Olympia-Attentat 1972: „Ich will nicht wie eine Bettlerin behandelt werden“

München 1972. Quelle: Wikipedia, Foto: JoJan, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ankie Spitzer, die Witwe des beim Olympia-Attentat 1972 in München ermordeten israelischen Fechttrainers André Spitzer, erhebt schwere Vorwürfe gegen Deutschland. „Es ist eine Schande, dass ich nach 50 Jahren immer noch über Geld reden muss“, sagte sie dem stern. „Ich will nicht wie eine Bettlerin behandelt werden.“

Spitzer fordert im Namen der Opfer-Angehörigen finanzielle Entschädigungen von Deutschland, über die bisher geleisteten Zahlungen hinaus. Bei ihrem Wunsch nach Akteneinsicht sei sie von den deutschen Behörden „wie eine Kakerlake“ behandelt worden, erzählt sie jetzt.

Die Bundesrepublik müsse sich zu ihrer Mitverantwortung bekennen: „Deutschland wollte 1972 die Nazi-Olympiade von Berlin vergessen machen. Es wollte unbedingt, dass jüdische Sportler dabei sind, doch es hat sie nicht beschützt. Ein Gastgeber ist für seine Gäste verantwortlich. Aber nie hat auch nur einer zu uns gesagt: Es tut mir leid. Wie einfach wäre das gewesen, wie viele Wunden hätte das geheilt. Dieser eine Satz: Es tut mir leid.“ Bei dem Anschlag palästinensischer Terroristen kamen elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft und ein deutscher Polizist ums Leben.

Dir gefällt vielleicht auch:

3 Kommentare

  1. #1 | Aimee sagt am 25. August 2022 um 12:31 Uhr

    3,2 Millionen Mark haben die 11 Familien der Opfer als humanitäre Leistungen durch die Bundesrepublik erhalten, 1 Millionen Mark kamen als Spenden des Deutschen Roten Kreuzes und Leistungen des Nationalen Olympischen Komitees noch dazu. 2002 erhielten die Hinterbliebenen weitere 3 Millionen €; also insgesamt 5 Mill. €, d.h. etwa 455.000 € pro Opfer.

    Ganz zynisch könnte man schreiben, dass ist der „Verdienst“ (ohne die zusätzlichen und fast identischen Zahlung zur Pension) von WDR-Intendant Tom Buhrow für EIN Jahr!
    Oder 200.000 € weniger als die Kosten für die Renovierung des Büros der gekündigten RBB Intendantin Schlesinger.

    Vielleicht sollten die Opfer einfach mal so dreist auftreten wie Abbas am 16.08.! immer

  2. #2 | Simon sagt am 26. August 2022 um 21:39 Uhr

    @#1: 3,2+1+3 mio. sind meiner Meinung nach 7,2 mio. sind also durch 11 654 tsd. pro Opfer. oder verstehe ich da was falsch?

  3. #3 | Aimee sagt am 28. August 2022 um 17:41 Uhr

    @#2 Simon 

    Ich hatte geschrieben „..
    3,2 Millionen Mark haben die 11 Familien der Opfer als humanitäre Leistungen durch die Bundesrepublik erhalten, 1 Millionen Mark kamen als Spenden des Deutschen Roten Kreuzes und Leistungen des Nationalen Olympischen Komitees noch dazu….“

    Mark oder auch Deutsche Mark= DM 3,2 Mill. Mark und 1 Mill. Mark= 4,2 Mill. Mark in € sind (grob 2:1) 2,1 Mill. € und dann eben noch die 3 Mill. € im Jahre 2002, das sind etwa 5 Mill. €.

    Sie hatte wohl DM mit € verwechselt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung