Seehofer hat Unrecht und tut das Richtige

Horst Seehofer Foto: Bayern.de Einwanderung und zur multikulturellen Gesellschaft sind Unfug. Aber dass er sie äussert ist gut und wichtig.

Inhaltlich ist alles zu Horst Seehofers Einlassungen zur Einwanderung gesagt:   Eine alternde und schrumpfende Gesellschaft ist auf vor allem qualifizierte Einwanderer angewiesen, wenn sie ihren Wohlstand halten will. Und da diese Leute es sich aussuchen könne, wo sie hingehen, stellen sie die Bedingungen und nicht wir. Punkt.

Aber Seehofers populistischer Rechtsschwenk ist trotzdem gut. Er könnte dazu beitragen, Rechtsextreme und Rechtspopulisten aus den Parlamenten zu halten. Seehofer will deren Wählerpotential an die Union binden. Wenn das klappt – und es hat bei der union über Jahrzehnte geklappt, hat er einen guten Job gemacht. Damit das Spiel funktioniert, müssen natürlich jetzt alle auf Seehofer losgehen – erst das verschafft ihm in diesen Kreisen die notwendige Glaubwürdigkeit. Aber auch da spielen ja alle mit. Wenn die SPD vor ein paar Jahren nicht Gestalten wie Clement und Konsorten an ihrer Spitze gehabt hätte, sondern ein paar taktisch versierte Instinktpolitiker wie Seehofer, wäre uns die Linkspartei in den Parlamenten vielleicht erspart geblieben. Die SPD war zu blöd das linke Protestpotential zu binden. Hoffen wir, das Seehofer mehr Glück hat.

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ukka
ukka
13 Jahre zuvor

da sag doch nochmal jemand, dass sich politik nicht als schmierenkomödie inszeniere, wo wertkonservative parteien und ihre repräsentanten gute (oft gar nicht so) alte nazi wähler/ inhalte mobilisieren und das bürgertum das clever findet, damit der konflikt nicht eskaliert. was für ein theater.

hoffe, der letzte vorhang fällt dennoch für derart regressive deutschtümelnde äußerungen.

Malte
13 Jahre zuvor

Na ja, auch andere „kümmern“ sich und „zeigen Flagge“

De Maizière zeigt Flagge gegen Salafisten-Sekte

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,723465,00.html

Jan
Jan
13 Jahre zuvor

„Aber Seehofers populistischer Rechtsschwenk ist trotzdem gut. Er könnte dazu beitragen, Rechtsextreme und Rechtspopulisten aus den Parlamenten zu halten.“

Mir sind ein paar NPD-Spinner im Parlament lieber, als eine „bürgerliche Mitte“, die das gleiche Programm hat, wie die Ultra-Rechten.

Und Stefan Laurin als Strauß-Imitator?

“Es darf rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte politische Kraft geben.”

Franz Josef Strauß

Jan
Jan
13 Jahre zuvor

@ Stefan Laurin

besprich das doch bitte mit Patrick Gensing von „npd-blog.info“.

Oder besser: bitte Patrick Gensing um eine Antwort in Form eines Gastartikels.

Locke
Locke
13 Jahre zuvor

Was in Bezug auf Einwanderung in den vergangen drei Jahrzehnten an politischen Fehlern gemacht worden sind, läßt sich nicht mehr korrigieren. Es geht jetzt nur noch um eine vernünftige und sachgemäße Korrektur.

Das Thema wird von der Politik nicht objektiv angegangen. So, wie man über Herrn Sarrazin hergefallen ist, wegen der unvernüftigen „Spitzen“ in seinem Buch, hat man von bestimmter Seite keinen Wert darauf gelegt, auf das sachlich Richtige einzugehen.

Es gibt sehr viele Ausländer aus den verschiedensten Herkunftstaaten, die sich in unserem Lande hervorragend integriert haben. Wo sich etwas entscheidendes ändern muß, ist die Verhängung von Sanktionen gegen Ausländer, die sich nicht integrieren wollen und sich nicht an unsere Rechtsordnung halten.

Lockenwickler
Lockenwickler
13 Jahre zuvor

@Locke

Ach gottchen, jaja, der Sarrazin hatte ja so recht. Und war auch nicht alles schlecht früher, der Hitler hat ja schliesslich die Autobahn gebaut.

Wie ich dieses geseiere hasse…

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

Indem etablierte Parteien die schnoddrigen Parolen rechtsextremer Dumpfbacken aufgreifen, popularisieren und die Stimmung anheizen, leisten sie eine vorbildliche Arbeit für die Demokratie. Das zeigt die deutsche Geschichte. Aha. Und wie geht es sonst so, Herr Laurin?

Georg k
Georg k
13 Jahre zuvor

Der erste Satz ist verstümmelt. Und Strauss hatte unrecht. In fast allen Belangen. Airbus, DDR-Milliarden, Atombewaffnung der Bundeswehr, Witwenmacher, etc…..

Nur mit dem „rechts von der CSU darf nix sein“, hatte er nicht ganz unrecht.

