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RWI setzt auf mehr Kooperation fürs Ruhrgebiet

Wilhelm Bonse-Geuking (RAG Stiftung) Bodo Hombach (Initiativkreis Ruhr) Rainer Kambeck (RWI)

Weil das RWI glaubt, dass neue Strukturen im Ruhrgebiet politisch nicht durchzusetzen sind, setzen die Forscher in einer Ruhrgebietsstudie auf mehr freiwillige Zusammenarbeit der Städte.

Heute wurde eine neue Ruhrgebietsstudie vorgestellt. Im Auftrag der RAG-Stiftung hat sie das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut RWI aus Essen erstellt. Der Zeitpunkt verwundert: Seit Jahren wird über das Ruhrgebiet und seine Verfasstheit kaum noch diskutiert. Die diversen Ruhrstadt-Initiativen sind so tot wie ein Fischstäbchen in der Fritteuse. Die Politik hat längst aufgehört, sich mit dem Ruhrgebiet zu beschäftigen. Nur dann und wann äussern sich noch wankende Gestalten wie Fritz Pleitgen zu dem Thema. Und nun das: Eine ausführliche Forschungsarbeit, deren Ergebnisse in diesem Artikel natürlich noch nicht komplett vorgestellt und diskutiert werden können. So etwas hatte es auf diesem Niveau noch nicht gegeben. Das meiste, was man in den letzten Jahren zu lesen bekam, war irrelevanter PR-Kram, erstellt von den üblichen Subventionsschnorrern.

Das RWI hat sich in seiner Studie mit drei Fragen beschäftigt: Wo steht das Ruhrgebiet? Welche Potentiale hat es? Und wie können die aktiviert werden?. Wo das Ruhrgebiet steht, ist schnell erzählt: Es verliert Einwohner, ist  wirtschaftlich schwach – kurzum: Es geht abwärts und zwar flott. Viele Möglichkeiten vergibt das Ruhrgebiet sich nach Meinung der RWI-Forscher, weil es zu wenig kooperiert. Eine Neuordnung der Region, einen Revier-OB oder ein Ruhrgebiets-Parlament empfehlen sie nicht, weil sie es nicht für realistisch halten, das diese Ideen umgesetzt werden. Solche Vorhaben würden an der Politik und den Besitzstandswahrern scheitern. Eine treffende Analyse. Seit Jahrzehnten bewegt sich hier kaum etwas und längst haben wieder OBs der Städte das sagen. Klar, wer schon  gezeigt hat, dass er nicht in der Lage ist, eine Stadt erfolgreich zu regieren, muss seine Unfähigkeit natürlich einer ganzen Region zugute kommen lassen. Das Land interessiert sich eh nicht mehr für das Ruhrgebiet: Man gibt das Geld seinen Parteifreunden und erwartet dafür Wählerstimmen und gute Laune.

Das RWI favoritisiert eine Zusammenarbeit der Städte bei bestimmten Projekten. Die sollen verbindlich sein.  Und es soll Wettbewerbe geben – nur wer kooperiert bekommt Geld. Mit klaren Ansagen und pragmatischen, erreichbaren Zielen.  Die einzigen Ziele, die ich bei  Ruhrgebietsstädten jemals beobachtet habe, waren allerdings Prestigeprojekte und das Abgreifen von Subventionen. Klar, vielleicht kümmert sich ja mal jemand um den Nahverkehr. Oder Unternehmensansiedlungen. Vielleicht bilden sich ja effektive Netzwerke, die was reissen. Mal schauen. Und mal ein wenig reden.  Demnächst mehr.

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22 Kommentare zu “RWI setzt auf mehr Kooperation fürs Ruhrgebiet

  • #1
    Robin Patzwaldt

    Wenn ich die alten Rivalitäten der Städte so sehe, dann wird da eine freiwillige Zusammenarbeit nur schwer möglich sein.
    Hier im Ostvest läuft gerade die Diskussion ob Datteln, Waltrop, Erkenschwick usw. evtl. gemeinsame Stadtwerke gründen sollen. Klingt zunächst lohnend und relativ einfach zu realisieren. Das Ganze zieht sich aber inzwischen hier schon seit ewigen Zeiten (gefühlt zumindest) und droht gerade an lokalen Eifersüchteleien komplett zu scheitern.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass da bei den anderen Städten im Revier mehr geht…
    In der Theorie ist alles ganz erstrebenswert, die Praxis wird eine Umsetzung aber bestimmt nicht ermöglichen.

