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Waldorf-Kritik: Wenn das Licht ausgeht

hackenSeit Monaten wird bei uns immer wieder über Waldorfpädagogik und Anthroposophie gestritten. Unser Gastautor Valentin Hacken ist Vorstand der WaldorfSV, der bundesweiten Schülervertretung der Waldorfschulen, Schüler der Freien Waldorfschule Offenburg und widerspricht in seinem Beitrag denThesen unseres Stamm-Gastautors Andreas Lichte.

Rudolf Steiner hat mit der Entwicklung der Anthroposophie und den daraus entstandenen Bewegungen in Wirtschaft, Kunst, Medizin, Pädagogik, Landwirtschaft und Forschung erstaunliches angestoßen. Nach knapp hundert Jahren sind viele Ansätze immer noch bemerkenswert aktuell, sind zeitlos, während andere als Kind ihrer Zeit heute keine Berechtigung, keinen Sinn mehr haben.

Die Waldorfschulbewegung verantwortet also einen Teil des „anthroposophischen Erbes“, den Teil, welcher die ersten Entwicklungen der Waldorfpädagogik enthält. Der allgemeine Diskurs über die Anthroposophie oder Steiner ist an den Waldorfschulen falsch aufgehoben, genauso wie bei den biologisch-dynamischen Landwirten oder den Eurythmisten, der Diskurs über Anthroposophie ist am besten bei genuin anthroposophischen Einrichtungen, etwa der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung oder der Anthroposophischen Gesellschaft verortet.

Die Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner ist allein schon wegen der Ausmaße seiner Gesamtausgabe, über 300 Bände, keine einfache Aufgabe. Um sich dabei nicht auf querlesende Kritiker oder interne Untersuchungen verlassen zu müssen, beauftragte die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden eine Kommission unter Leitung des international renommierten Menschenrechtsanwalts Th. A. van Baarda mit der Prüfung der Rassismusvorwürfe. Quantitativ handelt es sich in über 89.000 Seiten um 67 nach Bewertung der Kommission diskriminierende Aussagen. In der Analyse des Gesamtwerkes kam die Kommission zu der Ansicht, dass Rudolf Steiner definitiv keine rassistischen Ansichten vertrat; entsprechende Äußerungen Steiners gibt es zur genüge.

hackenSeit Monaten wird bei uns immer wieder über Waldorfpädagogik und Anthroposophie gestritten. Unser Gastautor Valentin Hacken ist Vorstand der WaldorfSV, der bundesweiten Schülervertretung der Waldorfschulen,  Schüler der Freien Waldorfschule Offenburg und widerspricht in seinem Beitrag denThesen unseres Stamm-Gastautors Andreas Lichte.

Rudolf Steiner hat mit der Entwicklung der Anthroposophie und den daraus entstandenen Bewegungen in Wirtschaft, Kunst, Medizin, Pädagogik, Landwirtschaft und Forschung erstaunliches angestoßen. Nach knapp hundert Jahren sind viele Ansätze immer noch bemerkenswert aktuell, sind zeitlos, während andere als Kind ihrer Zeit heute keine Berechtigung, keinen Sinn mehr haben.

Die Waldorfschulbewegung verantwortet also einen Teil des „anthroposophischen Erbes“, den Teil, welcher die ersten Entwicklungen der Waldorfpädagogik enthält. Der allgemeine Diskurs über die Anthroposophie oder Steiner ist an den Waldorfschulen falsch aufgehoben, genauso wie bei den biologisch-dynamischen Landwirten oder den Eurythmisten, der Diskurs über Anthroposophie ist am besten bei genuin anthroposophischen Einrichtungen, etwa der Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung oder der Anthroposophischen Gesellschaft verortet.

Die Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner ist allein schon wegen der Ausmaße seiner Gesamtausgabe, über 300 Bände, keine einfache Aufgabe. Um sich dabei nicht auf querlesende Kritiker oder interne Untersuchungen verlassen zu müssen, beauftragte die Anthroposophische Gesellschaft in den Niederlanden eine Kommission unter Leitung des international renommierten Menschenrechtsanwalts Th. A. van Baarda mit der Prüfung der Rassismusvorwürfe. Quantitativ handelt es sich in über 89.000 Seiten um 67 nach Bewertung der Kommission diskriminierende Aussagen. In der Analyse des Gesamtwerkes kam die Kommission zu der Ansicht, dass Rudolf Steiner definitiv keine rassistischen Ansichten vertrat; entsprechende Äußerungen Steiners gibt es zur genüge.

Die Freien Waldorfschulen haben mit der Stuttgarter Erklärung klargestellt, dass sie sich gegen jede Form von Rassismus und Nationalismus stellen, auch in dem Bewusstsein, dass heute Passagen aus Steiners Werk dem nicht mehr entsprechen. Damit ist die Forderung, die Waldorfschulen sollten sich von Rassismus in Steiners Werk lossagen, haltlos.

Herrn Lichtes Kniefall vor einzelnen Personen wie etwa Herrn Ravagli, den er zum „Chefideologen“ stilisiert, will ich mich nicht anschließen. Ich erlebe als Vorstand der WaldorfSV einen kritischen, offenen Dialog der gerade davon lebt, ohne Chefideologen auszukommen. Dabei sind auch neue Entwicklungen wie etwa die Waldorflehrerausbildung in Witten-Annen oder die Ansätze Rüdiger Iwans zu nennen.

In der Waldorfschulbewegung vollzieht sich derzeit ein spannender Prozess, die Waldorfschulen können bald auf hundert Jahre Geschichte und Tradition blicken, von der Gründung der ersten Schule, Schließung durch die Nationalsozialisten, Neugründung und weltweite Expansion. Wer sich in der Waldorfbewegung auskennt, sieht die derzeitigen intensiven Bemühungen um eine Erneuerung der Pädagogik an Stellen, an denen Traditionen geistesgegenwärtiges Handeln ersetzt haben, um ein neues Greifen und Prüfen der pädagogischen Grundsätze, um eine erneuerte Waldorfschule, die ihren hundertsten Geburtstag ganz auf der Höhe der Zeit feiern kann.

Andreas Lichtes Behauptung, die wichtigste und einzige Qualifikation eines Waldorflehrers bestünde darin, Rudolf Steiner bedingungslos zu verehren ist Quatsch, der sich mit der Wirklichkeit der deutschen Waldorfschulen nicht deckt. Ich beobachte ein sich immer stärker kritisch differenzierendes Verhältnis gegenüber Steiner. Im Übrigen erstaunt es mich immer, außerhalb der Waldorfschule mehr über Steiner sprechen zu müssen als in der Waldorfschulbewegung, hier werden Debatten lieber über Pädagogik, Methodik und Umsetzung geführt.

Genauso wenig richtig ist die Behauptung, Eltern an Waldorfschulen würden nicht über den anthroposophischen Hintergrund der Schule informiert. Diese Information ist kein Geheimnis und in allen Publikationen zu finden, an den Schulen zudem Thema vieler Elternabende, allein schon unter dem Aspekt, dass Pädagogen in der Schule nichts ausrichten können, was nicht zuhause gelebt wird.

Um der Reihe der Richtigstellungen gleich einen weiteren Punkt anzufügen, nein, Anthroposophie wird an der Waldorfschule nicht unterrichtet. Diesen Vorwurf aus Heften zu konstruieren, welche zeigen, dass Waldorfschülern in den ersten Jahren Sagen und Mythen, aber auch das alte Testament erzählt werden ist reichlich unoriginell.

Dass sich die Prüfungen für Waldorfschüler in einigen Bundesländern minimal von den Prüfungen der staatlichen Schulen unterscheiden ist richtig, von einem einfacheren „Lex Waldorf“ zu sprechen hingegen falsch. In Bundesländern mit Zentralabitur legen dies auch die Waldorfschüler ab. Teils werden einige Inhalte, z.B. in den Realschulprüfungen dem Lehrplan der Waldorfschule auf einem gleich komplexen Level angepasst, hierüber wachen die zuständigen Ministerien.

Doch Herr Lichte unterstellt den Waldorfeltern nicht nur, ihre Kinder durch einfachere Prüfungen zu schicken, sie seien vor allem hinter dem „Vorteil“ der „ausländerfreien Zone“ her. Davon abgesehen, dass eine „ausländerfreie Zone“ nicht nur als Wort ein Anschlag ist, ist sie selbstverständlich kein Vorteil. Es ist, mit Verlaub, auch albern einer internationalen Schulbewegung mit solchen Argumenten zu kommen. Die Waldorfschulen mühen sich aktiv auch verstärkt pädagogisch wirksame Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund zu finden, ein Beispiel hierfür ist die interkulturelle Waldorfschule Mannheim.

Wo es an Fakten fehlt scheint auch das Erfinden offenbar nicht weit, der Spruch den Herr Lichte „den Waldorfschülern“ in den Mund legt, „Und reicht es nicht zum Straßenkehrer werd ich eben Waldorflehrer“ begegnet mir hier das erste mal, vermutlich wird er von der gesamten Schülerschaft vor dem Bundesschülerrat geheim gehalten.

Einen anderen Spruch, wenn auch nicht sehr vornehm, teilen sich Waldorfschüler und Schüler aller anderen Schulen, „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten!“

Wenn ich mich recht erinnere war es eine Sequenz des Films „Wie gut sind Waldorfschulen wirklich“ in dem eine Mutter berichtete, sie sei ganz entsetzt gewesen, was mit ihrem Kind geschieht, sie dachte das wäre eine „normale Schule“ nur mit ein bisschen Tanzen zusätzlich. Die Waldorfschulen wecken als stark idealistische, andersartige (doch gleichwertige) Einrichtungen immense Erwartungen welche in Mischung mit Unkenntnis erhebliche Falltiefe an Enttäuschung und Wut erzeugen können. Dem gilt es mit stärkerer Kommunikation pädagogischer Konzepte, aber auch mehr Verantwortung auf Seiten der Eltern entgegen zu wirken.

Als Schüler und Vorstand der WaldorfSV – Bundesschülerrat der Freien Waldorfschulen erwarte ich einen verantwortungsvollen Dialog zu Bildungsfragen mit fachkundigen Beteiligten. Bildungsfragen sind Freiheitsfragen, Waldorfpädagogik im Dialog mit den Erziehungswissenschaften ist für mich ein wichtiger Beitrag zu einer menschenwürdigen Pädagogik welche die Person mit all ihren Ebenen wahrnimmt.

Andreas Lichte disqualifiziert sich mit seinen Argumentationen, welche keiner Korrektur in einem Deutschunterricht standhalten würden für diese zukunftswichtige Aufgabe selbst.

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94 Kommentare zu “Waldorf-Kritik: Wenn das Licht ausgeht

  • #1
    Andreas Lichte

    @ Valentin Hacken

    Sie schreiben: „Wo es an Fakten fehlt scheint auch das E R F I N D E N [Hervorhebung Lichte] offenbar nicht weit, der Spruch den Herr Lichte „den Waldorfschülern“ in den Mund legt, „Und reicht es nicht zum Straßenkehrer werd ich eben Waldorflehrer“ begegnet mir hier das erste mal, vermutlich wird er von der gesamten Schülerschaft vor dem Bundesschülerrat geheim gehalten.“

    Merken Sie eigentlich nicht, wie grob diffamierend Ihre Aussagen sind?

    N A T Ü R L I C H kam dieser Spruch von einem Waldorfschüler, wurde mir von ihm „an den Kopf gehauen“, während meines Praktikums in der Waldorfschule Märkisches Viertel Berlin.

    Hab kurz gezögert, ob ich beleidigt sein soll, und mich dann entschieden, das einfach „cool“ zu finden.

  • #2
    Andreas Lichte

    @ Valentin Hacken

    Sie schreiben: „Ich beobachte ein sich immer stärker kritisch differenzierendes Verhältnis gegenüber Steiner. Im Übrigen erstaunt es mich immer, außerhalb der Waldorfschule mehr über Steiner sprechen zu müssen als in der Waldorfschulbewegung, hier werden Debatten lieber über Pädagogik, Methodik und Umsetzung geführt.“

    Dieses „immer stärker kritisch differenzierende Verhältnis“ zu Steiner kann ich in der Waldorfwelt nicht entdecken.

    Und eine „Kultur der Debatte“ gibt es in der Waldorfschulbewegung auch nicht. Der einzige mir bekannte Waldorfschüler, der sich wirklich kritisch mit Rudolf Steiner und seiner Waldorf-Pädagogik auseinandersetzt, ist Ansgar Martins.

    Siehe Ansgar Martins‘ bei den Ruhrbaronen veröffentlichten Artikel:

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/

    „Rudolf Steiners Rassenlehre – Wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht“

    Dieser Artikel führt Ihre Aussage ad absurdum, Zitat: „In der Analyse des Gesamtwerkes [Steiners] kam die Kommission zu der Ansicht, dass Rudolf Steiner definitiv keine rassistischen Ansichten vertrat.“

  • #3
    yeRainbow

    Wissenschaft verlangt, daß ein forschungsergebnis sich reproduzieren lassen muß.

    vielleicht sollte man weitere Institute (sagen wir, anerkannte rechtswissenschaftliche oder anerkannte sozialwissenschaftliche Institute) um eine Expertise bitten.

    Denn wie nicht-rassistisch klingt dieses hier (vielleicht ist es den Experten in der Menge irgendwie entgangen…):
    Steiner, zitiert nach der Gesamtausgabe, Band 348:

    “Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt Neger
    allmählich in die Zivilisation von Europa hereinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen
    Negerroman. Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl
    Negerromane kriegen und geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade
    solche Gelüste manchmal entwickeln können – wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, dass
    Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz
    grau sind, Mulattenhaare haben, die mulattenähnlich aussehen werden.”

    dazu eine kleine Geschichte, die ich erfahren habe (die Beteiligten sind mir gut bekannt)
    direkt nach der Wende wurde in Dresden eine neue Waldorfschule von Interessenten gegründet.
    Eine gute Bekannte von mir (ich kenne sie wirklich gut) hat sich damals um ein Praktikum beworben, studierte zu der Zeit noch.
    Da man sie ja auch kostenlos gekriegt hätte, war man ziemlich begeistert von der Idee.
    Zu einem letzten Vorgespräch nahm sie, da alleinerziehend, ihre Kleinkinder mit, es ging nicht anders.
    Das Gespräch verlief zufriedenstellend, und hernach kriegte sie völlig überraschend eine Ablehnung mit völlig belanglosen Begründung….
    Sie konnte sich das nie erklären. Erst später wurde ihr klar, das Problem war, man hatte ihre Kinder GESEHEN. Eines davon ist für deutsche Verhältnisse deutlich zu dunkel, es hat nämlich afrikanische Vorfahren.

    natürlich ist es schier unsinnig, von der entsprechenden Waldorfschule eine Stellungnahme zu erwarten.
    Dau müßte man bereit sein, die grundlegenden Probleme darzulegen.
    Statt dessen beläßt man es gern bei schönen Behauptungen.
    auch ein Weg…

  • #4
    Jens Gerlach

    Anstelle dieses Artikels hätten auch die beiden Links gereicht, die auf der Seite der WaldorfSV zu finden sind. Sie führen zum Bund der Freien Waldorfschulen und zu den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners.

    Deren Propaganda noch einmal wortwörtlich wiederzugeben, wäre nicht unbedingt erforderlich gewesen, denn das Netz ist voll davon. Aber bitte, wenn die angebliche Schülervertretung unbedingt nochmal zum Ausdruck bringen muss, treu zu ihrer Organisation zu stehen, dann soll man ihr dafür auch den Raum geben. Sonst käme womöglich auch noch jemand auf die Idee, es gäbe tatsächlich sowas wie eine unabhängige Schülervertretung für Waldorfschulen.

    Viel besser noch als die hier gepriesene „Waldorfpädagogik“ als solche, ist deren Variante für behinderte Kinder in Gestalt der sogenannten „Heilpädagogik“.

    http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinder_17.html

    J.G.

  • #5
    Ansgar Martins

    Zum Artikel: Die Rassismusfrage sehe ich bekanntlich ziemlich zu 100% anders, was ich aber hier nicht schon wieder ausführen müssen will, Andreas war ja so nett, auf meinen Artikel zu verweisen.

    Zunächst kann ich als Waldorfschüler, der KRITISCH zur Anthroposophie steht, trotzdem folgende Punkte aus MEINER PERSÖNLICHEN Erfahrung bestätigen:

    > Anthroposophie wird an der Waldorfschule nicht
    > unterrichtet.

    Sie liegt vielem Zugrunde, was im Lehrplan steht, aber es ist auch nach meiner Erfahrung so, dass spezifisch anthroposophische Ansichten nicht konkret im Unterricht auftauchen. Das ist keine Übernahme von „Propaganda“.

    > Ich beobachte ein sich immer stärker kritisch
    > differenzierendes Verhältnis gegenüber Steiner. Im
    > Übrigen erstaunt es mich immer, außerhalb der
    > Waldorfschule mehr über Steiner sprechen zu müssen als
    > in der Waldorfschulbewegung, hier werden Debatten lieber
    > über Pädagogik, Methodik und Umsetzung geführt.

    Spielt sich nach meiner Wahrnehmung ähnlich ab. Aber eben eher an örtlichen Schulen als in offiziellen Stellungnahmen.

    Die Methodik der Waldorfschulen findet auch intern immer wieder Kritik (vgl. Rüdiger Iwan), aber Steiner ist leider höchstens in Allgemeinpositionen wie „Lernen ohne Noten“ u.ä. präsent. Ich persönlich glaube, Steiner müsste wirklich explizit IM Unterricht diskutiert werden, um hier mehr kritische Bewegung zu erreichen. Insofern würde ich hier wohl BefürworterInnen wie KritikerInnen widersprechen.

    Solange aber die problematischen Positionen auf Waldorfseite verschwiegen bzw. weginterpretiert werden, müssen eben KritikerInnen ran.

    Auch den Satz „Und reicht es nicht zum Straßenkehrer…“ kenne ich nur von Andreas.

    @ Jens Gerlach:

    > Aber bitte, wenn die angebliche Schülervertretung
    > unbedingt nochmal zum Ausdruck bringen muss, treu zu
    > ihrer Organisation zu stehen, dann soll man ihr dafür
    > auch den Raum geben. Sonst käme womöglich auch noch
    > jemand auf die Idee, es gäbe tatsächlich sowas wie eine
    > unabhängige Schülervertretung für Waldorfschulen.

    Das zeigt, dass Sie – bei allem Respekt – in puncto SVen an Waldorfschulen keine Ahnung haben. Es gibt SVen und unabhängige SVen.

    Siehe dazu u.a.:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/04/vollgas-mit-handbremse2-schulerinnenpartizipation-an-waldorfschulen-ein-ruckblick/

    Und zur aktuellen Lage kurz:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/10/vollgas-mit-handbremse-4-die-praxis-sv-an-fwsen/

    Und zur Kritik an der WaldorfSV:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/05/vollgas-mit-handbremse-3-eine-bundesweite-waldorf-sv/

  • #6
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Es gibt seit Jahrzehnten eine nicht mehr zu überblickende Zahl von Publikationen zur sogenannten Waldorfpädagogik, die mit einer Erziehungswissenschaft nichts zu tun hat. Die Anzahl der Internetseiten ist ebenfalls gewaltig. Es gab etliche Diskussiionen in Foren von Zeitungen und Blogs. Nirgendwo ist jemals ein „kritischer Waldorflehrer“ gesichtet worden. Lehrer wie Schüler standen stets bedingungslos zu ihrem geistigen Oberhaupt.

    Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?
    Wie und wo erspähen Sie und Valentin Hacken die große Reformbewegung?
    Und Worauf sollte die denn wohl hinauslaufen?

    Sehr schön hat das Klaus Prange formuliert:

    „Insofern stellt die Geistesforschung Steiners ein Kuriosum dar; es dürfte sich hier um die einzige Disziplin mit wissenschaftlichem Anspruch handeln, die schon bei ihrer Geburt am Ende war. Was bleibt, ist die Nachlese und das Nacherleben dessen, was in den Vorträgen und Schriften enthalten ist (…) Er hat alles gefunden, das meiste davon mitgeteilt und ausgestreut, und die Jünger sind damit befasst, die Brosamen vom Tisch des einen Reichen aufzusammeln, auszudeuten und zu vergleichen. Aber in der Sache ist die anthroposophische Menschenerkenntnis nicht mehr zu verbessern .

    Das kann auch gar nicht anders sein. Denn das anthroposophische Sinnangebot besteht ja darin, „ganze, volle Wesenserkenntnis“ zu liefern, nicht ein Fragment inhaltlicher Forschung, sondern endgültige Wahrheit. Ginge die Geistesforschung weiter, wäre das ein Hinweis auf ihre Unvollständigkeit. (…) Ließe sich die Anthroposophie und mit ihr die Waldorfpädagogik auf die übliche empirische Forschung ein, auf Paradigmawechsel und Innovation, Methodenvariation und Problemverschiebungen, wäre auch ihr Anspruch dahin, ein fur allemal die Menschen-, Weltund Seelenrätsel gelöst zu haben.“ (Erziehung zur Anthroposophie, S.36)

    Solange Sie nie auch nur einen einzigen Waldorflehrer nennen können, der Kritik an Rudolf Steiner übt, bleiben Ihre Behauptungen vollkommen unglaubwürdig.
    Ihre Artikel lassen sich leider nicht aufrufen. Falls sich das wieder ändert, sehe ich mir die gern an. Vermutlich wimmelt es dort vor „kritischen“ Waldorfschülern, die natürlich auch Vertreter in den Donnerstagskonferenzen haben und überall ein erhebliches Wort mitreden.

  • #7
    Andreas Lichte

    @ Ansgar Martins

    Du schreibst: „Die Anthroposophie liegt vielem Zugrunde, was im Lehrplan steht, aber es ist auch nach meiner Erfahrung so, dass spezifisch anthroposophische Ansichten nicht konkret im Unterricht auftauchen. Das ist keine Übernahme von “Propaganda”.“

    Wie sieht’s denn mit deinen eigenen Artikeln zu diesem Themenfeld aus? Bitte auch die Diskussionen zu den Artikeln berücksichtigen, da gab’s schon noch neue Erkenntnisse:

    – „Atlantis“ und die anthroposophische „Kulturepochenlehre“ im Unterricht:

    „Die “Atlantis-Debatte”. Anthroposophische Mythen in der Waldorfschule?“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/27/die-atlantis-debatte-anthroposophische-mythen-in-der-waldorfschule/

    .

    – „Temperamentenlehre“:

    „Typen? Themen? TEMPERAMENTE! (Just another anthroposophical typology)“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/12/15/typen-themen-temperamente-just-another-anthroposophical-typology/

    .

    – „Jahrsiebtelehre:

    „Erziehung und Evolution – Steiners “Jahrsiebte” und die “Chimäre der Ganzheitlichkeit” zwischen Autorität, Selbsterziehung und Biologismus“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2010/02/16/erziehung-und-evolution-steiners-jahrsiebte-und-die-chimare-der-ganzheitlichkeit-zwischen-autoritat-selbsterziehung-und-biologismus/

  • #8
    Andreas Lichte

    @ Ansgar Martins

    Du schreibst an „Jens Gerlach“: „Das zeigt, dass Sie – bei allem Respekt – in puncto SVen an Waldorfschulen keine Ahnung haben. Es gibt SVen und unabhängige SVen.“

    Ich war auf einem Gymnasium. Das, was der Waldorschüler „Staatsschule“ nennt. Die Schülervertretung hat dort die Interessen DER SCHÜLER vertreten, nicht die Interessen der Dachorganisation. Die Interessen der Schüler, das waren gerade nicht die Interessen der Lehrer oder der Dachorganisation.

    Ich denke, auch „Jens Gerlach“ war auf einer „Staatsschule“. Du kannst von niemand erwarten, dass er Verständnis dafür hat, dass ein Waldorfschüler die Interessen des „Bundes der Freien Waldorfschulen“ vertritt. So wie Valentin Hacken.

  • #9
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Jetzt habe ich alle drei Links aufgerufen.
    Gefunden habe ich, dass es neben der vom Bund der Freien Waldorfschulen finanzierten Organisation, deren Vorstand den obigen Artikel zum Besten gab, an 45 von über 200 Waldorfschulen eine Schülervertretung gibt. Auf eine ganze Reihe von denen haben Sie verlinkt. Ruft man die Links auf, sieht man, dass die keine eigenen Internetseiten haben, sondern auf den Seiten der jeweiligen Waldorfschule mitgeführt werden, in trauter Harmonie. Teilweise finden deren Treffen im Beisein von Eltern oder Lehrern statt. Formale Mitbestimmungsrechte konnte ich nicht entdecken.

    Sie verstehen unter unabhängiger Schülervertretung offenbar alle SVen, die nicht direkt vom Dachverband finanziert werden, egal, ob Eltern und Lehrer eine Kontrolle ausüben, und unwichtig, ob es überhaupt irgendwelche Mitbestimmungsrechte gibt. Das ist aber ein sehr anthroposophisches Verständnis. Es sind dann allenfalls Gesprächsgruppen und keine Schülervertretungen. Aber vielleicht ist mir was entgangen und Sie nennen doch noch eine Waldorfschule, an der Schülervertreter vergleichbare Rechte haben wie an öffentlichen Schulen.

    J.G.

  • #10
    yeRainbow

    ein wissenschaftlich üblicher Standard ist das Zitieren von originalen Aussagen.

    Interpretationen können fehlerhaft oder subjektiv gefärbt sein.
    Daher ist es im Gegenteil wichtig, immer wieder originale Zitate mit Quellenangabe zu veröffentlichen.

    sie sprechen für sich.
    Ganz besonders in so wichtigen grundsätzlichen Fragen wie der BEWERTUNG von unterschiedlichen Menschentypen anhand angeborener Merkmale, die ein Mensch nicht durch eigene Leistung tatsächlich ändern kann (von Michael jackson mal abgesehen – und ihm hat es nix genützt….).

    Es ist eine Frage von Akzeptanz dessen, was ein Mensch ist.

    Mich erinnert das an die Begründung aus Vorzeiten, warum Menschen Sklaven sein müßten… diese hatten keine Seele und konnten daher niemals wirklich „freie“ Menschen sein.
    ja, die alten Griechen hatten auch so ihre Themen…

  • #11
    Michael Kolb

    Ich bin bei diesem Thema immer wieder erstaunt, wie schnell es gehen kann, vom Paulus zum Saulus in handgestoppten 24 Zeilen. Da schreibt Ansgar vor gar nicht langer Zeit hier einen schönen Artikel und (fast) „alle“ finden seine Kritik an Steiner klasse.

    Hier nun ist er unvorsichtig genug und formuliert in seinen Kommentar noch nicht einmal besonders Steiner- oder Waldorf- freundlich, nö, er macht halt nur den Fehler, mit seinem Kommentar Waldorfschulen nicht in Bausch und Bogen zu verdammen. Und was passiert? Plötzlich muß er sich rechtfertigen, seine Aussagen sind plötzlich nur noch unbewiesene Behauptungen uswusf. er ist den „echten“ Kritikern nicht mehr kritisch genug.

    Ähnliches ist mir damals auch schon aufgefallen, als es hier um Helmut Zander und seine „Geschichte der Anthroposophie“ ging. Kaum hatte man sich den Mitschnitt des Schweizer Fernsehens angesehen, da war es plötzlich aus mit der Freundlichkeit, hatte er es doch gewagt, in der Anthroposophie immerhin ein paar spanndende Ansatzpunkte zu finden, die er auch für unsere Zeit immer noch interessant findet, war er mit seinen Aussagen überhaupt zu sehr pro Steiner oder, um es andersherum zu formulieren, nicht anti Steiner genug.

  • #12
    Jens Gerlach

    @ Michael Kolb

    Es ist schon möglich von Autoren und Kommentatoren manches zu teilen und anderes abzulehnen.Diese Selbstverständlichkeit scheint Ihnen nach wie vor völlig fremd zu sein.

    Ansgar Martins hat seine Position zu Steiners Rassismus plausibel dargelegt. Für die Existenz von „kritischen Waldorflehrer“ und „unabhängigen Schülervertretungen“ habe ich bisher nicht einmal Anhaltspunkte.

    Ist es dann eine Frechheit zu fragen, ob es möglicherweise eine Begründung für die Proklamation gibt. Muss ich Ihrer Meinung nach, wenn ich der begründeten Auffassung eines Autors zustimme auch alles andere schlucken und loben, was der eventuell von sich gibt.

    Bezüglich Helmut Zander gilt das ebenfalls. Da hatten Sie in der Tat schon einmal Ihre seltsam abwegige Auffassung kundgetan.

    Reichlich absurd, anderen vorzuwerfen, differenziert nach Argumenten, statt pauschalisiert nach Person zu urteilen.

    J.G.

  • #13
    Ansgar Martins

    Ich überblicke nicht alle WaldorfSVen akut, die 45 die ich kenne sind, wie im einschlägigen Artikel betont, auch sicher nicht alle, sondern eben die, von denen ich schonmal was gehört hab (inzwischen weiß ich von paarundfünfzig). Ich reiße mir oft mehrere Stunden wöchentlich den Arsch für Gremienarbeit an meiner Schule auf und kann Ihnen versichern, dass wir dort zentral zu den wichtigen Fragen und AKs einbezogen werden. Gutes weiß ich recht aktuell auch aus Otterberg, ansonsten habe ich mich in der Richtung seit letzten Herbst selten umgehört. Ich erlebe WaldorfSVen (sicher nicht „die WaldorfSV“) oft auch als sehr kritisch, aber eben im Rahmen einer ermüdenden Gremien- und Delegationsarbeit, die an öffentlichen Schulen so nicht auftritt.

    Als Bundesdeligierter der LandesschülerInnenvertretung RlP kann ich Ihnen übrigens versichern, dass an vielen Gymnasien und leider noch viel mehr Real- und Hauptschulen auch überhaupt keine Ambitionen für eine SV da sind. Das ist (leider) kein waldorfeigenes Problem.

    Und ich bin (auch in und nach all diesen Artikeln) der Meinung, besser: habe bisher die Erfahrung gemacht, dass WaldorfschülerInnen von aktiver Anthroposophie wirklich nicht viel mitbekommen. Als ich angefangen hab, mich da umzuhören, bin ich nicht nur bei vielen anthroposophischen Dogmen, sondern zuallererst bei Machwerken wie dem von Bierl aus allen Wolken gefallen – es hatte schlicht keinen Bezug zu dem, was ich als Waldorfschule erlebte, lest meine frühesten Artikel! Mittlerweile hab ich mich weiter eingelesen und umgehört und komme deswegen zu einem kritischen Gesamturteil. Dass in der Auswahl und Präsentation der Unterrichtsthemen Steiners „menschenkundliche“ Ansichten gegenwärtig sind, steht dazu weder im Widerspruch noch springt dabei der Glaube an diese „Menschenkunde“ über, aber mensch wird dann als Waldorfschüli halt verständlicherweise sauer, wenn mensch für so dumm erklärt wird, sich jeden Tag 8 Stunden Zwergchen, Atlantis und Rassenkunde o.ä. zu geben. Und welcher Waldorfschüler liest sonst Steiner? Wie gesagt, bin ich der Meinung, dass er an Waldorfschulen und IM Unterricht viel mehr thematisiert werden muss, damit mehr kritisches Bewusstsein zustandekommt. Dass es auch viel problematischere Fälle gibt, ist mir bewusst.

    Übel an diesen Diskussionen ist vor allem der daueraggressive Ton!

  • #14
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Übel an diesen Diskussionen ist vor allem der daueraggressive Ton!

    Und der findet sich wo?

    Sie schreiben, ich hätte zumindest bzgl. WaldorfSV „keine Ahnung“. Peter Bierls Buch über Rudolf Steiner und die Waldorfschulen bezeichnen Sie als „Machwerk“.

    Ich würde sagen, Sie nehmen den Mund ganz schön voll und beklagen sich dann auch noch, wenn Ihnen nur eine Begründung für Ihre Behauptungen abverlangt wird.

    In Ihrem neuen Kommentar schreiben Sie wieder dieses und jenes persönlich erlebtes, aber die Antworten auf konkrete Fragen bleiben Sie schuldig.

    Wo gibt es einen „kritischen Waldorflehrer“ und wo eine „unabhängige Schülervertretung“ an einer Waldorfschule, die über irgendwelche Mitbestimmungsrechte verfügt, die an öffentlichen Schulen gewährleistet sind, auch dann, wenn sie nicht wahrgenommen werden, wie Sie nun ausweichend anführen?

    Das sind zwei ganz konkrete und alles andere als aggressive Fragen.

    Wenn Sie hingegen hier Ihre Wunschvorstellungen als Tatsachen vorstellen, dann sollten Sie zumindest selber etwas vorsichtiger im Ton sein und nicht auch noch das wiederum anderen in die Schuhe schieben.

    J.G.

  • #15
    Ansgar

    Den Ton zelibrieren Sie grade wieder. Das Buch von Bierl ist mehr als tendenziös und trifft den Alltag an Waldorfschulen in keiner Weise. Da könnten Sie auch die meisten anderen WaldorfschülerInnen fragen, mir scheint es aber, als wäre es unter WaldorfgegnerInnen quasi ausgemacht, dass, wer sich positiv zu den Waldorfschulen äußert, entweder „Wunschträume“ aufbläst oder ideologisch eingeschworen ist – wobei ich mich natürlich gern vom Gegenteil überzeugen ließe.

    Zwei FWSen habe ich genannt, an denen die SVen derartig eingebunden sind, ansonsten relativ unmissverständlich beschrieben, dass ich die Gesamtsituation nicht ausreichend überblicke. Als unabhängig würde ich aber die meisten etablierten SVen an den meisten Schulen (Waldorf hin, Waldorf her) ansehen. Jedenfalls wenn es darum geht, SchülerInneninteressen zu artikulieren, von „neuem Oberstufenraum“ bis Beanstandung von Unterrichtsmethoden, Pausenregelungen oder Konliktlösungen. In puncto „Rechte“ gelten zumindest theoretisch aber für alle SVen erstmal dieselben, die in den zuständigen ministeriellen Verwaltungsvorschriften festgehalten sind (was z.B. Unterrichtsfreistellungen für die Arbeit, Vollversammlungen usw. angeht) – in der Praxis sind auch viele SVen an öffentlichen Schulen an der kurzen Leine der DirektorInnen bzw. VerbindungslehrerInnen, was mit Sicherheit auch an Waldorfschulen so sein wird. Was stellen Sie sich denn genau unter kritischen WaldorflehrerInnen vor? Welche, die keine AnthroposophInnen sind, selbstkritische AnthroposophInnen oder irgendetwas anderes? Ersteres haben die meisten FWSen reichlich zu bieten, zweiteres kaum in einem für meine Begriffe hinreichenden Sinne. Viele sich als „anthroposophisch“ verstehende LehrerInnen haben wenig Ahnung von dem, was Steiner großenteils von sich gab – da beruft mensch sich auf schön klingende Allgemeinpositionen. „Wunschvorstellungen“ sind das nicht. Die sehen definitiv anders aus!

  • #16
    Andreas Lichte

    @ Ansgar Martins

    Du fragst: „Was stellen Sie sich denn genau unter kritischen WaldorflehrerInnen vor?“

    Ich sag dir erst mal, was ich mir unter kritischen WaldorflehrerInnen NICHT vorstelle: Die späteren WaldorflehrerInnen, die zusammen mit mir am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ waren.

    Da gab es natürlich die Steiner-Gläubigen. Darüber müssen wir nicht weiter reden.

    Aber schlimmer noch die Mitläufer, die einfach nur nen Job wollten und zur rechten Zeit verstummten.

    Am allerschlimmsten diejenigen, die Steiner richtig Scheisse fanden, und sich dann völlig verbogen haben, um ja den Job zu bekommen. Es dann in der Waldorfschule auch noch fertigbrachten, Anthroposophie zu unterrichten, z.B. die „12 Sinne“ nach Steiner. Ich berichtete dir bereits darüber.

    Ein „kritischer Waldorflehrer“ wäre für mich – beispielsweise – jemand, der auf deinem „waldorf blog“ einen wirklich kritischen Artikel veröffentlicht. Oder ein ergebnisoffenes, unzensiertes Interview mit dir führt.

  • #17
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Den Ton zelibrieren Sie grade wieder.

    Naja, kann ja jeder lesen, wer welchen Ton anschlug.

    Das Buch von Bierl ist mehr als tendenziös und trifft den Alltag an Waldorfschulen in keiner Weise.

    Die Rede ist von, Peter Bierl: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik

    „Machwerk“, „mehr als tendenziös“ – vielleicht fallen ihnen noch weitere Vokabeln dieser Preislager ein. Wenn nicht, im Internet gibt es noch viel mehr davon als die, die Sie sich bisher zu eigen gemacht haben, auf unzähligen Seiten der Anthroposophen-Gemeinde, deren Wortschatz in dieser Hinsicht allgemein und bzgl. Bierl im Besonderen keine Grenzen kennt.

    Einer Begründung bedarf es dafür nicht. Was er an Fakten zusammentrug unter Auswertung der Schriften Steiners, und darüber hinaus der einschlägigen anthroposophischen Publikationen, inklusive des Zentralorgans „Das Goetheanum“, alles nur bösartige Unterstellungen. Man muss nur den Anthroposophen und Herrn Martins glauben, dann weiß man Bescheid. Rückfragen sind eine aggressive Handlung, die sich von selbst verbietet.

    Da könnten Sie auch die meisten anderen WaldorfschülerInnen fragen

    Nö, sicher, da frag ich dann „WaldorfschülerInnen“, und dann ist alles klar.

    Zwei FWSen habe ich genannt, an denen die SVen derartig eingebunden sind,

    „Eingebunden“ sind sie, ja, „embedded WaldorfSV“, das habe ich nicht bestritten.

    ansonsten relativ unmissverständlich beschrieben, dass ich die Gesamtsituation nicht ausreichend überblicke.

    Wie bitte? Sie hatten gesagt, ich hätte keine Ahnung und Sie wüssten Bescheid.

    Als unabhängig würde ich aber die meisten etablierten SVen an den meisten Schulen (Waldorf hin, Waldorf her) ansehen. Jedenfalls wenn es darum geht, SchülerInneninteressen zu artikulieren,

    Ja, warum auch nicht. Valentin Hacken hat hier ja gerade gezeigt, wie total unabhängig er Schülerinteressen vertritt. Wenn der ein Schülervertreter ist, andererseits aber die Schüler ganz unberührt von Rudolf Steiner sein sollen, fragen Sie sich dann nicht selber, wie das zusammenpasst und wie glaubwürdig ist?