Derzeit gilt es eine neue Rechte Partei abzuwehren, die in Gründung begriffen ist. Kein Pro Scheiss, sondern eine größere Gefahr.

Doch dazu später mehr in diesem Theater.

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

Nur mit dem “rechts von der CSU darf nix sein”, hatte er nicht ganz unrecht.

Ja – worauf bezog sich denn der Satz? Auf den Aufstieg der CSU-Sezessionisten „Die Republikaner“ zum erfolgreichen Bindeglied zwischen Rechtskonservativen und Rechtsextremisten zu Zeiten von Franz Josef Strauß.

Großartiger Erfolg! Ist Amnesie hier Bedingung?

Werner Jurga
13 Jahre zuvor

Mir ist von einer „in Gründung begriffenen“ Rechtspartei nichts bekannt. Aber Georg K (# 9) wird ja liefern. Nur: wer immer sich da gründen wird, er, sie, es werden keine Chance haben. Und zwar nicht etwa wegen des faschistoiden Geplappers eines Seehofers, wie Stefan Laurin irrtümlich annimmt, sondern weil weder eine Figur noch eine Figuration erkennbar sind, die die für einen wahlpolitischen Erfolg einer Rechtsaußenpartei erforderlichen Bedingungen auch nur halbwegs erfüllen könnten.

Locke
Locke
13 Jahre zuvor

@11: Geert Wilders war zu Gast in Berlin. Da braut sich tatsächlich etwas Grosses zusammen.

Warum schreit Merkel auch sonst „Multikulti ist absolut gescheitert“ ?

Wähler
Wähler
13 Jahre zuvor

Wenn Stefan Laurin sich von blinden Populismus blenden läßt… bleibt nur setzen 6 übrig!

Gruss

Manfred Michael Schwirske
Manfred Michael Schwirske
13 Jahre zuvor

Die Grundlage der Kritik stimmt nicht; dieser Satz ist irrig:

„Eine alternde und schrumpfende Gesellschaft ist auf vor allem qualifizierte Einwanderer angewiesen, wenn sie ihren Wohlstand halten will.“

Ebenso wenig wie die Meinung, Migranten gefährdeten den Wohlstand einer Gesellschaft, gilt die Meinung, Migranten müssten den Wohlstand garantieren oder – wie hier noch zugespitzt: der Wohlstand dieser Gesellschaft könne nur noch durch Migration garantiert werden.

Was Immigration angeht, könnte man besser behaupten, diese Wohlstandsgesellschaft könnte sehr wohl Migranten aufnehmen. Immigration ist keine existenzielle Frage, aber eine Option.

Deshalb stimme ich Seehofer (teilweise) zu, wenn er meint, man solle zuerst die Integration der hier lebenden Migranten angehen, insbesondere in den Arbeitsmarkt. Einen Rechtsschwenk kann ich darin nicht ansatzweise erkennen.

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@12
Verschwörungstheorien sind zur Zeit in.
Ein Holländer in Berlin. Sogar eingeladen!
Da braut sich was zusammen.
Glücklicherweise fahren die meisten Holländer nur ins Sauerland.

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@Manfred Michael Schwirske (14),
Wieso kann der Satz, oder der Umkehrschluß nicht richtig sein?
Für diese Aussage ist Ihre Begründung nicht echt nicht ausreichend.

trackback
13 Jahre zuvor

Links anne Ruhr (17.10.2010)…

Bochum: Menschenkette um das Rathaus geplant (bo-alternativ.de) – Essen: Echo Klassik in der Philharmonie (Bild.de) – Duisburg: Keine Alternative zum Verkauf des Theaters am Marientor (RP ONLINE) – Bochum: Hotel Eden: Abrissfirma…

Jan Luiten
Jan Luiten
13 Jahre zuvor

Scheint mir eine richtige Analyse von Stefan Laurin. Die Frage bleibt nur ob dieser Rechtsschwenk Seehofers ausreichen wird um die neue Partei von René Stadtkewitz zu stoppen.
Es wird gesagt daß Stadtkewitz nicht die Fähigkeiten hat eine Partei zur Entwicklung zu bringen. Mag sein. Durch die Zussammenarbeit mit Wilders und seinem „International Freedom Alliance“ sieht die Sache aber anders aus. Wie man auch über Geert Wilders denken mag, politische Fähigkeiten hat er.

Manfred Michael Schwirske
Manfred Michael Schwirske
13 Jahre zuvor

@Helmut Junge. Ich habe gar nicht argumentiert, Stefan Laurin hat auch nicht argumentiert, sondern ein allgemeines Vorurteil zitiert.

Aber das Argument wäre, dass der Wohlstand einer modernen Industrie und Dienstleistungsesellschaft im Wesentlichen nicht von Einwanderung abhängt, sondern von vielen anderen Faktoren, z.B. von Produktivität oder vom System der Verteilung des Wohlstands.

