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Gewinnt ein biologischer Mann im Gewichtheben die Goldmedaille der Frauen bei Olympia?

Langhantel Foto: Jonik Lizenz: CC BY-SA 2.5

Es geht in diesem Artikel nicht darum zu diskutieren, ob Transgender Realität ist. Aus Sicht des Autors ist es völlig egal, mit welchem Geschlecht sich ein Mensch identifiziert.

Wer nun aber behauptet, es gäbe keine biologischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen, erweist allen, die sich für Transrechte einsetzen einen Bärendienst und steht in einer Reihe mit Impfgegnern und Trumpisten, für die Fakten eine fluide Masse sind.

Laurel Hubbard wird bei den Olympischen Spielen für Neuseeland im Gewichtheben antreten. Bis zum 34 Lebensjahr lebte Hubbard als Mann, biologisch ist sie es bis heute.

Die Frage im Wettkampf muss lauten, ob Transfrauen einen Vorteil haben. Das ist eine rein wissenschaftliche Diskussion, die Antwort lautet ja und der Vorteil ist extrem. Das IOC hat 2015 Richtlinien für Trans-Athleten festgelegt. Mittlerweile ist unstrittig geklärt, dass diese auf völlig falschen Annahmen beruhten und es nicht möglich ist, den biologischen Vorteil durch eine Hormontherapie auszugleichen.

In den vergangenen Jahren gab es hierzu eine Reihe an Studien. Roberts et al. schlussfolgerten 2020, dass der Vorteil im Laufsport selbst nach Hormontherapie bei wenigstens 9 %, vermutlich wenigstens 12 % liegt, bezogen auf die Zeit. Bezogen auf beispielsweise 10 KM Wettkämpfe bedeutet dies, dass Transfrauen bis zu drei Minuten schneller sind. Im Leistungssport ist das der Unterschied zwischen olympischem Gold und einem guten Platz bei einem lokalen Straßenwettkampf im Münsterland.

Im Radsport gibt es zwei prominente Beispiele. Veronica Ivy, vormals Rachel McKinnon, hält eigentlich eine Professur in Philosophie. Mit 30 Jahren begann die Geschlechtsumwandlung, 2017 stieg sie in den Bahnradsport ein. Ein Jahr später holte sie erst den Weltrekord, einen Tag später die Weltmeisterschaft.

Natalie van Gogh war bis zum 31 Lebensjahr ein Mann und im Radsport völlig erfolglos. Seit der Geschlechtsumwandlung 2005 zählt sie zu den erfolgreichsten Radsportlerinnen der Niederlande.

Auffällig ist auch, dass alle drei Athletinnen im Schnitt 10-20 Jahre älter sind, als die gesamte Konkurrenz und es dennoch schaffen, nahezu ohne Training Athletinnen zu besiegen, die ihr gesamtes Leben im Leistungssport trainiert haben.

Hilton und Lundberg untersuchten 2021 die Auswirkungen einer umfangreichen Hormontherapie auf den Körper im Sport, insbesondere mit Fokus auf Kraftsport. Die Hormontherapie führte lediglich zu einer Kraftreduktion um etwa 5 %. Je nach Sport liegt der biologische Vorteil von Transathleten bei weiterhin 10 – 50 %. Anderson et al. kommen zu dem Schluss: “We reason that transwomen and cismen are not only advantaged, but unfairly advantaged.”

Dies aus ideologischen Gründen zu negieren, ist eine völlige Farce und verspottet den Frauensport.

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10 Kommentare zu “Gewinnt ein biologischer Mann im Gewichtheben die Goldmedaille der Frauen bei Olympia?

  • #1
    Ruhr Reisen

    Die Welt ist verrückt geworden. Anders ist das nicht mehr zu benennen. Vor Allem: Wer oder wen, verdammt Axt, interessiert noch dieses queere Geschlechterhopping, wo Männer Frauen und Frauen Männer sein wollen, womöglich will die Katze bald lieber Hund…ach lassen wiir das… – und als Krone obendrauf dann aber im Profisport die Goldmedaille ohne Gewissen einheimsen, die sie im falschen Körper nie erreicht hätten?
    Das ist nicht mehr ernst zu nehmen. Macht euer Zeug doch einfach und belästigt nicht Alle damit.

