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Update: Tauss und die Reaktionen

Gestern habe ich das milde Urteil gegen Jörg Tauss angegriffen. Weil der Kinderschänderbildchensammler nur eine Strafe auf Bewährung bekommen hat. Seither toben sich in den Kommentaren die Tauss-Verteidiger aus. Das Gericht wird angegriffen, weil es Tauss nachgewiesen hat, dass dieser die ekeligen Bilder gesammelt hat. Ich werde angegriffen, weil ich meiner Meinung klare Worte gegeben habe. Gut. So soll es sein. Wer austeilt, muss auch einstecken.

Aber es gibt fünf Punkte, die mich jetzt immer noch extrem ärgern.

1) Während die Piraten endlich politische Verantwortung zeigen und dem Vergewaltigungsbildermann Tauss nahe legen, die Partei zu verlassen, um noch mehr politischen Schaden von den Piraten abzuwenden, kämpfen hier etliche Kommentatoren die letzte Schlacht um den hoffentlich bald Ex-Piraten Tauss. Akzeptiert endlich, dass der schon Ex-SPD-Politiker Tauss Unrecht getan hat. Er hat verloren. Tauss hat Bilder von ekeligen, kriminellen Verbrechen gesammelt. Das ist nicht zu entschuldigen – wie das Gericht befunden und geurteilt hat. Ihr mögt Tauss als Mensch leiden – seine Tat ist trotzdem verwerflich.

2) Natürlich kann ich hier bei den Baronen meine persönliche Meinung sagen. Und ein ekeliges Verbrechen verdient in meinen Augen klare, deutliche Worte und kein schwurbeliges Drumherum, wie dieses abstoßende verniedlichende „KIPO“, dass der Verteidiger von Tauss im Prozess benutzte. Wer meint, das Tauss-Verbrechen müsse mit einem netten einerseits-andererseits Kommentar abgehandelt werden, der irrt. Es geht bei der Tauss-Sammlung um die Bilder von einigen der miesesten Straftaten, die ich mir denken kann. Wer sich sowas runterzieht, ist selbst ein Verbrecher. Und wir reden hier nicht von Polizisten und Staatsanwälten, die sich den Dreck ansehen müssen, um die Täter zu überführen.

Update

Widerruf – Korrektur

Hier stand eine Passage in der wir behaupteten, Tauss habe am Anfang so getan, als ob ihm das bei ihm gefundene Handy nicht gehört habe. Wir haben uns dabei an einer fehlerhaften Darstellung von Spiegel-Online orientiert. Nach Gesprächen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft müssen wir einräumen, dass Tauss nie bestritten hat, das ihm das Handy mit den Kinderpornographischen Darstellungen gehört. Für diesen Fehler entschuldigen wir uns.  Stefan Schröder, Stefan Laurin

3) Ich bin mir sicher, selbst wenn bei uns in den Kommentaren etliche Leute verschwörungstheoretisch das Gericht anzweifeln, vertrauen die meisten Menschen dem Urteil. Das Bild in unseren Kommentaren verzerrt die Wirklichkeit. Blindwütig wird gegen die klaren Worte gehetzt.

4) Mich erbarmt es, wenn sich die Kommentatoren mehr damit beschäftigen, Tauss reinzuwaschen, als an die Kinder zu denken, die von dreckigen Verbrechern vergewaltigt wurden, damit Leute wie Tauss die Bilder kaufen konnten. Leute wie Tauss bilden den Markt, den die Vergewaltiger nutzen, um mit ihren Verbrechen Geld zu machen.

5) Ich habe einen Fehler gemacht, als ich schrieb, das Gericht habe geurteilt, Tauss habe sich den Dreck zu seinem sexuellen Spaß besorgt. Diesen Fehler habe ich transparent korrigiert – auch wenn ich Tauss kein Wort glaube. Aber egal. Aus der Korrektur eines Fehlers, eine wilde Verschwörungsarie zu starten, wie es einige Tauss-Verteidiger in den Kommentaren taten, finde ich behämmert. Auch hier das starkes Wort, weil die Vorwürfe in meinen Augen völlig absurd sind.

Und Ende.

Aufgrund der aktuellen juristischen Auseinandersetzung mit Jörg Tauss haben wir die Kommentarfunktion ausser Kraft gesetzt.

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74 Kommentare zu “Update: Tauss und die Reaktionen

  • #1
    Ungläubiger

    Mannomann, geh‘ erstmal wo Dampf ablassen, dann recherchier‘ ordentlich*, dann mache Vorwürfe … gerne auch wieder in diesem Ton …
    Aber unter uns: Du bist ja sowas von feige, jetzt auf dem dilettantischen, armen Würstchen Tauss rumzuhacken … der ist doch schon dreimal gekreuzigt und gevierteilt worden!

    *Die angeblichen Behauptungen Tauss‘ zum Handy und Mietwagen hat er selbst in seinem Blog richtiggestellt (zu finden in den Kommentaren)

    Lesetip (Audiatur et altera pars): http://www.moenikes.de/ITC/2010/05/16/die-wahrnehmung-schlagt-die-fakten-der-fall-tauss-und-seine-mediale-inszenierung/

  • #2
    zboson

    Jawoll, richtig so, Stahlhelm auf und den Shitstorm der Tauss-Fan-Kommentare einfach aushalten. Wer moralisch argumentiert, kann nie irren, und zu Leuten wie Tauss, nun, das muss man doch mal so offen sagen dürfen wie Sie ;-).

    Herr Schröder, beschreiben Sie doch mal diesen Artikel aus Ihrer Sicht:
    http://www.bruchsal.org/story/tauss-urteil-kommentar

    Ist das journalistisch, Tauss-hörig, bezieht Herr Kaufmann nicht genug moralische Position, fehlt der Eifer? Warum schreibt er seine persönliche Sicht so anders als Sie? Und warum finde ich das besser und ausgewogener als Ihren „Artikel“?

    Ehrlich gesagt: ich finde diese Rechtfertigung von Ihnen unwürdig.

  • #3
    Carol

    …menno. warum geben sie nicht zu, dass sie total einseitig und sich ewig korrigierend berichten, kommentieren oder was auch immer. natürlich können sie weiterhin alle ihre kritiker gleich in die linke piratenecke stellen. das haben vor ihnen andere „großartige selbstverteidiger“ auch schon gemacht.

    ich würde ihnen glauben schenken, wenn sie im gerichtsaal gewesen wären. waren sie aber nicht. was nun, wenn die berufungsverhandlung zu einem gegenteiligen ergebnis kommt? weil die richter dann vielleicht nicht so voreingenommen und objektiver urteilen. werden sie dann weiterhin ihre giftschleuder unter dem deckmäntelchen der ruhrbarone nutzen und im blödzeitungsstil hier ihre ergüsse losslassen?

    schade um die ruhrbarone, irgendwie.

  • #4
    Der Hans

    Sehr geehrter Herr Schroeder,

    eine Dummheit macht man nicht dadurch ungeschehen, dass man die nächste hinterher schiebt.

    Zur Klarstellung: Mir erscheint vieles am Fall Tauss merkwürdig und bemerkenswert. Im Ergebnis kann ich auch nach dem Strafverfahren vieles nicht so recht einordnen in dem Fall. Jede mögliche Geschichte oder vermeintliche Wahrheit hat irgendwo Schwächen, die mir unerklärbar bleiben.

    Ich will gar nicht erwarten, dass andere sich meine Gedanken machen und die Geschichte mit Ihrem Recherchefehler (der aus meiner Sicht dem Eifer geschuldet sein dürfte, mit dem Sie die Geschichte aufarbeiten wollten) sei auch vergessen oder zumindest außen vor für den Moment.

    Aber:
    Wer in einer Art und Weise schreibt, wie Sie es getan haben, schadet dem aktuellen Trend, sich mit Nachrichten auch außerhalb der vorgegebenen (parteigefärbten) Wege zu versorgen.
    Selbstverständlich gehört es zu Blogs und anderen Online-News dazu, dass sie subjektiver und angriffslustiger sind; das macht sie so beliebt und wichtig. Wer die Fahne aber so heftig schwenkt, dass der Mast bricht, sorgt dafür, dass zukünftige Nachrichten aus dem Medium mit anderer Brille gelesen werden.

    Ich bin durchaus optimistisch, dass Sie in der Lage sind, auch kraftvolle und Position beziehende Artikel zu schreiben, ohne ständig in die Gossensprache abzurutschen oder sonst die Adjektivschraube zu überdrehen. Tun Sie dies doch bitte!
    Die beiden Tauss-Veröffentlichungen von Ihnen dürften Ihnen wie auch den Ruhrbaronen mehr geschadet als genutzt haben. Und bei mindestens einem Opfer bin ich mir sicher, dass es schade darum ist.

  • #5
    zboson

    @ #3 „schade um die ruhrbarone, irgendwie.“

    Ach, zu pessimistisch, immerhin gibts doch noch die Konzerthinweise mit Videos hier ;-).

  • Pingback: Linksammlung zum Tauss-Urteil « Nerdination

  • #7
    Simon Möller

    Das Gericht hat (in der Pressemitteilung) klar gesagt, dass es Tauss´ Geschichte von den dienstlichen Ermittlungen keinen Glauben schenkt. Es hat lediglich offen gelassen, ob Tauss diese Abbildungen nun gesammelt hat, weil er sie sexuell erregend fand, oder aus anderen Gründen. Das Gericht hat auch gute Gründe für seine Überzeugungsbildung genannt, und wer die Geschichte aufmerksam verfolgt hat, der kennt noch ein paar weitere.

    Ich persönlich halte es nach dem aktuellen Kenntnisstand auch für unwahrscheinlich, dass Tauss zwar privat (d.h. nicht beruflich) motiviert gehandelt hat, dabei aber kein sexuelles Interesse verfolgte.

