Diskussionen zur Unzeit gefährden BVB-Erfolg – Was soll das, Aki Watzke?

Clubboss Aki Watzke sorgt beim BVB derzeit für Diskussionen. Foto: Robin Patzwaldt

Manchmal muss man sich ja wundern. Da steht der BVB nach den wirklich schweren Tagen rund um diesen unsäglichen Anschlag auf den Mannschaftsbus vor rund einem Monat sportlich wieder recht gut erholt dar, konnte nicht nur das DFB-Pokalhalbfinale in München gewinnen, sondern zuletzt auch in der Fußball-Bundesliga wieder gut und regelmäßig punkten, zeigte sich von der riesigen Unruhe wieder überraschend gut und schnell erholt (zumindest äußerlich), hat sich ein sportlich wichtiges Spiel gegen den direkten Mitkonkurrenten um Platz Drei, 1899 Hoffenheim, erarbeitet, und dann das.

Nach einer Woche voller erneuter Wechselspekulationen rund um Star-Stürmer Aubameyang sorgte plötzlich ein Interview von Club-Boss Aki Watzke mit den Kollegen der Funke Mediengruppe, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung aus Essen, für reichlich Diskussionen unmittelbar vor dem Spiel am Samstag. Ärgerlicher geht es kaum.

Entsprechend kurzsilbig fiel dann auch die Reaktion von Trainer Thomas Tuchel aus, als er kurz vor dem Spiel darauf angesprochen wurde. Er verweigerte schlicht die Aussage zum Inhalt der Diskussionen, verwies auf die sportliche Herausforderung, welche vor ihm und dem Team liegen würde. Zu Recht!

Was war geschehen?

In einem inhaltlich eigentlich insgesamt doch eher wenig spektakulär daherkommenden Interview hatte Watzke das Thema der bereits vor Wochen jedermann deutlich erkennbar gewordenen Differenzen zwischen ihm und Coach Tuchel plötzlich völlig unnötig wieder aufgemacht, ohne dabei jedoch substantiell Neues zu sagen.

Wörtlich lautet die Passage des Interviews:

 

Frage: Einen Tag nach dem Anschlag wurde die zunächst abgesagte Champions-League-Partie gegen Monaco nachgeholt. Trainer und Spieler äußerten danach sehr heftige Kritik am Spieltermin. Hat Sie das irritiert?

Watzke: (überlegt lange) Teilweise.

Frage: In der Frage ist ein klarer Dissens sichtbar geworden zwischen Ihnen auf der einen Seite und dem Trainer auf der anderen.

Watzke: Das ist so, ja.

 

Nun, das wusste eigentlich jedermann doch eh schon. Wer die Ereignisse rund um das UEFA Champions League- Viertelfinale zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco verfolgt hat, dem waren die unterschiedlichen Erfindungen und Bewertungen schon damals aufgefallen. Die Aussage von Watzke kann also niemanden wirklich überrascht haben. Trotzdem wurde in fast allen Medien nun wenige Stunden vor dem sportlich so wichtigen Spiel gegen 1899 Hoffenheim in der Bundesliga nun erneut ein ganz großes Fass aufgemacht, wurden Trainer und Spieler des BVB natürlich auch nicht nur frisch an die trüben Tage im April erinnert, sondern auch von der sportlichen Herausforderung abgelenkt. Dass Tuchel darüber nicht amüsiert war, das dürfte also logisch gewesen sein.

Und auch Watzke müsste ja klar gewesen sein, was er da in Gang setzten könnte, wenn er nun kurz vor dem drittletzten Bundesligaspiel ‚seiner’ Mannschaft das Thema noch einmal unnötig frisch aufmacht, den ohnehin bekannten Riss im Verhältnis zu Trainer Tuchel noch einmal auf die große Bühne hebt. Warum also tat er es trotzdem?

Watzke ist ja kein Amateur, man darf also davon ausgehen, dass ihm dieses so auch klar war. Warum also gefährdet er den sportlichen Erfolg im Vorfeld einer so wichtigen Begegnung?

Man darf spekulieren. Und egal in welche Richtung man dann überlegt, die Rolle von Tuchel stärkt das in keinem Falle. Watzke wird die Unruhe und Diskussionen aus irgendeinem Grunde zumindest billigend in Kauf genommen haben. Vieles deutet  somit derzeit eher auf eine Trennung des BVB von dem respektierten aber wohl von vielen im Verein nicht wirklich geliebten Übungsleiter hin. Denn Watzke dürfte hier bei diesem ‚Machtspiel‘ schlicht am längeren Hebel sitzen.

Nun hat der BVB das Spiel gegen Hoffenheim am Samstag bekanntlich am Ende ja (mit viel Glück) knapp mit 2:1 gewonnen, liegt nun auf einem guten Kurs um Platz Drei am Ende der Saison tatsächlich zu erreichen. Und auch im anstehenden DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt sind die Dortmunder der Favorit. Kann also gut sein, dass die Schwarzgelben mit Platz Drei und Pokalsieg am Ende des Fußballjahres in rund drei Wochen auf eine tolle Saison zurückblicken können. Eine Umbruchsaison mit einem Titel und der direkten Qualifikation zur Champions League zu beenden, auch Aki Watzke hätte viel Grund zur Freude.

Warum also gefährdet er diese auch von ihm hoffentlich herbeigesehnten Erfolge durch so kontraproduktive Interviews mit der WAZ? Man kann es schlicht nicht erklären geschweige denn Nachvollziehen als BVB-Anhänger. Und daher steht Watzke seit gestern auch in vielen Fanforen der Dortmunder selber massiv unter Druck. Selber Schuld, kann man da nur sagen! Aber diese altbekannten Diskussionen zu Unzeiten nun neu zu befeuern ist einfach vereinsschädigend.

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GMS
GMS
7 Jahre zuvor

Bei allem guten was man über Watzkes Arbeit sagen kann. Bei Interviewsanfragen sollte er besser ablehnen. Un das nicht erst seit diesem Interview.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Robin,
ja, "man" fragt sich….
"Under BVB" gewinnt 2:1 in einem besonders bedeutsamen Spiel und schafft den 3.Platz.
Die Freude darüber hat mir Watzke vermiest.

Wie alle anderen Fans auch, frage ich mich. was Watzke dazu gebracht haben könnte, sich wie geschehen zu äußern; ich weiß es so wenig wie alle anderen Fans.

Ich schieße nicht aus, auch aufgrund vergleichbarer, wenn auch wenig gewichtiger Äußerungen von Watzke, daß sein Ego es ihm nicht möglich macht zu akzeptieren, daß er einen Trainer hat, der seine Job im Rahmen seiner Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten -letztere insbesondere in Verantwortung gegenüber "seinen Spieler"- eigenverantwortlich wahrnimmt und der sich insofern primär nicht Watzke und Zork verantwortlich fühlt. Hinzu mag kommen, daß das Ego von Watzke es ihm nicht möglich macht zu akzeptieren, daß er mit Tuchel einen Trainer hat, der ihm intellektuell überlegen zu sein scheint.

Für einen Aktionär des BVB liegt die Frage auf der Hand, ob die Watzke – Äußerung geschäftsschädigend sein könnte!

-Was hätte Watzke zu erwarten gehabt, wenn das Spiel gestern verloren gegangen wäre?
-Was hat Watzke zu erwarten, wenn die nächsten beiden Spiele nicht gewonnen werden -und der Pokal nicht nach Do geholt wird?
Watzke hat sich,jedenfalls für mich, wider die Vereinsinteressen über Tuchel geäußert. Und damit vemutlich unbeabsichtigt, sich als "Sündenbock" präsentiert, sollte -wider mein Erwarten-………….

Für einen Fan stellt sich die Frage, ob Watzke nicht wie jeder Fan, besser wohl, noch mehr als jeder Fan, vor einem Spiel alles zu unterlassen hat, was Spieler/Trainer unnötig belasten und einen Sieg völlig unnötig gefährden würde.
"Unverständlich, unerklärlich", Herr Watzke!!!

PS
1.
Watzke sollte zur Kenntnis nehmen -sich daran- erinnern, daß er nicht Eigentümer des Vereines ist, sondern nur ein "auf Zeit " angestellter Geschäftsführer, über dessen eklatante Fehlleistungen auf Dauer nicht hin weggesehen werden wird, weil er -völlig unbestritten- den Verein wirtschaftlich/finanziell vor "seinem Aus" gerettet hat.
2.
Ich würde es für eine eklatante Fehleistungen von Watzke halten, wenn er tatsächlich dabei sein sollte , Tuchel -so oder so – los zu werden; einen Trainer, für den sich mittlerweile europäische Spitzenvereine interessieren und der u.a. in der jetzt ablaufenden Spielzeit bewiesen hat, wozu er fähig ist -nach dem Weggang von Hummels, Gündogan, Mik……und dem Zugang sehr, sehr junger, hoch talentierter, aber sehr unerfahrener Spieler und nach so manchen "Auf und Ab" im Laufe der Spielzeit.
Was war denn das sportliche Ziel von Watzke über das Erreichen einer erneuten Champ.lig , über das Erreichen des Viertelfinales in der laufenden Champ.lig-Saison, über das Erreichen des Pokal-Finales hinaus?

Herr Watzke,
als verantwortlicher Geschäftsführer sollten sie wissen, daß man seine Kollegen, seine Mitarbeiter nicht danach beurteilt, ob man sie mag, ob man emotional mit ihnen klarkommt, ob man sie persönlch/menschlich wertschätzt oder nicht, sondern danach, ob und inwieweit sie die ihnen obliegenden Aufgaben gemessen an den Unternehmenszielen erfüllen! Und wenn Sie, Herr Watzke,
sich so -und nicht anders- mit dem derzeitigen Trainer des BVB befassen, dann…….

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
7 Jahre zuvor

http://www.sport.de/news/ne2482789/watzke-klopp-vergleiche-fuer-tuchel-unfair/

– ""Thomas ist ein völlig anderer Mensch als Jürgen. Thomas ist jemand, der durch seine Arbeit überzeugt. Jürgen hat diese Aura und ist eigentlich ein geborenes Showtalent""
– "Tuchel sei im Gegensatz zu Klopp ein "zutiefst sachlicher Mensch, der nicht so leicht zu emotionalisieren ist""
– ""Das Anforderungsprofil für uns ist nach wie vor die Trainerarbeit, und damit können wir sehr zufrieden sein", so Watzke. "Wenn wir emotional zwanghaft daran festhalten wollen, müssen wir uns umbenennen. Dann müssen wir uns Klopp-Jünger nennen.""

Das war Ende Oktober letzten Jahres. Jetzt die sehr emotionale Reaktion Tuchels auf die hyperrationale Aktion der Vereinsführung nach dem Attentat, das hat Watzkes Glauben an den supersachlichen Tuchel wohl erschüttert. Das ist imho auch der Grund, warum Tuchel in der PK und den Interviews nach dem gestrigen Spiel so stark seine Traineraufgabe betont und über Watzkes Spruch nichts sagen will.

Entweder lernt man sich nun neu kennen oder das war's für Tuchel.

thomas weigle
thomas weigle
7 Jahre zuvor

Da war die Sprengladung doch noch folgenreicher und noch schwerwiegender als es zunächst aussah. Eigentlich sollte man doch annehmen, dass dieser perfide Anschlag die Betroffenen in jeder Hinsicht enger zusammen spielen und stehen lässt.
Oder hat der böse Anschlag eine Fassade ans Wanken oder gar zum Einstürzen gebracht?

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Kommentar bei t-online von Florian Wichert:
noch"…ein Jahr zusammen und dann einen Schlußstrich ziehen".

In dem Kommentar wird u.a. hingewiesen auf:

"Tuchel is der bete BVB-Trainer aller Zeiten: 2,12 Punkte im Schnittt
Klopp: 1,9 -"-
Hitzfeld: 1,85 -"-.

Alles relativ, aber immerhin -sh.-noch-fehlende Titel für Klopp.

Klaus Lohmann,
"oder das war's für Tuchel".
Ist es völlig undenkbar, 'mal schreiben zu können: "..oder das war's für Watzke ?".

