Vorkriegs-Notizen (7): Im Paradies der Hölle

Freie Dynamit Partei Deutschlands: Next Generation
Laut Berliner Zeitung wollten die Jungen Liberalen Nordost das Ernst-Thälmann-Denkmal in Prenzlauer Berg symbolisch sprengen. Was für ein Glück für Thälmann , dass er im August 1944 nach über elf Jahren Einzelhaft auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen wurde.
Da dürfte ihm eine symbolische Sprengung durch Jungliberale nicht mehr weh tun.
Bleibt zu hoffen, dass solche Sprengungen bei der FDP nicht Mode werden. Ziele gäbe es ja genug.

Erdoğan
agiert wie eine Gemeine Historische Eintagsfliege (Ephemera vulgata erdoganiensis), die blöde wähnt, morgen sei auch noch ein Tag.
(Gleiches Unrecht für alle: Für übermorgen fordere ich aus Gründen der Gendergerechtigkeit das Kopftuchtragen für Patriarchen wie Erdoğan. Es könnte die Schamesröte verdecken, sollte sie je ins Gesicht steigen).

Dreh dich nicht um – schau aufwärts, Engel
Ist das jetzt eine Drohne weit über mir oder was summt da so lautlos?
Für Syrien zumindest planen die USA jetzt eine Flugverbotszone – die natürlich vor allem sie selbst überwachen werden.

Historischer Kompromiss und alltägliche Kompromittierung:
In ihrer Stupidität gegenüber Homosexuellen geben sich Papst und Putin zurzeit medial Rückendeckung. Der eine will gegen die „gay lobby“ vorgehen, der andere gegen „Schwulenpropaganda“. Zumindest um das Verhältnis des Papstes zu sich selbst müsste man sich sorgen, nähme der Stellvertreter Jesu Christi auf Erden, Jorge Mario Bergoglio, die Verse 3. Mose 19 tatsächlich ernst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst…“.
Putin dagegen schwitzt jede Nächstenliebe bei Rangeleien auf der Judomatte aus.

Fast kopflos
Angesichts der gesichtslosen, aber wirksamen Politik des Merkelismus fällt mir auf:
Man muss erst einmal ein Gesicht haben, dass man verlieren, ein Ich, dass man überwinden kann.

Es ist Sommer im Garten
Ich höre die Vögel singen und aus einem Fenster zwei beim Vögeln singen. Wirklich. Und da meint Hildesheimer, der Kalauer sei der müde gewordene Witz. Nicht in der Realität.

Noch einmal Erdoğan: Lebenslanges Politikverbot nicht eingehalten
Auf Wikipedia verlässt man sich besser nicht. Immer aber bietet es Interessantes zum Nachrecherchieren. Zu Erdoğan findet man dort unter anderem:
„Im April 1998 wurde Erdoğan vom Staatssicherheitsgericht Diyarbakır wegen Missbrauchs der Grundrechte und -freiheiten gemäß Artikel 14 der türkischen Verfassung nach Artikel 312/2 des damaligen türkischen Strafgesetzbuches (Aufstachelung zur Feindschaft auf Grund von Klasse, Rasse, Religion, Sekte oder regionalen Unterschieden) zu zehn Monaten Gefängnis und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Anlass war eine Rede bei einer Konferenz in der ostanatolischen Stadt Siirt, in der er aus einem religiösen Gedicht, das Ziya Gökalp zugeschrieben wurde, zitiert hatte:
‚Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.‘
Wenn er das wirklich gesagt hat, kann niemand sagen, das hätte man nicht wissen können.

Die Räuber
Gestern hörte ich im Aalto-Theater Verdis Oper „Die Räuber“ nach Friedrich Schiller.
In Schillers Text auch die Mahnung „Der Gedanke Gott weckt einen fürchterlichen Nachbar auf: sein Name heißt Richter.“
Nur, aus dem Kontext gerissen ist so ein Satz von fast jedem zu nutzen.

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