12

Ruinieren wir jetzt die Anstrengungen der vergangenen drei Monate durch verfrühte Lockerungen?

Foto: Robin Patzwaldt

Auch wenn sich die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen stetig entspannt haben: Die Lage bleibt ernst! Nachdem die 7-Tage-Inzidenz und auch die Zahl der Covid-19-Intensivfälle zuletzt deutlich zurückgegangen sind, stagnieren die Werte nun seit ein paar Tagen faktisch auf ähnlichem Niveau.

Gleichzeitig wird das Geschrei nach Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen quer durch die Republik immer lauter. Zu bedrohlich und anstrengend ist für viele die persönliche Situation durch den seit November andauernden Lockdown in vielen Bereichen der Gesellschaft.

Die Nerven liegen vielerorts blank und so sieht sich die Politik in diesen Tagen scheinbar genötigt dem Drängen der Betroffenen zumindest teilweise nachzugeben. Und das vor dem Hintergrund der sich durch die Corona-Mutation andeutenden Trendwende, die man schon als Nichtexperte am Horizont sieht.

Stellt sich für den interessierten Beobachter der Geschehnisse also die Frage: Gefährden wir jetzt durch verfrühte Lockerungen des Shutdowns das in den vergangenen rund drei Monaten erreichte?

Kurz vor den angedachten Lockerungen in den Bereich Kindergarten und Schule, sowie bei den Friseuren, kann die Antwort auf diese Frage leider nur ‚Ja‘ lauten.

Es ist völlig rätselhaft, wie man sich auf den Beginn des Präsenz-Unterrichts für viele Kinder und die Öffnung der Friseurläden freuen kann, während in vielen Gegenden des Landes, so wie zum Beispiel in Flensburg, die Lage gerade aufgrund der Mutanten des Virus schon wieder außer Kontrolle zu geraten scheint.

Was glauben denn diese Zeitgenossen, was eine Rückkehr zu mehr ‚Normalität‘ auslösen wird, wenn sie denn in den nächsten Tagen umgesetzt werden wird?

Natürlich werden wir, solange wir in Deutschland so geringe Impfquoten haben wie aktuell, das Pandemiegeschehen wieder frisch beleben. Während weite Teile der Wirtschaft dann noch immer nicht in den Geschäftsbetrieb zurückkehren dürfen, drohen uns Teilbereiche des Alltags die Werte wieder in die Höhe zu schießen und eine Lockerung für andere Gesellschaftsbereiche wie Kultur, Gaststätten, Hotels, Einzelhandel usw. wieder in eine womöglich unerreichbare Ferne zu befördern.

Zur Erinnerung: Einst galt der Inzidenzwert von 50 als die Grenze, an der die Gesundheitsämter im Lande die Kontrolle zu verlieren drohen, da ihnen ab diesem Wert eine Einzelfallverfolgung nicht mehr möglich ist. Niemand hat gesagt, dass bei Erreichen dieses Wertes wieder alles öffnen dürfte. Und wir haben diesen Wert im Bundesdurchschnitt noch nicht einmal erreicht. Jetzt also schon lockern? Das widerspricht jeder Vernunft.

Selbst die ausgerufene Zahl von 35, die wir vor dem Hintergrund der Mutationen jetzt wohl in naher Zukunft ohnehin nicht erreichen werden, wäre ja kein Grund dafür die Schutzmaßnahmen vollumfänglich einstellen zu können.

Die 35 ist nur ein künstlich geschaffener Wert um den Gesundheitsämtern ein halbwegs normales Arbeiten zu ermöglichen. Wenn dies der Fall wäre, könnte man natürlich anfangen über vorsichtige Lockerungen des Shutdowns zu diskutieren bzw. diese umzusetzen. Warum also tut man es schon jetzt, wo dies nicht einmal kurz bevorsteht?