Malte
13 Jahre zuvor

@#13 | Wähler : Stefan hat doch vollkommen recht. Wünschen Sie sich lieber eine Situation wie z.B. in Holland? Wohl kaum, denke ich!

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@Manfred Michael Schwirske (19),
Die Idee, die hinter diesem, von Ihnen so bezeichnetem „allgemeinen Vorurteil“ steckt, ist doch, daß durch eine Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte, der Mangel an eigenem qualifiziertem Nachwuchs substitioniert werden könnte.
Jüngere Arbeitskräfte, die in nächster und fernerer Zukunft fähig sind, die wachsende Zahl der nicht produktiven Bevölkerungsteile, mitzuversorgen, sind dem Vernehmen nach, nicht in ausreichenden Zahl, vorhanden.
Laut diesen Quellen mangelt aber nicht an Arbeitskräften, sondern an Arbeitskräften, die ganz bestimmte Qualifikationen aufweisen können.
Es kann durchaus sein, daß diese Quellen falsch liegen, und die qualifizierten Kräfte dann auf einen, sich ihnen verweigernden Arbeitsmarkt stoßen.
Das weiß ich alles nicht, aber das Gegenteil weiß ich auch nicht.
Aber die Reaktion vieler Leute bei solchen Diskussionen ist meist sehr emotional,
obwohl es doch konkret um Personen geht, die noch gar nicht hier sind, die deswegen auch niemand kennt. Das war bei der Forderung nach einem Zuzugsstopp für Türken nach Marxloh so, den der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Pflug gefordert hat, und das ist auch jetzt bei Seehofer so. Egal aus welcher Ecke jemand kommt, der so was fordert, die Reaktion ist immer gleich.

christian
christian
13 Jahre zuvor

diejenigen, die hier leben zu integrieren, ginge für einige sehr leicht. man müsste nur mal ihre schulabschlüsse und unidiplome anerkennen und die leute hier was anständiges ARBEITEN lassen mit ihrer ausbildung. stattdessen fahren igenieure aus der türkei bus, ärztinnen aus kasachstan putzen und nur wer rechtlichen und beratenden beistand und starke nerven hat, kommt auf die idee als forscher oder arzt oder informatiker, der zwischen USA und D wählen kann, nach D zu gehen. (die können deutsch, alle. muss hier nicht extra erwähnt werden, oder?).

und ich will jetzt nicht hören, wenn die so gut ausgebildet sind, können sie doch auch in ihrer heimat arbeiten….

und wer rechts von der CSU fischt, nimmt vielleicht ein paar vorgestrige mit IN die Partei, die dann nicht NPD oder die anderen Vollspasten wählen, aber der macht automatisch diese Ideen auch für die Mitte erträglich und bewirkt am ende vielleicht genau das gegenteil von dem was er wollte. dieses gedankengut wird in die mitte der gesellschaft getragen. und der umfrage der letzten tage nach zu urteilen ist genau das ja schon längst geschehen:

https://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-unter-deutschen-wuchernder-fremdenhass-ersehnte-diktatur-1.1011569

Manfred Michael Schwirske
Manfred Michael Schwirske
13 Jahre zuvor

Lieber Stefan,langsam; Ingenieure gibts wie Sand am Meer – nur, diese Gesellschaft verschwendet deren Potenzial für allzuviele Schwachsinnigkeiten, die mit Wohlstand nichts zu tun haben. Wir sollten – gerade auch angesicht dessen – keine neue Legende der Leistungsträgerschaft in die Welt setzen. Wohlstand entsteht aus vielen Köpfen und Händen.

Übrigens sollten Arbeitsmärkte anderer Länder nicht als auszubeutende Rohstofflager für die Zwecke der reichsten Volkswirtschaften genutzt werden. Auch andere Länder brauchen Könner und Macher.

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@all,
Es gibt in Deutschland tatsächlich selbst bei hochqualifizierten Berufsgruppen Arbeitslosigkeit. Und dabei ist der absolute Hammer, daß dies selbst in den Sparten so ist, in denen die Wirtschaft öffentlich einen Arbeitskräftemangel beklagt.
Die Qualifikation eines Stellenbewerbers allein reicht nicht immer aus, um einen Vertrag zu bekommen. Die Maschen, durch die da jemand fallen kann, sind riesig.
Warum ist das so?
Das deutsche Unternehmertum jammert lieber statt was zu unternehmen. Es fehlt der deutschen Wirtschaft bezüglich des Arbeitsmarktes erheblich an Initiative. Da finde ich Jammerei und öffentliches Lamentieren wegen der Folgen des Fachkräftemangels peinlich, wenn nicht sogar verlogen.
Aber die suchen den hochangepaßten Mitarbeiter, und den glauben sie besser anderswo finden zu können. Kann ja sein, daß der Arbeitsmarkt hier uns von dieser Sorte angepaßter Bewerber nicht mehr so viele Exemplare anbietet.
Aber immerhin können alle diese Bewerber Deutsch.
@Stefan „Um Wohlstand verteilen zu können, muss man ihn immer noch erarbeiten. Und wir sollten mehr über die Schaffung von Wohlstand nachdenken als über seine Verteilung.“
Stimmt! Gut, daß Du das sagst. Das scheint heutzutage immer weniger Leuten bewußt zu sein.
Früher, als das noch die Anführer der DDR täglich gebetet hatten, um ihre Bevölkerung zu mehr Leistung anzustacheln, haben sich viele hier im Westen darüber lustig gemacht. Das wirkt nach. Und jetzt glaubt das natürlich keiner mehr. Deshalb glauben viele, die nicht unmittelbar in der Warenproduktion tätig sind, daß es unsere einzige Aufgabe wäre, den Wohlstand zu verteilen, wo immer der auch herkommen mag.
Diese Denkweise ist nicht neu. Sieh mal nach unter „cargokult“. Da sehe ich echte Parallen.