    Tauss hat – insofern ist das Gericht eindeutig – gelogen, als er sagte, er habe durch das Sammeln von Kinderpornos seine Pflichten als Abgeordneter erfüllen wollen. Gelogen nicht nur zum Gericht, sondern auch zu seinen Unterstützern innerhalb und außerhalb der Piratenpartei. Ein Restzweifel bleibt, sicher – aber nur ein kleiner.

    Ich fand den letzten Artikel auf Ruhrbarone im Ton auch etwas daneben, insbesondere deshalb, weil Tauss´ Verurteilung noch nicht rechtskräftig ist, d.h. die Unschuldsvermutung noch weiter gilt. Allerdings ist diese Unschuldsvermutung auch nur eine Vermutung – die Öffentlichkeit darf sich ihre Meinung selbst bilden. Und etwas scheußliches beim Namen zu nennen, halte ich insofern für okay.

    (Dass die Anwälte von Tauss ihn verteidigen, ist allerdings moralisch völlig korrekt. Dazu gehört natürlich auch, den Besitz von Kinderpornografie verbal zu marginalisieren („KiPo“).)

  • #8
    nilz

    nachtreten ist ja äusserst intelligent, journalistisch rühmlich und sowieso immer die adäquateste reaktion. da hat sich jemand super mit sich selbst und dem rotz in seinem hirn auseinandergesetzt. not. aber hey: warum sich mühe machen? wann kommen die drohende islamisierungs-artikel?

    (ich bin erklärter tauss-scheissefinder, kinderporno-ächter, piraten-nichternstnehmer, dielinke-auslacher und trotzdem keine-hetzschriften-gutfinder und pi-niveau-erschreckendfinder)

  • #9
    maik

    Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein „Kinderschänderbildchensammler“ zu einer tatsächlichen Gefängnistrafe verurteilt wurde. Im Gegenteil – die meißten Fälle kommen nicht einmal zur Verhandlung und werden mit einen Strafbefehl eingestellt.
    Ich habe das Gefühl, Ihnen geht es überhaupt nicht um die Strafsache allgemein, sondern nur um die Person Tauss – aus welchen Gründen auch immer.

  • #10
    Fakten bitte

    Die persönliche Sicht der Dinge ist bei Jedem anders – die will ich auch nciht nehmen.
    Aber BITTE korrigiere wenigstens Punkt 4). Der vielbeschworene „Markt“ ist eine Unwahrheit, die einfach nicht noch mehr zur Panikmache verwendet werden sollte.
    Das Thema ist zu ernst um unrecherchierte (und mehrfach widerlegte) Thesen nachzuplappern.

    Hier mal nur ein Link dazu:
    http://blogs.sueddeutsche.de/schaltzentrale/2009/08/05/es-gibt-keinen-markt-fur-kinderpornographie/

  • #11
    TomD

    ich finde diese ganze Auseinandersetzung einfach nur bedauerlich. Warum, weil es von beiden Seiten recht sinnfrei herausposauntes Emotions-Geheule ist. Tatsächlich schreibt Schröder schlecht, z.B. wenn er von „Kinderschänderbildchensammler“ redet. Meinen tut er „Kinderschändungsbildchensammler“, denn wenn er Tauss nicht glaubt, dass er sich dran aufgegeilt hat, dann will er ja sagen, dass Tauss an Kinderschändungen interessiert ist und nicht an Bildchen, die Kinderschänder sammeln (also Kinderschänderbildchen). Soviel zum schlechten Schreiben.

    Ist es eine interessante Frage, wie sich die Piratenpartei zu Tauss stellt? Nein. Warum nicht? Weil beide Seiten (Tauss und die Partei) wissen, was sie tun werden. Wenn sie das nicht wissen, werden es die Wähler wissen.

    Interessant sind und Kern einer Nachricht sind daher zwei Punkte.
    a) die Vermittlung, was der Wähler über Tauss wissen muss.
    b) die Vermittlung, was der Wähler über den rechtlichen Status von Politikern wissen muss.

    Hier kommt ein feiner Unterschied, denn jetzt geht’s um Meinung bzw. Kommentar:
    Zum Urteil in Bezug auf a) kann man eine Meinung haben, die kann mehr oder weniger begründet sein.
    Zum Urteil in Bezug auf b) MUSS man eine Meinung haben – und das hat einen einfachen Grund: das Urteil ist als Paradigma, wie wir das Überwachungsverhältnis von Legislative, Judikative, Exekutive verstehen wollen, einfach unbefriedigend, weil es zu viele Fragen offen lässt. Und dies ist der Punkt, an dem ich hoffe, dass dieser Fall in Revision geht. Mir wäre auch wohler, wenn das an einem Fall diskutiert würde, der nicht so „stinkt“. Aber in Bezug auf die Frage, was dort eigentlich abstrakter Verhandlungsgegenstand ist, vermisse ich jedoch in einem weiten Teil der hiesigen Presselandschaft einiges an Weitblick.

  • #12
    zboson

    @ #7

    Der Artikel ist insofern völlig daneben, weil es sich bei dem Thema um eine hochkomplexe und gefährliche Materie handelt: wer damit in Berührung kommt, ist vogelfrei, der Verdacht genügt. Selbst bei einem Freispruch bliebe immer was hängen, insbesondere nach einer Hausdurchsuchung und allen folgenden Gerüchten in der Nachbarschaft. Herr Schröder argumentiert völlig ahnungslos moralisch und das ist sehr, sehr peinlich.

    Interessantes zum Lesen:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/05/28/14424/

    Zum Glück gibt es neben Herrn Schröder noch Journalisten und Fachleute, die sich auf einem anderen Niveau mit derartigen Themen beschäftigen.

  • #13
    Stefan Laurin

    @Fakten Bitte: Ich korrigiere mich. Es gibt, und da glaube ich Udo Vetter, keinen Markt im klassischen Sinne mehr. Aber es gibt einen Tauschmarkt. Und die meisten Bilder sind in einer Zeit entstanden – das sagt ja auch Udo Vetter – als es noch einen „richtigen“ Markt gab.
    Aber ob Geld fließt oder nicht: Kein Bild wäre jemals entstanden, wenn es nicht jemanden gegeben hätte, der es sich hätte anschauen wollen. Und für jedes Bild musste Kinder leiden. Ich war gegen die Netzsperren, weil ich sie für ein unsinniges Mittel hielt und halte gegen Kinderpornographie vorzugehen. Löschen statt sperren macht daher Sinn. Sinn macht es aber auch die Täter und auch Konsumenten sind Täter – zu bestrafen. Wir reden hier nicht über ein Kavaliersdelikt.

  • #14
    Hendrik

    Wer Fakten und Meinung nicht trennen kann, hat auch nicht verdient als Journalist bezeichnet zu werden. Ein Eintrag wie der gestrige befindet sich nur deshalb über BILD niveau, weil er nicht den Anspruch hat journalistisch zu sein, auch wenn sich dieses Blog gerne so hinstellt als sei es ein ernstzunehmendes Informationsmedium. Diese Selbstein- (und Über)schätzung dürfte sich spätestens gestern in Luft aufgelöst haben: Wer seine private Meinung kund tun will soll das doch bitte auch privat tun.
    Und die lustige Idee, jeden der diesen inhaltlichen Scheiß in der Luft zerreißt, jeden der an der Unschuldsvermutung festhält als Kinderpornovertidiger hinzustellen, nun das ist von der von der Leyen&BILD niveau. Besten dank, Einträge vom werten werten Herrn Schroeder werde ich folgerichtig ebenso behandeln wie jene von Herrn Diekman und ähnlichen „Journalisten“ – mit der virtuellen Kneifzange und möglichst viel eigenrecherche.
    Noch ein kurzes Wort zum allgemeinen Mediengehabe im Fall Tauss: es gibt(mindestens) einen CSU Politiker der wegen des Besitzes von Kinderpronographie verurteilt wurde – darüber weiß aber niemand was. Möchten Sie Herr Schroeder dazu vielleicht auch ihre werte Meinung ausscheiden?
    Ist mir ehrlich gesagt egal – als Informationsquelle fallen die Artikel hier ja offensichtlich weg – Meinungen bekomme ich auch anderorts genug, teilweise sogar welche die sich sachlich begründen (lassen).

  • #15
    Jens

    @Stefan Laurin (13):
    Wir hatten uns ja gestern schon drüber unterhalten und inzwischen habe ich ja auch den Artikel und die Kommentare gelesen und kann ehrlich gesagt verstehen, dass da einige Kommentatoren angepisst waren.

    Der Artikel war/ist wirklich zum Teil hetzerisch. Leider kann man – und das habe ich ja einigen Ruhrbaronen schon mal mitgeteilt – nicht immer nachvollziehen, welche Artikelrevisionen es gibt und das macht das Kommentieren nicht wirklich einfacher, wenn man sich auf Textpassagen bezieht, die es nachher gar nicht mehr gibt.

    PS: Ich glaube nicht, dass ich das mal würde schreiben – aber ich hoffe auf mehr Laurin und weniger Schroeder.

  • #16
    Simon Möller

    @ 12 / Zobson:

    Ich bin Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, dass das Thema hochgefährlich ist, weil unter Umständen auch die Äußerung des Verdachts schon extreme Auswirkungen auf das Opfer haben kann. Deswegen bin ich auch dafür, mit solchen Anschuldigungen extrem vorsichtig umzugehen. Mittlerweile hat sich der Verdacht gegen Tauss aber derart erhärtet, dass man eigentlich sinnvollerweise gar nicht mehr von einem „Verdacht“ sprechen kann. Die wesentlichen Fakten liegen klar auf dem Tisch. Das ist m.E. eine Situation, in der man auch mal eine Schuldbehauptung aussprechen kann. Treibt man es mit der Unschuldsvermutung und der Vorsicht zu weit, behalten nämlich erwiesene Kinderporno-Konsumenten eine weiße Weste.

