ablesbar.”

    Das muss wohl daran liegen, dass Sie Ihr Leben Rudolf Steiner verschrieben haben – Anthroposoph sind –, und gleichzeitig von Rudolf Steiner leben – eine sehr PRAKTISCHE Kombination.

    Das Deutschlandradio Kultur zitierte aus diesem Vortrag Steiners – als EINDEUTIGEN Beleg für Rudolf Steiners Rassismus – Zitat:

    …………………………………………….

    “Tatsächlich hat sich Rudolf Steiner rassistisch geäußert. Zum Beispiel in seinem Vortrag “Vom Lebens des Menschen und der Erde”, den Steiner 1923 in Dornach gehalten hat.

    Z5: Zitator:
    Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.
    [Quelle: http://bit.ly/gO06Yu”

    …………………………………………….

    Ändern wird sich an Hans-Florian Hoyers Weltsicht natürlich nichts:

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen? Unmöglich.

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa einen neuen Hellseher suchen? Unmöglich. Es kann doch nur einen geben: Rudolf Steiner!

  • #136
    Andreas Lichte

    @ Ansgar Martins

    du hast meine mail noch nicht beantwortet … zur Erinnerung:

    ………………………………..

    „Grundsätzlich bleibt die Frage, ob es legitim ist, dass sich eine Schulform auf jemanden als Autorität berufen kann, der KEIN Pädagoge war, sondern ein durchgeknallter Hellseher und Rassist:

    wenn es hier nicht um die Waldorfschule ginge, wie wäre dann deine Antwort?

    Nie und nimmer würdest du sagen:

    »durchgeknallter Hellseher und Rassist – find ich cool – jede Schule sollte einen haben!«“

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  • #138
    Emil

    „Der Anthroprosator – Lorenzo Ravagli

    (…) Besonders dankbar waren die AAG [„Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft“] und der Bund der Freien Waldorfschulen, für Ravaglis Handreichungen bezüglich der rassistisch gesättigten Evolutionsphantasien Rudolf Steiners und dessen herausragend schäbigen Ausfällen über „degenerierte“ und folgerichtig „absterbende“ Bevölkerungsgruppen. Der Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern wird so zu deren verdientem Schicksal.

    Die anthroposophischen Verbände verbreiteten nach Kräften Ravaglis Prosa. Jeder Anthroposoph sollte sich ein Beispiel daran nehmen, wie es Ravagli gelungen war, den schwarz auf weiß für jeden nachzulesenden Rassenwahn nicht nur mit grobschlächtigen Parolen zu bestreiten, sondern zum extraordinären Humanismus umzudeuten, wie es Jana Husmann-Kastein gegenüber dem „Stern“* formulierte.

    *Der Stern, 16.11.2007, „Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand“:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/waldorf-paedagogik-auf-tuchfuehlung-mit-dem-rechten-rand-602719.html

    Lorenzo Ravagli und sein Kollege Hans-Jürgen Bader schafften es sogar, ein „entlastendes“ Zitat Rudolf Steiners zu präsentieren, das nicht nur ihre Buchtitel zierte, sondern zum Renner der anthroposophischen Apologetik wurde. Allerdings hatten sie diese Passage nicht in Steiners Werk gefunden, sondern selber erfunden. [siehe: „Falsche Propheten“, http://rudolf-steiner.blogspot.com/2007/12/falsche-propheten.html ]

    Kurz nachdem das publik wurde, schloss die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung ihre Online-Volltextsuche der Rudolf-Steiner-Gesamtausgabe (GA), die zum Ärger der Anthroposophen auch dazu dienen konnte, derlei Fälschungen schnell und eindeutig nachzuweisen. [siehe: „Der dritte Mann“, http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/03/der-dritte-mann.html ]

    (…)“

    zum Artikel der „Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie“: http://rudolf-steiner.blogspot.com/2009/05/der-anthroprosator-lorenzo-ravagli.html

  • #139
    Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke

    „Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke

    Die vom Land NRW geförderte anthroposophische Privatuniversität Witten/Herdecke lädt Lorenzo Ravagli, Anthroposoph mit äußerst zweifelhaftem Ruf, zu einem Vortrag ein (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldiwissenschaft-lorenzo-ravagli-an-der-privatuniversitat-wittenherdecke/

  • #140
    Flut von Diffamierungen im Skeptiker-Blog!

    “Flut von Diffamierungen im Skeptiker-Blog!

    (…) Hmmm, seltsam, dass der Anstand es Ravagli nicht verbietet, peinliche Lügen zu verbreiten (…)”

    http://blog.gwup.net/2011/06/06/flut-von-diffamierungen-im-skeptiker-blog/

  • #141
    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    “Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Das Interview führte Andreas Lichte für die Ruhrbarone (…)

    Hopmann: (…) Tatsächlich sind der Rassismus, die Entwicklungslehre, die Geschichtsphilosophie und die übrigen Bausteine des Zeitgeists des späten 19. Jahrhunderts, die Steiner zu einer eigenen Weltanschauung amalgamiert hat, so eng verbunden, dass man da nicht nur ein „bisschen“ Waldorf sein kann.

    Allerdings machen die Waldorfschulen das schon geschickt: Sie fallen nicht mit der Tür ins Haus, sie unterrichten nicht direkt aus Steiners Werken, sondern sie lassen ihre Weltanschauung eher still und heimlich in ihre Arbeit einfließen, in ihre Kinderwahrnehmung, in ihre Auswahl der Unterrichtsinhalte usw. Ähnlich wie auch bei anderen Sekten ist das ein schleichendes Gift, dessen Wirkung man oft erst merkt, wenn es fast zu spät ist (…)”

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

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  • #143
    Andreas Lichte

    „Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, behauptet, dass sich Rudolf Steiner für eine multikulturelle Gesellschaft engagiert habe. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Ausgerechnet an Rudolf Steiners berüchtigtem „Arbeitervortrag“ – „Vom Leben des Menschen und der Erde – Über das Wesen des Christentums“, GA 349, Dritter Vortrag, Dornach, 3. März 1923 – versucht Detlef Hardorp zu belegen, dass Rudolf Steiner kein Rassist sei. Steiner sagt dort, Seite 54f.:

    „Erfindungen sind in Asien sehr wenig gemacht worden. Verarbeitet kann dann die Geschichte werden; aber Erfindungen selber, durch die sie das, was durch die Erfahrung mit der Außenwelt entspringt, verwenden, das können die Asiaten nicht machen.