    Wenn dieser 150-prozentig linientreue Büttel des Bunds der Freien Waldorfschulen von Veränderung oder Reformen faselt, fragen Sie sich dann nicht, was das damit gemeint ist?

    Da stellt sich jemand hin, verteidigt als Waldorfschüler Rudolf Steiner bis aufs Messer und behauptet mittendrin, dass Rudolf Steiner an Waldorfschulen praktisch gar nicht vorkäme.Diejenigen, die das nicht glauben möchten sollen „die Klappe“ halten, denn sie sind im Unterschied zum großen Valentin Hacken gar nicht kompetent.

    Es fällt tatsächlich manchmal etwas schwer, angesichts derartiger Dummdreisigkeit nicht ausfallend zu werden.

    Ansgar Martins stimmt dem aber zu und Michael Kolb möchte nicht, das daran irgendwas bemängelt wird.

    In puncto “Rechte” gelten zumindest theoretisch …

    Haben Sie Rechte oder haben Sie keine?

    Ich würde sagen, eine Schülervertretung gibt es überhaupt nur an sehr wenigen Waldorfschulen und auch da nur dem Namen nach. Sie sind dort, wo es sie überhaupt gibt, weitgehend unter Kontrolle der „Waldorfpädagogen“, nicht als autonome und ggf. kontroverse Instanz, geschweige denn mit festgeschriebenen Rechten.

    Ich kann Ihren Darlegungen nicht entnehmen, inwiefern von einer unabhängigen „Schülervertretung der Waldorfschulen“ die Rede sein könnte.

    Was stellen Sie sich denn genau unter kritischen WaldorflehrerInnen vor?

    Einen Waldorflehrer, der es wagt, Rudolf Steiner zu kritisieren und wissenschaftliche anstelle anthroposophischer Positionen zu vertreten.

    Ich habe mir die Existenz eines „kritischen Waldorflehrers“ aber ja nicht ausgedacht, sondern Sie haben behauptet, die gäbe es tatsächlich und ein ungeahntes Reformpotential noch dazu.

    Also bitte: Was verstehen Sie darunter, und wo gibt es das?

    Bitte nicht wieder irgendwelche Eiertänze, sondern einfach klare Antwort auf klare Frage.

    J.G.

  • #18
    yeRainbow

    Es verwundert mich, daß man meint, es sei Pflicht oder zumindest notwendig, daß man jeder Aussage eines Menschen zustimmt, nur weil man einmal einer Aussage zustimmen konnte…

    Das krieg ich nicht mal bei meinem eigenen nachwuchs hin.

    Das ist allerdings guter sozialistischer Stil…
    Da ich ausgiebig Marxismus-Leninismus sowie „Wissenschaftlichen Kommunismus und Sozialismus“ studiert habe, erkenne ich das.
    War Pflicht in meinem DDr-Fachschulstudium Kulturwissenschaften, falls sich jemand grad die Frage stellt.

  • #19
    Ansgar

    > Wie bitte? Sie hatten gesagt, ich hätte keine Ahnung
    > und Sie wüssten Bescheid

    Soll heißen: Ich kenne nicht alle SVEn an allen FWSen, ein paar, die ich kenne, haben – wie in Mainz – ausgiebige Rechte, von denen sie auch gebrauch machen, sind in die verschiedenen AKS uund Gremien involviert und sind von „ideologischen Leitlinien“ oder was immer Sie sich da vorstellen, unabhängig und durchaus auch kontrovers bzw. kritisch – aber eben v.a. Unterrichtsmethoden und -geschehnissen gegenüber, da Steiner in der SchülerInnenwahrnehmung wirklich kaum eine Rolle spielt. Andere SVen, z.B. in Berlin-Kreuzberg, haben z.B. in den Konferenzen nur Anhörungsrecht, und andere, wie m.W. die Emil-Molt-Schule Berlin, haben gar keine SV. Aber wie gesagt habe ich mich seit letztem Herbst bzgl. der aktuellen Lage nicht sonderlich umgehört.

    Dass an den allgemein-technischen Konferenzen, d.h. dem „Sanctissimum“ von Steiners „Lehrerrepublik“ SchülerInnenvertreterInnen teilnehmen sollen, hat aber sogar Stefan Leber schon in den 80ern geschrieben.

    > Einen Waldorflehrer, der es wagt, Rudolf Steiner zu
    > kritisieren und wissenschaftliche anstelle
    > anthroposophischer Positionen zu vertreten.

    Zumindest ab Klasse 9 ist der naturwissenschaftl. Unterricht (Geographie, Physik, Bio etc.) zur Gänze mit wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgefüllt, da beschäftigt mensch sich mit Plattentektonik, Geozonen, Kalorik, Periodensystemen, Proteinbiosynthese usw. – wobei ich genausowenig wie Sie jeden einzelnen Unterricht an jeder einzelnen FWS kenne und ausschließen könnte, dass nicht vllt irgendwo auch eine deutliche Dominanz anthroposophischer Lehren zu verzeichnen ist. Die entsprechenden LehrerInnen würde ich aber immernoch nicht als „kritisch“ beschreiben – großenteils haben sie, wie gesagt, von dem, was Steiner TATSÄCHLICH von sich gab, keine Ahnung.

    > Ich habe mir die Existenz eines „kritischen
    > Waldorflehrers“ aber ja nicht ausgedacht, sondern Sie
    > haben behauptet, die gäbe es tatsächlich und ein
    > ungeahntes Reformpotential noch dazu.

    Ich sprach davon, dass mensch gegenüber der Praxis und Effizienz vieler Methoden (Verbalzeugnisse, Epochen etc.) bzw. ihrer Umsetzung inzwischen kritisch ist, davon aber leider noch wenig in eine Veränderung in der Praxis sickert (siehe Kommentar 5). Den Rest haben Sie sich daraus interpretiert.

    > Da stellt sich jemand hin, verteidigt als Waldorfschüler
    > Rudolf Steiner bis aufs Messer und behauptet mittendrin,
    > dass Rudolf Steiner an Waldorfschulen praktisch gar nicht
    > vorkäme.

    Letzteres erlebe ich eben auch so (dass Steiner subtil hinter sehr vielem steht, ändert nichts daran, dass das im Schulalltag nicht unbedingt wahrnehmbar ist), und da werden auch Sie beim allem Engagement nicht viel dran ändern – und warum geben Sie sich da überhaupt so viel Mühe^^. Gegen Kritik fährt der BdFW – und Valentin auch – einen zur Gänze inakzeptablen Abwehrkurs, der Steiner aber auch nicht mehr in den Unterricht reinbringt.

    > Ansgar Martins stimmt dem aber zu …

    Das haben Sie jetzt aber mal wieder sehr frei assoziiert. Ich beschreibe die Situation, wie sie sich mir darstellt, was genau ist daran falsch? Weder behaupte ich, Andreas solle die Klappe halten noch Sie, noch habe ich Person oder Ansichten Rudolf Steiners „bis aufs Messer“ verteidigt. Im Gegenteil stellen Sie jeden, der irgendetwas Positives an Waldorf wahrnimmt, in dieselbe „Verteidigt Rudolf Steiner bis aufs Messer“-Ecke. Dass Sie das ausgerechnet mir unterstellen, ist zwar kein klassischer Fall von „dummdreist“, aber entweder affektiert oder uninformiert.

  • #20
    Jens Gerlach

    @ Absgar Martins

    Andere SVen, z.B. in Berlin-Kreuzberg, haben z.B. in den Konferenzen nur Anhörungsrecht,

    Ich verstehe nicht, was Sie meinen. Welche Konferenzen? Die wöchentlichen Lehrerkonferenzen? Was heißt nur Anhörungsrecht? Da wird doch ohnehin nach dem sogenannten „Konssensprinzip“ verfahren, um nicht Abstimmungspannen riskieren zu müssen. Und wo gibt es mehr als nur Anhörungsrecht. Das ist mir immer noch alles reichlich nebulös.

    Letzteres erlebe ich eben auch so (dass Steiner subtil hinter sehr vielem steht, ändert nichts daran, dass das im Schulalltag nicht unbedingt wahrnehmbar ist)

    Du liebe Zeit. Das soll doch auch so sein. Das ist doch das Konzept. Klaus Prange hat es ausführlich beschrieben: „Erziehung zur Anthroposophie“, nicht durch Offenheit, sondern durch Indoktrination.

    Und die funktioniert sehr gut. An öffentlichen Schulen ist Steiner gar nicht bekannt. In jeder Waldorfschule ist er allgegenwärtig. Natürlich nicht alle, aber ein guter Teil der Waldorfschüler wird zum wütenden Verteidiger des Anthroposophen-Führers, sobald ein kritisches Wort fällt. Und nirgendwo in 90 Jahren Schulgeschichte ist jemals ein Waldorflehrer aufgefallen, der auch nur einen Teil der Wahnvorstellungen des Sektenpriesters kritisiert hätte. Nirgendwo auch nur ein Wort gegen dessen Rassismus, nicht nur nicht vom Dachverband, anders als Herr Hacken behauptet, der ganz genau den rhetorischen Trick der „Stuttgarter Erklärung“ kennt und hier lügt, dass sich die Balken biegen, nein auch kein einzelner „Pädagoge“ würde auf die Idee kommen, den Meister anzuzweifeln. Bekannt ist allein der ganz besonders scharfe Ton der „Waldorfpädagogen“ gegen die Kritik an dem Rassismus.

    Im Gegenteil stellen Sie jeden, der irgendetwas Positives an Waldorf wahrnimmt, in dieselbe “Verteidigt Rudolf Steiner bis aufs Messer”-Ecke.

    Nein, das tue ich nicht. Dass Sie Valentin Hacken zustimmen bezog sich auf das, worin Sie ihm zugestimmt haben. Dass Sie im Unterschied dazu Ihre Position zu Steiners Rassismus gut zu begründen verstanden, hatte ich deutlich erwähnt. Wenn es für Sie bei einzelnen Themen immer gleich um Ihre ganze Person geht, haben Sie ein Problem, für das ich nichts kann.

    J.G.

  • #21
    yeRainbow

    naturwissenschaftliche Grundlagen in der Oberstufe – viel zu spät.
    Logisches Denken muß man wesentlich eher kennenlernen und einüben.
    lernt man stattdessen magisches Denken etc, dann ist die Weltsicht schon relativ festgefügt, und mat-nat Unterricht fällt dann enorm schwer und wird auch nur schwer verkraftet.

    Dieses Problem betrifft allerdings alle Schulen in der brd. Ich wüßte jedenfalls keine, die einen sinnvollen Lehrplan hätte, die eine gute Didaktik anbietet und den Kindern das nötige „Denkhandwerkszeug“ mitgibt.
    und das trotz der Länderei und Eigenbrötlerei jedes Bundeslandes für sich.
    Da ist keines, das wirklich empfehlenswert wäre.

    Auch die Wald-Dorfschulen nicht.
    Die ganz besonders nicht.

    Der Witz ist nur, ein Waldörfler ist da zum Erkennen dieses Faktes nicht per se befähigt.

    eigene Wahrnehmung ist immer fehlerbehaftet.
    Und gar nicht einschätzen kann man, was man NICHT weiß.
    Der berühmte blinde Fleck.

  • #22
    Ansgar

    > Du liebe Zeit. Das soll doch auch so sein. Das ist doch
    > das Konzept. Klaus Prange hat es ausführlich
    > beschrieben: „Erziehung zur Anthroposophie“, nicht durch
    > Offenheit, sondern durch Indoktrination.
    > Und die funktioniert sehr gut. An öffentlichen Schulen
    > ist Steiner gar nicht bekannt. In jeder Waldorfschule
    > ist er allgegenwärtig.

    Da könnte Klaus Prange machen was er will und würde doch keinen Einfluss auf einen realen Schulalltag haben – er liefert eine Analyse von Steiners Vorstellungen. Bei Indoktrination müsste aber die konkrete Lehre in irgendeiner Form vermittelt werden – aber nur weil mensch irgendwann den trojanischen Krieg erzählt kriegt oder Goethes Prometheus spricht, erfährt mensch nicht, dass Steiner den trojanischen Krieg als Symbol für den Wechsel zw. Kulturepoche drei und vier ansah und das zur 5. Klasse passend fand. Der 5.Klässler wird sich nicht nur drei Jahre später an kein Wort mehr erinnern, sondern dadurch auch nicht zum Anthroposophen. Ebensowenig passiert das automatisch durch Eurythmie oder Kupfertreiben. Die tatsächliche Präsenz von Steiners „Autorität“ auszuloten wird jedenfalls durch Unterstellungen von „Indoktrination“ etc. wesentlich erschwert.

    „Vom Schreibtisch aus läßt sich diese Frage nicht beantworten, doch die Berechtigung derartiger Nachfragen einsehen.“ (Zander, Anthroposophie in Deutschland, II, S. 1443) – das gilt auch für Pranges, Ihren und meinen Schreibtisch. Einblicke in die Praxis sind was anderes, und die sehen bei mir eben anders aus, als völlig zurecht aus Steiners Vorstellungen zu folgern wäre(siehe dazu alles mögliche auf meinem Blog) – die auch ich kenne.

    Es geht mir nicht darum, den Artikel oben zu verteidigen, aber ein „Todesurteil“ über/für die Waldorfpädagogik halte ich für falsch.

    > Wenn es für Sie bei einzelnen Themen immer gleich um
    > Ihre ganze Person geht, haben Sie ein Problem, für das
    > ich nichts kann.

    Es ging mir im Gegenteil darum, dass Sie nicht etwa nur mich, sondern jede noch so gering positive Einschätzung zur Waldorfpädagogik schlicht nicht akzeptieren können, sondern Indoktrination o.ä. vermuten.

  • #23
    Andreas Lichte

    @ Ansgar

    Du schreibst: „Bei Indoktrination müsste aber die konkrete Lehre in irgendeiner Form vermittelt werden“

    Die konkrete Lehre wird vermittelt, wie aus deinem EIGENEN Artikel und der sich daran anschliessenden Diskussion hervorgeht:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/07/27/die-atlantis-debatte-anthroposophische-mythen-in-der-waldorfschule/

    Das betrifft aber nicht nur das Fach Geschichte mit dem sagenumwobenen anthroposophischen Kontinent Atlantis. Du berichtest SELBER über die anthroposophische „Temperamentenlehre“:

    http://waldorfblog.wordpress.com/2009/12/15/typen-themen-temperamente-just-another-anthroposophical-typology/

    Zitat: „Und Helmut Eller verdanken wir schließlich eine umfangreiche und lächerliche Eso-Liste mit allerlei Assoziationen zu Temperamenten (wobei auch Hippokrates in dieser Hinsicht fleißig war), die beispielsweise noch 2001/2002 am WaldorflehrerInnenseminar Berlin ausgeteilt wurde.“

    Was du in deinem Artikel nicht klar herausstellst, ist, dass das KONKRETE Anweisungen für den Unterricht in der Waldorfschule sind. Aus dem Original-Skript von Hartmut Eller, Zitat:

    „FEUERARTEN (in der Chemie-Epoche der 7. Klasse):

    Erde: Glühen der Eierbriketts, ganz im Innern

    Wasser: Brennender Spiritus läuft über ein Brett, entzündet aber nicht das Holz

    Luft: eine Bäckertüte wird mit Gas gefüllt, so daß beim Ausdrücken in die Flamme ein kurzer, heller Feuerball entsteht

    Feuer: Petroleum in einer Blechdose angezündet, läßt sich nicht mit einfachen Mitteln löschen und erzeugt große Hitze

    Diese Versuche findet man in Mackensens Chemie-Abhandlungen.
    Mit den Kindern spricht man auch in diesem Zusammenhang wiederum über die 4 Temperamente.“

    Das was ich hier für die „Chemie“ abgeschrieben habe, gibt es für ALLE Fächer.

  • #24
    yeRainbow

    Ach du Sch…
    die Feuerarten….

    DAS wird wirklich gelehrt?
    Schwachsinn gequirlt…

    Sinnvoll wäre (noch dazu in der 7, das ist nämlich 4jährigen-Niveau…):
    Feuer – > chemische Reaktion – > Oxidation – > chemische vorgänge (PSE verstehen können) incl. sich dabei bildender SToffe – > Hitze als Energieform – > GEfahren und Wissen zum Thema sicherer Umgang

    übrigens läßt sich Petroleum ganz gut mit einfachen Mitteln löschen, aber eben nur mit den RICHTIGEN.
    Während Napalm… aber ok, den hat man im normalen Alltag nicht… nun ja…

    ach gottchen, was für ein Scheiß wird den Kindern dort beigebracht?!
    Kein Wunder, daß regelmäßig Kinder beim spaßeshalber Abfackeln von Plastmüll sich aus versehen selbst umbringen.

    Wenn denen keiner erklärt hat, daß dabei Gase entstehen… und die im allgemeinen auch noch giftig sind…
    tja, dann…
    evolutionäre Vorgänge. Auslese. Vorsicht als positives Selektionsmerkmal (da Intelligenz als merkmal nicht meßbar…)

  • #25
    Andreas Lichte

    Tippfehler in Kommentar 23:

    „Die Temperamente – und ihre Behandlung im Unterricht“ von Helmut Eller.

    Dieses Skript wurde im „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“ für die „Ausbildung“ zum Waldorflehrer benutzt. Es behandelt so ziemlich alles, u.a. welches Instrument für welches Temperament geeignet ist, Zitat:

    „Sanguiniker:

    Instrument: Blasen
    Singen: Melodie
    ganzes Orchester
    Klavier: beide Hände
    Chorgesang

    Phlegmatiker:

    Harmonie
    Instrument: Klavier, Harmonium
    Chorgesang
    Klavier: beide Hände
    Tanz

    Choleriker:

    Instrument: Schlagzeug, Trommel, Rhythmus
    Orchester: Soloinstrument
    Klavier: linke Hand

    Melancholiker:

    Instrument: Streichen
    Singen: Sologesang
    Orchester: Kontrapunkt
    Klavier: rechte Hand“

    ta-ta-ta-ta! Besonders überzeugend finde ich die einhändigen Choleriker und Melancholiker. Das schafft ganz sicher Freiräume, genauso wie die ausschliessliche Verwendung der Pentatonik, vergleiche:

    http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschulen-informieren/

    „Die Waldorfschulen informieren – Heute: Die Johannes-Schule Berlin.

    Fünf vor Zehn. Und um Zehn soll der Eltern-Info-Abend zum Thema „Der musische, handwerkliche, künstlerische Unterricht“ an der Johannes-Schule vorbei sein. Da kann man doch mal fragen, oder?

    „Ich habe eine Frage zur Musik: Wir haben während meiner Ausbildung zum Waldorflehrer ganz oft Mozart gesungen und ich habe mich immer gefragt, was passiert wäre, wenn Mozart in den Genuss einer Waldorf-Erziehung gekommen wäre … hätten wir dann die Zauberflöte? Wenn für Kinder nur die Pentatonik richtig ist.“ (…)“

  • #26
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Einblicke in die Praxis sind was anderes, und die sehen bei mir eben anders aus

    Nur eine ganz kleine Minderheit unter den Anthroposophen hat eine öffentliche Schule besucht, fast alle waren auf einer Waldorfschule und meistens auch zuvor in einem Waldorfkindergarten. Anthroposophie wird aber nicht offen gelehrt, wie Sie selber nicht müde werden zu betonen, sondern verdeckt missioniert. Das nennt man auch Indoktrination.

    aber ein “Todesurteil” über/für die Waldorfpädagogik halte ich für falsch.