    @ 13 / Stefan Laurien:

    Also Tauss jedenfalls hat mit Geld bezahlt, teils auch mit Sachgütern. Sein Geschäftspartner hat das Geld offenbar auch dafür verwendet, um Kinderpornos einzukaufen – und zwar bei einem „Produzenten“. Die Verantwortlichkeitskette ist kurz. Zu den Verbreitungswegen:

    http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E359DCE8424A648C7B902D33120E8FCD5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  • #17
    Fakten bitte

    @Stefan Laurin Nein, den Tauschmarkt gibt es wohl wirklich. Irgendwo her müssen die Bilder ja kommen. Und ohne diesen gäe es die geschlossenen Zirkel, in denen die Bilder von Kindesmißbrauch rumgereicht werden ja nicht.
    Es geht mir nur darum, dass der „Milliardenmarkt“ der oft genannt und hier ebenfalls angedeutet wird so nicht existiert.
    Es ging mir nur um eine klare Falschdarstellung im Blogeintrag. Das restliche Niveau möchte ich nicht kommentieren.

  • #18
    Piratenpartei-Aufdecker

    Nun scheint es amtlich zu sein: Piratenpartei drängt Tauss zum Parteiaustritt. Siehe den ersten Text von Schröder, Kommentar von @queue. (no 120 oder 121)
    Damit dürfte wohl noch ein weitere Beweis dafür geliefert sein, dass es sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt gehandelt hat, wie einige Kommentatoren dies versuchten darzustellen.
    Wenn Ruhrbarone.de sich das von der PP bestätigen lassen würde, wäre sicherlich eine gute Exklusiv-News drin…!

  • #19
    Stefan Schroeder Beitragsautor

    Wie bescheuert ist das? Jetzt kommentieren die Tauss-Freunde, dass ein Fehler berichtigt worden ist und finden das schlimm? Die Fehlerberichtigung ist transparent gemacht. Aber das reicht nicht?

    Darüber ärgern die Kommentatoren sich?

    Aber nicht darüber, dass Tauss Bilder von Vergewaltigungen gesammelt hat? Dass Tauss deswegen verurteilt worden ist?

    Ihr habt jeden Massstab verloren.

    Und sind harte Worte hetzerisch, wenn sie wahr sind?

    Passt es Euch nur weichgespült, weil die Wahheit euch zu hart ist?

    Mir fallen aber nur harte Worte ein, wenn ich über jemanden nachdenke, der wie Tauss Bilder von Vergewaltigungen von Kindern hortet.

  • #20
    Jens

    Lieber Stefan Schroeder!

    Erstmal finde ich nicht wirklich, dass das komplett transparent gemacht worden ist. Gestern erzählte mir noch Dein Namensvetter persönlich wie der Autor des Artikels Passagen änderte und die alten stehen ließ (in dem er durchstrich) – das sieht jetzt mal wieder ganz anders aus. Hier kommt – dafür kannst Du natürlich nichts als neuer Autor – das alte Problem hier in explizit diesem Blog auf, dass immer wieder gerne Sachen angepasst und geändert wird.
    Nur weil man das kritisiert, ist man jedoch nicht auf einmal ein Tauss-Freund.

    Einige der Aussagen im ursprünglichen Artikel (ich weiß ja nicht, welche Version jetzt gerade die aktuelle ist) sind auch mal hetzerisch gewesen, dabei bleibe ich (z.B. die Textpassagen, die abgeändert wurden).

    Dass jedoch bestimmte Aspekte (der Vorverurteilung, der Ungleichbehandlung usw.) nicht einmal ansatzweise aufgegriffen werden, machen diese Berichterstattung sehr einseitig. So einseitig, wie ich sie von den Ruhrbaronen nicht gewohnt bin. Da wundert es mich wirklich, von wem man sich da (unbewußt?) instrumentalisieren lässt.

    Es gibt bei dieser Angelegenheit (zu der es übrigens noch kein rechtsgültiges Urteil gibt) sehr viele Merkwürdigkeiten, die auch mal hätten beleuchtet werden können. Ungeachtet dessen, was Jörg Tauss für Scheiße gemacht hat (und wenigstens in diesem Punkt sind wir uns einig). Es ist übrigens – wenn man gerade eh Kraftausdrücke benutzt – auch scheiße, dass man hier anscheinend bei jedem Kommentar noch die Selbstverständlichkeit dazu schreiben muss, dass man gegen Kinderpornographie ist, da man ansonsten von Stefan Schroeder in bester Zensursula-Manier einen erzählt bekommt.

    Arm! Ich dachte den Weggang von David Schraven würden die Ruhrbarone gut verkraften – aber den Zugang von Autoren wie Dir ist eher kontraproduktiv!

  • #21
    Besim Karadeniz

    Von einem Journalisten öffentlich ausgelebter Hass fördert nur eines: Abstoßende Betroffenheit. Bei nicht nachprüfbaren oder beweisbaren Argumenten muss man das auch so schreiben können, ohne dass einem da alle Gäule der guten Erziehungen durchgehen und das, sehr geehrter Herr Schröder, tut es bei Ihnen entsetzlich. So entsetzlich, dass ich mit ziemlicher Erschrockenheit dieses Weblog vorerst mal nicht weiter lese.

    Was genau im Kopf von Jörg Tauss vorgegangen ist, werden wir als Außenstehende niemals wirklich erfahren können. Für seine Tat hat er jedoch gesellschaftlich gesehen bezahlt und büßt. Das ist der entscheidende Punkt.

  • #22
    Alex

    Auch, wenn ich dem Schreiber in seiner Auffassung und Meinung zustimme:

    „Eine schlechtere Ausrede gibt es gar nicht. Auch das sollten die Tauss-Verteidiger endlich akzeptieren. Ihr Mann ist ein Schwätzer.“

    Hiermit macht sich der Schreiber selbst zum Hetzer und wird doppelmoralig. Wieso glaub der Schreiber, andere angreifen zu dürfen, weil sie sich als Leumund für einen Verbrecher aufführen, aber gleichzeitig entscheidende Details aus dem Urteil zu ignorieren? Das Gericht hat Tauss nun einmal bescheinigt, kein sexuelles Interesse gehabt zu haben. Ihm durch solche Aussagen unterschwellig zu unterstellen, er habe die Tatsachen verdreht – gar gelogen – und doch ein sexuelles Interesse gehabt, ist mist, schlägt in die selbe Kerbe, wie die meisten Journalien durch ihre verurteilende Berichterstattung im Vorfeld der Verhandlung und diskreditiert letztlich nur das geschriebene – auch wenn es eine Meinung ist.

  • #23
    Jens

    Ich versteh die Welt nicht mehr.

    Da regt sich jemand in seinem Blog über einen Tauss auf, der Bilder von dem Miesesten, was man Kindern antun kann, sammelt.

    Und ohne auf diesen Umstand einzugehen, ergehen sich hier Leute in Kommentaren und Haarspaltereien darüber, ob es einen Markt, gibt oder ob der Tauss sexuellen Spaß an diesen Bildern hatte oder nicht.

    Leute die Kinder schänden, dies mit Ihrer Nachfrage nach Bildern fördern oder sich daran ergötzen, sind der größte Abschaum. Und ja: ein paar Monate auf Bewährung sind zu wenig! Wer jetzt behauptet, dass dies unangebrachter Hass und unangebrachte Hetze sei, der sollte das dann bitte den Kindern auf Tauss Bildern erklären.

  • #24
    Barbara Underberg

    #10: Danke für den Link

    #20/Jens: sehe ich ähnlich.

    Ich bin „Ruhrbaronin“ und kann insbesondere mit dem Stil des Autors nichts anfangen. Meines Erachtens handelt es sich nicht um einen Kommentar, schon gar keinen journalistischen, sondern um Polemik auf Stammtischniveau.

    Und alle Kommentare gegen den eigenen Beitrag als Tauss-Verteidigung oder Kinderpornographie-Relativierung zu bezeichnen, zeugt nicht von souveräner Kritikfähigkeit.

    #19/Stefan Schroeder: „Und sind harte Worte hetzerisch, wenn sie wahr sind?“ Wahr ist, dass es jetzt 19.57 Uhr ist. Darüber hinaus ist es mit der Wahrheit so eine Sache. Formulierungen wie „Ihr mögt Tauss als Menschen leiden“, „schwurbeliges Drumherum“, „blindwütig wird gegen die klaren Worte gehetzt“, „Verschwörungsarie“ und „behämmert“ tragen wenig zur Wahrheitsfindung bei, sondern heizen eine Debatte an, der mit mehr und kenntnisreicherer Sachlichkeit eher gedient wäre.

  • #25
    Thostra

    Sehr geehrter Herr Schroeder!

    Bisher fiel mir ruhrbarone.de immer wieder durch gute Recherchen auf, vielfach finden sich Tage später in der Presse fast wörtliche Übernahmen (nat. ohne Quelle, wo bleibt da denn der ‚Leistungschutz‘?)…, von daher passt der Artikel mehr zu den vier Buchstaben mit großer Schrift. Schade!

    Gerade der Fall Tauss wirf zuviele Fragen auf; ich denke, Fragen, die Ihnen bekannt sind …

    Mir fallen zwei Ebenen von Fragen ein: Es sitzen wg. KiPo Verurteilte anderer Parteien….

    Die andere Ebene: Mitte der 80er wurde hier in Hamburg gegen einen unbequemen IT- Unternehmer (CDU- Mitglied m. Funktionen) wg. geheimdienstl. Tätigkeit ermittelt; nach 2 1/2 Jahren wurde das Verfahren eingestellt; es gab Jahre später nochmal einen Artikel über einen Obdachlosen …

    Das hat nichts mit „Verschwörungtheorien“ zu tun, sondern mit einer einfachen Regel: Traue nur Nachrichten aus sicherer Quelle!

    Das ist schwierig und wird immer schwieriger! Von daher mag ich halt Seiten wie ruhrbarone.de, die eben nicht versuchen, das Überangebot an Information durch Beschneidung auf den Mainstream für den einfach gestrickten Leser besser handle- bar zu machen.

