Thyssen in Schwierigkeiten

Den deutschen Stahlkochern geht es nach Jahren des Booms an den Kragen. Nun packt es auch ThyssenKrupp, einem der größten Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen.

Eigentlich sollte 2009 für das Unternehmen ein richtig gutes Jahr werden. Zehn Jahre war die Fusion von Thyssen und Krupp unter Dach und Fach und mit dem Umzug nach Essen sollte das Unternehmen an seine Wurzeln zurückkehren. Der Schreibtisch im Zentrum von Düsseldorf hatte ausgedient. Doch nun kommt es anders: In einigen Bereichen gehen die Mitarbeiter bereits auf Kurzarbeit; die Stahlsparte soll im Februar oder März folgen.

Die Maßnahme soll gleich bis Ende 2009 beantragt werden, schreibt das Handelsblatt. Grund dafür ist die Sorge der Führungsmannschaft um Ekkehard Schulz, dass die Nachfrage im kommenden Jahr schwach bleibt. Diese ist berechtigt, hängt doch das Wohl von ThyssenKrupp an der Automobilindustrie; und der geht es bekanntlich schlecht. Als BMW und dann auch noch Daimler ihre Produktion zurückfuhren, schrillten die Alarmglocken bei Thyssen.

Die Mitarbeiter bei dem Unternehmen müssen sich nun auf unruhige Zeiten einstellen; immerhin gilt der Vorstand mit Schulz an der Spitze als krisenerprobt, damit dürften Schnellschüsse zu Lasten der Belegschaft ausbleiben. Getroffen hat es aber bereits 2100 Leiharbeiter, die verbliebenen 1500 Leihkräfte müssen wohl auch gehen. Sollte aber die Nachfrage nach Stahl dauerhaft niedrig bleiben, dann könnte es auch die Stammbelegschaft treffen, fürchtet so mancher im Konzern.

Für die Stahlkonzerne kommt der Abschwung überraschend, hatte sich doch seit 2003 einen kräftigen Zuwachs verzeichnet. womit der Glaube genährt wurde, das ewig Auf und Ab der Branche gehört der Vergangenheit an. Diese Annahme erweist sich nun als falsch: Am stärksten bekommen dies die Mitarbeiter des Weltmarktführers ArcelorMittal zu spüren.

ArcelorMittal unterhält in Deutschland vier Standorte; und bei zwei von diesen kreist nun der Hammer. In Eisenhüttenstadt und Bremen fallen insgesamt 1500 Stellen weg. Die Kollegen in Duisburg kommen mit einem blauen Auge davon. Dort sollen nur 10 Arbeitsplätze wegfallen.

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