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

„Um Wohlstand verteilen zu können, muss man ihn immer noch erarbeiten.“
Stimmt. Viele wissen das nicht. Die glauben daß es irgendwo riesige Mengen an Geld und Kosumgüter gibt. siehe „Cargokult“

Andererseits gibt es Arbeitslosigkeit sogar für Leute, die gut ausgebildet sind.
Der Hammer dabei ist der, daß es selbst in den Bereichen, in denen die Wirtschaft einen Arbeitskräftemangel vorgibt, noch qualifizierte Bewerber gibt, die keinen Job kriegen. Da jammern die Unternehmer nach staatlicher Hilfe, obwohl sie selber was unternehmen könnten. Die heißen nur Unternehmer.
Dabei sind es ihre eigenen Auswahlkriterien, die zu diesen Engpässen führen.
Die wollen neben der beruflichen Qualifikation nämlich noch den angepaßten Mitarbeiter. Da ist der Markt aber vielleicht schon abgeschöpft.

Christian S.
13 Jahre zuvor

Diese These stimmt nur dann, wenn man davon ausgeht, dass die Union noch in der Lage ist, den rechten Rand zu binden.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Union das noch schafft. Falls sie es nicht mehr schaffen sollte, dann sind Seehofers Worte Wasser auf den Mühlen der Rechtspopulisten, da ihre Positionen somit raus aus der „Schmuddelecke“ geholt werden.

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

„Diese These stimmt nur dann, wenn man davon ausgeht, dass die Union noch in der Lage ist, den rechten Rand zu binden.“

Diese „These“ ist in jedem Fall in einem Maße einfältig und falsch, dass es einem beinahe die Sprache verschlägt. Stellvertretend für jedes andere seriöse Werk zu diesem Thema, die sich bei aller Differenz doch soweit einig sind:

Schubarth, Wilfried und Richard Stöss (Hrsg.): Rechtsextremismus in der Bundesrepubluk Deutschland. Eine Bilanz, Opladen 2000

Was Herr Laurin hier zum Besten gab ist absoluter Humbug, der die empirische Realität auf den Kopf stellt. Das gilt wie bereits erwähnt auch für den angeblichen Erfolg von Franz Josef Strauß:

Leggewie, Claus: Die Republikaner. Phantombild der Neuen Rechten, Berlin 1989

Woher die merkwürdigen Weisheiten kommen, die einige hier äußern, können diejenigen ja vielleicht gelegentlich verraten.

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

Der Aufstieg der „Republikaner“ fand zu Zeiten von Strauß statt. Ihr Abstieg danach. Sie behaupteten das Gegenteil. Und zu Ihrer „Seehofer-Strategie“ empfehle ich wie gesagt einschlägige Studien über Rechtsextremismus. Was Sie schreiben ist restlos unhaltbar.

Manfred Michael Schwirske
Manfred Michael Schwirske
13 Jahre zuvor

@ Helmut Junge. Es ist nicht zutreffend, dass in diesem Land Ansprüche hochgefahren und Produktivität und Produktion weggebrochen wären.

Aus der Situation am Arbeitsmarkt kann alles andere, aber nicht das Sinken von Leistungsbereitschaft und -fähigkeit abgeleitet werden. Grenzen sind allerdings durch das Absenken der Kaufkraft gesetzt. Nur, das hat eben ganz andere Gründe: die Umverteilung von unten nach oben.

Zuwanderung bringt aus ebendiesen Gründen keinen (allgemeinen) Wohlstandsgewinn.

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

Wo widerspricht meine These den Studien?