    Es stände gut an, bei Herrn Tauss den gleichen Recherche- Aufwand wie bei Herrn Rüttgers aufzuwenden, ergebnisoffen …

    Es gab in dieser Republik auch mal einen General Kießling, einen Wissenschaftler Traube … Unbequeme Leute sind oft auf abenteuerliche Weise abgeschossen worden, wer das hinterfragte, war ganz schnell ein „Verschwörungstheoretiker“; heute sind die Vorgänge in den Archiven nachzulesen, die damaligen „Verschwörungstheoretiker“ hatten leider verdammt recht.

    Gruß aus Hamburg

  • #26
    Daniel Schultz

    Warum fragen sich noch nicht einmal die Ruhrbarone, ob Ursula von der Leyen, die sich wie Tauss auf einen Ausnahmetatbestand beruft, nicht verurteilt worden ist?

    http://www.presseschauer.de/?p=826

  • #27
    Fakten bitte

    #23/Jens:
    Ich bin gezielt NUR auf den nicht exisitierenden Markt eingangen, da diese Falschaussage gefährlich ist und zu eindeutig ins Reich der Fabeln verschoben gehört.
    Alles Andere überlase ich dem sicher folgenden Marsch durch die Instanzen, da hier eigentlich alle relevanten Fragen noch offen sind. Ein weiterer Grund, mich weder „Pro“ noch „Contra“ die Person Tauss auszusprechen.

    Dass ich offensichtlich sagen muss, was ich von dokumentiertem Kindesmißbrauch halte (ja, ich verabscheue ihn genau so wie die Tat an sich) wirkt auf mich aber leider sehr ermüdend.

  • #28
    Mao aus Duisburg

    Tauss entlarvt man am besten, wenn man sich die Mühe macht, Tauss-Zitate mit der Realität zu vergleichen.

    Tauss im Juli 2009: http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/21/ex-spd-politiker-tauss/anklage-wegen-kinderporno-verdacht.html

    „Mein Ziel war es, einen Kinderporno-Ring zu sprengen. Ich wollte wissen, wie diese Szene funktioniert“, sagte er.
    Das Gericht hat nun festgestellt, dass Tauss gar nicht die Absicht hatte, die gewonnenen Unterlagen für irgend etwas anderes als private Dinge zu benutzen.

    Die Piratenpartei 2009:
    Von den „Piraten“ wurde er trotz laufender Ermittlungen als erster „Piraten-Bundestagsabgeordneter“ gefeiert.

    Feiert die Partei jetzt auch einen gerichtlich überführten Kinderporno-Bilder-Sammler?!

  • #29
    Mirco da Silva, Pirat 295

    Hallo Stefan Schroeder!

    Ab sofort laufen die Tauss-Jünger Gefahr heimlich bei Toilettengängen, beim Geschlechtsverkehr oder im Alkoholrausch abgelichtet zu werden, und sich selbst auf Fotos in einschlägigen Tauschbörrsen und -portalen wieder zu finden.

    Anders ist diesen „Piraten“ offenbar Folgendes nicht bereifbar zu machen:

    Auch mißbrauchte Kinder haben ein Recht auf informationelle Selbsbestimmung!

    grrruuß!
    inkorrupt

    ps: http://twitter.com/inforrupt/status/14980908436

  • #30
    Student

    Tauss im Juli 2009: Da hieß es noch, er wollte mit den Unterlagen, die er sich zusammen gesammelt hat, einen Kinderporno-Ring zerschlagen.

    Bis heute ist Tauss die Information schuldig geblieben, was dass denn für ein Kinderporno-Ring gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht sahen kein Anzeichen dafür – und auch nicht, warum Tauss die Unterlagen hinter einem Schrank versteckte, anstatt der Polizei zu übergeben.

  • #31
    René

    1. Die Korrekturen am Artikel wurden an keiner Stelle transparent durchgeführt, was grade bei diesem Thema einer Irreführung der Leser entspricht.

    2. Der Artikel suggeriert weiterhin, dass Tauss sich das Material für sein privates Vergnügen besorgt hätte, was das Gericht ausdrücklich negiert hat.

    3. Nicht das Bild in den Kommentaren verzerrt die Wirklichkeit, sondern die Macht der Medien und das, was sie über Tauss schreiben. Die Kommentare bilden die Wirklichkeit der Leute ab, die sich mit dem Thema zu wenigstens 1% beschäftigen, was die Medien (und diese beiden Artikel auf Ruhrbarone.de) abbilden, ist die Scheiße, die eine Million Fliegen toll finden. Und dann die Fliegen als Legitimation heranziehen. Schämen Sie sich.

    4. „Wer meint, das Tauss-Verbrechen müsse mit einem netten einerseits-andererseits Kommentar abgehandelt werden, der irrt.“

    Dieser Satz entblößt Ihr faschistisches Weltbild, denn er entwertet den Rechtsstaat.

    Nuff said.

  • #32
    René

    @ Mao: „Das Gericht hat nun festgestellt, dass Tauss gar nicht die Absicht hatte, die gewonnenen Unterlagen für irgend etwas anderes als private Dinge zu benutzen.“

    Falsch. Das Gericht hat festgestellt, dass Tauss als Abgeordneter keine Legitimation hatte, diese Datensammlung anzulegen. Die Formulierung „private Dinge“ ist irreführend in der Sache.

  • #33
    Steffen K.

    Tja, da sind sie, die Piraten und Verschwörungstheoretiker. Wie gewohnt spammen sie Websites mit ihrer (unzutreffenden) Sicht der Dinge zu und schimpfen über Gott und die Welt. Geschickt versuchen sie, vom eigentlichen Thema abzulenken und Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen.

    Mal ganz ehrlich: Solche Leute in der Politik? Nein, danke. Was als nette Idee einer Bürgerrechtspartei begann, ist mittlerweile zu einer Perversion (Freiheit für Kinderschänder) verkommen.

  • #34
    Stefan Schroeder Beitragsautor

    @ Rene

    da steht immer noch, dass ich den Fehler gelöscht habe. Das Gericht hat eben nicht festgestellt, dass Tauss die Bilder der Vergewaltigung für den eigenen Sexspass gesammelt hat. Da steht, dass Gericht hat das einfach nicht bewertet. Und ich glaube Tausss kein Wort. Das steht da. Wenn das so ist, muss ich den falschen Halbsatz löschen und Ende. Durchstreichen reicht da nicht.

    Deswegen habe ich eine faschistische Gesinnung? Weil ich dem Tauss kein Wort glaube? Weil ich einen Fehler berichtige? Rene geht es ne Nummer kleiner?

    Wie wäre es, Du würdest Dich mal mit der Hauptsache beschäftigen. Mit dem Sammler der Vergewaltigungsbildchen.

    Mit seinem Unfug.

    Damit hat er die Piraten belastet und belastet sie noch.

    Das ist die Hauptsache.

    Die Piraten haben nicht die Kraft gefunden, sich aus eigener Kraft von Tauss zu befreien. Und jetzt haben sie ihn gebeten, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

    Das ist erbärmlich. Geauso wie der Shitstorm hier. Gut wäre es gewesen, die Realitäten zu akzeptieren. Und Tauss rauszuwerfen.

    Hoffentlich geht er bald und die Piraten reflektieren ihren Umgang mit solchen gescheiterten Persönlichkeiten.

  • #35
    RA Kompa

    Der Kommentar des Ruhrbarons Stefan Schroeder bzw. sein Nachtreten wurden hier mit „BILD-Niveau“ verglichen.

    Ich halte diesen Vergleich für unfair. BILD hat nämlich über den Ausgang des Tauss-Prozess sachlich berichtet.

  • #36
    René

    @ Stefan: Na gut, ne Nummer kleiner.

    Um die Piraten geht es hier nicht, dass Tauss da Mitglied ist spielt hier keine Rolle. Sondern es geht um jemanden, der offensichtlich seine Amtsbefugnisse überwertet hatte und deshalb eine Straftat beging (die er von Beginn an gestand). Es geht hier um einen Menschen, der aus Unkenntnis Mist gebaut hat. Du gibst diesem Menschen keine, nada, null Prozent Chance, obwohl der Fall alles andere als klar ist, nichtmal nach diesem Urteil, das noch nicht rechtskräftig und darüber hinaus in seiner Aussage durchaus ambivalent ist, denn es sagt: Ja, Tauss hat sich anscheinend strafbar gemacht, aber eben nicht aus Vorsatz. All das ignorierst Du wegen eines Beißreflexes und deshalb finde ich Deine Artikel scheiße.

    Wenn Du Deine Meinung tatsächlich konsequent verfolgen würdest, müsstest Du jeden Ermittlungsbeamten verurteilen. Das verneinst Du zwar oben, damit ist Deine Argumentation aber schlicht für den Arsch.

    Meiner Erfahrung nach halten sich die wenigsten Faschisten für eben solche, weil, geht ja nicht. Wenn ich mir aber Deine Kommentare und die Artikel hier durchlese, muss ich bei diesem Wort bleiben. Dass Du Tauss kein Wort glaubst, macht Dich nicht zum Faschist, lesen hilft. Dich macht zum Faschist, dass Du schreibst: „Wer meint, das Tauss-Verbrechen müsse mit einem netten einerseits-andererseits Kommentar abgehandelt werden, der irrt.“

    Jede juristische Auseinandersetzung ist ein Austausch von Argumenten, erst per Papier, dann vor Gericht und am Ende spricht ein Richter. Mit diesem Satz verneinst Du diese Logik, damit den Rechtsstaat und das macht Dich zum Faschisten. Per Definition.

    Tut mir leid für Dich, echt, ich schätze mal, Du bist ein netter Typ. Hilft aber nix, wenn man so ein einbetoniertes Weltbild hat.

  • #37
    Stefan Schroeder Beitragsautor

    @ Fakten Bitte

    selbstverständlich gibt es einen Markt für Vergewaltigungsbilder von Kindern.