    Es ist keine Pädagogik, sondern ein esoterisches Konzept, dass mit verdeckten Methoden gegen die Wissenschaft im Allgemeinen, und die Erziehungswissenschaft im Besonderen, arbeitet. Es bekämpft den „Materialismus“ und erzieht zu „Spiritualität“ / Anthroposophie. An den getarnten Missionsschulen einer Sekte kann ich nichts positives finden.

    J.G.

  • #27
    Ansgar

    > Nur eine ganz kleine Minderheit unter den Anthroposophen
    > hat eine öffentliche Schule besucht, fast alle waren auf
    Für die verdeckte Missionierung haben Sie noch keinen Beleg gebracht. Erklären Sie’s doch am Beispiel trojanischer Krieg. Wie wird das Kind dadurch Fan der Wurzelrassentheorie?

    > einer Waldorfschule und meistens auch zuvor in einem
    > Waldorfkindergarten.

    Quellen, Fakten, Studien, Belege? Jedenfalls habe ich an meiner Schule genau 1 Lehrerin, im Fach Eurythmie, die früher eine Waldorfschule besucht hat – ist Mainz dann ein zufälliger statistischer Ausreißer, oder wurde mir diese Zahl unterbewusst eingetrichtert?

    > An den getarnten Missionsschulen einer Sekte kann ich
    > nichts positives finden.

    Ach wissen Sie was, ich geb’s auf. Wir schreiben uns sicher zum gleichen Thema wieder.^^

  • #28
    Jens Gerlach

    @ Ansgar Martins

    Erklären Sie’s doch am Beispiel trojanischer Krieg. Wie wird das Kind dadurch Fan der Wurzelrassentheorie?

    Sie werden immer verwirrter.

    Jedenfalls habe ich an meiner Schule genau 1 Lehrerin, im Fach Eurythmie, die früher eine Waldorfschule besucht hat – ist Mainz dann ein zufälliger statistischer Ausreißer, oder wurde mir diese Zahl unterbewusst eingetrichtert?

    Mich wundert nur, dass es bei Ihnen das Fach „Eurythmie“ gibt. Ihre Schule scheint ansonsten in jeder Hinsicht eine Ausnahme zu sein, wenn man Ihnen glauben will. Da werden nur positive Erfahrungen gemacht, da gibt es kritische Lehrer, da gibt es eine unabhängige Schülervertretung mit sensationellen Mitbestimmungsrechten, Rudolf Steiner kennt kein Mensch …

    Nur darf man nicht nachfragen, dann wird‘s dünn. Aber das gehört sich bei Märchen auch nicht.

    J.G.

  • #29
    Ansgar

    Ich kanns doch nicht lassen^^

    > Ihre Schule scheint ansonsten in jeder Hinsicht eine
    > Ausnahme zu sein, wenn man Ihnen glauben will.

    Eben nicht. So sieht es an den meisten Schulen aus, „wenn man mir glauben will“.

  • #30
    yeRainbow

    Indoktrination bedeutet ja, daß man gewisse Fakten nicht explizit lehrt, sondern vielmehr implizit rüberbringt.

    also, wer das nicht versteht, sollte sich erst mal informieren.
    Die Temperamentenlehre wird da tatsächlich so wie aufgezählt durchgezogen?

    Ei-wei.
    langsam frage ich mich, ob man nicht besser kommt, wenn man die wenigen Fakten aufzählt, die den Kindern in dieser SChulform korrekt beigebracht wird – man spart Platz und Atem.
    Ich nehme an, 1+1 ist auch dort 2, oder gibts auch dafür eine Spezialgrundlage durch Steiner?
    Vielleicht ist es dort ja gleich 11, sieht doch auch schick aus.

    Man braucht sich nicht wundern, daß Ex-Waldorfianer vieles „anders“ verstehen (Euphemismus für „nix verstehen“….)

    Auf direktem Wege ab ins Mittelalter.
    Mit dem Wissensstand von vor einigen hundert Jahren.

    Nicht mißverstehen, zB der Wissensstand in Chemie war zu Steiners Lebzeiten ein ganzes Stück enorm weiter als diese Feuerarten-Sache entspräche…
    Nur hat der gute Steiner sich sicherlich nen SCheiß um den Chemiker-Wissensstand geschert…
    und lustig fabuliert.
    Mit dem Ergebnis, daß diese Fabeln den Kindern noch heute eingetrichtert werden.

    Viel Spaß beim Zündeln, liebe Waldorfianer… man macht da gewiß beeindruckende ERfahrungen…

  • #31
    Ex-Steiner

    @Ansgar

    >> Ihre Schule scheint ansonsten in jeder Hinsicht eine
    >> Ausnahme zu sein, wenn man Ihnen glauben will.

    >Eben nicht. So sieht es an den meisten Schulen aus, “wenn man mir glauben will”.

    Ich arbeitete oder hospitierte an verschiedenen Waldorschulen, aber habe nirgends gesehen was Sie beschreiben. Vielleicht war Ich an der falschen Stelle? Wie so viele andere, die das bestätigen, was die Kritiker sagen.

  • #32
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Als Waldorfexperten muss man sicher auch Lydia und Andreas Baumann-Bay ansehen: Ausgestiegene Eurythmisten mit enormem Insiderwissen und einem sicheren Gespür für die neuralgischen Punkte der verschiedenen Praxisfelder in der anthroposophischen Welt.
    Achtung! Anthroposophie heißt ihr Buch aus dem Kreuz-Verlag.
    Ihre durchaus typischen Erfahrungen kann ich in vielem bestätigen.

  • #33
    Michael Kolb

    @ J.G. und implizit auch yeRainbow

    Stimmt, machmal habe ich ziemlich abwegige Auffassungen. Das ist einfach ein Luxus, den ich mir leiste. Natürlich, da haben Sie Recht, kann man der einen Aussage eines Menschen zustimmen und die andere kritisieren. Was ich allerdings bemerke und kritisiere (und das hat Ansgar auch sehr schön gesagt), ist der zunehmend aggressive und irgendwann hämische Ton oder das Messen mit zweierlei Maß. Der Ton macht die Musik, es würde mir z.B. niemals einfallen, einen Kommentar als „Faseln“ zu bezeichnen.

  • #34
    Jens Gerlach

    Stimmt, machmal habe ich ziemlich abwegige Auffassungen. Das ist einfach ein Luxus, den ich mir leiste. Natürlich, da haben Sie Recht, kann man der einen Aussage eines Menschen zustimmen und die andere kritisieren.

    Zuvor bekundeten Sie wiederholt explizit und nachlesbar das genaue Gegenteil. Jetzt tun Sie so als wäre etwas anderes gemeint gewesen, nämlich:

    Was ich allerdings bemerke und kritisiere (und das hat Ansgar auch sehr schön gesagt), ist der zunehmend aggressive und irgendwann hämische Ton oder das Messen mit zweierlei Maß. Der Ton macht die Musik, es würde mir z.B. niemals einfallen, einen Kommentar als “Faseln” zu bezeichnen.

    Nun ist es also der Ton. Dann schauen Sie sich doch einmal den Ton von Herrn Hacken und Herrn Martins an. Alle anderen Leser dürften durchaus bemerkt haben, wer welchen Ton anschlägt. Ich kann gerne zitieren, falls Sie sich fragen, was damit wohl gemeint sein könnte.

    Was inhaltlich ausgesagt wird, scheint für Sie prinzipiell vollkommen irrelevant zu sein. Jedenfalls gibt es dazu nie eine Stellungnahme von Ihrer Seite. Bei Ihnen finden sich immer nur reichlich subjektiv-unsinnige Meinungen zu anderen Kommentatoren, die Sie als „Luxus“ ansehen, die aber leider zum Thema jede Aussage vermeiden und keinerlei Substanz erkennen lassen. Sie gönnen sich einen sehr bequemen Luxus auf Kosten anderer.

    Was meinen Sie mit „Messen mit zweierlei Maß“? Worin besteht die Qualität des Artikels von Herrn Hacken und der Kommentare von Herrn Martins? Was ist an meiner und der Kritik anderer inakzeptabel? Werden Sie konkret, Herr Kolb. Mit Ihren souveränen Urteilen haben Sie hohe Erwartungen geweckt. Legen Sie jetzt Ihr sorgsam gehütetes Fachwissen offen.

    J.G.

  • #35
    yeRainbow

    ach, naja.
    In der Psychologie ist dieser Effekt wohlbekannt, daß man den Splitter im Auge des Gegenüber gut erkennt, nicht aber den Balken im eigenen Auge…

    ist halt schlicht ne Wahrnehmungstäuschung. Inzwischen ganz gut erforscht.

  • #36
    Ex-Steiner

    Ja, blöde Kritik!! Auch wenn es wahr ist, ist der Ton nicht gut. Mehr Pentatonik bitte.

  • #37
    Gertrud Kiefer-Volkert

    Auszüge aus einem Vortrag Steiners zum Islam:

    „Da fiel sein (Johannes) prophetischer Blick auf jene Lehre, welche nun im Osten entsteht, um 666, und welche zurückgreift in jenes Mysterienwesen, das nichts weiß vom Sohn: die mohammedanische Lehre. Die mohammedanische Lehre kennt nicht diese Struktur der Welt, von der ich Ihnen gesprochen habe, sie kennt nicht die zwei Reiche, das Reich des Vaters und das Reich des Geistes, sie kennt nur allein den Vater. Sie kennt nur die starre Lehre: Es gibt nur einen Gott, Allah, und nichts, was neben ihm ist, und Mohammed ist sein Prophet. Von diesem Gesichtspunkt aus ist die mohammedanische Lehre die stärkste Polarität zum Christentum, denn sie hat den Willen zum Beseitigen aller Freiheit für alle Zukunft, den Willen zum Determinismus, wie es nicht anders sein kann, wenn man die Welt nur im Sinne des Vatergottes vorstellt.
    Und der Apokalyptiker empfindet: Da ann der Mensch sich nicht selber finden. Da kann der Mensch nicht durchchristet werden. Da kann der Mensch nicht sein Menschentum in sich ergreifen, wenn er nur erfaßt diese ältere Lehre vom Vater.“ (GA 346, S. 107)
    „In dezidierter Weise sah der Apokalyptiker innerlich voraus, was den Menschen drohte. Das Christentum wird nach zwei Richtungen hin in ein Scheinchristentum verfallen oder besser gesagt, es wird in ein in nebel gehülltes Christentum hineingeraten; und das, was ihm droht als ein solches Überflutetsein, das wird bezeichnet durch das Jahr 666, das in der geistigen Welt das bedeutsame Jahr war, wo überall eintritt, was im Arabismus, im Mohammedanismus lebt. Er bezeichnet dieses Jahr 666 mit aller Deutlichkeit. Diejenigen, die apokalyptisch lesen können, die verstehen das schon. Der Apokalyptiker sah voraus, wie dasjenige wirken würde, was da hereinbricht, wenn er in dem gewaltigen Worte die Zahl 666 als die Zahl des Tieres bezeichnet.“ (GA 346, S. 108)

    So einfach ist die Welt bei Rudolf Steiner, dem Monumentalfundamentalisten, der allein weiß, was Christentum bedeutet und auch den Weg dahin kennt offenbar nur er: haarsträubend und vor allem gefährlich sind solche Aussagen, die (daher?) noch stärker tabuisiert sind als das Rassethema: ein absolutes Sicherheitsrisiko, auf das ich immer wieder hinweise!

    Nicht nur deutsche WaldorfschülerInnen und ihre Eltern sollten solche „Thesen“ kennen und darüber diskutieren. „Habe nun ach, … , und leider auch Politologie …“ müsste man zeitgemäß ergänzen, und da gibt´s dann noch verschiedene Meinungen.
    Mein Rat: Hören Sie nicht auf Stuttgart und nicht auf Dornach. Informieren Sie sich.

  • #38
    Andreas Lichte

    „Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange.

    (…) Als Beleg und zur Illustration nur dieses Beispiel: Warum sind einige Menschen nicht “weiß”, wie die meisten Europäer, sondern dunkel bis schwarz? Die wissenschaftliche Antwort wird üblicherweise in der Physischen Anthropologie gesucht. Dr. Steiner jedoch weiß es besser und tiefer. Dass jemand dunkel auf die Welt kommt, liegt daran, dass er in seinem vorherigen Leben ein “dunkles”, verderbliches Leben geführt hat. (14) Mehr noch: Er könne jetzt schon bei einigen Zeitgenossen voraussagen, dass sie in der nächstfälligen Inkarnation als Schwarze auf die Welt kämen, zur Strafe für ihre Schandtaten. Das ist die feine anthroposophische Art des Rassismus. Ebenso werden Krankheiten, Missbildungen, Geistesstörungen als Ergebnis früherer moralischer Verfehlungen gedeutet. (…)

    Zum Autor: Prof. em. Dr. Klaus Prange, Jahrgang 1939, Emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Tübingen. Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Pädagogische Anthropologie als Anthropologie des Lernens und die Pädagogische Ethik.“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

  • #39
    Hanram

    Unglaublich, wie sich die Katze hier immer wieder in den Schwanz beißt. Zielführend ist dieses Endlosgelaber vom Lichte und Konsorten jedoch mit Sicherheit nicht. Mit einem Wort zusammengefasst: ZEITVERSCHWENDUNG!

  • #40
  • #41
    Andreas Lichte

    … Fortsetzung hier:

    “Waldorfschule: Curriculum und Karma – das anthroposophische Erziehungsmodell Rudolf Steiners

    Die anthroposophische Pädagogik ist eine Mogelpackung für Herrschaft. Sie beutet das vielfach anzutreffende Orientierungsbedürfnis aus, um die Herrschaft einer selbsterwählten Elite zu begründen. Von unserem Gastautor Klaus Prange (…)

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-curriculum-und-karma-das-anthroposophische-erziehungsmodell-rudolf-steiners/

  • #42
    Andreas Lichte

    @ Valentin Hacken, Bund der Freien Waldorfschulen

    Auf dem „Waldorf blog“ von Ansgar Martins habe ich dir Fragen gestellt: http://waldorfblog.wordpress.com/2009/12/15/typen-themen-temperamente-just-another-anthroposophical-typology/

    Ich wiederhole die Fragen auch noch einmal hier. Darüber könnt ihr bei eurem Treffen des Bundes der Freien Waldorfschulen in Stuttgart diskutieren:

    ………………………………………..

    „Der Schularzt spricht über besondere medizinische Fälle.

    Dr. Steiner: Das Mädchen L. K. in der l. Klasse, da wird irgendeine recht schlimme Verwickelung da sein mit dem ganzen Inneren. Da wird auch nicht viel zu machen sein. Das sind diese Fälle, die immer häufiger vorkommen, daß Kinder geboren werden und Menschenformen da sind, die eigentlich in bezug auf das höchste Ich keine Menschen sind, sondern die ausgefüllt sind mit nicht der Menschenklasse angehörigen Wesenheiten. Seit den neunziger Jahren schon kommen sehr viele ichlose Menschen vor, wo keine Reinkarnation vorliegt, sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon. Es gehen schon eine ganze Anzahl alte Leute herum, die eigentlich nicht Menschen sind, sondern naturgeistige Wesen und Menschen nur in bezug auf ihre Gestalt. Man kann nicht eine Dämonenschule errichten.

    X.: Wie ist das möglich?

    Dr. Steiner: An sich ist nicht ausgeschlossen, daß im Kosmos ein Rechenfehler geschieht. Es sind doch lange füreinander determiniert die hinuntersteigen den Individualitäten. Es geschehen auch Generationen, für die keine Individualität Lust hat hinunterzukommen und sich mit der Leiblichkeit zu verbinden, oder die sie auch gleich am Anfang verlassen. Da treten dann andere Individuen ein, die nicht recht passen. Aber dies ist wirklich jetzt sehr häufig, daß ichlose Menschen herumgehen, die eigentlich keine Menschen sind, die nur menschliche Gestalt haben, naturgeistähnliche Wesen, was man nicht erkennt, weil sie in menschlicher Gestalt herumgehen. Sie unterscheiden sich auch sehr wesentlich von den Menschen in bezug auf alles Geistige. Sie können es zum Beispiel nie zu einem Gedächtnis bringen in den Dingen, die Sätze sind. Sie haben eigentlich nur Wortgedächtnis, kein Satzgedächtnis.

    Die Rätsel des Lebens sind nicht so einfach. Wenn eine solche Wesen heit durch den Tod geht, dann geht sie zurück in die Natur, woher sie gekommen ist. Der Leichnam zerfällt; eine richtige Auflösung des Ätherleibes ist nicht da, und das Naturwesen geht in die Natur zurück.

    Es könnte sein, daß irgendwie automatisch etwas geschehen könnte. Der ganze Apparat des menschlichen Organismus ist da. Man kann unter Umständen in den Gehirnautomatismen eine Pseudomoral züchten.
    Man redet sehr ungern über diese Dinge, nachdem wir ohnedies vielfach gegnerisch angefallen werden. Denken Sie, was die Leute sagen, wenn sie hören, hier wird erklärt, daß es Menschen gibt, die keine Menschen sind. Aber es sind Tatsachen. Wir würden auch nicht solchen Niedergang der Kultur haben, wenn ein starkes Gefühl dafür vorhanden wäre, daß manche Leute herumgehen, die gerade da durch, daß sie rücksichtslos sind, etwas werden, daß die keine Men schen sind, sondern Dämonen in Menschengestalt.

    Aber wir wollen das nicht in die Welt hinausposaunen. Die Gegner schaft ist so schon groß genug. Solche Dinge schockieren die Menschen furchtbar. Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätsprofessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt, ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher.

    Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden.“

    Rudolf Steiner, „Vorträge über Erziehung – Konferenzen mit den Lehrern III“, Konferenz vom Mittwoch 25. April 1923, 16.30-19 Uhr, GA 300c, S.70f

    Der gesamte Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=3024:konferenz-vom-mittwoch-25-april-1923-1630-19-uhr&catid=193:ga-300c-konferenzen-mit-den-lehrern-iii&Itemid=14

    ………………………………………..

    „Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden“:

    Wie haben es die Waldorfschulen geschafft, das 90 Jahre lang zu verheimlichen?

    Wie kann es sein, dass der psychisch kranke Rudolf Steiner nach wie vor die Autorität der Waldorfschule ist?

  • #43
    Lukas Werner

    Es ist wirklich sehr bedauerlich, dass die Waldorfschulen immer nur auf ihre schlechten Seiten reduziert werden. Rudolf Steiner hat viele bedeutene pädagogische Ansätze geliefert, die von führenden Pädagogikwissenschaftlern heute bei den staatlichen Schulen als großes Mängel diagnostiziert werden.

    In Sachen Rassismus war Rudolf Steiner halt ein Kind seiner Zeit. Es ist vollkommen eine absurde Dreistigkeit, Steiners Werke fast mit ,,Mein Kampf“ gleichzusetzen.

    In vielen Waldorfschulen (Ja! Man muss auch nicht immer alles auf schlechte Beispiele reduzieren) sind viele gute Änderungen durchgeführt worden.
    Man mag zwar Passagen aus Steiners Werken als rassistisch deuten können. Aber den Waldorfschulen Rassismus vorzuwerfen ist eine Dreistigkeit sondergleichen!

    Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass prozentual gesehen deutlich mehr Unzufriedenheit auf den staatlichen Schulen herrscht als auf den Waldorfschulen.

    So viel von der Sicht eines weiteren Waldorfschülers.