Herr Laurin, ich möchte hier nicht endlos tippen. Ich habe Ihnen mal Auszüge von drei Seiten aus dem genannten Band über Rechtsextremismus in der Bundesrepublik gescannt:

„Zusammengenommen haben wir in der empirischen Analyse nachgewiesen, dass das Gefühl ökonomischer Benachteiligung, Unzufriedenheit mit dem Verhalten des politischen Personals und das Vorliegen eines rechtsextremen Einstellungsgebäudes unabhängig voneinander die Bereitschaft, für eine Partei am rechten Rand des politischen Spektrums zu votieren, beträchtlich fördern. Zugleich ist deutlich geworden, dass erst das Zusammenspiel dieser Faktoren die Wahrscheinlichkeit der Rechtswahl auf dramatische Werte anwachsen lässt. Dies spricht eindeutig für das Vorliegen eines Interaktionseffekts. Das Bild in den neuen Bundesländern weicht von dieser Skizze insofern ab, als hier rechtsextremen Orientierungen ein tendenziell größeres Gewicht zukommt.
Da die Wahl rechtextremer Parteien einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren entspringt, kann es keine Patentrezepte gegen Wahlerfolge rechter Gruppierungen geben. Zugleich legt unsere Analyse jedoch eine Reihe von Ansatzpunkten nahe. Betrachtet man die Verteilung politischer Weltbilder in der Bevölkerung zumindest kurzfristig als kaum veränderlich, können vor allem die Akteure auf der politischen Bühne ihren Teil dazu beitragen. Erstens liegt es nahe, wenigstens eine Verschlechterung der materiellen Situation breiter Bevölkerungsschichten zu verhindern. Zweitens sollte das Thema der Zuwanderung, das den rechten Parteien nützt, nicht um kurzfristiger Stimmengewinne willen in populistischer Weise hochgespielt werden.
(…)
Rechtsextremismus ist umso stärker, je mehr Demokraten seine Positionen (etwa zur Verschärfung des Ausländer-und Asylbewerberleistungsgesetzes oder zur Ausweitung der Eingriffsrechte von Polizei und Bundesgrenzschutz) übernehmen sowie die Ab- bzw. Ausgrenzung von (ethnischen) Minderheiten nachmachen.“ [ a.a.O., S. 241 f.; 297]

Die Zitate stammen von unterschiedlichen Autoren aus zwei Aufsätzen des Sammelbands, willkürlich herausgegriffene, aber exemplarische Beispiele für die wissenschaftliche Literatur über den Rechtsextremismus. Es handelt sich dabei nur um pointierte, minimale Schlussfolgerungen, die aber just in aller Beschränktheit eben genau das Gegenteil von dem herausstellen, was Sie hier daherreden – und das im Unterschied zu Ihren Aussagen, auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschungen, anstelle einer „gefühlten Realität“ und dem Drang, irgendetwas zu äußern, und sei es auch noch so hohl.

Verraten Sie mir aber bitte nun auch mal, wie Sie zu Ihrer „These“ gelangten. Und präzisieren Sie die doch gerne noch, sofern Sie dabei bleiben möchten: Sollten die CDU und CSU (wahlweise auch andere Parteien) am besten nur die Parolen der Rechten übernehmen, ohne die politisch umzusetzen (um damit den Verdruss der fraglichen Klientel zu potenzieren) oder wäre es sinnvoller, auch die reale Regierungspolitik sogleich danach auszurichten (also selber machtvoll vorwegzunehmen, was sonst angeblich von politisch einflusslosen Gruppierungen zu befürchten wäre)? Liegt der logische und inhaltliche Unsinn nicht auch bei völliger Unkenntnis historischer Sachverhalte und wissenschaftlicher Analysen auf der Hand?

ch_we
ch_we
13 Jahre zuvor

Ob die Rechten jetzt „rechtsextrem“, rechtskonservativ oder gar nicht wählen, sagt nur begrenzt etwas über xenophobe und rassistische Einstellungen in der Bevölkerung aus. Das legt die gerade veröffentlichte FES-Studie nahe.

Eine andere Frage ist dann nochmal, ob sich das Level der Alltags- und der institutionellen Diskriminierung von Immigranten durch die Wahlerfolge der NPD verändert hat oder ob es dadurch niedriger wird, dass die CSU den ‚rechten Rand integriert‘.

Und die nächste Frage wäre dann, welche hochqualifizierten Fachkräfte eigentlich in ein Land kommen wollen, wo ihnen Vertreter der Regierungsparteien regelmäßig erklären, dass ihr „Kulturkreis“ eigentlich ein Problem ist und man sie nur haben will, damit sie der autochthonen Bevölkerung, die auch ihr Rentenalter in Deutschland verbringen wird, den Lebensabend finanzieren.

christian w.
christian w.
13 Jahre zuvor

@Herrn Laurin:
sie glauben also, statt über die integration von ausländern, sollten wir über
„integration“ von rechtsradikalen und verfassungsfeinden, antisemiten, rassisten, gleichberechtigungsveweigern, nationalisten und all der braunen sauce nachdenken. wirklich, wirklich interessante methode, die debatte in eine andere richtung zu leiten. nämlich in die von seehofer gewollte: die des machterhalts.

ich freu mich dass hier so munter debattiert wird, aber Herrn Seehofer geht es genausowenig um Inhalte, Lösung von Integrationsfragen oder ganz platt um unser Gemeinwohl. Dem ging es mit seinem Beitrag um seine Partei, seine Position und seine Zukunft, nicht die der Ausländer oder unserse Landes. Und sie sind ihm so richtig auf dem Leim gekrochen und untermauern den Unsinn noch mit Strauß Kontexten der 70enr, als Migranten, Gastarbeiter hießen, Deutscher nur werden konnte, wer deutsches Blut hatte und die Rebublikaner ein Parteiflügel der CDU/CSU waren.

