Russisch Roulette mit Opel

Ich kann gar nicht glauben, was ich gerade in der Financial Times gelesen habe. Die russische Sperbank will doch tatsächlich ihren Anteil an Opel weiterverhökern.

Hier das Zitat:

German Gref (Vorstandschef der Sberbank) said that his bank and Canadian parts supplier Magna International would commit €500m ($710m) to General Motors’ spun-off European business but that Sberbank would later sell its stake.

Wenn Magna und die Sberbank den Zuschlag kriegen, erhält der kanadische Zuliferer Magna 20 Prozent an Opel. Der russische Autobauer Gaz aus der Gruppe des Oligarchen Oleg Deripaska soll der industrielle Partner werden. Für die Sberbank sind 35 Prozent vorgesehen. Das Geschäft wird gerade in Amerika endverhandelt, nachdem die deutsche Regierung Magna und die Sberbank zu bevorzugten Bietern erklärt hatte.

Und weiter O-Tin Financial Times

In comments made at Russia’s Economic Forum in St Petersburg, Mr Gref outlined the strategy for his bank’s investment in Opel. Asked if Sberbank planned to sell its stake in Opel, Mr Gref answered “absolutely”.

“After restructuring Opel’s debts, variants will be put forward that satisfy the German and Russian governments,” he said. “We are a strategic investor, and after restructuring we will sell our stake to a different strategist.”

Meine Herren, auf die Russen ist Verlass. Die machen aus einem Zwischenhändler einen strategischen Investor. Kompliment Bundesregierung – auf so ne Nummer reingefallen zu sein. Sorry Opelaner – Ihr seid wohl jetzt Hökerware.

Link kam vom Rebellmarkt.blogger

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9 Kommentare

  1. #1 | Marcus Bensmann sagt am 6. Juni 2009 um 04:01 Uhr

    Den Opeldeal mit den Russen hat doch die sozialdemokratische Russlandconnection unter dem Putinfreund und Exkanzler der Deutschen Gerhard Schröder zusammen mit seiner Aktentasche Frank Steinmeier gepusht. Alle Gewerkschaftler und Betriebsräte singen seither brav „Kalinka“. Auf die Sozen kann man echt stolz sein….

  2. #2 | ch_we sagt am 6. Juni 2009 um 06:08 Uhr

    Im Guardian stand letztens (31.Mai), dass der Aluminium-Produzent Deripaska wohl hinter der Sperbank steht. Der hat allerdings gute Connections zu Peter Mandelson.

    „Mandelson met the chief executive of Sberbank on Friday and will meet Germany’s economic minister on 9 and 10 June. Sberbank is backed by the Russian aluminium tycoon Oleg Deripaska, who infamously met Mandelson on a yacht in Corfu last summer. British union leaders fear his involvement could mean that van production is shifted to Russia, where Deripaska’s commercial vehicle manufacturer, Gaz, is based.“

    https://www.guardian.co.uk/business/2009/may/31/vauxhall-gm-takeover-uk-jobs

  3. #3 | Klaus Jarchow sagt am 6. Juni 2009 um 07:54 Uhr

    Es durfte ja partout kein direkter deutscher Staatsanteil sein – wegen dem Privatwirtschaftsdogma der Swatten. Die CDU sieht dann gleich wieder VEBs und Kolchosen auf deutschen Auen dräuen. Die Amerikaner sind da viel pragmatischer …

  4. #4 | Torti sagt am 6. Juni 2009 um 09:50 Uhr

    Der ganze Opel-Plan ist ein Raubzug gegen den Steuerzahler…

    Der russische Banker war dabei nicht fies sondern ehrlich.
    Jede Bank würde so handeln. Wenn man in ein solchen Deal eine Bank zum Anteilseigner macht, „parkt“ man dort die Anteile nur bis diese wieder weiterverkauft werden können.

    Allerdings normalerwiese im Ausgleich einer Kreditlinie oder zur Absicherung eines gegebenen Kredites. Das ist ja das skandallöse an dem Opel-Deal. Für Ihre 35 % haben die Russen keinen Cent bezahlt keinen Cent Kredit gegeben. Können damit bei einer Verwertung Ihres Anteils aber einen Riesengewinn für umsonst einstreichen. Ein Bombengeschäft !!!

    Übrigens mein Favorit als Käufer heisst übrigens GM.

    Glaubt Ihr wirklich das die sich kein Vorkaufsrecht gesichert haben ?