    Zum Beispiel war es einmal so mit einem Schraubendampfer. Den haben die Japaner den Europäern abgeguckt, und nun wollten sie auch allein fahren. Vorher fuhren immer die Europäer und haben die Geschichte dirigiert. Nun wollten sie einmal allein fahren. Die englischen Ingenieure sind zurückgeblieben an der Küste. Plötzlich gerieten die Japaner draußen, die dann das Schiff geleitet haben, in helle Verzweiflung, denn das Dampfschiff drehte sich fortwährend um sich selber. Sie kriegten es nicht heraus, wie sie zu der Drehung die richtige Fortbewegung hinzubringen konnten. Die Europäer, die das wußten, die grinsten natürlich furchtbar am Ufer. Also dieses selbständige Denken, das der Europäer im Umgang mit der Umgebung entwickelt, das haben die Asiaten nicht. Die Japaner werden daher alle europäischen Erfindungen ausbilden; aber selber etwas ausdenken, das werden die Japaner nicht.

    Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, daß die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus ihrer Naturanlage.“

    Der Deutlichkeit halber noch einmal kurz zusammengefasst, Steiner behauptet: Asiaten haben kein selbständiges Denken. Asiaten können keine eigenen Erfindungen machen. Asiaten können nur die Europäer nachahmen. Deshalb müssen die Europäer den Asiaten helfen.

    Hardorp macht daraus aber dies, Zitat aus Hardorps Artikel „Die Menschen sind über die Erde hin aufeinander angewiesen“:

    „Steiner hat Differenzen in der Naturanlage zwischen Menschengruppierungen nicht geleugnet. Daraus leitet er aber keinen Rassismus ab, sondern im Gegenteil die Notwendigkeit einer symbiotischen Zusammenarbeit innerhalb einer multikulturellen Gesellschaft. Steiner in dem umstrittenen Arbeitervortrag: »Es ist einmal so beim Menschengeschlecht, dass die Menschen über die Erde hin eigentlich alle aufeinander angewiesen sind. Sie müssen einander helfen. Das ergibt sich schon aus der Naturanlage.« Das ist das erwähnenswerte eigentliche Fazit des umstrittenen Vortrages, das ist Steiners Haltung zur multikulturellen Gesellschaft in einer globablisierten Welt.“

    Hardorp zitiert Steiner sinnentstellend, indem er den Kontext des Steiner-Zitats verschweigt. So verkehrt Hardorp die rassistischen Ausführungen Rudolf Steiners in ihr Gegenteil. Hardorps Fazit ist das Ergebnis anthroposophischer „Zitierkunst“, wie sie auch der prominente Anthroposoph Lorenzo Ravagli praktiziert. (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-dr-detlef-hardorp-verkauft-rudolf-steiners-rassismus-als-multikulti/

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  • #145
    Andreas Lichte

    Kommentar zu Publikative, “Ein Umkreisen Gottes“, http://www.publikative.org/2012/01/13/ein-„umkreisen-gottes/

    @ steinerimbrett

    Sie schreiben: “Wer wie Ravagli bei jeder publizistischen Gelegenheit wortklingelnde Selbstgerechtigkeit als anthroposophisches Dauerüberlegenheitsgefühl inszeniert, sollte ein bißchen eine angemessene Kritik durchaus aushalten können…”

    Völlig richtig! Hier noch ergänzt die herausragende Bedeutung von Lorenzo Ravagli für den “Bund der Freien Waldorfschulen” und die Anthroposophie:

    Spätestens mit dem Erscheinen seiner demagogischen Verteidigungsschrift “Anthroposophie und der Rassismusvorwurf – Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit” ist Lorenzo Ravagli DER Mann des Bundes der Freien Waldorfschulen für die Abwehr von Kritik an der Anthroposophie und den Waldorfschulen.

    Zu “Anthroposophie und der Rassismusvorwurf – Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit” sagt Jana Husmann (damals noch Jana Husmann-Kastein) im Stern, siehe:

    “Auf Tuchfühlung mit dem rechten Rand”, http://www.stern.de/politik/deutschland/waldorf-paedagogik-auf-tuchfuehlung-mit-dem-rechten-rand-602719.html

    Zitat Stern: “Als Basis für ihre Vorwürfe führt sie ein Buch an, das Lorenzo Ravagli in den Jahren 2001 und 2002 zusammen mit einem Ko-Autor herausgegeben hat. »Der Rassismus Steiners wird dabei von Bader und Ravagli nicht nur abgestritten, sondern zum Humanismus umgedeutet«, schreibt Husmann-Kastein. Kritiker Steiners würden von den beiden Buchautoren massiv diffamiert. »Insgesamt wird von Bader und Ravagli alles legitimiert, was Steiner zu ‘Menschenrassen’ gesagt und geschrieben hat. Das liegt nicht an der mangelnden Textkenntnis, denn die einschlägigen Rassismen Steiners werden zitiert.«”

    Siehe ergänzend dazu auch: “Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke”, http://www.ruhrbarone.de/waldiwissenschaft-lorenzo-ravagli-an-der-privatuniversitat-wittenherdecke/
    .

    Im Jahre 2007 wurde die Zusammenarbeit von Lorenzo Ravagli mit Andreas Molau, damals Spitzenfunktionär der NPD, publik. Enthüllt wurde sie vom Stern, siehe den link oben, und später nochmals von “Publikative” (damals noch “NPD-BLOG.INFO”):

    “NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II”,http://www.publikative.org/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    Was in jeder demokratischen Organisation ein Grund zur fristlosen Kündigung Lorenzo Ravaglis gewesen wäre, blieb beim Bund der Freien Waldorfschulen folgenlos: Lorenzo Ravagli arbeitet weiterhin als Redakteur der “Erziehungskunst”, Publikation des Bundes der Freien Waldorfschulen.
    .

    Heute ist es Lorenzo Ravaglis Aufgabe, den Ruf des Historikers Helmut Zander, Autor des Standardwerkes “Anthroposophie in Deutschland”, zu schädigen. Neben offiziellen Veröffentlichungen unter seinem Realnamen benutzt Lorenzo Ravagli dabei auch das Mittel anonymer Angriffe unter Pseudonym, siehe:

    “Georg Wahrmunds Vorzeit-Früchte”, http://waldorfblog.wordpress.com/2011/04/13/wahrmund/
    .

    Ravaglis Vorgehen ist so radikal, dass mit Bezug auf Lorenzo Ravagli selbst Anthroposophen “Sekte” als Bezeichnung für die Religion Anthroposophie gebrauchen, der Anthroposoph Ralf Sonnenberg schreibt:

    “Die Anthroposophen erscheinen wieder einmal als kleinkarierte, nicht kritikfähige Sekte …”

  • #146
    Andreas Lichte

    „Hitler, Steiner, Mussolini – Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute

    Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/hitler-steiner-mussolini-anthroposophie-und-faschismus-gestern-und-heute/

  • #147
    Andreas Lichte

    “Hitler, Steiner, Mussolini

    (hpd) Andreas Lichte beschreibt eine in Deutschland weitestgehend unbekannte historische und aktuelle Situation in Italien und kommt in seinem Artikel „Zur Anthroposophie im italienischen Faschismus und ihrer anthroposophischen Rezeption heute“ zu belegten Darstellungen und Schlussfolgerungen, die ein helles Licht auf die Implikationen der Anthroposophie werfen.

    Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird: Man erklärte, dass Waldorfschulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat im Großen anstrebt“.(1) Wurde die Anthroposophie von den Machthabern in Deutschland letztlich als weltanschauliche Konkurrenz wahrgenommen, so war sie in Italien eine willkommene „spirituelle“ Ergänzung des Faschismus. Hier konnten Anthroposophen ihren Traum von der „überlegenen arischen Rasse“ (2) ausleben, und daran arbeiten, Rudolf Steiners programmatische Aussage „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ (3) zu verwirklichen.

    „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses großen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.“ (4) (…)“

    weiter: http://hpd.de/node/12972

  • Pingback: Nazi-UFOs, Schamballah und der Longinus-Speer « waldorfblog

  • #149
    Andreas Lichte

    “(…) Ansgar Martins: Wie gingen Anthroposophen mit dem rassistischen Gedankengut Steiners nach der der ‚Machtergreifung‘ 1933 um? Welche Positionen lassen sich ausmachen?

    Prof. Peter Staudenmaier: Unter deutschen Anthroposophen war es weniger die Rassenlehre Steiners als der Deutschtumsbegriff, der sich als Anhaltspunkt anbot. Aber auch rassenthematische Überlegungen wurden weitergeführt. Ernst Uehli und Sigismund von Gleich beispielsweise verarbeiteten den Ariermythos, während Richard Karutz eine umfassende anthroposophische Rassensystematik vorlegte. Die Positionen reichten bis hin zur ausdrücklichen Zustimmung zu nationalsozialistischen Grundsätzen, so wie bei Karutz oder Ernst von Hippel . So schrieb Karutz z.B. über Hitler:

    „Er macht die höhere Entwicklung der Völker von deren ungleichen Zusammensetzung aus einer organisatorisch befähigten und einer zum Herrschen nicht befähigten Rasse abhängig, er empfindet diese Schichtung als eine uralte, bis in die Rassenbildung zurückgehende […] Das setzt einen geistigen Entstehungsgrund für die Rassen voraus, der Nationalsozialismus ist, vielen unbewußt, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.“ (Richard Karutz, Vorlesungen über moralische Völkerkunde, 1934, S. 5) (…)”

    Auszug aus: “’Ja, gewiss kam es zu Spannungen…’ – ein Interview mit Peter Staudenmaier

    Prof. Peter Staudenmaier über Rudolf Steiners Rassismus und Antisemitismus, deren Stellung im “Mainstream der damaligen Esoterik” und die ideologischen Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus”, http://waldorfblog.wordpress.com/2012/05/07/staudenmaier/

  • #150
    Andreas Lichte

    „Anthroposophie und Faschismus

    FRANKFURT/M. (hpd) “Ja, gewiss kam es zu Spannungen…” – ein Interview mit Prof. Peter Staudenmaier über Rudolf Steiners Rassismus und Antisemitismus, deren Stellung im “Mainstream der damaligen Esoterik” und die ideologischen Überschneidungen mit dem Nationalsozialismus und dem Faschismus (…)“

    weiterlesen: http://hpd.de/node/13507

  • #151
    Andreas Lichte

    Anthroposophie und Nationalsozialismus: ‘Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft’

    Die Anthroposophie hatte als konkurrierende Weltanschauung erbitterte Gegner innerhalb des nationalsozialistischen Machtapparats. Sie fand aber auch zahlreiche einflussreiche Förderer und Unterstützer, unter diesen am bekanntesten der „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Heß. Was machte die anthroposophischen Angebote aus Sicht ihrer nationalsozialistischen Unterstützer attraktiv? Gibt es eine Kontinuität vom „Dritten Reich“ bis in die Gegenwart? Von Andreas Lichte.

    Anthroposophen arbeiteten in allen für sie wichtigen Praxisfeldern mit nationalsozialistischen Organisationen zusammen, im Überblick:

    – Waldorfschulen: „Das Motto der Waldorfbewegung im »Dritten Reich« lautete: »Die Waldorfschulen erziehen zur Volksgemeinschaft.«1 Ihrer Selbstdarstellung zufolge lieferte die anthroposophische Pädagogik einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des neuen Deutschlands durch »die Pflege des völkischen Gedankens und die Betonung des Wesens und der Aufgaben des deutschen Geistes« und stand damit »im Einklang mit der Grundgesinnung des nationalsozialistischen Staates«.2“3

    – Anthroposophische Medizin: „Die Vereinigung anthroposophischer Ärzte stellte eine Hauptstütze der NS-treuen »Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde dar«.“4

    – „Biologisch-dynamische“ Landwirtschaft: „1935 wurde der »Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise« korporatives Mitglied der nationalsozialistischen »Deutschen Gesellschaft für Lebensreform« (Motto: »Die Weltanschauung der Deutschen Lebensreformbewegung ist der Nationalsozialismus«).“5 (…)“

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/anthroposophie-und-nationalsozialismus-die-waldorfschulen-erziehen-zur-volksgemeinschaft/

  • #152
    Andreas Lichte

    Die Waldorfschule und Andreas Molau, Aussteiger aus der rechtsextremen Szene

    Andreas Molau, ehemaliger NPD-Spitzenfunktionär und zuletzt für „pro NRW“ tätig, ist aus der rechten Szene ausgestiegen. Offen bleibt die Frage, ob die „Freie Waldorfschule Braunschweig“, an der Molau von 1996 – 2004 Deutsch, Geschichte und Politik (sic !) unterrichtete, nichts von Molaus damaliger politischer Orientierung wissen konnte (…)

    (…) Lichte: Bis zu Ihrer Enttarnung arbeiteten Sie 8 Jahre lang an der Freien Waldorfschule Braunschweig?