In meinen -zugegeben sehr kleinen BVB-Bekanntenkreis- sind jedenfalls im Moment einerseits der Ärger über Watzke und anderseits die Sympathie gegenüber Tuchel sehr, sehr groß.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Thomas Weigle,
ja, die Annahme lag nahe, nach der das Attentat auf Mannschaft und Trainer hätte dazu führen können, Trainer/Spieler/Vereinsführung -konkret Watzke- "noch enger zusammen zu schweißen".
Die hat Watzke jetzt "überdeutlich" für sich und sein Verhältnis zu Tuchel widerlegt, während anderseits -zu meiner Freunde- das Attentat Trainer und Spieler noch enger verbunden haben als es bis dato der Fall zu sein schien. Letzteres gibt mir trotz der "Causa Watzke-Tuchel" Anlaß zu der Hoffnung, daß der 3.Platz gehalten und der Pokal nach DO geholt werden kann (Thomas Weigle; gegen "Deine" Eintracht, der gegenüber der BVB für mich wider andere Meinungen nicht als Favorit ins Endspiel geht.)

Völlig unverständlich ist mir u.a. auch, daß die "unternehmerische Führungspersönlichkeit Watzke" sich im Interessen des Unternehmens -hier des BVB- nicht an das Gebot hält, nämlich nie (!!) in der Öffentlichkeit Meinungsverschiedenheiten mit einem leitenden Mitarbeiter preiszugeben und diese noch"zu befeuern". Das spricht -m.E.- gegen die unternehmerischen Führungs-Qualitäten von Watzke. Ich bin insofern jedenfalls vom "Unternehmenschef" Watzke enttäuscht.
Das wird allerdings Watzke nicht interessieren und das mag auch -zugegeben-eine übermäßige Reaktion meinerseits auf die betr. Watzke-Äußerungen sein.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Robin
Da gebe ich Dir und Deinen Ausführungen im Artikel grundsätzlich Recht, Zeitpunkt und Inhalt der Aussagen Watzkes sind zumindest auf den ersten Blick nur schwer nachvollziehbar, vor allem wenn man weiß, dass er ein langjährig erfahrener Profi, auch ein Medienprofi ist. Warum also hat er dieses Fass vermeintlich zur Unzeit, in der entscheidenden Schlussphase der Saison, aufgemacht?

Darüber kann man nur spekulieren. So blauäugig um das mediale Echo nicht absehen zu können, ist Watzke nicht. Aber man kann auch kaum annehmen, dass ausgerechnet Watzke, der den BVB seit mehr als 10 Jahren sehr überzeugend und erfolgreich führt und der die Interessen des BVB immer an die erste Stelle stellte, sehenden Auges einen Schaden für den BVB in Kauf nehmen würde.
Das Problem für uns Außenstehende ist natürlich auch, dass wir nicht wissen, was intern genau abgelaufen ist und was alles hinsichtlich der Haltung Watzkes eine Rolle spielt.

In den letzten Wochen hat Tuchel an Profil gewonnen und das Team nach dem schrecklichen Anschlag mit mentaler Stärke, Führungsstärke und sehr feinfühlig durch diese extreme Ausnahmesituation geführt, fand auch öffentlich fast immer die richtigen Worte.
Zudem ist der BVB trotz des größten personellen Umbruches im Kader usw. und trotz der Auswirkungen des schrecklichen Anschlages sportlich in der Liga auf Kurs, hat die Erwartungen in der CL übererfüllt und kann sogar noch das Pokalfinale gewinnen.
Was sollen da eigentlich Klubs wie Gladbach, Leverkusen, Schalke und Wolfsburg sagen? Und im Pokalfinale steht der BVB auch noch.
Kaum jemand hätte es für möglich gehalten, dass Team und Trainer die Folgen des schrecklichen Anschlages zumindest auf dem Platz innerhalb weniger Wochen überwinden können, was nicht hoch genug zu bewerten ist.

Alles schien zuletzt wieder bestens zu sein, also wieso äußert sich Watzke jetzt und in dieser Form auf Interviewfragen? Dass Watzke und Tuchel nicht unbedingt auf einer Wellenlänge sind, war und ist so ziemlich jedem aufgefallen, aber das müssen sie auch nicht unbedingt sein. Und dass Tuchel seine Ecken und Kanten hat, als Persönlichkeit nicht einfach ist, wusste man schon bei seiner Verpflichtung.

Man kann Watzkes Aussagen eigentlich nur so werten, dass er deutlich machen wollte, dass trotz der geschilderten positiven Entwicklung eine Vertragsverlängerung mit Tuchel offen ist, also in dem vereinbarten Gespräch nach Ende der Saison noch einiges geklärt werden muss und dass er der Öffentlichkeit und den Fans da auch nichts vormachen wollte. In diesem Zusammenhang betonte Watzke schon mehrfach die Begriffe "Kommunikation, Vertrauen und Strategie", um gleichzeitig zu sagen, dass es an Tuchels fachlicher Eignung keinerlei Zweifel gebe.

Also muss man davon ausgehen, dass das Vertrauensverhältnis belastet ist, dass es in Sachen "Kommunikation" hakt und dass man bezüglich der strategischen Ausrichtung des BVB unterschiedlicher Meinung ist. Aber dann hätte Watzke im Interesse des BVB jetzt schweigen und das Gespräch nach Ende der Saison abwarten sollen. Offenbar wollte er nicht, dass die Vertragsverlängerung Tuchels als Selbstläufer gesehen wird und wollte auch Richtung Tuchel ein Zeichen setzen, nicht dass alle denken, es sei Friede, Freude, Eierkuchen eingekehrt und dann trennt man sich überraschend.

Ein Satz Watzkes im zitierten Interview ist sehr aufschlussreich, denn auf die Frage, ob Tuchel nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung, sondern auch bei ihm (Watzke) mit seinem feinfühligen Krisenmanagement nach dem Anschlag gepunktet habe, antwortete er:
"Ich bewerte alles rund um das Attentat natürlich auch vor dem Hintergrund dessen, was wir intern vertraulich miteinander besprochen haben und was möglich war."

Das kann nur bedeuten, dass Watzke die Aussagen Tuchels einen Tag nach dem Anschlag und dessen massive Kritik an der Spielansetzung (auch wenn er da nur die UEFA nannte) als Vertrauensbruch und als Affront gegen sich ansieht, denn Watzke war im Krisenstab eingebunden und hatte die Interessen des BVB soweit als möglich vertreten.
Watzke sieht das also so, dass Tuchel zwar den engen Schulterschluss mit der Mannschaft herstellte, aber nicht mit ihm als Boss des BVB, also der Eindruck entstehen konnte, da ist der feinfühlige Tuchel auf der einen Seite und der etwas herzlose Pragmatiker und Funktionär Watzke auf der anderen Seite, wobei man weiß, dass Watzke die Spieler sehr am Herzen liegen und er als menschlicher Chef gilt. Watzke betonte auch, welch enorme Belastung das für die Spieler bedeute und hob hevor, dass ja auch der Trainer im Bus gesessen hatte.

Klar ist, es war ein Wettbewerb der UEFA, die UEFA hatte das letzte Wort und Monaco musste Lösungen zustimmen, ohne Monaco ging nichts. Der BVB konnte also nicht über die weiteren Abläufe und die Neuansetzung des Spieles entscheiden. Laut verschiedenen Medienberichten, setzte sich Watzke im Krisenstab für eine deutlich spätere Ansetzung des Spieles ein, z. B. durch Verlegung der Pokalspiele beider Klubs, was aber Monaco ablehnte. Am Ende blieb nur die Möglichkeit, am nächsten Abend zu spielen (Regelfall lauf Regularien der UEFA) oder nicht anzutreten und zu riskieren, dass das Spiel mit 0 : 3 als verloren gewertet wird oder sich freiwillig aus dem Wettbewerb zurückzuziehen. Laut Watzke wurden die letztgenannten Varianten in Betracht gezogen, aber wieder verworfen, auch weil man der Mannschaft nicht komplett die Chance nehmen wollte, doch das CL-Halbfinale zu erreichen. Am Tag des Nachholspieles war Watzke dann wohl auch im Trainingszentrum und stellte den Spielern ausdrücklich frei, zu spielen. Laut Watzke hätten weder Spieler noch Trainer darauf gedrängt, nicht anzutreten. Aber das war natürlich auch eine Art Zwangslage für Spieler und Trainer.

Wenn man jetzt diesen Ablauf sieht und den oben zitierten Satz Watzkes im Interview, dann hat er Tuchel offenbar vertraulich über die Abläufe im Krisenstab, die Haltungen der UEFA und der Vertreter Monacos sowie über das, was machbar war und was nicht, informiert. Evtl. hat man sich auch in der weiteren Vorgehensweise abgestimmt.

Dann hat Tuchel auf der PK die Spielansetzung massiv und auch mit Recht, also verständlicherweise kritisiert, denn normalerweise kann man nur einen Tag nach einem Anschlag nicht schon wieder spielen, allerdings wohl auch im Wissen, dass mit der UEFA und Monaco am Abend zuvor keine andere Lösung möglich war.
Aber auf dieser PK hat er nur sehr überzeugend den Schulterschluss mit den Spielern hergestellt, was richtig und wichtig war, nicht aber mit BVB-Boss Watzke, obwohl es wohl eine vertrauliche Info bzw. ein Austausch zwischen Watzke und Tuchel gegeben hatte.
Tuchel hätte z. B. sagen können, er wisse, dass die Bosse des BVB um eine andere Terminierung kämpften, aber der BVB habe das nicht alleine bestimmen können, sei auf eine Einigung mit allen Beteiligten angewiesen. Tuchel hätte auch sagen können, dass Boss Watzke und er jedem freigestellt hätte, zu spielen. Auf diese Weise hätte Tuchel Watzke mit ins Boot genommen und den Schulterschluss auch mit ihm hergestellt, die Einheit des BVB demonstriert.

Es war sicherlich ein Fehler Tuchels, das nicht zu tun und zu riskieren, dass der Eindruck entsteht, hier die Spieler und der Trainer und dort die Bosse des BVB. Aber hat er das absichtlich so gemacht oder muss man berücksichtigen, dass er als Betroffener auch in einer emotionalen Ausnahmesituation war und das gut bewältigt hat? Und was genau hatten Watzke und Tuchel vertraulich besprochen? Das wissen wir nicht.

Zu Beginn dieser Saison soll es laut Medienberichten zu Unstimmigkeiten zwischen Watzke und Tuchel gekommen sein, weil Watzke zunächst ausgeschlossen hatte, dass Hummels, Mkhitaryan und Gündogan gleichzeitig den BVB verlassen könnten, es aber am Ende dann doch so gekommen ist. Tuchel wollte wohl auch Toprak schon zu dieser Saison, aber Leverkusen verlangte einen Betrag über Marktpreis und das lehnten die BVB-Bosse ab, auch weil Toprak für kommende Saison eine Ausstiegklausel hatte und jetzt auch kommende Saison zum BVB wechselt.

Tuchel brauchte erkennbar einige Zeit, um das so zu akzeptieren, musste dann 8 Neuzugänge integrieren, darunter mehrere junge Toptalente. Götze und Schürrle, die als schon erfahrene Spieler Stabilität geben sollten, sind entweder wegen Erkrankung ganz oder wegen Verletzungen größtenteils ausgefallen. Nach dem einen oder anderen unbefriedigenden Spiel hat sich Tuchel so geäußert, dass man das schon etwas als Ausrede und / oder als Kritik an der Personalpolitik und strategischen Ausrichtung der Bosse verstehen konnte.

Watzke wiederum betonte nach überzeugenden Siegen mehrfach, dass man eine gute Mannschaft habe, die hohen Ansprüchen genüge und dass es angesichts des Transferwahnsinns nur der Weg des BVB sein könne, neben dem einen oder anderen erfahrenen Spieler auch jüngere Spieler mit großem Potenzial zu holen, die man selbst auf internationales Topniveau entwickle, um so immer wieder eine titelfähige Mannschaft aufbauen zu können. Das war wohl durchaus auch an die Adresse des etwas ungeduldigen und ehrgeizigen Trainers gerichtet. Unter anderem holte der BVB ja unter massiver europäischer Konkurrenz das Mega-Talent Dembélé und den auch noch sehr jungen Europameister Guerreiro.
Seit Jahren steht der BVB auch fast jedes Jahr in einem Finale (CL, Pokal) und erreicht auch regelmäßig die CL-Teilnahme.
Watzke betonte auch schon einige Male, dass es ja ein Privileg für einen jungen Trainer sein müsse, einen europäischen Topverein wie den BVB trainieren zu können. Watzke war wohl der Ansicht, dass sich Tuchel als junger Trainer, der zuvor noch keinen Topclub trainierte, der CL spielt, der auch noch keinen Titel mit Profis gewonnen hat, erstmal seine Sporen verdienen muss, während Tuchel intern evtl. zu forsch aufgetreten ist.