Locke
Locke
13 Jahre zuvor

„Das deutsche Unternehmertum jammert lieber statt was zu unternehmen. Es fehlt der deutschen Wirtschaft bezüglich des Arbeitsmarktes erheblich an Initiative. Da finde ich Jammerei und öffentliches Lamentieren wegen der Folgen des Fachkräftemangels peinlich, wenn nicht sogar verlogen.“

Traurig aber wahr.

Wo sind denn jetzt eigentlich die Ausbildungs-Initiativen der grossen Unternehmen, die derzeit über Fachkräftemangel jammern ?

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

„…statt über die integration von ausländern, sollten wir über “integration” von rechtsradikalen und verfassungsfeinden, antisemiten, rassisten, gleichberechtigungsveweigern, nationalisten und all der braunen sauce nachdenken…“

Und vor allem möglichst laut „nachdenken“, indem Kanzlerin und Ministerpräsidenten das Scheitern und den Tod von „Multikulti“ ausrufen, die Medien gefällig ins selbe Horn stoßen, bis hin zu den Ruhrbaronen, mit sonderbaren Thesen zur Rettung der Demokratie mittels einer Propagierung irrationaler Ressentiments und Horrorvisionen vom Untergang des Abendlandes in Gelsenkirchen in einem kürzlich vorausgegangenem Beitrag. Und was soll das Ganze? Die multikulturelle Gesellschaft ist schlichtweg eine Realität, auch wenn manche Politiker und ihre medialen Papageien dieser verbal entfliehen möchten. Die Alternative könnte nur lauten: Deutschland den Deutschen. Doofer geht’s aber wirklich nicht mehr.

christian w.
christian w.
13 Jahre zuvor

Deutschland den Deutschen, die DIE Formel, wenn die Welt zu kompliziert wird, für diejenigen, die sie auch früher nicht verstanden haben, aber dachten, sie würden. und früher war ja bekanntlich sowieso alles besser. Sogar die Zukunft.

Vereinfachung und sträflich dumme Propaganda (allerdings ohne eine erkennbar eindeutige Agenda der ruhrbarone) findet sich hier immer wieder mal auf den Seiten. Die Seehofer Thesen Untefütterung ist ein Beispiel.

Malte
13 Jahre zuvor

Zitat“Deutschland den Deutschen, die DIE Formel, wenn die Welt zu kompliziert wird, für diejenigen, die sie auch früher nicht verstanden haben, aber dachten, sie würden. und früher war ja bekanntlich sowieso alles besser. Sogar die Zukunft“

Wo, an welcher Stelle, behauptet ein Politiker, eine Partei, genau dieses? [Außer die NPS usw.]

Ach, waren es nicht mal die Jusos, die Deutschland abschaffen wollten und Tritin, der Deutschland auch nicht so toll findet 😉

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@christian w. (38)
Übertreibungen lassen sich immer leicht formulieren.
Aber nicht mal Seehofer fordert ”Deutschland den Deutschen“, sondern
will die zukünftige Einwanderung in eine andere Richtung lenken.
Man sollte bei der Sache bleiben. Da gibt es genug drüber zu sagen.
Sie empfinden doch selbst wie peinlich solche Übertreibungen sind
(jedenfalls bei anderen), wenn Sie schreiben:
„Vereinfachung und sträflich dumme Propaganda (allerdings ohne eine erkennbar eindeutige Agenda der ruhrbarone) findet sich hier immer wieder mal auf den Seiten.“
Sehen Sie, und mir geht es ähnlich bei solchen Kommentaren, wie Ihrem.

Arnold Voß
Arnold Voß
13 Jahre zuvor

Das Problem bei solchen Debatten ist doch, dass sich dabei so viele Aktionsbereiche vermischen. Das Kapital hat natürlich in Anbetracht der sinkenden Bevölkerungs- bzw. Kinderzahl ein großes Interesse daran, die Menge der einsetzbaren Arbeitskräfte zu steigern um die Löhne und Gehälter so niedrig, ja wenn möglich noch niedriger zu halten als sie jetzt sind.

Dies jedoch wenn möglich ohne eigene Leistung, denn die Globalisierung hat dazu geführt, dass sich betriebsbezogene Ausbildungsinvestitionen immer weniger lohnen. Sein Geld in Leute zu stecken, von denen man immer weniger weiß, wie lange sie im eigenen Betrieb arbeiten, d.h. das eingesetzte Geld auch wieder einspielen, ist aus betriebswirtschaftlichen Gründen nun mal hoch riskant.

Gleichzeitig sind dieselben Betriebe natürlich nicht an höheren Steuern interessiert, mit denen der Staat verstärkt in die berufliche Ausbildung, ja in besser Bildung im allgemeinen und vor allem in lebenslange Fortbildung investiert. Dies wäre aber aus volkswirtschaftlicher Sicht absolut sinnvoll und würde am Ende auch den Unternehmen wieder zu Gute kommen.

