L’Arc de Triomphe, WRAPPED und der erweiterte Kunstbegriff

Eine Verpackung bezeichnet im Allgemeinen die Hülle eines Objektes, insbesondere zu dessen Schutz oder zur besseren Handhabung. Zugleich bezeichnet der Begriff auch den Vorgang des Verpackens bzw. den des Verpacktwerdens. Im Kontext von Handel und Produktion wird der Begriff auf die Verpackung von Produkten bezogen. Hier ist eine Verpackung (in der Kaufmannssprache auch Emballage genannt) die gezielt angebrachte, wieder möglichst ohne größeren Aufwand lösbare Umhüllung eines Produktes. Tuben, Eimer, Flaschen und Dosen sind die gängigsten Verpackungsbehälter.

Transportfähigkeit und Sicherheit geben der klassischen Verpackung also zunächst einmal einen Sinn und Zweck. Relativ abstrakter erscheint dagegen die Geschenkverpackung, die keinen anderen Zweck verfolgt, als das verpackte Geschenk zu umhüllen und zu verstecken, um dem Vorgang des Schenkens und Beschenktwerdens einmal ein Spannungsmoment zu verleihen; der Beschenkte weiß nicht, was sich in der Geschenkverpackung befindet und ist gespannt darauf, es zu erfahren.

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Rot, Gold, Gelb – Das Licht, die Farben und die Oberfläche des Iseosees zur Sommersonnenwende 2016

The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy) Collage 2014, 43.2 x 55.9 cm (17 x 22") Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, map, fabric sample and tape on brown board © Christo / Photo: André Grossman
The Floating Piers (Project for Lake Iseo, Italy)
Collage 2014, 43.2 x 55.9 cm (17 x 22″)
Pencil, wax crayon, enamel paint, photograph by Wolfgang Volz, map, fabric sample and tape on brown board
© Christo / Photo: André Grossman

Christo und Jeanne-Claudes neues Projekt The Floating Piers

Seitdem Jesus seinerzeit am See Genesareth auf dem Wasser zum Boot seiner Jünger gelaufen ist, träumen die Menschen davon, auf dem Wasser gehen zu können. Das Geh-fühl , was dem am nächsten kommt, ist das auf einem Schwimmsteg, der als hybride Konstruktion einerseits im Unterschied zum mobilen Schwimmkörper wie dem Boot dauerhaft verankert ist, sich andererseits aber durch seine schwimmende Konstruktion auf dem Wasser, welche mit einem oder mehreren Auftriebskörpern versehen ist, der Wellenbewegung anpasst. Handelt es sich bei den Schwimmkörpern um ein Schwimmdocksystem aus 220.000 hochverdichteten Polyethylenwürfeln, über die 70.000 Quadratmeter glitzernder dahliengelber Stoff gelegt sind, um vorübergehend einen drei Kilometer langen Steg über die Oberfläche des Iseosees zu bilden, der das Festland mit den Inseln Monte Isola und San Paolo verbindet, befinden wir uns in neuesten Kunstprojekt von Christo und Jeanne-Claude: Willkommen bei The Floating Piers!

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