Studis unter Druck

Unter ihren Kommilitonen finden die Besetzer der beiden Audimaxe wenig Unterstützung – zumindest im Internet.

Es ist seit Jahrzehnten die Krux studentischer Proteste: Kaum jemand macht mit. So auch diesmal bei den Protesten gegen die Bachelor- und Masterstudiengängen. Die Besetzern der Hörsäle spüren in Online-Foren Desinteresse und Gegenwind. So auch im eigens eingerichteten Protest-Blog: Gerade einmal drei Kommentare zieren den Artikel über die Ziele der Besetzung – und von denen wurde einer entfernt und zwei sprechen sich gegen die Aktion und das Vorghehen der Besetzer aus. Vander: ""wo erstmal die Wiwis in ihrem Streben nach Geld gestört worden sind" Also mal ganz ehrlich, ich finde das ist ne absolute frechheit sowas zu behaupten. Verstehe nicht warum BWLer oder sonstige so pauschalisiert werden müssen. Gehts hier nicht um Zusammenhalt der Studierenden oder hab ich da was missverstanden. Nur weil sich manche beschweren, dass Vorlesungen ausfallen und dadurch weniger gelernt werden kann, gibt das dem Autor hier kein Recht zu sagen, dass Wiwis nur nach Geld aus sind."   

Auch im Webforum der Uni Duisburg Essen wird nicht gerade heiß diskutiert – gerade einmal knapp 20 Postings finden sich zu dem Thema Besetzungen. Und auch dort sind die Reaktionen eher verhalten: Ari sieht die Besetzung kritisch: "Dass grade das Audimax besetzt wurde, finde ich auch nicht so toll, da die meisten Besetzer bestimmt nichtmal Vorlesungen dort haben (das mutmaße ich mal). Es schadet momentan nur den BWLern und Fachverwandten. Vielleicht hätte man einen Ort wie die Mensa auswählen sollen (Hungerstreik), auch wenn das wiederum dem Personal geschadet hätte… schwieriges Thema, da sollte man im Vorfeld mehr drüber nachdenken.", und DkH hat sogar einen Tipp für seine Kommilitonen: "Anstatt zu protestieren sollten die (zumeist politisch linken) Protestanten lieber studieren, dann klappts auch mit der Regelstudienzeit".

Irgendwie scheinen die Proteste die Masse der Studierenden nicht erreicht zu haben – wie fast immer in den vergangenen Jahrzehnten. Eine Ausnahme waren die Proteste gegen Studiengebühren – aber da ging es auch ums Geld.

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4 Kommentare

  1. #1 | Dennis sagt am 11. November 2009 um 21:07 Uhr

    Wa? Proteste gegen BA/MA? Kommen die Proteste nicht 10 Jahre zu spät?

  2. #2 | Student sagt am 11. November 2009 um 21:25 Uhr

    Livestreams gibts übrigens auch
    https://www.ustream.tv/channel/audimax-essen
    https://www.ustream.tv/channel/audimax-duisburg

    die geringe Beteiligung im Forum der Uni muss man ein wenig relativieren: viele Fachschaften haben ihre eigenen Foren, in denen mehr los ist.
    man merkt jedoch deutlich, dass die Inhalte bei den Diskussionen untergehen. Gesprächsstoff #1 ist die Form des Protestes und die undemokratische Schein-Vollversammlung, auf die sich die Besetzer berufen.

    obwohl sich die meisten mit den Forderungen mehr oder weniger anfreunden können, findet die Besetzung breite Ablehnung. Es ist schon schwer Studenten gegen sich aufzubringen, wenn man „bessere Studienbedingungen“ fordert. Aber die Besetzer haben es geschafft. Bravo.

  3. #3 | Jens sagt am 12. November 2009 um 07:10 Uhr

    Vor 10-12 Jahren haben wir schon mal an der Uni-Essen gestreikt und ich hab dadurch 1 wertvolles Semester verloren….SCHEISS DRAUF !!! (sorry)

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