    P.S. Leider sind wirklich einige der Kommentare einfach nur unqualifiziert!

  • #44
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Zunächst: Welche Waldorfschule besuchen Sie?

    Und dann: Liefern Sie doch selber einen „qualifizierten Kommentar“ ab, statt genauso wie Valentin Hacken nur O-Ton des Bundes der Freien Waldorfschulen wiederzugeben. Um einen Anfang zu machen, beantworten Sie doch einfach die Fragen zu diesem Kommentar:

    http://www.ruhrbarone.de/waldorf-kritik-wenn-das-licht-ausgeht/comment-page-1/#comment-46190

    “Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden”:

    Wie haben es die Waldorfschulen geschafft, das 90 Jahre lang zu verheimlichen?

    Wie kann es sein, dass der psychisch kranke Rudolf Steiner nach wie vor die Autorität der Waldorfschule ist?

  • #45
    Lukas Werner

    Lieber Herr Lichte,

    Ich besuche die Waldorfschule in Dortmund, obwohl das eigentlich nichts zur Sache tut.

    Sehen Sie Herr Lichte, genau das meine ich. Sie werfen mir vor, ich habe vom Bund der Freien Waldorfschulen eine Gehirnwäsche bekommen und würde so nur gut über die Waldorfschule sprechen. Und dass bezeichne ich mal als unqualifiziert, weil ihr Hass gegen die Waldorfschulen und Rudolf Steiner keinen Raum dafür lässt, auch mal die vielen guten Seiten zu betrachten. Ich kann Ihnen einfach keine objektive Darstellung attestieren.

    Auch wenn Sie in keinster Weise meine Argumente aufgegriffen haben, gehen ich gerne auf Ihren Kommentar ein. Wie schon mehrfach gesagt wurde, an der Waldorfschule wird weder Steiner gelehrt noch angebetet. Rudolf Steiner ist nicht Autorität der Waldorfschulen. Autorität der Waldorfschulen sind wir, Schüler, Lehrer und Eltern. Das heißt wir gestalten die Waldorfschulen und bauen viele der guten pädagogischen Ansätze Steiners mit ein, die wie ebenfalls schon gesagt, heute von führenden Wissenschaftlern als äußerst wichtig angesehen werden.

    Ich schreibe Ihnen nicht als überzeugter Antroprosoph, sondern als überzeugter Waldorfschüler. Das heißt, ich stimme wie Sie nicht mit dem ein, was Sie aus Steiners Werken zitiert haben. Auch ich habe mich in meiner Waldorfschulzeit oft kritisch mit Dingen an der Waldorfschule auseinander gesetzt und durfte meine Kritik frei und offen äußern. Mehrere meiner Kritikpunkte wurden sogar versucht zu ändern, aber auf jeden Fall wurden alle entgegen genommen und aktzeptiert. Die Waldorfschule ist keine Idealschule. Allerdings finde ich sie ist eine sehr gute Alternative zur alle Jahre kaputtreformierten Staatsschule. Um auch mal die staatlichen Schulen in einen kritischen Fokus zu rücken: an den Gymnasien herrscht doch regelrecht eine Lernbulimie (die Schüler müssen sich den Lernstoff reinfressen und kotzen ihn nachher wieder aus) und die Haupt- und Realschulen sind zur Orten geworden, an denen die Gesellschaft ihre Randgruppen abschiebt. Das Schulsystem in Deutschland beruht einfach auf der völlig falschen Annahme, es gäbe drei Gruppen von Begabungen: auf dem Gymnasium kommen die theoretisch Begabten, auf die Realschule die theoretisch-pratisch Begabten und auf die Hauptschule die praktisch Begabten. Auf der Waldorfschule, die als private Gesamtschule anzusehen ist, stehen neben dem koknitiven Stoff auch praktische Fächer auf dem Stundenplan. Die Kultusministerien haben leider längst vergessen, wofür Schule eigentlich da ist und zwar zum Aneignen von Fähigkeiten. Auf den Staatsschulen spielt dies leider nur noch eine nebensächliche Rolle. An der Waldorfschule werden allerdings eine ganze Bandbreite von Fähigkeiten geschult.

    Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich will hier nicht die Staatsschulen ,,runter machen“. Ich will nur aufzeigen, dass pädagogische Ansätze, die von Rudolf Steiner kommen, nicht alle falsch, absurd und vollkommen gefährlich sind, so wie Sie es die ganze Zeit darstellen wollen.

    Noch einmal zu Steiners Zitat in Ihrem Kommentar. Ich habe es an unserer Schule nicht einmal erlebt, es kam noch nicht einmal der Hauch eines Verdachts oder einer Beschuldigung auf, jemand wäre an unserer Schule nicht aufgenommen worden, weil er einen ,,Naturdämon“ in sich habe oder Ähnliches. Genau dort liegt ihr Irrglaube. Nicht alles was Steiner gesagt und geschrieben hat, wurde an der Waldorfschule umgesetzt.

    Über eine Antwort, vielleicht diesmal ohne, dass Sie wieder ein merkwürdiges Steiner-Zität aus Ihrer Trick-Kiste ziehen, würde mich freuen.

  • #46
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Auch wenn Sie in keinster Weise meine Argumente aufgegriffen haben …“

    … zum Thema „Rassismus Rudolf Steiners“ empfehle ich Ihnen ein Gespräch mit dem Waldorfschüler Ansgar Martins, siehe:

    „Rudolf Steiners Rassenlehre – Wie der „Bund der Freien Waldorfschulen“ Steiners Rassismus vertuscht“

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/

    .

    „Die Philosophie der UN-Freiheit – Zu Rudolf Steiners Rassismus“

    http://waldorfblog.wordpress.com/2008/08/28/die-philosophie-der-un-freiheit-zu-rudolf-steiners-rassismus/

  • #47
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Noch einmal zu Steiners Zitat in Ihrem Kommentar. Ich habe es an unserer Schule nicht einmal erlebt, es kam noch nicht einmal der Hauch eines Verdachts oder einer Beschuldigung auf, jemand wäre an unserer Schule nicht aufgenommen worden, weil er einen ,,Naturdämon” in sich habe oder Ähnliches. Genau dort liegt ihr Irrglaube. Nicht alles was Steiner gesagt und geschrieben hat, wurde an der Waldorfschule umgesetzt.“

    ( Lukas Werner meint das Zitat aus diesem Kommentar: http://www.ruhrbarone.de/waldorf-kritik-wenn-das-licht-ausgeht/comment-page-1/#comment-46190 )

    Haben Sie mal geschaut, wo das Steiner-Zitat herstammt? Hierher: “Vorträge über Erziehung – Konferenzen mit den Lehrern III”

    Da wird von Steiner festgelegt, wie die Waldorfschule auszusehen hat. Das sollte Ihnen sicher bekannt vorkommen, Seite 128:

    „Dann würde ich, wenn ich genötigt wäre, mit den Dreizehn-, Vierzehnjährigen erst anzufangen, dann würde ich die Dürersche ,,Melancholie“ vornehmen, würde zur Anschauung bringen, wie wunderbar die Licht- und Schattenverteilung ist. Das Licht am Fenster, die Lichtverteilung am Polyeder und der Kugel, das würde ich umsetzen lassen in Farben. Dann das Licht am Fenster des ,,Hieronymus im Gehäus“ und so weiter.“

    Na, was wird in der Waldorfschule in Kunst gemacht? Diese beiden didaktisch und Spass-technisch völlig ungeeigneten Aufgaben Steiners. Soll heissen:

    Rudolf Steiner IST die Autorität der Waldorfschule. Und da frage ich Sie noch einmal:

    Wie kann es sein, dass der PSYCHISCH KRANKE Rudolf Steiner nach wie vor die Autorität der Waldorfschule ist?

  • #48
    Lukas Werner

    @ Andreas Lichte

    Tut mir leid, aber Sie gehen immer noch nicht im geringsten auf meine Argumente ein und haben leider – ich hatte es schon fast geahnt – gleich wieder eins Ihrer schlauen Zitate gezückt.

    Außerdem hatte ich schon versucht zu erklären, dass Rudolf Steiner viele Ansätze für die Waldorfschule gibt, allerdings nicht ihre Autorität ist. Woher nehem Sie bloß immer diese sture Behauptung?

    Zu Ihrem Zitat: Erstens habe ich die von Steiner beschriebene Aufgabe weder in Kunst noch in einem anderen Unterricht an meiner Schule erlebt. Und selbst wenn, was war daran noch mal so pädagogisch falsch und grausam?

    Herr Lichte, ich habe mich aus Interesse durch einige Ihrer Kommentarenbombarde in zahlreichen Foren gewälzt. Es ist wirklich sehr traurig, dass Sie solch einen Hass gegen Rudolf Steiner und die Waldorfschulen hegen.
    Allerdings ist mir nicht nur durch den kurzen Austausch mit Ihnen über die Kommentarfunktion des Artikels, klar geworden, dass sie meiner Meinung nach äußerst unsachlich und subjektiv argumentieren. Ständig zietieren Sie aus Steiners Werken. Steiner ist aber schon sehr lange Zeit tot. Auch wenn Steiners Ansätze die Waldorfschulen maßgeblich beeinflussten und noch beeinflusst, sollten Sie sich vielleicht einmal mit der Realität an den Waldorfschulen auseinander setzen. Sie behaupten immer, Steiners Lehre würde an den Waldorfschulen wie die Heilige Bibel verehrt und umgesetzt. Dies ist allerdings totaler Schwachsinn. Wie schon mehrfach gesagt, grundlegende pädagogisch heute wissenschaftlich bestätigte Ansätze Steiners sind an den Waldorfschulen umgesetzt. Die Lehrer der Waldorfschulen besuchen alle zahlreiche Fortbildungen (nicht nur von Antroprosphen ausgerichtet) und entwickeln die Waldorfschulen und deren pädagogische Konzeptionierung stetig weiter. Steiner hat so zu sagen einen Anstoß gegeben, der sich weiterentwickelt hat und verbessert wurde.

    Nach eingehender Beschäftigung in den anderen Foren mit ihren Kommentaren, kann ich ihr Argumentation leider nicht mehr ernst nehmen. Sie stellen absurde Bezüge und Vergleiche an, sind so in Steiners offenkundig schwierigen Werken versuken in denen Sie nach weiteren boshaften Zitaten suchen, dass sie vergessen den Blick auf die Wirklichkeit zu richten, auf die Gegenwart und nicht auf die Vergangenheit.

    Unter anderem bin ich auch auf folgenden Artikel gestoßen, der Ihnen mit Sicherheit noch schmerzlich in Erinnerung ist.
    http://nachsichten.anthroposophie.de/index.php?/archives/13-Andreas-Lichte-Der-Experte-fuer-Riesen-mit-rotierenden,-grossen-Armen.html

    Ich muss gestehen, dass der Artikel zwar etwas gemein ist, aber nach meiner Recherche in weiteren Foren und Kommentaren leider der Wirklichkeit entspricht.
    In den Kommentaren zu diesem Artikel zeigt sie wiederum einmal, dass Sie überhaupt nicht qualifiziert auf Argumente eingehen können, sondern gleich wieder Ihr ,,Aber Steiner hat gesagt…“ herausholen und dies dann auch mit einem hubschen Zitat untermauern versuchen.

    Ich verstehe auch nicht, wie Sie sich herausnehmen, vor allem Steiner aber auch die Waldorfschulen als rassistisch zu bezeichnen, obwohl es mitlerweile von einer unabhängigen Prüfstelle als falsch bestätigt wurde. Was qualifiziert Sie, dass Sie dies besser beurteilen können? Obejktivität wird es mit Sicherheit nicht sein…

    Vielleicht bekomme ich diesmal eine qualifizierte Auseinandersetzung mit meinen Argumenten, für die ich sehr dankbar wäre, anstatt wieder ein zusammenhangslosen Zitatangriff von Ihnen.

  • #49
    Lukas Werner

    @ Andreas Lichte

    Schon wieder haben Sie – ich hatte es schon fast geahnt –ein schlaues Zitat aus der Trickkiste gegriffen.

    Ansgar Martins ist mir auch ein Begriff geworden, nachdem ich mich durch zahlreiche Kommentare Ihrerseits in unzähligen Foren gewälzt habe.

    Vielleicht sollten Sie, anstatt immer wieder schlaue Artikel und Zitate an die Front zu schieben, auf die Realität in den Waldorfschulen blicken und zwar nicht aus der Sicht einiger verbitterter Eltern, Schüler und Lehrer. Keine Schule ist perfekt und mit Sicherheit auch nicht die Waldorfschule, aber auf die schlechten Erfahrungen Einzelner ein allgemeingültiges Bild zu attestieren, finde ich sehr unqualifiziert. Ich könnte Ihnen gleich mehrer aus meinem Freundeskreis nennen, die auf der Staatsschule sind und extrem schlechte Erfahrungen gemacht haben.

    Außerdem vergraben Sie sich – so kommt es mir vor – mit Ihrem Hass und schlechten Erfahrungen krampfhaft in Steiners Werken um möglichst diffamierende Zitate zu finden.
    Wie ich auch schon in dem vorherigen Kommentar beschrieben habe, ist Steiner nicht die Autorität der Waldorfschulen. Er hat zwar bedeutende Ansätze für die Waldorfpädagogik gegeben, die allerdings auch weiterentwickelt, angepasst und modernisiert wurden und – ich bin sicher – auch weiterhin werden.

    Auf meiner Recherche nach Ihren Kommentaren in anderen Foren, hat sich mein Bild leider nur bestärkt, dass Sie mit vielen realitätsfremden, völlig surrealen Argumenten Ihre Meinung bestätig sehen. Auf meiner Suche bin ich unweigerlich auch auf folgenden Artikel gestoßen, der das Ganze, vielleicht etwas zu bissig, zusammenfasst.
    http://nachsichten.anthroposophie.de/index.php?/archives/13-Andreas-Lichte-Der-Experte-fuer-Riesen-mit-rotierenden,-grossen-Armen.html

    Ich bin sicher, das Artikel wird Ihnen noch schmerzlich in Erinnerung sein. In den nachfolgenden Artikeln zeigt sich wieder mal, dass Sie leider nur mit völlig abwegigen Argumenten sich wehren und nicht, so wie ich es auch durch den Austausch über diese Kommentarfunktion erlebt habe, auf die Argumente andere eingehen, geschweige denn Sie entkräften können.

    Zu Ihrem Zitat: Nein, weder in Kunst noch in irgendeinem anderen Unterricht in den bis jetzt über 11 Jahren Waldorfschulzeit habe ich dies im Unterricht erlebt. Außerdem was war noch mal so grausam und pädagogisch völlig falsch daran???

    Es ist mir schleierhaft, wie Sie sich herausnehmen, Rudolf Steiner und viel mehr noch die Waldorfschulen als rassistisch zu bezeichnen, obwohl eine unabhängige Prüfstelle dies als falsch belegt hat. Was qualifiziert Sie dies besser zu beurteilen? Objektivität ist es mit Sicherheit nicht…

    Es ist schade, dass Sie nicht meine Argumente aufgreifen, was meiner Meinung nach zu einer qualifizierten Diskussion dazugehört. Außerdem ist es schade, dass Sie nicht auf einer objektiven Ebene sich austauschen und die Waldorfschulen als komplett falsch, grausam und unrecht abstempeln. Bewahre Gott, die Waldorfschulen sind keinesfalls perfekt. Keiner behauptet das. Aber Ihre Darstellung ist einfach nur realitätsfremd.

  • #50
    Lukas Werner

    Gibt es irgendwelche technischen Schwierigkeiten mit der Kommentarfunktion? Irgendwie kommen meine Kommentare nicht mehr an, oder doch?

  • #51
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Herr Lichte, (…) Es ist wirklich sehr traurig, dass Sie solch einen Hass gegen Rudolf Steiner und die Waldorfschulen hegen.“

    Ich habe Ihnen empfohlen, mit dem Waldorfschüler Ansgar Martins zu sprechen:

    Wollen Sie ihm auch „Hass gegen Rudolf Steiner und die Waldorfschulen“ unterstellen?

    (Ihr psychobabble ist eine Zumutung)

  • #52
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Schon wieder haben Sie – ich hatte es schon fast geahnt – ein schlaues Zitat aus der Trickkiste gegriffen.“

    Das ist keine Trickkiste: das ist das, was Rudolf Steiner WIRKLICH gesagt hat. Und ich gebe Ihnen die exakte Quelle an, liefere Ihnen den Kontext.

    Das, was Sie in der Waldorfschule zu hören bekommen, sind nur die üblichen, beschönigenden Allgemeinplätze. Dazu habe ich mit Ansgar Martins, Waldorfschüler, ausgetauscht, siehe:

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/comment-page-2/#comment-43470

    ……………………………………………….

    Von: Andreas Lichte
    Datum: 4. Februar 2010 10:58:02 MEZ
    An: Ansgar Martins
    Betreff: Re: “Und was sollte passieren?”

    Hallo Ansgar,

    (…)

    Dann gibt’s ja noch die everlasting-question: was hat Steiner an POSITIVEM zu bieten?

    .

    Es funktioniert doch immer nach dem Schema (hier an Ravagli erläutert):

    – Allgemeinplatz, oft auch eine freie Inhaltsangabe [Steiners] (“Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit”)

    – du liest 3 Zeilen im Original-Text [Steiners] weiter, und Ahriman taucht das erste Mal auf

    – 2 Seiten später, denkt man, man ist in einem wahnsinnigen Traum

    – und am Ende bekommen die Weissen in Amerika längere Arme, als Verindianisierung (meine Wortschöpfung)

    .

    Alles, was an “Positivem” bleibt, ist der Allgemeinplatz … super!

    ……………………………………………….

    Man könnte Ravaglis “Allgemeinplatz” auch zu Recht als Lüge bezeichnen, weil er den Sinn des Steiner-Vortrages ins Gegenteil verkehrt.

    So wie es der Bund der Freien Waldorfschulen ganz allgemein mit seiner “Auslegung” Steiners tut.

  • #53
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Es ist mir schleierhaft, wie Sie sich herausnehmen, Rudolf Steiner und viel mehr noch die Waldorfschulen als rassistisch zu bezeichnen, obwohl eine unabhängige Prüfstelle dies als falsch belegt hat.“

    ¿ welche „unabhängige Prüfstelle“ soll das gewesen sein ?

    Die einzige „unabhängige Prüfstelle“, die sich mit Steiner beschäftigt hat, HAT festgestellt, dass Steiner ein Rassist ist:

    Die Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zu Rudolf Steiner, „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“, Zitat:

    “Nach § 18 Abs. 1 S. 2 JuSchG sind Medien jugendgefährdend, wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen.

    Der Inhalt des Buches [„Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“] ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.

    Der Begriff der zum Rassenhass anreizenden Medien konkretisiert das allgemeine verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot des Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG. Mithin ist der Begriff „Rasse“ weit auszulegen. Zum Rassenhass anreizende Träger- und Telemedien sind solche, die geeignet sind, eine gesteigerte, über die bloße Ablehnung oder Verachtung hinausgehende feindselige Haltung gegen eine durch ihre Nationalität, Religion oder ihr Volkstum bestimmte Gruppe zu erzeugen, welche zugleich bei Kindern und Jugendlichen einen geistigen Nährboden für die Bereitschaft zu Exzessen gegenüber diesen Gruppen schafft (Nikles, Roll, Spürck, Umbach; Jugendschutzrecht, 2. Auflage; § 18 Rn. 5). Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284). Auch wenn ein Medium nicht direkt zum Rassenhass anreizt oder aufstachelt, fällt es dennoch unter § 18 Abs. 1 S. 1 JuSchG, wenn es das namentlich aus Art. 3 und 4 GG ersichtliche Toleranzgebot der Verfassung z.B. dadurch verletzt, dass es Kinder und Jugendliche dazu verleitet, andere zu missachten, die eine andere Hautfarbe, einen anderen Glauben und eine andere Weltanschauung haben (Ukrow; a.a.O.; Rn. 284).

