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Vertragsverlängerung mit Torwart Roman Bürki rächt sich jetzt bitter für den BVB

Roman Bürki bei der BVB-Teampräsentation 2015. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist aktuell sehr still geworden um Roman Bürki. Jahrelang war der Schweizer die Stammkraft im Tor von Borussia Dortmund. Seit 2015 steht er inzwischen in Diensten des BVB. Zuletzt suchte man seinen Namen jedoch vergeblich im Spieltags-Kader der Dortmunder.

Das ist nicht nur bitter für den Keeper, sondern wirft auch ein schlechtes Licht auf die Personalpolitik des Klubs.

Erst im vergangenen Sommer hatte sich Bürki mit der Borussia auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2023 geeinigt. Obwohl es schon seit Jahren immer wieder Kritik an der Konstanz des Keepers gab, sagten alle Beteiligten im Verein stets, dass sie dem Schweizer vertrauen, seine sportlichen Leistungen sehr schätzen.

So betonte zum Beispiel BVB-Manager Michael Zorc noch unmittelbar nach der Vertragsverlängerung im Juni 2020: „Wir freuen uns, dass in Roman Bürki einer der konstantesten Torhüter der Bundesliga weiterhin bei uns zwischen den Pfosten steht. Damit ist eine wichtige Position langfristig und exzellent besetzt. Es spricht für Roman, dass er in dieser Saison schon zwölf Zu-Null-Spiele absolviert hat.“

Worte, die nicht lange aktuell bleiben sollten. Im vergangenen Winter kam es offensichtlich intern zu einem Bruch. Plötzlich avancierte Bürkis jahrelanger Backup, Marwin Hitz, zur vorrübergehenden Stammkraft zwischen den Pfosten beim BVB, führte die Mannschaft in der Rückrunde unter Coach Edin Terzic noch zur Champions League Teilnahme.

Das Vertrauen in Bürki schwand offenbar aber auch schon zuvor unter Trainer Lucien Favre, der sich in der Hinrunde 2020/21 lange Wochen zierte Bürki in TV-Interviews das uneingeschränkte Vertrauen auszusprechen, offen mit einem Wechsel im Tor kokettierte, was zu erheblichen Irritationen in den Medien und bei den Fans führte.

Im Sommer 2021 verpflichteten die Schwarzgelben dann Gregor Kobel vom VfB Stuttgart. Kobel ist in Dortmund als neue Nummer eins in die Saison gegangen, wird seit Wochen von Hitz auf der Bank begleitet. Für Bürki, die jahrelange Nummer eins, ist plötzlich kein Platz mehr im Team.

Bisher hat sich auch noch kein neuer Arbeitgeber für Bürki gefunden. Sein Gehalt soll Medienberichten zur Folge bei etwa fünf bis sechs Millionen Euro pro Saison liegen. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich eine große Herausforderung einen neuen Klub zu finden, der auch nur ansatzweise diese Dimensionen zu zahlen bereit ist.

Dass Bürki sich, bei noch ausstehenden rund zehn Millionen Euro Gehalt bis 2023, nicht unter Preis vom BVB trennen will, wäre aus seiner Sicht nur allzu verständlich. Seiner sportlichen Laufbahn könnte ein Aussitzen des Kontraktes aber ein unschönes Ende bereiten.

Auf der anderen Seite wirft der Umgang mit Bürki ein sehr schlechtes Licht auf die Personalpolitik des BVB. Menschlich und finanziell ist es ein Trauerspiel, was da gerade abläuft. Natürlich können Fehleinschätzungen vorkommen. Die Fußballwelt ist schnelllebig und komplex. Trotzdem wird die Vertragsverlängerung mit Bürki im Sommer 2020 rückblickend wohl als eine der spektakulärsten Fehlplanungen von Michael Zorc in die Klubgeschichte eingehen. Und eine ungewöhnlich teure dazu….

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