Es sieht so aus als ob die Chemie zwischen Watzke und Tuchel einfach nicht stimmt, bisher auch keine ausreichende persönliche Vertrauensbasis hergestellt werden konnte und man auch sowohl in der internen Kommunikation als auch in der Kommunikation nach außen nicht auf einem Nenner ist. Man weiß ja, wie wichtig gerade Watzke eine gemeinsame Kommunikationsstrategie ist, weil er weiß, wie stark der BVB und Aussagen der Vertreter des BVB national und international wahrgenommen werden. Die enorme mediale Wirkung jedes Satzes, jedes Wortes eines BVB-Trainers hatte Tuchel mehrfach auch unterschätzt und war dann überrascht, welche Wellen das wochen- oder monatelang geschlagen hat (Fouldebatte usw.).

Watzke hat die fachliche Qualität Tuchels nie in Frage gestellt, aber aus seinen Äußerungen kann man nur den Schluss ziehen, dass die Vertrauensbasis zwischen ihm und Tuchel angekratzt ist und dass es auch Differenzen in Sachen "Kommunikation" und "strategischer Ausrichtung" gibt. Diese Dinge gewichtet Watzke offenbar so hoch, dass das Tuchel mit der reinen fachlichen Trainerleistung nicht kompensieren kann.

Wie gesagt, ich glaube nicht dass der Profi Watzke jetzt blauäugig handelte, glaube aber auch nicht, dass er einen möglichen Schaden für den BVB durch seine Äußerungen in Kauf nehmen wollte. Um alles fair und korrekt einschätzen zu können, fehlen uns als Außenstehenden die Infos, insbesondere wissen wir nicht, was intern beim BVB abgelaufen ist, wer sich an etwas evtl. nicht gehalten hat, ob es Handlungen und Aussagen gegeben hat, die Anlass für Misstrauen und Zweifel sind usw.

Da könnte nur Watzke für Aufklärung sorgen und weil wir die Internas nicht kennen, bin ich derzeit noch etwas vorsichtig mit einer endgültigen Bewertung, hätte es aber nach bisherigem Kenntnisstand für besser gefunden, alle Beteiligten hätten jetzt an einem Strang gezogen, Geschlossenheit demonstriert und sich auf das Erreichen der Ziele, CL-Platz und Poklasieg, konzentriert.

Für mich sieht es so aus, dass durchaus beide Seiten Fehler machten und evtl. zu wenig aufeinander zugegangen und vielleicht auch zu stur sind. Watzke ist als unumstrittener Boss des BVB auf jeden Fall in der wesentlich stärkeren Position und sich als Trainer mit ihm zu überwerfen, kann nicht gut ausgehen.
Tuchel hat ja noch 1 Jahr Vertrag, also bis Mitte 2018 und nach Ende der Saison sollte über eine vorzeitige Verlängerung gesprochen werden. Plötzlich kann man nicht mal mehr eine Trennung schon im Sommer 2017 ausschließen. Es gibt also 3 Möglichkeiten, Tuchel erfüllt seinen Vertrag bis 2018, Tuchels Vertrag wird über 2018 hinaus verlängert oder man beendet die Zusammenarbeit schon nach Ende dieser Saison. Eine Vertragsverlängerung ist allerdings derzeit sehr fraglich geworden ist. Wenn es Watzke und Tuchel nicht schaffen, eine gute gemeinsame Vertrauens- und Arbeitsbasis herzustellen und Eiunigkeit über die strategische Ausrichtung erzielen, macht es nicht mal Sinn, den laufenden Vertrag bis 2018 noch zu erfüllen.
Das wäre sehr schade, denn es sah eigentlich immer mehr danach aus als ob Tuchel auf Jahre hinaus die Lösung auf der Trainerposition des BVB sein könnte und seine sportliche Bilanz ist auch überzeugend.
Leider bleibt es in dieser Frage jetzt spannend und leider ist das auch mit Unruhe verbunden, die man gerade jetzt in den entscheidenen Spielen nicht brauchen kann.

Tilleulenspiegel
Tilleulenspiegel
7 Jahre zuvor

Wahrscheinlich stinkt dem bornuwrten eitlen Fatzke, dass nicht er selber, sondern Tucholsky und die Mannschaft im Mittelpunkt stehen.

Wahrscheinlich hat Tuchel einfach keinen Bock, mit dem als Fussballer früher sehr begrenzt talentierten Schwatzke über Fussball zu sprechen und ihn in die Trsiningsarbeit sowie die Mannschaftsaufstellung einzubinden- wohl nicht einmal, um den Schein zu wahren und die Allmachtsphantasien des eitlen Geschäftsführers zu Befriedigung.

Der BVB ist ein Unternehmen-bekanntermaßen werden viele Entscheidungen in Unternehmen aus vollkommen irrationalen Erwägungen getroffen. Dies deutet sich auch hier an

Ke
Ke
7 Jahre zuvor

Für mich sind diese Aussagen in der Öffentlichkeit zum aktuellen Zeitpunkt nicht nschvollziehbar.
Egal was intern passiert. Es ist die Endphase der Saison, da muss man sich auf den sportlichen Erfolg konzentrieren.

Dass am nächsten Tag gespielt wird, ist zu erwarten gewesen.

Btw. Die meisten Spiele der letzten Zeit waren Drama pur, aber wenig Spielfluss.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Ke
"Wenig Spielfluß" -einverstanden.
Ich denke, in den letzten drei Bundesligaspielen und bei der Tabellenkonstellation mit Blick auf die Plätze 3 und 4 muß man damit rechnen, daß es weniger um ein "gutes Fußballspiel geht, verbunden mit hohen Risiken", sondern ausschließlich darum, das Spiel zu gewinnen, notfalls primär über eine kämpferische Leistung und über harte Zweikämpfe. So hat der BVB am Samstag das erste der drei wichtigen Spiele gewonnen. Für mich war es -auch nach den bisherigen Erfahrungen- eine positive Überraschung, daß er der in jeder Beziehung hart kämpfen BVB-Abwehr gelungen ist, weitestgehend Torchancen der Hoffenheim zu verhindern. Und das war letztendlich entscheidend für den Erfolg und das wiederum ist ein weiterer Beweis dafür, daß Tuchel auch ein hervorragender Taktik ist.
Hoffentlich gehen Tuchel und die Mannschaft so auch die letzten beiden Spiele um Platz 3 an. Danach geht es dann, sozusagen in der Kür, um den Pokalsieg. Mit welcher Mannschaft und mit welcher Taktik wird Tuchel dann aufwarten? Warten wir`s ab. Zu wünschen und zu hoffen bleibt,
daß Tuchel in seinen dazu notwenigen Überlegungen nicht abgelenkt wird durch Gedanken über Watzke und dessen möglichen Absichten ihn betreffend.
Und wenn "Tuchel" mit dem Pokal nach DO zurückkommen sollte? Was ist dann von Watzke zu erwarten? Ich gehe fest davon aus, daß die Mannschaft in Berlin noch mehr für den Sieg arbeiten wird als ohnehin zu erwarten -für Tuchel und contra Watzke!!!

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Robin Patzwaldt zu #11
Warum BVB-Boss Watzke gerade jetzt und unmittelbar vor dem wichtigen Spiel gegen Hoffenheim den offensichtlich bestehenden Dissens zwischen ihm und Tuchel nochmals öffentlich betonte, ist tatsächlich die Frage. Denn gerade Watzke vertritt ja immer die Auffassung, dass es mal Konflikte und Streitigkeiten geben könne, aber die müssten dann intern ausgetragen und geregelt werden, nicht über die Öffentlichkeit.
Vor wenigen Wochen hatte Watzke einen glänzenden Auftritt im "Doppelpass", war da in Topform. Zur Trainerfrage erklärte er, dass Tuchel darum gebeten habe, erst nach Ende der Saison über eine vorzeitige Verlängerung des noch bis 2018 laufenden Vertrages zu sprechen und das habe man so akzeptiert. Man gehe "nicht mit der Grundhaltung in das Gespräch, das irgendwie zu beenden. Deshalb haben wir uns auch nicht mit Alternativen befasst", betonte Watzke.
Aber schon bei dieser Gelegenheit erklärte Watzke, dass man eine ganze Reihe von Dingen besprechen und klären müsse, um die Grundlage für eine Vertragsverlängerung schaffen zu können, nannte bereits die Stichworte einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, der Kommunikation sowie der strategischen Ausrichtung.

Damit war auch endgültig klar, dass man da bisher nicht auf einer Linie mit Tuchel ist und dass bisher aus Sicht der Bosse keine ausreichende Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit besteht. Allerdings musste man die Aussagen Watzkes auch so werten, dass er die Probleme für ausräumbar hält und eine Verlängerung mit Tuchel möglich ist.
So hätte man das jetzt bis Saisonende auch stehen lassen sollen ohne weiteres Öl ins Feuer zu gießen und alles weitere ist ohnehin Sache des geplanten Gespräches mit Tuchel nach Saisonende.

Ich kann mir Watzkes Aussagen nur damit erklären, dass die Zustimmung für Tuchel in der Öffentlichkeit und und unter den Fans des BVB in den letzten Wochen zugenommen hat, aber sich an der kritischen Sichtweise der Bosse nichts änderte. Das heißt, Watzke wollte evtl. dem Eindruck entgegenwirken, die Vertragsverlängerung mit Tuchel sei jetzt ein Selbstläufer, aus Sicht der Bosse Bosse es aber sein kann, dass man mit Tuchel nicht auf einen Nenner kommt und trotz Platz 3 in der Liga und einem evtl. Pokalsieg plötzlich und für die Öffentlichkeit dann völlig überraschend sogar die Trennung verkündet wird.

Ich verstehe Watzkes Aussagen also als Vorbereitung der Öffentlichkeit und besonders der BVB-Fans, aber auch der Medien, auf eine möglicherweise ausbleibende Verlängerung des Vertrages mit Tuchel über 2018 hinaus oder sogar auf eine vorzeitige Trennung schon in diesem Sommer.

Klar ist jetzt auch, dass das Verhalten Tuchels nach dem Anschlag, das wir alle sehr positiv wahrgenommen haben, die internen Differenzen eher verstärkte.
Denn wie oben schon erläutert, sagte Watzke in dem Interwiew auf die Frage, ob auch er Tuchel als feinfühligen Krisenmanager wahrgenommen habe, der öffentlich punkten konnte: "Ich bewerte alles rund um das Attentat natürlich auch vor dem Hintergrund dessen, was wir intern vertraulich miteinander besprochen haben und was möglich war."

Das deutet darauf hin, dass Watzke Tuchel über die schwierigen Beratungen im Krisenstab und die begrenzten Einigungsmöglichkeiten mit der UEFA als Veranstalter der CL und dem Gegner Monaco, generell über die sehr schwieirge Abwägung innerhalb weniger Stunden in einer Ausnahmesituation informierte und somit auch davon ausgegangen ist, dass man eine gemeinsame und einheitliche Kommunikation des BVB nach außen vertritt.
Watzke war dann offenbar irritiert über einige Aussagen Tuchels auf der PK vor dem Nachholspiel gegen Monaco und auch darüber, dass Tuchel zwar den engen Schulterschluss mit den Spielern herstellte, aber nicht mit ihm, dem Boss.
Laut Watzke habe Tuchel auch keine Einwendungen gegen den Nachholtermin erhoben und den Spielern habe man beim Gespräch auf dem Trainingsgelände freigestellt, zu spielen.

Es kommen jetzt auch aus allen möglichen Ecken Andeutungen in den Medien, Tuchel habe Probleme mit mehreren Angestellten des Vereines und auch mit mehreren Spielern, die Bande zwischen den Spielern und Tuchel sei keineswegs so eng wie aus der Sicht von außen zuletzt angenommen. Des Weiteren äußerten sich zuletzt auch mehrere Ex-Spieler wie z. B. Jürgen Kohler kritisch zu Tuchel und meinten, eine Vertragsverlängerung sei kaum vorstellbar.