    Nach Auffassung des Gremiums finden sich im Achtzehnten Vortrag vom 3.5.1909 (S. 277-294) Textpassagen, die aus heutiger Sicht als Rassen diskriminierend einzustufen sind, weil der Autor darin Menschen verschiedener ethnischer Herkunft aufgrund körperlicher Merkmale in unterschiedliche Wertungsstufen einteilt. Dort wird u.a. ausgeführt:

    Was wäre nun geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, dass der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen. (S. 283)

    Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die „Galle überläuft“, wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. – So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu ausersehen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen. (S. 286)

    Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflussbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hat. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, dass das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war. (S. 287)

    Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens. (…) So dass wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. (S. 288)

    Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, dass gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdentwickelung Schritt zu halten in der Herausentwickelung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wie viel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwickelung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. (S. 291)

    Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. (…) Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, dass es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. (S. 291/292)

    Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muss sich selber ganz verlieren, muss ganz und gar aufgehen, muss sich alles sagen lassen von außen! – In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten. (S. 292)

    Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: Die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz. (S. 294)”

  • #54
    Lukas Werner

    @ Andreas Lichte

    Noch einmal möchte ich betonen, dass ich kein Steiner Anhänger bin, sondern überzeugter Waldorfschüler.
    Das heißt, ich habe mich nur in geringem Maße mit Steiner und seinen Schriften beschäftigt und bin deshalb kein Experte. Ich behaupte deshalb auch in keinem Fall, dass ich mit allem übereinstimme mit Steiner.

    Mich wurmt nur, dass Sie auch behaupten die Waldorfschulen würden mit allen Ansichten Steiners übereinstimmen und dass Steiner in allen Punkten gefährliche, mindestens falsche Ansichten hatte. Sie verrennen sich in einer gefährlichen Falle, nämlich der der Verallgemeinerung.

    Können Sie auch gute Seiten mindestens an der Waldorfpädagogik bzw. der Waldorfschule sehen? Das ist für mich eine zentrale Frage, die ich Ihnen jetzt stelle. Wenn nicht, bedanke ich mich für die nette Diskussion und sag tschüss.

    Ganz ehrlich, es mag viele geben, die nichts mit Waldorfschule anfangen können. Steiner lassen wir einfach mal raus. Aber es gibt auch sehr viel, die mit der Waldorfpädagogik sehr zufrieden sind.

    Doch Sie versuchen durch mehrer Aktionen denen zu schaden, indem Sie zum Beispiel dafür sorgen wollten, dass an den Waldorfschulen kein Abitur gemacht werden kann. Passen Sie auf, dass Sie sich nicht vom vermeintlichen Beschützer der Welt vor der bösen Waldorfpädagogik schließlich zum Bösen selber entwickeln, der anderen Menschen versucht Ihr im Grundgesetzt verankertes Recht nach freier Meinung und freier Glaubensausübung. Ich muss ganz ehrlich einmal sagen, dass Ihre ganzen Hassschriften und Aktionen, andere Menschen in Ihrer Persönlichkeitsentfaltung stört.

    Wie schon mehrfach betont, es gibt Vor- und Nachteile an der Waldorfschule. Zum Schluss aber noch mal meine zentrale Frage: Sehen Sie alles an der Waldorfschule als falsch und gefährlich an? Oder gibt es auch in Ihrem Bild, positive Seiten? Vergessen Sie nicht, zu einer kritischen Auseinandersetzung gehört auch Positives zu sehen?

  • #55
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Steiner lassen wir einfach mal raus.“

    WOW! Das ist ja der kurioseste Abschied, den ich bisher hatte! Gratulation!

    Waldorfschule ohne Steiner … siehe meinen Artikel:

    „Waldorfschule: Vorsicht Steiner“

    http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/

  • #56
    Lukas Werner

    Wie geschickt Sie es schaffen, Argumenten auszuweichen. Ja Steiner lassern wir jetzt mal raus, denn Waldorfschulen sind zwar sehr von Steiners Ansätzen geprägt, aber genau diese Ansätze werden, wie ich jetzt bereits zum 3 mal betone von führenden Wissenschaftlern als sehr erfolgreich und wichtig für die Schule beschrieben. Ihre tollen Zitate die Sie immer so schnell in petto haben, haben zum größten Teil überhaupt nichts mit Waldorfschule zu tun haben. Steiner hat sie vor sehr sehr langer Zeit geschrieben. Die Meinung und Ansichten die Steiner darin äußert, werden nicht von den Waldorfschulen geteilt. Waldorfschule gut zu finden ist nicht gleich äquivalent alle von Steiners Ansichten zu teilen. Traurig, dass Sie das immer noch nicht verstanden haben. Sie haben zwar recht, dass Waldorfschule ohne Steiner paradox ist, das heißt aber noch lange nicht dass die Waldorfschulen Steiners Meinung verkörpern und nicht auch die kritischen Passagen ablehnen. Deshalb sollte Steiner erst einmal beiseite gelassen werden. Vielleicht sollten Sie einfach mal den Blick in die Realität an den Waldorfschulen wagen, anstatt sich immer nur in Ihren schrecklichen Steiner-Zitaten vergraben.

    Ich frage Sie noch einmal: Sehen Sie auch Positives an der Waldorfschule? Oder können Sie sich nicht die Blöße geben, auch mal ehrlich diese Antwort zu beantworten.

  • #57
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Vielleicht sollten Sie einfach mal den Blick in die Realität an den Waldorfschulen wagen, anstatt sich immer nur in Ihren schrecklichen Steiner-Zitaten vergraben.“

    Warum meinen Sie, habe ich nach IHRER Schule gefragt? Weil ich dort einen Informanten habe. Der bestätigt mir, dass an der Dortmunder Waldorfschule Steiner in Reinkultur gepflegt wird.

    Und ich kenne verschiedene andere Waldorfschulen aus eigener Erfahrung, besser als Sie: wissen Sie, wie hinter verschlossenen Türen – im Lehrerzimmer – über die Schüler geredet wird? Ich schon …

  • #58
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Sie schreiben: „Die Meinung und Ansichten die Steiner darin [in der 354 bändigen Rudolf Steiner Gesamtausgabe] äußert, werden nicht von den Waldorfschulen geteilt.“

    Erklären Sie das mal Ihrer Schule und dem Bund der Freien Waldorfschulen … aber vorher LESEN Sie bitte Steiner, damit Sie wissen, worüber Sie reden:

    Das Indizierungsverfahren der BPjM zu Rudolf Steiners Rassismus war FÜR Sie, siehe:

    http://www.ruhrbarone.de/rudolf-steiners-rassenlehre/comment-page-1/#comment-42517

    „(…) Das BPjM-Verfahren hatte für mich auch die Funktion, Waldorfschüler dazu zu bringen, Steiner wirklich zu lesen: Nichts ist so attraktiv, wie das Verbotene (…)“

  • #59
    Lukas Werner

    Es ist wirklich eine Unglaublichkeit, dass Sie es immer noch nicht geschafft haben, auf meine Frage zu antworten.

    In was für einer surrealen Wirklichkeit leben Sie eigentlich. ,,Weil ich dort einen Informanten habe.“ Sie glauben wahrscheinlich, eine der größten Sektenverschwörungen der Welt zu entblößen. Vielleicht haben Sie etwas zu viele Krimi-Romane gelesen.
    Ich denke ich darf behaupten meine Schule und auch die Lehrer sehr gut zu kennen. Ich nehme öfters an den Lehrerkonferenzen teil, da mir das als Schulsprecher der Schule zusteht. Also entweder ich wurde einer geistigen Gehirnwäsche unterzogen oder ich habe es einfach nicht mitbekommen, wie alle, vor allem natürlich Steiners rassistische Äußerungen, als neues Evangelium gefeiert wird. Ich habe mich, nur mal zur Info, schon mit vielen Lehrern kritisch über Steiner unterhalten. Sie wollen es wohl einfach nicht einsehen.

    Ach ja, ich vergaß, Sie haben natürlich Ihren ,,Informanten“, der bis in die tiefsten Leichenkeller der Schule vorgedrungen ist. Darf ich fragen wer Ihr ,,Informant“ ist? Aber das dürfen Sie mir wahrscheinlich nicht sagen, sonst wird der- oder diejenige ja im Keller unserer Schule Rudolf Steiner auf dem Altar geopfert.

    Stellen Sie mich als Lügner dar? Lassen Sie mich noch einmal versichern, ich bekomme sehr viel an meiner Schule mit.

    Ja ich weiß wie hinter verschlossenen Türen über Schüler geredet wird. Nämlich ganz normal, wie es jeder anständige Pädagoge tut (die es leider auf den staatlichen Schulen nur noch sehr selten gibt). Über 80% der Lehrer an unsere Schule sind von Haus aus keine Waldorflehrer, sondern sind erst zur Waldorfpädagogik gewechselt. Das heißt, Sie haben alle mindestens die Ausbildung die ein staatlicher Lehrer auch hat und dazu noch eine Sonderqualifizierung als Waldorflehrer. Viele haben sich entschieden Waldorflehrer zu werden, weil sie als Pädagogen arbeiten wollten und nicht als Wissenschaftsdozenten wie an den Gymnasien.

    Zum letzten mal, beantworten Sie meine Frage, sonst muss ich mich leider wirklich verabschieden. Ich gehen sonst davon aus, dass Sie es nicht schaffen in Ihrem Tunnelblick-Hass auf die Waldorfschulen, auch mal etwas gutes an den Schulen zu sehen. Mehr verlange ich ja gar nicht.

  • #60
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    hier mein Vorschlag:

    um Zeit zu sparen telefonieren wir … Sie schicken mir eine mail, via Stefan Laurin, Ruhrbarone – stefan.laurin(at)ruhrbarone.de -, und bekommen dann meine Telefonnummer.

    „Sonderqualifizierung als Waldorflehrer“ ist ja wirklich niedlich … am “Seminar für Waldorfpädagogik Berlin”, nannte das ein Kommilitone „Gehirnwäsche“, lese:

    “Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand”

    http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm

  • #61
    Lukas Werner

    Tut mir leid, aber telefonieren werde ich mit Ihnen nicht. Aus unserem Kommentaraustausch ist mir klar geworden, dass Sie sich nicht objektiv mit dem Thema Rudolf Steiner und Waldorfschule beschäftigen können. Ich wüsste nicht, was daran ein Telefonat ändern würde.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie offensichtlich große Energie und Willenskraft in etwas anderes verwandeln können als in Hass gegen Waldorfschulen. Spielen Sie sich nicht als Beschützer der Nationen auf, vor etwas, vor dem keiner beschützt werden muss. Machen Sie vielleicht einfach mal etwas sinnvolles, wie Aktionen gegen Neonazis durchzuführen, wie sehr viele Schüler an unserer Schule, anstatt sich Ihre Leben durch den paranoiden Hass gegen etwas zu richten, dass nicht existiert (außer vielleicht in Ansätzen in Steiners Werken): Rassismus an der Waldorfschule.

    Ich beende an dieser Stelle diesen illustren Austausch da er meiner Meinung nach zu keinem Ergebnis führt. Ich kann nicht erlangen, dass Sie sich zu einer objektiven Behandlung des Themas einlassen und auch einmal den Schritt wagen, die andere Seite der Medaille zu betrachten. Machen Sie es gut und versuchen Sie es vielleicht wirklich Ihre Energie in etwas sinnvolleres zu investieren.

  • #62
    Andreas Lichte

    @ Lukas Werner

    Schade, dass Sie so allwissend sind … schon wissen, worüber ich mit Ihnen am Telefon geredet hätte. Falls Sie es sich noch anders überlegen, schicken Sie mir eine mail, via Stefan Laurin, Ruhrbarone: stefan.laurin(at)ruhrbarone.de

    Hinweis: neuer Artikel der Ruhrbarone zur Waldorfschule:

    http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschule-eine-soziale-frage/

    „Die Waldorfschule: Eine soziale Frage?“

    (…) Nach der Lektüre des Erziehungswissenschaftlers Prange und der anthroposophischen Autorität Veltman kann ich nur zu dem Schluss kommen – und dies auch in Hinblick auf meine eigenen Erfahrungen, als ich noch selber in der Waldorfbewegung aktiv war –, dass die soziale Umgebung einer Waldorfschule in keiner Weise Kindern die Grundlage bieten kann, eigenverantwortliche, soziale menschliche Wesen zu werden.“

  • #63
    Arnold Voss

    @ Lukas Werner

    Als Schulsprecher einer Waldorfschule erwartet ich, dass sie ihre Lehranstalt verteidigen. Dass sie dabei aber Rudolf Steiner außen vor lassen, irritiert mich schon. Das ist ungefähr so als wenn man die christliche Religion verteidigt ohne die Bibel zu kennen.

  • #64
    Lukas Werner

    @ Arnold Voss

    Genau dort besteht ja der Irrglaube! Rudolf Steiners Werke und Ansätze werden an der Schule nicht wie eine Bibel vereht! Steiner hat viel mehr Ansätze, Anstöße und Konzepte gegeben, die – schade dass man sich hier immer so oft wiederholen muss – die Waldorfschule zwar entscheident geprägt haben, aber auch weiterentwickelt oder sogar verworfen wurden. Auch Valentin Hacken greift dies in seinem Artikel auf.

    Ich muss mich leider aus Zeitmangel aus dieser netten Diskussion verabschieden!
    Tschüss!

  • #65
    Arnold Voß

    @ Lukas Werner

    Entweder sie kennen die Steinersche „Bibel“ und sie können auf dieser Basis feststellen ob sie verehrt wird oder nicht. Oder sie kennen sie nicht, was sie ja gesagt haben, und dann können sie das leider gar nicht wissen, ob sie der Maßsstab des Unterrichts und der Pädagogik ist bzw. wie ernst sie heute noch genommen wird respektive ob sie weiterentwickelt und was an ihr verworfen wurde.

  • #66
    Felix Alter

    Also ich habe selten eine so oberflächliche Diskussion erlebt. Hier scheinen sich zwei LAger zu bilden die völlig aneinander vorbeidiskutieren. Wo ist hier überhaupt ein Vergleich????Wo der Sinn dieser Artikel? Egal ob Herr Lichte oder Herr Laurin, beide Seiten scheinen sich festgefahren zu haben im Niemandsland von scheinbaren Beweislagen, die nur bedingt mit der Realität zusammenhängen und eine Diversität vom Leben vehement verneinen. Besonders Herr Lichte argumentiert dermaßen einseitig, dass einem die Frage kommen könnte ob die „Argumentation“ lediglich zur Diffamierung dient als für einen sinnvollen Diskurs. Die Welt entwickelt sich weiter, so auch Überlegungen und Theorien. Klar sind Waldorfschulen, die sich konservativ und werkgetreu auf Steiner beziehen fraglich, aber es gibt reichlich Schulen die Steiner nur als Ideengeber sehen. Man kann fleißig zwischen den Zeilen bei Steiner lesen und nicht nur negativ wie Sie es tun. Ich bin kein Anhänger der Waldorfschule, aber so eine verbohrte, einseitige Sicht, die ohne jegliche Reflexion erscheint habe ich selten gesehen. Mit Ihrer Art der Kritik sind Sie genauso, wie die Menschen die Sie kritisieren. Kurz zu dem Lehrer der seine Schüler zur Verteidigung der Waldorfschule auffordert. Gehts noch? Wenn ein Schüler eine Meinung hat, dann sollte er sie sagen dürfen!!!!!!!!! So meine Frage an Herrn Lichte: Welche alternative zur Waldorfschule, um mal einen sachlichen und möglicherweise diskursorientierten Austausch anzuregen, würden Sie empfehlen und warum?

  • #67
    Andreas Lichte

    @ Felix Alter

    Sie schreiben: „Man kann fleißig zwischen den Zeilen bei Steiner lesen und nicht nur negativ wie Sie es tun.“

    Na, dann lesen Sie mir doch mal vor, was hier „zwischen den Zeilen“ steht:

    …………………………………………

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Warum untergraben Waldorfschulen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Masern bis 2010 in Europa auszurotten? Und warum werden Menschen dem Risiko einer Infektion mit einer schweren Krankheit ausgesetzt?

    (…) Anthroposophen – natürlich auch der anthroposophische Schularzt der Waldorfschulen – folgen Rudolf Steiner. Steiner begründet, warum die Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss, so:

    Ein Mensch hat in seinem letzten Leben zu viel „gegrübelt“, was zu einer „Schwäche der Seele“ führt. Die Masern sind die „physisch-karmische Wirkung“ dieses Fehlverhaltens im letzten Leben. Die Masern macht man durch, „um organische Selbsterziehung zu üben“, „die Krankheit kann in einen geistigen Prozeß zurückverwandelt werden“ …

    Wer meint, dies sei aber eine völlig idiotische Zusammenfassung, der überzeuge sich selbst: Im „Anhang“ gibt es Steiners Karma-Masern-Quacksalberei im Original zu bestaunen (…)

    Anhang:

    Rudolf Steiner begründet, warum Masern eine Krankheit sind, die man durchmachen muss:

    „Nehmen wir an, im späteren Leben bekommt eine Persönlichkeit Masern, und wir suchen nach dem karmischen Zusammenhang dieses Falles. Wir finden dabei, daß dieser Masernfall aufgetreten ist als eine karmische Wirkung von solchen Vorgängen in einem vorangegangenen Leben, die wir etwa so beschreiben können: Die betreffende Individualität war in einem vorhergehenden Leben eine solche, die sich nicht gern um die äußere Welt bekümmert hat, sich nicht gerade im grob egoistischen Sinne, aber doch viel mit sich selber beschäftigt hat; eine Persönlichkeit also, die viel nachgeforscht hat, nachgedacht hat, aber nicht an den Tatsachen der äußeren Welt, sondern die im inneren Seelenleben geblieben ist. Sie finden auch heute sehr viele Menschen, welche glauben, daß sie durch In-sich-abgeschlossen-Sein, durch Grübeln und so weiter zur Lösung von Welträtseln kommen können. Bei der Persönlichkeit, die ich meine, handelte es sich darum, daß sie mit dem Leben so fertigzuwerden suchte, daß sie innerlich nachgrübelte, wie man sich in diesem oder jenem Falle verhalten soll. Die Schwäche der Seele, welche sich daraus ergeben hat im Verlaufe des Lebens, führte dazu, daß im Leben zwischen Tod und neuer Geburt Kräfte erzeugt wurden, welche den Organismus in verhältnismäßig später Lebenszeit noch einem Masernanfall aussetzten.

    Jetzt können wir uns fragen: Wir haben auf der einen Seite den Masernanfall, der die physisch-karmische Wirkung ist eines früheren Lebens. Wie ist es denn aber nun mit dem Seelenzustand? Denn das frühere Leben gibt ja als karmische Wirkung auch einen gewissen Seelenzustand. Dieser Seelenzustand stellt sich so dar, daß die betreffende Persönlichkeit in dem Leben, wo sie auch den Masernanfall hatte, immer wieder und wieder Selbsttäuschungen unterworfen war. Da haben Sie also die Selbsttäuschungen anzusehen als die seelisch-karmische Folge dieses früheren Lebens und den Eintritt der Masern als die physischkarmische Folge jenes Lebens.