    Molau: Welche ‘Enttarnung’? Ich habe mich nie versteckt. Als Lehrer habe ich dasselbe gesagt und getan, wie vorher auch (…)“

    zum vollständigen Artikel: http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschule-und-andreas-molau-aussteiger-aus-der-rechtsextremen-szene/

  • #153
    Andreas Lichte

    „Geschichte in der Waldorfschule: ‘Atlantis’ und die ‘Rassen’

    (…)

    Rassismus im Geschichtsunterricht der Waldorfschule

    (…) Geschichtsepochenhefte beginnen mit „Atlantis“. Dazu sagt der Anthroposoph Richard Karutz8 – mit dem Ziel, die Vereinbarkeit von anthroposophischer und nationalsozialistischer Rassenlehre herauszustellen: „Der Nationalsozialismus ist, vielen unbewusst, tatsächlich eine geistige Bewegung, Rassenbildung und Rassenschichtung in Europa gehen tatsächlich bis in jene atlantischen Zeiten zurück, von denen Rudolf Steiner spricht.“9

    Im Kapitel „Unsere Atlantischen Vorfahren“ seines Buches „Aus der Akasha-Chronik“ spricht Rudolf Steiner von „Atlantis“ und den „Rassen“, Zitat:

    „Die Vorfahren der Atlantier wohnten auf einem verschwundenen Landesteil, dessen Hauptgebiet südlich vom heutigen Asien lag. Man nennt sie in theosophischen Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene Entwicklungsstufen gegangen waren, kam der größte Teil in Verfall. Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als sogenannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen. Nur ein kleiner Teil der lemurischen Menschheit war zur Fortentwicklung fähig. Aus diesen bildeten sich die Atlantier. – Auch später fand wieder etwas ähnliches statt. Die größte Masse der atlantischen Bevölkerung kam in Verfall, und von einem kleinen Teil stammen die sogenannten Arier ab, zu denen unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört. Lemurier, Atlantier und Arier sind, nach der Benennung der Geheimwissenschaft, Wurzelrassen der Menschheit.“10

    In Atlantis findet also eine Trennung der Menschheit statt, in auserwählte Menschen – „Arier“–, die die „Menschheitsentwicklung“ voranbringen, und andere Menschen, die dem „Verfall“ preisgegeben sind. Die für ihn zwangsläufige Entwicklung fasst Rudolf Steiner in den von Helmut Zander oben erwähnten „Arbeitervorträgen“ im Jahre 1923 so zusammen:

    „Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus. Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“11

    Im Geschichtsepochenheft liest sich die Auswahl der Menschen mythologisch verklärt so – Atlantis versinkt, und, Zitat Geschichtsepochenheft:

    „Nur ein geringer Teil der Atlantier überlebte die große Flut und die Erdbeben. Diese hatten sich um Manu, den Sonnengeweihten, geschart. Er war dafür ausersehen, das helle Licht der Gedanken zu entfachen. Mit 7 heiligen Rishis führte er sie nach Osten.“

    Zum Vergleich Rudolf Steiner:

    „Das war nach der atlantischen Flut, als diese Kolonie nach Süden ging und dort die erste Kultur der nachatlantischen Zeit begründete, die erste Kultur unserer Zeitepoche. Die fortgeschrittenen Lehrer, die da mit hinunterzogen, die ersten großen Lehrer des alten Indien, sie nennt man die alten Rishis.“12

    Die „erste Kultur der nachatlantischen Zeit“ ist, wie oben ausgeführt, die „Urindische Kulturepoche“. Das Geschichtsepochenheft beschreibt wie Rudolf Steiner eine fiktive Völkerwanderung der auserwählten Menschen: von Atlantis, das laut Steiner im Atlantischen Ozean lag13, zogen die Arier nach Indien.

    Die in der Waldorfschule unterrichtete anthroposophische Kulturepochenlehre ist eine rein weisse Menschheitsgeschichte, eine Geschichte des auserwählten Teils der Menschheit. Aber auch bei den Auserwählten setzt sich die „Menschheitsentwicklung“ fort: Die Höherentwicklung der Menschheit lässt sich anhand der Ausbildung der anthroposophischen „Wesensglieder“ beschreiben.

    Die 9 Wesensglieder im Überblick:

    1. Physischer Leib

    2. Äther-, Lebens- oder Bildekräfteleib

    3. Seelenleib, Empfindungsleib oder Astralleib (im engeren Sinne)

    4. Empfindungsseele

    5. Verstandes- oder Gemütsseele

    6. Bewußtseinsseele

    7. Geistselbst (Manas)

    8. Lebensgeist

    9. Geistesmensch (Atma)

    Bei der Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ wurden die zukünftigen Waldorflehrer auch mit der Bedeutung der „Wesensglieder“ für die „Menschheitsentwicklung“ in den aufeinander folgenden „Kulturepochen“ vertraut gemacht:

    Im Fach „Kunstbetrachtung“, einer anthroposophischen Kunstgeschichte, erläutert der Gastdozent „Dr. Weiss“ [Name geändert] die Entwicklung der Steinerschen „Wesensglieder“ anhand von dafür typischen Kunstwerken: Die alten Ägyper besaßen noch ein „magisches Bewusstsein“, eine unmittelbare Verbindung zur „geistigen Welt“; bei den Griechen bildete sich die „Verstandesseele“ aus; und „um das Jahr 1413 herum begann mit der Entdeckung der Perspektive die Ausarbeitung der Bewusstseinsseele“. „Damit haben die Europäer eine Vorreiter-Rolle übernommen“, erklärt Dr. Weiss.

    Im Zusammenhang mit der Perspektive präsentiert Dr. Weiss noch ein überraschendes Detail: auf nicht nachvollziehbaren Umwegen verortet er den eigentlichen Verdienst an der kulturhistorischen Leistung „Perspektive“ nördlich der Alpen, statt – wie allgemein üblich – in Italien. Aber auch das ist, Zitat Helmut Zander, „kein Unfall“, sondern Anthroposophie, Zitat „ABC der Anthroposophie“:

    „Das Jahr 1413 bezeichnet nun den ungefähren Zeitpunkt, an dem sich in den Völkern des germanischen Kulturkreises die Bewußtseinsseele auszubilden begann. Sie weiter zu entwickeln ist die Aufgabe der bis in die Mitte des vierten nachchristlichen Jahrtausends dauernden Fünften nachatlantischen Kulturepoche.”14

    Bis zum Jahre 3573 n. Chr. haben also die Völker des „germanischen Kulturkreises” die für die Menschheitsentwickelung alles entscheidende Funktion: die menschliche Evolution ist germanisch!

