
Morgen sollte im Hörsaal VI der Universität Köln eine Werbeveranstaltung für eine am 11. und 12. April im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald geplante Demonstration für das Recht, die KZ-Gedenkstätte auch mit der Kufiya, dem Hasslappen der Palästinenser, besuchen zu können, stattfinden. Auch in Köln soll mobilisiert werden. Ein Zentrum hat eine geplante Veranstaltung bereits abgesagt, als es erfuhr, worum es geht. Nun ist der Plan, den Hörsaal VI der Universität Köln zu nutzen, gescheitert. Auf Anfrage dieses Blogs teilte die Hochschule mit, sie habe gestern davon erfahren, dass eine für diesen Ort angemeldete Veranstaltung nicht dem erklärten Zweck diene, sondern für „Kufiyas in Buchenwald“ werben solle. Die Nutzung des Raum sei daraufhin zurückgezogen worden.
Eine Kufiya zu tragen ist in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald nicht grundsätzlich verboten, stellt die KZ-Gedenkstätte auf ihrer Homepage klar. Im April vergangenen Jahres bei der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag der Befreiung sei allerdings einer Aktivistin, die ihre Kufiya nicht ablegen wollte, der Zutritt zu der Veranstaltung verwehrt worden, „weil sie nicht bereit war, ihre Kufiya abzulegen, welche sie nach eigenen Angaben anlässlich des Jahrestages explizit als politisches Statement einsetzen wollte.“ Kurzum: Demonstrationen gegen Israel wollte die Gedenkstätte nicht zulassen. Für das Recht, Israelhass auch in Buchenwald demonstrativ ausleben zu können, soll nun am 11. und 12. April in Buchenwald rund um die Gedenkfeier demonstriert werden. Die Begründung: Deutschlands erneute Beteiligung an einem Völkermord soll durch die Einschränkung antiisraelischen Aktivismus ideologisch gerechtfertigt werden – „und das an einem Ort, an dem vor 81 Jahren noch Völkermord begangen wurde.“ Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse fand zu den Plänen klare Worte. „Es sei eine »geschmacklose Verdrehung der Tatsachen«, der israelischen Regierung ausgerechnet in Buchenwald eine faschistische Grundhaltung vorzuwerfen, sagte Panse. Das von dem Bündnis »Kufiyas in Buchenwald« vorgebrachte Argument, die Gedenkstättenleitung in Weimar missachte den Geist des Schwurs von Buchenwald durch ihre israelfreundliche Haltung, sei »geschichtsvergessen«. »Es ist nicht hinnehmbar, die israelische Politik in Gaza auf eine Stufe mit den Verbrechen der Nationalsozialisten gegenüber dem jüdischen Volk gleichzusetzen«, sagte Panse“, zitiert ihn die Jüdische Allgemeine.