    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EAD036B1E03B84213841CFC2B08E5A989~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Wie groß der Markt ist und wer das Geld macht, ist nicht leicht rauszukriegen, aber es gibt zu viele Leute, die mit dem Verbrechen Geld verdienen können.

    Zitat aus der Zeit:

    Der SPD-Politiker Jörg Tauss gerät wegen des Besitzes von Kinderpornografie immer stärker unter Druck. Der Focus zitierte Tauss‘ Lieferanten, er habe von dem SPD-Politiker mehr als 1000 Euro für Kinderpornos erhalten.

    Tauss wies dies zurück. Er habe lediglich zwei Mal je 100 Euro gezahlt, um sich Material für seine Recherchen zu beschaffen.

    Tauss war also auf dem Markt unterwegs, egal ob er 1000 oder 200 Markt für die Vergewaltigungsdokumente bezahlt hat.

    Das hat nichts mit Netzsperren zu tun. Die sind unsinnig, dass wissen wir alle.

    Aber aufgrund des Kampfes gegen die Netzsperren, die Kinderschändungen und die Sammler von Kinderschändungem zu verharmlosen ist nicht hinnehmbar.

  • #38
    Wähler

    @Stefan Schroeder,
    ihre persönliche Meinung respektiere ich ausnahmsweise (seltsam aber auch?) nicht. Das war und ist journalistische Hetze ohne das ich den Tauss kenne. Wider ein Meinung ohne eigene Reflektion. Und ja, ich verachte KIPO, nur ist das keine Verniedlichung sondern ein gängige Abkürzung des Verbrechens und das wissen Sie auch! Wer glaubt ein Deutsches Gericht spricht Recht, der ist ein Träumer wie Sie!!!

    Gruss

  • #39
    Die Sitte

    Lieber Stefan Schröder,

    Dein (etwas gekürztes, ursprüngliches) Zitat treibt mich weiter um: „Dem sich an Kinderschändungen ergötzenden Piratenpolitiker ist nun gerichtsfest nachgewiesen, dass er sich Bilder von Kindervergewaltigungen besorgt hat, um sich daran aufzugeilen.“

    An Dich und die gesamte „Redaktion“, die sich ja laut Impressum mehr als nur eine Meinung leisten kann, die Frage: „Dass Ihr Euch bei Tauss nicht für diese Hatz entschuldigen wollt, mag ja . aus meiner Sicht der Dinge – noch nachzuvollziehen sein – aber habe ich es überlesen, oder fällt es Euch schwer, Euch auch bei Euren Lesern für diese schlampige Recherche – und einhergehende Hetze – zu „entschuldigen“ ?“

    Redigieren und – aus Selbstschutz – juristisch entschärfen reicht mir persönlich in diesem Falle gar nicht sondern macht es nur noch unerträglicher.

    PS: Ja, ich auch – kein Tauss Fan, kein Sachverhaltverharmloser, kein Rechtfertiger…

  • #40
    BesorgterBürger

    au mann sind die Piraten peinlich.
    ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen kann… dieses wilde kommentieren und rechthaberische Suchen nach irgendwelchen Scheinargumenten…

    in einem Blog schreibt ein Autor einen Kommentar, seine persönliche Meinung, zu (den moralisch schon lange schuldigen und nun auch rechtlich schuldigen) Tauss und die Parteisoldaten haben nichts besseres zu tun als Form, Stil, Details an dem Artikel zu kritisieren.

    diese Engstirnigkeit, fehlende Toleranzfähigkeit und Parteisoldatentum der Piratenpartei (aber auch Linkspartei) werde ich nie verstehen…

    Anscheinend muss man – falls es die Piratenpartei mal in ein Parlament schafft – in Sondierungsrunden die Einstellung zu „KiPo“-Bildchen-Sammlern abfragen…

  • #41
    Mao aus Duisburg

    @Rene: Hier liegst Du falsch mit Deinem Kommentar 32 völlig daneben. Fakt ist laut Urteilsverkündung, dass

    a) Tauss gar nicht die Absicht hatte, die Unterlagen in einem überschaubaren Zeitraum der Staatsanwaltschaft zu übergeben,

    b) dass der angeblicher Porno-Händler-Ring gar nicht existierte, den Tauss angeblich hoch nehmen wollte,

    c) Tauss seine Unterlagen hinter den Schränken versteckte. Wohl nicht gerade der übliche Ort, um solche Unterlagen, wenn sie denn einer Recherche dienen, zu deponieren. Ich habe für solche Dinge Aktenordner oder CD-Boxen.

    Übrigens hat weder Tauss noch seiner Verteidigung die drei Punkte dementiert. Sagt ja auch einiges aus.

  • #42
    Fakten bitte

    @ #37 | Stefan Schroeder
    Ich glaube, wir verlieren uns im Detail – das macht keinen Sinn. Nicht böse gemeint, aber ich werde die Diskussion hier abbrechen, da sie sich schon zu weit vom Thema des Blogeintrages um das hier eigentlich geht entfernt hat.

  • #43
    René

    @ Mao: Diese drei Punkte sind aber auch sämtlich irrelevant für die Schäbigkeit der Postings hier.

    1.) Wenn Tauss diese Datensammlung anlegte zu Recherchezwecken, dann schließt das keine Information für die Staatsanwaltschaft mit ein. Sicherlich: Ein Fehler, einer von vielen. Und den kann man ihm auch vorwerfen, na klar. Aber nicht in der Form, wie dies hier in diesem Blog geschah.

    2.) dass der angebliche Pornohändler-Ring nicht existierte, ist ein Fakt, der für Ursula von der Leyen sicherlich auch interessant wäre. Aber darum gehts nicht, sorry. Der nicht existente Ring ist aufgrund seiner Nichtexistenz für dieses verwerfliche Posting ebenso irrelevant bzw die Existenz des nichtexistenzen Rings macht das Posting noch schäbiger… ähm… verstehste, was ich meine? 😉

    3.) Dass Tauss diese Daten versteckte, ist logisch, denn er wusste von Anbegin um die Brisanz der Daten. Daraus private Zwecke herzuleiten (so wie es hier geschieht) ist nicht logisch.

    Man kann Tauss kritisieren, na klar. Aber vor allem die Form, wie dies hier auf Blogbarone.de geschah, ist menschenverachtend und sie stinkt. Man möchte ein paar Leuten hier einfach ein bisschen Lebenserfahrung um die Ohren schlagen. Das alles hier stinkt.

  • #44
    Wähler

    @42 Gröhl…
    no name, ich weiss nicht mehr weiter,
    peinlich.
    Na dann mach dir in die Hose …

    Gruss

  • #45
    Wähler

    für manches geht man gehobenen Hauptes nach Hause, bei manchem nur noch mit dem zusammengefalteten Lab, aber schlauer und kredtikwürdiger sind weder Laurin noch der seltsame Schröder.. Gott vergelts..;(

    Gruss

  • #46
    Stefan Schroeder Beitragsautor

    @ Rene

    ich glaube, jetzt habe ich den Kern-Unterschied zwischen unseren Positionen verstanden.

    Du glaubst Tauss.

    Ich glaube Tauss nicht.

    Du denkst er spricht die Wahrheit.

    Ich denke er schwätzt.

    Du denkst, es gab keinen Pornoring bei dem Tauss Kinderpornos kaufte.

    Ich denke, die Staatsanwaltschaft hat die Verwertungskette einwandfrei nachgewiesen. „Werner“ hat Bilder gezogen aus Bremerhaven und Tauss ist Werner.

    Du denkst, Tauss hat den Dreck zu Forschungszwecken gesammelt.

    Ich denke das nicht. Er hatte Sexspielzeug unter seinen Sachen rumfliegen und meinte, das Zeug gehört nicht ihm. Er meinte vor den Ermittlern, das Telefon von „Werner“ habe er in einem Mietauto gefunden. Um nachher zu sagen, er habe das Telefon benutzt, um zu „Forschungszwecken“ die Vergewaltigungsbilder zu ordern. Spät abends zu Sylvester oder so.

    Du glaubst der Forschungsfabel.

    Ich sehe vor Gericht keine Notizen über Forschungen. Aber mehr als 200 Bilder von Vergewaltigungen und 40 Filme von Vergewaltigungen.

    Du glaubst Tauss.

    Ich glaube ihm nicht.

    Vielleicht denkst Du, hier gehe es darum Zensursula zu verteidigen, vielleicht denkst Du, es geht um die Netzsperren.

    Ich denke, die Deabtte um Zensursula und die Netzsperren hat nichts mit Tauss zu tun.

    Ich denke aber die Piraten waren so dumm, sich vor Tauss Wagen spannen zu lassen. Und damit selbst einen Vorwand geliefert zu haben, diese Debatten zu vermengen. Und diese politische Ahnungslosigkeit und Dummheit werfe ich den Piraten vor. Sie haben mit Tauss die Debatte um das Löschen verwischt.

    Aber vielleicht glauben die Piraten ja auch Tauss. Vielleicht geht ihre Naivität so weit. Wer weiß.

    Ich glaube Tauss nicht.

  • #47
    René

    @ Stefan: Dann haben wir hier ein nicht überwindbares Problem. Scheinbar.
    Ich mag Dich trotzdem. Und ich wette, bei nem Bier im echten Leben könnten wir das viel besser klären. Solange: Elton John mit Tiny Dancer. We are one.

  • #48
    René

    (oups, euer Dings mag keinen Youtube-Code… her der Link: http://www.youtube.com/watch?v=SqiQcJ-d8r8&feature=player_embedded) Bette das mal ein, sieht besser aus 😉

  • #49
    René

    @ Stefan: Noch was, unter uns: Ich kenne diese Shitstorms. Und ich kann deinen Standpunkt sehr nachvollziehen. Ich würde mir wünschen, dass von dieser Ambivalenz irgendetwas in deinen Postings zu lesen wäre, das ist aber nicht so. Ich lese aus Deinen Postings nur und ausschließlich Verurteilung. Which is so so sad.

