Selbstbestimmungsgesetz: Endlich kommt er, der Aufschrei der Wissenschaft

Bundesfamilienminsterin Lisa Paus (Grüne) Foto (Ausschnitt): Rafael P. D. Suppmann Lizenz: CC BY-SA 4.0

Dieses Manifest ist überfällig. Dass es notwendig ist, zeigt wie schlimm infiltriert unsere Gesellschaft von Ideologen bereits ist und wie erfolgreich diese sind. Mein erster Artikel hier bei Ruhrbarone war ein Anfang und es geht weiter. Wir Naturwissenschaftler lassen uns nicht mehr gefallen, dass Falschinformationen die Runde machen. Es gibt zwei biologische Geschlechter. Punkt. Man ist nicht “längst weiter in der Biologie“ und der Penis IST ein männliches Geschlechtsteil. Mit dem Selbstbestimmungsgesetz wird die Queer-Theorie, die von der überwiegenden Mehrheit der naturwissenschaftlichen Community abgelehnt wird und auch in der geisteswissenschaftlichen Community keineswegs unumstritten ist, die Theorie von der Abschaffung der Geschlechter, gesetzlich verpflichtend gemacht. Wir als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwahren uns dagegen, dass basierend auf vermeintlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen falsche Tatsachenbehauptungen als Fakten verbreitet und als Argumentation für dieses Gesetz herangezogen werden. Unsere wissenschaftlichen Standards sind das erprobte und erfolgreiche Mittel auf der Suche nach der Wahrheit. Auf diese Standards ist Verlass. Nur auf ihrer Basis konnte der technische und medizinische Fortschritt unserer Zivilisation gelingen. Jeder der sich der Aufklärung und der Rationalität verpflichtet fühlt, sollte dieses Manifest unterstützen.

Und zurecht fragt man sich, warum kommt dieser Aufschrei erst jetzt. Möglicherweise liegt es daran, dass die meisten Wissenschaftler etwas Besseres zu tun haben, als die biologischen Erkenntnisse, die man schon vor Ewigkeiten gemacht hat und die die Grundlage jeder biologischen und medizinischen Forschung sind, die in jedem Biologiebuch der 8. Klasse stehen, neu zu beweisen und darüber zu publizieren. Wozu? Auch ist so ein Shitstorm, wie ihn Frau Vollbrecht erlebte sicher nichts, dass man sich wünschen kann. Ebenso unangenehm ist es, sich wegen des Aussprechens wissenschaftlicher Fakten in die rechte Ecke gedrängt zu sehen. Die meisten Wissenschaftler sind auch bestimmt nicht auf Diskussionen mit ideologisch geprägten Fanatikern aus, die vor Gewalt und gesellschaftlicher Zerstörung nicht zurückschrecken. Besonders tragisch ist, dass diese Ideologie der Nährboden für undemokratische und faschistische Bewegungen in unserer Gesellschaft ist. Die Spaltung der Gesellschaft und der Aufstieg rechtsradikaler Kräfte werden durch sie begünstigt.

Ich hoffe diese liberale, progressive, weltoffene, linke und feministische Stimme, die für Pluralität und Toleranz einsteht, wird gehört, denn sie ist die Stimme der Vernunft.

https://prorealitaet.wordpress.com/

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