Vernünftig ist das alles längst schon nicht mehr. Viel mehr zeigt dieses nervöse Hin und Her immer deutlicher, dass es vor der Herdenimmunität durch die Impfung keine Normalität geben kann.

Wir werden erleben, wie die Zahlen in Kürze wieder sichtbar steigen werden und uns weiter von der 35 entfernen als aktuell.

Dauerlockdown für Kultur, Gaststätten und Einzelhandel? Es sieht fast danach aus. Und das nur, weil Friseure, Kindergärten und Schulen im falschen Moment zu früh öffnen bzw. die Anzahl der persönlichen Kontakte in die Höhe treiben.

So verständlich die damit verbundenen Einzelinteressen ja auch sind, so gefährden sie auf eine unverantwortliche Weise unsere gemeinsamen Ziele und die wirtschaftliche Zukunft anderer Gesellschaftsbereiche.

Das kann einem nicht gefallen!

 

 

 

RuhrBarone-Logo

12 Kommentare zu “Ruinieren wir jetzt die Anstrengungen der vergangenen drei Monate durch verfrühte Lockerungen?

  • #1
    ke

    50 galt vor einem Jahr. Dass die Gesundheitsämter trotz Personal etc. nicht geregelt bekommen, sollte genauer untersucht werden. dass sie dann noch nicht einmal Standard-SW installieren, ist eine Katastrophe. Das interessiert die Verantwortlichen nicht.

    Die Lockerungen sind natürlich nur beängstigend, weil eben fast nichts getan wird, um den Schutz zu verbessern. Wo bleibt bspw. die Testpflicht für Friseure und Gesundheitsberufe, Schüler, Lehrer, Erzieher in kurzen Abständen. Die Tests sind da. Wenn die Gesundheits-Lobby nicht die PCR-Tests und Tests bei Gesundheitsberufen pushen würde, könnte auch der Deutsche sich selber testen. Warum sollten wir dafür zu dumm sein. Das klappt überall auf der Welt.

    Wo sind bspw. auch Infos zu den Impfstofflieferungen?

    Wir müssen Verwaltung und Politik auch dazu bringen, endlich etwas für einen Neuanfang zu tun.

    Da passiert zu wenig. Die Öffnungen sind komplett willkürlich.
    Was soll eine Öffnung von Gartengeschäften? OK, da wird sich kaum eine Person anstecken, aber das gilt für viele andere großen Geschäfte auch. Das Personal könnte man regelmäßig testen, da sich wohl Rauchertreffs, Fahrgemeinschaften etc. wie auch in anderen Bereichen nicht vermeiden lassen.

    Wir ruinieren es uns, weil wir uns eben nicht angestrengt haben, auf ein Leben mit Corona hinzuarbeiten. Wenn man sieht, dass viele Angestellte im öffentlichen Dienst bezahlt in Freizeit sind, weiß man auch, dass eben nicht alles getan wird.

  • #2
    Werntreu Golmeran

    Ein Problem ist, dass zu viele Menschen in diesem Land ein gestörtes Verhältnis zu Zahlen haben und die Dynamik nicht verstehen. Insbesondere verstehen viele Leute nicht, dass die Schutzmassnahmen der Grund dafür sind, dass die Fallzahlen gesunken sind.

    Mit einem härteren Lockdown Ende September hätten wir vielen Menschen viel Leid erspart. Aber in Deutschland regiert der Wahlkampf, sind zu viele eitle Gockel Ministerpräsidenten, die im Zweifel eher sprachlich als naturwissenschaftlich begabt sind und nicht kapieren, dass man einen Virus nicht totquatschen kann. Das klappt vielleicht bei anderen Ministerpräsidenten in der Kanzlerrunde, einen Virus beeindruckt das aber überhaupt nicht.