    Sicherlich haben wir beide unterschiedliche Standpunkte, aber scheinbar ist nur einer von uns beiden dazu bereit, das so zuzugeben. (Und alle Deine Argumente sind immer noch juristisch irrelevant, aber das nur am Rande – meine übrigens auch… Dialektik, schlag das mal nach 😉

  • #50
    Patrizia

    @Wähler
    Zitat … Wer glaubt ein Deutsches Gericht spricht Recht, der ist ein Träumer wie Sie!!!
    Tja, wir glauben an die deutsche (europäische) Gerichtsbarkeit :-); wir sind die
    TräumerInnen.
    An was glauben Sie ? … den Kinderpornografiebildersammler Tauss ?

    @René
    Wer Stefan Schröder aufgrund seines Artikels, über den sich ganz sicher streiten
    lässt, eine faschistische Gesinnung unterstellt, wie Sie dies tun, verhält sich ganz
    ähnlich wie jene, die den Tauss-Verteidigern automatisch pädophile Neigungen
    oder Ähnliches unterstellen.
    Statt die ganze Nacht hier rumzutrollen, wären Sie besser schlafen gegangen oder
    hätten sich den angenehmen Seiten des Lebens gewidmet. Aber was so ein richtiger Internet-Öhi …

  • #51
    wort_zum_sonntag

    Hallo Herr Schroeder,
    Herr Tauss ist dreimal gevierteilt und gekreuzigt worden. Seine soziale Existenz ist zerstört. Nun muss es aber auch einmal gut sein.
    Wenn schon Jörg Tauss so exzessiv vernichtet werden muss, was müssen wir dann zum Beispiel mit den Jesuiten tun? Exzesse sind ja kein Heilmittel.
    Die Piratenpartei ist vielleicht KEIN Club von Leuten, die alle „Richter gnadenlos“ sein wollen. Es sind vielleicht Leute, die sagen: Die Tat ist bestraft worden, jetzt lasst uns zivilisiert miteinander umgehen.
    Mich erschreckt, wie erbarmungslos und hart Sie sind. Ist das typisch deutsch, diese Gnadenlosigkeit? Ganz unabhängig vom ganzen Fall Tauss, ganz grundsätzlich: Es ist doch auch jemand, der Verwerfliches getan hat, ein Mensch. Mit Menschenwürde.
    Die Piraten sind vielleicht Leute, die NICHT auf jemand, der schon am Boden liegt, noch eintreten wollen.

  • #52
    Palov

    Sich als „Tauss-Freund“ abstempeln zu lassen, nur weil man es nicht in Ordnung findet, wie hier „gerichtsfeste“ Lügen verbreitet werden (und nein, der Kommentar à la „hat doch nicht so ganz gestimmt, aber glaub ihm kein Wort“ war keine akzeptable Korrektur!) ist wirklich nur noch eine Frechheit.

    Ich bin schonmal gespannt, ab wann die Kritiker hier auch als „ergötzende“ und „sich aufgeilende“ „Kinderschänderbildchensammler“ hingestellt werden.

    Was die Kernaussagen des Ursprungsartikels (Strafe zu lasch / Tauss raus aus Piratenpartei) angeht, stimme ich sogar mit dem Autor überein, dennoch möchte ich von ihm ganz bestimmt nichts mehr lesen.

  • #53
    Jens

    „Dem sich an Kinderschändungen ergötzenden Piratenpolitiker ist nun gerichtsfest nachgewiesen, dass er sich Bilder von Kindervergewaltigungen besorgt hat, um sich daran aufzugeilen.”

    Selbst, wenn es nicht vom Gericht so festgestellt wurde. Wer bitte glaubt etwas anderes? Wofür sonst hat er Kindervergewaltigungs-Bilder gesammelt? Seid nicht so naiv. Es ist pervers diesen Tauss zu bedauern und zu verteidigen. Denkt mal darüber nach, an was für Leid und Elend er sich ergötzt. Die Piraten und deren Freunde scheinen nicht einmal Ihr einziges Thema in den Griff zu bekommen und opfern Kinder dafür. Erbärmlich!

  • #54
    Das_Gewissen

    Bzgl. des Falles Tauss werden die Ruhrbarone ja schon auf recht unübliche Weise angegriffen.

    http://tantejay.blogspot.com/2010/05/schlechter-journalismus-am-beispiel.html

    Mein Kommentar dazu, den ich der Einfachheit halber, hier reinkopiere:

    29. Mai 2010 22:55
    Anonym hat gesagt…
    Entschuldigung, mir liegt da eine Frage auf der Zunge. Wenn bei den Ruhrbaronen Kinderschänderbildchensammler steht und hier wird daraus Kinderschänder gemacht, nennt man das neuerdings seriös?
    Hier der Link dazu:

    http://www.ruhrbarone.de/tauss-und-die-reaktionen/

    Ich würde eigentlich gerne mal wissen, was diejenigen erwarten, welche meinen, das Verhalten von Tauss rechtfertigen zu müssen.
    Tauss hatte als Abgeordneter jede Möglichkeit sich früh genug mit den Ermittlern bzgl. Kinderpornografie in Verbindung zu setzen, wäre er „zufällig“ darauf gestoßen. Er hat es gesucht, gefunden und abgespeichert. Wozu speichert man denn sowas Abartiges? Um die Ermittlungen zu unterstützen sicher nicht. Jeder normale Bürger ist verpflichtet, wenn er auf sowas im Internet stößt sofort den Behörden zu melden. Ein Abgeordneter, der für Ermittlungen sowieso nicht zuständig ist, etwa nicht? Es hat schon seine Richtigkeit, dass solche Perversen von den Bürgern geächtet werden und keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Das ist wirkungsvoller, als ein mildes Gerichtsurteil.

  • #55
    otomo

    Und die Dreckschleuder spuckt weiter. Wer es wagt Joerg Tauss‘ Verteidigungslinie Glauben zu schenken macht sich gemein mit Pädophilen und Kinderschändern. Das hat mit Journalismus nix zu tun. Das ist Demagogie a la Frau von der Leyen und co.

    Sie brauchen der Ausführung des Gerichts nicht zu glauben, und Tauss für einen Pädophilen halten. Aber das wie ein tollwütiger Pitbull, der das Schreiben gelernt hat ins Netz zu furzen ist eines Magazins, das auf einigem Niveau agieren möchte unwürdig.

  • #56
    zboson

    @ #54

    Die Artikel von Herrn Schröder wurden mehrfach geändert und in den Formulierungen entschärft, daher sind nicht mehr alle Bezüge darauf verständlich.

    Wenn ich ihre Fragen lese, glaube ich, Sie haben den Artikel, den sie verlinken, nicht wirklich verstanden (http://tantejay.blogspot.com/2010/05/schlechter-journalismus-am-beispiel.html).

    „Ich würde eigentlich gerne mal wissen, was diejenigen erwarten, welche meinen, das Verhalten von Tauss rechtfertigen zu müssen.
    Tauss hatte als Abgeordneter jede Möglichkeit sich früh genug mit den Ermittlern bzgl. Kinderpornografie in Verbindung zu setzen, wäre er “zufällig” darauf gestoßen. Er hat es gesucht, gefunden und abgespeichert. Wozu speichert man denn sowas Abartiges? Um die Ermittlungen zu unterstützen sicher nicht.“

    Ich befürchte zwar, dass das für einige Leser und Autoren der Ruhrbarone jetzt zu kompliziert wird, aber ich versuche eine Erklärung: wir haben in diesem Staat eine Gewaltenteilung zwischen Parlament, Regierung und Gerichtssystem. Interessant für unseren Fall ist das Recht des Parlaments, die Regierung zu kontrollieren.
    http://www.bundestag.de/service/glossar/K/kont_funk.html

    In der Praxis wird dieses Recht durch den Fraktionszwang und Politiker, die „was werden wollen“, nicht in dem Maße ausgeübt, wie es für unsere Demokratie gut wäre (Stichwort „Abnicken“ statt Nachfragen). Wenn also die Exekutive (= die Regierung) eine „willige“ Mehrheit durch eine Koalition bilden kann, hebelt sie damit die Kontrolle durch das Parlament aus (abgesehen von den „Kläffern“ der Opposition mit ihren Reden, Fragerechten, und Untersuchungsausschüssen, die nichts bringen, weil da sich Zeugen „nicht erinnern können“ oder rein zufällig interessante Festplatten „unwiederherstellbar defekt“ sind).

    Das Gericht hat die dazu gehörenden Paragraphen so gegen Tauss ausgelegt, dass ein Abgeordneter zwingend alles glauben muss, was die Regierung (dazu gehören nachgeordnete Behörden wie BKA etc.) ihm erzählt. Gerade im Fall vdL weiß man ja, dass da durchaus verbogen und gelogen wurde, dass sich die Balken biegen.

    Diese Sicht kann man haben, jedoch ist es durchaus diskussionswürdig, eine andere Sicht zu haben. Ich fände es z.B. merkwürdig, einem Schreiberling wie Herrn Schröder ein Rechercherecht zuzugestehen, einem frei gewählten Abgeordneten, der seinem Gewissen verpflichtet ist, nicht.

    Zur Betonung für die „Schwanz ab“-Franktion hier: es geht um ein Rechercherecht, Herr Tauss ist verurteilt worden, weil er dieses Recht laut Gericht nicht hat. Es geht nicht darum, dass Abgeordnete frei morden dürfen (@Herr Laurin).

    „Jeder normale Bürger ist verpflichtet, wenn er auf sowas im Internet stößt sofort den Behörden zu melden. Ein Abgeordneter, der für Ermittlungen sowieso nicht zuständig ist, etwa nicht?“

    Zum Thema Melden solcher Vorkommen, von mir bereits gestern verlinkt:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/05/28/14424/

    Es kann sich jeder selbst überlegen, ob er das Risiko eingehen möchte, Zufallsfunde im Internet zu melden.

