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So hat sich die Mobilität im Lockdown verändert

Im Lockdown beliebt wie lange nicht mehr: Aus dem Fenster schauen Foto: Asif Masimov Lizenz: CC BY-SA 3.0

Regelmässig veröffentlicht Google Zahlen zur Mobilität. Sie sind anonymisiert und als Quelle dienen die Standortdaten der Nutzer von Google-Konten der Nutzer, der “Standortverlauf” aktiviert haben.  Die Daten zeigen, dass der Lockdown zurzeit dafür sorgt, dass die Menschen weniger unterwegs sind – und somit wohl auch weniger Kontakte haben. Ob das alles ausreicht, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken, werden wir Anfang Januar sehen, wenn wieder in normalen Umfang getestet wird und realistische Zahlen aus den Gesundheitsämtern gemeldet werden.

Im Vergleich zum Referenzzeitraum vor Corona, für den Google die Daten  vom 3. Januar bis zum 6. Februar 2020 verwendet,  ist der Besuch von Gasstätten, Kultureinrichtungen und Einzelhandel zum Beispiel um 87 Prozent zurückgegangen. Bei Bahnhöfen und Haltestellen waren es 74 Prozent und bei Parks acht. Um 25 Prozent mehr halten sich die Menschen nun häufiger in ihren Wohnungen auf. Die Rückgänge gegenüber dem Referenzzeitraum fallen allerdings nicht nur wegen des Lockdowns so extrem aus, sondern auch, weil die Mobilität während der Weihnachtsfeiertage gemessen wurde. Nur so erklärt sich, dass der Besuch von Geschäften des täglichen Bedarfs, also zum Beispiel Supermärkten und Bäckereien, um 94 Prozent zurückging. Die waren schlicht fast alle geschlossen.

Google präsentiert Mobilitätsdaten aus der ganzen Welt. Für Deutschland werden zum Beispiel auch die einzelnen Bundesländer präsentiert.

Google Mobilitätsbericht global

Google Mobiltätsbericht Deutschland

 

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4 Kommentare zu “So hat sich die Mobilität im Lockdown verändert

  • #1
    ke

    Statistiken lesen zu lernen ist eine Kompetenz, die immer wichtiger wird.
    Die hier gewählten Daten sind natürlich komplett daneben.
    Mich wundert nur, dass die Aufenthalte an den Arbeitsstätten im Verlauf des Dezembers kaum zurückgegangen sind. OK, im Vorjahr waren viele auch noch in den Ferien, im Resturlaub.

  • #2
    Björn Wilmsmann

    > Mich wundert nur, dass die Aufenthalte an den Arbeitsstätten im Verlauf des Dezembers kaum zurückgegangen sind.

    Wundert mich leider überhaupt nicht. Die Unternehmen, welche hierzulande schnell in der Lage und willens waren, auf Remote Work / Home Office umzustellen, haben dies bereits im Frühjahr getan und sind dann auch dabei geblieben, weil sie gemerkt haben, dass es sehr gut funktioniert.

    Hiesige Unternehmen, die dazu bisher nicht fähig waren, haben auch in der Zwischenzeit oft nur wenig bis nichts getan, um Remote Work zu ermöglichen.

  • #3
    ke

    @2 B Wilmsmann
    Dafür, dass wir immer mehr im Bereich Büro/Administration erwirtschaften, ist der Wert im Vergleich zum Januar extrem schwach.

    Ich wüsste gerne, wie die Werte in den Verwaltungen der Behörden ohne Publikumskontakt sind. Kurz: Wie stark unterstützen die staatlichen Stellen den Kampf gegen Corona?
    Die Berichte über viele Face 2 Face Meetings und das Betonen von Schaltkonferenzen als Besonderheit lassen eher schlechte Werte vermuten. An einem Benchmark der versch. Länder, Kommunen hat vermutlich auch keiner Interesse.

    Dafür kommt es auch im politischen Umfeld immer wieder zu Corona Infektionen und die Zeitungen sind auch noch voll mit Gruppenbildern.

  • #4
    Hollis Brown

    @2 Björn Wilmsmann und @3 ke
    Ich bin selber als Angestellter im "Bereich Büro/Administration" tätig. Mein Arbeitgeber hat nach Beginn der Pandemie sehr schnell auf "Remote Work/Home Office" umgestellt. Geschätzt 70 bis 80 % meiner Kollegen nutzen das auch. Einige davon habe ich seit April 2020 nicht mehr gesehen. Dagegen freuen sich andere Kollegen über jeden einzelnen Tag, an dem sie nicht zu Hause sitzen müssen, sondern ins Büro kommen können. Wenn bisher in unserem Betrieb Corona-Fälle aufgetreten sind, dann betraf das ausschließlich Mitarbeiter, die sich im Home Office aufgehalten haben. Die vom Arbeitgeber befürchtete "Zwangsquarantäne" ganzer Abteilungen wegen eines einzelnen Corona-Falls hat jedenfalls nicht stattgefunden. Aktuell arbeite ich in einem Großraumbüro für eigentlich rund 40 Personen; anwesend sind im Durchschnitt 8 bis 10 Personen. Von Seiten des Arbeitgebers ist "Home Office" zwar gewünscht; zum Glück wird in dieser Hinsicht aber kein Druck auf die Arbeitnehmer ausgeübt. Warum "zum Glück"? Für mich persönlich ist die Trennung von Arbeit und Privatleben von ganz zentraler Bedeutung für mein seelisches Wohlbefinden; und diese Trennung ist unter "Home Office-Bedingungen" einfach nicht mehr gegeben. Wer einen Rund-um-die-Uhr-Job haben möchte, kann sich von mir aus gerne "selbständig" machen; ich jedenfalls kann sehr gut darauf verzichten und werde mich bestimmt nicht beklagen, wenn solche Leute mehr Geld verdienen als ich. Ob man einen solchen Job haben möchte, soll jeder für sich selbst entscheiden. Blöd wäre es nur, wenn man irgendwann nicht mehr die Wahl hat. Es gibt m.E. immer noch sehr viele Leute, für die Beruf nichts mit "Berufung" oder "Selbstverwirklichung" zu tun hat (Herzlichen Glückwunsch an alle, bei denen das so ist!), sondern mit der schlichten Notwendigkeit des Geldverdienens. Dieser Punkt kommt mir in den ganzen Diskussionen über die glorreiche Errungenschaft des flächendeckenden Home Offices immer zu kurz.

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