Rettungsdienst: Pleitegeier kreisen über dem Gesetz

Magnus Memmeler Foto : Privat

Im letzten Interview  beschäftigte sich Magnus Memmeler mit der Frage, warum es ohne Laufbahnprüfung keine Karrierechancen im Bereich des Rettungsdienstes gibt. Heute nimmt er die Pleite des Dortmunder Anbieters ASB im Lichte des aktuellen Gesetzgebungsverfahrens in den Blick.

Die Novellierung des Rettungsdienstgesetzes NRW kommt in die entscheidende Phase. In Dortmund gibt eine  Hilfsorganisation seine Zahlungsunfähigkeit bekannt. Zahlreiche Positionspapiere zur Novellierung des RettG NRW und zur Novellierung des BHKG NRW lassen uns erneut nachfragen, ob der Rettungsdienst noch sicher ist.

Ruhrbarone: Am Freitag hieß es: „Dortmund: ASB Regionalverband meldet Insolvenz an“. Zeitgleich stellen sich die Hilfsorganisationen als Rückgrat des Rettungsdienstes und des Bevölkerungsschutzes dar. Wie passt das zusammen?

Memmeler: Zunächst muss ich sagen, dass mich diese Meldung zum ASB auch bewegt, da ich einige handelnde Personen persönlich kenne und ich mir natürlich auch vorstellen kann, wie diese Meldung auf die Mitarbeitenden des ASB wirkt. Durch meine langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst der Stadt Dortmund kann ich mir vorstellen, dass diese Meldung zahlreiche Entscheider im Stadtgebiet Dortmund bewegen wird. Schließlich stellt der ASB aktuell Personal für 4 Rettungswagen, 3 Krankenwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug im Stadtgebiet Dortmund und stellt zusätzlich Ressourcen für den Bevölkerungsschutz bereit.

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Rettungsdienst: Immer wieder der Rettungsdienst

Magnus Memmeler Foto : Privat

Im Interview Ende Februar nahm Magnus Memmeler zu den laufenden Gesetzgebungsverfahren für den Rettungsdienst Stellung und sorgte sich um die dringenden Reformen in der Notfallversorgung. Heute geht er darauf ein, warum es ohne Laufbahnprüfung keine Karrierechancen im Bereich des Rettungsdienstes gibt, weil das Studium des Rettungsingenieurwesens immer noch weniger als eine Feuerwehrlaufbahn zählt.

Ruhrbarone: Am Freitag hat ein Post in Ihrem Facebook Profil für Anerkennung von Bevölkerungsschützern und Rettungsdienstlern, aber auch heftigen Reaktionen von Größen der bekannten Feuerwehren in NRW gesorgt. Was hat hier für Applaus aber auch Aufregung gesorgt?

Memmeler: Ich habe mit einem Vergleich, den ich im Netz gefunden habe, darauf hingewiesen, dass der Anteil von Rettungsdiensteinsätzen wesentlich prägender für den Alltag der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr ist, als dies durch Feuerwehreinsätze im klassischen Sinn der Fall ist. Daraufhin erfolgten entsprechende Reaktionen auf diesen Post:

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Was läuft aktuell schief bei der Feuerwehr?

Rettungswagen. Foto: julFirefighter Lizenz: Gemeinfrei

Das Verhalten viel zu vieler Bürger hat sich gegenüber den Rettungsdiensten in diesem Land jüngst negativ verändert. Immer wieder liest man von nicht nachvollziehbaren Aktionen, die man kaum glauben mag. Währen der Einsätze von ihnen geklaute Gegenstände, offene Drohungen gegenüber den Rettungskräften und sogar tätliche Angriffe auf sie finden statt.

In den vergangenen Tagen sorgten nun Berichte aus Mettmann für viel öffentliche Empörung. Weil die Feuerwehr mit Martinshorn zu einem Brand geeilt war, fühlt sich (mindestens) ein Anwohner dort offenkundig dermaßen belästigt, dass er unverhohlen der Feuerwehr drohte. Bei Wiederholung will er gar klagen, berichtet aktuell u.a. die WAZ. Klingt richtig übel.

Die Kollegen schreiben von einer anonymen E-Mail, in der der namentlich nicht genannte Absender der örtlichen Feuerwehr mit einer Anzeige drohte: „Sollte jetzt noch ein einziges Mal die Einsatzfahrzeuge in der lautesten Sirenenfrequenz durch die Innenstadt fahren, obwohl weder an der Kreuzung im Zentrum noch in der Bahnstraße noch in der verkehrsberuhigten Breite Straße weder Auto noch Fußgänger unterwegs waren (in Bild und Ton festgehalten), erstatten wir in Wohngemeinschaft von den betreffenden Bewohnern Anzeige wegen Körperverletzung.“

Nun ist das natürlich weder in Form noch in Sachen Inhalt so zu billigen, doch ganz so abwegig sind die Gedanken des namenlosen ‚Wutbürgers‘ im Kern gar nicht. Bei der Feuerwehr und in Bezug auf ihr Verhalten hat sich im Laufe der vergangenen Jahre, auch aus meiner Sicht, tatsächlich viel verändert. Längst nicht immer zum Positiven.

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Kreis Recklinghausen: Die Feuerwehr, Dein Freund und (Wahlkampf-)Helfer

Schirmfoto_Wegner über Süberkrüb (580x536)

Der Waltroper Oliver Wegner ist von Beruf Lehrer. Der 38-jährige engagiert sich zudem seit längerem schon sehr für sein großes Hobby, die Freiwillige Feuerwehr. Seit dem Jahre 2008 ist er bereits Stadtbrandmeister von Waltrop. Zudem ist Wegner derzeit stellvertretender Kreisbrandmeister im Kreis Recklinghausen.