    Zu Herrn Tauss: er ist auf Grundlage der aktuellen Gesetze zum Besitz dieser Materialien korrekt verurteilt worden, d.h. gegen das Urteil an sich ist nichts einzuwenden. Es ist nur zu hoffen, dass es von einer höheren Instanz im Interesse der Demokratie kassiert wird und Abgeordnete eigene Rechercherechte erhalten. Nochmal zur Verdeutlichung: Herr Tauss hat kein Kind missbraucht, keinen umgebracht, niemanden betrogen, sondern recherchiert (wenn wir das einfach mal zu seinen Gunsten annehmen).

    Der Fall Tauss berührt also, für Interessierte und unabhängig von der Person Tauss, einen wunden Punkt unserer parlamentarischen Demokratie. Insofern sind „Schwanz ab“- und „Hängt ihn höher“-Kommentare der Sache nicht angemessen.

    Warum befürchte ich nur, dass dieser Kommentar hier Perlen vor die Säue ist und ich mit der schlimmsten Beleidigung versehen werde, die sich Ruhrbarone-Fans vorstellen können: ein linker Pirat zu sein :-).

  • #57
    Martin

    Ich glaube Tauss auch nicht, ich finde ihn unglaubwürdig. Andererseits glaube ich deswegen nicht zwangsläufig daran, dass er sich sexuell daran ergötzt hat. Der Richter sprach von „Neugier“. Motive sind manchmal schwer durchschaubar und nicht immer begreifbar, möglicherweise für den Betreffenden selbst.
    Das macht die Sache nicht besser, aber es hat m.E. eine andere Qualität. Ich denke tatsächlich, dass die Wahrheit in diesem Fall in der Mitte liegt.

  • #58
    Chat Atkins

    Da hat also jemand hanebüchenen Unsinn geschrieben, wie es die Bild-Zeitung nicht besser gekonnt hätte. Er hat dann die gröbsten Schnitzer ebenso stillschweigend wie nachträglich korrigiert – und jetzt stellt er sich, statt sich mal ein paar Wochen in Selbstbesinnung zu üben, erneut in unverdrossen selbstgerechter Savanarola-Pose hin und verurteilt diejenigen gewissermaßen als Kinderschänder-Komplizen, die ihn mit Logik und Sachkenntnis zu diesen Korrekturen erst getrieben haben. Und er tut dabei noch so, als sei es ihm um blanke Selbstverständlichkeiten gegangen, wie darum, dass Kinderschändungen „eklig“ seien, was niemand der seine fünf Sinne beisammen hat, bestreiten würde – alles in wundenstolzer Märtyrerhaltung und gewissermaßen pseudo-tabubrecherisch à la Westerwelle: „Das muss man in Deutschland doch noch sagen dürfen“. Obwohl hier wahrlich niemand Kinderschändungen oder Kinderschänder auch nur im Ansatz verteidigt hat – sondern nur eine korrekte Wiedergabe des Urteils angemahnt wurde. Anstelle dieser trötenden Rodomontaden eines Vorstadt-Seifenkistenredners. Ich fass‘ es ja nicht! So etwas von Thema verfehlt …

  • #59
    Stefan Schroeder Beitragsautor

    Hi Rene,

    ich glaub auch, bei nem Gespräch wäre das einfach zu lösen. Es gibt ein Grundunterschied und darauf baut alles auf. 🙂

    Damit sollte man aber leben können. Menschen sind so. Und solange man sich nicht die Nasen blutig haut, ist das auch OK so, dass man hart debattiert.

    Ich denke aber auch, dass zu einer harten Debatte Positionen gehören, von denen man aus diskutieren kann. Deswegen mag ich das „Auf-der-einen-Seiten-auf-der-anderen-Seite“ nicht wirklich – und damit auch die Ambivalenz nicht. Wenn ich was meine, muss ich das so sagen können. Und mir nicht überlegen müssen, wie ich das möglichst feinfühlig unterbringe. Die Leute mitnehmen, sollen doch die Klerikalen.

    Ich freue mich, dass Du meine grundlegende Position für einen Augenblick verstehst, auch wenn Du sie doof findest, denn dann werde meine Äußerungen schlüssig.

    Übrigens kann ich Deine Position und Stellungnahme auch verstehen – obwohl ich sie trotzdem immer noch für falsch halte, weil ich Tauss eben nicht glaube.

    Aus dem gleichen Grund finde ich auch die Geschichten nicht richtig, in denen Tauss eine Mitschuld an seiner öffentlichen Bloßstellung gegeben wird, weil er sich töricht verhalten habe.

    Er hat in meinen Augen keine Mitschuld.

    Er hat die Alleinschuld. Weil er eben Bilder von Kinderschändungen gesammelt hat.

    Aber egal.

    Möge Tauss nun aus der Piratenpartei austreten und in den Geschichtsbüchern versinken. In drei Monaten spricht kein Mensch mehr von ihm. Hoffentlich.

  • #60
    Midnight Angel

    Was mich, ehrlich gesagt. massiv anwidert ist nicht einmal der Shitstorm zwischen der ‚Ich glaube Tauss‘ und ‚ich glaube ihm nicht‘ – Fraktion. Tauss ist im Rahmen der Gesetze verurteilt worden. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darauf werde ich hier nicht eingehen.

    Aber:

    – Das Urteil liegt innerhalb des Gesetzlichen Rahmens, auf einem Niveau, das für Erstverurteilungen bei diesem Delikt üblich ist. Ich folge nicht ganz der Argumentation ‚das sei viel zu lasch‘. Es ist das, was im Gesetz steht.

    – Die polemische Hetze einiger Poster hier; die Stimmungsmache in der Linie ‚Wer hier der Meinung ist, irgendetwas, IRGENDETWAS sei Strafe genug, oder man müsse hier noch etwas zu etwaigen Fehlern schreiben, der soll das den Kindern erklären, die wegen Tauss‘ Abartigkeit zerfetzt worden sind‘ ist schlicht… widerwärtig. Zumindest offiziell heben wir hier noch einen Rechtsstaat. Lynchjustiz, Schwanz-Ab-Stammtischjustiz oder an Instinkte appellierende Stimmungsmache sind da NICHT das, was wir benötigen.

    So, und jetzt flamet noch schön.

  • #61
    Jens

    @zboson (56):
    Kannst Du mir mal eine Mail an vinsalt ät gmail dot com schicken, damit ich Deine eMail-Aresse habe (da ich eine Frage an Dich habe, die ich hier nicht stellen wollte)?

  • #62
    zboson

    @ #54

    Noch eine Ergänzung aus aktuellem Anlass, da Sie ja ein politisch interessierter Bürger sind ;-). Wenn wir also davon ausgehen, dass die Regierung über eine Koalition ihren Kontrolleur, die von uns gewählten Abgeordneten im Parlament, „ruhigstellen“ kann, um richtig „durchzuregieren“, reduziert sich die Gewaltenteilung auf Regierung und Gerichtsbarkeit. Na, dämmerts dem Leser der Qualitätsmedien, worauf ich hinauswill ;-)? Wer hindert denn die Regierung öfter mal, verfassungswidrige Gesetze vom hörigen Parlament verabschieden zu lassen bzw. hebt sie später auf (ist genauer formuliert)?

    Genau, das Bundesverfassungsgericht!

    Das ist jetzt natürlich ein bisschen blöd, weil: sieht ja nicht so gut aus, stört bei der Arbeit und kostet auch Geld. Aber dafür gibts ja unseren Horst Köhler, der uns Bürgern den Weg weist ;-):
    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0,3672,8072160,00.html

    Merke(l): lieber demonstrieren und koalieren statt zu klagen. Geben wir also unsere letzte „Ausputzer“kontrollinstanz einfach selber auf, um die Regierung nicht so zu belasten. Sagt unser Bundespräsident :-).

    Und alles nur, weil Parlamentarier versagen („Na gut, wir mussten da zu zustimmen, Koalition und so, aber wir hoffen, dass das BVerfG das aufhebt.“). Und laut Tauss-Gericht müssen die sich jetzt auch immer darauf verlassen, was ihnen die Regierung erzählt. Der Kontrolleur muss den Kontrollierten nach Fakten fragen.

    Sollte ich mal meinem Finanzamt erzählen: „was in der Erklärung steht, ist so, und jetzt haut ab.“ (Hint: morgens um 5 kommen dann die Jungs von der Steuerfahndung 😉 ).

    Am Ende reagiert dann die Regierung „durch“, kennt man ja aus der Wirtschaft, wenn Ackermann was beschließt, müssen ja auch alle Mitarbeiter folgen. Aber ist das dann noch eine parlamentarische Demokratie aus dem Lehrbuch?

    So, jetzt macht mal schön mit der Person Tauss weiter :-).

  • #63
    Patrizia

    @Zboson

    Die Logik Ihrer Argumentation erschliesst sich mir nicht …

    *lässt sich da aber gerne belehren*

    Nach der von Ihnen erwähnten „Gewaltenteilung“ ist Herr Tauss als Abgeordneter
    ganz offensichtlich Mitglied der Legislativen.

    Ihr ins Netz gestellter Link

    http://www.bundestag.de/service/glossar/K/kont_funk.html

    beschreibt die Kontrollfunktion des deutschen Parlaments gegenüber der
    Regierung; aber wie lässt sich daraus ein Recht auf Recherche unter Umgehung
    des gültigen Strafrechts für die einzelnen Abgeordneten herleiten ?

    Angenommen das deutsche Parlament beschliesst ein neues Drogengesetz, oder
    eine neues Drogensgesetz steht zur Beratung an … könnte dann der einzelne
    Abgeordnete im Drogenmilieu recherchieren und sich, wenn er bei seinen
    Recherchen mit dem gültigen Strafgesetzbuch in Konflikt kommt auf sein Gewissen
    oder auf die Kontrollfunktion des Parlaments gegenüber der Regierung berufen ?