    Ist doch ganz toll für die gelaufen. GM behält weiter 35 % Anteil an Opel, stellt mit Forster den CEO und kann nun im gesellschaftlichen Konsens mit der Politik Opel auch mit Stellenabbau sanieren.

    Was wäre denn hier in Bochum wohl losgewesen wenn GM ALLEINE Kündigungen oder gar die Schliessung verkündet hätte. Rüttgers hätte vor Werkstor gestanden und gewettert.

    Jetzt steht er vorm Werkstor und erklärt das Sanierungskonzept als Erfolg.

    Hut ab Sherbank, GM und Magna. Ihr habt da ganz grosses Tennis gezeigt. Einmal die komplette Politikerriege des Landes am Nasenring durch die Arena geführt und die feiern sich auch noch selbst als Retter und Macher..

  5. #5 | Stefan Laurin sagt am 6. Juni 2009 um 10:38 Uhr

    @Klaus Jarchow: Das Problem ist doch dass sich der Staat überhaupt eingemischt hat. Bei Opel gab es dafür keinen Grund – statt in sterbende Unternehmen das Geld der Steuerzahler zu stecken sollte er es in Bildung und Infrastruktur investieren.

  6. #6 | Franz Kollege sagt am 6. Juni 2009 um 10:40 Uhr

    Wenn man jetzt liest, dass die HRE im letzten Herbst 35 Mrd. ohne Prüfung des Bundes bekommen hat, überrascht eigentlich nichts mehr.

    Uns fehlt es an Politikern, die die Eier haben, prominente Firmen auch mal in die Insolvenz gehen zu lassen. Stattdessen lassen sie sich zu überhasteten Pokerrunden mit der Wirtschaft hinreissen, in denen sie fast schon erpressbar sind – die andere Seite weiß ja, unter welchem (selbstgemachten) Druck die Politiker stehen. Da kommen sie morgens um vier zu einem Ergebnis, weil keiner mehr den Überblick hat und ins Bett will, und in den Wochen darauf werden erst die Verträge gemacht – wenn es kaum noch ein zurück gibt.

    So werden marode Unternehmen kurzfristig mit Steuerzahlergeld gerettet, und andere Unternehmen in der Branche müssen es dann ausbaden.

  7. #7 | Dreiviertelstelle sagt am 6. Juni 2009 um 13:56 Uhr

    Für die Rettung von OPEL gab und gibt es ganz handfeste, arbeitsmarktpolitische Gründe!
    Für die Rettung von Karstadt, Hertie und Schaeffler gilt das genauso!
    Es geht immerhin um 612 hochqualifizierte Arbeitsplätze…
    … im September im Reichstag zu Berlin. Da ist es doch sehr verständlich, dass sich die betroffenen Herren und Damen dafür einsetzen, oder?
    Übrigens sehr lustig ist das ganze auch hier zu sehen: http://www.dasnachrichten.de

  8. #8 | Maxi sagt am 6. Juni 2009 um 14:14 Uhr

    Wie unheimlich böse die russische Sberbank doch ist! Die wollen nicht einfach ihr Geld verschenken und geben es auch noch offen zu! Ein wahrerer Skandal diese Russeninvestoren – denen ist einfach nicht zu trauen. Da steckt doch sicherlch auch der KGB-Schröder hinter.

    Wir sollten daher umgehend ein Gesetz verabschieden, dass wir uns noch noch von US-Heuschrecken ausbeuten lassen – da hätte auch jeder ein reines Gewissen weil US-Unternehmen bekanntlich Demokratie, Friede, Freude und Eierkuchen bringen….

  9. #9 | Mao aus Duisburg sagt am 7. Juni 2009 um 11:48 Uhr

    Nach der Krise ist vor der Krise: Zehn Knackpunkte, warum Opels Zukunft trotz schlecht inszenierten Rettungsgipfel der Politik immer noch unklar ist. Wenn es darum geht, dass ihr eure privates Geld investieren solltet, in ein solches Unternehmen einsteigen? Oder würdet ihr warten, die der Laden insolvent ist und alle Risiken weg sind, um dann einen Neustart zu wagen? Die Antwort ist klar: Der Bundestagswahlkampf 2009 für die junge Generation der teuerste (Schulden-Machen-)Wahlkampf aller Zeiten. Und bei Arcandor geht es nun weiter. Wie dreist die jetzt der Politik die Pistole auf die Brust setzen, ist einfach nur dreist.

    https://www.welt.de/wams_print/article3876458/Nach-der-Krise-ist-vor-der-Krise.html

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