Die Gemengelage ist also mittlerweile etwas unübersichtlich und die Luft für Tuchel scheint dünn geworden zu sein. Das gilt vor allem dann, wenn die jetzt über die Medien gestreuten Gerüchte stimmen, dass es zwischen Tuchel und Spielern doch nicht so stimme, wie man von außen gesehen zuletzt den Eindruck hatte. Wenn Risse zwischen den Bossen und dem Trainer öffentlich werden, schwächt das auch die Position des Trainers gegenüber der Mannschaft, denn aus Sicht der Spieler wirkt das anders als wenn klar ist, dass der Trainer die uneingeschränkte Rückendeckung der Bosse hat.
Für uns als Außenstehende ist es schwierig, diese eher unerfreuliche Entwicklung überblicken und genau einschätzen zu können, weil wir die interen Vorgänge nicht kennen und nicht wissen, was da genau abgelaufen ist.

Jedenfalls scheint eine Vertragverlängerung mit Tuchel derzeit eher fraglich zu sein und sogar eine vorzeitige Trennung schon im Sommer 2017 scheint nicht mehr ausgeschlossen.
Ich bin wirklich gespannt, wie das alles weitergeht und ob sich BVB-Watzke nochmals äußert, die Luft sozusagen etwas ablässt oder ob die unklare Situation rund um Tuchel jetzt bis zu dem nach Ende der Saison geplanten Gespräch einfach so bleibt und alle Beteiligten versuchen, die restlichen Wochen noch so gut als möglich über die Bühne zu bringen.

Grundsätzlich halte ich die Aussagen Watzkes auch für Steuerfeuer zur Unzeit, aber Watzke ist so erfahren und hat derart viele Verdienste um den BVB, hat auch immer wieder nachgewiesen, dass für ihn die Interessen des Vereines an erster Stelle stehen, dass man ihm nicht ohne weiteres unterstellen kann, hier fahrlässig gegen die Interessen des Vereines gehandelt zu haben. Vielleicht hat sich im Laufe der Zeit auch einiges angestaut und passt es auch einfach nicht zwischen Watzke und Tuchel, gibt es auch noch Vorfälle und Vorgänge intern, die wir nicht kennen.

Wenn solche Differenzen wie beschrieben entstehen und nicht ausgeräumt werden können, also einfach weiter köcheln, dann ist meistens nicht nur eine Seite Schuld, sondern dann haben sicherlich beide Seiten Fehler gemacht. Man hatte schon auch manchmal den Eindruck, dass die Beteiligten durch ihre Aussagen und auch durch evtl. gezielte Infos gegenüber Journalisten jeweils versucht haben, die Deutungshoheit über bestimmte Vorgänge und Entscheidungen zu gewinnen.

Man muss jetzt davon ausgehen, dass es Watzke, Zorc und Tuchel bisher trotz der ja guten sportlichen Bilanz nicht gelungen ist, eine gemeinsame und vertrauensvolle Arbeitsbasis zu finden und dann ist natürlich der Trainer im Vergleich zum Boss immer in der deutlich schwächeren Position. Wer an dieser Entwicklung wieviel Schuld trägt, ist von außen kaum einzuschätzen.

Ob die Beteiligten jetzt doch noch eine gemeinsame Bassis für eine weitere Zusammenarbeit finden, scheint zumindest sehr fraglich zu sein. Aber was dann? Was ist, wenn es tatsächlich zur Trennung schon im Sommer kommt? Erleben wir gar einen Rückfall in die Zeiten vor Klopp als sich van Marwijk, Röber und Doll die Klinke in die Hand gaben? War Klopp etwa eine Ausnahme, weil da zwischen den Beteiligten alles stimmte? Ist das so mit einem anderen Trainer wiederholbar oder gelingt das nicht?

Zuletzt sah alles bestens aus und ich habe mich auf das Saisonfinale gefreut, das hoffentlich mit dem Pokalsieg gekrönt wird, wobei dieses Pokalfinale kein Selbstläufer für den BVB wird und mit der Frankfurter Eintracht ein hochmotivierter und unagenehm zu spielender Gegner wartet.
Aber jetzt ist die Stimmung getrübt, es herrscht eine Unruhe, die keiner braucht und hoffentlich wirkt sich das nicht negativ auf die Mannschaft aus. Ich bin wirklich gespannt, wie das jetzt in den nächsten Tagen und Wochen abläuft und wie die Entscheidungen dann fallen.

Tilleulenspiegel
Tilleulenspiegel
7 Jahre zuvor

Die Süddeutsche hat einen sehr interessanten Beitrag zur Causa veröffentlicht und auch das Verhalten Tuchels in dieser Angelegenheit kritisch hinterfragt. Sehr lesenswert, sehr gut recherchiert.

Es sieht so aus, als ob beide Seiten auf eine Trennung hinarbeiten.

BVBfan
BVBfan
7 Jahre zuvor

Selbst wenn Watzke Recht haben sollte, hätte er das nie und nimmer zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich machen dürfen. Evtl. künftig verlorene Spiele incl. Pokal kann Watzke sich mit anrechnen!

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
7 Jahre zuvor

Da wir schon verschärft spekulieren:
Vielleicht hat Watzke den Zeitpunkt ja auch ganz bewusst gewählt, um den Hyperrationalisten Tuchel mal gehörig ins Schwitzen zu bringen und seine Coolness auf die Probe zu stellen. Pokal ist wirtschaftlich relativ uninteressant, Platz 3 oder 4 macht jetzt, am Ende der Saison, die Mannschaft mit ihren noch vorhandenen Reserven allein aus, da kann Tuchel nicht allzuviel umbiegen. Das Risiko CL-Quali kann Watzke vielleicht eingehen, wenn dafür ein "gestählter" Tuchel die nächste Saison auf Topniveau trainiert und Unwegsamkeiten ausblendet. Eine Garantie für Pokalsieg und Platz 3 gibt es auf 3 Spiele verteilt sowieso nicht mehr.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@BVBfan und @Robin Patzwaldt
Man kann über Watzkes Aussagen spekulieren und rätseln wie man will, am Ende muss man wirklich sagen – da stimme ich euch zu -, dass er ohne Not ein Fass zur Unzeit aufgemacht und ein mediales Gewitter dadurch ausgelöst hat, einschließlich einer öffentlichen Demontage des Trainers. Das alles schadet dem BVB, der ja eigentlich dafür steht, dass Konflike intern gelöst werden und man Streitigkeiten nicht auf dem öffentlichen Markt austrägt.

Das ist auch deshalb völlig unverständlich, weil Watzke in seinem guten Auftritt vor wenigen Wochen im "Doppelpass" ja bereits alles sagte, was derzeit zu sagen ist. Tuchel sei ein ausgezeichneter Trainer und man werde nach Ende der Saison über eine Vertragsverlängerung sprechen, so Watzke. Ziel sei eine Fortsetzung der Zusammenarbeit. Man gehe "nicht mit der Grundhaltung in das Gespräch, das irgendwie zu beenden. Deshalb haben wir uns auch nicht mit Alternativen befasst", betonte Watzke.

Gleichzeitig erklärte Watzke, dass in dem Gespräch als Grundlage einer weiteren Zusammenarbeit auch noch verschiedene Dinge wie z. B. Fragen der strategischen Ausrichtung, der Kommunikation usw. geklärt werden müssten, man also sehen müsse, ob man für die Zukunft auf einer Linie sei.

Das konnte man nur so verstehen, dass der BVB grundsätzlich zu einer Vertragsverlängerung bereit ist, man sich aber bisher nicht in allen wichtigen Fragen auf einem Nenner befindet, also noch Klärungsbedarf als Grundlage für eine Vertragsverlängerung besteht.

Der Normalfall wäre gewesen, dass man jetzt den Rückenwind und die wieder gute Stimmung rund um den BVB nutzt, um die letzten Wochen geschlossen und sportlich erfolgreich zu bestreiten. Denn es geht noch um die Sicherung von Platz 3 und somit der direkten Quali für die CL und es geht darum, endlich wieder einen Titel zu holen, also Pokalsieger zu werden. Das wäre nach mehreren Finalniederlagen in den letzten Jahren sehr wichtig für den BVB. Es ist der Anspruch des BVB, Titel zu gewinnen.

Nach Saisonende setzen sich dann die Bosse und Tuchel zusammen und klären die Fragen einer weiteren Zusammenarbeit oder trennen sich, wenn man sich tatsächlich nicht einigen kann.

Aber jetzt ein solches Fass aufzumachen, den Trainer öffentlich anzuzählen, einen Dissens mit ihm deutlich zu machen, eine Anerkennung des guten und feinfühligen Krisenmanagements Tuchels abzulehnen und sogar einen Vertrauensbruch in den Raum zu stellen, ist eine kaum nachvollziehbare Aktion zur Unzeit.
Sollte sich der erfahrene und erfolgreiche Manager sowie Medienprofi Watzke tatsächlich schwer vergaloppiert haben? Sieht fast so aus!
Vielleicht hatte er im Hinterkopf, dass es evtl. nicht zur Vertragsverlängerung oder sogar zu einer vorzeitigen Trennung mit Tuchel kommen könnte. Aber wie sollte er das dann der Öffentlichkeit verkaufen, wenn Tuchel am Ende mit dem BVB auf einem CL-PLatz landet und den Pokal gewinnt? Also hat er die Öffentlichkeit schon jetzt vorsorglich auf ein solches Szenario vorbereiten und deutlich machen wollen, dass das Verhältnis zwischen den Bossen und Tuchel trotz des sportlichen Erfolges belastet ist. Aber das ist natürlich auch nur eine Spekulation

Die aus meiner Sicht zentrale Aussage Watzkes im Interview ist – wie oben schon beschrieben – folgende:
"Ich bewerte alles rund um das Attentat natürlich auch vor dem Hintergrund dessen, was wir intern vertraulich miteinander besprochen haben und was möglich war."

Das antwortete Watzke auf die Frage, ob denn auch er in das öffentliche Lob für Tuchels feinfühliges und gutes Krisenmangent nach dem Anschlag einstimmen könne.
Watzke fühlt sich also durch Tuchels Aussagen auf der Pressekonferenz einen Tag nach dem Anschlag und vor dem Nachholtermin des Spieles gegen Monaco angegriffen und ein Stück weit blosgestellt.
Aber warum, was hatte Tuchel gesagt? Tuchel sagte unter anderem: "Das ist kein gutes Gefühl, es war ein Gefühl der Ohnmacht. Die Termine werden einfach vorgegeben und wir haben zu funktionieren. Ich wurde in der Nacht des Anschlages per SMS über die Neuansetzung des Spiels am Folgetag informiert. Das hat die UEFA in der Schweiz einfach so entschieden."

Watzke wirkte im Krisenstab mit, war am Entscheidungsprozess beteiligt, auch an der Terminierung des Spieles nur einen Tag später. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um einen Wettbewerb der UEFA handelt, die UEFA das letzte Wort hat und auch Monaco zustimmen muss, dass auch die folgenden Wochen im 3 Tages-Rhythmus bereits austerminiert waren. Laut Watzke bestand nur die Möglichkeit, am nächsten Tag zu spielen, nicht anzutreten und das Spiel verloren zu geben oder sogar freiwillig aus dem Wettbewerb auszuscheiden.

Wenn ich die Aussagen Watzkes im Interview richtig interpretiere, hatte er mit Tuchel vor dem neu angesetzten Spiel, vor der PK, vertraulich gesprochen und ihn informiert. Deshalb unterstellt er Tuchel wohl, zwar die UEFA kritisiert, aber dabei auch ihn, Watzke gemeint und angegriffen zu haben.
Stimmt Watzkes Vermutung, wäre das ein Vertrauensbruch Tuchels. Aber war das wirklich eine gezielte und absichtliche Attacke Tuchels auch gegen Watzke? Oder wollte Tuchel einfach nur offen darstellen, wie es in der Gefühlswelt des Teams aussieht, wollte nur das Gefühl der Ohnmacht beschreiben, nur einen Tag später wieder funktionieren zu sollen?
Kann man jemand wie Tuchel, der selbst Betroffenr des Anschlages war und das zu verkraften und zu verarbeiten hatte, wirklich unterstellen, dass er einen Tag nach dieser feigen Tat mit kühler Berechnung Watzke vorführen will?