Wäre dies in den letzten Jahrzehnten auch in Deutschland geschehen, und dies aus verständlichen Gründen in besonderer Weise für die Zuwanderer und ihre Kinder, dann hätten wir diese Debatte heute garnicht. Aber auch hier wollten alle Beteiligten die ganze Sache natürlich möglichst billig. Die Zuwandwerer sollten Geld einspielen und nicht noch etwas kosten.

Genauso funktioniert Migration aber nicht, was man schnellsten hätte herausbekommen können, wenn man statt Zuwanderung echte Einwanderung gewollt und dafür in die klassischen Einwanderungsländer geschaut hätte. Integration macht Mühe und kostet erst einmal. Es sei denn man bekommt auf dem Weltmarkt den perfekt passenden Zuwanderer. Und selbst dann muss in dessen Zukunft investiert werden.

Den perfekten Einwanderer ( Super Sprachkenntnisse, Super Ausbildung, Super motiviert) gibt es aber in sofern nicht, weil solche Leute sich in der Regel selbst aussuchen können, wo sie hinwollen. Deswegen kommt am Ende bei einer gelungenen Integration immer ein einigermaßen faire Mischung von Geben und Nehmen heraus. Dazu ein Menge Konflikte die unvermeidlich dazu gehören und ebenfalls Mühe und letztlich auch Geld kosten. Auf beiden Seiten.

Die Mühe der Bildung ist dabei die allerwichtigste. Sie erlaubt es überhaupt erst, Zuwanderung von Innen so zu steuern, dass von Anfang an möglichste wenige arbeitsmarktpolitischen Verwerfungen entstehen, die dafür sorgen dass die verschiedenen Kulturen bzw. die konkreten Menschen aus diesen Kulturen aufeinander gehetzt und gegeneinander ausgespielt werden.

Auf Basis dieser Verwerfungen haben Leute wie Sarrazin und Seehofer erst eine demagogische Chance. Ansonsten wären die Wortmeldungen dieser Protagonisten einer bestimmte Denkweise nicht mehr und nicht weniger als zwei von vielen unterschiedlichen politische Beiträgen, die jedes Migrationsland ertragen können muss. Es gibt nun mal unterschiedliche Interessen bezüglich der Migration, die je aus der Sichtweise deren, die sie haben, auch nachvollziehbar sind.

Es gibt in Deutschland nur keine Debattenkultur, die diese souverän verarbeiten könnte. Auch das ein Ausdruck einer seit jahrzehnten massiv unterfinanzierten und falsch gesteuerten Bildungspolitik.

Malte
13 Jahre zuvor

@Stefan Laurin: Ich verstehe das, meine Liebste sieht sich auch eher als Europäerin, denn als Deutsche, ich fühle da …ähnlich…

Ulli
Ulli
13 Jahre zuvor

@ Malte

„ich fühle da …ähnlich…“

wie du fühlst, kann ja jeder hier nachlesen:

https://www.ruhrbarone.de/abenteuer-ruhrpott-–-ein-leben-zwischen-orient-und-okzident/

„Während man als Christ in Deutschland vielfach belächelt, ja sogar gegängelt wird, soll auf einmal alles Muslimische und der Koran „ganz toll“ sein“

„Also unsere Identität, die Deutsche oder meinetwegen auch Europäische, aufgeben, weil Deutschland ja ein „Einwanderungsland“ ist? Panislamismus im Kleinen zulassen, im eigenen Land, nur damit Ruhe herrscht?“

„Es wird nicht funktionieren, der echte Austausch, das sich befruchtende Miteinander. Da bin ich mir sicher. Ich selbst werde bald aus dem Hassel wegziehen. Nicht nur weil ich eine neue Bleibe brauche. Nein. Auch weil ich einfach Abstand brauche von diesem tollen multikulturellem Leben hier.“

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

„Es gibt in Deutschland nur keine Debattenkultur, die diese souverän verarbeiten könnte. Auch das ein Ausdruck einer seit jahrzehnten massiv unterfinanzierten und falsch gesteuerten Bildungspolitik.“

Als ich jung war, hatte ich, zumindest anfangs Mühe, den politischen Debatten an den Hochschulen zu folgen. Meist war das zwar ideologisch geprägter Quatsch, hatte aber oft eine faszinierende innere Logik.
Immerhin gab es damals eine Debattenkultur.
Das damalige Schulsystem, daß alle durchlaufen hatten, also auch einige, die hier und heute diskutieren, gilt heutzutage als antiquiert. In der Zwischenzeit soll das Schulsystem aber besser geworden sein.
Was fehlt, ist eine Debattenkultur.