  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Robin: Deswegen ist das Ruhrgebiet auch eine sterbende Region ohne Perspektive.

  • #3
  • #4
    Robin Patzwaldt

    @Stefan: Und was wohl auch zu den lähmenden Rivalitäten der Städte noch dazu kommt, und das ist meine Erfahrung aus meinen ersten jetzt knapp 18 Monaten Lokalpolitik, ist das (die ‘großen’) Parteien häufig nur aus Profilierungssucht bzw. Wahltaktik und nicht aus wirklicher Überzeugung für oder gegen gewisse Dinge auftreten. Auch nicht gerade eine Erkenntnis die mir viel Mut für die Zukunft macht. Ich habe meinem Heimatort Waltrop jüngst mal den Untertitel ‘die Stadt die immer schläft’ gegeben. Mag damals aus spontanem Frust entstanden sein mein Ausspruch. Aber ganz so falsch war der Untertitel auch mit mehr Abstand betrachtet nicht, denke ich. Nimmt man Walter Stach`s Hinweis von Gestern dazu, dass es woanders eben auch nicht besser ist, dann kann man das ja auch schnell mal auf das komplette Ruhrgebiet übertragen. Frustrierender Gedanke!

  • #5
    Walter-Stach@t-online.de

    Stefan, seit gefühlten 1oo Jahren weiß jeder in der Kommunal-Politik oder in der kommunalen Adminstration veantwortliche Akteur, daß es in allen kommunalen Handlungsfeldern aus Gründen der Effektivität und der Effizienz naheliegend ist, daß benachbarte Städte miteinander kooperieren -und dabei muß Bürgernähe keineswegs auf der Strecke bleiben. Es gab -oder es gibt?-zudem den naheliegenden Grund der “leeren kommunalen Kassen”, der dieses Wissen nachdrücklich befördert -sh.dazu auch Lars Klieve zu der rechtlichen Möglichkeit,kraft Gesetzes eine “bankrotte” Kommune aufzulösen.Es gibt zudem alle nur wünschenswerten rechtlichen Möglichkeiten für die Kommunen , ihr Wissen um die Notwendigkeit von Kooperationen noch heute mittels unterschiedlicher rechtlicher Modelle umzusetzen: “Es gibt keine Erkenntnis-, sondern Umsetzungsprobleme”!! Ich bin gespannt, ob das RWI tatsächlich weitere Erkenntnisse vermittelt oder dazu beitragen kann, endlich an die Umsetzung dieser Erkenntnisse ehe heute als morgen heranzugehen. Wenn es dazu, wie Du andeutest, seitens des RWI den Vorschlag gibt -an das Land?-projektbezogene Kooperationen im Wettbewerb mit anderen Kommunen finanziell zu fördern – zu bevorzugen(?)-,könnte das tatsächlich ein wirkungsvoller Anreiz für die Kommunen sein, endlich an solche Kooperationen entschlossener als bishr heranzugen.Aber…….ein neues Gutachten und neue “gute Ideen”…….seit gefühlten 1oo Jahren….sh.einleitend!

  • #6
    Lars

    Naja. ich bin da weniger gespannt. Klar ist, dass freiwillige interkommunale Zusammenarbeit sicher möglich ist, aber das das nicht gerade sehr neu ist….

    Viel blöder ist, dass alle Städte im Ruhrgebiet finanziell ausgeblutet sind und die Rot-Grünen das strukturelle Problem nicht einsehen. Mit dem angeblichen Stärkungspakt für Kommunen werden lediglich wieder weitere Sparkommissare ins Land geschickt, die die Abwärtsspirale des Ruhrgebiets weiter beschleunigen.
    Weniger städtische Leistungen und noch höhere Steuerhebesätze werden die Folge für das Ruhrgebiet sein. Wer will schon unter diesen Zeichen als Steuerzahler oder Unternehmen im Ruhrgebiet wohnen bleiben?
    Aber was solls, die Landesregierung hat null Interesse am Ruhrgebiet.

  • #7
    Georg kontekakis

    Ich bin gerade in München.

    Hier sind überall schöne, junge Menschen. Die Stadt ist voll. Überall belebte und tolle Läden. Eine lebendige, lebende Stadt mit Zukunft.