    An dieser Stelle noch einmal der Historiker Helmut Zander:

    „In der Konsequenz dieses Denkens lag auch Steiners Bestimmung des Judentums, das ebenfalls als evolutionshistorisch überholt galt (s. 8.3.2b), und in diesen Kontext gehören auch seine Völkerstereotypien, die gleichfalls hierarchisiert waren und die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung sahen (s. 14.3.1a).“15

    „Die Deutschen als Avantgarde der Entwicklung“: ist das damit gemeint, wenn sich die Waldorfschulen in der Öffentlichkeit so vorstellen: „Waldorfschulen als Vorreiter. Nicht mehr lernen, sondern das Richtige.“16?

    zum vollständigen Artikel mit Quellenangaben, links, und Abbildungen: http://www.ruhrbarone.de/geschichte-in-der-waldorfschule-atlantis-und-die-rassen/

  • #154
    Versteinerte Erziehung

    Waldorfschule: Versteinerte Erziehung

    (…)

    Aus heutiger Sicht war Steiner ganz klar ein Rassist. Er ordnet die Rassen in eine Fortschrittsgeschichte, nach der die schwarzen Afrikaner eine „degenerierte“, „zurückgebliebene“ Rasse darstellten. Auch Indianer sind eine „degenerierte Menschenrasse“ im „Hinsterben“. (vgl. Zander, 2007, S. 631)

    (…)“

    zum vollständigen Artikel von André Sebastiani: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-versteinerte-erziehung/

  • Pingback: Michael Mentzel: Anthroposophie und Nationalsozialismus | Ruhrbarone

  • #156
    Andreas Lichte

    Michael Mentzel: Anthroposophie und Nationalsozialismus

    Ansgar Martins, Gastautor der Ruhrbarone, hat ein kritisches Buch über Rudolf Steiners Rassismus und Geschichtsbild geschrieben, das vom Historiker Prof. Peter Staudenmaier in einer Rezension als „sachliche und scharfsichtige Darstellung“ begrüsst wurde, „bei weitem die beste Darstellung, die bei einem anthroposophischen Herausgeber erschienen ist“. Das sorgt für einen bizarren Auftritt von Michael Mentzel [Schloss Hamborn], Propagandist der, Zitat Prof. Hopmann, „Sekte“ Anthroposophie. Von Andreas Lichte.

    In seinem Artikel „Steiner und der Rassismus“, veröffentlicht auf seiner Website „Themen der Zeit“, begibt sich der Anthroposoph Michael Mentzel [Schloss Hamborn] auf die verzweifelte Suche nach Fehlern in Ansgar Martins Buch „Rassismus und Geschichtsmetaphysik: Esoterischer Darwinismus und Freiheitsphilosophie bei Rudolf Steiner“. Es wird eine Irrfahrt durch das anthroposophische „Geisterland“, wie Ansgar Martins in seiner Antwort dokumentiert.

    Zu Mentzels propagandistischer Grundausstattung gehört es, Kritikern der Anthroposophie zu unterstellen, was sie nie behauptet haben, Zitat Mentzel:

    „Eines scheint mir das Anliegen des Autors Ansgar Martins jedoch nicht zu sein: Der Versuch, nachzuweisen, dass der von ihm bei Steiner diagnostizierte Rassismus und Antisemitismus die von manchen Kritikern behauptete Klammer und die Kontinuität sind, die den Nationalsozialismus ermöglicht haben.“

    Dazu Ansgar Martins’ Antwort im Originalwortlaut, Zitat:

    „Dass die Anthroposophie nicht die Wegbereiterin des Nationalsozialismus war und sich in dieser Richtung auch nicht ernsthaft argumentieren lässt, darin ist Mentzel ausdrücklich zuzustimmen. Tatsächlich hat bisher auch noch kein ernstzunehmender Steinerkritiker die Anthroposophie zum Wegbereiter des Faschismus stilisiert. Das haben diesbezüglich interessierte Anthroposophen ganz allein geschafft. Ettore Martinoli [Mitbegründer der ‘Anthroposophischen Gesellschaft Italiens’], der sich nicht nur aktiv für die antisemitischen Rassegesetze im italienischen Faschismus, sondern vor allem für deren Synthese mit der Anthroposophie einsetzte, riss Steiner aus seiner faktischen geistesgeschichtlichen Irrelevanz und stellte ihn in eine Reihe mit Mussolini und Hitler:

    ’Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.’ (Martinoli: ‚Un preannunziatore della nuova Europa: Rudolf Steiner’, in: ‘La Vita Italiana’, Juni 1943, S. 566, übersetzt bei Andreas Lichte)

    Es waren gerade die idealistischen Aspekte der Anthroposophie, mit denen solche Autoren ihren faschistischen Enthusiasmus rechtfertigten. Erhard Bartsch, Pionier der biodynamischen Landwirtschaft, belehrte den jüdischen Anthroposophen und Nazigegner Hans Büchenbacher:

    ‘Wissen Sie, Herr Dr. Büchenbacher, wenn man wirklich michaelischen Geist hat, dann tritt man an die Seite von Adolf Hitler.’ (zit. n. Büchenbacher: ‘Erinnerungen 1933-1945’, Archiv ‘Info3’, 8)

    Andere sahen in der Anthroposophie die ideale spirituelle Ergänzung zum ‘materialistischen’ Nationalsozialismus:

    ‘Rudolf Steiner kommt von oben. Hitler kommt von unten, und so geben sie einander die Hand.’ (zit. n. Dieter Brüll: ‘Ein Bewusstsein war nicht vorhanden’, in: ‘Info3’, 4/1999, 20)

    Büchenbacher, der als Vorsitzender der deutschen Anthroposophen 1935 ‘freiwillig’ zurücktreten musste, schätzte rückblickend, ‘dass ungefähr 2/3 der Mitglieder mehr oder weniger positiv zum Nationalsozialismus sich orientierten.’ (Büchenbacher: ‘Erinnerungen’, a.a.O., 17)

    (…)“

    Soviel von Ansgar Martins zur anthroposophischen Zustimmung zu Faschismus und Nationalsozialismus. Betrachtet man die praktische Zusammenarbeit von Anthroposophen und nationalsozialistischen Organisationen, fällt es noch schwerer, eine klare Grenze zu ziehen:

    Im „Dritten Reich“ passierte Anthroposophie auf der falschen Seite des Zaunes, des Zaunes des KZ Dachau: Dort gab es einen biologisch-dynamischen Betrieb – und den ehemaligen Waldorfschüler und SS-Arzt Sigmund Rascher, der geplant tödlich verlaufende Menschenversuche an KZ-Insassen durchführte. Die anthroposophische Firma „Weleda“ versorgte Rascher mit Materialien …“

    hier zum Originalartikel: http://www.ruhrbarone.de/michael-mentzel-anthroposophie-und-nationalsozialismus/

  • #157
    Elterninitiative zur Hilfe gegen seelische Abhängigkeit und religiösen Extremismus e.V.