  • #3
    Helmut Junge

    Klar, durch Lockerungen gibt es mehr Kontakte und entsprechend steigen die Infektionszahlen.
    Aber wenn der Deckel auf dem Topf geschlossen bleibt, und innen der Druck steigt, fliegt der Deckel irgendwann hoch. Wer dann die Hände auf dem Deckel hat und ihn zudrückt., fliegt mit hoch.
    Wenn die Regierung weiß wie hoch der Druck im Kessel ist, kann sie den richtigen Zeitpunkt zum Öffnen abschätzen. Diesen Druck kann sie aber nur in etwa erraten, oder sie kann alternativ die zwei Landtagswahlen in drei Wochen abwarten.

  • #4
    Susanne Scheidle

    Das Problem sind ja nicht nur die tatsächlich sehr willkürlichen Öffnungen.

    Das Problem ist ja auch, dass in der Zeit des Lockdowns nichts unternommen wurde, um den Schulbetrieb sicherer zu machen.
    Luftfilter? War da mal was?
    Der nächste Wintereinbruch ist für Anfang März angesagt. So arg wie letzte Woche wird es wohl nicht mehr werden, aber alle 20 Minuten Fenster aufreißen geht wohl nicht.
    Abwechselnd Präsenz- und Fernunterricht, schön und gut. Aber wie sind die jeweiligen Gruppen zusammengestellt? Gruppe 1 alle mit Namen von A-K, Gruppe 2 alle mit Namen von K-Z? Vermutlich. Besser wäre, man stellt die Gruppen so zusammen, dass Kinder und Jugendliche, die auch nach der Schule Kontakt haben in einer Gruppe sind. Da gibt es kluge Konzepte, hat aber wohl keiner drüber nachgedacht in den vergangenen 2 Monaten.

    Das nächste Problem: Andere Geschäfte stehen schon Schlange bei Gericht, um ebenfalls Öffnungen einzuklagen, was aus deren Sicht durchaus plausibel ist.

    Mal ganz davon abgesehen, dass die ersten jetzt schon nach Osterurlaub plärren…

  • #5
    Walter Stach

    Robin,
    "ruinieren wir die Anstrengungen"….

    Die Antworten auf Deine Frage in den dann oben folgenden Kommentatoren zeigen auf, daß mit "wir" der Staat, seine Organe/Behörden, seine Funktionäre in der Politik und der Administration und daß mit "wir" auch gesellschaftliche Organisationen und ihre Protagonisten und zudem die Summe der Einzelnen gemeint sein können.

    Daraus folgt für mich, daß es verfehlt wäre, die Vorhaltung eines Fehlversagens nur an den Staat oder nur an gesellschaftliche Organisationen oder nur an den Einzelnen zu richten. Die Genannten stehen allesamt in der Verantwortung und ich meine in einer gleichgewichtigen! Das zu bedenken, so scheint mir, kommt regelmäßig zu kurz oder fndet gar nicht statt, und wenn, dann , regelmäßig bestimmt von einer einseitigen Verantwortungszuschreibung auf einen der anderen Verantwortunsgsträger , z.B. durch mich auf diverse Sportverbände -sh.DFB-, durch Profi-Fiußballvereine auf die Politik, durch staatliche Behörden auf mich, durch die Partei X auf die Partei Y usw. usw.
    Und dieses " Sich der Verantwortung entziehen" oder dieses "Wegschieben von Verantwortung "gehört offenkundig zu den gewöhnlichen, den insofern normalen Verhaltensweisen in Politik und Verwaltung, in Gesellschaft und Staat und zum Wesen eines jeden Einzelnen. Warum ist das so?

