Weihnachtsfrust und/oder Familienstress? Das muss doch beides nicht sein!

Weihnachten im Jahre 1980. Foto: privat

Es ist Weihnachten! Eigentlich gibt es meiner Beobachtung nach in diesen Stunden und Tagen nur zwei große Gruppen von Menschen: Die einen sind regelrecht im Weihnachtsrausch, freuen sich wie wild auf die Feiertage. Die anderen sind jetzt schon beim Gedanken an dieses Fest gefrustet und genervt, wollen am liebsten, dass die Tage, die sie an ihre Familienprobleme und/oder ihre Einsamkeit erinnern, schnellstmöglich vorbeigehen, damit der gewohnte Alltag zurückkehren kann.

Ich persönlich gehöre hingegen keine der beiden Gruppen an. Für mich bedeutet Weihnachten schlicht ein paar ruhige Tage, die ich stressfrei genießen kann. Weitestgehend alleine. Und ich freue mich darauf!

Groß geworden bin ich in einer katholischen Durchschnittsfamilie am Rande des Ruhrgebiets. Eltern. Zwei Kinder. Hund. Man kennt das. In meiner Kindheit bedeutete Weihnachten daher auch immer traditionell Kirchenbesuch, Bescherung, Verwandtenauflauf bei meinen Eltern (und uns Kindern) in der Wohnung.

Das war für meine Schwester und mich natürlich immer sehr schön. Wochenlang habe ich daher den Tagen (und den zu erwartenden Geschenken) entgegengefiebert. Sehr religiös war ich, obwohl grundsätzlich katholisch erzogen, nie.

Als junger Erwachsener riss mein Kontakt zur Kirche dann vollständig ab. Im Jahre 1997 bin ich dort ausgetreten. Seither habe ich Kirchen von innen nur noch zu Hochzeiten und Beerdigungen besucht. Aus Respekt vor den Heiratenden bzw. dem Toten. Bedeutet hat mir der Besuch des Gotteshauses aus diesen Anlässen aus religiöser Sicht nichts. Dementsprechend wird man mich auch heute nicht in einer Kirche sehen.

Da ich seit Jahren alleine leben, auch keine Kinder habe, werde ich den Rest dieses 24. Dezember alleine verbringen. Doch während viele Zeitgenossen sich aus diesen Anlässen dann besonders alleine fühlen, gar in eine echte Krise stürzen, freue ich mich darauf, endlich einmal wieder ein paar Stunden ohne Termine und Hektik verbringen zu dürfen. Keine Anrufe, kaum E-Mails. Es wird ein netter und beschaulicher Abend werden. Auch und gerade ganz alleine.

Ein besonderes Festessen werde ich mir auch nicht zubereiten. Es wird etwas Einfaches geben, was ich mir später selber schnell in der Küche zusammenstelle. Einen Weihnachtsbaum habe ich ebenfalls nicht. Keine Besonderheiten, die den Abend unnötig zu verkomplizieren drohen. Dann werde ich höchstwahrscheinlich gemütlich etwas im TV schauen bzw. streamen. Morgen kann auch ich ausschlafen. Schön.

Das Bedürfnis nach einem Treffen mit der Familie verspüre ich absolut nicht. Ich sehe meine Verwandten ohnehin das ganze Jahr über regelmäßig. Warum also sollte ich heute unbedingt etwas Besonderes veranstalten?

Mein Bedarf an Gesprächen und sozialen Kontakten ist (zum Glück) recht gut abgedeckt. So lässt es sich gut ertragen Weihnachten ganz alleine zu verbringen. Die Tatsache, dass es bis Donnerstagabend im ganzen Lande einmal etwas ruhiger zugeht, zumindest in der Öffentlichkeit, die bereitet mir sogar regelrechte Vorfreude.

Im Gegensatz zu vielen von euch, die später womöglich an der hohen Erwartungshaltung gegenüber diesem vermeintlich besonders schönen Abend krachend zu scheitern drohen, habe ich keine besonderen Ansprüche an diese Serie von Feiertagen. Ich freue mich einfach auf die zu erwartende Stille und die Muße.

Meine Beobachtung nach, ist genau das das Geheimnis für eine glückliche Weihnachtszeit! In diesem Sinne, lasst euch später nicht stressen! Frohe, entspannte Stunden, was immer ihr konkret vorhabt! 🙂

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