Das ist die zentrale Frage und bis zum Beweis des Gegenteiles kann ich mir bisher nicht vorstellen, dass Tuchel so berechnend und kühl kalkulierend Watzke eine ans Bein treten wollte.

Das ganze zeigt aber auch, dass es mit dem Vertrauensverhältnis zwischen Watzke und Tuchel nicht zum besten bestellt war und ist, dass sich die beiden wohl mit einem gewissen Misstrauen begegnen. Für uns Außenstehende ist das auch schwer einschätzbar, weil wir die internen Abläufe nicht kennen und nicht wissen, was da alles evtl. vorgefallen ist.

Wie auch immer, mit etwas Abstand muss man Watzkes Aktion als großen Fehler bezeichnen, weil er zur Unzeit ein Fass aufmachte und sich die Medien genüßlich darauf stürzen, jetzt aus allen Ecken mehr oder weniger glaubwürdige Storys und Gerüchte verbreitet werden, eine öffentliche Demontage betrieben wird und das schadet nicht nur Tuchel, sondern auch Watzke und dem BVB insgesamt.
Angeblich soll auch das Verhältnis zwischen Mannschaft und Tuchel nicht so gut sein, wie aus der Außensicht angenommen, sollen sich Spieler anonym dazu geäußert haben. Aber ist das so? Oder sind das nur Spieler, die unzufrieden sind, weil sie selten oder nicht spielen, weil sie evtl. ihren Stammplatz verloren haben? Solch unzufriedene Spieler gibt es in jeder Topmannschaft. Oder ist doch etwas dran an dieser Darstellung? Wir Außenstehende wissen es nicht und es ist einfach nur schädlich, was da jetzt öffentlich abläuft.
Man kann nur hoffen, dass nicht auch noch die sportlichen Ziele verfehlt werden, denn dann würde Watzkes Aktion dafür mitverantwortlich gemacht. Ich bin mal gespannt, wie die Beteiligten aus der Nummer wieder rauskommen und was uns in den nächsten Wochen und nach Saisonende noch alles geboten wird.

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
7 Jahre zuvor

Wie auch immer – Tuchel scheint zumindest an seinem Job zu hängen:
https://www.waz.de/sport/fussball/bvb/bvb-trainer-tuchel-spricht-ueber-watzke-interview-er-ist-der-chef-id210522279.html

Wie schon geschrieben – entweder raufen die Beiden sich zusammen (was für mich momentan als sehr viel wahrscheinlicher wirkt) oder man trennt sich halt.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Robin zu #18
In dieser Einschätzung stimmen wir grundsätzlich überein, aber es gab eben doch etwas Neues in den Interviewaussagen Watzkes und das hat die mediale Lawine ins Rollen gebracht.

Hätte sich Watzke auf das beschränkt, was er schon vor Wochen im "Doppelpass" sagte, dann wäre gar nichts passiert. Denn da hatte er schon klargemacht, dass die grundsätzliche Bereitschaft des BVB zur weiteren Zusammenarbeit mit Tuchel bestehe und dass man nach Ende der Saison über eine vorzeitige Vertragsverlängerung sprechen wolle. Einschränkend sagte Watzke schon damals, dass man als Basis für eine weitere Zusammenarbeit, aber auch viele Dinge besprechen und klären müsse, z. B. Fragen der Strategie und Kommunikation.

Damit war klar, dass die Bereitschaft des BVB zur weiteren Zusammenarbeit zwar besteht, aber das davon abhängig gemacht wird, ob man in wichtigen Fragen, die gar nicht direkt den sportlichen Bereich betreffen, auf einen Nenner kommt oder nicht. Anders gesagt, ist deutlich geworden, dass zwischen den Bossen und Tuchel noch Klärungsbedarf besteht. Dass das Verhältnis Watzke / Tuchel ohnehin nicht das beste ist, wusste man in der Tat.

Der Hammer im Interview Watzkes ist, dass er einen Dissens mit Tuchel im Zusammenhang mit den Abläufen nach dem Anschlag einräumte und sogar soweit gegangen ist, zu sagen, dass er nicht in das Lob der Öffentlichkeit für das feinfühlige und gute Krisenmanagement Tuchels einstimme. Dabei hat er auf ein vertrauliches Gespräch mit Tuchel verwiesen, in dem er ihn wohl über die Abläufe und den Entscheidungsprozess im Krisenstab informierte.

Tuchels massive Kritik an der Neuansetzung des Spieles nur einen Tag nach dem Anschlag hat Watzke deshalb als deplatzeirt und sogar auch an seine Adresse gerichtet empfunden, denn er war am Entscheidungsprozess im Krisenstab beteiligt, worauf die UEFA dann ja auch in Zurückweisung der Tuchelschen Kritik hingewiesen hat.

Ich glaube aber nicht, dass Tuchel seinem Boss absichtlich eine ans Bein treten oder ihn irgendwie blosstellen wollte, sondern dass es sich um das schon mehrfach vorgekommene Kommunikationsproblem Tuchels handelte.

Ein Trainer in Mainz kann alles mögliche sagen, es wird öffentlich nur regional oder nur begrenzt bundesweit oder gar international wahrgenommen. Äußert sich aber der Trainer des deutschen und europäischen Topklubs BVB, dann wird jedes Wort, jeder Satz mindestens national, wenn nicht sogar international wahrgenommen. Ein missverständlicher Satz, ein missverständliches Wort und schon rauscht es im Blätterwald.
Wir erinnern uns an die durch Tuchel nach dem Spiel in Leverkusen ausgelöste und monatelang schwelende Fouldebatte, auch an den Rundumschlag Richtung Mannschaft nach dem Frankfurt-Spiel, wo er sogar sagte, es sei schon vorher und in der Pause erkennbar gewesen, dass das laufen werde.
Nach dem denkwürdigen Spiel gegen Darmstadt sagte er: „Ich plädiere seit Monaten dafür, vielleicht einzugestehen, dass wir in dieser Saison so sind. Das müsste doch intern bei uns angekommen sein“ Er meinte: Dass der BVB in dieser Saison nicht den höchsten Ansprüchen gerecht werden kann, vor allem auswärts, wo Dortmund nur drei von elf Partien gewann. Und das war sicherlich auch ein Hinweis an die Bosse.
Nach der hohen Niederlage des BVB im Ligaspiel in München sagte Tuchel: „Alles andere als diese Dominanz und dieses Ergebnis hätten mich überrascht. Wir hätten auch in Bestbesetzung verloren." Eine solche Aussage kann ein BVB-Trainer natürlich nicht bringen, denn der BVB versteht sich als Nummer 2 hinter den Bayern und als Klub, der die Bayern in einem Spiel jederzeit schlagen kann. Das muss auch der Anspruch des BVB sein.
Zur Nichtberücksichtigung Götzes sagte er mal, dass er auf dem Flügel mehr Geschwindigkeit gebraucht habe. Dabei sagte er vorher stets, dass er Götze gar nicht auf dem Flügel sehe, sondern im zentralen offensiven Mittelfeld. Ein anderes Mal sprach er von Götze als "Ersatzspieler".
Nach dem unbefriedigenden Spiel in Köln sagte Tuchel, dass eine junge Mannschaft auf dem Platz gestanden habe und die meisten noch keine Erfahrung mit Spielen in Köln hatten. In Wirklichkeit standen 10 erfahrene Spieler auf dem Platz und mit Dembélé nur ein junger Neuling, der noch zu den besten gehörte.
Im Zusammenhang mit dem Isak-Transfer verbreiteten die Medien, Tuchel sei gar nicht eingebunden gewesen. Tuchel ist dann vor die Presse getreten, um dem zu wiedersprechen, sagte dann aber auch den fatalen Satz "Ich kannte den Spieler gar nicht." Es war wohl so, dass Isak zu den zahlreichen jungen Spielern gehörte, die der BVB beobachtet hatte und dann ergab sich innerhalb weniger Tage die Möglichkeit, ihn zu verpflichten. Die Vorarbeit leistet die Scoutingabteilung und wenn es ernst wird, bindet man auch den Trainer ein, der einem Transfer ja auch zustimmen muss.

Ich will damit sagen, dass Tuchel die Kommunikation in einem europäischen Topklub wie dem BVB in etwas naiver Weise betreibt, so als würde er nur eine Jugendmannschaft trainieren oder eben Mainz 05, wo alles nicht so medial aufgebauscht wird.
Das war sicherlich auch das Problem als er sich einen Tag nach dem Anschlag auf der PK äußerte und indirekt seinen Boss Watzke kritisierte, weil der am Entscheidungsprozess wegen des neuen Spieltermines beteiligt war, aber das vermutlich gar nicht seine Absicht war.

Wenn also Watzke schon mehrfach sagte, man müsse mit Tuchel auch noch verschiedenes klären, unter anderem Fragen der Kommunikation und der Strategie, dann meint er sicherlich solche Beispiele, wie ich sie vorstehend angesprochen habe. Man könnte noch weitere anfügen.

Es geht also um solche Dinge und nicht um sportliche Fragen, denn die sportliche Bilanz Tuchels ist bestens.
Watzke als erfahrener Manager und Medienprofi hätte wissen müssen, dass er mit dem, was er in dem Interview neu sagte (Dissens, Abaluf nach Anschlag, Vertraunesbruch) medial ein Fass aufmacht, ein mediales Gewitter folgen wird. Hat er das wirklich so in Kauf genommen oder das ausnahmsweise unterschätzt? Es war auf jeden Fall ein Fehler Watzkes.
Man hätte einfach nur den angekündigten Fahrplan verfolgen und die Dinge im geplanten Gespräch mit Tuchel nach der Saison klären und dann eine Entscheidung verkünden sollen, ohne jetzt vorher nochmals ein solche Fass aufzumachen und zu riskieren, dass das Auswirkungen auch auf den sportlichen Bereich haben könnte.
Jetzt muss man sehen, wie man das ganze wieder eingefangen bekommt.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Lukas N.
"wenn man denn will", daß….

Wenn also Watzke und Tuchel meinen sollten , der sportlichen/der finanziellen Ziele des Unternehmens/des Vereins wegen und damit ihretwegen, sich nicht trennen zu sollen, dann sehe ich keinen Gründe, die das nicht zulassen würden.
Ich glaube, daß eine sehr, sehr große Mehrheit der Vereinsmitglieder und aller übrigen Fans es begrüßen würden, wenn es gemeinsam -Watzke und Tuchel- weitergehen würde. Derzeit sind sehr, sehr viele Fans frustiert,, entäuscht, ja zum Teil entsetzt, was da derzeit abläuft und was "uns allen" die Freude darüber vermißt, daß sportlich……..

Im übrigen:
Jeder, der sich in einer verantwortlichen Position eines Unternehmens, eines Vereines, einer Behörde, einer Partei pp. befindet bzw. befunden hat, wird aus eigener Erfahrung darüber erzählen können, daß "man" sich gelegentlich im Interesse des Unternehmens, des Vereines, der Behörde, der Partei pp. wegen trotz aller Meinungsverschiedenheiten und obwohl man sich menschlich nicht nahe steht, dazu verpflichtet, dazu verpflichtet sehen muß, weiter gemeinsam für das Unternehmen, für den Verein zu arbeiten.
Sollte das gelingen, wäre das u.a. ein nachdrücklicher Beweis dafür, daß mit Watzke und Tuchel tatsächlich zwei überdurchschnittlich qualifizierte Führungspersönlichkeiten für den BVB arbeiten.