    Ich kann mir vorstellen, daß die Pandemie an sich und Vieles von dem, was im Kampf gegen sie getan oder nicht getan wurde und getan oder nicht getan werden wird -durch den Staat -durch seine Organe, seine Behörden, durch Politiker und Administrationen- ,durch gesellschaftliche Organisationen (Interessensverbände) und durch jeden Einzelnen- dazu beitragen könnte, daß in Gesellschaft und Staat mehr denn je die Frage ins Zentrum ihrer gesellschaftspolitischen Debatten rückt. ob und inwieweit es im Interesse eines jeden Einzelnen, im Interesse der Gesamtheit der Gesellschaft und letztendlich im gesamtstaatlichen Interesse geboten sein könntet, das Propagieren und das Praktizieren eines grenzenlosen, schrankenlosen Individualismus, das Propagieren und Praktizieren eines radialen Liberalismus, das Huldigen des Egoismus, das Auslebenkönnen/das Auslebenwollen einer grenzenlosen und schrankenlosen Gier nach immer mehr materiellem Wohlstand kritischer zu hinterfragen als das über Jahrzehnte in der sog. westlichen Welt der Fall war und derzeit der Fall ist. Jeder Mensch, so scheint mir, spürt derzeit derzeit mehr denn je , intensiver als sonst, daß er kein selbstherrliches Individuum ist, daß er allein und nur auf sich gestellt nicht leben/überleben kann, sondern daß er als Individum zugleich Gemeinschaftswesen ist, daß er nicht nur in eine Gemeinschaft hineingeboren wurde, sondern daß er nur in ihr und mit ihr (über-)leben kann und daß es Freiheit nur in Verantwortung geben kann -Verantwortung sich selbst und den Anderen gegenüber- und eben nicht verantwortungslose Freiheit oder gar eine individuelle Existenz wider jegliche Verantwortung für den Anderen

    Robin,
    ich habe mit diesen Bemerkungen weder Deine konkrete Frage beantwortet , da ich eine solche nicht habe, noch bin ich auf die kritischen Bemerkungen in den dann folgenden Kommentaren eingegangen, deren Inhalte ich allesamt durchweg teile..
    Ich habe vielmehr die Gelegenheit genutzt, weil immer wieder in fast allen Diskussionsbeiträgen von Verantwortung gesprochen wird, einige Gedanken vorzutragen, die das Menschsein in Freiheit und Verantwortung betreffen , die mich besonders jetzt umtreiben und die zeigen, daß für mich das Verhalten von Politik und Administration, das Verhalten gesellschaftlicher Organisationen und Interessensgruppen, und nicht zuletzt das Verhalten von jedermann im wesentlich bestimmt, gelenkt und geleitet zu werden scheinen von Ichbezogenheit, von Individualinteressen, jedenfalls jenseits all dessen, was ich unter Verantwortung des Einzelnen und der einzelnen Gruppierungen in Gesellschaft und Staat gegenüber dem Anderen, gegenüber allen Anderen verstehe und was m.E. einzufordern ist, und zwar über den Kampf gegen die Pandemie hinaus als Grundlage einer dauerhaft funktionierenden Gesellschaft von Menschen, die sich als Individuen und Gemeinschaftswesen begreifen, verantwortlich für sich und für "den Anderen".

  • #6
    DAVBUB

    @ 4: "Das Problem ist ja auch, dass in der Zeit des Lockdowns nichts unternommen wurde, um den Schulbetrieb sicherer zu machen."
    Volle Zustimmung: In jedem Raum und Flur UV-Leuchtröhren installieren, die nur von den Lehrkräften bzw. Hausmeistern eingeschaltet werden können. Alle 20min. eine kurze Pause, in der die Röhren eingeschaltet werden, und der Raum ist rein. Wäre zwar nicht billig, aber es würde wenigstens Umsatz und Arbeit in D geschaffen. Habe ich unserer Stadtverwaltung vorgeschlagen: Keine Antwort erhalten. Ist wohl zu simpel. Oder die Machbarkeits, Umwelt, Wasserschutz und Sozialstudie muß erst beauftragt, ausgeschrieben und bewertet werden…
    Einer meiner Kunden hat in allen Eingangsbereichen Scanner auf Tabletts aufgestellt: Jeder Eintretende wird aufgefordert, sein Gesicht vor den Bildschirm zu positionieren, nach 3sec. wird die Temperatur angezeigt. Ebenfalls vorgeschlagen: "Ist für Schule (ohne "die") nicht geeignet." Stattdessen wurden mit Klebeband und Sprühfarbe Wege und Kreise aufgemalt.