    Doch wohl nicht … oder ist Ihr Beitrag so zu verstehen, dass der gewählte
    deutsche Abgeordnete mit Hilfe eines sog. Rechercherechts, was immer Sie jetzt
    auch darunter verstehen, sich jenseits der gültigen Gesetze bewegen darf, also
    quasi über dem Gesetz steht ?

    Es ist zu hoffen, und soweit ich die Gesetzeslage in Deutschland kenne bin ich mir
    da auch ziemlich sicher, dass dieses Urteil im Interesse der Demokratie und im
    Interesse der besonders Schutzbedürftigen, hier die Kinder, nicht aufgehoben
    wird.

  • #64
    zboson

    @ #63

    Herr Tauss ist verurteilt worden, weil §184 b Abs. 5 StGB auf Abgeordnete nicht anwendbar ist. Das hat er gedacht (wenn wir das zu seinen Gunsten annehmen), das Gericht ist dem nicht gefolgt. Es gibt also bereits einen Paragraphen, der Ausnahmen enthält.

    „aber wie lässt sich daraus ein Recht auf Recherche unter Umgehung
    des gültigen Strafrechts für die einzelnen Abgeordneten herleiten ?“

    Es geht mir nicht um ein neues Gesetz oder neue Rechte, ich hoffe von einer Revision, dass Abgeordnete Journalisten und insbesondere Ermittlern (= Exekutive) gleichgestellt werden, damit sie ihre Kontrollfunktionen ausüben können. Gleiche Rechte, nicht erweiterte Rechte. Es geht mir also um den erwähnten Paragraphen, weniger um allgemeine Zusatzrechte.

    Die Legislative muss Fakten der Exekutive selbständig und unabhängig verifizieren können. Dafür gibt es z.B. ja auch die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages. Das sollte für die meisten Abgeordneten reichen, es sind also keine neue Rechte notwendig ;-).

  • #65
    Das_Gewissen

    Kein Mwensch hat etwas dagegen, wenn Tauss ermittelt und seine Kenntnisse den zuständigen Behörden weitergibt. Dazu bedarf es aber nicht einer ganzen Sammlung an Kinderpornofien, ob als Bild oder Film. Was wollte er überhaupt mit dieser Sammlung anfangen? Sicher nicht den zuständigen Behörden übergeben. Wenn die Bedürworter von dem Verhalten von Tauss schon so weit gehen und Überschriften verfälschen, so ist das vielsagend. Folgt man Zobson, darf also jeder Journalist bzw. Abgeordnete sich zukünftig eine Aservatenraum zulegen, um unter Strafe stehende Sachen aufzubewahren. Die Genannten dürften dann sogar Waffen sammeln, von Drogen ganz zu schweigen. Für Ermittlungen reicht es doch aus, festzustellen, wo was zu finden ist und der Rest ist Angelegenheit der zuständigen Behörden. Was hat Tauss überhaupt daran gehindert, die Behörden von seinen Aktivitäten zu unterrichten? Hatten seine „Recherchen“ überhaupt einen Wert im Sinne der Ermittlungen?

  • #66
    Patrizia

    @Zbosen

    Ja, wenn Sie so argumentieren und sich genau an die Aussage des Gesetzes
    halten

    http://www.kinderschreie.de/09_internet/strafgesetzbuch.htm

    kann es doch nicht sein, dass Sie die Ausnahme, beschrieben unter Absatz (6),
    Herrn Tauss zubilligen. Hätten Abgeordnete dieselben Rechte wie die Exekutive,
    wäre die Gewaltenteilung aufgehoben und dies wäre ein Verstoss gegen die
    demokratischen Grundprinzipien.

    Genau weil es die Gewaltenteilung gibt, kann sich Herr Tauss nicht auf auf diese
    Ausnahmeregelung berufen. Das hat die deutsche Rechtssprechung, hier das mit
    dem Fall betraute Landgericht, sehr schön erkannt. Deshalb dürfte auch eine
    Revision des Urteils ohne zusätzliche neue Erkenntnisse ausgeschlossen sein.

  • #67
    zboson

    @ #66

    Das Urteil gegen Tauss geht völlig in Ordnung. Es hätte aber auch anders ausfallen können (Beispiel: überführter CSU-Abgeordneter: Fall geräuscharm abgewickelt; UvdL + BKA als Vorführerin dieses Materials vor Journalisten: Fall abgewiesen).

    @ #65

    Tauss ist kein Fallermittler, sondern wollte nach eigener Aussage die Ermittler überprüfen. Das nahm man ihm nicht ab, das war sein Risiko und dafür wurde er verurteilt. Der Rest Ihres Beitrags erledigt sich von selbst, wenn Sie meine Beiträge genauer lesen.

  • #68
    zboson

    @ #66

    Ich habe mir erst jetzt Ihren Link angesehen, die dort dargestellte Version ist nicht aktuell. Nehmen wir diese hier:
    http://dejure.org/gesetze/StGB/184b.html

    Die Berufsgruppen, für die die Ausnahme gilt, ist nicht definiert. Journalisten und Ermittler wurden im Prozess erwähnt. Es ist für mich aber nicht völlig offensichtlich daneben, wenn (Fach)Abgeordnete dazugehören (ergibt sich aus der Stellung eines Abgeordneten in der Gesellschaft; gilt aber z.B. sicher nicht für Privatpersonen). Das Gericht sieht das nicht so, also wird es wohl eine Revision geben, und irgendwann eine Klärung.

    Ein Gedankenspiel: nehmen wir mal an, ein Staatsanwalt würde gegen engagierte private Rechercheure dieser Materialien vorgehen („Kinderhilfsvereine“ o.ä.). Das wäre nach dem Gesetz möglich, da sie auch zeitweilig im Besitz sind. Ganz sicher fallen sie auch nicht unter den Paragraphen 184b. Was würden Sie dazu sagen ;-)?

    Als Abschluss: die Sache ist nicht so einfach, wie es sich Schröder und andere Kommentatoren machen.

  • #69
    Thomas Maier

    Die Frage ist nicht, was man selbst von Tauss hält, sondern wie man damit umgeht. Es gibt auch derzeit Bundestagsabgeordnete, die sich verdeckt über Kinderpornoringe informieren. Das Urteil besagt: Tauss hat sich einfach nur extrem saublöd und naiv angestellt.
    Aber der Titel des letzten Beitrags hier dazu, das ist BILD Niveau. Ich sags nur. Es gibt auch Leute, die die BILD kaufen.

  • #70
    Pyramus

    „Leute wie Tauss bilden den Markt, den die Vergewaltiger nutzen, um mit ihren Verbrechen Geld zu machen.“

    Dass das nicht der Wahrheit entspricht, wollen Sie wohl nicht wahr haben, Herr Schröder.

  • #71
    Das_Gewissen

    StGB 184b besagt:

    (5) Die Absätze 2 und 4 gelten nicht für Handlungen, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen.

    Seit wann gehört es zu den dienstlichen oder beruflichen Pflichten eines Abgeordneten, sich eine Sammlung kinderpornographischen Materials zuzulegen? Demnach dürfen sie auch Drogen in unbegrenzter Menge lagern. Wer soetwas sammelt, hat andere Interessen. Wenn das zulässig wäre, ist dem Handel mit diesen Dingen Tür und Tor geöffnet. Wenn man da auch noch Journalisten bewilligt, wird es gänzlich unkontrollierbar. Es werden sich sicher noch ein paar Berufsgruppen finden, denen man das „Ermitteln“ und daraus resultierend das „Sammeln“ bewilligen kann.
    Mir kommt das Ganze genauso verlogen vor, als wenn ein Priester sich lüstern Sexfilme in der Woche anschaut, um dann am Sonntag von der Kanzel zu poltern, wie verkommen doch die Menschheit sei. Nur ist solches Verhalten nicht strafbar, aber moralisch bedenklich. Tauss ist unglaubwürdig und hat sich somit strafbar gemacht.

  • #72
    otomo

    @71: Es ist Journalisten im Rahmen ihrer Recherchearbeit bereits bewilligt. Willkommen in der Realität.

    Dass Tauss sich strafbar gemacht hat streitet übrigens niemand ab. Auch er selbst nicht. Schön das Sie das hier auch nochmal feststellen.

    Für die moralische Bewertung gibt es letztlich keine objektiv überprüfbaren Fakten. Da man einem Menschen eine pädophile Veranlagung eben nicht durch eine Urinprobe nachweisen kann. Das Gericht hat Tauss von einer pädophilen Motivation freigesprochen. Natürlich darf sich jeder seine Meinung darüber bilden.

    Wer sich den Anspruch ans Revert heftet professioneller Schreiber zu sein sollte aber zumindest in Ansätzen die Fähigkeit zur Recherche anwenden und mit Fakten arbeiten und nicht mit dem „gesunden Volksempfinden“.

  • #73
    Das_Gewissen

    Schreibe ich chinesisch. Ermittlungen sind Journalisten erlaubt, wie jeden Bürger auch, aber nicht das Bunkern von Kinderpornographien oder Drogen. Darum geht es doch wohl.
    Die Fakten liegen doch auf der Hand. Tauss hat verbotenes Material gesammelt und wurde dafür verurteilt. Was gibt es da noch zu recherchieren? Das er pädophil sei, wurde auch nicht behauptet, aber dass er sich mit Interesse solches Material gesammelt und angesehen hat, steht ja wohl außer Frage. Das Beispiel mit dem Sexfilmchen ansehenden Priester #71 war schon zutreffend, auch wenn es nicht verstanden wird. Ich habe auch nicht behauptet, dass der Priester wild herumpoppt. Es ist eben schwierig zu unterscheiden, wo bei Tauss das Emittlungstechnische aufhört und die Begeisterung für Kinderpornographie anfängt. Mehr als seine Sammlung kann man eben nicht beweisen. Wer sich solch eine Sammlung zulegt und noch auf dem Handy mit sich herumschleppt, egal mit welcher Begründung, tickt ganz offensichtlich nicht richtig.

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