PS
Ich habe den Eindruck, daß medial heftig daran gearbeitet wird, daß der BVB sich von Tuchel trennt.
Wenn mein Eindruck nicht völlig falsch sein sollte, liegt die Frage nach dem Warum einschlägiger medialer Tendenzen nahe.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Berichtigung -Abs. 2 letzter Satz:
"vermiest" -nicht vermißt-(freudsche Fehlleistung oder Rechtschreibfehler?-.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

KICKER online
bringt aktuell ein Interview mit Zorc und zitiert Tuchel……."Watzke ist der Boss, der darf….".
Danach, so scheint mir, "wollen Beide" -sh.-21-.
Zustimmung, Beifall, Anerkennung wäre beiden seitens aller, jedenfalls der aller meisten Fans gewiss, jedenfalls nach meiner Wahrnehmung -und kurzfristig wäre eine solches "Signal" das Tüpfelchen auf dem i für Mannschaft und Trainer , um den 3.Platz zu erreichen und um den Pokal holen zu können.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Walter Stach zu #21, 22, 23
Du hast Recht, dass viele Fans entsetzt sind, was da derzeit abläuft, zumal ja alles wieder bestens ausgesehen hatte, die Mannschaft – zumindes was das sportliche angeht – die Nachwirkungen des schrecklichen Anschlages doch besser und schneller überwinden konnte als gedacht und man Kurs darauf genommen hatte, alle sportlichen Ziele zu erreichnen.
War in der Vergangenheit eher mal bei Herne-West oder beim FC Bayern "FC Hollywood" angesagt, übernimmt diese Rolle aktuell der BVB, gibt es öffentlich Turbulenzen, werden Differenzen unter den wichtigsten Leuten öffentlich, gibt es unglückliche Aussagen der Beteiligten. Kurz gesagt, es rumort leider beim BVB und da stürzen sich die Medien natürlich drauf, manche sogar fast genüßlich. Das ist nicht dass, wofür der BVB steht.
Es wird jetzt alles hinterfragt, noch genauer hingeschaut, es werden Storys und Gerüchte verbreitet, deren Wahrheitsgehalt man teilweise anzweifeln kann oder die sich auf anonym bleiben wollende Insider beziehen usw.

Watzke führt den BVB seit über 10 Jahren sehr gut, überzeugend, kompetent und erfolgreich. Zudem ist er ein Medienprofi. Laut WAZ hat das Interview Mitte letzter Woche stattgefunden und Watzke hat es letzten Freitag – wie in solchen Fällen üblich – vor Veröffentlichung ausdrücklich freigegeben.
Es gibt also zwei Möglichkeiten, entweder Watzke wollte ganz bewusst ein Zeichen setzen und evtl. sogar öffentlich darauf vorbereiten, dass die Vertragsverlängerung mit Tuchel keineswegs sicher und sogar eine Trennung bereits im Sommer 2017 möglich wäre oder er dachte, die atmosphärischen Störungen zwischen ihm und Tuchel seien ja sowieso bekannt, also könne er den Dissens mit ihm offen einräumen.
Im letzteren Fall wäre sich Watzke dann nicht bewusst gewesen, welch hohe Wellen das öffentlich, unter den Fans und in den Medien schlägt. Solch eine Fehleinschätzung passiert Watzke aber nur sehr selten.
Dass das Thema in den Medien so hochkocht, zeigt, welch großen Stellenwert und welch große Bedeutung der BVB mittlerweile hat.

Dass nun alle Beteiligten bemüht sind, die Wogen zu glätten und nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen wollen, ist klar. Alles andere wäre ja auch kontraproduktiv und schädlich.
Es ist gut, dass sich Sportdirektor Zorc, der nicht direkt an diesem öffentlichen Streit beteiligt ist, etwas vermittelnd eingeschaltet hat und versucht, die Wogen zu glätten, auch die Bedeutung herunterzuspielen.
Tuchel ist in der schwächsten Position, sein Berater und er sind jetzt darum bemüht, den bereits großen öffentlichen Schaden für ihn in Grenzen zu halten. Tuchels Berater sagte, Ziel sei es, dass Thomas beim BVB bleibe und sich alles wieder beruhige. Tuchel selbst meinte, Watzke sei der Boss, er habe das Recht, sich öffentlich zu äußern.

Du hast Recht, dass in den verschiedensten Bereichen immer wieder Vorgesetzter und Mitarbeiter oder gar führende Leute untereinander Meinungsverscheidneheiten haben oder sich nicht mögen und trotzdem gelingt es, erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Ob das aber für die Zukunft auch für Watzke und Tuchel gilt, ist fraglich. Ich denke, beim BVB ist man zumindest von der Wucht und Dimension des medialen Gewitters überrascht. Allen Beteiligten geht es jetzt darum, zumindest bis Saisonende weitere Störfeuer zu vermeiden, an einem Strang zu ziehen, um die sportlichen Ziele nicht zu gefährden.
Nur darum ging es jetzt. Ein Hinweis darauf, dass es doch mit Tuchel weitergehen könnte, ist das noch nicht. Denn auch Zorc sagte "Es gilt nach wie vor, dass wir uns nach Ende der Saison zusammensetzen und die abgelaufene Spielzeit gemeinsam bewerten und analysieren. Sportliche Belange werden dabei eine Rolle spielen und natürlich auch Dinge wie Strategie, Vertrauen und Kommunikation, so Zorc.

Damit betonte auch Zorc – wie Watzke schon seit Wochen -, dass es neben rein sportlichen Fragen auch um Dinge wie Vertrauen, Kommunikation und Strategie gehe. Das muss jeden hellhörig machen, denn wenn das immer wieder öffentlich betont wird, heißt das, dass Bosse und Tuchel in diesen wichtigen Fragne nicht auf einem Nenner sind. Besonders gravierend ist, wenn der Begriff "Vertrauen" fällt, denn das bedeutet ja, dass es um das Vertraunesverhältnis zwischen den Bossen und Tuchel nicht zum besten bestellt ist.

Wie oben schon ausführlich beschrieben, hätte Watzke jetzt einfach bei dem bleiben sollen, was er in seinem wirklich tollen Auftritt im "Dopplepass" vor wenigen Wochen sagte. Denn seit dem weiß jeder, dass die Vertragsverlängerung mit Tuchel zwar möglich, aber kein Selbstläufer ist, dass noch einiges an Klärungsbedarf besteht.
Aber jetzt im Interview darüber hinaus einen Dissens mit Tuchel ausdrücklich zu bestätigen und es abzulehnen, in das öffentliche Lob für Tuchels gutes und feinfühliges Krisenmanagement einzustimmen, ja eigentlich Tuchel in seinen Aussagen auf der PK vor dem Spiel gegen Monaco einen Vertraunensbruch zu unterstellen, das geht zu weit.
Das ist eine Sache, die man intern klärt, die Watzke mit Tuchel intern ausräumen muss, wenn das überhaupt möglich ist. Ich kann mir nach wie vor nur schwer vorstellen, dass es Tuchels Absicht war, auch Watzke mit seinen Aussagen zu treffen. Wäre das so, gäbe es sowieso keine Grundlage mehr für eine weitere Zusammenarbeit.

Von seinen fachlichen Fähigkeiten her, rein sportlich gesehen, hat sich Tuchel der Aufgabe BVB gewachsen gezeigt und seine sportliche Bilanz ist ja auch bestens. Aber wie ein europäischer Topclub strategisch agieren muss und was man bei der Kommunikation nach außen alles beachten muss, weil der BVB national und international hohe Aufmerksamkeit genießt, das hat Tuchel bisher nicht verinnerlicht. Und sollte es sogar an Vertrauen zwischen den Bossen und ihm hapern, wäre das gravierend. Schwerwiegend wäre auch, wenn Gerüchte zutreffen sollten, auch zwischen der Mannschaft und Tuchel stimme es nicht, aber da fehlen bisher wirklich handfeste Belege und das können wir von außen ohnehin nicht genau einschätzen. Vieles, was derzeit verbreitet wird, ist auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen.

Zusammenfassend denke ich, dass die Frage, ob es mit Tuchel beim BVB weitergeht, nach wie vor offen ist, wobei mittlerweile mehr dafür spricht, dass der Vertrag nicht über 2018 hinaus verlängert wird oder dass die Zusammenarbeit sogar schon im Sommer 2017 beendet werden könnte. Alles hängt davon ab, ob die Bosse und TT, vor allem Watzke und TT trotz allem doch noch eine gemeinsame Vertrauens- und Arbeitsbasis finden können, was also das Gespräch nach Saisonende ergeben wird. Tuchels weitere Zukunft beim BVB ist derzeit völlig offen und eine weitere Zusammenarbeit mit ihm zumindest fraglich. Lassen wir uns da mal überraschen.

thomas weigle
thomas weigle
7 Jahre zuvor

Bitte weiter so in Lüdenscheid Nord, dann wird der HR am 28. so ab 15 Uhr den Empfang der Pokalsiegermannschaft übertragen können.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Thomas Weigle,
ich hoffe, auf eine "jetzt erstrecht" Einstellung von Spielern, Trainer und Fans im Pokalendspiel.
Wir werden aber schon vorab -in Augsburg und zu Hause gegen Bremen erkennen können, ob es diese Einstellung geben wird. Ich denke ja; denn für die Spieler -für ihre Kariere, für ihre "Kohle"ist es ganz, ganz wichtig, ob sie sich auch in der Spielzeit 2o17/2o18 wieder in der Champ.lig zeigen können und ob sie als "Mitglieder der Pokalsiegermannschaft" in die nächsten Vertragsverhandlungen gehen können. Insofern ist für sie die Causa Watzke/Tuchel , wenn überhaupt, nur von geringem Interesse.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@thomas weigle zu #25: Überträgt der HR aus Dortmund? 🙂

Aber Spaß beiseite, ich sehe dieses Pokalfinale keineswegs als Selbstläufer für den BVB. Der BVB ist zwar leichter Favorit aber "Deine" Eintracht wird sicherlich hochmotiviert antreten, ist seit sehr langer Zeit mal wieder in einem Finale, wird alles reinhauen und ist auch ein unangenehm zu spielender Gegner.
Der BVB braucht schon einen wirklich guten Tag, um zu gewinnen, an einem Glanztag des BVB kann es sogar eine klare Sache werden. Ich bin zuversichtlich, aber die Eintracht muss man sehr ernst nehmen, die Eintracht ist nicht chancenlos.

Ich denke auch, da stimme ich @Walter Stach zu, dass sich die Spieler von den Turbulenzen in der Chefetage lösen können. Ein Problem für den sportlichen Bereich hätte ich nur gesehen, wenn das ganze jetzt weiter eskaliert und Tuchel völlig demontiert worden wäre, aber zumindest das ist zum Glück nicht der Fall, alle Beteiligten sind darum bemüht, die Wogen wieder zu glätten und zumindest bis Saisonende wieder an einen Strang zu ziehen. Die Spieler haben ihre eigenen Interessen, wollen nächste Saison unbedingt wieder CL spielen und wollen mit dem Pokalsieg auch einen Titel gewinnen. Dafür werden sie alles geben.

Freuen wir uns auf ein tolles Finale und für die Eintracht ist ja bereits der Einzug in dieses Finale der größte Erfolg seit langer Zeit, das wird dem Klub einen weiteren Schub geben und mit Bobic und Kovac sind auch ja gute Leute am Ruder.

thomas weigle
thomas weigle
7 Jahre zuvor

@ Lukas N. Walter Stach Natürlich werden Mannschaft und Zuschauer der SGE alles geben, allerdings ist der BVB nicht nur leichter Favorit, sondern schon deutlicher, denn die SchwarzGelben sind einfach besser besetzt und aufgestellt als die Eintracht, die ja auch gefühlt mehr verletzte Spieler als gesunde z.Zt. hat

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Robin,
das Interview hat meine Meinung über die Persönlichkeit Tuchel bestätigt:

Getragen von überdurchschnittlicher Intelligenz, einem überdurchschnittlichen Urteilsvermögen, fähig und willens, "Klartext " zu reden, nicht des bequemen Weges wegen den Medien "in den A….zu kriechen und vor allem, sich im Bewußtsein seiner beruflichen Pflicht als Arbeitnehmer "voll und ganz" an dem Erreichen des höchstmöglichen sportlichen Erfolg für den BVB zu arbeiten, en, zolle ich Tuchel als Persönlichkeit höchsten Respekt.
Denkbar, daß es gerade diese m.E. außerordentlich positiven Charaktereigenschaften sind, deret wegen er auf Ablehnung (auf Hass?) stößt – in den Medien, bei Funktionäre des BVB?

Dass er ein überdurchschnittlich guter Trainer ist, zeigen nicht nur der derzeit 3.Tabellenplatz -nach einem "Neuaufbau" der Mannschaft-, das Erreichen des Viertelfinales in der Champ.lig, das Erreichen des Pokalendspieles, sondern auch die Aufmerksamkeit/das Interesse ausländischer Spitzenvereine für den Trainer Tuchel.