  • #7
    Angelika, die usw.

    #6 "…Habe ich unserer Stadtverwaltung vorgeschlagen: Keine Antwort erhalten…"

    #6 "…Scanner….Temperatur…" Sah ich in einem Film über Italien. Eine Frau, die das Grab ihres Vaters besuchen wollte, musste so einen Scanner benutzen, damit sie den Friedhof betreten durfte.

    Mal abgesehen von dem Zusammenhang. In letzter Zeit lese (höre) ich oft, dass jemand keine Antwort erhielt. Mal ging es um irgendeine Anfrage an eine Ministerium, mal um Ämter, Verwaltungen. Einfach nix. Keine Antwort (oder eine Antwort, die gar nicht informativ ist oder erst eine Antwort nach langer Zeit, nach häufigem Nachfragen). Geht so was? Ist das ok?

    #5 Und dieses Miteinander, Herr Stach, Sie erwähnen den Staat, die Organisationen, die Summe der Einzelnen, kann doch so, wenn keine Antwort auf Nachfragen (Hinweise, Vorschläge, Beschwerden usw. usw.) kommt, nicht funktionieren. Der Einzelne (der Mensch, Mitmensch, Bürger, Steuerzahler, Wähler) kann sich doch so nicht ernst genommen fühlen. Auf das Miteinander kann sich das nicht in guter Weise auswirken.

  • #8
    Walter Stach

    -7-
    Angelika, die usw.
    Ihre abschließenden Erwägungen sehe ich als gedankliche Unterstützung meiner Überlegungen, nach denen sich das "Gesamtverhalten" von Gesellschaft und Staat, daß der Individuen und daß diverser gesellschaftliche Organisationen, daß der Parteien und Fraktionen, daß der Administration-auf allen staatlichen Ebenen als letztendlich von allen zu verantwortendes Fehlverhalten feststellen lassen wird, dass die daraus resuliterende Folge gegenseitiger Vorwürfe von Verantwortungsversagen substantiell das zukünftige Miteinander in Gesellschaft und Staat erheblich beeinflussen dürfte, und zwar negativ , nicht zuletzt bezogen auf das institutionell geregelt Miteinander von Staat und Gesellschaft, von Individuen und gesellschaftlichen Organisationen in einer freiheiltichen Demokratie. Es geht danach also um mehr als die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie, obwohl Letzteres das ist was momentan zählt und was letztendlich einen gesamtgesellschaftlichen Einfluß haben kann, der meinen o.a. kritischen Gedanken entgegensehen kann (was ich mir wünsche).

  • #9
    Yilmaz

    Beispiel Österreich: In den Apotheken haben die Kunden die Wahl: entweder sie lassen sich einen Abstrich vornehmen oder sie kaufen sich einen Selbsttest für zu Hause. In Deutschland ist man von dieser Art der Selbstuntersuchung noch Wochen entfernt. Es braucht das CE Siegel usw. Eine der 3 berechtigten Prüfstellen ist der Tüv Süd. Es wären auch Sonderzulassungen durch das BFarm möglich. Dafür brauchts dann: für das Produkt muss bereits eine CE-Kennzeichnung für professionelle Anwendungen vorliegen und einer positiven Evaluierung durch das Paul-Ehrlich-Institut. Die Bürokratie will auch in Pandemiezeiten bedient werden.

  • #10
    Ruhr Reisen

    Das werden dann wohl die Eltern ab Montag entscheiden. Offensichtlich ist jetzt Selbsthilfe angesagt.