    In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen interessanten Vortrag von Peter Bierl über die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik hinweisen:
    http://www.sektenwatch.de/drupal/sites/default/files/files/anthroposohie_wurzelrassen.pdf
    Erschienen im Rahmen einer umfangreichen Dokumentation unserer Jahrestagung
    „Rassismus im neuen (?) Gewand – Braune Esoterik, Verschwörungstheorien, Blut-, Boden- und Rassereligionen“
    http://www.sektenwatch.de/drupal/node/18

  • #158
    Andreas Lichte

    Henning Kullak-Ublick, der ‘Bund der Freien Waldorfschulen’, und die Glaubwürdigkeit

    (…)

    Dokumentiert ist, dass der Lehrplan der ersten Waldorfschulen „Rassenkunde“ enthielt, die in der siebten Klasse einzuführen sei, samt der Diskussion des „Gegensatzes von nördlicher und südlicher Volksart“ und dem kulturellen Ausdruck von „fremden Volksseelen“.2

    Bei einer Pressekonferenz des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ zu Rudolf Steiners Rassismus erklärte Kullak-Ublick [Vorstand des „Bundes der Freien Waldorfschulen“] aber im Widerspruch zur oben dokumentierten Geschichte der Waldorfschule:

    „Schon bei ihrer Gründung sind die Waldorfschulen mit einem Ansatz angetreten, der im krassest möglichen Gegensatz zu den Beschuldigungen [des Rassismus in der Waldorfschule] steht“.3

    Am 6. September 2007 entschied die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM), dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben. Und auch hier fühlt sich Kullak-Ublick nicht an Fakten gebunden:

    „(…) So erläuterte Henning Kullak-Ublick, Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen, in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur der Hörerschaft, die Bundesprüfstelle habe die inkriminierten ‘Stellen für unwesentlich erklärt und … sie eben nicht indiziert. Gerade das hat sie ja nicht getan. Sie wäre dazu verpflichtet gewesen, wenn sie die eben als rassendiskriminierend angesehen hätte.’ Angesichts der Tatsache, dass in der Entscheidung 5505 [der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien] explizit steht, dass das Zwölfergremium zu dem Ergebnis gekommen ist, dass ‘Die Mission einzelner Volksseelen’ in Teilen ‘als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’ sei, muss sich Kullak-Ublick eine Verdrehung der Fakten vorwerfen lassen. (…)“4

    (…)“

    zum vollständigen Artikel (dort auch Quellenangaben): http://www.ruhrbarone.de/henning-kullak-ublick-der-bund-der-freien-waldorfschulen-und-die-glaubwuerdigkeit/

  • #159
    Andreas Lichte

    Ansgar Martins, waldorfblog, behauptet, dass 99% der Waldorflehrer den Scharlatan und Rassisten Rudolf Steiner unterstützen:

    „(…) Hier zeigt sich dann auch, wie weit Ullrichs Behauptung zutrifft, ‘dass 90 Prozent der Waldorf-Pädagogen … fest in der Anthroposophie Rudolf Steiners verhaftet’ seien. Auch wenn ‘nur’ ein Drittel der Waldorflehrer zu den ‘praktizierenden’ Anthroposophen gehört, scheint nicht nur für 90, sondern eher 99% eine “Waldorfschule ohne Steiner” kein anstrebenswertes Ziel zu sein. (…)“

  • #160
    Andreas Lichte

    Helmut Zander über die – „desaströse“ – kommentierte Neuauflage von Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“:

    „(…) Den politischen Höhepunkt dieser Auseinandersetzung markiert eine Stellungnahme der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Sie kam 2007 zu dem Ergebnis, dass es Vorstellungen Steiners gebe, die «als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen» seien. Eine Indizierung entsprechender Bände der Steinerschen Schriften konnten Anthroposophen nur mit der Zusage abwenden, dass spätestens innerhalb eines Jahres eine Überarbeitung dieser Bände vorliegen werde. Damit nahmen sie es aber nicht so genau, es dauerte vier Jahre, bis ein erster Band, die «Geisteswissenschaftliche Menschenkunde» von 1908/09, neu erschien.

    Das Ergebnis ist desaströs. In einem knappen Hinweis distanziert man sich von Interpretationen der Aussagen Steiners, «insofern sie heute in irgendeiner diskriminierenden Art verstanden [. . .] werden sollten», während Steiner mit wenigen Aussagen, die die rassistischen Formulierungen relativieren, freigekauft wird. Aber kein Wort über Steiners Fortschrittsdenken, das seine Rassentheorien bedingt, kein Wort über die «Weissen», die er lebenslang zur kulturellen Avantgarde überhöhte, keines zu den «passiven Negerseelen» in dem Band. (…)“

    Quelle: Helmut Zander, „Rudolf Steiners Rassentheorien – Was tun mit einem unannehmbaren Erbe?“, Neue Zürcher Zeitung, 18. April 2013, http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/literatur/was-tun-mit-einem-unannehmbaren-erbe-1.18066165

    Siehe zum Indizierungsverfahren der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) gegen Rudolf Steiner:

    „3 Jahre Rudolf Steiner ist ‘zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen’“

    http://www.ruhrbarone.de/3-jahre-rudolf-steiner-ist-zum-rassenhass-anreizend-bzw-als-rassen-diskriminierend-anzusehen/

  • #161
    Andreas Lichte

    Prof. Peter Staudenmaier on Ida Oberman’s book „The Waldorf Movement in Education from European Cradle to American Crucible, 1919-2008“ (Lewiston: Mellen, 2008):

    „(…) Citing testimony from several pupils, for example, Oberman reports that raising the Nazi flag, giving the Hitler salute, and singing the Horst Wessel Lied „became daily requirements“ at the Stuttgart Waldorf school from 1934 onward (129).

    She also observes that „Racial theory has a place in the Waldorf curriculum as designed by Rudolf Steiner.“ (132)

    The stance of the Waldorf leadership in 1933 and 1934 was „loyal cooperation with the new regime“ (136).

    Oberman describes the primary leaders of the League of Waldorf Schools, Rene Maikowski and Elisabeth Klein, as „pro-Nazi Waldorf representatives“ (139).

    She quotes Hess writing to the Nazi Education Minister in 1935 praising Waldorf’s potential to „make a valuable contribution“ to National Socialism (147).

    She also discusses the „close Nazi collaboration“ of the Dresden Waldorf school (163). (…)“

    source: http://groups.yahoo.com/group/waldorf-critics/message/26887

  • #162
    O.H.

    Entschuldigung, aber wer Steiner Rassismus vorwirft, hat einfach nichts von seiner Lehre verstanden und wirft zitiertes vollkommen aus dem Kontext. Hier werden Interpretationen und Einseitigkeiten vertreten, die unhaltbar sind.

    Dass auf Waldorfschulen viel Mist geschieht, ist uns klar, dass die Anthroposophie von heute teilweise ein Krüppel ist auch. Aber an Steiners Lehren, die alles andere als rassistisches (wie man das heute so locker mal definiert) Gedankengut in sich tragen, sind weiterhin erhaben über solch ein Denken wie das hier Veröffentlichte.