Ich jedenfalls würde, wenn ich Verantwortung im Unternehmen BVB zu tagen hätte, Alles (!!)tun , um diese Führungskraft zu behalten. Und dabei würde mich nicht interessieren, ob ich ihn persönlich "mag", ob ich z.B. im Kulturellen mit ihm übereinstimmende Auffassungen teile, ob er mein Wunschpartner wäre für ein Gespräch beim Bier oder für eine Skatrunde. Letzteres , so scheint mir, ist jedoch für Funktionsträger des BVB von höchster Bedeutung -und damit würden sie sich für ihren Job als Führungskraft im Unternehmen disqualifizieren.

PS
Robin,
ich sehe nach dem Interview jedoch noch keinen Anlaß, sich jetzt definitiv auf das Ende der Beziehung BVB-Tuchel zum Ende der Spielzeit 2016/2o17 festzulegen.

Tuchel hat sich ja nicht kritisch -und wütend, wie die Medien schreiben, mit dem Verhalten von Watzke/Zorc befaßt, sondern sich kritisch-und wütend( zurecht!!)über die mediale Kampagne geäußert -sh.dazu bereits meine Anmerkung unter -21- PS.

Noch mehr als es ohnehin von einem BVB -Fan zu erwarten ist, wünsche ich jetzt erst recht dem Thomas Tuchel und seiner (!!)Mannschaft, daß der BVB in der Abschlußtabelle den 3.Platz belegen wird, was ja zu Beginn der Spielzeit ehe als ein sehr, sehr optimistischer Wunsch galt, und das der Pokal gewonnen wird.
Und dann? Dann trennt der BVB sich von Tuchel? Dann wird der BVB nicht Alles tun, ihn über 2o18 hinaus zu verpflichten?
Irre!!!!

(Wie kämen denn Watzke und Zorc -und Rauball, ein "seltsames Phänomen" an der Spitze des Vereines -und der DFL-wohl mit Egozentrikern wie Guardiola, Morinio und Co, also mit dem internationale Spitzenpersonal als Trainer des BVB klar? An Zidane wag ich insofern gar nicht zu denken.

Abgesehen davon, daß der BVB die nicht bezahlen kann, würden die "mit Sicherheit" jetzt nach der Causa "Watzke" sich für den BVB nicht mehr interessieren. Wer blieb uns BVBern dann -Farbre oder Sosa oder……?? Zynisch und ironisch könnte ich sagen: "Ja, die passen wohl ehe zum BVB ".

Der "ganze Sch….."
hat, wie Tuchel zurecht festgestellt hat, dazu geführt. daß über den für den BVB höchst wichtigen Erfolg gegen Hoffenheim kaum geredet wurde, geschweige denn, daß er mediale Anerkennung hier in der der Region erfuhr -auch nicht bei den Ruhrbaronen- und der ganze "Sch…" führt dazu, daß auch das morgige Spiel nicht zu interessieren scheint -jedenfalls nicht die an einer Fortsetzung des personenbezogenes Spektakels interessierten und dieses Spektakel immer auf`s Neue befeuernden Medien.

Im übrigen -für den Rest der Spielzeit-: sh. -26-.

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Robin zu #29, 30 und @Walter Stach zu #31
Ich habe mir das Video von der PK eben angesehen. Tuchel wirkte persönlich tief betroffen und seine Gefühlslage hat er auch mal wieder erfrischend offen und ehrlich dargelegt. Das ist auch nur zu verständlich, wenn man verfolgt hat, wie versucht wurde, Tuchel aus der einen oder anderen medialen Ecke heraus zu demontieren.
Es war einfach geradezu abenteuerlich, wie da mit Gerüchten, Halbwahrheiten, angeblich anonym geäußerter Kritik aus dem Mannschaftskreis usw. gearbeitet und Tuchel als der allein Schuldige dargestellt wurde. Da müssen sich einige Medien und Journalisten auch mal hinterfragen, ob das noch normal ist.

Man fragt sich immer mehr, was Boss Watzke da geritten hat, ohne Not und zur Unzeit eine solche Lawine loszutreten, zu einem Zeitpunkt als alles bestens ausgesehen hat, die Mannschaft die Folgewirkungen des Anschlages zumindest auf dem Platz abschütteln konnte, TT in der Öffentlichkeit immer positiver wahrgenommen wurde und man drauf und dran ist, alle sportlichen Ziele zu erreichen und evtl. sogar noch einen Titel zu gewinnen.

Ihr habe beide interessante Punkte angesprochen.

Du @Robin wirfst zu Recht die Frage auf, warum die Beteiligten immer noch kein klärendes Gespräch führten. Das ist überhaupt die Frage. Seit Monaten schon deutet Boss Watzke an, dass Klärungsbedarf in Sachen "Vertrauen, Strategie und Kommunikation" besteht. In einem Zeitungsinterview sagte er sogar, man müsse ein Gefühl dafür entwickeln, ob es mit Tuchel für die Zukunft passe. Zum Zeitpunkt dieser Aussage arbeitete man schon deutlich mehr als 1 Jahr zusammen. Wenn man dann noch nicht weiß, ob es passt, wann dann?

Dass das Verhältnis zwischen insbesondere Boss Watzke und Tuchel schon seit Monaten gestört ist, war ja mit Händen zu greifen. Gleichzeitig sagte Tuchel schon mehrfach, er habe ja noch bis Sommer 2018 Vertrag und da sei es ausreichend, wenn man über eine vorzeitige Vertagsverlängerung nach Ende diser Saison spreche. Während der Saison habe er auch keinen Kopf für soclhe Dinge.
Während Watzke also immer wieder öffentlich Zweifel andeutete, ging Tuchel davon aus, dass er nächste Saison auf jeden Fall noch Trainer ist.

Man fragt sich, warum Watzke nicht einfach mal in einem klärenden Gespärch unter vier Augen mit Tuchel Klartext gesprochen hat, wenn ihm einiges missfällt und er Zweifel hat.

Das gilt vor allem für die Situation nach dem Anschlag. Wie kann man 1 Monat nach dem Anschlag, nach dem sich alles wieder beruhigt und normlisiert hat, plötzlich – wie Watzke – sagen, dass man nicht in den Chor des Lobes Richtung Tuchel für sein gutes und feinfühliges Krisenmangemnt als Trainer (obwohl auch Betroffener) einstimme, weil man Tuchels Verhalten auch danach bewerten müsse, was vertraulich besprochen worden und was möglich gewesen sei?

Watzke fühlte sich also von Tuchel ans Bein getreten, weil der auf der Pressekonferenz vor dem neu angesetzten Spiel gegen Monaco eben diese Neuansetzung nur 1 Tag nach dem Anschlag massiv kritiserte, auch wenn er sich dabei auf die UEFA bezogen hat. Denn Watzke hat im Krisenstab gesessen und diese Entscheidung aus durchaus nachvollziebaren Gründen mitgetragen. Watzke fühlte sich sozusagen von seinem leitenden Angestellten vorgeführt, in die Ecke des herzlosen Managers gedrängt.

Für mich stellt sich nach wie vor die Frage, ob man den Auftritt Tuchels tatsächlich so werten kann. Wäre es so, könnte ich Watzkes Ärger verstehen. Aber Tuchel war Betrofefner des Anschlages, stand nur 1 Tag später natürlich immer noch unter einem gewissen Schock, war aufgewühlt. Kann es nicht sein, dass er aus dieser verständlichen Stimmungslage heraus einfach nur seine Gefühlswelt darstellte? Kann man von einem direkt von einen Anschlag Betroffenen erwarten, dass er einen Tag später alles diplomatisch und politisch korrekt ausdrückt, dass er seine Gefühle und Emotionen ausblendet?

Wenn Boss Watzke sich wirklich derart stark über Tuchel wegen dieses Auftrittes auf der PK ärgerte und da vielleicht sogar sein Vertrauen missbraucht sah, weil er Tuchel in einem vertraulichen Gespräch über den Entscheidungsprozess informierte, dann hätte er Tuchel schon Tage später zur Rede stellen und alles in einem persönlichen Gespräch klären müssen. Statt dessen brodelte es weiter in ihm und waberte alles ungeklärt weiter. Wie kann das ein?

Du @Walter Stach äußerst auch einige interessante Gedanken.

Da meine ich z. B. folgende Sätze von Dir:
"Wie kämen denn Watzke und Zorc und Rauball, ein "seltsames Phänomen" an der Spitze des Vereines -und der DFL- wohl mit Egozentrikern wie Guardiola, Mourinho und Co., also mit dem internationalen Spitzenpersonal als Trainer des BVB klar? An Zidane wag ich insofern gar nicht zu denken. "

Völlig richtige Überlegung! Und in der Tat geht Tuchel in der Regel nicht den bequemen Weg, wenn er sich äußerst.
Bei fast allen, die sich im Profifußball äußern, kann man doch mittlerweile auf Durchzug schalten, denn es sind Floskeln, 08-15-Aussagen, diplomatisch ausgewogene Statements, die man da zu hören bekommt.
Tuchel ist da anders. Er trägt manchmal sein Herz auf der Zunge, redet Klartext, sagt was er wirklich denkt und fühlt, überzeugt oft durch inhaltlich klare Analysen, versucht nicht, der Öffentlichkeit etwas vorzuspielen, was gar nicht seinen Empfindungen entspricht.
Das ist auch erfrsichend und hebt sich wohltuend von anderen ab.

Man muss aber auch feststellen – wie oben schon erläutert -, dass er auch mit der Bedeutung, die ein Trainer eines europäischen Topvereines wie der BVB national und international hat, manchmal noch nicht klarkommt, ihm also nicht bewusst ist, dass jedes Wort und jeder Satz genau wahrgenommen wird, große Wirkung hat und ein Klub wie der BVB schon in gewissem Umfang eine einheitliche Kommunikation und Strategie verfolgen muss.

Watzke ist klar die Nr. 1 beim BVB, leistet seit mehr als 10 Jahren hervorragende Arbeit, hat sich große Verdienste um den BVB erworben.
Deshalb wundert es micht, dass er nicht mehr über den Dingen steht, was Tuchel und seine aus Watzkes Sicht immer mal wieder unglücklichen Aussagen betrifft.
Ich finde, dass der BVB sogar mehr von Tuchels authenticher, unverbrauchter und die Ecken noch nicht so abgeschliffnen Art profitiert als es ihm schadet.

Warum war man bisher nicht in der Lage, die Dinge mit TT zu klären, offen Klartext mit ihm zu reden. Oder hat man das gemacht und es hat nichts genutzt? Wir wissen es nicht.

Du hast auch Recht, wenn Du sagst, dass es unter den internationalen Spitzentrainern viel schwierigere Charaktere gibt als Tuchel, Trainer, die auch noch viel selbstbewusster und eigenständiger auftreten oder richtig egozentrisch sind.

Will der BVB etwa pflegeleichte Trainer haben, die alles machen, was die Bosse sagen, keine Kritik üben und sich immer diplomatisch korrekt verhalten? Das wäre fatal!

Einer der Punkte, die mich schon nachdenklich stimmen, ist die Tatsache, dass mehrere Journalisten, die nah am BVB dran sind, evtl. auch über Insiderinfos verfügen müssten, andeuten, dass sich Spieler anonym über Tuchel beschwert hätten. Einer dieser Journalisten zitiert einen Spieler mit der Aussage, es sei ein Märchen, dass das Verhältnis zwischen Spieler und Tuchel gut sei.
Andererseits habe ich in den letzten Monaten Interviews mehrerer BVB-Spieler gelesen, die sich alle lobend über Tuchel äußerten.
Was stimmt nun? Sind es nur Spieler, die selten zum Einsatz kommen bzw. mit ihrer Situation unzufrieden sind, die Tuchel kritisieren oder gibt es doch eine beachtliche Stimmung in der Mannschaft gegen Tuchel? Wenn letzteres der Fall sein sollte, könnte man die Bedenken der Bosse und ihr Zögern wegen eines Beknenntnisses zur Vertragsverlängerung verstehen.
Für uns Außenstehende ist es äußerst schwierig, herauszufiltern, was stimmt und was nicht, denn wir kennen die Internas nicht, wissen nicht, was intern genau abgelaufen ist.