  • #2
    Ali Mente

    Schön zu sehen, wenn der ganze "das Geschlecht ist nur ein gesellschaftliches Konstrukt"-Quatsch von der Realität entlarvt wird. Bin schon gespannt, wie man das "Problem" lösen wird.

  • #3
    Adrian E.

    Wenn jemand dafür ist, getrennte Wettkämpfe von Männern und Frauen überhaupt aufzuheben, könnte man das diskutieren. Das würde dann heißen, dass Frauen in vielen Sportarten kaum mehr eine Chance hätten – ich bezweifle, dass das erwünscht ist.

    Offensichtlicher Blödsinn ist es, getrennte Wettkämpfe zwischen Männern und Frauen aufrechtzuerhalten, aber nicht auf das biologische Geschlecht zu achten, sondern auf die Gender-Identifikation. Eine solche Identifikation ist für den Sport vollkommen irrelevant, wenn das Geschlecht überhaupt berücksichtigt wird, muss es natürlich das biologische Geschlecht sein.

  • #4
    Helmut Junge

    Männer sind davon nicht betroffen, Frauen schon. Also müssen die Frauen das Problem auch lösen.

  • #5
    GMS

    @Helmut Junge

    Das ist nicht richtig, dieser Blödsinn macht unser aller Leben schlechter und geht und damit auch uns alle an.

  • #6
    Helmut Junge

    @GMS, natürlich ist das Blödsinn, aber in erster Linie ist es unfair gegenüber den Frauen. Der Hauptgrund dafür, daß Frauen in einigen Sportarten eigene Frauenverbände haben, ist doch die körperliche Ungleichheitgegenüber den Männern. Andere Gründe gibt es noch zusätzlich. Und das ist bisher weltweit anerkannt gewesen. Wenn das IOC glaubt, das nun ändern zu müssen, liegt es daran, daß diese Frauenverbände nicht laut genug dagegen Stellung beziehen. Aber das wird sich ändern, wenn Transfrauen immer gewinnen. Das zu ändern scheint mir aber nicht die Sache der Männer zu sein, sondern Sache der Frauenverbände. Es sei denn, sie würden überhört, weil die Männer im IOC die Mehrheit stellen und die Frauen unterbuttern.

  • #7
    Angelika, die usw.

    #4
    @Helmut Junge

    Genau, @GMS (#5)! Die Menschen (!) müssen das Problem lösen. Gemeinsam!

  • #8
    ccarlton

    Impfgegner und Trumpisten.

    Diese Gleichsetzung demonstriert einen eklatanten Mangel an Ahnung. Zuerst einmal hätten wir ohne Donald Trump und dessen Operation Warp Speed wahrscheinlich noch keine Impfstoffe und was den Ursprung von Corona angeht, sieht es mehr und mehr danach aus, als hätte er dort ebenfalls richtig gelegen.

    Weiterhin wird die Benachteiligung von biologischen Frauen und Mädchen im Sport in Europa nicht nur nicht kritisiert, sondern regelrecht begrüßt. In den USA gibt es dagegen Widerstand und der kommt von nicht von den Demokraten. Es sind die Republikaner, die ihre Stimme gegen Diskriminierung von Frauen erheben.

  • #9
    Helmut Junge

    @Angelika, die usw., ich tue was ich kann, aber ich bin in keinem dafür relevanten Sportverein.
    Im Schach, dem einzigen Sport, den ich im Verein betreibe, gibt es auch spezielle Frauenturniere, an denen Männer nicht teilnehmen dürfen. Nur Kontrollen gibt es dort nicht. Wer lt. Personalausweis eine Frau ist, ist spielberechtigt. Wer soll das denn kontrollieren wollen? Ich würde solche Kontrollen im dem Bereich auch niemals fordern oder unterstützen. Es gibt auch keine Untersuchung, die zeigen würde, daß Frauen wegen ihrer biologischen Struktur im Schach benachteiligt sind. Es gibt nur sehr wenig Frauen, die Spaß an diesem Sport haben, und man(n) tut alles, um das zu ändern. Sinn machen solche Kontrollen nur im körperlichen Leistungssport.

  • #10

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