    So etwas gibt es im Ruhrgebiet gar nicht mehr. Wir können uns das gar nicht mehr vorstellen.

    Und weil die Herrschenden die Wahrheit nicht sehen wollen, weil daraus Handlungszwänge erwachsen, gehen die guten, jungen Menschen aus dem Revier weg. Und die Subventionsschnorrer wie Ecce-Fesel kommen.

    Das ist so doof, das man verzweifeln möchte.

    Vor allem, weil die normalen Leute hier nicht aufwachen wollen, weil sie sich eingestehen müssten, zu den Verlierern zu gehören.

  • #8
    Robin Patzwaldt

    Dieses Erlebnis mit den ‘schönen jungen Menschen’ hat man als Kind des Ruhrgebiets inzwischen ja auch schon wenn man mal nach Düsseldorf kommt und dort durch die Stadt läuft. Vielleicht erliegt die Landsesregierung ja auch deshalb dieser Fehleinschätzung. 😉 Läuft man dagegen durch Essen oder Dortmund, dann sieht das Publikum das man da trifft schon optisch gleich ganz anders aus…. Fällt mir als ‘altem Dortmunder’ schwer soetwas hier zu schreiben, ist aber leider die Wahrheit.

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  • #10
    DH

    @#7: „Hier sind überall schöne, junge Menschen. Die Stadt ist voll. Überall belebte und tolle Läden. Eine lebendige, lebende Stadt mit Zukunft.“

    Ist München nicht eine dieser Städte mit resolutem Rauchverbot, also längst dem Untergang geweiht, weil die dunklen Szenekneipen, die Orte des Exzesses, verschwunden sind?

    Aber zum eigentlichen Thema: Das RWI, nicht gerade bekannt für frisches Denken (oder besser: allzu bekannt für nicht gerade frisches Denken), ist auch hier reichlich spät dran. Umso neugieriger bin ich, was dem RWI tatsächlich an neuen Strategien und Handlungsfeldern eingefallen ist.

  • #11
    Beate

    Das Ruhrgebiet ist eine sterbende Region.

    Mein Gott, wann haben sie das letzte Mal einen Spaziergang gemacht.

    Vielleicht hilft ihnen das beim Denken.

  • #12
    Mir

    #7 Georg Kontekakis
    Das Ruhrgebiet leidet nicht nur an Geldmangel sondern auch an Minderwertigkeitskomplexe.
    Man muss schon einen prominenten, norddeutschen Schriftsteller zitieren: Die Menschen im Ruhrgebiet sind schön. Buchkritik G. Herholz “Ruß”
    Diese junge, schöne sogenannte Hippe Leute sehen überall gleich aus. Bei näherer Betrachtung sind vor allem diese Typen sowas von langweilig. Ehrlich, diese Leute fehlen mir nicht im Ruhrgebiet.

  • #13
    Robin Patzwaldt

    @dh: Vielleicht sehen die Menschen in München ja besser aus, weil sie nicht zum Passivrauchen gezwungen werden. 😀 (Nein, bitte nicht schlagen, Stefan 😉 )

  • #14
    Walter Stach

    Die meisten von uns leben nicht nur gerne im Ruhrgebiet, sie lieben es sogar. Und Minderwertigkeitskomplexe? Die habe ich nicht und die stelle ich in meinem Bekanntenkreis auch nie fest. Wenn ich früher in München, in Berlin, in Hamburg beruflich mit Menschen aus anderen Teilen Deutschlands zu tun hatte -meistens aus dem öffentlichen Sektor -Politiker,Verwaltungsleute-, gaben die mir wegen meiner Herkunft aus dem Ruhrgebiet auch nie Anlaß zu Minderwertigkeitsgefühlen. Selbst die gelegentliche Bemerkung, man erkenne schon am Tonfall/an der Aussprache mancher Worte meine Herkunft aus dem Revier, war nie herabsetzend gemeint, sondern als positives Charakteristikum.Und weil das so ist, streiten wir sehr selbstbewußt im Revier -auch bei den Ruhrbaronen- miteinander darüber, was zu tun ist, damit das Ruhrgebiet auch die nächsten 1oo Jahre lebens- und liebenswert bleibt, in welcher kommunalen bzw. regionalen Verfassung auch immer.Wir streiten miteinander, wir kämpfen miteinander und gegenüber Dritten um Ideen, Projekte, Maßnahmen im Ruhrgebiet, weil es uns eben nicht egal, ob das Ruhrgebiet “vor die Hunde geht”. Zum Ausgangspunkt: Was ich bisher über das neue RWI-Gutachten lesen und hören konnte, stimmt mich -leider- ehe skeptisch -neue inhaltliche Ideen?, neue Erkenntnisse, neue, handfeste Umsetzungsstrategien für mehr Kooperationen zwischen den Kommunen? Überzeugt hat mich das bisher Gelesene,Gehörte insofern noch nicht.