  • #163
  • #164
    Alpenblues

    Zum Brüllen! Eine einzige Note von B.B.King erbringt den Beweis der Unterschiedlichkeit der Rassen. Die weiße Rasse (v)erblasst ob ihrer rassisch bedingten Unterlegenheit. Gott selbst ist danach als Rassist entlarvt.

  • #165
  • #166
    Andreas Lichte

    „Rudolf Steiners ‘Töne wie aus einer undichten Gummizelle!’

    (…)

    Bernd Durstewitz fragt Harry Rowohlt am 1. April 2009 in einem Telefoninterview:

    Durstewitz: „Haben Sie etwas dagegen, mit der Waldorfschule in Verbindung gebracht zu werden?“

    Rowohlt: „Alles. Wegen der ewigen Verwechselung habe ich mich mal mit den Schriften Rudolf Steiners beschäftigt. Da fand ich eine schöne Textstelle: ‘Der Blonde, Blauäugige ist dem Dunkelhaarigen, Braunäugigen intellektuell überlegen, weil bei Letzterem zuviel Geisteskraft in die Pigmentierung fließt’. Das wäre geeignet gewesen für ein Quellenverzeichnis von Hitlers ‘Mein Kampf’. Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“3

    Was hat Harry Rowohlt da nur gelesen? Das, Zitat Rudolf Steiner:

    „(…) Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit. Geradeso wie sie wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit Nahrungssäften, geben ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Augen und Haare hinein. Daher werden sie Materialisten, gehen nur auf dasjenige, was man sehen kann, und es muss durch eine geistige Wissenschaft ausgeglichen werden. Man kann also eine Geisteswissenschaft haben in demselben Masse, als die Menschheit mit der Blondheit ihre Gescheitheit verliert. (…) Denn es ist tatsächlich so, dass, je mehr die blonden Rassen aussterben, desto mehr auch die instinktive Weisheit der Menschen stirbt. Die Menschen werden dümmer. (…)“4

    Wie gut, dass es die „Geisteswissenschaft“ (= „Anthroposophie“) gibt, die die Menschheit vor der völligen Verdummung rettet! Und noch besser, dass Rudolf Steiners „Hirnforschung“ auch noch letzte Klarheit in der „Rassenfrage“ schafft, Zitat Rudolf Steiner:

    (…)“

    zum Artikel (mit Quellenangaben): http://www.schiebener.net/wordpress/?p=29992

  • #167
    Andreas Lichte

    „Rudolf Steiner, ‘Philosoph’?

    (…)

    Für János Darvas, „jüdischer Lehrer an Waldorfschulen“, haben die „erkenntnistheoretischen Schriften Rudolf Steiners“ eine „privilegierte Stelle“ in den „verschiedenen phänomenologischen Ansätzen der neueren Philosophie“(12). Welche „Erkenntnistheorie“ Steiners? Wenn einer keiner Erkenntnis hat, wie sieht dann dazu die „Theorie“ aus?

    So wie bei Darvas, der versucht „Anthroposophie und Kabbala in Beziehung zu setzen“, und dabei über die nächstliegende aller möglichen Erkenntnisse hinwegsieht? Dass Rudolf Steiner ein notorischer Antisemit ist, Zitat Steiner:

    „Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und daß es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.“(13)

    (…)“

    zum vollständigen Artikel (mit Quellenangaben): http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/12/01/rudolf-steiner-philosoph/

  • #168
    Andreas Lichte

    „Rudolf Steiners rassistischer Science-Fiction-Trash: ‘Aus der Akasha-Chronik’

    Rudolf Steiner (1861–1925) behauptete, Einblick in die „Akasha-Chronik“, ein geistiges Weltengedächtnis in der „Ätherwelt“, zu haben. Über diese „Chronik“, in der alle Ereignisse der Geschichte, alle Taten, Worte und Gedanken der Menschheit enthalten seien, schreibt Rudolf Steiner sein Buch …

    (…)“

    weiter, zu Rudolf Steiner und seiner rassistischen „Science-Fiction“: https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/12/18/rudolf-steiners-rassistischer-science-fiction-trash-aus-der-akasha-chronik/

  • #169
  • #170
  • #171
    Andreas Lichte

    Prof. Peter Staudenmaier verreißt Christian Clement

    Prof. Peter Staudenmaier kritisiert neben vielem anderen, dass Christian Clement leugnet, dass Rudolf Steiner bei Edward Bulwer-Lytton abgeschrieben hat. Hier ein Beispiel für den Plagiator Rudolf Steiner:

    „Rudolf Steiners rassistischer Science-Fiction-Trash: ‘Aus der Akasha-Chronik’

    (…)

    Der Historiker Helmut Zander weist darauf hin, dass Steiner die „Lebenskraft“ und die „in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier“ aus Edward Bulwer-Lyttons Zukunftsroman »The Coming Race« entlehnt habe, den er seinen engen Mitarbeiter Guenther Wachsmuth unter dem neuen Titel »Vril oder eine Menschheit der Zukunft« ins Deutsche übersetzen ließ und 1923 als Lektüre für die zehnte Klasse der Waldorfschule empfahl.(3)

    (…)“

    zum vollständigen Artikel (mit Quellenangaben): https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2014/12/18/rudolf-steiners-rassistischer-science-fiction-trash-aus-der-akasha-chronik/

  • #172
    Andreas Lichte

    „Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’: ‘Des Steiners neue Kleider’

    Die als seriös geltende „Neue Zürcher Zeitung“ veröffentlicht eine Rezension der seit 2013 kontinuierlich erscheinenden ‘kritischen Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’: Was nach „Wissenschaftlichkeit“ und „Unabhängigkeit“ aussieht, ist in Wahrheit eine Öffentlichkeitskampagne für die Anthroposophie.

    (…)

    Steiners Rassismus wurde 2007 zum Skandal, als die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) entschied, dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben, und Zitat BPjM, „als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ seien.

    Angeregt durch die breite Berichterstattung zum BPjM-Verfahren war die Forderung nach einer kritischen Werkausgabe von Rudolf Steiner laut geworden. Was Clement nun als ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners (SKA)’ abliefert, ist der Versuch, der Öffentlichkeit eine rein anthroposophische Sicht auf Rudolf Steiner als unabhängige Wissenschaft zu verkaufen.