  • #11
    Walter Stach

    Sitzen geblieben
    -SPIEGEL Leitartikel : Am Umgang mit den Schulen zeigt sich exemplarisch, was schiefläuft in diesem Lande. *)

    Der Leitartikel endet mit den Sätzen:
    "Ein solches Vorgehen ist eines Landes das sich für modern innovativ und effizient hält, nicht würdig.
    Immerhin haben die Kinder in Deutschland nun ein realistisches Bild davon, in welchem Lande sie leben".

    Ob die bitteren , ja sehr bitteren Wahrheiten , die in dem Leitartikel benannt werden, "die" Politik erschrecken bzw. aufschrecken wird?

    Ich befürchte, daß die Kanzlerin auch in diesem Fall ihrem Politikverständnis treu bleibt gemäß ihrer Maxime: "Es läuft doch alles ganz gut, trotz kleiner Fehler und Mängel" und sie dementsprechend wie immer in vergleichbaren Situationen während ihrer rd. 15 jährigen Amtszeit auf das "Aussitzen" bauen wird; und dazu genügen ihr ja nur noch wenige Monate bis zum Ende ihrer Kanzlerschaft.

    PS
    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Beitrag hier bei den Ruhrbaronen von Stefan Laurin zu Ralph Brinkhaus. Die dort zitierten Äußerungen von Brinkhaus zeigen, daß zumindest er -im Gegensatz zu Merkel, zu Laschet, zu……- die bitteren Wahrheiten, die in dem o.a. SPIEGEL-Leitartikel benannt werden, erkennt und damit die Notwendigkeit zu radikale Konsequenzen begründet. "Weniger Merkel, mehr Brinkhaus" – wenn es so gewesen wäre, dürfte diesem Land so Manches, was schiefgelaufen ist, was derzeit folgenschwer schiefläuft, erspart worden sein. Ich befürchte, daß es mit Laschet im wesentlichen so weitergeht wie mit Merkel, dh., auch er ist nicht fähig oder nicht willens, sich den bitteren Wahrheiten zu stellen und entschlossen, auf diese mit radikalen Konsequenzen zu reagieren.

    *)
    DER SPIEGEL Nr.8/20.2.2021 S.6, Leitartikel von Silke Fokken.

    Resignation…..
    Ja, die beherrscht zunehmend mein Denken und Handeln, wenn es um "das Politische" in diesem unserem Lande geht. Das gilt akut vor allem nach der Lektüre des erwähnten SPIEGEL-Leitartikels, denn Wut erscheint mir jetzt und hier zwar naheliegender, aber letztendlich sinnlos.

  • #12
    kassandro

    Eine Inzidenz von 35 ist vorerst unereichbar. Wenn etwas dran ist an der Verdopplung der britischen Mutante binnen einer Woche (aus anderen Quellen entnehme ich 2 Wochen), dann müssten die Zahlen wieder über 100 steigen. Im internationalen Vergleich hatten wir in den letzten Wochen eine sehr positive Entwicklung bei den Inzidenzen bei den Todesfällen aber eine entäuschende. Die Wirkung der Lockdowns lässt immer mehr nach, so dass da nicht viel zu ruinieren ist. Im Gegenteil, die Wirkung eines Lockdowns ist dann am stärksten, wenn vorher die Epidemie besonders stark grassiert hat. Rein strategisch ist es für die Regierung sogar sehr vorteilhaft jetzt zu lockern, und die ohnehin steigenden Zahlen den Lockerungen in die Schuhe schieben, so dass man dann das dumme Volk noch schlimmer terrorisieren kann.
    Erfreulch schaut die Entwicklung in Israel aus. Dort scheinen die Impfungen erste Wirkungen zu zeigen und die Zahlen sind jetzt deutlich besser als in Schweden, wo es nie einen Lockdown und nie eine Maskenpflicht gab. Da jetzt dort immer noch viele Ungeimpfte sterben, sollten dort vor allem die Todeszahlen noch deutlich sinken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.