
John Stuart Mill, einer der bedeutendsten Denker des 19. Jahrhunderts, hat bereits vor rund 170 Jahren Fragen gestellt, die nichts an Aktualität verloren haben.
„Über die Freiheit“ – der Titel sagt eigentlich schon alles. Wie kann ein freies, selbstbestimmtes Leben gelingen, ohne die Rechte anderer zu verletzen, welche Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders sollen gelten und welche Rolle kommt dem Staat zu? Mit diesen grundlegenden Überlegungen zu einem funktionierenden Zusammenleben legte John Stuart Mill den Finger in so manche Wunden, indem er konsequent die Gedankengänge zu den aufgeworfenen Fragen zu Ende diskutierte. Das 1859 erschienene Buch erscheint beim Lesen erstaunlich aktuell, aber nicht weil Mills Antworten heute noch gelten würden, nein, sondern weil die Fragen, die er stellt, uns heute immer noch bewegen.

Wie findet man zu einem sinnerfüllten, glücklichen Leben? Der Schlüssel dazu ist laut Michael Schmidt-Salomon die Überwindung von Schuld und Scham sowie der Abschied von der Vorstellung des „grandiosen Ich“. Denn um ein gelasseneres Selbst zu entwickeln, muss man von seinem Selbst lassen können. Schmidt-Salomon zeigt auf, wie wir moralische Schuldgefühle überwinden und zu einer neuen Leichtigkeit des Seins finden, wie wir lernen zu ertragen, was wir nicht verändern können, und zu verändern, was wir nicht ertragen müssen. So dass wir die eigenen Fähigkeiten entfalten und einen tragfähigen Lebenssinn finden können.
