STEAG: Zwei Steinkohlekraftwerke sollen aus der Netzreserve geholt werden

Steag-Kraftwerk Walsum Foto: Steag

Der Essener STEAG-Konzern legt wirtschaftlich deutlich zu. In der jetzt veröffentlichten Halbjahresbilanz liegen alle relevanten Kennzahlen deutlich über den Werten des gesamten Vorjahres. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte das Essener Energieunternehmen einen Konzernumsatz von 2,41 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich auf 386,1 Millionen Euro und übertraf damit das Resultat des gesamten Vorjahres bereits um fast das Doppelte. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen EBITDA nahm deutlich auf 450 Millionen Euro zu.

Eine starke Entwicklung zeigt das Kraftwerksgeschäft, das sich im Vergleich zum grünen Wachstumsgeschäft in den ersten sechs Monaten 2022 überproportional verbessert hat. Die inländischen Kraftwerke verdienen seit September 2021 Geld.

In der aktuellen Energiekrise werde die STEAG gebraucht, heißt es aus dem Konzern. Deshalb sollen unter Vorgaben des EKBG zwei Steinkohlekraftwerke aus der Netzreserve geholt und zwei weitere Anlagen, die eigentlich schon kurz vor der Stilllegung standen, länger am Netz gelassen werden. Insgesamt seien so 2.300 Megawatt Kraftwerksleistung spätestens ab November 2022 am Markt verfügbar. STEAG allein könne rund ein Viertel der bisher in Gaskraftwerken erzeugten Energie mit ihren an den Markt zurückkehrenden Anlagen erzeugen.

Die seit 2020 gesetzlich verankerte Beendigung der Kohleverstromung in Deutschland hatte STEAG enorm belastet. In der Bilanz 2020 musste das Unternehmen erhebliche Wertminderungen für seine inländischen Kraftwerke und zusätzlich hohe Sozialplankosten für den Abbau von rund 1.000 Stellen im Konzern verkraften.

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