Klar ist auf jeden Fall, das Watzkes Aussagen zur Unzeit und ohne Not so getroffen wurden. Er hatte ja schon in den Monaten vorher angedeutet, dass es nocht Klärungsbedarf mit Tuchel gebe und dass man nach der Saison alles besprechen wolle. Warum ist er nicht bei dieser Position geblieben, sich jetzt auf den sportlichen Erfolg zu konzentrieren und alles andere nach der Saison zu klären? Hatte er doch bereits die Absicht, sich von Tuchel zu trennen und wusste um die Problematik, plötzlich die Entlassung zu verkünden, wenn der BVB evtl. Platz 3 erreicht und den Pokal gewinnt?

Die Lage hat sich zumindest etwas beruhigt und so kann man davon ausgehen, dass sich die Spieler nicht zu sehr von diesen Störgeräuschen beeinflussen lassen. Sie haben ihre Ziele, wollen nächste Saison auch wieder CL spielen und endlich wieder diesen Pokal, also einen Titel gewinnen. Mal sehen, wie sie im anstehenden Bundesligaspiel drauf sind.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Lucas N.,
"einer dieser Journalisten"…..

Vielleicht ist derselbe "Dortmunder" gemeint, der mir in dieser Spielzeit permanent aufgefallen ist durch stets von einem hohem Maß an Bösartigkeit geprägten Berichten und Kommentaren, wenn es um Tuchel ging oder wenn er versuchte , Tuchel als Verursacher immer dann"ins Spiel" zu bringen, wenn es `mal nicht wünschenswert gelaufen ist.

U.a. an ihn denkend, habe ich die für mich positiven Charaktereigenschaften von Tuchel benannt -sh. -31-, weil einige davon -Intelligenz, Pflichtbewußtsein im Beruf, das Bemühen, sich stets an Fakten zu orientieren,- bei ihm nicht zu existieren scheinen.

PS
Bei Spiegelonline lese ich so eben, über wen akutell neben den bereits genannten Favre und Sosa als Trainer spekuliert wird: Nagelsmann, Stöger, Simeone (!!??), David Wagner -z.Zeit Huddersfield Town, Peter Bosz -Ajax.
Solche Spekulationen in den Medien sind normal, aber für mich "so oder so" allesamt entweder "abenteuerlich -sh.Simeone- oder gemessen an dem, was wir BVBer mit Tuchel haben………

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Walter Stach zu #33
Du hast Recht, dass angesichts der Gemengelage beim BVB über mögliche Nachfolger spekuliert wird, ist logisch, vor allem aus Mediensicht. Besonders hoch gehandelt wird ja in den letzten Tagen Lucien Favre als Tuchel-Nachfolger. Das aber ist der Witz des Jahres, ein Aprilscherz im Mai. Besonders skuril ist, dass eine Zeitung, die Tuchel u. a. wegen des angeblich fragwürdigen Mainz-Abschiedes (stellt sich in Wirklichkeit doch etwas anders und positiver für Tuchel dar) kritisierte, jetzt Favre für einen sehr geeigneten Kandidaten als Tuchel-Nachfolger hält.

Als Favre 2009 in Berlin gehen musste, schrieben die Medien von der "Selbstdemontage des Monsieur Favre", denn er gab zum Abschied eine Pressekonferenz, die alle staunend, kopfschüttelnd und ratlos zurückgelassen hat. Er sprach der abstiegsbedrohten Mannschaft die Qualität ab und attackierte Klubpräsident und Manager der Hertha, lag also mit den Bossen über Kreuz. Gruß an Herrn Watzke 🙂
Die Medien meinten damals übereinstimmend, dass es schwer werde für Favre, je wieder einen Job in der Bundesliga zu bekommen.

Irgenwann bekam Favre aber doch noch einen Job bei Borussia Mönchengladbach. Als es dort irgendwann auch nicht mehr lief, wollte Favre einfach so die Brocken hinwerfen, obwohl Eberl klar erklärte, auf jeden Fall mit Favre weitermachen zu wollen. Dann ging Favre ohne Eberl zu informieren an die Presse und erkläre seinen Abschied. Die Presse schrieb "Borussia völlig überrumpelt" oder "Ego-Abschied Favres". Wieder Gruß an Herrn Watze 🙂

Dass ausgerechnet dieser Favre jetzt in den Medien als Nachfolger Tuchels hoch gehandelt wird, zeigt, wie grotesk es da manchmal zugeht. Wenn einer nicht in Frage kommen dürfte, dann Favre.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bosse für den Fall einer Trennung von Tuchel ausgerechnet an Favre denken. Mit dem würden sie sich ein Eigentor schießen und sich das, was sie an Tuchel kritisieren, in noch viel stärkerem Maße ins Haus holen. Andererseits hält man ja mittlerweile alles für möglich.

Andere Namen, die da in den Medien kursieren, sind entweder Leute, die nicht zu bekommen wären, kein deutsch sprechen oder bei weitem noch nicht auf diesem Niveau einen Klub trainierten.

Da hat man jetzt wirklich ein "schönes" Fass aufgemacht. Es ist wirklich bedauerlich und irritierend, dass die Beteiligten keinen cm aufeinander zugehen und dass es bisher offensichtlich nicht mal eine Aussprache zwischen Watzke und Tuchel gegeben hat. Man lässt die Konflikte einfach ungelöst weiterköcheln und lässt zu, dass Tuchel in teilweise äußerst fragwürdiger und einseitiger Form in den Medien demontiert und in Frage gestellt wird.

Das alles lässt nur den Schluss zu, dass die Konflikte doch tiefgreifender sind als ursprünglich angenommen.

Watzke und Zorc leisten ja seit vielen Jahren gute Arbeit, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der BVB heutzutage sportlich und wirtschaftlich so gut dasteht.
Vor allem Watzke sind bisher kaum gravierende Fehler unterlaufen und er war immer darauf bedacht, den Zusammenhalt und die Geschlossenheit der BVB-Familie zu gewährleisten.
Deshalb wirft diese ganze unerfreuliche Sache doch viele Fragen auf und die Art und Weise, wie man mit Tuchel umgeht, dass man zur Unzeit solch ein Fass aufmacht, es dann nicht mal ein klärendes Gespräch gibt, ist aus der Außensicht betrachtet nur schwer nachvollziehbar.
Aber irgendwann müssen die Karten mal auf den Tisch gelegt und muss für die Öffentlichkeit und besonders für die Fans mal Klarheit geschaffen werden, müssen verständliche Erklärungen für das ganze geliefert werden.
Ich bin wirklich gespannt, was wir da noch zu hören und zu lesen bekommen.
Ansonsten hoffe ich, dass die sportlichen Ziele erreicht werden können, also Platz 3 und Pokalsieg. Wenn nicht, wird auch das Theater jetzt dafür verantwortlich gemacht werden und beim BVB hätte man ein noch ein größeres Problem.
Wenn es mal so aussieht, dass man problemfrei und erfolgreich bis zum Ende der Saison durchkommt und die sportlichen Ziele erreicht, dann schafft man sich eben selbst Probleme und Konflikte. Oh Mann!

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Lukas N.,
ich hoffe, daß meine positive Einstellung gegenüber dem Menschen Thomas Tuchel und daß meine Wertschätzung des Trainers Tuchel einhergehend mit kritischen Anmerkungen zum Watzke Interview – zum Ob, zum Wie, zum Wann- nicht den Eindruck hinterlassen hat, ich würde die Managementqualitäten von Watzke und seine großartige Arbeit "zur Rettung und zur Wiederauferstehung des BVB" irgendwie in Frage stellen wollen. Im Gegenteil. Gerade weil ich ihn als Manager des Unternehmens BVB zu schätzen weiß, kritisiere ich seinen "Umgang mit Tuchel, einen Umgang, den ich von ihm so nicht erwartet habe. und den ich letztendlich sogar für "vereinsschädigend" halte.

Zur Trainerdiskussion:
"Wir" BVB-Fans sollten, so hoffe ich, wissen, daß es den allermeisten Journalisten, die über den BVB berichten, die einschlägige Kommentare schreiben, nicht um das höchstmögliche Maß an Objektivität geht und schon gar nicht um den höchstmöglichen Erfolg des BVB -als Unternehmen, als Fußballverein-, sondern ausschließlich um Auflage und Quote, letztendlich also um ihren Job.
Demzufolge gibt es eben das oftmals krampfhafte Bemühen von Journalisten, möglichst jeden Tage in Sachen Watzke/Tuchel/BVB einen "neue Sau durch`s Dorf zu treiben."

Lukas N.
Lukas N.
7 Jahre zuvor

@Walter Stach zu #35
Keine Sorge, der Eindruck, dass Du die Managementqualitäten Watzkes in Frage stellen wolltest, ist auf keinen Fall entstanden. Vielmehr fragen wir uns ja alle, gerade weil wir um die Verdienste und die Managementqualitäten Watzkes wissen, auch wissen, dass er ein Medienprofi ist, warum er zur Unzeit solch ein Fass aufgemacht hat. Eine nachvollziehbare Erklärung dazu wird er hoffentlich bald abliefern. Und dass nicht sofort ein persönliches Gespräch zwischen Watzke und Tuchel stattgefunden hat, auch in der Zeit davor offensichtlich nicht, verwundert ebenfalls. Denn wenn solche Differenzen offenbar ja schon eine ganze Zeit lang bestehen oder Irritationen wegen Aussagen nach dem Anschlag entstehen, setzt man sich doch an einen Tisch, spricht Klartext und versucht das auszuräumen.

Klar wissen wir alle, dass es Medien / Journalisten auch oder einigen sogar vorwiegend um Auflage und / oder Klicks geht und nicht immer um fachlich einwandfreie, objektive und sich an Fakten orientierte Berichterstattung. Für die Medien ist das das berühmte gefundene Fressen, was Watzke da mit seiner Vorlage geliefert hat.
Man muss natürlich auch die Boulevardmedien von den sonstigen Medien und vor allem von der sog. seriösen Presse und Fachpresse unterscheiden. Leider ist es in diesem Fall aber so, dass selbst ein Teil der sog. seriösen Presse teilweise in Richtung Boulevardjournalismus mit teilweise sehr einseitiger bis fragwürdiger Darstellung verschiedener Dinge abgeglitten ist. Da wurden in einigen Fällen wirklich Grenzen überschritten.

Immerhin hat es heute wenigstens zu einem Unentschieden gegen aufopferungsvoll kämpfende und defensiv gut stehende Augsburger gereicht, während Hoffenheim in Bremen gewonnen hat. Da der BVB das deutlich bessere Torverhältnis hat, bleibt er auf Platz 3 und kann mit einem Sieg im letzten Heimspiel alles klar machen, hat noch alles in der eigenen Hand und das ist das wichtigste.

Walter Stach
Walter Stach
7 Jahre zuvor

Lukas N.,
Zustimmung.
Ich habe so eben an anderer Stelle hier bei den Ruhrbaronen einen Beitrag meinerseits mit "hauchdünn" überschrieben und angemerkt, daß ich damit momentan gar nicht den morgigen Wahlausgang meine, sondern den Kampf um den 3.Platz in der Bundesliga. D.h., der BVB sorgt dafür, daß meine "An-" Spannung über den Wahlsonntag hinaus bis zum nächsten Samstag ca. 17.20 erhalten bleibt.
Und der Sieg allein wird ja am Samstag für den BVB nicht reichen, denn wenn Hoffenheim wie der BVB ebenfalls gewinnen sollte, kommt es auf das Torverhältnis an. Noch haben wir dieserhalb die besseren Karten.
Hoffentlich bleiben "wir" bis dahin -und bis zum Schlußpfiff des Pokalendspieles- verschont von weiterem medialen Getöse über die Causa "Watzke/Tuchel", aber auch von einschlägigen Kommentaren der beiden Protagonisten.

Klaus Lohmann
Klaus Lohmann
7 Jahre zuvor

@Walter Stach: Nach Tuchels Empfindsamkeiten auf seinen letzten Selbstdarstellungsterminen (aka Pressekonferenzen) zu urteilen, ist das Tischtuch zwischen angestelltem Trainer und Vereinsführung leider grob und unrettbar zerschnitten, da beide Seiten noch nicht mal Kaffeekränzchen-Termine zur Konfliktbeseitigung nötig haben. Wir freuen uns also auf einen neuen Trainer, wer das auch immer sein mag.

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