  • #15
    hanskollekta

    seid ihr eigentlich noch ganz dicht!?

    eine sterbende region!?!
    eine sterbende region war ich gestern morgen, als ich schwer verkatert durch wattenscheid gelaufen bin(wobei gerade das ein sehr inspirierender spaziergang war).

    schöne menschen in ddorf und münchen!?!
    schon mal in garath oder hasenbergl gewesen?
    wem der schwabinger chic hier fehlt der muß halt dahin gehen. ich jedenfalls habe vor jahren münchen in richtung ruhr verlassen um genau dem zu entkommen(und um nicht immer der einzige mit bierflasche in der ubahn zu sein).

    das ruhrgebiet ist was jede andere millionen metropole wäre der man über jahrzehnte zunächst bildung und selbstbestimmung und dann hunderttausende arbeitsplätze entzieht.
    was hier menschen unter schweren bedingungen in den letzten jahrzehnten aufgebaut haben(und aufbauen) ist vorbildlich.
    wären nicht soviel energien versickert im kirchturmgeschacher um subventionen und posten und man hätte zum beispiel einen würdigen öpnv hier aufgebaut. ruhr wäre ein unangenehm wohlständischer ort voller designkinderwagen.

    es gibt hier alles was man braucht und einiges was verdammt einzigartig ist. ich beobachte die entwicklung meiner heimat mit zuversicht, weil ich genau weiß wo wir herkommen und das woanders auch scheiße is.

    glückauf.

  • #16
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hanskollekta: Wäre, hätte – war aber nicht so. Und mit dem Entzug der Bildung war nach dem Ende des Kaiserreichs erst einmal Schluss. Warum haben die damaligen Städte – die ja sehr reich waren – nicht in der Weimarer Republik die Einrichtung von Universitäten gefordert? Warum kamen die erst in den 60ern, als klar war, dass es mit der Kohle zu Ende geht? Hier gab es nie eine vorausschauende Politik – auch heute nicht. Und deswegen glaube ich nicht mehr an die Zukunft des Ruhrgebiets. Der Abstand zu den erfolgreichen Städten und Regionen wird immer größer. Ich rate allen jungen, die mir vom Ruhrgebiet vorschwärmen seit Jahren, hier wegzuziehen. Und ganz persönlich: Der größte Fehler meines Lebens war es, nach dem Abi hier zu bleiben. Ich hätte zurück nach Frankfurt gehen sollen. Aber ich kann den Fehler ja immer noch revidieren 🙂 (Auch wenn Frankfurt nicht mehr die erste Wahl für mich wäre. Köln liegt da schon näher)

  • #17
    Robin Patzwaldt

    @Hanskollekta: Man kann ja glauben und mögen was man will, aber das Problem ist ja eben genau das das was meine Großeltern hier nach dem Krieg mit aufgebaut haben derzeit wieder verspielt zu werden droht.
    Deshalb ärgere ich mich ja so…
    Und nicht das wir uns hier falsch verstehen, ich bin im Grunde genommen ‘stolz’ darauf ‘Dortmunder’ zu sein, aus einer Region zu kommen wo überwiegend anständige und immer hart arbeitende Leute leben und gelebt haben. Ich kann auf Schicki-Micki auch gut verzichten. Nur sehe ich halt nicht gerne wie es hier in der Gegend nun rasant bergab geht (seit ca. 1990) und die Ungerechtigkeiten beängstigend zunehmen.

  • #18
    Arnold Voß

    Der RWI hat recht. Eine Ruhrstadt wird im Ruhrgebiet politisch nicht gewollt. Der mächtigste OB der Ruhrprovinz hat das gerade in einem Interview mit der WAZ/Der Westen (Siehe Ruhrpilot vom 22.Oktober)) ganz klar gestellt. Er will natürlich auch kein direkt gewähltes RVR Parlament geschweige denn ein dadurch direkt gewählten Repräsentanten für das gesamte RVR-Gebiet. Dieses sogenannte Gesicht für das gesamte Ruhrgebiet nennt er im Interview selbst mit Absicht einen Ruhrbaron.