Darüber hinaus pflegt der Pädagoge offenbar, wie er nun in einem Video bei Youtube öffentlich bekundete, große Sympathien für den amtierenden SPD-Landrat des Kreises Recklinghausen, Cay Süberkrüb. Dies Alles wäre hier sicherlich auch gar nicht weiter erwähnenswert, wenn Wegner in diesem Zusammenhang aktuell nicht durch eine mehr oder weniger große Taktlosigkeit aufgefallen wäre, welche ihm nun vermutlich noch einiges an Ungemach bescheren dürfte

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Gewalt gegen Essener Feuerwehrmann ist nur die Spitze des Eisbergs

Helfer im Einsatz. Quelle: Wikipedia; Foto: Sylvain Pedneault; Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Helfer im Einsatz. Quelle: Wikipedia; Foto: Sylvain Pedneault; Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Die Aufregung ist aktuell groß in Essen. Da war ein Feuerwehrmann bei Ausübung seiner Tätigkeit schwer verletzt worden, weil ihm ein Feuerwerkskörper im Gesicht explodierte. Und offenbar hatte der Werfer den 40-Jährigen dabei absichtlich unter Beschuss genommen.

Essens Ordnungsdezernent Christian Kromberg sprach nach der Böller-Attacke auf einen Essener Feuerwehrmann in der Silvesternacht jedenfalls gegenüber der WAZ von einer „absichtlichen Form der Körperverletzung“.

Aufregung und Kritik sind hier in diesem Falle natürlich grundsätzlich völlig unstrittig und auch verständlich. Es ist natürlich tatsächlich ein Wahnsinn, wenn andere Bürger, zumal auch noch ausgerechnet freiwillige Helfer, von scheinbar `unreifen Krawallbrüdern‘ mit Feuerwerkskörpern mutwillig und direkt attackiert werden.

Doch wer sich bei all der aktuellen Aufregung einmal ein paar Minuten Zeit nimmt die Gesellschaft auf ähnliche Vorgänge hin zu hinterfragen, der merkt rasch, dass solche Taten inzwischen gar nicht mehr so ungewöhnlich sind, wie man zunächst meinen könnte.

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‚Woche des bürgerschaftlichen Engagements‘ – Gute Aktion und fatales Zeichen zugleich!

Schützenstraße 2Vom 10. – 21. September 2013 findest in diesem Jahr die nationale „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“, unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck statt.

Das Motto lautet: „Engagement macht stark!“

Akteurinnen und Akteure, Vereine, Initiativen, Organisationen, staatliche Institutionen und Unternehmen sind herzlich eingeladen, auf ihre Freiwilligenprogramme, Projekte und Initiativen in Form von Text und Bild aufmerksam zu machen. Die Möglichkeiten der Teilnahme sind vielfältig.

Hierzulande engagieren sich jährlich über 23 Millionen Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich und bewegen für das Gemeinwohl etwas zum Besseren. Um diesen Menschen, Initiativen und Aktionen öffentliches Gehör zu verschaffen und Mitmenschen zum Nachahmen zu animieren sucht man die Öffentlichkeit.

Klingt erst einmal total positiv und äußerst löblich. Ist es ja auch. Keine Frage!

Freiwillige, ehrenamtliche Helfer machen dieses Land insgesamt ein Stück weit lebenswerter, das Gesicht der Gesellschaft freundlicher, sicherer und irgendwie schlicht menschlicher.

Das Problem welches sich allerdings wohl tatsächlich hinter dieser Aktionswoche verbirgt: Es gibt aktuell deutlich zu wenige dieser freiwilligen Helfer! Der Nachwuchs an Ehrenamtlichen fehlt inzwischen in vielen Bereichen des Landes!

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Überfordert unsere Gesellschaft inzwischen die Gutmütigkeit der freiwilligen Helfer?

Schützenstraße 2Ehrenamtliche Arbeit ist ein hohes Gut. Solange ich denken kann haben immer zahlreiche freiwillige Helfer einen Großteil der gesellschaftlichen Aufgaben zu stemmen geholfen.

In letzter Zeit habe ich allerdings häufiger den Eindruck, die Gesellschaft hat den Punkt überschritten an dem noch genügend Freiwillige für diese diversen Aufgaben zur Verfügung stehen.

Doch woran liegt das? Sinkt die Bereitschaft der Leute sich ehrenamtlich zu engagieren, oder überfordert unsere Gesellschaft die Bereitschaft der Leute durch rückläufige städtische Leistungen und vermehrten Bedarf an unentgeltlichen Arbeitskräften?

Für beide Punkte sehe ich in letzter Zeit bereits zahlreiche Hinweise.

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Hobbythek: Mundschutz

Die Essener Feuerwehr ist schwer auf Zack. Ihre Website verspricht nicht weniger als die "Rettung". Und wer den Mund so voll nimmt, muss auch etwas bieten. Erst recht in Zeiten der Schweinegrippe. Gesagt, getan, die Kollegen der Pandemieplanung der Stadt Essen haben schnell eine Do-It-Yourself Nähanleitung zur Vorbeugung vor der Schweinegrippe ins Netz gestellt. Und wir sagen – mit diesen Screenshots – einfach mal Danke, liebe Feuerwehr Essen! Du bist wirklich unsere Rettung!

 

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