Ich denke, daß die Debatte in dieser Diskussion aus anderen Gründen schwach ist.
Der Grund dafür liegt nur zum kleinen Teil an den Mängeln unserer Bildungspolitik.
Diese Debatten zu solchen Themen werden zu schnell persönlich.
Das kann man an den Beiträgen zum Artikel von Malte sehen. Anonyme Heckenschützen haben da meist ein zu leichtes Spiel.
Allerdings scheinen Sarrazin oder Seehofer doch ohne öffentliche Debatte von einer Stimmungslage auszugehen, die ihnen das Gefühl gibt, jetzt davon profitieren zu können.
Die brauchen keine, auf sprachliche Äußerungen basierende Debatte. Die nutzen andere Quellen der Information, oder probieren es einfach.
Krieg ich einen auf den Hut, oder komme ich durch?
Der Wähler antwortet dann durch ein Kreuzchen,
oder durch kein Kreuzchen.

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

„Aber nicht mal Seehofer fordert ”Deutschland den Deutschen”

Nein, selbstverständlich nicht. Was soll aber das Gequatsche von Ende und Tod der multikulturellen Gesellschaft? Deshalb schrieb ich: Die Alternative könnte nur lauten … Auch diese Anti-Multikulti-Parolen sind eben reine Stimmungsmache. Jetzt kann man den Leuten mal wieder klipp und klar sagen, wer hier das Sagen hat und wer hier allenfalls geduldet wird, wenn er arbeitet und gehorcht, aber nicht etwa selbstverständliches und gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft ist. Vielleicht kann mir aber ja auch jemand erklären, was mit einer monokulturellen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sinnvollerweise gemeint sein könnte.

Malte
13 Jahre zuvor

@Democrazy: Deutschland war noch nie „Monokulturell“ und ich glaube auch nicht, das jemand das wirklich möchte.

Davon abgesehen, sollte ‚jeder“ Arbeiten und ‚Gehorchen‘ [Ich denke, Sie meinen unsere Gesetze, das Grundgesetz, die Verfassung?]

In wieweit dann jemand ein ‚gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft‘ ist, hängt doch wohl auch von jedem selbst ab. Jeder muss selbst wissen, wie sehr er sich innerhalb einer Gesellschaft einbringt und daran teilnimmt.

Helmut Junge
13 Jahre zuvor

@Democrazy wer auch immer
„Vielleicht kann mir aber ja auch jemand erklären, was mit einer monokulturellen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sinnvollerweise gemeint sein könnte.“

Kann ich sicher nicht, aber ich kann eine Gegenfrage stellen.
In ganz Europa und Amerika und Asien, in Australien sowieso, aber auch in Afrika und der Antarktis, gleichen sich die äußeren Erscheinungsbilder der Bewohner an.
Das ist bereits eine Form von Monokultur. Die muß niemand fordern.
Wer sich dagegen auflehnt, kann sich anders kleiden. So einer ist dann Exzentriker, Avantgardist, oder einfach nur Folklorist. Es gibt keine nationalen Leitkulturen! Der Begriff ist eine Blödheit. Auch so was kann man nicht ernsthaft fordern.
Mich stören folkloristische Kleidungsstücke wie zum Beispiel das Kopftuch nicht.
Aber hier geht es ja um die Frage nach Zuwanderung.
Diese wird veknüpft mit der Behauptung, daß gewisse Denkweisen mit unseren Denkweisen in Konflikt liegen, und daß das für unsere Gemeinschaft zu einem größeren Problem geworden sei. Wenn da also ein Konflikt vorliegt, und dieser Konflikt dadurch gelöst wird, daß die Mehrheit endscheidet, was getan wird, ist das dann ein Schritt hin zu einer monokulturellen Gesellschaft?

Malte
13 Jahre zuvor

Gerade entdeckt, auch eine Form von „Integrations-Kritik“

https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:OxnEZGf6stwJ:www.cduhamburg.de/+%22Hacked+By+GHoST61+%26+Emre+Y.%22&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&lr=lang_en|lang_de&client=firefox-a

„Hacked By GHoST61 & Emre Y.

Hi Hamburg: We are from Turkey

CDU ??? Ahlhaus ???
Wo bleibt das Geld für die Integration ? Wo ist das Geld für die Moscheen ?
Wo bleibt die Toleranz? Wo bleibt die Religionsfreiheit?
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Frau Merkel, wir erwarten Sie in Hamburg

https://www.rp-online.de/digitale/internet/Hacker-legen-CDU-Websites-lahm_aid_920128.html

😉

Democrazy
Democrazy
13 Jahre zuvor

Ach ja, zu dem wohlgefälligen Überlegenheitsgefasel der sogenannten „christlichen Werte“: Unser Grundgesetz beinhaltet etwas anderes, nämlich demokratische Werte. Die wurden gegen den erbitterten Widerstand von Thron und Altar im „christlichen Abendland“ durchgesetzt. Die Christen konnten erst in der jüngsten Geschichte demokratisiert werden, nachdem sie ihre „Werte“ auch bei den „Führern“ des 20. Jahrhunderts noch besser aufgehoben sahen als bei den Demokraten. Dass sie nun vollmundig für sich reklamieren, was gegen sie erstritten wurde, ist übelste Heuchelei.

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