    Ulrich Sierau empfiehlt stattdessen, genau wie der RWI, mehr interkommunale Kooperation,weil er genau weiß, wer dabei am Ende überbleibt, bzw. die dauerhafte Oberhand bekommt: Die Städte Dortmund und Essen. Der Rest wird in dieser Kooperation, die natürlich in Wirklichkeit knallharter Wettbewerb ist, untergehen. Mag sein, dass die restlichen Städte entlang von Emscher und Ruhr dann noch auf dem Papier existieren, real etwas zu sagen werden sie alle nicht mehr haben.

  • #19
    Robin Patzwaldt

    Ein Problem dabei ist nur, dass Städte wie Waltrop auch jetzt schon nicht mehr viel Gestaltungsspielraum haben, da sie finanziell längst am Ende sind. Hier kommt man sich manchmal schon vor als würde nur noch der Mangel verwaltet.
    Wo ist da die Perspektive für eine bessere Zukunft?

  • #20
    hanskollekta

    @stefan, robin, arnold

    boah, seid Ihr pessimistisch!
    am ende will ich in Euren worten aber nur eine ruhrtypische tiefstapelei sehen die auch städten gut zu gesicht stünde denen vor lauter selbstverliebter kritiklosigkeit die stadtarchive unterm arsch wegbrechen.

    in der handlungsunfähigen krisenstadt waltrop zum beispiel schleife ich regelmäßig besucher durch einen einzigartigen(bestbesuchten) schleusenpark danach in ein einzigartiges spitzenrestaurant(in dem es schwer ist einen tisch zu kriegen) und dann kaufe ich pralienen von einem konditor der weltweit keinen vergleich scheuen muß.
    wenn wir danach beim heini noch ne currywurst essen, wollen die alle gar nicht mehr weg hier.

    im ganzen revier selbst wenn es duisburg, mülheim oder gelsenkirchen heißt, gibte es viertel die widerlich reich sind und orte die man vor lauter idyll nur schwer ertragen kann. ebenso wie in jeder anderen metropole auch, nur das hier immer gleich alle das letzte licht löschen wollen.

    morituri te salutant!

  • #21
    Robin Patzwaldt

    @hanskollekta: Gutes Beispiel, das mit dem Hebewerk. Warum funktioniert denn das Hebewerk schon seit ein paar Jahren nicht mehr? Früher lief das einwandfrei. Ist nun aber schon seit ein paar Jahren defekt, kann auf absehbare Zeit auch nicht repariert werden, da keine Kohle mehr da ist.
    Und ich habe nicht gesagt das das hier ein Slum ist. Ich sehe nur den Abwärtstrend seit ein paar Jahren. Und da macht das Schiffshebewerk eben auch keine Ausnahme.
    Oder schau bei deinem nächsten Besuch im Schleusenpark Waltrop dort mal auf die Brücke davor. Die ist seit ein paar Monaten nur noch einspurig befahrbar, da sie marode ist. Sanierung noch immer ungeklärt. Ist kein Geld mehr dafür da. Tolle Sache!

  • #22
    Arnold Voß

    @ Hanskollekta

    Ich habe nicht vor auch nur irgendein Licht im Ruhrgebiet zu löschen. Diese Stadtlandschaft wird auch nicht aussterben, denn selbst bei weiterem und in naher Zukunft auch unausweichlichem Schrumpfen bleiben mindesten 3 Millionen Menschen über.

    Die Städte werden aber am Ende dieses Prozesse nicht mehr so aussehen wie heute, geschweige denn werden alle ihre Eigenständigkeit bewahren können. Egal was die Menschen zwischen Ruhr und Emscher sich wünschen und was ihre gewählten Kommunalpolitiker wollen.

    Ach ja, und es wird dann immer noch eine Menge einzigartiger Orte, Spitzenrestaurants und natürlich noch Curry-Wurst geben, und viel mehr Menschen die Fahrräder mit Elektroantrieb fahren, und einen immer noch beschissenen öffentlichen Nahverkehr, dafür aber weniger Autos auf dem Ruhr- und dem Emscherschnellweg.

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