    Nehmen wir nun an, dieser Persönlichkeit wäre es gelungen, bevor der Masernfall eintrat, etwas zu tun, um sich gründlich zu bessern, das heißt, um eine solche Stärke der Seele sich anzueignen, daß sie nicht mehr ausgesetzt wäre allen möglichen Selbsttäuschungen. Dann würde diese dadurch heranerzogene Seelenstärke dazu geführt haben, daß die Masernerkrankung hätte unterbleiben können, weil das, was im Organismus schon hervorgerufen war bei der Bildung dieser Organisation, seinen Ausgleich gefunden hätte durch die stärkeren Seelenkräfte, welche durch die Selbsterziehung herangezogen worden wären. Ich kann natürlich nicht ein halbes Jahr über diese Sachen reden; aber wenn Sie weit im Leben herumschauen und alle Einzelheiten, welche sich als Erfahrungen darbieten, von diesem hier gegebenen Ausgangspunkt aus betrachten würden, so würden Sie immer finden, daß das äußere Wissen voll bestätigen würde – bis in alle Einzelheiten -, was hier gesagt worden ist. Und was ich jetzt gesagt habe über eine Masernerkrankung, das kann zu Gesichtspunkten führen, die erklären, warum Masern gerade zu den gebräuchlichen Kinderkrankheiten gehören. Denn die Eigenschaften, die genannt worden sind, kommen in sehr vielen Leben vor. Insbesondere in gewissen Zeitperioden haben sie in vielen Leben grassiert. Und wenn dann eine solche Persönlichkeit ins Dasein tritt, wird sie so schnell wie möglich Korrektur üben wollen auf diesem Gebiet und in der Zeit zwischen der Geburt und dem gewöhnlichen Auftreten der Kinderkrankheiten, um organische Selbsterziehung zu üben, die Masern durchmachen; denn von einer seelischen Erziehung kann ja in der Regel in diesem Alter nicht die Rede sein.

    Daraus sehen Sie, daß wir wirklich davon sprechen können, daß die Krankheit in gewisser Beziehung wieder zurückverwandelt werden kann in einen geistigen Prozeß. Und das ist das ungeheuer Bedeutsame, daß wenn dieser Prozeß in die Seele als Lebensmaxime aufgenommen wird, er eine Anschauung erzeugt, die gesundend auf die Seele wirkt. In unserer Zeit braucht man sich nicht besonders zu wundern, daß man so wenig auf die Seelen wirken kann. Und wer die Zeit heute vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus durchschaut, der wird es begreifen, daß so viele Mediziner, so viele Ärzte Materialisten werden (…)“

    Rudolf Steiner, „Die Offenbarungen des Karma“, GA 120, FÜNFTER VORTRAG, Hamburg, 20. Mai 1910, S. 102ff

  • #68
    Felix Alter

    Beeindruckende Beweisführung, die zeigt, dass Sie meinen Beitrag mit unglaublichen 0% verstanden haben. ICh habe Ihnen eine deutliche Frage gestellt und Sie salbadern mit Ihrer polemischen Art und Weise weiter. Starke Leistung weiter so! Vielleicht antworten Sie auch auf Fragen anstatt nur mit Steiner Zitaten um sich zu werfen, haben Sie eine eigene Meinung? ICh meine einfach Zitate umherwerfen und darauf herumzuhacken scheint mir ein wenig oberflächlich, das kann jeder. ICh könnte auch Ihre scheinbaren Argumente nehmen und diese Zerpflücken, darum geht es aber nicht. Ich bin kein Vertreter der Waldorfpädagogik, ich möchte nur einen konstruktiven Diskurs erleben und nicht ein stupides Herumgehacke auf kaum noch praktizierten Überlegungen.
    Also ich bitte ich Sie Stellung zu nehmen und eine sinnvolle Alternative aufzuzeigen.
    Ich bin gespannt.

  • #69
    Andreas Lichte

    @ Felix Alter

    Sie schreiben: „… ich möchte nur einen konstruktiven Diskurs erleben und nicht ein stupides Herumgehacke auf kaum noch praktizierten Überlegungen.“

    „Kaum noch praktizierte Überlegungen“ … das Zitat Rudolf Steiners zu den Masern ist die Begründung dafür, warum die Waldorfschulen Menschen dem Risiko einer potentiell tödlichen Erkrankung aussetzen. Merken Sie überhaupt noch was?

    Lesen Sie meine Artikel, dann wissen Sie was ich zu sagen habe:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule“

  • #70
    Felix Alter

    Jetzt wo Sie es sagen, ich erinnere mich neulich gehört zu haben, dass in Waldorfschulen in der 2.Klasse Zwangsinfektionen mit den Masern durchgeführt werden – nennt sich, glaube ich, erlebnisorientierte Rekonvaleszent! Merken SIE eigentlich noch was? Ich verbeuge mich und verabschiede mich aus dieser kurzen fruchtlosen Diskussion. Ich denke, und ich möchte Sie damit nicht angreifen, Sie haben sich in etwas grundlegend verirrt. Ich bin der Meinung die Waldorschule ist zu kritisieren und sicherlich nur eine der vielen Schulformen in unserem Bildungssystem, aber Ihre Argumentation halte ich für sehr bedürftig. Man kann die Überlegungen, und das gilt für beide Seiten Pro und Contra, eines Menschen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts nicht einfach so ins jetzt übertragen. Man schreibt die Überlegungen Platons und Aristoteles auch nicht einfach eins zu eins um. Es sind metaphorische Bilder und Gedanken und diese muss man transportieren, anstatt sturr dem Wortlaut zu folgen.

  • #71
    Andreas Lichte

    @ Felix Alter

    Sie schreiben: „… ich erinnere mich neulich gehört zu haben, dass in Waldorfschulen in der 2.Klasse Zwangsinfektionen mit den Masern durchgeführt werden …“

    Fast. Ein Schweizer Ex-Waldorfschüler schreibt mir in einer e-mail:

    „Die meisten meiner Kindergarten- oder Schulkameraden hatten auch die »Kinderkrankheiten« und waren spärlich geimpft. Als »Epidemien« ausbrachen (z.B. Masern) liessen die Eltern meiner Erinnerungen nach ihre Kinder sogar miteinander weiterspielen, um »die Sache hinter sich zu bringen«…“

    Da wird noch weiter recherchiert. Steht noch nicht in meinem Artikel:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule”

  • #72
    Felix Alter

    Oh man, Sie meinen das doch jetzt nicht ernst? Impfen hat wenig mit der Waldorfeinstellung zu tun. Gehen Sie mal an eine Waldorfschule und machen Sie eine repräsentative Umfrage, damit hier auch mal was wissenschafltich fundiertes kommt. Ich erinnere mich an eine Panikmache im Winter zur Schweinegrippe. Also nicht alles ist tödlich und übertrieben wird ständig – wenn Sie glaubwürdig sein wollen müssen sie fundierter werden und sich nicht nur auf Hören-Sagen beziehen. Ich kann auch viel behaupten. Sie nehmen sich die Dinge die Ihnen passen und polemisieren auf eine beinahe schon humoristische Art und Weise ohne sie in einen historischen geschweige denn in einen gesellschaftlichen Kontext zu sehen. Ihre Argumentationen erinnert mich an Pippi Langstrumpf ….“machen uns die Welt [wiede] wie sie uns gefällt…“
    Noch eine Anmerkung zu meinem letzten Beitrag. Es war Ironie oder vielleicht schon Sarkasmus mit der Zwangsimpfung. Und ich möchte hier betonen, wie vorher, ich bin für Kritik, aber bitte fundiert und mit alternative. Meckern kann jeder.

  • #73
    Andreas Lichte

    @ Felix Alter

    Sie schreiben: „Impfen hat wenig mit der Waldorfeinstellung zu tun.“

    Davon können Sie die Gesundheitsbehörden überzeugen, die ich in meinem Artikel zitiere, sollten Sie vielleicht endlich einmal lesen, hier nur ein Beispiel:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    „Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Im April 2010 lese ich von Masern in Mettmann, NRW. Als ich der Pressestelle des Kreisgesundheitsamtes sage, dass ich mich für den Masernausbruch interessiere, fragt man: „Wieso? Die Masern sind doch schon wieder vorbei.“ Ich sage: „Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber ich möchte wissen, ob eine Waldorfschule betroffen war.“ Am anderen Ende der Leitung macht es „aaah“, man weiss sofort Bescheid und sagt: „Dann ist es wohl am besten, wenn Sie Frau Kohnert zurückruft.“ Das tut Regina Kohnert, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Mettmann, und bestätigt mir, dass alle Masernfälle in Waldorfschulen aufgetreten sind. Die Kinder hätten Kontakt zur Waldorfschule in Essen gehabt, auch dort gibt es die Masern …

    „Masern werden von Waldorfschule zu Waldorfschule übertragen …“, aber da sage ich Frau Kohnert wirklich nichts neues. J E D E R der mit Impfprävention zu tun hat, weiss das.

    So warnt Dr. Axel Iseke vom Gesundheitsamt Münster Ende April: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass es über die Waldorfschule auch in Münster zu einem größeren Masernausbruch kommt.“ Denn in Essen sind die Masern ja schon, und Zitat Presseerklärung Münster: „Familien aus dem Umfeld von Waldorfschulen seien häufig überregional vernetzt.“ (…)“

  • #74
  • #75
    Andreas Lichte

    @ Paul

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/comment-page-1/#comment-51981

    Willkommen im Wettbewerb um den tiefsten Ausschlag der Nach-Unten-Offenen-Rudolf-Steiner-Skala !

    Es gibt natürlich viel Konkurrenz, all die anonymen Anthroposophen, die Rudolf Steiner hochleben lassen, will ich gar nicht auflisten. Nur mal einige Top-Favoriten:

    – Valentin Hacken, Vorstand der WaldorfSV, schafft es, einen ganzen Artikel beim Bund der Freien Waldorfschulen abzuschreiben, und ist auch noch stolz darauf [siehe oben]

    – Harald Effenberg, “Waldorfprominenter”, im Waldorfzirkus aktiv, sieht überall Nazis, nur nicht in der Waldorfschule. Durchgeknallte Kommentare von Harald Effenberg hier: http://www.ruhrbarone.de/die-waldorfschule-eine-soziale-frage/

    – Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg … dazu sollte man vielleicht mal einen eigenen Artikel schreiben, hier nur die Skandale, in die er verwickelt ist: http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Detlef_Hardorp

  • #76
    Andreas Lichte

    Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg …:

    http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/01/rudolf-steiner-und-die-schrodingergleichung.php

    “Rudolf Steiner und die Schrödingergleichung

    (…) Wer hats erfunden? Die Anthroposophen!

    Ein weiteres Beispiel für Geschichtsklitterung findet sich bei den Anthroposophen. Deren Oberindianer Rudolf Steiner soll schon sechs Jahre vor Erwin Schrödinger (Nobelpreis für Physik 1933) die nach ihm benannte Gleichung erfunden haben. Dr. Detlef Hardorp, bildungspolitischer Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg und Anthroposoph zur Rolle Rudolf Steiners als Wissenschaftler:

    »Bemerkenswert ist u.a., daß er (Steiner) in einem dieser Vorträge schon im Jahre 1920 eine Differentialgleichung für Lichtwirkungen entwickelte, die erst drei Jahre später von Erwin Schrödinger “neu” entdeckt wurde. Sie spielte als Grundlage der Quantenphysik in der modernen Naturwissenschaft eine nicht unbedeutende Rolle.« Hardorps Äußerungen stammen ursprünglich aus der Publikation “Rudolf Steiner and Schrödinger’s equation” von Detlef Hardorp and Ulrich Pinkall, in “Mathematisch-Physikalische Korrespondenz”, Nr. 201, Johanni 2000.

    Im Original liest sich das so:

    »Thus the third differential equation that Steiner writes down on the 12th of March in the year 1920 is not only “formally equivalent” to Schrödinger’s equation. Apart from the fact that the value of the constant is not specified as a number related to Planck’s constant, it is Schrödinger’s equation.«

    Der promovierte Physiker Andreas Krämer hat sich die Steiner-Publikation und deren Interpretation von Hardorp und Pinkall genauer angesehen. Das Fazit seiner Analyse: »Für den Physiker ist eine mathematische Formel ohne eine klare Beschreibung der enthaltenen Grössen keine Theorie. Nach meinem Verständnis der Grössen in der Steinerschen Formel (Kontext Wärmeleitung/Energieumsatz) wird daraus sogar eine falsche Theorie.«

    Beide, Pinkall und Hardorp haben zur Analyse von Andreas Krämer Stellung bezogen.

    Prof. Ulrich Pinkall, TU Berlin, rudert zurück:

    »Ich selbst habe auch ein etwas ungutes Gefühl dabei, das ganze Thema als Munition in Debatten um die Wissenschaftlichkeit der Waldorf-Pädagogik zu verwenden.«

    Dr. Detlef Hardorp schreibt in seiner Steiner-Verblendung:

    »[…] Das aber just Steiner eine Gleichung intuitiv an die Tafel schreibt, die einige Jahre später in der Physik zu den bedeutsamsten Gleichungen überhaupt werden wird, erscheint mir symptomatisch für Steiner zu sein. Denn das hat er doch in vielen Bereichen gemacht: von außen betrachtet stochert er unprofessionell in allen möglichen Gebieten herum, und trifft mit unverschämter Sicherheit immer wieder Goldadern, auch wenn er nicht den wissenschaftlichen Apparat bieten kann, mit dem das dann meist später von anderen wesentlich vollständiger gemacht wird.« (…)”

  • #77
    Waldorfschule: „Detlef Hardorp, der Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“

    Waldorfschule: „Detlef Hardorp, der Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“

    Jetzt ist schon wieder was passiert. Nein, keine Sorge. Der „Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit“, Detlef Hardorp, hat kein Kind tot gebissen. Obwohl. Beschwören möchte ich das nicht– Von unserem Gastautor Andreas Lichte. (…)

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„detlef-hardorp-der-berlin-brandenburgische-bullterrier-der-anthroposophischen-offentlichkeitsarbeit“/

  • #78
    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    Am 27. Februar 2011 feiert Rudolf Steiner, Begründer der Waldorfschulen, seinen 150 Geburtstag. Doch nicht überall huldigt man dem „Universalgenie Steiner“. In der Neuen Zürcher Zeitung, NZZ, erschien eine Artikelserie, die es Steiner- und Waldorf-Anhängern unmöglich macht, weiter zu behaupten: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“ Von unserem Gastautor Andreas Lichte.

    Endlich! Endlich schreibt auch eine „normale“ Tageszeitung Klartext über Rudolf Steiner. Andreas Hirstein, Ressortleiter Wissen der NZZ, legt eindrucksvoll dar, was bereits auch bei den Ruhrbaronen zu erfahren war: Dass Steiner ein selbsternannter Hellseher und notorischer Rassist ist.

    Andreas Hirstein, NZZ, über den Hellseher Rudolf Steiner, „Ein Jesus aus Nazareth und einer aus Bethlehem“:

    „(…) Wirkliche Erkenntnis sei immer übersinnlich [Zitat Steiner]: «Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst», sagt er. Oder: «Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens». Steiner formuliert offen einen hellseherischen Anspruch, eine Quelle des Wissens, die nur Initiierten wie ihm offensteht und die ihn zu ganz neuen Erkenntnissen (…) führt. (…)“ Sein „Wissen will Steiner dem geistigen Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, entnommen haben. (…)“

    Andreas Hirstein, NZZ, über den Rassisten Rudolf Steiner, „Rassistische und antisemitische Tendenzen“:

    „(…) Problematisch bei Steiner ist aber, dass sein Rassismus aus den von ihm postulierten Evolutionsstufen der Menschheit folgt. Will man das Rassendenken loswerden, droht das gesamte Gedankengebäude zusammenzubrechen.

    (…) Die weisse «Rasse» ist in Steinerscher Terminologie die am «Geiste schaffende Rasse» – die Avantgarde der Menschheit also: «Die Menschen würden ja, wenn die Blauäugigen und Blondhaarigen aussterben, immer dümmer werden, wenn sie nicht zu einer Art Gescheitheit kommen würden, die unabhängig ist von der Blondheit. Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit.» Die übrigen «Rassen» sind in diesem Sinne nur überflüssige Abfallprodukte der Evolution. Indianer sieht er als «degenerierte Menschenrasse», schwarze Afrikaner seien eine zurückgebliebene Rasse. (…)“

    „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“

    „Töne wie aus einer undichten Gummizelle!“ sagt Harry Rowohlt über Rudolf Steiner. Was hat der, Zitat wikipedia, „Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler“ mit Steiner zu tun? Harry Rowohlt hat eine Erfahrung gemacht, und beschreibt sie hier, Seite 2

    Ist Rudolf Steiner psychisch krank? Wenn ja, wie lässt sich das feststellen? Wie wäre es damit, Steiner zu lesen? Unten ein link zu einem Vortrag Steiners, der unzweifelhaft rassistisch ist. Aber spannender als diese Feststellung ist die Frage, wie Steiner sein Programm „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ begründet:

    Warum ist das so, Zitat Steiner: „Auf der einen Seite hat man die schwarze Rasse, die am meisten irdisch ist. Wenn sie nach Westen geht, stirbt sie aus. Man hat die gelbe Rasse, die mitten zwischen Erde und Weltenall ist. Wenn sie nach Osten geht, wird sie braun, gliedert sich zu viel dem Weltenall an, stirbt aus.“

    Besuchen Sie Steiner in seiner „Gummizelle“, seien Sie Zeuge von Steiners „Kampf zwischen Vorderhirn und Hinterhirn im Kopf“. Und sagen Sie bitte nicht mehr: „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“

    der Original-Artikel der Ruhrbarone – mit allen links – hier:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/

  • #79
    Andreas Lichte

    Als Beispiel dafür, wie Anthroposophen Rudolf Steiners Rassismus leugnen, hier ein Kommentar aus einer längeren, aufschlussreichen Diskussion:

    http://www.ruhrbarone.de/150-jahre-rudolf-steiner-–-„aber-ich-hab’-doch-nichts-davon-gewusst“/comment-page-4/#comment-84610

    #171 | Andreas Lichte sagt am 30. April 2011 um 18:05

    @ Hans-Florian Hoyer

    Sie schreiben: “Aus dem Vortrag ist für mich weder Rassismus noch psychische Erkrankung ablesbar.”

    Das muss wohl daran liegen, dass Sie Ihr Leben Rudolf Steiner verschrieben haben – Anthroposoph sind –, und gleichzeitig von Rudolf Steiner leben – eine sehr PRAKTISCHE Kombination.

    Das Deutschlandradio Kultur zitierte aus diesem Vortrag Steiners – als EINDEUTIGEN Beleg für Rudolf Steiners Rassismus – Zitat:

    …………………………………………….

    “Tatsächlich hat sich Rudolf Steiner rassistisch geäußert. Zum Beispiel in seinem Vortrag “Vom Lebens des Menschen und der Erde”, den Steiner 1923 in Dornach gehalten hat.

    Z5: Zitator:
    Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.
    [Quelle: http://bit.ly/gO06Yu ]”

    …………………………………………….

    Ändern wird sich an Hans-Florian Hoyers Weltsicht natürlich nichts:

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen? Unmöglich.

    sollte sich Hans-Florian Hoyer etwa einen neuen Hellseher suchen? Unmöglich. Es kann doch nur einen geben: Rudolf Steiner!

