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Warum testet der BVB eigentlich nicht häufiger in der eigenen Nachbarschaft?

Der BVB spielte im Jahre 2016 in Oer-Erkenschwick. Foto: Robin Patzwaldt

Nebenan bei den RuhrNachrichten freut man sich heute in aller Ausführlichkeit über die gute Atmosphäre, die am Freitagabend beim ersten Testspiel des BVB nach der Sommerpause herrschte. Beim lockeren 10:0 gegen den FC Schweinberg, feierten 5.000 Zuschauer ’sich und den BVB‘, wie die Kollegen feststellen.

Das wirft die Frage auf: Warum testen die Dortmunder eigentlich so selten nahe der Heimat? Schweinberg liegt ja in Baden-Württemberg. Und die nächsten Testspiele der Borussen finden alle in den USA oder in der Schweiz statt. Gelebte Fan-Nähe sieht irgendwie anders aus.

Pflichtspiele des BVB sind fast immer ausverkauft. Zudem gehen sie im Regelfall mächtig ins Geld. Ein paar Test-Spiele im Ruhrgebiet stünden den Jungs von Coach Lucien Favre da doch gut zu Gesicht.

Der ungeliebte Nachbar aus Gelsenkirchen, der FC Schalke 04, der testete in dieser Woche in Oberhausen und Bottrop. Viele Gelegenheitsbesucher und Kinder hatten dabei die Möglichkeit ihr Team einmal aus der Nähe live und vor Ort zu sehen. Warum kriegt das der BVB so selten hin?

Ich erinnere mich noch gut an den Auftritt in Oer-Erkenschwick vor drei Jahren. Damals kamen rund 10.000 Fußballfreunde in den dortigen Stimberg und freuten sich riesig über die Besucher aus dem benachbarten Dortmund.

In diesem Sommer gibt es eine solche Gelegenheit im Ruhrgebiet leider nicht. Der BVB reist in die USA und in die Schweiz. Auch wenn das Argument der Vermarktung ein durchaus gewichtiges ist, ein Auftritt nahe der Heimat, auf dem sprichwörtlichen Dorf, wäre wohl für viele Anhänger aus der Region wünschenswerter gewesen.

Fan-Nähe scheint überhaupt ein Bereich zu sein, in dem der S04 dem BVB noch einiges voraus hat. Öffentliche Trainingseinheiten muss man in Dortmund inzwischen ebenfalls mit der sprichwörtlichen Lupe suchen, sind, wenn es sie denn einmal gibt, häufig ungünstig an einem Werktagmorgen ‚versteckt‘.

Auf Schalke gehören sie zum guten Ton, wie auch Neu-Trainer David Wagner auf einer Pressekonferenz noch einmal betonte. Die Berichte über neue Sicherheitsanlagen für das BVB-Trainingszentrum in Brackel lassen hier für die Zukunft diesbezüglich auch nicht wirklich eine Verbesserung erwarten. Echt schade!

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8 Kommentare zu “Warum testet der BVB eigentlich nicht häufiger in der eigenen Nachbarschaft?

  • #1
    Markus Lage

    In Menden war der BVB zuletzt im Mai 1978! Vor 41 Jahren…
    2026 feiert die Stadt Menden ihr 750-jähriges Stadtjubiläum. Vielleicht…..😎

  • #2
    discipulus senecae

    Vielleicht kann der BVB durch seine Auftritte in Ba-Wü, den USA oder der Schweiz einfach mehr Geld verdienen …

  • #3
    Jens

    Schön wäre es auch wenn wir den BVB mal hier im Osten bei einem kleinen Verein sehen würden.

  • #4
    Klaus Lohmann

    Wenn meine erste Mannschaft einem solchen, fast "erfolgreichen" Anschlag ausgesetzt gewesen wäre, würde ich genauso handeln. Ich schätze, dass auch die Spieler-Versicherungen und deren Rückversicherungen auf solche Schritte gedrängt hatten.

  • #5
    Bochumer

    Es geht bei einer Aktiengesellschaft darum, Geld zu verdienen. Fan-Nähe… das ist eine Träumerei. Deine neoliberalen Kollegen im Blog können für das sicher erklären.

  • #6
    b

    Über die Unternehmenskultur bzw. Marketingstrategie freuen sich allerdings sicherlich die Konsumenten, die nicht direkt in der Region leben, bzw. lassen sich so vielleicht ein paar mehr für die Marke gewinnen. Ist doch gut, kann man mit dem Geld weiter ehemalige Stars der Nationalmannschaft in das Unternehmen (zurück)holen…

  • #7
    DEWFan

    #5: ja Bochumer, das es auch anders geht, beweist ja der VfL. Hat allerdings auch Konsequenzen: der VfL ist trotz Tradition seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Verein mit leerem Wimpel geblieben. Und S04 und BVB haben jeweils in Bochum mehr Fans, als der VfL in ganz Deutschland.

  • #8
    Bochumer

    #7 Der VfL spielt die Kommerzkarte genauso, so wurde die Profi-Abteilung ausgelagert – sonst wäre er schon aus dem Profi-Fußball verschwunden. Es gibt nur weniger Dumme, die hingegen. Selbige sind dann aber eher im Stadion und nicht am Fernseher anzutreffen.

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