Premiere in Oberhausen: Der Theatermacher von Thomas Bernhard

Martin Müller-Reisinger und Hartmut Stanke in „Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard am Theater Oberhausen (Foto: Birgit Hupfeld)

Der scheidende Intendant Peter Carp zeigt am Theater Oberhausen als seine letzte Inszenierung „Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard. Das kann man durchaus falsch verstehen. Buscon, Staatsschauspieler und nun mit seiner Familie und der von ihm verfassten Komödie „Das Rad der Geschichte“ auf Tournee durch die österreichische Provinz, gestandet im heruntergekommenen Saal der Gaststätte „Der schwarze Hirsch“ in Utzbach. Da braucht es nicht viel Fantasie, das Stück als Allegorie auf Peter Carp und Oberhausen zu lesen, Hasstiraden des größenwahnsinnigen Theatermachers Buscon auf Provinz, Publikum, Schauspieler und das Theater selbst inklusive.

In Kaspar Zwimpfers detailverliebten Bühnenbild samt Mausefalle und vergessener Luftschlange im Hirschgeweih finden sich dann aber keinerlei Hinweise auf das Oberhausener

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Nachgeliefert: GB84 am Theater Oberhausen

"GB84" am Theater Oberhausen (Foto: Birgit Hupfeld)
„GB84“ am Theater Oberhausen (Foto: Birgit Hupfeld)

Schon einmal inszenierte Intendant Peter Carp einen waschechten Thriller in Oberhausen: „Waisen“ von Dennis Kelly war eine seiner besten Arbeiten. Bereits am 4.11. hatte „GB84“ Premiere. Ein Politthriller nach dem monumentalen Roman von David Peace über den Bergarbeiterkampf, der 1984 Großbritannien erschütterte. Rund drei Stunden Zeit nimmt sich Carp, um das Geschehen in mehreren miteinander verzahnten Handlungssträngen auf die Bühne zu bringen. Die Textfassung dazu erarbeitete Stefanie Carp – Schwester des Intendanten und designierte Triennale-Intendantin – aus dem 500-Seiten-Roman. Und erneut gelang Carp hier eine hochspannende Inszenierung. Das mag auch an den historischen Ereignissen liegen,

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Premiere in Oberhausen: Die unendliche Geschichte

"Die unendliche Geschichte" in Oberhausen (Foto: Axel J. Scherer)
„Die unendliche Geschichte“ in Oberhausen (Foto: Axel J. Scherer)

Ein Kinderstück zum Spielzeitauftakt? Noch dazu, wenn es die letzte des Intendanten Peter Carp in Oberhausen ist, bevor er an das Theater Freiburg geht. Das mutet erstmal merkwürdig an. Fast könnte man den Trend, den wir bisher nur aus Supermärkten kennen, dahinter vermuten: Der immer früher einsetzende Start der Spekulatiuszeit. Doch wie wir es von Peter Carp und seinem Theater kennen, ist alles ein bisschen anders. Weder ist „Die unendliche Geschichte“, die am 17.9. Premiere in Oberhausen hatte, ein reines Kinderstück, noch das diesjährige Weihnachtsmärchen des Theaters (Als Weihnachtsstück zeigt Oberhausen ab dem 27. November „Ronja Räubertochter). Michael Endes berühmten Roman

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„Barbaren“ am Theater Oberhausen

Foto: Birgit Hupfeld
Foto: Birgit Hupfeld

Am 8.4. hatte „Barbaren“ von Maxim Gorki am Theater Oberhausen Premiere. Intendant Peter Carp übernahm selbst die Regie bei diesem selten gespielten, frühen Stück. Man kann es durchaus – zumindest im deutschsprachigen Raum – als Ausgrabung betrachten, was wohl auch daran liegt, dass der Text von 1905 so wenig unsere Erwartungen an den strammen Revolutionsdichter Gorki erfüllt. Und Peter Carp macht es sich, uns und den Darstellenden auch erstmal nicht leicht, mit dem Stück warm zu werden. Etwas verloren und ungenutzt steht Kaspar Zwimpfers atmosphärisch schönes Bühnenbild im Hintergrund auf der Drehbühne herum. Carp lässt zunächst eine rasche Folge von kurzen Dialogen mit ständig wechselndem Personal an der Rampe abspulen. 

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Uraufführung: Moi Non Plus in Oberhausen

Lise Wolle, Jürgen Sarkiss, Dominique Horwitz in Moi Non Plus. (Foto: Birgit Hupfeld)
Lise Wolle, Jürgen Sarkiss, Dominique Horwitz in Moi Non Plus. (Foto: Birgit Hupfeld)

Es ist eine Traumkombination: Dominique Horwitz spielt und singt Serge Gainsbourg. Wer auf diese Kombination setzt, muss gar nicht mehr viel dazutun, sollte man meinen. Doch das Theater Oberhausen setzt in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen noch einen drauf und lässt sich ein Stück über den französischen Sänger von Albert Ostermaier schreiben. Immerhin einer der wichtigsten lebenden deutschen Autoren. 

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