Seine Stimme gegen den Krieg hatte großes Gewicht: Thomas Mann. Foto: Nobel Foundation – https://www.nobelprize.org/images/mann-12963-portrait-mini-2x.jpg
Warum man solche Pamphlete, ob aktuell gegen Israel, für die Kapitulation der Ukraine, den Weltfrieden oder was auch immer, getrost ignorieren sollte.
Ich habe Achtung für Menschen, die sich irgendwo anketten, eine Straße blockieren oder in den Hungerstreik treten, selbst wenn ich ihre Anliegen nicht teile. Sie riskieren immerhin etwas: ein Bußgeld, Haft, ihr Leben. Für Leute, die ihre Unterschrift unter einen offenen Brief setzen, der in der Regel weder offen noch ein Brief ist, sondern eine von Tamtam begleitete Forderungsliste mehr oder minder Unbedeutender, auch wenn sie sich „Promis“, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller oder Experten nennen, hege ich nicht einmal Verachtung. Es geht mir schlicht wie wahrscheinlich den meisten am Hintern vorbei. Warum aber steigen Medien dennoch oft groß darauf ein wie jetzt bei den 150 Showspielenden im Fall Gaza?
Macht Kunst Politik! beim Impulse Theater Festival (c) Robin Junicke
Macht, Kunst und Politik prallen beim Impulse Theater Festival im Rathaus von Düsseldorf aufeinander. In dem temporeichen Veranstaltungsformat, mit dem das Festival der freien Szene eine brisante Diskussion eröffnet, werden Kulturpolitiker aller Parteien auf besondere Weise herausgefordert. Statt langer Reden sollen sie ein knappes Jahr vor den NRW Landtagswahlen in 7-Minuten-Statements ihre kulturpolitischen Ziele formulieren. Ihnen gegenüber sitzen diejenigen, die Kultur schaffen und Kunst auf professionellem Niveau betreiben. Dass Kultur ohne die Förderung der öffentlichen Hand kaum möglich ist, ist an diesem Abend keine besonders neue Erkenntnis. Kulturpolitik wird an diesem Samstag Abend nicht neu verhandelt. Am Ende geht es wie immer vor allem um eines – Geld. Dennoch gelingt der israelischen Künstlergruppe Public Movement ein Veranstaltungsformat zu installieren, das eine innovative Dialogplattform zwischen Politik und Kultur schafft. Das ist weit mehr, als man von den üblichen Podiumsdiskussionen erwarten kann und könnte so manche Landtagsdebatte erfrischen.
Die Kulturschaffenden und Betroffenen der Sparpolitik dürfen in der Rolle des Publikums der Diskussion Kritik und Unmut, in Frageform verpackt auf handlichen Zetteln, beisteuern. Durch das Hochhalten von farbigen Karten können sie direkt intervenieren und den Redefluss der Politiker mit der Frage „Warum?“ und der Aufforderung „Sei konkret, gib ein Beispiel!“, stoppen. Begleitet werden die Unterbrechungen von getragen-melancholischer Musik (warum?) und einem fröhlichen Jingle (werde konkret!). Das führte selbst bei hartnäckigen Langrednern zur Unterbrechung des Vortrages – auch weil der Abend von der Reporterin und Autorin Ina Sonnenberg charmant und mit der notwendigen souveränen Autorität moderiert wird.
Moderatorin Ina Sonnenberg, Foto: (c) Robin Junicke
Die Kulturpolitiker der SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Piraten, der Linken und der FDP sind sich weitestgehend einig: Kunst braucht Förderung, damit sie der Aufgabe, intellektuelle Freiräume und künstlerische Diskurse jenseits von Wirtschaftlichkeit zu schaffen, nachkommen kann. So weit so gut. Dennoch wird der reale Druck auf die Kreativen und Kunstschaffenden angesichts leerer kommunaler Kassen und einem Minimalanteil am Landeshaushalt immer größer. An dieser Frage hakt Martin Maier-Bode (Die Linke) ein, der als Kabarettist nicht nur die Politbühne, sondern auch die harten Bretter kennt, die die Welt bedeuten.
Einheimische Kulturschaffende fühlen sich seit Jahrzehnten im Ruhrgebiet wenig heimisch. Die Kommunen haben bereits Schwierigkeiten, die eigenen, zumeist biederen Einrichtungen zu erhalten, und eine Reihe von Festivals haben mit der Region kaum etwas zu tun, dienen primär als Tourismusattraktion, präsentieren wie das Klavier-Festival oder die Ruhrtriennale internationale Stars, wie andere Metropolen auch. Kreativität, die aus der Region erwächst, davon ist offenbar wenig zu halten.
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