  • #80
    Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    “Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

    Unser Gastautor Andreas Lichte war als Experte zur Waldorfschule beim Deutschlandradio Kultur zu Gast. In der „Zeitreisen“-Sendung „Die bessere Schule oder esoterischer Irrglaube?“ am 23.2.2011 berichtete er auch von seinen Erfahrungen während seiner Ausbildung zum Waldorflehrer am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“. Hier eine Extended Version. (…)”

    weiter: http://www.ruhrbarone.de/waldorflehrer-werden-–-am-„seminar-fur-waldorfpadagogik-berlin“/

  • #81
    Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    „Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie (…)

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)“

    das vollständige Interview: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/

  • #82
    Andreas Lichte

    SPIEGEL, „Heute in den Feuilletons“, 25.10.2011

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,793793,00.html

    „Die Angst vor der Gurukratie hat sich gelegt“

    In der „Welt“ plädiert Peter Sloterdijk für Rudolf Steiner. Bei den Ruhrbaronen plädiert Rudolf Steiner gegen sich selbst (…)

    Andreas Lichte von den Ruhrbaronen ist nicht so einverstanden mit Peter Sloterdijks Rudolf-Steiner-Exhumierung. Zu Sloterdijks Behauptung, Steiner ermögliche eine Koexistenz der Menschen auf dem Planeten, stellt er Steiners Zitat über Menschen in Afrika: „Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, dass sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist… Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.“ Und später dann: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    zum vom SPIEGEL besprochenen Artikel der Ruhrbarone:

    http://www.ruhrbarone.de/baadische-zeitung-und-rudolf-steiner-bejubeln-ja-zitieren-nein/

    „Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.“

  • #83
    Andreas Lichte

    “Die Sekte und die Schule – Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann im Interview über die Waldorfschule

    Ende Dezember 2011 gibt es in Deutschland 227 Waldorfschulen. Betrieben werden sie von der „Anthroposophie als Ersatzreligion des Bildungsbürgertums“, so „Die Zeit“. Bis heute ist Rudolf Steiner (1861–1925), Begründer der Religion Anthroposophie, unangefochtener Guru der Waldorfschulen. Das erstaunt doch sehr:

    – Rudolf Steiner ist selbsternannter Hellseher, behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ im „Äther“ lesen zu können.

    – Rudolf Steiner ist Rassist, sein Programm in Kürze, Zitat Steiner: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.“

    – Rudolf Steiner hatte keinerlei pädagogische Ausbildung, Kurt Tucholsky schreibt: „Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: »Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt –!«“

    Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, im Interview über Waldorfschule, Rudolf Steiner und die Anthroposophie: (…)

    (…) Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun (…)”

    weiter zum vollständigen Interview mit Prof. Hopmann: http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/2012/01/18/150-jahre-rudolf-steiner-prof-hopmann-im-interview-uber-die-waldorf-sekten-schule/

  • #84
    caitlin m. lowdon

    ! Warnung !

    .. Familienverhältnis durch Waldorfideologie zerstört! ..

    Ich habe gerade Teile dieses Berichts gelesen und bin so froh,dass andere Waldorfschüler auch so denken wie ich.

    Ich bin durch und durch Waldi: Vater (Waldorflehrer), Großvater (Waldorflehrer), Mutter auch in der Waldorfschule gewesen sowie meine drei Geschwister und ich war auch im Waldorfkindergaten plus 13 Jahre Waldorfschule.- der wahrgewordene Alptraum!

    Es kommt einem vor, als wäre die Waldorfschule eine Sekte, wo intelligente und hoffnungsvolle Schüler zu gescheiterten Persönlichkeiten gemacht werden.

    Habe nach meinem Abitur weder einen Studienplatz noch einen Arbeitsplatz im einfachsten und primitivsten Supermarkt bekommen. Ich konnte weder eine Überweisung tätigen noch wusste ich welcher Politiker welcher Partei zugehörig ist. -habe aber ein staatlich anerkanntes Abitur..!?
    Darum fing ich an, an der Waldorfschule und ihrem (Lehr-)System zu zweifeln.

    Als ich eines Tages meine Zweifel über die Waldorfschule und Anthroposophie meiner Familie mitteilte -wandte diese sich daraufhin von mir ab und der Großteil möchte bis heute nichts mit mir zu tun haben..

    Sollten da nicht Fragen aufkommen und Zweifel angebracht sein ? Oder was soll man dazu noch sagen..?!

  • #85
    Andreas Lichte

    „Hitler, Steiner, Mussolini – Anthroposophie und Faschismus, gestern und heute

    (…)

    »Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses grossen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.«

    (…)“

    zum vollständigen Artikel mit Quellen und links: http://www.ruhrbarone.de/hitler-steiner-mussolini-anthroposophie-und-faschismus-gestern-und-heute/

  • #86
    Andreas Lichte

    “Hitler, Steiner, Mussolini

    (hpd) Andreas Lichte beschreibt eine in Deutschland weitestgehend unbekannte historische und aktuelle Situation in Italien und kommt in seinem Artikel „Zur Anthroposophie im italienischen Faschismus und ihrer anthroposophischen Rezeption heute“ zu belegten Darstellungen und Schlussfolgerungen, die ein helles Licht auf die Implikationen der Anthroposophie werfen.

    Waldorfschulen und Anthroposophie versuchten, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten, wie es in einem Memorandum der Vereinigung der Waldorfschulen an Rudolf Hess offenbar wird: Man erklärte, dass Waldorfschulen „in kleinem Maßstab das verwirklichten, was die Volksgemeinschaft im nationalsozialistischen Staat im Großen anstrebt“.(1) Wurde die Anthroposophie von den Machthabern in Deutschland letztlich als weltanschauliche Konkurrenz wahrgenommen, so war sie in Italien eine willkommene „spirituelle“ Ergänzung des Faschismus. Hier konnten Anthroposophen ihren Traum von der „überlegenen arischen Rasse“ (2) ausleben, und daran arbeiten, Rudolf Steiners programmatische Aussage „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ (3) zu verwirklichen.

    „Rudolf Steiner war ein wahrhaft idealer Vorläufer des neuen Europa von Mussolini und Hitler. Ziel dieser Schrift war es, den Geist und die Figur dieses großen, modernen, deutschen Mystikers für die Bewegung zu beanspruchen – eine Bewegung, die nicht nur politisch, sondern auch spirituell ist – eingeführt in die Welt von den zwei parallelen Revolutionen, der Faschistischen und der Nationalsozialistischen Revolution, denen Rudolf Steiner als echter Vorläufer und spiritueller Pionier in idealer Weise angehört.“ (4) (…)“

    weiter: http://hpd.de/node/12972

  • #87
    Balduin

    Am Gymnasium wär er Schulabbrecher,
    dann doch lieber: Waldorfschule, Schülersprecher

    Am Gymnasium wär er ein Versager,
    besser: Waldorfschule und Ja-Sager

    Liebe Eltern, das Abitur, es ist zu packen:
    an der Waldorfschule schenkt man’s auch Dumpfbacken

    siehe die Erfolgsgeschichte von Valentin Hacken

  • #88
    melina

    Nach 4 Jahren Waldorf-Kindergarten und bald drei Jahren Waldorfschul-Erfahrung mit unserem Kind sind wir ziemlich enttäuscht. Unsere Vorstellung von einer Schule, in der individiuell und kreativ auf die Kinder eingegangen wird, die sich engagiert in das Leben in ihrem lokalen Umfeld einbringt und die ihre Klienten nicht nach finanziellen Gesichtspunkten auswählt wurde in keinster Weise erfüllt. Statt dessen gibt es stumpfen Frontalunterricht mit mittelalterlich anmutenden Strafen (mit vors Gesicht geklappter Tür neben dem Wandschrank stehen oder die ganze Stunde am Tisch stehen, der Lehrer brüllt und reißt Seiten aus dem Heft wenn sie nicht schön genug sind), eintöniges Auswendiglernen und völlige Ignoranz für alles was sich außerhalb der Schule abspielt. Auf Einladungen zu Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen umweltpolitischen Themen wurde nicht einmal reagiert…
    Förderunterricht gibt es nur gegen Extra-Zahlungen, was sich aber nicht alle leisten können die ihn benötigen. Die viel gerühmte Sozialregelung für finanziell schwache Elternhäuser, auf die beim Aufnahmegespräch verwiesen wird, entpuppt sich als bloße Stundung ohne Möglichkeit auf Schuldenerlass. Da man das Finanzgespräch erst nach der Vertragsunterzeichnung hat, ist es dann oft zu spät um noch etwas zu ändern (man denke auch an die Kinder, die sich ja schon auf die Schule eingestellt haben – die möchte man dann nicht mehr runternehmen). Das hat zur Folge dass erstaunlich viele alleinerziehende Mütter in der Schule arbeiten, um die Schulden nicht zu hoch werden zu lassen. Mütter, die ohnehin schon genug zu leisten haben, werden so indirekt gezwungen, die wenige Zeit die sie noch für sich und ihre Kinder haben, auch noch der Schule zu opfern. (Elternbeteiligung ist sicherlich wichtig, sollte aber nicht auf Kosten der Familie gehen.)
    Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, ich könnte hier noch einiges mehr berichten…
    Kurioserweise stimme ich mit vielen der Grundsätze der Waldorf-Pädagogoik überein, und bin der Meinung dass sie auch sehr viel positives zu bieten hat. Wenn das aber von der Schule schlecht umgesetzt wird, kommt trotzdem nicht nur Gutes dabei heraus. (Ob man Noten vergibt oder Sterne, bzw. Seiten zerreißt macht eigentlich keinen Unterschied, oder?)
    Dummerweise ist die Stoff-Lücke zu anderen Schulen so groß, dass ein Wechsel an eine andere Schule nur schwer und mit viel Eigenarbeit der Eltern und Kinder möglich ist – wir werden diesen Schritt trotzdem wagen.
    Ich kann alle Eltern nur raten, sich die Schule ganz genau anzuschauen.

  • #89
  • #90
    Krause

    Ich habe einen akademischen Abschluss an einer großen Universität gemacht, dann viele Jahre pädagogisch gearbeitet, später eine Ausbildung in Waldorfpädagogik gemacht und bin so Waldorflehrer geworden.
    „Science-Fiction-Trash“ = Lektüre der Akasha-Chronik ist definitiv kein Teil der Ausbildung. Generell ist die Zugangsvoraussetzung für Oberstufenlehrer an Waldorfschulen nun einmal die staatlich erworbene akademische Qualifikation. In vielen Waldorfschulen arbeiten sogar Lehrer, die nie eine Zusatzqualifikation in Waldorfpädagogik gemacht haben, sondern ganz „normale“ Lehrer mit 2. Staatsexamen und rein staatlicher Ausbildung sind. Ob Lehrer hinter dem Rücken der Schüler respektlos über sie sprechen oder nicht, ist eher eine Persönlichkeitsfrage. Ich kenne gewöhnliche Staatsschullehrer, die ihre Schüler rein privat als „Dummbratzen“ bezeichen, was ich bei Waldorflehrerin definitiv nie erlebt habe.
    Generell ist zu berücksichtigen, dass jeder Lehrer an einer Staatsschule deutlich mehr Gehalt erhält als an Waldorfschulen. Denn die staatlichen Gehälter werden nicht voll ausgezahlt, damit das gesamte sonstige Personal (Hausmeister, Handwerker mit Meisterausbildung, die den Schülern Tischlerei oder anderes Handwerk in den Praxisepochen beibringen usw.) finanziert werden kann.
    Die Eltern wiederum finanzieren den Unterhalt der Gebäude —
    Wer Waldorflehrer wird, muss also wissen, warum er für dieses Schulkonzept auch persönlich Verzicht leistet. Das passiert definitiv nicht, weil man zuhause über der Akasha-Chronik meditiert, sondern weil man eine Lehrtätigkeit sucht, die man pädagisch sinnvoll findet.
    Das Alltagsproblem an Waldofschulen besteht zu 0 % darin, dass die Lehrkräfte sich fragen, wie sie esoterische und rassistische Meinungen an die Schülerschaft bringen, das ist reine Fantasie.
    Das Fach Psychologie ist von Sigmund Freud begründet worden. Trotzdem besteht die moderne Psychologie nicht in einer ewigen Wiederkehr der Theorien rund um die Libido. Kein Pychotherapeut muss sich ständig entschuldigen, weil Sigmund Freud Thesen entwickelte wie diese: Die Frau habe das Handwerk vom Weben entwickelt, weil sie ständig an ihrem Schamhaar spielt, um ihren fehlenden Penis zu kaschieren. Würde man nun jeden heutigen Psychologen mit dieser These Freuds konfrontieren — einem Zeitgenossen Steiners — wäre es haarsträubend. Aber die Psychoanalyse ist noch immer eine der drei anerkannten Therapieformen und insgesamt ist Herrn Freud nicht abzusprechen, dass er Revolutionäres geleistet hat. Ich finde es lächerlich, wenn ich als Waldorflehrer so tun soll, als ob es meine erste Pflicht sei, das Gesamtwerk Rudolf Steiners zu studieren und für alle fragwürdigen Sätze aus der Zeit vor 100 Jahren eine persönliche Entschuldigung bereit zu halten.
    Steiner hat in der Pädagogik vor allem darauf abgehoben, welche Entwicklungsschritte sich in jedem Lebensjahr vollziehen und wie man diese durch jeweilige methodische Anpassung positiv unterstützen kann. Das sind ganz praktische Erfahrungen, die Staatsschullehrer genau so machen und es nur anders formulieren und in eine andere Theoriensprache stecken würden. Trotzdem decken sich diese Praxisansätze und Erfahrungen nun einmal, denn es ist keine Frage der Schulform, sondern der üblichen Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen.

  • #91
    Andreas Lichte

    @ Krause #90

    Sie schreiben: „Steiner hat in der Pädagogik vor allem darauf abgehoben, welche Entwicklungsschritte sich in jedem Lebensjahr vollziehen und wie man diese durch jeweilige methodische Anpassung positiv unterstützen kann …“

    Und genau da sind wir im Herzen der Rudolf Steiner Sekte – aka Waldorfschule – angekommen. Aus meinem Interview mit dem Bildungswissenschaftler Prof. Hopmann:

    „Waldorfschule: ‘Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein’

    (…)

    Lichte: noch einmal zur Jahrsiebtelehre – von 0–7 Jahre wird der physische Leib entwickelt, von 8–14 Jahre der Ätherleib, von 15–21 Jahre der Astralleib, vom 21 Lebensjahr an endlich das „Ich“ – erst dann ist der Mensch ein Mensch. Was sagen Sie zu Steiners Mensch aus dem Esoterik-Baukasten?

    Hopmann: Wir leben in einer freien Gesellschaft. Also hat jede/r das Recht, jeden Unfug zu glauben. Nur sollten sich Eltern, die ihr Kind einer Waldorfschule anvertrauen, darüber im klaren sein, dass sie dann einer Pädagogik vertrauen, die ein heilloses Gebräu esoterischer Glaubenssätze über Drüsen, Zahnentwicklung, astrologischen Einflüsse und ähnliches ist, das von der modernen Kinderpsychologie und der aktuellen Lehr-Lern-Forschung durchweg als durch nichts begründbarer Unsinn abgelehnt wird. Entschiedene Waldorfianer wird das nicht anfechten: Wie alle Sekten sind sie gegen widersprechende Wissenschaft immun.

    (…)“

    zum vollständigen Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-„man-kann-nicht-nur-ein-»bisschen«-waldorf-sein“/30117

  • #92
  • #93
    Andreas Lichte

    Christian Clements ‘kritische Ausgabe der Schriften Rudolf Steiners‘ (SKA)

    Des Steiners neue Kleider

    BERLIN. (hpd) Die Anthroposophie versucht seit Jahren, Rudolf Steiner ein neues, positives und neutrales Image zu geben: weg vom „verstörenden“ Esoteriker Steiner, hin zum bedeutenden Philosophen Steiner. Dass sich ein nach aussen hin renommierter Verlag, der „Frommann-Holzboog Verlag“, an dem anthroposophischen Betrug beteiligt, überrascht.

    (…)

    Wie weit Clement in seiner anthroposophischen Heiligsprechung Rudolf Steiners geht, mit welchen letzten Mitteln er versucht, Steiner als „eigenständig“ darzustellen, überrascht dann aber doch, Peter Staudenmaier:

    „Ein besonders bedauerliches Beispiel illustriert die Unzulänglichkeiten in Clements Herangehensweise. In seiner Diskussion von Steines Aneignung der fiktionalen Figur des ‘Hüters der Schwelle’ schreibt Clement, dass ‘Kritiker’ der Anthroposophie die ‘Anklage’ erhoben hätten, dass Steiner diese Figur aus einem Roman des neunzehnten Jahrhunderts von Edward Bulwer-Lytton übernommen habe. Aber dies hat nichts mit Kritik zu tun, noch viel weniger mit Anklagen; es ist eine einfache Angabe der Quelle Steiners. Es ist zugleich ein sinnvolles Beispiel für Anleihen des Okkultismus aus der fiktionalen Literatur.

    Clement leugnet rundweg all dies, indem er offensichtlich den historischen Kontext ignoriert. Das ist ein sehr seltsamer Standpunkt, da Steiner offen andere Elemente aus Bulwer-Lyttons fiktionaler Literatur auslieh, so wie den Begriff ‘Vril’, und da der fragliche Roman viele unverhohlen okkulte Bestandteile enthält und ein schönes Beispiel des Viktorianischen Revivals von Themen der Rosenkreuzer ist.“

    Bulwer-Lyttons “Vril” wird von Steiner als „Lebenskraft“ übernommen, wie auch die „in geringer Höhe über dem Boden schwebenden Fahrzeuge der Atlantier“ in Rudolf Steiners rassistischem Science-Fiction-Trash „Aus der Akasha-Chronik„.

    zum vollständigen Artikel bei hpd, „Humanistischer Pressedienst“: http://hpd.de/artikel/11618

  • #94
    Andreas Lichte

    "Prof. Jost Schieren, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

    Der Waldorf-Werber

    BERLIN. (hpd) Jost Schieren ist Professor für Waldorfpädagogik an der anthroposophischen "Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft", Leiter des "Fachbereichs Bildungswissenschaft", und verantwortlich für die (Waldorf-) Lehrerbildung.

    Dem "Waldorfblog" gab Jost Schieren ein ausführliches Interview, in dem er immer wieder das buzzword "Freiheit" verwendet – in einer einzigen Antwort erstaunliche 7 mal:

    • "Die Anthroposophie ist im Kern auf das Ideal des freien Menschen ausgerichtet."
    • "Freiheitsentwicklung als Teil des Weltgeschehens"
    • "Freiheitsentfaltung unseres Menschseins"
    • "Position der Freiheit"
    • "Begriff der Freiheit"
    • "Entwicklungsraum der Freiheit"
    • "freien Persönlichkeitsentwicklung"

    Für Schieren macht einfach alles frei, was Anthroposophie ist. Wie die Waldorfpädagogik, die auf der Anthroposophie Rudolf Steiners (1861 – 1925) basiert.

    Über einen Vortrag Rudolf Steiners sagt Kurt Tucholsky: "Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen."

    "Freiheit": mit diesem Riesenbegriff macht Jost Schieren Werbung für die Waldorfpädagogik

    (…)"

    weiter: http://hpd.de/artikel/waldorf-werber-12931

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