    Wie weit Clement in seiner anthroposophischen Heiligsprechung Rudolf Steiners geht, mit welchen letzten Mitteln er versucht, Steiner als „eigenständig“ darzustellen, überrascht dann aber doch, Peter Staudenmaier:

    „Ein besonders bedauerliches Beispiel illustriert die Unzulänglichkeiten in Clements Herangehensweise. In seiner Diskussion von Steines Aneignung der fiktionalen Figur des ‘Hüters der Schwelle’ schreibt Clement, dass ‘Kritiker’ der Anthroposophie die ‘Anklage’ erhoben hätten, dass Steiner diese Figur aus einem Roman des neunzehnten Jahrhunderts von Edward Bulwer-Lytton übernommen habe. Aber dies hat nichts mit Kritik zu tun, noch viel weniger mit Anklagen; es ist eine einfache Angabe der Quelle Steiners. Es ist zugleich ein sinnvolles Beispiel für Anleihen des Okkultismus aus der fiktionalen Literatur.

    Clement leugnet rundweg all dies, indem er offensichtlich den historischen Kontext ignoriert. Das ist ein sehr seltsamer Standpunkt, da Steiner offen andere Elemente aus Bulwer-Lyttons fiktionaler Literatur auslieh, so wie den Begriff ‘Vril’, und da der fragliche Roman viele unverhohlen okkulte Bestandteile enthält und ein schönes Beispiel des Viktorianischen Revivals von Themen der Rosenkreuzer ist.“16

    Bulwer-Lyttons „Vril“ wird von Steiner als „Lebenskraft“ übernommen, wie auch die „in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier“17 in Rudolf Steiners rassistischem Science-Fiction-Trash „Aus der Akasha-Chronik“.“

    zum vollständigen Artikel (mit Quellenangaben): https://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2015/04/14/christian-clements-kritische-ausgabe-der-schriften-rudolf-steiners-ska-des-steiners-neue-kleider/

  • #173
    Andreas Lichte

    „Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners‘ (SKA)

    Des Steiners neue Kleider

    BERLIN. (hpd) Die Anthroposophie versucht seit Jahren, Rudolf Steiner ein neues, positives und neutrales Image zu geben: weg vom „verstörenden“ Esoteriker Steiner, hin zum bedeutenden Philosophen Steiner. Dass sich ein nach aussen hin renommierter Verlag, der „Frommann-Holzboog Verlag“, an dem anthroposophischen Betrug beteiligt, überrascht.

    (…)“

    weiter bei hpd, „Humanistischer Pressedienst“: http://hpd.de/artikel/11618

  • #174
    Andreas Lichte

    "Ein ‚rechter‘ Waldorflehrer soll gehen – Rudolf Steiner bleibt

    BERLIN. (hpd) Nicht zum ersten Mal werden Waldorfschulen im Zusammenhang von "Rechtsextremismus" auffällig. Erinnert sei hier nur an den "NPD-Waldorflehrer" Andreas Molau. Nun gibt es einen neuen Fall. Und alles bleibt beim Alten.

    Wolf-Dieter Schröppe war zwanzig Jahre lang Lehrer an der Waldorfschule Minden. Nun belegt ein Gutachten der “Mobilen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Detmold”, dass der Waldorflehrer im rechten Umfeld aktiv war: "Der Lehrer hat sich über Jahrzehnte ab Mitte der 90er Jahre bis Mitte 2000 in extrem rechten Strukturen und Netzwerken bewegt – nicht als Mitläufer, sondern Organisator", so ein Mitarbeiter der Beratungsstelle.

    Im Artikel "Völkischer Pädagoge?" von "blick nach rechts" wird dem Waldorflehrer vorgeworfen, dass er "bereits im Jahr 2000 in der Ludendorffer-Zeitung ‘Mensch und Maß’ über die Externsteine" publiziert habe.

    Der "Bund der Freien Waldorfschulen", die Dachorganisation der Waldorfschulen, war bemüht, sich schnellstmöglich vom Waldorflehrer Schröppe zu distanzieren und forderte seine Entlassung. Doch kein Wort der Selbstkritik zum Begründer der Waldorfschulen Rudolf Steiner (1861–1925), und seiner rassistischen, germanozentrischen Gedankenwelt.

    Was aber, wenn Rudolf Steiner selbst sich zu den Externsteinen geäußert haben sollte? Und das nicht irgendwo, sondern in "Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie"? [1] Einem Buch, dem die "Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien" (BPjM) bescheinigte, dass es, Zitat BPjM "als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen" sei.

    Die BPjM beanstandete unter anderem die folgende Text-Stelle, die den Inhalt des Buches zusammenfasst, Zitat Rudolf Steiner: "Eine Aufgabe, die besonders der kaukasischen Rasse obliegt, ist die: Sie soll den Weg machen durch die Sinne zum Geistigen, denn sie ist auf die Sinne hin organisiert." [2] "Kaukasische Rasse” gebraucht Steiner synonym für "weiße Rasse", über deren Rolle er an anderer Stelle schreibt: "Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse." [3]

    Die "weiße Rasse" ist das Ziel von Rudolf Steiners "Menschheitsentwickelung", die der Historiker Peter Staudenmaier so zusammenfasst: "Ausgehend von Blavatskys [4] entwicklungstheoretischem Ansatz baute Steiner eine Evolutionslehre der Völker- und Rassengruppen auf, wonach die menschliche Seele durch aufeinanderfolgende Verkörperungen in immer ‘höheren’ Rassen geistig wie leiblich fortschreitet. Diese Stufenleiter der Rassen steht im Mittelpunkt von Steiners esoterischem Verständnis der Gesamtentwicklung der Menschheit, vom Verhaftetsein in der Materie hin zur geistigen Vervollkommnung." [5]

    Innerhalb der "weißen Rasse" haben die "Germanen" eine herausragende Mission, sie sind es, die die "Menschheitsentwickelung" voranbringen. Und genau darum geht es in Steiners "Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie": die "Germanen" – sprich: die "Deutschen" – sind ein auserwähltes Volk.

    (…)"

    weiter: http://hpd.de/artikel/11915

  • #175
    Andreas Lichte

    Leseempfehlung: „Ein kosmisches Komplott“ von Ansgar Martins

    In seinem Artikel deutet Ansgar Martins die aktuellen, rechtsextremen Vorkommnisse an Waldorfschulen als Fortführung der rechten Weltanschauung „Anthroposophie“, die Rudolf Steiner (1861–1925) zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte.

    „Deutscher ist man nicht, Deutscher wird man“, wußte Rudolf Steiner und sah eine Weltmission des „deutschen Volksgeistes“. Durch ein kosmisches Komplott – den Ersten Weltkrieg – wurde diese deutsche Weltmission vom nach Weltherrschaft strebenden „Angloamerikanertum“ verhindert …

    zum Artikel „Ein kosmisches Komplott“: http://jungle-world.com/artikel/2015/33/52475.html

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